Dienstag, 30. Juni 2015

Peter Hammill – A Black Box




Peter Hammill – A Black Box


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

David Jackson – saxophone, flute
David Ferguson – synthesizer, tambourine


Label: S-Type Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Golden Promises (2:56)
2. Losing Faith In Words (3:40)
3. Jargon King (2:43)
4. Fogwalking (4:04)
5. The Spirit (2:38)
6. In Slow Time (3:26)
7. The Wipe (1:45)
8. Flight (19:19)
Flying Blind
The White Cane Fandango
Control
Cockpit
Silk-Worm Wings
Nothing Is Nothing
A Black Box

Gesamtspieldauer: 40:53




Ehrlich gesagt kenne ich keine Peter Hammill Platte, die sofort, beim ersten Hören, uneingeschränkt zündet und sofort absolut überzeugt. Na, vielleicht mit Ausnahme von „Fool’s Mate“, dem ersten Album des Engländers, welches wirklich sofort ins Ohr geht. Mit „A Black Box“, dem neunten Solo-Album Peter Hammills, ist das jedoch wie zumeist beim Sänger und Gitarristen von Van Der Graaf Generator, man benötigt einfach einige Durchgänge, um mit dieser Musik so richtig vertraut zu werden, sodass diese ihre ganze Fülle und auch Schönheit besser präsentieren kann.

Außerdem experimentiert Peter Hammill auf „A Black Box“ einmal mehr mit Sounds und den neuesten technischen Möglichkeiten und so sind auch die beiden Stücke „Jargon King“ und „The Wipe“ durchaus mit „experimentell“ ganz gut beschrieben. Eine tiefergehende Melodiösität liegt hier dann definitiv nicht vor. Ansonsten herrscht jedoch eher „Wohlklang“ auf „A Black Box“. Zwar ist das Ganze, wie bereits erwähnt, nicht sofort beim ersten Hören immer melodisch und eingängig, jedoch mit jedem weiteren Durchgang scheinen die einzelnen Titel zu wachsen und sich zu verfestigen. Manches Mal klingt das dann fast schon mystisch, vielleicht manchmal auch ein wenig verschroben, oftmals überraschend und immer spannend. Allgemein herrscht eine etwas düstere Stimmung auf der Platte vor, ohne dass diese Grundausrichtung jedoch überstrapaziert oder völlig ausgereizt werden würde.

Nun, eine Nummer muss hier natürlich noch Erwähnung finden, nämlich „Flight“. Dieses Stück gilt bei vielen Peter Hammilll Fans als das beste Lied, welches er jemals geschrieben hat. Und wahrlich „Flight“ ist wie ein Parforce-Ritt durch unterschiedlichste Stimmungen und Ausprägungen des Rock. Da klingt es mal lieblich und schön, dann wieder zerrissen oder gehetzt. Mal sehr eingängig, dann wieder kakophonisch. Mal laut und fordernd, ein anderes Mal sehr ruhig und beschwichtigend. Sehr hörenswert und eine Art kleine Reise durch das Leben eines Menschen, welches schließlich mit dem Tod und einer „Black Box“ endet. Wahrlich schön und überaus überzeugend.

Fazit: „A Black Box“ ist ein sehr überzeugendes Album geworden. Und das liegt nicht nur an dem Titel „Flight“, der ursprünglich die ganze zweite LP-Seite eingenommen hatte. Nein auch unter den ersten Nummern befinden sich sehr hörenswerte Titel, wie zum Beispiel das sehr plastische „Fogwalking“. Peter Hammill macht auf „A Black Box“ Musik zum Eintauchen. Peter Hammill hat bisher sage und schreibe 34 Solo-Alben veröffentlicht, „A Black Box“ gehört dabei definitiv mit zu seinen besten Scheiben. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Fogwalking, Flight



Montag, 29. Juni 2015

Nick Cave & The Bad Seeds – The Good Son




Nick Cave & The Bad Seeds – The Good Son


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, hammond, harmonica
Mick Harvey – bass, acoustic guitar, vibraphone, percussion, backing vocals
Blixa Bargeld – guitar, backing vocals
Kid Congo Powers – guitar
Thomas Wydler – drums, percussion


Gastmusiker:

Alexandre Ramirez – violin
Altamir Tea Bueno Salinas – violin
Helena Akiku Imasoto – violin
Lea Kalil Sadi – violin
Akira Terazaki – viola
Glauco Masahiru Imasoto – viola
Braulio Marques Lima – cello
Cristina Manescu – cello


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Foi Na Cruz (5:39)
2. The Good Son (6:03)
3. Sorrow's Child (4:39)
4. The Weeping Song (4:25)
5. The Ship Song (5:14)
6. The Hammer Song (4:17)
7. Lament (4:54)
9. The Witness Song (5:57)
9. Lucy (4:17)

Gesamtspieldauer: 45:29




„The Good Son“ ist das sechste Studio-Album des Australiers Nick Cave mit seiner Band „The Bad Seeds“. Aufgenommen wurde es Ende 1989 und es erschien schließlich im April 1990. „The Good Son“ ist angefüllt mit sanften Balladen, die Streicher kommen immer wieder zum Zug, alles ist sehr harmonisch und melodisch gehalten, ohne dabei jedoch süßlich oder gar überzuckert zu wirken. Bei vielen Fans des Australiers gilt dieses Album auch als seine gefühlvollste Platte.

Nun, meckern kann man da auch wahrlich nicht, wenn man auf die eher sanfteren Töne in der Musik steht, dann ist diese Scheibe prädestiniert dazu, gehört zu werden. Alles klingt und ist überaus melodiös. Dabei gehen einem sämtliche neun Titel noch nicht einmal beim ersten Hören sofort ins Ohr. Drei bis vier Durchgänge braucht es da schon, bis die Nummern zu guten Freunden werden können. Dann allerdings bleiben sie – wie für gute Freunde selbstverständlich – treue Begleiter.

Eindrucksvoll, wie immer bei Nick Cave, ist sein häufig tiefer, sonorer Gesang, der sehr viel Wärme ausstrahlt. Passender könnten seine Geschichten gar nicht erzählt werden. So klingt diese Eingängigkeit auch niemals langweilig, sondern immer sehr überzeugend und spannend. In all diesen schönen Melodien lässt sich fabelhaft eintauchen, sie laden ein zum Träumen, zum Begleitet werden oder zum genauen Zuhören, je nach Stimmung – überzeugend ist es auf jeden Fall immer.

Fazit: Ein wirklich schönes Album ist „The Good Son“ geworden. Eine völlig unaufgeregte Scheibe, die wirkt. Tolle Melodien umschmeicheln das Ohr der Hörerin und des Hörers. In diese Melodien lässt sich bestens eintauchen und die Musik genießen. Genau dazu wurde diese Scheibe auch gemacht, da bin ich mir sicher, die Hörer sollen Musik genießen. Ziel erfüllt Nick Cave! Elf Punkte.

