Mittwoch, 31. Oktober 2018

Pain Of Salvation – The Perfect Element Pt. 1




Pain Of Salvation – The Perfect Element Pt. 1


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar
Kristoffer Gildenlöw – bass, backing vocals
Johan Hallgren – guitar, backing vocals
Fredrik Hermansson – keyboards, steinway and samples
Johan Langell – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Mihai Cucu – strings
Camilla Andersson – strings
Petter Axelsson – strings
Gretel Gradén – strings
Johnny Björk – strings


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Used (5:23)
2. In The Flesh (8:36)
3. Ashes (4:28)
4. Morning On Earth (4:34)
5. Idioglossia (8:29)
6. Her Voices (7:56)
7. Dedication (4:00)
8. King Of Loss (9:46)
9. Reconciliation (4:24)
10. Song For The Innocent (3:02)
11. Falling (1:50)
12. The Perfect Element (10:09)

Gesamtspieldauer: 1:12:42



„The Perfect Element Pt. 1“ heißt das dritte Studio-Album der schwedischen Progressive Metal Band Pain Of Salvation. Das Album wurde am 31. Oktober 2000 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und ist wieder ein Konzeptalbum der Schweden, welches sich dieses Mal mit der Entwicklung des Menschen beschäftigt, insbesondere mit den Ereignissen in der Kindheit und der Jugend. Es ist das erste Teil eines geplanten dreiteiligen Konzepts. „The Perfect Element Pt. II“ wurde im Jahr 2007 unter dem Titel „Scarsick“ in Form des sechsten Studio-Albums veröffentlicht.

Die Musik auf „The Perfect Element Pt. 1“ ist abwechslungsreicher Progressive Metal, der auch ganz gut ins Ohr geht. Die Musik klingt, Daniel Gildenlöw ist neben einem guten Gitarristen auch ein guter Sänger. All dies überzeugt durchaus auf der Platte, trotzdem hinterlässt das alles keinen bleibenden Eindruck, da die Musik der fünf Schweden einfach zu „ähnlich“ klingt. Irgendwie glaubt man das alles schon mal von Dream Theater, Queensrӱche oder Kaipa gehört zu haben. Hat man zwar nicht, eigenständig klingt die Musik von Pain Of Salvation auf „The Perfect Element Pt. 1“ allerdings trotzdem nicht. Das Besondere fehlt und damit auch die Nachhaltigkeit – und dies alles, obwohl die Musik beim Rock-Freund durchaus landen kann. Mal rockiger, mal sanfter, mal lauter, mal leiser sind die Lieder gehalten, die aus mehreren Teilen aufgebaut sind und bei denen niemals Langweile aufkommt und es einiges zu entdecken gibt.

Es gibt kein schlechtes Lied, keinen Ausfall auf dem Album. Die Höhepunkte sind in meinen Ohren das etwas sanftere, sehr eingängige und an manchen Stellen fast schon bombastische „Ashes“ und die Nummer „Her Voices“, ein Lied, welches ebenso sanft beginnt, sich im weiteren Verlauf jedoch immer weiter steigert. Das sind zwei Nummern, die auch länger wirken. Der Rest ist durchaus ebenfalls nett und gut geraten, doch dieser richtige Funke, der mag irgendwie nicht überspringen – zumindest nicht bei mir.

Fazit: „The Perfect Element Pt. 1“, das dritte Studio-Album der schwedischen Band Pain Of Salvation, ist durchaus ein gelungenes Progressive Metal Album geworden. Die Lieder sind abwechslungsreich und gehen ins Ohr. Leider nur verbleiben sie dort nicht allzu lange, was das Ganze immer zu einem kurzen Erlebnis werden lässt, an welches man sich bald nicht mehr erinnert. Das liegt daran, dass das Außergewöhnliche und Besondere einfach auf dieser Platte fehlt und man alles schon mal gehört zu haben glaubt. Trotzdem bestimmt kein schlechtes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ashes, Her Voices



Dienstag, 30. Oktober 2018

Razorlight – Olympus Sleeping




Razorlight – Olympus Sleeping


Besetzung:

Johnny Borrell – vocals, guitars, bass, synthesizer, keyboards and percussion
David Ellos – guitars, backing vocals, bass, drums and mellotron
Martin Chambers – drums


Gastmusiker:

Adam Green – voice abd sound effects on intro
Diane Birch – backing vocals and additional vocal arrangements
Alex Reeves – drums on „Sorry“ and „City Of Women“, additional drums on „Carry Yourself“
Clementine Brown – brass arrangement and synthesizer on „Brighton Pier“
Tomasso Colliva – synthesizer and celeste
Paolo Raineri – trumpet on „Brighton Pier“
Francesco Bucci – trombone on „Brighton Pier“


Label: Atlantic Culture Records


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Independent Rock, Indie Pop


Trackliste:

1. Got To Let The Good Times Back Into Your Life (3:00)
2. Razorchild (3:01)
3. Brighton Pier (2:45)
4. Good Night (1:37)
5. Carry Yourself (3:53)
6. Japanrock (3:13)
7. Midsummer Girl (2:42)
8. Iceman (2:58)
9. Sorry? (3:07)
10. Olympus Sleeping (2:49)
11. No Answers (4:02)
12. City Of Women (6:34)

Gesamtspieldauer: 39:49




Razorlight sind eine englische Indie-Rock-Band, die 2002 von deren Lead-Sänger und Gitarristen Johnny Borrell gegründet wurde, der auch das einzige ständige Mitglied von Razorlight darstellt. In den Jahren 2004 bis 2008 veröffentlichte die Band drei durchaus erfolgreiche Studioalben. Danach widmete sich Johnny Borrell anderen musikalischen Richtungen und seine Band ruhte zunächst für eine gewisse Zeit. Doch nun sind Razorlight wieder in neuer Besetzung da und veröffentlichten am 26. Oktober 2018 ihr neues und viertes Album mit dem Titel „Olympus Sleeping“, welches auf dem Label Atlantic Culture Records veröffentlicht wurde.

In einem Interview sagt Johnny Borrell über „Olympus Sleeping“: „Ich habe dieses Album mit nichts weiter im Sinn geschrieben, als der puren Freude an der Musik.“ Und genau dies scheint man auch aus jedem der zwölf Titel herauszuhören: Die Freude am Spielen und die Freude an seiner Musik. Auf „Olympus Sleeping“ hört man Indie Rock, der mitunter auch in das Genre des Pops hineinreicht und fröhlich und unbeschwert aus den Boxen herausströmt. Da macht das Zuhören jede Menge Spaß und da viele Lieder auch über einen gewissen Groove verfügen, bleiben die Füße kaum ruhig, wollen einfach im Takt mitwippen. Viele der Melodien gehen zudem bereits mit dem ersten Mal des Hörens ins Ohr und halten sich dort auch.

Die Höhepunkte des Albums sind für mich die beiden Titel „Carry Yourself“ sowie „Iceman“. Erstgenannte Nummer ist solch ein ansteckendes Gute-Laune-Lied mit Ohrwurmcharakter, welches man einmal gehört so schnell nicht mehr vergisst. „Iceman“ klingt dagegen sehr viel nachdenklicher, besitzt allerdings ebenfalls eine wunderschöne Melodie, die sich jedoch deutlich sanfter und zurückhaltender generiert und dabei nicht weniger gut festsetzt. Ausfälle gibt es allgemein keine auf diesem Album, sodass dem Hörgenuss nichts im Wege steht. Die Laufzeit des Albums ist allerdings nicht sehr üppig bemessen, wodurch das kurzweilige Hören von „Olympus Sleeping“ noch schneller vorbeizuströmen scheint.

