Mittwoch, 15. Februar 2017

Lacrimosa – Satura




Lacrimosa – Satura


Besetzung:

Tilo Wolff – Gesang & alle übrigen Instrumente


Gastmusiker:

Sebastian Hausmann – Gitarre & Bass
Philippe Alioth – Programming
Sabina Rehmann – Violine
Natascha Pickel – Babymonolog


Label: Hall Of Sermon


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Gothic Rock


Trackliste:

1. Satura (9:24)
2. Erinnerung (6:39)
3. Crucifixio (6:24)
4. Versuchung (8:39)
5. Das Schweigen (8:04)
6. Flamme im Wind (10:31)

Gesamtspieldauer: 49:44



„Satura“ heißt das zweite Studioalbum von Lacrimosa, diesem Musikprojekt des Tilo Wolff. 1993 erschien die Platte auf dem bandeigenen Label „Hall Of Sermon“, zu einer Zeit, als Lacrimosa wirklich noch quasi das Ein-Mann-Projekt des Tilo Wolff war. Erst nach der Veröffentlichung dieses Albums stieß nun auch die Finnin Anne Nurmi zu Lacrimosa und wurde zum festen Bandmitglied.

Zu hören ist auf „Satura“ ein musikalischer Stil, angesiedelt irgendwo zwischen Gothic Rock und der sogenannten „Neuen Deutschen Todeskunst“. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich in tiefe, weite und traurige Synthesizer-Klanglandschaften auch zum Teil harte und aggressive E-Gitarren eingraben. Über allem schwebt ein Duft des Maroden, der Traurigkeit bis hin zur Verzweiflung. Dabei sind die ausgedehnten Stücke immer überaus melodiös und gehen schnell ins Ohr. Lange, intensive Synthesizer-Klanglandschaften wechseln sich auf „Satura“ mit Rock-Elementen ab und dazu gibt es einen Gesang zu hören, der hier noch immer Deutsch eingesungen wurde und mal nach Bass, dann wieder wie ein Choral klingt und schließlich zum Teil sogar so eingesungen wurde, dass man meint Gollum säße vor dem Mikrophon.

Auch dies trägt durchaus zur Abwechslung auf „Satura“ bei. Die schönsten Momente des Albums befinden sich an dessen Anfang mit dem Titellied „Satura“ und dessen Ende mit den Nummern „Das Schweigen“ und „Flamme im Wind“. Hier erklingt die Musik von Lacrimosa noch ein wenig intensiver und packender, geht dabei ohne Umwege ins Ohr und bleibt im Falle von „Flamme im Wind“ auch durchaus länger hängen. Gerade dieses letzte Lied, aufgebaut aus mehreren, unterschiedlichen Abschnitten, präsentiert die Atmosphäre der Lieder von Lacrimosa auf „Satura“ dabei sehr gut. Alle Ingredienzien der Musik des Tilo Wolff sind hier sehr überzeugend aneinandergereiht. Der Höhepunkt des Albums.

Fazit: „Satura“ von Lacrimosa ist eine schöne Platte geworden, zumindest wenn einem so ein kleiner Hang zum Melancholischen bis hin zum Maroden innewohnt und man darin nicht in unendliche Tiefen versinkt. „Lacrimosa“ bedeutet „tränenreich“ und das trifft die vorherrschende Stimmung auf dem Album sehr passend. Lustig oder fröhlich geht es hier niemals zu und so hört sich die Musik von Lacrimosa auch niemals an. Dunkel und düster ist die Atmosphäre, die hier verbreitet wird, dabei jedoch durchaus auch eingängig und größtenteils weich. Interessant ist das in jedem Fall. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Satura, Das Schweigen, Flamme im Wind