Anspieltipps: The Good Son, The Weeping Song, The Hammer Song



Sonntag, 28. Juni 2015

Hoelderlin – Rare Birds




Hoelderlin – Rare Birds


Besetzung:

Hans Bäär – bass guitars
Michael Bruchmann – drums, percussion
Christian von Grumbkow – lyrics, supervision
Joachim von Grumbkow – keyboards, vocals
Christoph Noppeney – viola, vocals, acoustic guitar
Pablo Weeber – guitars, vocals


Gastmusiker:

Manfred von Bohr – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Häktik Intergaläktik (8:31)
2. Sky-Lift (4:18)
3. Before You Lay Down (7:36)
4. Rare Bird (7:34)
5. Necronomicon (6:27)
6. Sun Rays (9:00)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

7. Blackbird (Demo) (0:57)
8. You Are The One (Demo) (2:28)

Gesamtspieladuer: 46:55




„Rare Birds“ ist das vierte Studio-Album der Wuppertaler Band Hoelderlin und es erschien im Jahr 1977. Erneut haben es die jetzt sechs festen Bandmitglieder geschafft, eine Platte zu veröffentlichen, randvoll angefüllt mit Progressive Rock, jedoch jener Ausprägung, die absolut auf die Harmonie im Stück setzt. Alles klingt auf „Rare Birds“ und zwar sehr, sehr eingängig. Melodiös ist diese Scheibe bis hinein in den letzten Takt jedes einzelnen Liedes. Wobei für die Musik nur fünf Musiker zuständig waren. Christian von Grumbkow wollte nun eher für die organisatorischen Dinge zuständig sein und beteiligte sich auch noch am Kompositionsprozess, jedoch nicht mehr am Einspielen der Platte. Trotzdem wird er auf „Rare Birds“ noch als festes Bandmitglied geführt. Seinen Part an der Gitarre übernahm der Spanier Pablo Weeber.

Der erste Titel „Häktik Intergaläktik“ ist sehr rhythmisch gehalten und überzeugt mit einer, ein klein wenig schräg klingenden Melodieführung, die das Lied allerdings sehr interessant und durchaus auch außergewöhnlich werden lässt. Auch bei Titel Nummer 2, „Sky-Lift“, spielt die Rhythmik durchaus noch eine Rolle, während sie beim wahrlich verträumten „Before You Lay Down“ phasenweise deutlich in den Hintergrund gedrängt wird. Es folgt schließlich das Titellied der Platte, „Rare Bird“, hier allerdings im Singular. Eine wunderschöne, vom Piano stark beeinflusste Nummer, welche so wunderschön mystisch klingt. Auch der Gesang kann hier gar nicht positiv genug herausgestellt werden. Wahrlich gelungen, voller Melodiösität, voller schöner Einfälle. Mit „Necronomicon“ wird es dann wieder ein wenig verschrobener und sogar rockiger, bis die Platte mit „Sun Rays“ sanft ausklingt. Und auch, wenn zumindest bei „Necronomicon“ das Tempo etwas angezogen wird, so steht doch über allem die Harmonie und Melodiösität in den einzelnen Stücken.

Der remasterten Albumfassung wurden noch zwei sehr kurze Demos hinzugefügt, wobei vor allem „You Are The One“ eine wunderschöne Nummer ist, bestehend aus Gesang und der dazugehörenden Piano-Begleitung. Wirklich sehr hörenswert.

Fazit: Wer die melodische Ausrichtung des Progressive Rocks zu schätzen weiß, die oder der kommt hier voll auf ihre / seine Kosten. „Rare Birds“ ist angefüllt mit Wohlklang, allzu viel Abwechslung ist dabei auf der Platte zwar nicht enthalten, aber man braucht ja auch nicht immer Aufregung oder den berühmten Kick. „Rare Birds“ ist für die stillen Stunden des Lebens gedacht, in denen man entspannen oder ganz in Ruhe nachdenken möchte. Zwölf Punkte.



Samstag, 27. Juni 2015

Black – Wonderful Life




Black – Wonderful Life


Besetzung:

Colin Vearncombe – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Roy Corkill – fretless bass
Jimmy Hughes – drums
Martin Green – saxophone
Dave Dix – keyboards, programming
Tina Labrinski – backing vocals
Sara Lamarra – backing vocals
Jimmy Sangster – electric bass
Doreen Edwards – additional backing vocals
The Sidwell Brothers – brass section


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop


Trackliste:

1. Wonderful Life (4:46)
2. Everything's Coming Up Roses (4:04)
3. Sometimes for the Asking (4:09)
4. Finder (4:12)
5. Paradise (4:51)
6. I'm Not Afraid (5:00)
7. I Just Grew Tired (4:15)
8. Blue (3:38)
9. Just Making Memories (4:26)
10. Sweetest Smile (5:19)

Gesamtspieldauer: 44:40




Es sammelt sich ganz schön was an, wenn man sich über Jahre hinweg immer wieder mit Musik eindeckt. So komme ich heute zu einer Scheibe, die ich bereis ewig nicht mehr gehört hatte: „Wonderful Life“ von Colin Vearncombe alias Black. Die Platte stellte in den 80er Jahren den Durchbruch für Black dar, danach passierte allerdings auch nicht mehr so viel. Zwei weitere Alben wurden 1988 und 1991 noch veröffentlicht, die dem Briten jedoch längst nicht mehr diesen Erfolg einbrachten, wie „Wonderful Life“ aus dem Jahr 1987. Danach veröffentlichte er hauptsächlich unter seinem richtigen Namen Colin Vearncombe. Und als ich mir die Scheibe nun wieder intensiver angehört hatte, wunderte ich mich auch nicht gropßartig, dass ich sie in den letzten Jahren keineswegs vermisste.

Die beiden lohnenswerten Lieder des Albums befinden sich gleich am Anfang der Scheibe, Titel Nummer 1 und 2 der ehemaligen ersten Plattenseite. „Wonderful Life“, das Titellied, ist natürlich eine überaus poppige Schnulze, allerdings besitzt das Lied einen wahrlich hohen Wiedererkennungswert und stellt durchaus einen Ohrwurm dar, den man so schnell nicht mehr vergisst. „Everything's Coming Up Roses“ geht dann sogar ein wenig in die rockige Richtung und ist auch noch einen Tick gelungener als der Titelsong selbst. Auch diese Nummer erkennt man sofort wieder, wenn man sie einmal gehört hat. Die Melodieführung hat sich sofort fest im Gehirn verankert.

Und der Rest? Nun der ist Pop in Reinkultur. Allerdings leider dabei nicht sehr aufregend. Vielmehr klingt das oftmals sehr oberflächlich und auf Eingängigkeit getrimmt, damit sich vielleicht doch noch ein paar Käufer mehr finden. Wenn man eher auf Rock Musik steht, dann ist es genau dieser Pop, der für einen am allerschwerersten erträglich ist. Dieses zuckersüße Gedudel, welches von der Instrumentierung manches Mal sogar dem Deutschen Schlager sehr nahe kommt, löst sicherlich so manchen Fluchtreflex aus. Lediglich ganz nett, weil etwas verträumt und sehnsüchtig klingend, ist da noch die letzte Nummer der Platte, „Sweetest Smile“. Aber das war es dann im wahrsten Sinne des Wortes auch endgültig.