Fazit: „Olympus Sleeping“ von Razorlight ist eine helle, fröhliche und optimistische Platte geworden. Die zehn Jahre Pause, die zwischen dem dritten und vierten Album der Band liegen, hört man den Liedern von Razorlight nicht an. Und auch wenn Johnny Borrell die Musik auf „Olympus Sleeping“ nicht neu erfindet, so bereichert er sie doch mit einem groovenden und sehr eingängigen Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Carry Yourself, Iceman



Tourdaten 2019:

06. Februar   Berlin - Heimathafen
11. Februar   München - Freiheiz
12. Februar   Köln - Kantine
13. Februar   Hamburg - Grünspan



Montag, 29. Oktober 2018

Florence And The Machine – High As Hope




Florence And The Machine – High As Hope


Besetzung:

Florence Welch – vocals, drums (1, 3, 4), percussion (1, 4, 5, 7–9), piano (3, 4, 8), additional synths (1), additional drums (2)


Gastmusiker:

Emile Haynie – synths (2–6, 8, 10), drums (1, 5, 6, 7, 10), additional synths (1, 7, 9), additional drums (2–4, 8)
Brett Shaw – Rhodes (1), synths (3, 4), programming (track 6), bass (7), additional synths (track 6, 7), additional drums (3, 4), additional percussion (8)
Thomas Bartlett – piano (1, 2, 7), Mellotron (1, 2, 4, 9), organ (2), synths (4, 7, 9), bass (5, 9), keyboards (5, 8), additional synths (8), additional piano (9)
Andrew Wyatt – bass (1, 9), piano (10), Mellotron (10), additional synths (1)
Jonathan Wilson – guitars (8), additional drums (1, 7, 8), additional guitar (2)
Rob Ackroyd – guitars (2, 5, 7), ukelele (3)
Greg Leisz – pedal steel guitar (2, 5)
Carla Azar – drums (2)
Tom Monger – harp (2, 3, 5–8, 10)
Kamasi Washington – tenor saxophone (3, 4, 8); horns arrangement (3, 4, 8)
Jamie xx – drums (4), synths (4)
James Gadson – additional drums (4)
Jasper Randall – vocal contracting (5)
Angela Parrish – backing vocals (5)
Leslie Stevens – backing vocals (5)
Sampha Sisay – piano (6)
Tobias Jesso Jr. – additional keyboards (6), piano (9)
Josh Tillman – additional guitar (8)
Nathan Willett – backing vocals (8)
Lu Lu McJunkins – cello (8)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. June (3:43)
2. Hunger (3:34)
3. South London Forever (4:22)
4. Big God (4:01)
5. Sky Full Of Song (3:45)
6. Grace (4:48)
7. Patricia (3:37)
8. 100 Years (4:58)
9. The End Of Love (4:41)
10. No Choir (2:31)

Gesamtspieldauer: 40:05



„High As Hope“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Indie-Rockband Florence And The Machine um die Musikerin und Sängerin Florence Welch. Das Album wurde am 29. Juni 2018 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Drei Singles wurden mit den Liedern „Sky Full Of Song“, „Hunger“ sowie „Patricia“ aus dem Album ausgekoppelt. Im Vereinigten Königreich und in den Billboard 200 Charts der USA kletterte die Platte bis auf Platz 2, in Deutschland erreichte sie immerhin Platz 5 der Charts.

Wer die Stimme der Florence Welch mag, die oder der wird begeistert von „High As Hope“ sein. Abwechslungsreich, überzeugend und einfach schön klingt der Gesang der Florence Leontine Mary Welch, wie sie mit vollem Namen heißt. Die zehn auf dem Album enthaltenen Lieder gehen zudem allesamt gut ins Ohr, klingen sowohl eingängig wie auch melodiös. Ausgefallenes oder gar Besonderes bekommt man auf dieser Scheibe zwar nicht zu hören, jedoch gut gemachten Pop, der immer wieder auch mal orchestral untermalt wird. Independent Pop, der weder platt, noch anbiedernd, noch langweilig klingt. Musik die unterhält, auf die man sich konzentrieren kann, die allerdings auch im Hintergrund laufen kann und dabei gerade durch den Gesang das eine oder andere Mal aufhorchen lässt.

Viele schöne Lieder, keine Ausfälle und zwei Höhepunkte bietet „High As Hope“ den Hörerinnen und Hörern. Die etwas herausstechenden Titel heißen „Big God“ und „Patricia“. Beides sehr eingängige Nummern, kleine Ohrwürmer, wobei vor allen Dingen der Titel „Big God“ auch mit jeder Menge Abwechslung aufzuwarten weiß, etwas rockig klingt, obwohl es auch hier einige orchestrale Instrumente zu hören gibt. Nicht zuletzt wiederum durch den Gesang steigert sich dieses Lied, groovt und besitzt bereits beim zweiten Mal des Hörens einen gewissen Wiedererkennungswert.


Fazit: Florence And The Machine machen keine außergewöhnliche Musik, jedoch unterhaltende. Das Außergewöhnliche ist im Falle von Florence And The Machine der Gesang der Florence Welch, der an vielen Stellen begeisternd klingt. Ansonsten befindet sich auf „High As Hope“ gut gemachter Pop, der sich mit jedem Takt eingängig und melodiös anhört. Wer keine zu komplizierte, jedoch durchaus abwechslungsreiche Musik schätzt, die vom Gesang geprägt ist, die oder der kann hier ohne zu Zögern zugreifen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Big God, Patricia



Sonntag, 28. Oktober 2018

Iron Butterfly – Heavy




Iron Butterfly – Heavy


Besetzung:

Ron Bushy – drums
Darryl DeLoach – tambourine, vocals
Doug Ingle – organ, vocals
Jerry Penrod – bass, vocals
Danny Weis – guitar


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock, Pop, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Possession (2:46)
2. Unconscious Power (2:32)
3. Get Out Of My Life, Woman (3:58)
4. Gentle As It May Seem (2:28)
5. You Can’t Win (2:41)
6. So-Lo (4:05)
7. Look For The Sun (2:14)
8. Fields Of Sun (3:12)
9. Stamped Ideas (2:08)
10. Iron Butterfly Theme (4:34)

Gesamtspieldauer: 30:43



„Iron Butterfly“, die US-amerikanische Rockband, dürfte den allermeisten wohl aufgrund ihres 1968er Hits „In-A-Gadda-Da-Vida“ bekannt sein, der den Weg zur Entwicklung von eher biederem Rock hin zu Hard Rock und Heavy Metal Musik ebnete. Die Band aus San Diego, Kalifornien, gibt es auch im Jahr 2018 immer noch, einziges verbliebenes Gründungsmitglied ist der Schlagzeuger Ron Bushy. In der Band spielten seitdem an die 50 Musiker, die sich auch Band-Mitglieder nennen durften. Es gab zahlreiche Auflösungen und erneute Neugründungen, das letzte Album wurde im Jahr 1975 veröffentlicht. Da scheint eine Band nun fast schon ein halbes Jahrhundert von ihren alten Taten zu leben. Allerdings gab es bereits vor der Platte „In-A-Gadda-Da-Vida“ eine Veröffentlichung, welche am 22. Januar desselben Jahres erschien („In-A-Gadda-Da-Vida“ wurde am 14. Juni 1968 als zweites Album veröffentlicht). „Heavy“ heißt das Debut-Werk von Iron Butterfly und wurde auf dem Plattenlabel ATCO Records veröffentlicht.

