Samstag, 16. April 2016

Lynyrd Skynyrd – Gold & Platinum




Lynyrd Skynyrd – Gold & Platinum


Besetzung:

Ronnie Van Zant – vocals
Gary Rossington – guitars
Allen Collins – guitars
Ed King – guitars, bass
Billy Powell – keyboards
Bob Burns – drums
Leon Wilkeson – bass
Artimus Pyle – drums, percussion


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Southern Rock


Trackliste:

LP/CD1:

1. Down South Jukin' (2:12)
2. Saturday Night Special (5:08)
3. Gimme Three Steps (Live) (5:00)
4. What's Your Name (3:31)
5. You Got That Right (3:46)
6. Gimme Back My Bullets (3:28)
7. Sweet Home Alabama (4:44)
8. Free Bird (Live) (14:10)


LP/CD2:

1. That Smell (5:47)
2. On the Hunt (5:25)
3. I Ain't The One (Live) (3:17)
4. Whiskey Rock-A-Roller (4:23)
5. Simple Man (5:57)
6. I Know A Little (3:28)
7. Tuesday's Gone (7:32)
8. Comin' Home (5:30)

Gesamtspieldauer: 84:09



Um etwas mit dieser Kompilation von Lynyrd Skynyrd anfangen zu können schadet es wahrlich nicht, auch im Southern Rock seine musikalische Heimat zu haben. Jedoch befindet sich auf „Gold & Platinum“ auch etwas für den Rockfreund, der sich vielleicht der rockigen Unterhaltungsmusik eher von der britischen Seite her nähert. Diese Zusammenstellung ist, genau wie die Musik von Lynyrd Skynyrd allgemein, sehr vielschichtig. „Gold & Platinum“ wurde etwas über zwei Jahre nach dem fatalen Flugzeugabsturz, bei dem unter anderem Sänger Ronnie Van Zant tödlich verunglückte, im Dezember 1979 auf MCA Records veröffentlicht.

Zu hören ist hier eine Art „Best Of…“-Album, das Zweite im Übrigen, auf dem sich mit „Gimme Three Steps“, „Free Bird“ und „I Ain't The One“ auch drei Live-Versionen von Liedern befinden. Neben einer ganzen Reihe von Titeln, bei denen man unbedingt dieses US-amerikanische-Südstaaten-Rock’n’Roll-Gen besitzen sollte, um davon begeistert zu werden, befinden sich auch fünf wahrlich mitreißende Titel unter diesen insgesamt sechszehn Liedern. Zuerst zu nennen ist da natürlich das wohl bekannteste Lied von Lynyrd Skynyrd, „Sweet Home Alabama“. Dieser Titel ist ein, wenn nicht der Klassiker des Southern Rock, der Neil Young immer in den Ohren klingen wird, wurde es doch nur geschrieben als Antwort auf die Neil Young Titel „Southern Man“ und „Alabama“. Nun, die Nummer geht ins Ohr, groovt herrlich und ist ein echter Ohrwurm, denn so ganz bekommt man das Lied danach nie wieder aus den Ohren.

Ebenfalls sehr gelungen ist „Simple Man“. Ein ruhiges, melodiöses und Gitarren-lastiges Stück. Sehr eingängig, genau wie letzten beiden Nummern des Albums „Tuesday's Gone“ und „Comin' Home“. Wenn die Band immer so geklungen hätte, würde niemals jemand davon sprechen, dass Lynyrd Skynyrd „Southern Rock“ machen würden, denn das klingt nun alles deutlich weniger amerikanisch. Bei beiden Liedern, beide wieder eher langsam gehalten, macht es auch das Zusammenspiel von Piano und Gitarre aus, welches die Stücke so gelungen werden lässt. Wirklich sehr beeindruckend.

Und beeindruckend ist auch, die über vierzehnminütige Version des Stücks „Free Bird“, die ursprünglich das Ende der zweiten Seite der ersten Platte zierte. „Free Bird“ wurde, wie bereits erwähnt, live eingespielt und hält alles bereit, was man sich als Freund guter Rock-Musik wünscht. Hier gibt es die eingängigen langsamen und melodischen Passagen, genau wie die rockigen und treibenden Abschnitte. Und dann wird einem bei diesem Lied, die letzten siebeneinhalb Minuten, ein wahres Gitarrengewitter geschenkt. Ein unfassbar gutes Gitarrensolo, welches einfach mitreißt. Die Gitarristen der Band spielen sich hier gegenseitig die Bälle beziehungsweise Akkorde zu, dass einem das Herz aufgeht. Ganz bestimmt eines der besten live eingespielten Gitarrensoli überhaupt. Absolut begeisternd.

Fazit: Wenn ich ehrlich bin, so langweilt mich dieser Southern Rock zum allergrößten Teil, diese Nummern grooven zwar, gehen dafür allerdings nicht allzu gut ins Ohr. Gitarristen selbst sehen das jedoch meistens anders. Lynyrd Skynyrd waren und sind zum großen Teil und vor allem auch in den USA erfolgreich, deutlich weniger in Europa. Aber mit den fünf hier genannten Liedern können sie auch Menschen beeindrucken und begeistern, die auf deutlich andere Rock-Ausprägungen stehen als jenen Südstaaten-Rock. Alleine für die hier enthaltene Version des Titels „Free Bird“ lohnt sich dieses Kompilationsalbum uneingeschränkt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sweet Home Alabama, Free Bird, Simple Man, Tuesday's Gone, Comin' Home