Fazit: Für Freunde des wahren Pop, sicherlich eine gelungene Scheibe, für mich kaum aus- und durchzuhalten. Wenn die Musik ins Ohr geht, dann ist sie schon noch hörenswert, für mich ist das auf „Wonderful Life“ jedoch auf zwei Stellen begrenzt. Die ersten beiden Titel wirken, der Rest klingt einfach zu seicht und damit auch zu belanglos und irgendwann dann auch überaus langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Wonderful Life, Everything's Coming Up Roses



Freitag, 26. Juni 2015

Peter Hammill – pH7




Peter Hammill – pH7


Besetzung:

Peter Hammill – voice, guitar, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Graham Smith – violin
David Jackson – saxophone, flute


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. My Favourite (2:52)
2. Careering (4:06)
3. Porton Down (3:41)
4. Mirror Images (3:51)
5. Handicap and Equality (3:56)
6. Not For Keith (2:25)
7. The Old School Tie (5:07)
8. Time For A Change (3:15)
9. Imperial Walls (4:16)
10. Mr X (Gets Tense) (5:13)
11. Faculty X (4:58)

Gesamtspieldauer: 43:44



Sein achtes Studio-Album, welches im September 1979 veröffentlicht wurde, nannte Peter Hammill „pH7“. Und im Grunde genommen ist es wie immer bei Peter Hammill. Sehr eingängige Stücke werden mit Nummern gemischt, die dann schon deutlich komplizierter klingen, gar nicht mehr melodiös, sondern oftmals sogar atonal und experimentell. Immer wieder wird man gezwungen, sich auf die Musik des Peter Hammill ganz einzulassen, nichts nebenbei zu tun, denn sonst können diese Stücke ihre Wirkung nicht in dem Maße entfalten, wie sie es eigentlich müssten, um zu überzeugen.

Peter Hammill experimentiert auf „pH7“ wieder mit Sounds und der sich rasant entwickelnden musikalischen Technik. Manches klingt dadurch zunächst äußerst gewöhnungsbedürftig und wird sicherlich nicht jedes Ohr der Musikhörer erreichen. Allerdings sind da auch wieder diese wunderschönen und zarten Titel, randvoll angefüllt mit Melodiösität und Harmonien, die einen träumen lassen – und genau diese Nummern sind deutlich in der Überzahl auf „pH7“. Drei Titel dieser Sorte habe ich unten als Anspieltipps angeführt. Das YouTube-Video stellt dagegen das andere Extrem dar, den nicht mehr ganz so harmonischen Titel, der immer wieder mal auszubrechen scheint, geradeso als würde Peter Hammill gespannt zuhören und abwarten, wohin sich die Nummer dieses Mal entwickeln wird.

Fazit: Klar, ich mag solche Musik, die auch mal in den Randbezirken der Melodiösität zu fischen scheint, dann jedoch wieder unglaublich einnehmend klingt. So ist „pH7“ für mich durchaus überzeugend, im Grunde genommen genau so wie der Vorgänger „The Future Now“. Ich liebe diese verträumte Stimmung, die viele der Lieder des Peter Hammill transportieren. Das ist mitunter sehr bewegend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: My Favourite, Not For Keith, Time For A Change



Donnerstag, 25. Juni 2015

Bread – The Best Of Bread




Bread – The Best Of Bread


Besetzung:

Mike Botts – drums, percussion
David Gates – guitar, bass, piano, violin
James Griffin – vocals, guitar
Larry Knechtel – keyboards, guitar, bass


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Soft Rock


Trackliste:

1. Make It With You (3:15)
2. Too Much Love (2:45)
3. If (2:33)
4. Let Your Love Go (2:25)
5. Everything I Own (3:06)
6. Been Too Long On The Road (4:49)
7. Baby I'm-a Want You (2:25)
8. Down On My Knees (2:44)
9. It Don't Matter To Me (2:41)
10. Mother Freedom (2:55)
11. Look What You've Done (3:10)
12. Truckin' (2:31)

Gesamtspieldauer: 35:19




Bread war eine Rockband aus Los Angeles, die zunächst in den Jahren zwischen 1968 und 1973 Platten veröffentlichte, sich dann auflöste. Zwischen 1976 und 1978 waren die Musiker noch mal aktiv und veröffentlichten eine neues Album. Schließlich gab es nochmals ein Aufleben von Bread in den Jahren 1996 und 1997, jedoch ohne weitere Plattenveröffentlichung. Inzwischen lebt von den ursprünglichen vier Band-Mitgliedern lediglich noch David Gates.

Diese vorliegende „The Best Of Bread“-Scheibe stammt aus dem Jahr 1972, auch wenn man manchmal im Internet das Datum 1973 lesen kann. Auf dieser Platte hört man also das Beste dieser Band und dies ist zu neunzig Prozent sehr sanfter Soft Rock, mit dem die vier Musiker allerdings durchaus Erfolg in ihrem Heimatland hatten. Immerhin konnten sie während ihrer Karriere dreizehn Titel in den US-Billboard Charts platzieren.

Nun, die- oder derjenige, der auf wahrlich sanften Rock steht, der manches Mal einen leichten Rock’n’Roll-Touch aufweist, ein anderes Mal Stilmittel der Country-Musik verwendet, die oder der könnten an solcher Musik beziehungsweise auch an dieser Scheibe durchaus Gefallen finden. Für jemanden, der auf Rock Musik steht, die auch mal das Tempo etwas anzieht, für die oder den könnten allerdings die 35 Minuten Laufzeit der Scheibe verdammt lang werden. Richtig überzeugend finde ich dabei auch nur einen Titel und dieser bildete den Abschluss der ehemaligen Seite 1 der LP: „Been Too Long On The Road“. Zwar ist auch diese Nummer weich, zieht das Tempo allerdings zumindest auch mal leicht an und verfügt über eine schöne Melodie, welche man auch nicht bei jeder der restlichen zwölf Nummern antrifft.

Fazit: Bread sind die Mitbegründer des Soft Rocks, obwohl es diesen Ausdruck Anfang der 70er Jahre noch gar nicht gab. Alles ist zart, sanft und weich. Muss man eben mögen – oder es wird sehr schwer. Die Scheibe gibt es inzwischen auch als remasterte CD Version, der noch weitere acht Titel hinzugemischt wurden. Für mich lohnt sich der Kauf nicht, denn so sehr überzeugt mich das Ganze dann doch nicht. Allerdings, schlecht ist auch was anderes, eher ist die Musik manchmal einfach etwas zu süßlich und irgendwann dann auch ein wenig langweilig. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Been Too Long On The Road



Mittwoch, 24. Juni 2015

Bauhaus – Burning From The Inside




Bauhaus – Burning From The Inside


Besetzung:

Peter Murphy – vocals, guitar
Daniel Ash – guitar, vocals
David J – bass guitar, vocals
Kevin Haskins – drums


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Post Punk, Rock, New Wave


Trackliste:

1. She's In Parties (5:46)
2. Antonin Artaud (4:09)
3. Wasp (0:20)
4. King Volcano (3:29)
5. Who Killed Mr. Moonlight? (4:54)
6. Slice Of Life (3:43)
7. Honeymoon Croon (2:52)
8. Kingdom's Coming (2:25)
9. Burning From The Inside (9:21)
10. Hope (3:17)

Gesamtspieldauer: 40:16




„Burning From The Inside“ heißt das vierte Album der britischen Band Bauhaus und es wurde im Jahr 1983 veröffentlicht. Während des Schreibens der Titel und der Aufnahmen zum Album war Sänger Peter Murphy schwer an einer Lungenentzündung erkrankt. Deswegen hört man ihn auch längst nicht bei jedem Titel am Gesang. Dies führte jedoch zu Streitigkeiten in der Band, die schließlich dazu führten, dass sich Bauhaus eine Woche vor dem Erscheinen dieses Albums auflösten. Sie spielten noch ein Konzert im Hammersmith Palais in London, bei dem schließlich David J die Bühne verließ, nicht ohne vorher noch die Worte „Rest In Peace“ an das Publikum zu richten. „Burning From The Inside“ ist allerdings nicht das letzte Album der Band. Im Jahr 2008 fand Bauhaus nochmals zusammen und veröffentlichte das Album „Go Away White“. Dies wurde jedoch noch nicht mal mehr von einer Tour begleitet und bedeutete das endgültige aus von Bauhaus.