Auf der Scheibe hört man eine Mischung aus Rock und Pop, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem Genre des Rocks liegt. Die Hard Rock-Ansätze in der Musik der US-Amerikaner sind bereits vorhanden, jedoch noch nicht zu stark ausgeprägt. Mit „gemäßigtem“ Hard Rock könnte man viele der Lieder der Band auf „Heavy“ umschreiben, bei denen auch der Orgel eine durchaus größere Rolle zukommt. Viele der Nummern gehen dabei ins Ohr und die Lieder wirken durchaus etwas ihrer Zeit voraus. Man hört auf „Heavy“ definitiv keinen 60ies Pop, wie er für viele Bands typisch war – einige wenige derartige Stellen, wie beim Titel „So-Lo“ oder der Nummer „Stamped Ideas“ gibt es allerdings auch auf „Heavy“ zu hören. Glücklicherweise stellen diese jedoch eine Ausnahme dar. Und so bleibt festzuhalten, dass sich die Musik Ende der 60er Jahre in einer Art Aufbruchstimmung befand und Iron Butterfly waren vorne mit dabei und durchaus stilbildend.

Höhepunkte des Albums sind die Titel „Possession“, „You Can’t Win“ sowie „Fields Of Sun“. Gerade beim erst- und letztgenannten Lied kann man die frühen Ansätze des Hard Rocks sehr schön heraushören. Alle drei Titel gehen dabei gut ins Ohr und wachsen sogar mit den Durchläufen noch ein wenig. Richtige Ausfälle gibt es auf der Platte glücklicherweise auch nicht zu beklagen, sodass man die Platte in einem genießen kann und dabei zwischen den Jahrzehnten zu wechseln scheint, denn die Verweise auf die Zukunft der Rock Musik sind unüberhörbar.

Fazit: Auch wenn „Heavy“ von Iron Butterfly kein „großes“ Album geworden ist, so ist es doch ein interessantes, spannendes und auch wegweisendes geworden. Diese Art der Musik zur damaligen Zeit stellt definitiv etwas Besonderes dar. Heutzutage ist das natürlich längst überholt und klingt gewöhnlich. Für das Jahr 1968 stellte diese Musik dagegen durchaus etwas Neues dar. Somit ist „Heavy“ eine kleine Zeitreise, die sich für alle diejenigen Hörerinnen und Hörer lohnt, welche sich für die Entwicklung der populären Musik interessieren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Possession, You Can’t Win, Fields Of Sun



Samstag, 27. Oktober 2018

Crippled Black Phoenix – A Love Of Shared Disasters




Crippled Black Phoenix – A Love Of Shared Disasters


Besetzung:

Justin Greaves – electric guitar, drums, battery, saw
Joe Volk – acoustic guitar, voice
Kostas Panagiotou – accordion, piano, keyboard, hammond organ, glockenspiel, harmonium
Dominic Aitchison – bass guitar
Nial McGaughey – guitar, backing drones
Andy Semmens – voices, backing moans


Gastmusiker:

Mark Ophidian – electronics, effects
Dave Greaves – dobro, picking acoustic guitar, fucking awesome lead
Charlotte Nicholls – cello
Max Milton – violin, viola, trumpet
The CBP Brutes Choir – backing words
Stu Matthews – hand pumping


Label: Kscope (Invada)


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Post Rock


Trackliste:

1. The Lament Of The Nithered Mercenary (2:36)
2. Really, How‘d It Get This Way? (4:49)
3. The Whistler (9:45)
4. Suppose I Told The Truth (5:03)
5. When You‘re Gone (5:35)
6. Long Cold Summer (10:34)
7. Goodnight, Europe (6:08)
8. You Take The Devil Out Of Me (4:23)
9. The Northern Cobbler (7:32)
10. My Enemies I Fear Not But, Protect Me From My Friends (6:34)
11. I‘m Almost Home (5:32)
12. Sharks & Storms / Blizzard Of Horned Cats (8:19)

Gesamtspieldauer: 1:16:56



„A Love Of Shared Disasters“ heißt das erste Album der englischen Band Crippled Black Phoenix um den, unter anderem Ex-Schlagzeuger der Doom Metal Band Electric Wizard, Justin Greaves. Diese hatte er ein Jahr zuvor verlassen und mit Crippled Black Phoenix eher eine Art Projekt, denn eine „richtige“ Band gegründet, wie die zahlrechen Umbesetzungen im Laufe der Jahre vermuten lassen. Das Debut „A Love Of Shared Disasters“ erschien ursprünglich auf dem Plattenlabel Invada Records und wurde im März 2018 auf dem Label Kscope wiederveröffentlicht.

Viel dunkler als auf „A Love Of Shared Disasters“ kann Musik kaum klingen, womit die einzelnen Lieder den Album-Titel durchaus treffend widerspiegeln. Die „Liebe an geteilten Katastrophen“ kommt in jedem der zwölf Titel zum Tragen. Auf der Platte hört man keine melancholische beziehungsweise sentimentale Musik mehr, sondern tiefschwarze, oftmals traurige und atmosphärisch immer sehr dichte Lieder. Einige der Titel erklingen in Form von sphärischer Musik, ohne Gesang, wobei manches Mal Sprach- und Geräuschfetzen die stimmungsvolle Düsternis zu durchbrechen versuchen. Nein, heiter wirkt wirklich nichts auf „A Love Of Shared Disasters“, egal ob die Lieder eher instrumental eingespielt wurden oder ob Joe Volk leidend, zum Teil bis ins Marode reichende Texte interpretiert.

Man kann in diese Musik wunderbar eintauchen, ein gewisser Hang zu Weltuntergangsszenarien ist dabei sicherlich nicht hinderlich. Bei aller Tristesse ertönen die Lieder allerdings auch wunderbar melodiös und eingängig. Gerade solch Nummern wie „Suppose I Told The Truth“, „When You‘re Gone“ oder der letzte Titel „Sharks & Storms / Blizzard Of Horned Cats“ besitzen durchaus die Eigenschaft, sich im Gehörgang festzusetzen. Dies sind auch jene Lieder, die vom Aufbau her eher dem „typischen“ Rock-Lied entsprechen. Und genau diese Mischung aus etwas konventionelleren Stücken und sphärischen Nummern wie „The Whistler“ oder „Long Cold Summer“, lässt das Album abwechslungsreicher und auch spannender werden.

