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Samstag, 5. Januar 2013

Bernd Kistenmacher - Let It Out!




Bernd Kistenmacher - Let It Out!


Label: MirRecords


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Let it Out ! (41:08)
2. Compressed Fluid (Bonustrack) (19:58)

Gesamtspieldauer: 1:01:06




Gerade geht in Kalifornien die Sonne unter. Irgendwo da hinterm Golden Gate versinkt der Feuerball im Meer. Der Himmel gleicht einem rot-orangenem-rosa Farbenmeer. Wunderschön zum Ansehen, zum Träumen, zum gedanklichen Abdriften….und dazu diese beeindruckende neue Platte des Berliners Bernd Kistenmacher. Ein Soundtrack dieses Augenblicks. “Let it out!” heißt das Album, ein Klangspiel der besonderen Art. Farbenfroh, tief, ein Eintauchen in eine musikalische Welt, die mich an die frühen Werke von Jean Michel Jarre, an Klaus Schulze, an Deuter erinnern.

Kistenmacher macht keine Musik, er ist kein Handwerker, kein Techniker, der hier das und dann das aufeinander und übereinander stülpt, um am Ende ein Lied am Synthesizer zusammen gewurstelt zu haben. Für mich, so scheint es mir, arbeitet er vielmehr wie ein Maler, der da sitzt, das abendliche Farbenspiel am Himmel betrachtet und den Pinsel über die leere Leinwand fahren läßt. So stelle ich mir das vor….Bernd Kistenmacher im Studio und irgendwie passiert es. Da entstehen Klanglandschaften, werden musikalische Ideen verfolgt, da taucht man ein in diese Welt aus Sounds und monumentalen Klangerlebnissen. Ich weiß, ich übertreibe….und doch, das 41:11 Minuten lange “Let it out!” ist bewegend, entrückend, aufwühlend, persönlich, nahegehend. Nichts für eine schnelle Welt, es ist ein Stück zum Verweilen. Ein grandioses Werk und sehr, sehr empfehlenswert.

Samstag, 10. März 2012

Bernd Kistenmacher - Antimatter





Bernd Kistenmacher - Antimatter



Beim klangvollen Namen Adalbert von Deyen kann man sich gut und gerne verquastete und auch verwegene elektronische Musik vorstellen. Irgendwie hat der Klang dieses Namens schon was. Aber ja, ein Musiker mit Namen Klaus Schulze würde schon alleine deshalb bei DSDS durchfallen, ganz zu schweigen davon, dass solche Banausen in dieser Jury eine klangliche Überwelt eines KS gar nicht erfassen könnten.

Und nun liegt da die Platte “Antimatter” von Bernd Kistenmacher vor mir. Ein Name, der auch auf dem Klingelschild im Nachbarhaus meiner Eltern stehen könnte. “Guten Morgen Herr Kistenmacher”. Ok, genug abgeschweift. “Antimatter” ist ein brillantes, phänomenales, phantastisches, geniales, einzigartiges Meisterwerk. Ich könnte noch weiter ausholen, aber ich glaube, der werte Leser dieser Zeilen versteht, was ich meine. Ja, es ist eine Aufforderung, sich diese Platte zu besorgen, sich hinzusetzen und ganz konzentriert und bei allen Sinnen diesem Album zu lauschen. Es eröffnet sich eine wunderbare Klangreise in die sphärischen elektronischen Musikwelten.

“Antimatter” ist der letze Part einer Trilogie, die Kistenmacher selbst “Trilogy of the Universe” nennt. Am Anfang stand “Celestial Movements”, danach folgte “Beyond the deep” und nun zum Abschluß “Antimatter”. Ich weiß nicht, was es ist, dass aus Deutschland immer wieder einzigartige elektronische Musiker kommen, die einen in andere Klangwelten ziehen. Bernd Kistenmacher schafft das, er eröffnet einem ein Soundbuch, Seite für Seite, Song für Song werden Geschichten erzählt, die einen als Hörer tiefer in diese gewaltigen Klanglandschaften ziehen. “Antimatter” wurde vor kurzem veröffentlicht, ein wirklich phänomenales Album für jeden, der von Musik nicht nur bedüdelt werden will.