Doch nun zurück zu dieser Scheibe, „Burning From The Inside“. Diese ist, trotz des schwierigen Entstehungsprozesses, sehr überzeugend geworden, an manchen Stellen sogar sehr beeindruckend. „Who Killed Mr. Moonlight?“ ist eine wahrlich außergewöhnliche Nummer. Schwer in ein Schema zu pressen, einem Musikgenre zuzuordnen. Habe das Stück extra unten verlinkt. „Who Killed Mr. Moonlight?“ ist eine warmer und gefühlvoller Titel, der sofort ins Ohr geht und dort auch sehr lange zu verbleiben versteht. Das ist weder Post Punk noch Rock, sehr viel eher Art Rock oder von mir aus auch Art Pop. Auch sehr überzeugend klingt die (halbe) Instrumentalnummer davor: „King Volcano“. Sanft umgarnt hier die Gitarre das Ohr des Hörers, das Piano im Hintergrund scheint gegenläufig zu spielen. Ein wenig schräg klingt das, macht den Titel dadurch jedoch überaus spannend. Zum Schluss singen die Musiker in Chor noch Mantra-mäßig dazu. Ebenfalls sehr überzeugend.

Der Opener „She's In Parties” wurde als Single veröffentlicht. Hier klingen Bauhaus jetzt ein wenig nach New Wave. Ganz eindeutig New Wave der besseren Sorte. Die Nummer rockt sogar ein wenig und auch hier ist es die Melodie, die hängenbleibt. Nun, ich kann noch weitere Höhepunkte aufzählen, wie das wunderschöne „Slice Of Life“, welches in seinem weiteren Verlauf immer mal wieder rockig wird. Des Weiteren „Kingdom's Coming“, ein sehr eindringliches Lied, welches zunächst eine sehr tiefe Melancholie transportiert, dann jedoch das Tempo anzieht. Nicht zu vergessen der Titeltrack „Burning From The Inside“, der durchaus auch auf einem Album einer progressiven Band hätte vertreten sein können und dies nicht wegen seiner Laufzeit von über neun Minuten. Hier experimentiert die Band mit verschiedenen Effekten und Sounds. Nun, last but not least, soll auch die letzte Nummer noch Erwähnung finden. „Hope“ ist ein fröhlicher, fast ein wenig folkiger Abschluss der Platte in welchen die Musiker gegen Ende mit fast schon hymnischen Gesang einsteigen.

Fazit: Wirklich sehr gelungen, diese Scheibe von Bauhaus. Es ist die musikalische Vielfalt auf „Burning From The Inside“, die neben all dieser Melodiösität überzeugt. Für mich muss Musik interessant sein und wenn möglich auch noch ins Ohr gehen. All das findet man auf „Burning From The Inside“. Auch gibt es keine Ausfälle zu beklagen, das kurze „Wasp“ kann man wohl unter der Rubrik „scherzhaftes Experiment“ einreihen. Nein, kaum Gründe zur Klage. Wer auf etwas außergewöhnliche, dennoch eingängige Musik steht, die oder der dürften hier etwas durchaus Lohnendes für sich finden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: King Volcano, Who Killed Mr. Moonlight?, Slice Of Life, Kingdom's Coming



Dienstag, 23. Juni 2015

Iggy Pop – Blah Blah Blah




Iggy Pop – Blah Blah Blah


Besetzung:

Iggy Pop – vocals, backing vocals


Gastmusiker:

Kevin Armstrong – guitar, backing vocals
Erdal Kizilcay – synthesizer, bass, drums, string arrangements, backing vocals
Steve Jones – lead guitar solo on "Cry For Love"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock


Trackliste:

1. Real Wild Child (Wild One) (3:38)
2. Baby It Can't Fall (4:14)
3. Shades (5:57)
4. Fire Girl (3:33)
5. Isolation (4:36)
6. Cry For Love (4:28)
7. Blah-Blah-Blah (4:32)
8. Hideaway (5:01)
9. Winners & Losers (6:18)
10. Little Miss Emperor (3:50)

Gesamtspieldauer: 46:12




Nun, die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts waren musikalisch gesehen nur selten sehr überzeugend. Dies gilt leider auch für das siebte Solo-Album des Iggy Pop, „Blah Blah Blah“, welches im Jahr 1986 erschien. Zehn Lieder befinden sich auf der Scheibe, bei der ursprünglichen LP-Ausgabe des Albums fehlte übrigens der letzte Titel. Nun, von diesen zehn Titeln ist die erste Nummer „Real Wild Child (Wild One)“ eine Cover-Song, der bereits 1958 entstand und von Johnny O'Keefe interpretiert wurde. Drei Titel schrieb Iggy Pop zusammen mit Steve Jones, Ex-Mitglied der Sex Pistols und die restlichen sechs Nummern sind eine Koproduktion von Iggy Pop und David Bowie. Letzterer produzierte auch das gesamte Album.

Wenn man jetzt weiß und darüber nachdenkt, dass ein Jahr später David Bowies „Never Let Me Down“ veröffentlicht werden sollte – eines der schlechtesten, wenn nicht sogar das schlechteste Album Bowies – dann überrascht es nicht mehr unbedingt, dass das Songmaterial auch auf „Blah Blah Blah“ alles andere alles überzeugend ist. Irgendwie dem Zeitgeist der 80er Jahre geschuldet, klingt das alles poppig, mitunter tangiert das Gehörte sogar ziemlich deutlich den Synthie Pop. Vom früheren Punk des Iggy Pop war nichts mehr geblieben. Die einzelnen Titel plätschern so dahin, klingen manchmal sehr synthetisch und einprägsame Melodien findet man keine. Der Wiedererkennungswert dieser Musik geht dabei ganz deutlich gegen null.

Nun, dies trifft auf die Lieder zu, die Iggy Pop mit David Bowie schrieb. Oder war das umgekehrt? Egal, drei Titel verdienen trotzdem eine extra Erwähnung. Das wären „Real Wild Child (Wild One)“, weil diese Nummer wirklich ins Ohr geht und auch überaus bekannt ist, da sie wohl an die zwanzig Mal von den verschiedensten Musikern gecovert wurde. Und dann sind da noch zwei Titel, bei denen Steve Jones seine Finger mit im Spiel hatte. Zum einen ist das mit „Cry For Love“ endlich mal ein Titel, der dann doch hängenzubleiben versteht. Rockig und mit einer schönen Melodie ausgestattet, beinhaltet die Nummer auch ein wirklich gelungenes Gitarrensolo. Schließlich gibt es da noch den ehemaligen letzten Plattentitel „Winners & Losers“. Jetzt wird wirklich mal richtig gerockt, dabei werden immer wieder orientalische Akkorde eingestreut, was das Lied spannend und zu etwas Besonderem werden lässt. Neben „Cry For Love“ der Höhepunkt der Scheibe.