Fazit: Schwermut und Düsternis stehen im Zentrum von „A Love Of Shared Disasters“, dem ersten Werk von Crippled Black Phoenix. Somit wurde mit dem Debut gleich der Grundstein für die weiteren Alben der Band gelegt. Manch einer oder einem mag das zu düster oder gar atmosphärisch langweilig klingen, andere wiederum werden das Album einlegen und sich freuen, dass bald November ist. Stimmungsvoll und dicht erklingt es auf jeden Fall auf „A Love Of Shared Disasters“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Suppose I Told The Truth, When You‘re Gone, Sharks & Storms / Blizzard Of Horned Cats



Freitag, 26. Oktober 2018

Leonard Cohen – Old Ideas




Leonard Cohen – Old Ideas


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals, programming, guitar


Gastmusiker:

Patrick Leonard – programming
E.L. Sanders – vocals, guitar
Sharon Robinson – vocals, synth bass
The Webb Sisters – vocals
Dana Glover – vocals
Jennifer Warnes – backing vocals
Neil Larsen – hammond b3, piano, synth bass, percussion, cornet
Robert Korda – violin
Chris Wabich – drums
Jordan Charnofsky – guitar
Bela Santeli – violin


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Folk Pop


Trackliste:

1. Going Home (3:51)
2. Amen (7:35)
3. Show Me The Place (4:09)
4. Darkness (4:29)
5. Anyhow (3:08)
6. Crazy To Love You (3:05)
7. Come Healing (2:52)
8. Banjo (3:22)
9. Lullaby (4:45)
10. Different Sides (4:05)

Gesamtspieldauer: 41:26



„Old Ideas“ heißt das zwölfte Studioalbum des kanadischen Sängers Leonard Cohen. „Old Ideas“ wurde am 27. Januar 2012 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht, fast acht Jahre nach dem elften Album „Dear Heather“. „Old Ideas“ stellt die höchste Platzierung eines Leonard Cohen Albums in den USA dar und kletterte dort immerhin bis auf Platz 3 der Billboard 200 Charts. In elf Ländern erreichte die Platte sogar die Spitzenposition der jeweiligen Charts.

Auf „Old Ideas“ hört man sehr sanfte Musik, die von dem markanten und tiefen Sprechgesang des Leonard Cohen geprägt ist. Die Lieder klingen wieder melodiöser und eingängiger, als noch auf den letzten Platten vor seiner mehrjährigen Schaffenspause. Sehr ruhig und sehr entspannt fließen warme und sanfte Töne aus den Lautsprechern und versorgen die Umgebung mit Wärme und Heimeligkeit. Die Lieder bilden eine Mischung aus Folk und Pop und mögen für Rock-Freundinnen und -Freunde vielleicht ein wenig zu ruhig gehalten sein, doch die einzelnen Titel gehen eindeutig ins Ohr, haben nicht den Auftrag zum Tanzen zu animieren, sondern in Stimmungen zu schwelgen, zu entspannen, Atmosphäre zu erschaffen. Die Musik ist bestens dazu geeignet die Augen zu schließen und den Tag Revue passieren zu lassen. Sehr schöne Entspannung.

Alle Titel auf „Old Ideas“ sind im selben Stil gehalten. Viel Piano gibt es zu hören, Orgel, dazu akustische Gitarre. Jedes Lied wird sehr zurückhaltend instrumentiert. Chöre und weibliche Begleit-Sängerinnen sorgen für zusätzliche Fülle. Die Höhepunkte höre ich am Beginn des Albums. „Going Home“, „Amen“ sowie „Show Me The Place“ sind allesamt sehr eingängige Lieder, die das sanfte Gefühl der Platte bestens transportieren. „Crazy To Love You“ fällt ebenfalls noch in diese Kategorie, wohingegen einige der restlichen Titel diese Qualität leider nicht ganz halten können.

Fazit: Ein sanftes und weiches Album ist „Old Ideas“ von Leonard Cohen geworden. Wie sollte es aber auch anders sein bei einem Album des Kanadiers? Es gibt einige Höhepunkte auf der Platte neben ein paar Liedern, die nicht ganz so gelungen sind und etwas weniger überzeigen. Trotzdem, wer die Musik des Leonard Cohen mag, die oder der wird auch Gefallen an „Old Ideas“ finden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Going Home, Amen, Show Me The Place, Crazy To Love You



Donnerstag, 25. Oktober 2018

SeelenWalzer – totgeglaubt




SeelenWalzer – totgeglaubt


Besetzung:

Alexander Schmied – Gesang
Andy Classen – Gitarre & Gesang
Sanjai Shah Hauschild – Schlagzeug & Percussion
Gernot Leinert – Bass


Gastmusiker:

Sabina Classen – Gesang
Christopher Peel – Akkordeon & Tasteninstrumente
Jürgen Pischke – Trompete
Thomas Kunst – Didgeridoo
Crooked Cherub Children’s Choir – Kinderchor
Kein Lieber Herr Gesangsverein – Männerchor


Label: Eigenvertrieb


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Neue Deutsche Härte


Trackliste:

1. Hereinspaziert (1:06)
2. Gott ist tot (3:45)
3. Seelenwalzer (3:19)
4. Grabesstille (4:27)
5. Das Weib ist tot (3:45)
6. Meeresblut (2:58)
7. Ihr Kinderlein kommet (3:23)
8. Freund Tod (3:13)
9. Seele in Scherben (2:39)
10. Veganerlied (2:33)
11. Kinderkrieger (3:41)
12. Falscher Freund (3:23)
13. Ein Dorf (2:49)
14. Totgeglaubt (3:18)
15. Der Feind sind wir (3:52)
16. Ich würd‘ so gern nach Hause gehen (2:30)

Gesamtspieldauer: 50:47



SeelenWalzer ist die Nachfolger-Band – oder sollte man lieber sagen die „Wiederauferstehung“? – der Band Richthofen, die in den Jahren 1997 bis 1999 im Genre der Neuen Deutschen Härte aktiv war und in dieser Zeit zwei Studio-Alben veröffentlichte. Das erste Album der Band Richthofen, die von Andy Classen und Dirk Weiss gegründet worden war, hieß Seelenwalzer. Unter diesem Namen wurde nun am 30.März 2018 ein neues Album mit dem Titel „totgeglaubt“ veröffentlicht. Sowohl Bandname als auch Albumtitel – mehr Bezug zu Richthofen geht kaum.

Die Musik von SeelenWalzer ist definitiv gewöhnungsbedürftig. Dabei klingt das Ganze sogar an mancher Stelle fast eingängig und interessant. Doch auf die Dauer, über die ganze Länge eines Albums hinweg, benötigt man sehr viel innerliche Toleranz und Ausdauer, das zu Hörende auch wirklich durchzuhören. Das liegt zum einen am Gesang, der sehr gewollt martialisch klingt. Ein Sprechgesang, der zum Teil auch an längst vergangene deutsche Zeiten erinnert und da in gefährlichen Wässern fischt und so zum Beispiel für US-Amerikaner „typisch“ Deutsch klingt, wie mir bestätigt wurde – ist er aber nicht. Sicherlich ist dies auch ein Stilmittel, welches auf diese Weise durchaus mal interessant klingen kann. Jedoch durchgängig und unablässig diese Stimme zu hören das ist wahrlich schwer zu ertragen. Auf die Texte möchte ich dabei gar nicht eingehen, Geschmäcker sind eben verschieden und manche mögen es eben gern morbid.

