Sonntag, 11. Januar 2015

Archive – Axiom




Archive – Axiom


Besetzung:

Darius Keeler – keyboards, programming
Danny Griffith – sound effects
Pollard Berrier – vocals
Dave Pen – vocals, guitars
Jon Noyce – bass, moog bass
Steve "Smiley" Barnard – drums
Holly Martin – vocals
Maria Q – vocals
Steve Harris – guitars
Graham Prescett – piano


Label: PIAS


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: TripHop


Trackliste:

1. Distorted Angels (3:22)
2. Axiom (10:00)
3. Baptism (5:02)
4. Transmission Data Terminate (4:57)
5. The Noise Of Flames Crashing (4:16)
6. Shiver (7:32)
7. Axiom - Reprise (4:25)

Gesamtspieldauer: 39:37



Archive waren schon immer eine besondere Band. Das sind sie auch dieses Mal, mit ihrem neunten Album „Axiom“. Aber ist das überhaupt ein „normales“ Album? Die Musiker selber bezeichnen es als „Projekt“, denn dieses Album ist gleichzeitig auch ein Film, der neben der CD als DVD dem Album beiliegt. In diesem Film wird eine sehr düstere Science Fiction Geschichte erzählt. Er wurde in Schwarzweiß gedreht und zeigt in zum Teil sehr drastischen, beängstigenden und auch surrealen Bildern das Leben auf der Insel „Axiom“, auf der die „Religion der Glocke“ herrscht, die der Führer John Preacher predigt und mit Gewalt durchsetzt. Wer dieser „Glaubensrichtung“ nicht angehört, wird entsprechend verfolgt und bekämpft. Richtig gruselig zum Teil.

So düster wie der Film ist dementsprechend auch die dazugehörige Musik, die sich über den gesamten Film erstreckt. Und klar ist das wieder typisch Archive. Die Sounds und Beats kennt man von der Band. Das wiederum bedeutet für das Hörerlebnis allerdings keinen Abbruch. Die Musik ist unglaublich intensiv, genau wie die Bilder des Films. Somit bilden Musik und Film im Grunde genommen eine nicht zu trennende Einheit. Aber natürlich kann das Album auch sehr gut ohne den dazugehörigen Film gehört werden. Kraftvoll und intensiv wirkt dieses auch ohne die Bilder. Dabei sollte man sich zunächst jedoch unbedingt die Zeit nehmen, sich auf das zu Hörende zu konzentrieren. Nebenbei gehört, zudem beim ersten Mal, kann diese Musik nichts von ihrer Eindringlichkeit vermitteln und wirkt sogar, durch einige vorhandene treibende Parts, fast schon verstörend. Nein auf „Axiom“ muss man sich konzentrieren, um in eine musikalische Landschaft eintauchen zu können, die es wahrlich lohnt entdeckt zu werden.

Jedes Lied wirkt auf „Axiom“. Die beiden Titelstücke stellen dabei Instrumentalnummern dar. Und gerade der erste Part ist dabei absolut intensiv. Zwar benötigt dieser Titel einige Zeit, bis er so richtig durchstartet, da zu Beginn hauptsächlich Glockenläuten zu hören ist, wird dann jedoch umso packender und einnehmender. Eine Soundlandschaft breitet sich um den Hörer aus, die voller und intensiver kaum sein kann. Allgemein gibt es auf dem Album keinen Ausfall zu beklagen. Alles wirkt und klingt überzeugend. Auch die verschiedenen Sänger wissen, mit ihrem zum Teil an Verzweiflung grenzenden Gesang, immer wieder restlos zu überzeugen.

Fazit: Man kann es in einem Lexikon nachschlagen: Die Dystopie oder auch Anti-Utopie (von griechisch dys- = un; topos = Ort) genannt, ist eine Geschichte, die in einer negativen erfundenen Gesellschaft spielt. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines negativen Zukunftsbildes vor Entwicklungen in der Gegenwart warnen. Ob dies wirklich der Gedanke hinter der Story von „Axiom“ ist, kann ich nicht beurteilen. Der spanische Regisseur Jesus Hernandez hat jedoch genau solch eine Dystopie mit seinem Film erschaffen. Archive haben schließlich die passende Musik dazu geliefert. Oder war das Ganze genau andersherum? Das weiß ich ehrlich gesagt ebenfalls nicht, spielt auch keine Rolle, wenn man sich das Endergebnis ansieht und anhört. Das ist nämlich kurz gesagt ergreifend, berührend und überzeugend. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Distorted Angels, Axiom, Baptism, Transmission Data Terminate, The Noise Of Flames Crashing, Shiver & Axiom – Reprise. Ups, das ist ja alles…

Und hier gibt's den kompletten Film:



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