Fazit: Zehn Lieder sind auf „Blah Blah Blah“ vorhanden. Zweieinhalb davon sind wirklich gelungen. Der Rest ist zum Teil erträglich, jedoch überaus belanglos, manchmal jedoch noch nicht einmal das. Die Scheibe bescherte dem klammen Iggy Pop jedoch noch mal einen schönen Geldregen, da sie sich, nach den Flops zuvor, immerhin 27 Wochen in den US-Charts halten konnte, wenn sie auch nur Platz 75 als Höchstplatzierung erreichte. Sicherlich ist „Blah Blah Blah“ keines der besseren Alben des Iggy Pop. Die zwei bis drei gelungenen Titel reißen es da auch nicht mehr raus. Irgendwie ist das wirklich häufig ein wenig "Blah Blah Blah". Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cry For Love, Winners & Losers



Montag, 22. Juni 2015

U2 – 18 Singles




U2 – 18 Singles


Besetzung:

Bono – vocals, rhythm guitar, harmonica
The Edge – lead guitar, keyboards, vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen, Jr. – drums, percussion


Gastmusiker:

Zahlreiche, allerdings hier nicht aufgeführt


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock


Trackliste:

1. Beautiful Day (4:05)
2. I Still Haven't Found What I'm Looking For (4:37)
3. Pride (In The Name Of Love) (3:49)
4. With Or Without You (4:56)
5. Vertigo (3:10)
6. New Year's Day (4:18)
7. Mysterious Ways (4:02)
8. Stuck In A Moment You Can't Get Out Of (4:32)
9. Where The Streets Have No Name (4:47)
10. Sweetest Thing (3:01)
11. Sunday Bloody Sunday (4:40)
12. One (4:36)
13. Desire (3:00)
14. Walk On (4:29)
15. Elevation (3:49)
16. Sometimes You Can't Make It On Your Own (5:06)
17. The Saints Are Coming (3:22)
18. Window In The Skies (4:07)

Gesamtspieldauer: 1:14:35




Mal wieder eine Kompilation, ein „Best Of…“-Album einer Band hier auf diesen Seiten. Obwohl, so ganz stimmt das nicht, denn diese 2006 veröffentlichte Scheibe von U2 beinhaltet, wie der Titel bereits sagt, 18 Singles der Band und zwar die erfolgreichsten Singleauskopplungen der Iren. Und auch das ist nur zum Teil richtig, denn, um genau zu sein, sind die ersten sechzehn Nummern diese Singleauskopplungen. Titel Nummer 17, „The Saints Are Coming“ und 18, „Window In The Skies“, sind neues Material.

Bleiben wir zunächst bei diesen beiden neuen Stücken. „The Saints Are Coming“ ist dabei gar nicht so neu, denn es wurde bereits 1979 von der schottischen Punk Rock und New Wave Band The Skids geschrieben und veröffentlicht. Es handelt sich also um eine Cover-Nummer, die U2 zusammen mit der US-amerikanischen Band Green Day zugunsten eines Hilfsfonds für die Opfer des Hurrikan Katrina aufnahm. Das Lied ist in dieser Interpretation der beiden Bands kurz mit „großartig“ zu umschreiben. Langsam steigert sich dieser sehr melodiöse Titel, um dann richtig los zu rocken. Richtig mitreißend und lohnend. Die zweite „neue“ Nummer „Window In The Skies“, ist nun aber wirklich neu. Dieses Lied kann man getrost als „typisches“ U2 Lied bezeichnen, bei dem man bereits nach drei Takten merkt, dass es eben von U2 stammt. Nicht nur der Gesang ist hier unverwechselbar, auch der Klang der Gitarre und eine für U2 einfach unverwechselbare Melodieführung. Ob diese Nummer allerdings wirklich als Single auf einem offiziellen Album veröffentlicht worden wäre, das sei mal so dahingestellt. Aber ein Zusatz ist es und ein Schelm wer denkt, dass vielleicht auch erwartet wurde, aufgrund dieser Nummer werden doch noch ein paar zusätzliche Fans die Platte kaufen, da sie eben alles von „ihrer“ Band besitzen möchten, obwohl sie die restlichen Lieder sowieso schon besitzen.

Nun, beim „Rest“, also den erfolgreichsten Single-Auskopplungen, ist natürlich genau das vertreten, was man sich als Fan dieser Band wünscht, wenn auch nicht alles. Aber das liegt natürlich daran, dass einem nicht jede Single gefallen muss und man mitunter auch sehr überrascht ist, wenn das Management einer Band, die Band selbst oder die Marketing-Abteilung eines Platten-Labels entscheidet, dieses oder jenes Lied eben nicht als Single zu veröffentlichen. Sei es drum, ist eben alles Geschmackssache und auch Marketing-Strategen irren manchmal. Die meisten großen Nummern, die U2 in seiner Band-Geschichte bis 2006 hatte, sind hier allerdings vorhanden. Von daher erhält man einen sehr schönen Überblick über die Musik von U2 von 1983, ab dem Album „War“, bis eben 2006. Die ersten beiden Patten „Boy“ und „October“ sind hier übrigens mit keiner Single vertreten.

Fazit: Die Musik ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Wenn man U2 Fan ist und bereits alles von „seiner“ Band besitzt, dann lohnt sich diese Zusammenstellung allerdings definitiv nicht – auch nicht für die zwei neu hinzugekommenen Nummern. Ansonsten ist diese Scheibe eine geballte Ladung U2 und man kann auch ein wenig nachverfolgen, wie sich die Musik der Band in 23 Jahren weiterentwickelt hat. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Im Grunde genommen alles



Sonntag, 21. Juni 2015

Hoelderlin – Clowns & Clouds




Hoelderlin – Clowns & Clouds


Besetzung:

Hans Bäär – bass guitars, guitar
Michael Bruchmann – drums, percussion
Christian von Grumbkow – leadguitar
Joachim von Grumbkow – keyboards, vocals, cello
Christoph Noppeney – viola, vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Jörg-Peter (Büdi) Siebert – all saxophone, flutes, percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Mad House (6:51)
2. Your Eyes (6:14)
3. Circus (10:09)
    a) Tango Mili
    b) Marching
    c) Sensations
4. Streaming (7:13)
5. Phasing (12:13)


Bonus Track der remasterten Albumfassung:

6. Traum (Live, 1974) (15:51)

Gesamtspieldauer: 58:34




„Clowns & Clouds“ heißt das dritte Album der deutschen Band Hoelderlin aus Wuppertal. 1976 erschien die Scheibe und allgemein wird etwas progressivere deutsche Musik aus dieser Zeit, die dann auch noch englische Texte verwendet, gerne unter der Überschrift „Krautrock“ subsumiert. Das könnte ich bei dieser Scheibe „Clowns & Clouds“ jedoch nicht unterschreiben. Hier hört man dann doch eher klassischen Progressive Rock in einer Zeit, als genau jener Progressive Rock gerade dabei war unterzugehen.

Auf der ehemaligen Schallplatte trug die erste Seite den Titel „Clown Side“, die zweite Seite wurde dementsprechend mit dem Titel „Cloud Side“ versehen. Beide Seiten, also alle Titel von der Nummer 1 bis zur Nummer 5 können dabei überzeugen. Alles klingt, ist sehr harmonisch und an jeder Stelle überaus melodiös. Manchmal wird das Tempo etwas stärker angezogen, insgesamt hinterlässt die Scheibe jedoch einen eher ruhigen Eindruck. Am gelungensten sind dabei ganz eindeutig die Instrumentalpassagen, die von Hoelderlin fast schon zelebriert werden. Und hier sind vor allen die letzten beiden Titel zu erwähnen, also die ehemalige „Clouds Side“. Ich liebe es, wenn Musik es schafft fast hypnotisch zu werden, da ein Thema immer und immer wieder wiederholt wird, mit nur ganz zarten Variationen, aus denen dann allerdings doch wieder etwas völlig Neues erwächst. Andere Hörer mögen das jedoch vielleicht langweilig finden, da ihnen die Abwechslung fehlt, auch das ist durchaus nachvollziehbar. Doch wenn man wirklich mal sehr relaxt Musik auf dem Sofa genießen möchte, um dabei die Grauzone zwischen Wachheit und Traum zu streifen, dann gibt es einfach nicht Besseres – für mich zumindest – als solche Musik, die mit der Monotonie spielt, ohne monoton zu sein.