Die Musik ist dabei durchaus auch abwechslungsreich, wie nicht nur die Instrumentierung durch den Einsatz von Bläsern und Chören zusätzlich unterstreicht. Die Gesamtstimmung der Lieder wird dann allerdings durch diese meist monotone Singerei, die eher mit Sprechgesang zu umschreiben ist, zerstört. Dabei macht Alexander Schmied das gar nicht mal schlecht, nur eben ununterbrochen diesen Gesang zu „genießen“ ist ein Problem. Man hört auf „totgeglaubt“ allerdings nicht nur knallharten Rock der Neuen Deutschen Härte, sondern durchaus auch mal andere Töne, die das Album musikalisch aufwerten. Von daher wären einige schöne und interessante Ansätze vorhanden.

Fazit: SeelenWalzer machen keine Musik für Weicheier, Pop-Freunde, Mainstream-Versteher, die meisten Frauen und für Leute, die zwar Experimente mögen, jedoch diese auch variiert sehen wollen. Wer dagegen auf düstere und martialische Neue Deutsche Härte in oftmals kompromissloser Form steht, die oder der wird „totgeglaubt“ mögen. Und diese Hörerinnen und vor allen Dingen Hörer gibt es. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Grabesstille, Das Weib ist tot, Meeresblut, Ihr Kinderlein kommet



Mittwoch, 24. Oktober 2018

Get Well Soon – The Horror




Get Well Soon – The Horror


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Caroline International


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Art Pop, Independent Pop


Trackliste:

1. Future Ruins Pt. 2 [feat. Ghalia Benali] (6:21)
2. The Horror (5:31)
3. Martyrs (4:35)
4. Nightmare No. 1 (Collapse) (5:02)
5. An Air Vent (In Amsterdam) (1:25)
6. Nightmare No. 2 (Dinner At Carinhall) [feat. Sam Vance-Law] (3:43)
7. The Only Thing We Have To Fear (4:57)
8. Nightjogging [feat. Kat Frankie] (3:48)
9. A Misty Bay (At Dawn) (2:32)
10. Nightmare No. 3 (Strangled) (4:18)
11. (How To Stay) Middle Class (4:59)
12. (Finally) A Convenient Truth (5:33)

Gesamtspieldauer: 52:51




„The Horror“ heißt das fünfte Studio-Album des Konstantin Gropper alias Get Well Soon. Wieder einmal handelt es sich dabei um ein Konzeptalbum, auf dem er dieses Mal drei seiner Alpträume verarbeitet, die er nachts durchträumte. Über diese Alpträume hat er sich nach eigener Aussage gefreut und diese gleich musikalisch umgesetzt. „The Horror“ erschien am 8. Juni 2018 auf dem Plattenlabel Caroline International und ist ein Album geworden, auf dem die Musik nicht mehr mit den gängigen Pop- und Rock-Instrumenten umgesetzt wurde, sondern mittels eines Orchesters.

Nicht weiter überraschend ist von daher auch, dass die Musik auf „The Horror“ keineswegs mehr nach Pop und Rock klingt, sondern sehr viel eher nach Filmmusik, manchmal sogar das Genre des Musicals zu streifen scheint. Auch klingt „The Horror“ deutlich weniger innovativ, als manch andere Platte des Konstantin Gropper zuvor. Zwar wird „The Horror“ von vielen Kritikern und Rezensenten über alle Maßen gelobt, packen kann mich zumindest diese Musik jedoch nicht mehr so richtig. Sie berührt nicht mehr, läuft nebenbei durch, lässt einen nicht mehr aufhorchen. Dabei klingen die Lieder durchaus noch auf eine gewisse Art und Weise „geheimnisvoll“ bis magisch und irgendwie anders. Aber dieser Funke der Begeisterung, der mag hier einfach nicht mehr überspringen – egal wie oft mal diese Scheibe anhört.

Die Höhepunkte – und diese gibt es nichtsdestotrotz – heißen „The Only Thing We Have To Fear“ und „(Finally) A Convenient Truth“. Bei diesen Stücken kommen die bereits genannten Quakitäten von Get Well Soon, besondere Musik zu kreieren, besonders gut zur Geltung. Der Rest läuft so mit, klingt oft wie Film-Musik aus den 50er Jahren mit Dean Martin und Frank Sinatra in den Hauptrollen. Im Falle von „Nightjogging“ hört es sich dagegen sogar sehr gewöhnungsbedürftig, konstruiert und viel zu synthetisch an.

Fazit: Get Well Soon waren schon immer eine besondere „Band“ mit besonderer Musik. Das ist auch dieses Mal beim Album „The Horror“ nicht wegzudiskutieren. Nach „Horror“ klingt dabei übrigens nichts auf dem Album, jedoch nach Film-Musik aus den 50er Jahren. Das kann man mögen, muss man aber nicht. So ganz außergewöhnlich ist die Musik von Get Well Soon aber leider auch nicht mehr, nur noch phasenweise. Schade. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Only Thing We Have To Fear, (Finally) A Convenient Truth



Dienstag, 23. Oktober 2018

Nick Mason & Rick Fenn – Profiles




Nick Mason & Rick Fenn – Profiles


Besetzung:

Nick Mason – drums, keyboards, percussion
Rick Fenn – guitars, keyboards


Gastmusiker:

Mel Collins – saxophone on "Rhoda", "And The Address", "Mumbo Jumbo" and "Black Ice"
David Gilmour – vocals on "Lie For A Lie"
Maggie Reilly – vocals on "Lie For A Lie"
Danny Peyronel – vocals on "Israel"
Craig Pruess – emulator bass on "Malta"
Aja Fenn – keyboard intro on "Malta"


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Synthie Pop, Art Pop


Trackliste:

1. Malta (6:02)
2. Lie For A Lie (3:14)
3. Rhoda (3:23)
4. Profiles Part 1 / Profiles Part 2 (10:02)
5. Israel (3:32)
6. And The Address (2:49)
7. Mumbo Jumbo (3:53)
8. Zip Code (3:04)
9. Black Ice (3:40)
10. (2:40)
11. Profiles Part 3 (2:03)

Gesamtspieldauer: 44:28




„Profiles“ heißt das zweite Studioalbum des Pink Floyd Schlagzeugers Nick Mason, was dieser zusammen mit dem 10cc Gitarristen Rick Fenn komponierte und einspielte. Genau genommen also erneut kein „richtiges“ Solo-Album des Pink Floyd Schlagzeugers. Da es allerdings überall so eingereiht wird, soll es eben hier auch unter dieser Überschrift stehen. „Profiles“ wurde am 29. Juli 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Harvest veröffentlicht, die Wiederveröffentlichung übernahm Sony Music. Zahlreiche Gastmusiker konnten die beiden für ihr Projekt gewinnen. So singen David Gilmour und Maggie Reilly den Titel „Lie For A Lie“ ein. Mel Collins‘ Saxophon erklingt gleich auf vier der insgesamt elf Titel.

