Donnerstag, 7. Juni 2012

Opeth – Damnation





Opeth – Damnation


Besetzung:

Michael Åkerfeldt – vocals, guitars
Martin Lopez – drums and percussion
Peter Lindgren – guitars
Martin Mendez – bass guitars


Gastmusiker:

Steven Wilson – grand piano, mellotron, fender rhoades, backing vocals


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Windowpane (7:44)
2. In My Time Of Need (5:50)
3. Death Whispered A Lullaby (5:50)
4. Closure (5:16)
5. Hope Leaves (4:30)
6. To Rid The Disease (6:21)
7. Ending Credits (3:39)
8. Weakness (4:09)



Von Opeth ist man eigentlich harte Töne gewöhnt - meist sogar die ganz harten. Völlig anders präsentiert sich die Band aus Schweden jedoch auf ihrem 2003 veröffentlichten Album „Damnation“. Hier gibt es kein „Growling“ mehr zu hören, hier wird das Thema „Metal“ noch nicht einmal mehr gestreift. Dafür gibt es auf „Damnation“ jede Menge „stillere“ beziehungsweise ruhigere Momente zu kosten ohne, dass das Album allerdings auch nur einen Moment Gefahr läuft seicht oder schnulzig zu klingen. Ganz im Gegenteil, „Damnation“ packt einen vom ersten Ton an, tischt dem Hörer wunderschöne Melodien auf und variiert diese in Harmonie, Rhythmus und Tempo, sodass die Platte immer wieder auch in der progressiven Rockecke anzusiedeln ist. Das alles mag nicht weiter verwundern, da sich Steven Wilson, der Frontmann von Porcupine Tree, neben Opeth als Co-Produzent des Albums ausweist und die Platte auch abmischte. Die Musik stammt aus der Feder von Sänger und Gitarrist Michael Åkerfeldt, genau wie die Texte. Nur bei „Death Whispered A Lullaby“ steuerte Steven Wilson selbst die Lyrics hinzu.

Die Musik auf „Damnation“ ist überaus eingängig, ohne dabei platt zu wirken. Der Hörer wird umspielt mit wunderschönen Melodien, kann sich von Taktwechseln überraschen lassen oder aber in einen breiten Mellotron-Teppich eintauchen. All das wird auf „Damnation“ geboten, nur die Head-Banging-Fraktion kommt auf dieser Scheibe, wie bereits erwähnt, nicht zu ihrem Recht. In keinem einzigen Moment.

Einzelne Lieder aus diesem Werk herauszuheben würde den anderen, dann nicht erwähnten Songs, nicht mehr gerecht werden, denn Ausfälle gibt es auf der Platte nicht wirklich. Lediglich die letzten beiden Stücke, von denen „Ending Credits“ ein Instrumentalstück ist, kommen nicht ganz an die Klasse der ersten sechs Stücke heran – ohne dabei jedoch schlecht zu sein, vielleicht nur etwas langweiliger, irgendwie nicht ganz so einnehmend. Sonst passt alles zusammen, jeder Song hat sein „gewisses Etwas“ und weiß auf seine Art und Weise zu gefallen. Und so erzeugt „Damnation“ beim Hörer eine süße Melancholie, die ihre Kraft nicht nur an kühlen Novembertagen entfalten kann.

Fazit: Ein richtig überzeugendes Album ist der schwedischen Heavy Metal Band mit Hilfe des Briten Steven Wilson hier gelungen – auch wenn hier nichts nach Heavy Metal klingt. „Damnation“ klingt dagegen immer wieder progressiv, ohne dabei retro zu sein. „Damnation“ klingt immer wieder progressiv, ohne dabei zu verspielt oder „frickelig“ zu sein. „Damnation“ klingt immer wieder progressiv und das richtig gut. Ähnlichkeiten im Sound zu Porcupine Tree oder Steven Wilson Solo sind nicht zu überhören. Hier passen die Vergleiche allerdings immer nur zu den ruhigeren Stücken. Und wer mit dieser Musik ohne die „Metal-Anteile“ etwas anfangen kann, der wird mit „Damnation“ von Opeth bestens unterhalten werden. Eines der guten Alben des Jahres 2003. Elf Punkte.

Anspieltipps: Windowpane, To Rid The Disease - sowie die anderen sechs Titel.