Überaus gelungen ist Hoelderlin auf „Clowns & Clouds“ außerdem die Instrumentierung, die eben keinesfalls „08/15-Besetzung“ bedeutet. Cello, Viola, Querflöte und Saxophon werden – neben den klassischen Rockinstrumenten – immer wieder große Spielräume erschlossen, die die Musiker mit den jeweiligen Instrumenten dann auch durchaus zu nutzen wissen. Das macht sehr viel Laune, hört sich klasse an und bewirkt dabei ebenfalls, dass gar keine Möglichkeit besteht, hier Langeweile aufkommen zu lassen. Beispielhaft hierfür steht Titel Nummer 5: „Phasing“. Wahrlich sehr überzeugend.

Ebenfalls sehr überzeugend ist die Zugabe der remasterten Version des Albums. Diese instrumentale Live-Version des Stückes „Traum“, welcher ursprünglich auf der ersten Hoelderlin-Scheibe „Hölderlins Traum“ vertreten ist, beinhaltet ebenfalls genau dieses: redundante Instrumentalpassagen, unglaublich viel Melodiösität und jetzt sogar ein paar experimentelle Passagen, die dann gar nicht mehr so unbedingt harmonisch klingen, ehr improvisiert. Auch die Klangqualität ist durchaus gelungen, sodass die Nummer eine schöne Beigabe darstellt.

Fazit: „Clowns & Clouds“ von Hoelderlin ist ein wirklich gutes Album geworden. Das wiederum liegt an mehreren Dingen. Zum einen enthält die Scheibe jede Menge Ideen, die musikalisch sehr gut umgesetzt wurden. Des Weiteren ist die Platte angefüllt mit sehr melodiösem Progressive Rock, der ins Ohr geht und zu so mancher Traumreise einlädt. Die Instrumentierung alleine ist bereits ein Grund, warum man diese Scheibe einmal gehört haben sollte, wenn man denn auf solcher Art der Musik steht. Festzuhalten bleibt auch, dass die ehemalige zweite Seite doch noch einen Tick überzeugender klingt, als die erste Seite. Das drückt das Gesamtergebnis dieser schönen Platte jedoch nicht. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Streaming, Phasing



Samstag, 20. Juni 2015

Steve Hackett – Defector




Steve Hackett – Defector


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals, optigan, roland gr500


Gastmusiker:

Nick Magnus – keyboards
John Hackett – concert and alto flute
Pete Hicks – vocals
John Shearer – drums and percussion
Dik Cadbury – bass, vocals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Steppes (6:05)
2. Time to Get Out (4:11)
3. Slogans (3:46)
4. Leaving (3:16)
5. Two Vamps As Guests (1:58)
6. Jacuzzi (4:36)
7. Hammer In The Sand (3:11)
8. The Toast (3:42)
9. The Show (3:40)
10. Sentimental Institution (2:44)

Gesamtspieldauer: 36:52




„Defector“ heißt das vierte Solo-Studio-Album des Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett, welches im Juni 1980 veröffentlicht wurde. Und diese Scheibe kann, genau wie der Vorgänger, teilweise durchaus noch überzeugen. An manchen Stellen wird es dann allerdings schon etwas schwieriger, vor allem, wenn man Steve Hackett vom Progressive Rock her kennt und zu schätzen gelernt hat.

Nun, der Fehltritt der Scheibe lautet „The Show“ und ist das vorletzte Lied der Platte. Man hört so ein langweiliges Gestampfe, es wird im Chor gesungen und es klingt nach ziemlich einfachem Pop, der nun aber so überhaupt nicht zünden möchte. Allerdings gibt es sonst auch einiges Positives von „Defector“ zu berichten. Die Platte fängt auch gleich mit „The Steppes“ wahrlich sehr überzeugend an. Ein Instrumentalstück, schwer und getragen, vielleicht manchmal sogar ein klein wenig orientalisch angehaucht klingend. Eine Nummer die ins Ohr geht.

Dann das Stück „Leaving“. Dieses Mal ein Lied mit Gesang, jedoch auch irgendwie verträumt und auf seine Art schwer. Ausgestattet ist die Nummer mit einer sehr sanften und weichen Melodie, die wirkt. Das Lied klingt auf seine Art irgendwie mystisch und verzaubert. Und dies trifft auch auf das folgende Stück, „Two Vamps As Guests“, zu. Allerdings nur von der Stimmung her. Eine Instrumentalnummer, die nur mit der Akustik-Gitarre eingespielt wurde. Wahrlich schön. Sehr melancholisch wirkt „Hammer In The Sand“. Dieses Mal ist es das Piano, welches als Instrument deutlich im Vordergrund steht. Es entwickelt sich ein schweres und nachdenkliches Stück, welches auf Spaßveranstaltungen nichts verloren hat – schon eher auf Beerdigungen und das ist jetzt wahrlich nicht negativ gemeint. Als Spaß ist allerdings die letzte Nummer sicherlich gedacht gewesen. „Sentimental Institution“ klingt nach den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Schöne Melodieführung und man fühlt sich in einen Ballsaal zu dieser Zeit versetzt. Wenn Parodien nur immer so klingen würden.

Fazit: Nun, auf „Defector“ gibt es einiges zu hören, was sich wirklich lohnt gehört zu werden. Zwar ist nicht alles wirklich überzeugend auf dieser Scheibe, allerdings durchaus einiges. Wenn man dann bedenkt, dass es sich hier um das Jahr 1980 handelt, in dem die Scheibe erschien, dann muss man eigentlich den Hut vor Herrn Hackett ziehen. Dieser sprang keineswegs ganz so euphorisch auf diesen synthetischen Pop-Hype auf, der damals in der Musikwelt herrschte und so manchen Musiker des Progressive Rock zu musikalischen Gräueltaten veranlasste. Steve Hacket dagegen blieb hier noch seiner Linie – wenigstens zum Teil – treu. Mir gefällt die Scheibe sogar wieder einen Tick besser als der Vorgänger. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Steppes, Leaving, Sentimental Institution



Freitag, 19. Juni 2015

The Nice – Collection




The Nice – Collection


Besetzung:

Keith Emerson – organ, piano, vocals
Keith "Lee" Jackson – bass, guitar, vocals
David "Davy" O'List – guitar, vocals
Brian "Blinky" Davison – drums, percussion


Label: Castle Communications


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Progressive Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Amerika (6:22)
2. Happy Freuds (3:29)
3. The Cry Of The Eugene (4:32)
4. The Thoughts Of Emerlist Davjack (2:49)
5. Rondo (8:26)
6. Daddy, Where Did I Come From (3:44)
7. Little Arabella (4:18)
8. Intermezzo From Karellia (9:12)
9. Hang On To A Dream (4:56)
10. The Diamond Hard Apples Of The Moon (2:50)
11. Angel Of Death (5:58)

Gesamtspieldauer: 56:40




Nun, mit Samplern ist das immer so eine Sache. Ich kaufe sie mir nur sehr ungern, da ich, wenn mir die Band oder der Musiker zusagt, sowieso danach die Platten kaufe. Was soll ich dann mit einer Zusammenstellung, die dann noch nicht mal unbedingt meinem Geschmack entsprechen muss? Außerdem hat man dann alles doppelt. Allerdings bietet so ein Kompilations-Album natürlich auch die Möglichkeit sich einen Überblick über eine Band zu verschaffen. Und wenn diese Platte dann auch noch günstig ist, kann es doch durchaus einen Versuch wert sein. Im Falle von The Nice und dieser „Collection“ ist das auch der Fall.