Im Jahr 1984 spielte Pink Floyd Keyboarder Rick Wright zusammen mit Dave Harris unter der Überschrift „Zee“ das Album „Identity“ ein, welches in der Nähe des Synthie Pops angesiedelt ist. Ein Jahr später tat es ihm Band-Kollege Nick Mason gleich, denn seine Kollaboration mit Rick Fenn bewegt sich musikalisch auch in diesem Genre-Bereich – nicht durchgängig, doch zumindest regelmäßig. „Profiles“ klingt nach 80er Jahre Musik, bei der man nichts dagegen hatte etwas synthetisch zu klingen und dem Keyboard viel Platz einräumte – daran ändert leider auch das Saxophon des Mel Collins nichts. Zumeist hört man auf „Profiles“ Instrumentalmusik, auf lediglich zwei Titeln wird gesungen. Dies sind das bereits erwähnte „Lie For A Lie“ mit David Gilmour und Maggie Reilly und auf dem Lied „Israel“ ist es UFO Keyboarder Danny Peyronel, der sich gesanglich versucht.

Die beiden besungenen Stücke bewegen sich im Bereich des Pop, die Instrumentalnummern schwanken von etwas rockiger über poppig, „synthie-poppig“ bis hin zu Liedern, die man so auch in der Deutschen Hitparade mit Dieter Thomas Heck gehört zu haben glaubt. Es ist zum Teil unsäglich und hat weder etwas mit Pink Floyd zu tun, noch mit Progressive Pop geschweige denn Progressive Rock. Wenig lohnt sich anzuhören. Dem zehnminütigen Titeltrack „Profiles Part 1 / Profiles Part 2“ mag ich hier noch ein wenig Unterhaltungswert einräumen. Das Instrumentalstück ist zumindest etwas eingängiger, aus mehreren Teilen aufgebaut, ein wenig spannender geraten und hörbar. „At The End Of The Day“ klingt sehnsüchtig durch eine schmachtende Gitarre und kommt glücklicherweise ohne Synthie-Sound aus. Doch wenn man so etwas bereits als Höhepunkt eines Albums ausmacht, kann der Rest einfach nicht überzeugend klingen. Denn richtiggehend packend ist nichts auf dieser Scheibe, die – nicht verwunderlich – ein Schattendasein im Solo-Output der Pink Floyd Musiker fristet.

Fazit: Pop bis Synthie Pop der 80er Jahre bekommt man auf „Profiles“, dem gemeinsamen Projekt von Nick Mason und Rick Fenn zu hören. Überzeugend klingt dabei nicht viel bis gar nichts. Zumeist hört man auf diesem Album oberflächlichen Pop, den man einmal wahrnimmt, den Kopf schüttelt und ganz schnell wieder vergisst. Irgendwie sagt das Cover sehr viel darüber aus, was es auf „Profiles“ zu hören gibt. Man muss nur hinsehen können. Vier Punkte.

Anspieltipps: Profiles Part 1 / Profiles Part 2, At The End Of The Day



Montag, 22. Oktober 2018

Roxy Music – Manifesto




Roxy Music – Manifesto


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – electric guitar
Paul Thompson – drums
Alan Spenner – bass
Paul Carrack – keyboards
Gary Tibbs – bass


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Manifesto (5:29)
2. Trash (2:14)
3. Angel Eyes (3:32)
4. Still Falls the Rain (4:13)
5. Stronger Through The Years (6:16)
6. Ain’t That So (5:39)
7. My Little Girl (3:17)
8. Dance Away (3:48)
9. Cry, Cry, Cry (2:55)
10. Spin Me Round (5:15)

Gesamtspieldauer: 42:42



„Manifesto“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Rockband Roxy Music. Es wurde am 16. März 1979 von E.G. Records in Großbritannien, Polydor in Europa und Atco Records in den USA veröffentlicht. Die remasterte Wiederveröffentlichung erschien auf dem Label Virgin Records. Nach einer fast vierjährigen Pause und zwischenzeitlicher Bandauflösung stellt „Manifesto“ das erste Studioalbum von Roxy Music seit „Siren“ im Jahr 1975 dar. Die erste Singleauskopplung der Platte war der Titel „Trash“, der es kaum in die britischen Top 40 schaffte. Die zweite Single, das deutlich disco-geprägte „Dance Away“, brachte die Band jedoch wieder unter die Top 3 der Charts und war 1979 die neunt-meistverkaufte Single in Großbritannien. Die dritte Single aus dem Album stellt eine neu aufgenommene Version von „Angel Eyes“ dar, welches in dieser Version weitaus elektronischer und „disco“-artiger als auf der Platte selbst klang. Diese Single schaffte es im August ebenfalls unter die UK Top 5. Das Album selbst kletterte in Großbritannien bis auf Platz 7 der Charts, in Deutschland erreichte es Platz 37.

Diese Annäherung an den Disco-Zeitgeist der damaligen Zeit hört man nicht nur auf den Single-Auskopplungen, die ganze Platte ist sehr viel radiotauglicher und damit auch etwas oberflächlicher geworden. Den Disco-Sound hört man ausgeprägt zwar nur an ausgewählten Stellen, doch ein gewisser Mainstream-Pop ist auf dieser Scheibe unüberhörbar. Das wiederum macht die Musik von Roxy Music auf „Manifesto“ etwas langweilig und austauschbar, da zudem auch die richtigen Ohrwürmer fehlen und die einzelnen Lieder durchaus ein klein wenig vorbeilaufen ohne großes Aufsehen zu erregen.

Höhepunkte sind das zumindest etwas kreativer klingende „Stronger Through The Years“, welches nicht auf Anhieb gleich ins Ohr geht, gern erarbeitet werden möchte und somit erst später zu wirken beginnt. Die Stimmung dieses Liedes ist ein klein wenig mystisch und undurchsichtig, was das Lied deutlich spannender werden lässt. Schließlich sollte man an dieser Stelle auch noch den Hit der Platte, das Lied „Dance Away“ erwähnen. Ins Ohr geht diese Nummer durchaus, wenn sie auch nicht allzu lange darin hängenbleibt, doch ein melodiöser und eingängiger Titel ist „Dance Away“ auf jeden Fall. Ganz zum Schluss folgt mit „Spin Me Round“ noch eine melodische Ballade, die das Album einigermaßen versöhnlich ausklingen lässt.

Fazit: Als die Musiker von Roxy Music sich entschlossen doch wieder zusammen zu musizieren, setzten sie auf die eingängige und häufig auch unkomplizierte Variante ihrer Musik. Diese packten sie in Form von zehn Titel auf das Album „Manifesto“ und hatten mit dieser Vorgehensweise durchaus kommerziellen Erfolg. Interessant klingen dadurch allerdings nur noch wenige Lieder wie die Nummer „Stronger Through The Years“. Der Rest der Platte pendelt oftmals zwischen Pop und Disco und verblasst relativ schnell wieder – auch wenn „Manifesto“ kein schlechtes Album darstellt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Stronger Through The Years, Dance Away, Spin Me Round



Sonntag, 21. Oktober 2018

Lift – Meeresfahrt




Lift – Meeresfahrt


Besetzung:

Henry Pacholski – vocals
Wolfgang Scheffler – keyboards
Michael Heubach – keyboards
Till Patzer – flute, saxophone, clarinette
Frank-Endrik Moll – drums
Gerhard Zachar – bass guitar
Werther Lohse – vocals, drums (nur Titel 5)


Label: AMIGA (Wiederveröffentlicht durch Sony Music Entertainment)


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Art Rock, Deutsch Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Wir fahrn übers Meer (4:46)
2. Nach Süden (4:17)
3. Scherbenglas (2:30)
4. Tagesreise (8:35)
5. Meeresfahrt (15:11)
6. Sommernacht (3:41)

