Samstag, 21. Februar 2015

Jethro Tull – Stormwatch




Jethro Tull – Stormwatch


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, flute, acoustic guitar, bass guitar
Martin Barre – electric guitar, mandolin, classical guitar
Barriemore Barlow – drums, percussion
John Evan – piano, organ
David Palmer – synthesizers, portable organ and orchestral arrangements
John Glascock – bass guitar


Gastmusiker:

Francis Wilson – spoken voice on track 8
Dave Pegg – bass guitar on bonus tracks 13 and 14


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. North Sea Oil (3:12)
2. Orion (3:58)
3. Home (2:46)
4. Dark Ages (9:13)
5. Warm Sporran (3:33)
6. Something's On The Move (4:27)
7. Old Ghosts (4:23)
8. Dun Ringill (2:41)
9. Flying Dutchman (7:46)
10. Elegy (3:38)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

11. A Stitch In Time (3:40)
12. Crossword (3:38)
13. Kelpie (3:37)
14. King Henry's Madrigal (2:59)

Gesamtspieldauer: 59:37



„Stormwatch“ stellt das letzte Album der sogenannten „Folk-Phase“ von Jethro Tull dar, welche noch die Platten „Songs From The Wood“ und „Heavy Horses“ umfasst. 1979 wurde die Scheibe veröffentlicht und stellt gleichzeitig noch einen anderen Abschluss dar, denn das klassische Line-Up der 70er Jahre von Jethro Tull spielte hier letztmals zusammen. John Evan und David Palmer verließen die Band nach der Fertigstellung des Albums. Ian Anderson ersetzte sie einfach. Bassist John Glascock ist auf „Stromwatch” nur noch bei drei Titeln zu hören, nämlich bei „Orion”, „Flying Dutchman” und „Elegy”. John Glascock war aufgrund eines angeborenen Herzfehlers schwer erkrankt und gesundheitlich nicht mehr in der Lage, sich mehr in die Entstehung der Platte einzubringen. Auf den anderen Titeln ist es dann Ian Anderson selbst, der am Bass zu hören ist. Das Album wurde im September 1979 veröffentlicht und John Glascock verstarb im November desselben Jahres aufgrund einer Infektion, welche sein angeschlagenes Herz weiter geschwächt hatte. Der Tod Glascocks begründete schließlich, dass Schlagzeuger Barriemore Barlow eine Depression entwickelte und schließlich ebenfalls die Band verließ.

So viel zu den Veränderungen nach der Veröffentlichung von „Stormwatch“. Die Platte selbst ist dabei überaus hörenswert. Inhaltlich werden Themen wie Natur und Geld von Ian Anderson abgearbeitet. Alles auf „Stromwatch“ wirkt harmonisch und melodiös. Eine Scheibe, die rundherum einfach Spaß macht. Und dieses Mal stimmt sie sogar am ehesten, diese Überschrift „Progressive Folk Rock“. Dabei ist die Platte angefüllt mit Ohrwürmern, die sich so schnell nicht mehr aus dem Ohr des Hörers verabschieden. „North Sea Oil“, „Orion“, „Dark Ages”, „Old Ghosts” sowie „Dun Ringill” sind dabei für mich die Favoriten. Der Charakter des Progressive Rock tritt dabei am deutlichsten bei der Nummer „Dark Ages“ zu Tage und dies nicht nur, wegen einer für progressive Rock Stücke oftmals typische Laufzeit von über neun Minuten. Aus mehreren Teilen ist die Nummer zusammengesetzt, die mal gemächlich dahingleiten, um kurze Zeit später wieder deutlich an Fahrt aufzunehmen. So macht Musik einfach Spaß und ist spannend. Mit „Warm Sporan“ und „Elegy“ sind auch zwei Instrumentalstücke auf der Platte enthalten, die das musikalische Bild des Albums noch zusätzlich abrunden.

Ausfälle gibt es auf „Stormwatch“ ebenfalls keine zu beklagen, alles hat seine Qualität und wirkt. Im Grunde genommen hätte ich auch alle anderen Lieder als meine Favoriten outen können, denn die Unterschiede sind hier wirklich lediglich marginal. Dies gilt ebenfalls für die Zugaben der remasterten Version, die ohne Qualitätsverlust eine sehr schöne Ausweitung der Platte darstellen. Eines muss noch aufgeklärt werden. Es kursiert immer wieder das Gerücht, dass der ursprünglich letzte Titel „Elegy“ John Glascock gewidmet wäre. Dies stimmt nicht, denn der Titel gilt David Palmers Vater. Außerdem ist „Elegy“ eben auch eine jener drei Nummern des Albums, die John Glascock noch mit einspielen konnte.

Fazit: Eindeutig Musik von Jethro Tull. Die einzelnen Lieder sind allesamt sehr melodiös, manche ein wenig rockiger, andere eher nachdenklich gehalten. Allen gemein ist auf jeden Fall, dass diese ins Ohr gehen und dort auch wirken. Wer Jethro Tull Musik mag, müsste auch mit dieser Scheibe sehr gut klarkommen und wem die früheren Alben der Band zu verspielt waren, die oder der sollte sich mal „Stormwatch“ geben. Falsch machen kann man da nichts. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dark Ages, Old Ghosts, Dun Ringill