Man benötigt zwar einige Durchläufe des Albums, dann jedoch werden die einzelnen Stücke zu guten Freunden, die man nicht mehr missen möchte. Die Platte ist wie ein Ritt durch progressive bis psychedelische Sphären. Das macht durchaus Laune. Auf etwas Bekanntes trifft man gleich am Anfang der Scheibe mit dem Titel „America“, welcher dem Musical „West Side Story“ entnommen wurde. Natürlich wurde diese Nummer von den Musikern überarbeitet und enthält nun Teile, die im Original nicht zu finden sind. Mit dem Grundthema wird begonnen, dann folgt ein durchaus progressiver Mittelteil, dominiert von der Orgel des Keith Emerson, bis sich alles wieder im Grundmuster und Wohlklang auflöst.

Besonders hörenswert sind die Stücke „Daddy, Where Did I Come From“ und „Rondo“. Ist erstere Nummer ein fröhliches Pop-Lied, so stellt sich Rondo als vertrackter und treibender Progressive-Rock-Titel heraus. Sehr kraftvoll. Nun und dann gibt es da ja auch noch „Hang On To A Dream“. Von Tim Hardin geschrieben, ist diese Version hier von The Nice einfach umwerfend. Unglaublich gefühlvoll, mit sehr viel Tiefgang, herzerweichend. In der Mitte befindet sich schließlich ein flotter Instrumentalteil, der den idealen Gegenpart zum sehr getragenen Anfang und Ende des Liedes bildet. Im Grunde genommen könnte ich hier noch weitere Höhepunkte aufführen, denn Ausfälle gibt es auf dieser Zusammenstellung keine. Alles wirkt und klingt und packt den Zuhörer

Fazit: Die Musik auf „The Nice Collection“ entstand Ende der sechziger Jahre. 1985 wurde diese Scheibe hier dann veröffentlicht und hat so gar nichts mit der Musik zu tun, die in den achtziger Jahren gerade aktuell war, wie zum Beispiel New Wave. Auf dieser Zusammenstellung hört man packenden Progressive Rock, der niemals seine Melodiösität verliert. In den sanfteren wie den raueren Abschnitten, über allem steht immer die Melodie. Die Platte macht durchaus Spaß, sich doch mal genauer mit „The Nice“ zu beschäftigen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Thoughts Of Emerlist Davjack, Rondo, Hang On To A Dream



Donnerstag, 18. Juni 2015

The Who – Endless Wire




The Who – Endless Wire


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals
Pete Townshend – guitars, vocals, bass guitar, drums, piano, keyboards, violin, banjo, mandolin, drum machine


Gastmusiker:

Lawrence Ball – electronic music on "Fragments"
Ellen Blair – viola on "Trilby's Piano"
John "Rabbit" Bundrick – Hammond organ, backing vocals
Jolyon Dixon – acoustic guitar on "It's Not Enough"
Rachel Fuller – keyboards on "It's Not Enough", orchestration supervisor on "Trilby's Piano"
Peter Huntington – drums
Gill Morley – violin on "Trilby's Piano"
Vicky Matthews – cello on "Trilby's Piano"
Billy Nicholls – backing vocals
Pino Palladino – bass guitar
Stuart Ross – bass guitar on "It's Not Enough"
Zak Starkey – drums on "Black Widow's Eyes"
Simon Townshend – backing vocals
Brian Wright – violin on "Trilby's Piano"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock


Trackliste:

1. Fragments (3:57)
2. A Man In A Purple Dress (4:15)
3. Mike Post Theme (4:28)
4. In The Ether (3:35)
5. Black Widow's Eyes (3:07)
6. Two Thousand Years (2:50)
7. God Speaks, Of Marty Robbins (3:26)
8. It's Not Enough (4:02)
9. You Stand By Me (1:36)
10. Sound Round (1:21)
11. Pick Up The Peace (1:28)
12. Unholy Trinity (2:07)
13. Trilby's Piano (2:04)
14. Endless Wire (1:51)
15. Fragments Of Fragments (2:23)
16. We Got A Hit (1:18)
17. They Make My Dream Come True (1:13)
18. Mirror Door (4:14)
19. Tea & Theatre (3:26)

Gesamtspieldauer: 52:50




Was war die Aufregung groß im Oktober 2006, als The Who ihr bereits lange angekündigtes und immer wieder verschobenes elftes Studio-Album mit dem Titel „Endless Wire“ veröffentlichten – und das 24 Jahre nach ihrem letzten Werk „It’s Hard“. The Who, das waren inzwischen lediglich noch Pete Townshend und Roger Daltrey, da John Entwistle im Alter von 57 Jahren im Zimmer 658 des Hard Rock Hotels und Casinos in Las Vegas, am 27 Juni 2002 an einem Herzinfarkt verstorben war – einen Tag bevor die neue The Who Tour in den USA starten sollte. Nun so groß die „Aufregung“ im Oktober 2006 dann auch war, so unterschiedlich fielen auch die Meinungen über dieses Album aus. Jedoch, man kann es drehen und wenden wie man möchte, aber auch hier liegt die Wahrheit wohl wieder einmal irgendwo in der Mitte.

Pete Townshend hat The Who im neuen Jahrtausend nicht neu erfunden. Ganz im Gegenteil sogar, das Album klingt eindeutig nach den Who und so manches klingt auch irgendwie bereits bekannt. Wer also viele neue Ideen erwartet hatte, der durfte schon mal enttäuscht worden sein. Genau so waren das jene Fans, die The Who gerade für ihre härteren Lieder schätzten. „Endless Wire“ ist allerdings eher eine ruhigere Scheibe. Gerockt wird zwar auch, doch der akustischen Gitarre kommt auf dem Album eine sehr große Rolle zu. Manchmal klingt das fast schon ein wenig folkig. Sicherlich hat sich Roger Daltreys Stimme ein wenig verändert, er ist eben auch älter geworden. Dass er deswegen jedoch nicht mehr singen könnte, diese Aussage darf man getrost ins Reich der Fabel verweisen. Das klingt immer noch satt und voll, was Roger Daltrey hier bietet. Etwas überrascht lässt einen diesbezüglich nur der Titel „In The Ether“ zurück. Da singt er sehr kehlig und gurgelnd, gerade so, als ob er gerade eine Mischung aus Louis Armstrong und Tom Waits wäre. Das klingt zugegebenermaßen äußerst gewöhnungsbedürftig.

Das war es jedoch auch schon. Die Platte ist ansonsten gut. Man hört auf „Endless Wire“ The Who, bei denen zwar zugegebenermaßen einige Ideen früherer Platten von Pete Townshend recycelt wurden, trotzdem macht die Scheibe Spaß. Das liegt am Material selbst, was durchaus ins Ohr geht. Vieles auf „Endless Wire“ ist überaus melodisch und harmonisch gehalten. Meist sanft zwar, deswegen jedoch nicht weniger überzeugend. Aber es gibt eben auch die rockigen Abschnitte, die dann auch durchaus grooven können. Ab Titel 10, „Sound Round“, handelt es sich bei der Musik auf „Endless Wire“ übrigens um die „Mini-Oper“ „Wire & Glass“. Aber hier sollte ich wohl besser „Mini-Rock-Oper“ schreiben, denn die Musik unterscheidet sich keineswegs von den ersten neun Titel. Okay, kürzer sind sie, die Lieder, ansonsten jedoch im selben Stil gehalten, wie der Anfang der Platte: Oftmals ruhig und akustisch – jedoch nicht nur. Dafür aber immer sehr melodiös.