Gesamtspieldauer: 39:02



„Meeresfahrt“ heißt das zweite Album der Dresdener Band Lift. Die Platte erschien zunächst im Jahr 1979 auf dem DDR Plattenlabel Amiga und wurde später mehrmals wiederveröffentlicht und anderem auch von Sony Music Entertainment. An vielen Stellen wird diese Platte auch unter der Überschrift „Lift 2“ geführt, was bei einem ziemlich eindeutigen Titel wie „Meeresfahrt“ durchaus überraschend ist. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren Sänger Henry Pacholski sowie Bassist Gerhard Zachar bereits verstorben. Als die Band im Jahr 1978 auf einer Tour durch Polen war, wurde sie in einen Verkehrsunfall verwickelt, während dem diese beiden Musiker ums Leben kamen. Keyboarder Michael Heubach wurde dabei zudem schwer verletzt. Hatte sich das Line-Up der Band bereits vor „Meeresfahrt“ in Bezug zum Debut deutlich verändert, so musste dies gezwungenermaßen nach „Meeresfahrt“ ein weiteres Mal geschehen.

„Meeresfahrt“ startet mit einer unsäglichen Pop-Rock-Nummer mit dem Titel „Wir fahrn übers Meer“. Ein Stampftitel mit viel Mundharmonika und Lagerfeuertext. Unsäglich. Das Gestampfe wird mit dem Lied „Nach Süden“ besser, die Musik allerdings nicht sonderlich. Dieses Lied ist eine poppige Nummer, die irgendwann dankenderweise auch verklingt. Mit „Reiseliedern“ scheinen es Lift irgendwie nicht gehabt zu haben, wobei sie sicher auch lieber in den Westen gefahren wären. „Scherbenglas“ wurde anschließend mit jede Menge Streichern eingespielt und erinnert mich etwas an Mittelaltermusik. Ist auszuhalten. Mit „Tagesreise“ beweisen die Dresdener dann, dass sie doch „Reiselieder“ schreiben können. Die Nummer ist fest im Progressive Rock verhaftet und deutlich interessanter als die kürzeren Nummern zuvor. Wenn dabei allerdings im Chor intoniert wird, klingt es auf seine Art unangenehm. Trotzdem, die einzelnen Teile des Liedes sind spannend aufgebaut, rocken, sind gut arrangiert und wissen zu überzeugen.

Ebenso verhält es sich mit dem Titellied und gleichzeitig längsten Stück des Albums „Meeresfahrt“. Das Lied beginnt langsam und eingängig, mit schönem Flötenspiel auf einem Orgelteppich und steigert sich in seinem weiteren Verlauf. Langanhaltende Instrumentalpassagen kennzeichnen dieses Stück ostdeutschen Progressive Rocks und genau in diesen ausschweifenden Abschnitten ohne Gesang liegt auch die Stärke von „Meeresfahrt“. Das klingt sehr spannend und an jeder Stelle auch sehr melodiös und durchdacht. Beendet wird das Album wieder mit einem etwas kürzeren Stück. „Sommernacht“ ist erneut eine Nummer, die deutlich gegen die beiden längeren Stücke abfällt und einmal mehr diesen sehr seltsam und nach Lagerfeuer klingenden Chorgesang aufweist.

Fazit: Die beiden längeren Stücke auf „Meeresfahrt“, dem zweiten Album von Lift, wissen durchaus zu überzeugen. Die restlichen vier Lieder können vielleicht dann überzeugen, wenn man mit ihnen groß wurde. Heutzutage zum ersten Mal gehört, klingen sie seltsam langweilig und wie aus lang vergangenen Zeiten, woher sie natürlich auch stammen. „Meeresfahrt“ lohnt im Mittelteil für Freunde des Progressive Rock, in seiner gesamten Ausführung für Menschen, die mit dieser Musik groß wurden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tagesreise, Meeresfahrt



Samstag, 20. Oktober 2018

Pain Of Salvation – One Hour By The Concrete Lake




Pain Of Salvation – One Hour By The Concrete Lake


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar
Kristoffer Gildenlöw – bass, vocals
Johan Hallgren – guitar, vocals
Fredrik Hermansson – keyboards and samplers
Johan Langell – drums and percussion, vocals


Gastmusiker:

Katarina Åhlén – cello


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Spirit Of The Land (0:43)
2. Inside (6:12)
3. The Big Machine (4:21)
4. New Year’s Eve (5:43)
5. Handful Of Nothing (5:39)
6. Water (5:05)
7. Home (5:49)
8. Black Hills (6:33)
9. Pilgrim (3:17)
10. Shore Serenity (3:14)
11. Inside Out (6:37)

Gesamtspieldauer: 53:17



„One Hour By The Concrete Lake“ nannte die schwedische Progressive Metal Band Pain Of Salvation ihr zweites Studioalbum. Wie schon das Debut-Album „Entropia“, so ist auch „One Hour By The Concrete Lake“ ein Konzeptalbum geworden, welches die Themen Kernkraft und radioaktiver Abfall, Vertreibung indigener Völker und die Feuerwaffenindustrie beinhaltet. Es wird die fiktive Geschichte eines Mannes erzählt, der in der Waffenindustrie arbeitet. Er beginnt zu zweifeln, bekommt Gewissensbisse und merkt, dass er Teil einer größeren „Maschinerie“ ist, die sein Leben kontrolliert. Er beschließt die Folgen seines Lebens und seiner Arbeit in anderen Teilen der Welt zu ergründen, macht sich auf den Weg und sieht und erlebt dabei einiges. Das Album wurde zuerst im Juli 1998 auf dem Plattenlabel Avalon Records in Japan veröffentlicht. In Europa erschien es dann im Januar 1999 auf InsideOut Records. Auf demselben Label schließlich im November 1999 auch in den USA.

„One Hour By The Concrete Lake“ klingt dunkel, jedoch auch eingängiger und zum Teil sicherlich auch mitreißender als noch der Vorgänger. Der Rock beziehungsweise Metal steht einmal mehr sehr im Fokus, doch es gibt auch die deutlich sanfteren Passagen, die hier ebenfalls besser „zünden“ als noch auf dem Erstlingswerk der Schweden. Die Musik geht ins Ohr und auch der mehrstimmige Gesang weiß auf dem Album immer wieder zu überzeugen. In die Musik kann man sehr schnell eintauchen und darin versinken, alles klingt und wirkt und überzeugt. Dabei kommt die Abwechslung keineswegs zu kurz, die sich nicht nur in Tempi- und Rhythmuswechseln widerspiegelt, sondern auch in den transportierten Atmosphären, die mit verschiedenen Stimmungen spielen.

Das Album ist voller Höhepunkte egal, ob man diese eher im sanfteren oder im rockigeren Bereich sucht. Mir haben es vor allen Dingen die Titel „Inside“, „New Year’s Eve“, „Handful Of Nothing“ und „Pilgrim“ angetan. Diese vier Lieder geben auch sehr schön die ganze Bandbreite der Musik von Pain Of Salvation auf „One Hour By The Concrete Lake“ wider. Ein ums andere Mal erinnert mich die Musik dabei auch an jene von Queensrӱche. Der letzte Titel „Inside Out“ ist übrigens keineswegs 13:20 lang, wie es der CD-Player anzeigt. 6:37 sind es genau, der Rest ist Stille beziehungsweise ein winziger Hidden Track – solche „Späße“ waren damals um die Jahrtausendwende sehr „in“.

