Mittwoch, 12. Dezember 2012

Barclay James Harvest – Gone To Earth




Barclay James Harvest – Gone To Earth


Besetzung:

John Lees – guitars, vocals
Les Holroyd – bass, vocals, guitars, keyboards
Mel Pritchard – percussion, drums
Stewart Wooly Wolstenholme – keyboards, vocals, mellotron


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: ArtRock, Soft-Rock, Pop


Trackliste:

1. Hymn (5:12)
2. Love Is Like A Violin (4:07)
3. Friend Of Mine (3:37)
4. Poor Man's Moody Blues (6:59)
5. Hard Hearted Woman (4:29)
6. Sea Of Tranquility (4:05)
7. Spirit On The Water (4:51)
8. Leper's Song (3:37)
9. Taking Me Higher (3:25)


Bonus Tracks:

10. Lied (5:08)
11. Our Kid's Kid (4:02)
12. Hymn (4:29)
13. Friend Of Mine (3:04)
14. Medicine Man (live) (11:53)

Gesamtspieldauer: 1:08:58




Ihr achtes Studioalbum versah die englische Band Barclay James Harvest mit dem Titel „Gone To Earth“. 1977 erschien es und stellt heute jenes Album dar, welches sich am sechstlängsten in den deutschen Album-Charts halten konnte. Festzuhalten bleibt darüber hinaus, dass „Gone To Earth“ ein sehr „ruhiges“ Album wurde, bei dem Harmonie und Melodiösität an allererster Stelle stehen. Kein schräger Ton, keine noch so kleine Disharmonie haben sich auf die Platte verirrt, sodass man beim Hören quasi in Weichheit und Süße zu ertrinken droht.

Und das muss im Falle dieser Veröffentlichung noch nicht einmal etwas Negatives bedeuten, denn ein paar der intensivsten und eindringlichsten Lieder im Songkatalog der Band befinden sich auf der Platte. Da wäre zum Beispiel gleich der Opener „Hymn“ zu nennen, wahrscheinlich sogar das bekannteste Lied Barclay James Harvests. Eine packende Anti-Drogen-Nummer, die sofort ins Ohr geht und auch viele Jahre nach dem ersten Hören nichts an ihrer Intensität verliert.

Oder aber das ironische „Poor Man‘s Moody Blues“. Genau so wurde Barclay James Harvest nämlich von seinen Kritikern geschimpft. Und so zeugt diese Version des Moody Blues Titels „Nights In White Satin“ von einer gehörigen Portion Humor und das in einer überaus gelungenen Art und Weise. Ebenfalls sehr hörenswert ist das Stück „Hard Hearted Woman“, bei dem man zu Beginn diesen überaus typischen Barclay James Harvest Gitarrenklang zu hören bekommt.

Etwas aus der Reihe im Songkatalog des Albums fällt „Sea Of Tranquility“. Dieses Stück ist der einzige Track, den Stuart Wolstenholme zum Album beigetragen hat. Die anderen Titel stammen alle aus der Feder von John Lees und Les Holroyd. In tiefste Synthesizer- und Keyboard-Sounds getränkt, klingt dieses Lied fast schon pastoral und könnte phasenweise einem kirchlichen Choral entsprungen sein.

Die restlichen Stücke sind meist ebenfalls sehr getragen. Nur „Friend Of Mine“ und „Leper’s Song“ verfügen über einen gewissen Groove, wobei aber vor allem erstgenannte Nummer jedoch so gar nicht überzeugen kann.

Die remasterte Fassung des Albums wurde mit reichlich Bonusmaterial versehen. „Lied“ passt stilistisch perfekt auf das Album. Wieder ein sehr ruhiger und melodiöser Titel, der bisher noch nicht veröffentlicht worden war. „Our Kid's Kid“ stellt die B-Seite der Single-Auskopplung von „Hymn“ dar. Ein ganz nettes, etwas flotteres Lied, welches ein bisschen in die folkige Ecke geht. Der nächste Titel ist dann die Single-Version von „Hymn“, etwas kürzer als das Album-Original, gefolgt von der ebenfalls etwas gekürzten Single-Ausgabe des Stücks „Friend Of Mine“. Bliebe schließlich noch eine fast zwölfminütige Live-Version des BJH-Klassikers „Medicine Man“. Und diese Variante des Liedes ist richtig gut und spannend, wenn auch der Sound ein wenig zu wünschen übrig lässt. Aber hier wird jetzt auch mal exzessiv gerockt und gegroovt. Macht Spaß diese Nummer auch mal etwas „härter“ präsentiert zu bekommen.

Fazit: Einige Klassiker Barclay James Harvests befinden sich auf „Gone To Earth“. Dazu ist alles irgendwie schön und harmonisch anzuhören. Das mag für den einen oder anderen ein wenig langweilig sein, aber manchmal befinde zumindest ich mich genau in der Stimmung für genau diese Musik. Auch die fünf Zugaben haben durchaus ihren Reiz, sodass „Gone To Earth“ eines der guten Alben der Band ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hymn, Poor Man's Moody Blues, Hard Hearted Woman, Sea Of Tranquility, Medicine Man (live)






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