Dienstag, 24. Dezember 2013

David Bowie – Diamond Dogs




David Bowie – Diamond Dogs


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitars, saxophones, moog synthesizer, mellotron


Gastmusiker:

Earl Slick – guitar on "Rock 'n' Roll with Me"
Mike Garson – keyboards
Herbie Flowers – bass guitar
Tony Newman – drums
Aynsley Dunbar – drums
Alan Parker – guitar on "1984"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Art Rock, Glam Rock


Trackliste:

1. Future Legend (1:10)
2. Diamond Dogs (5:58)
3. Sweet Thing - Candidate - Sweet Thing (Reprise) (8:46)
4. Rebel Rebel (4:28)
5. Rock 'n' Roll With Me (4:02)
6. We Are The Dead (4:52)
7. 1984 (3:27)
8. Big Brother (3:26)
9. Chant Of The Ever Circling Skeletal Family (2:00)

Gesamtspieldauer: 38:09




Es gibt Platten, die begleiten einen das ganze Leben lang. Sie sind wie gute Freunde, mit denen sich trefflich über vergangene Zeiten philosophieren lässt, die Erinnerungen hervorrufen und es sogar fast schaffen, so ein gewisses Gefühl von „Heimat“ aufkommen zu lassen. Glücklicherweise kenne ich einige dieser treuen Begleiter und eine davon ist diese Platte: „Diamond Dogs“, das achte Studioalbum des David Bowie.

Mit den Titeln „Sweet Thing“ und „Big Brother“ enthält „Diamond Dogs“ dabei zwei Lieder, die mit zu dem Besten gehören, was David Bowie in seiner langen Karriere geschrieben hat. Beide Nummern besitzen dabei das gewisse Etwas, was Musik zu etwas Besonderem werden lässt. Die Lieder sind unglaublich melodiös und eingängig, allerdings ist es fast unmöglich sich an ihnen zu überhören. Gerade auch in Bezug auf den Hintergrundgesang, der diese einnehmende Stimmung noch verstärkt, sind beide Titel absolut perfekt arrangiert. Trotzdem klingt „Sweet Thing“ sogar ein wenig schräg, auf eine ganz bestimmte Weise „abgefahren“ und gerade in Bezug auf das Saxophon-Spiel des David Bowie nicht nur melodiös. Aber dann geht das Lied immer wieder in diese traumhaft schönen Abschnitte über, die es schaffen den Hörer zu rühren. „Big Brother“ ist da sogar noch ein wenig eingängiger. Durch Keyboard, Synthesizer und vor allen Dingen das Mellotron wird hier eine Stimmung erschaffen, die selbst George Orwell erfreut hätte.

Aber es gibt noch jede Menge mehr auf „Diamond Dogs“ zu entdecken. Das Album beginnt mit „Future Legend“ im wahrsten Sinne des Titels futuristisch. Man hört Geheule und dann eine etwas atonalen Hintergrundmusik, zu der David Bowie den Text spricht. Das Lied geht unter lautem Jubel, ohne Übergang, in den Titeltrack „Diamond Dogs“ über. Eine Rock-Nummer, nicht übermäßig melodiös, dafür mit umso mehr Groove. Es folgt das bereits erwähnte „Sweet Things“, welches durch „Candidate“ und „Sweet Things Reprise“ noch verlängert wird.

„Rebel, Rebel“, im Anschluss daran ist ebenfalls eine Rock-Nummer. Ganz okay, aber sicherlich nicht einer der Höhepunkte des Albums. „Rock 'n' Roll With Me” ist dann fast schon eine Ballade. Hier kann David Bowie sehr gut seine Stimme einsetzen und zur Geltung bringen. Sehr viel spannender wird es dann wieder mit „We Are The Dead“. Ebenfalls ein ruhiges Lied, sogar noch ruhiger als der Vorgänger klingt das Ganze ein klein wenig marode und hoffnungslos. Jetzt bewegt sich David Bowie allerdings auch wieder auf der sehr melodiösen Schiene, die zunächst nur durch einen kurzen Zwischenteil unterbrochen wird. Dann läuft allerdings alles auf die Einleitung zum nächsten Titel „1984“ hin – obwohl die Musik am Ende nochmals eine kurze Pause einlegt. „1984“ ist schließlich wohl das radiotauglichste Lied der gesamten Platte. Eine schöne Nummer, die auch wieder vom Gesang lebt.

Es folgt das bereits erwähnte „Big Brother“ und anschließend mit „Chant Of The Ever Circling Skeletal Family“ fast schon eine Sound-Kollage, bei der die Art der Musik mit Art Rock bestens umschrieben werden kann.

Fazit: „Diamond Dogs“ ist ein tolles Album geworden, welches zur Entstehungszeit sehr außergewöhnlich war, da David Bowie hier mal wieder neue Wege beschritt. Aber auch heute noch klingt das Album modern, spannend und innovativ und sein Alter ist der Musik kaum anzumerken, wenn man nicht unbedingt auf Casting Shows und Synthie-Pop steht. Vielleicht muss man in der heutigen Zeit dem Album ein klein wenig mehr Zeit zum „Reifen im Ohr“ geben, wenn man es noch nicht kennen sollte. Wenn man dieser Scheibe allerdings diese Zeit einräumt und offen ist für andere Töne, dann wird man reich beschenkt werden. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Sweet Thing, We Are The Dead, Big Brother



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