Fazit: „One Hour By The Concrete Lake“, das zweite Album der schwedischen Band Pain Of Salvation, ist ein sehr abwechslungsreiches und eingängiges geworden. Nun gut, Metal sollte einem dabei schon etwas zusagen, denn gerockt wird hart auf der Platte. Allerdings ist die Musik immer in schönen melodiösen Melodien verpackt, in die man schnell eintauchen kann. Eine gute Progressive Metal Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Inside, New Year’s Eve, Handful Of Nothing, Pilgrim



Freitag, 19. Oktober 2018

Dear Reader – Replace Why With Funny




Dear Reader – Replace Why With Funny


Besetzung:

The Wits Choir
Lloyd Martin on drums
Larah Eksteen on violin
Eddie Clayton on french horn
Hannah Botsis on cello
Everything else played by Cheri, Darryl and Brent


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. Way Of The World (4:05)
2. Dearheart (3:57)
3. Great White Bear (4:05)
4. Bend (3:37)
5. Out Out Out (3:00)
6. Release Me (3:38)
7. Never Goes (4:04)
8. The Same (4:30)
9. What We Wanted (3:51)
10. Everything Is Caving (7:06)

Gesamtspieldauer: 41:59



Dear Reader ist eine Alternative Pop Band aus Johannesburg, Südafrika. Die Band wurde 2008 von der Sängerin und Songwriterin Cherilyn MacNeil und dem Produzenten und Bassisten Darryl Torr gegründet. Im Jahr 2009 erschien ihr erstes Studioalbum mit dem Titel „Replace Why With Funny“. Das Album erschien auf dem Plattenlabel City Slang und ist auch gleichzeitig die letzte Platte in dieser Konstellation, denn kurze Zeit später trennten sich die Wege von Cherilyn MacNeil und Darryl Torr.

Auf „Replace Why With Funny“ hört man sanften Alternative Pop, der überwiegend von Cherilyn MacNeil geschrieben wurde. Lediglich das Lied „Way Of The World“ ist ein Ko-Produktion der beiden Musiker. Die Musik ist hauptsächlich akustisch inspiriert und gehalten, sehr schön klingen auch immer die Chor-Einlagen, die die Musik der Südafrikaner noch etwas eingängiger und auch wärmer werden lassen. Unaufgeregte und entspannte Musik gibt es auf „Replace Why With Funny“ zu hören, die ins Ohr geht und ein ums andere Mal auch längerfristig dort verbleibt.

Besonders gelungen sind dabei die beiden Titel „Bend“ sowie „Never Goes“. Schöne, fast schon wärmende Lieder, die auch von der sanften und weichen Stimme der Cherilyn MacNeil leben. Definitiv ist das keine Musik für Freundinnen und Freunde des härteren Rocks – auch wenn die Musik ganz bestimmt nicht einschläfernd klingt und auch mal Rhythmus und Tempo angezogen werden. Auch die restlichen Lieder klingen und wirken nach, sodass „Replace Why With Funny“ durchgängig gut unterhält.

Fazit: Unaufgeregten Alternative Pop bekommt man von Dear Reader serviert. Dieser geht ins Ohr, klingt melodiös und ist allerbestens zum Entspannen geeignet. Besonders gelungen sind die Vokal-Arrangements, die den Gesang der Cherilyn MacNeil und den The Wits Choir betreffen. Schön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bend, Never Goes, The Same



Donnerstag, 18. Oktober 2018

Sigrid & Marina – Das größte Glück




Sigrid & Marina – Das größte Glück


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang
Marina Hutterer – Gesang


Gastmusiker:

Harald Pairits – Keyboard, Programming
Fritz Koch – Gitarre
Hannes Wallner – Gitarre
Manuel Lopez – Gitarre
Christian Zierhofer – Akkordeon, Chor, Keyboard, Programming
Gerhard Zwickl – Trompete
Andreas Pirringer – Klarinette
Tini Keinrath – Chor
Michaela Kollar – Chor
Herbert Moser – Chor


Label: Hofbauer Music


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Das größte Glück (3:13)
2. Unheimlich schön (3:16)
3. Millionen Augenblicke (3:27)
4. Fliege mit mir in den Himmel hinein (3:03)
5. Heute schon ein Lächeln verschenkt (3:03)
6. Heimwehmelodie (3:29)
7. Engel von Beruf (3:19)
8. Sommer ist die Zeit (3:13)
9. Das Lied der großen Liebe (3:46)
10. Dieser Tag gehört uns zwei (3:05)
11. Bergbluat (3:43)
12. Jeder Gedanke kann ein Gebet sein (3:31)

Gesamtspieldauer: 40:15




Jedes Jahr bringen die Geschwister Sigrid und Marina Hutterer ein neues Studioalbum heraus. Das 2018er Exemplar erschien am 14. September auf dem Label Hofbauer Music und heißt „Das größte Glück“. Darauf zu hören sind zwölf Titel, die allesamt zwischen 3:03 und 3:46 Minuten Spieldauer aufweisen.

Alle zwölf Nummern klingen praktisch gleich, sind gleich lang und weisen allesamt als Rhythmusgeber dieses grausame und synthetische Computer-Gestampfe auf. Man möchte meinen es handelt sich fast immer um dasselbe Lied, welches noch eine Extrarunde dreht – aber das stimmt nicht. Ganz ehrlich, es stimmt wirklich nicht, doch es klingt leider so. Schwer dabei nicht durchzudrehen, ich weiß. Dazu gesellen sich Texte, die einem aufgrund des Fremdschämens die Röte in das Gesicht treiben. Oftmals hat das nichts mehr nur mit Friede, Freude, Eierkuchen zu tun, auf „Das größte Glück“ klingt es einfach nur noch platt und dämlich und peinlich.

Volksmusik befindet sich keine mehr auf diesem Album, dafür jedoch an den Nerven zerrender volkstümlichen Schlager, der aber bei so manchem Buam oder manchem Deandl wohl immer noch gut ankommt – irgendjemand muss so etwas ja kaufen, denn die beiden Schwestern leben von ihrer Musik. Ich selbst habe fast Schwierigkeiten bei diesen Tönen und Sätzen von Musik zu sprechen. Schade, dass dabei nicht wenigstens auf diese nervige Taktvorlage verzichtet wird.

Fazit: Es ist immer wieder überraschend, mit was man alles Geld machen kann. Damit ist über diese Scheibe im Grunde genommen alles Wichtige gesagt, denn ich möchte nicht genauso langweilen wie „Das größte Glück“, welches sich in Wirklichkeit als „Die größte Qual“ herausstellt. Doch  und das muss an dieser Stelle einfach erwähnt werden  die Musik-Geschmäcker sind nun mal verschieden und darüber lässt sich stets streiten. Musikalische Qualität ist allerdings durchaus auch für den Laien erkennbar. Und diese findet man auf „Das größte Glück“ leider überhaupt nicht. Null Punkte.

Anspieltipps: Das Lied der großen Liebe