Fazit: Mit gefällt „Endless Wire“, ich habe allerdings kein zweites „Who’s Next“ erwartet. Die Musik klingt nach The Who, ist immer sehr melodiös, oftmals sanft, gefühlvoll, nachdenklich klingend. Roger Daltrey singt noch gut, genauso wie Pete Townshend, der ebenfalls bei einigen Liedern am Mikrophon steht. Manches auf „Endless Wire“ erinnert freilich auch an frühere Alben. Sei’s drum, denn man könnte dazu auch feststellen: The Who bleiben eben ihrem Stil treu – nur eben sanfter. Kann man durchaus auch so sehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Man In A Purple Dress, You Stand By Me, Trilby's Piano



Mittwoch, 17. Juni 2015

Michael Jackson – Bad




Michael Jackson – Bad


Besetzung:

Michael Jackson – vocals, vocal arrangement, rhythm arrangement


Gastmusiker:

Siedah Garrett – background vocals
The Winans and The Andraé Crouch Choir – background vocals
Nathan East – bass guitar
Jimmy Smith – hammond organ
Greg Phillinganes – synthesizer
John Robinson – drums
Miko Brando – drums
Ollie E. Brown – drums
N'dugu Chancler – drums
Bill Bottrell – drums, guitar
Bruce Swedien – drums
Douglas Getschal – drum programming
David Williams – guitar
Eric Gale – guitar
Danny Hull – guitar
Steve Stevens – guitar
Dann Huff – guitar
Michael Landau – guitar
Paul Jackson, Jr. – guitar
Gary Grant – trumpet
Jerry Hey – trumpet
Paulinho da Costa – percussion
Ollie E. Brown – percussion
Stefan Stefanovic – keyboards
Kim Hutchcroft – saxophone
Larry Williams – saxophone
Christopher Currell – synclavier keyboards, digital guitar and rubboard
John Barnes – synthesizer
Michael Boddicker – synthesizer
Greg Phillinganes – synthesizer
Christopher Currell – synthesizer, rhythm arrangement
Rhett Lawrence – synthesizer
David Paich – synthesizer
John Barnes – piano
Quincy Jones – rhythm arrangement
Jerry Hey – horn arrangement
Larry Williams – synthesizer programming
Eric Persing – synthesizer programming
Steve Porcaro – synthesizer programming
Larry Williams – midi saxophone solo


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Funk, Disco, Pop, Rock


Trackliste:

1. Bad (4:07)
2. The Way You Make Me Feel (4:58)
3. Speed Demon (4:01)
4. Liberian Girl (3:53)
5. Just Good Friends (4:07)
6. Another Part Of Me (3:54)
7. Man In The Mirror (5:19)
8. I Just Can't Stop Loving You (4:12)
9. Dirty Diana (4:41)
10. Smooth Criminal (4:17)
11. Leave Me Alone (4:40


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

12. Voice-Over Intro Quincy Jones Interview # 1 (4:03)
13. Streetwalker (5:49)
14. Voice-Over Intro Quincy Jones Interview #2 (2:53)
15. Todo Mi Amor Eres Tu (I Just Can't Stop Loving You) (4:05)
16. Quincy Jones Interview #3 (2:30)
17. Voice-Over Intro 'Fly Away' (0:08)
18. Fly Away (3:26)

Gesamtspieldauer: 1:11:11




„Bad“ heißt das siebte Studio-Album des Michael Jackson und es erschien knapp fünf Jahre nach seinem Album „Thriller“, der bisher erfolgreichsten Scheibe aller Zeiten. Mir will es manchmal einfach nicht in den Kopf, wie ein Musiker wie Michael Jackson solch ein geniales Lied wie „Dirty Diana“ schreiben kann und auf dem gleichen Album solch eine Nummer wie „Speed Demon“ zu veröffentlichen fähig ist. Er hat beide Lieder wirklich selbst geschrieben – kaum zu glauben, bei solcher Divergenz. „Dirty Diana“ ist ein umwerfend guter Rocktitel, kraftvoll mit tollem Gitarrensolo. Eingängig und rhythmisch treibend. „Speed Demon“ ist dagegen, nun, was ist das eigentlich? Irgendwie eine Funk-Disco-Nummer, vor der es sich wahrlich lohnt Reißaus zu nehmen.

Nun funky wird es einige Male auf dieser Scheibe. Bestes Beispiel ist da wohl das Duett Michael Jacksons mit Stevie Wonder. Da benötigt man starke Nerven für, sehr viele sogar. Fast noch unerträglicher klingt Michael Jackson jedoch, wenn die Musik und sein Gesang sowie – zur Krönung – auch noch der Text in den allertiefsten Schmalz abdriftet. Nun, so ein Liedtitel wie „I Just Can't Stop Loving You“ bereitet einen zumindest schon mal innerlich auf das Kommende vor und man kann Vorsichtsmaßnahmen in Form der Fernbedienung ganz nah bei sich deponieren, um ganz schnell die Skip-Taste betätigen zu können.

Es gibt noch weitere „dunkle“ Momente für den Rocker auf „Bad“, solch einen schönen, wie beim Titel „Dirty Diana“, allerdings leider nicht mehr. Jedoch finden sich wenigstens noch ein paar Lieder auf „Bad“, die zumindest anhörbar sind. Das wäre zum Beispiel der Titelsong „Bad“ selbst. Ebenfalls eine funkige Nummer, allerdings ausgestattet mit einer durchaus eingängigen Melodie und sogar etwas rockig. Auch noch gelungen ist die Nummer „Smooth Criminal“, was ebenfalls eindeutig an deren Melodiösität liegt. Stilistisch liegt das Lied im Grenzbereich zwischen Pop, Funk und Rock angesiedelt. „Leave Me Alone“, die letzte Nummer der Scheibe, die übrigens ursprünglich weder auf der Schallplatten- noch der Kassetten-Ausgabe des Albums vorhanden war, um den Umsatz der CD anzukurbeln, ist noch ein wenig poppiger, geht ebenfalls durchaus zügig ins Ohr.

Auf der Special Bonus Edition aus dem Jahr 2001 sind dann noch drei Lieder enthalten, neben einem, zwischen diese Titel geschnittenen Interview mit dem Produzenten des Albums Quincy Jones. Nun hier zeigt sich, dass es auch nichts bringt, wenn man ein schlechtes Lied auf Spanisch und nicht auf Englisch singt. Die spanische Version von „I Just Can't Stop Loving You“ mit dem Titel „Todo Mi Amor Eres Tu“ ist wenig überaschenderweise für den Rock-Freund genauso wenig erträglich. Dazu kommen noch zwei Zugaben, die mir die Laune beim Hören der Scheibe auch nicht verbessern können – eher im Gegenteil.

Fazit: Wenn die Platte nur aus solch Liedern wie „Dirty Diana“ bestehen würde, würde ich diese mit Sicherheit oft auflegen und hier auch hoch bewerten. Das ist allerdings nicht der Fall. Für mich ist es fast unmöglich, eine Michael Jackson Scheibe durchzuhören. Zuviel darauf bereit mir Schmerzen. Doch, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und das Album wurde bereits viele Millionen Mal verkauft. Ich irre also ganz bestimmt. Trotzdem. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Dirty Diana