Mittwoch, 10. Januar 2018

Hugo Race & Michelangelo Russo – John Lee Hooker’s World Today




Hugo Race & Michelangelo Russo – John Lee Hooker’s World Today


Besetzung:

Hugo Race – vocals, beats and instruments
Michelangelo Russo – vocals, beats and instruments


Label: Rough Velvet Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Art Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Hobo Blues (9:50)
2. Love Blues (3:06)
3. Serves You Right To Suffer (6:11)
4. Decoration Day (5:46)
5. The World Today (3:49)
6. The Motor City's Burning (6:54)
7. Country Boy (6:03)
8. When My First Wife Left Me (5:58)

Gesamtspieldauer: 47:41



John Lee Hooker hätte im Jahr 2017 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Anlass genug für Hugo Race zusammen mit Michelangelo Russo dem Wegbereiter des Blues und auch musikalischen Vorbild die Aufwartung zu machen. Auf „John Lee Hooker’s World Today“ hört man acht Blues-Nummern des John Lee Hooker, die durch die beiden Musiker Race und Russo in das Jahr 2017 transferiert wurden. So würde sich die Musik des John Lee Hooker heute anhören – zumindest nach Meinung von Hugo Race und Michelangelo Russo.

Blues ist das nicht mehr so wirklich, den man auf dieser Scheibe zu hören bekommt. Blues bildet vielleicht noch den Unterbau der Lieder, das Ergebnis ist allerdings sehr sphärische Musik, angefüllt mit elektronischen Tönen, zwischen Ambient und Avantgarde pendelnd. Keine melodische Musik erklingt auf „John Lee Hooker’s World Today“, jedoch sehr intensive und volle. Dumpf und tieftraurig klingt das alles, was angeblich in einer einzigen Nacht in Boris Wilsdorfs Tonstudio in Berlin aufgenommen wurde. Boris Wilsdorf kennt man als Produzenten der Einstürzenden Neubauten und dieser hat hier ebenfalls ganze Arbeit geleistet. Denn aus den Titeln des John Lee Hooker wurden keine einfachen Cover-Versionen gezogen, bei Hugo Race und Michelangelo Russo wurden aus den Liedern ganz neue, fast schon eigene Songs der beiden, die am ehesten noch durch die Texte an deren Ursprung erinnern.

Die ursprünglich deutlich kürzeren Titel wurden ausgedehnt, mit Hall- und Echo-Effekten verfremdet und in ein sphärisches Ganzes überführt. Das klingt durchaus eindrucksvoll und interessant, allerdings wirkt das Ganze auch als Ganzes. Soll heißen, dass einzelne Lieder sich kaum mehr unterschieden lassen. Die mit dem ersten Takt des ersten Liedes eingeschlagene düstere und dumpfe Atmosphäre wird bis zum letzten Takt des letzten Liedes konsequent durchgezogen. Die einzelnen Titel verschwimmen, lassen sich nicht mehr voneinander abgrenzen, auch wenn zwischen ihnen etwa zwei Sekunden der Stille herrschen. Einheitlich klingt „John Lee Hooker’s World Today“ dabei ganz sicher, leider jedoch auch ein wenig langweilig auf die Dauer.

Fazit: Eine intensive atmosphärische Reise tritt man an, wenn man „John Lee Hooker’s World Today“ auflegt. Ursprünglich waren das alles Blues Titel des amerikanischen Musikers, die hier von bei Hugo Race und Michelangelo Russo bearbeitet wurden. Blues kann man die Musik kaum mehr nennen, eher Ambient bis Avantgarde. Immer ist die Musik dabei sphärisch, sehr sphärisch. Einzelne Lieder oder gar Höhepunkte, bilden sich dabei nicht heraus. „John Lee Hooker’s World Today“ klingt zwar interessant und zunächst auch spannend, im Laufe der Minuten kann sich das Album jedoch auch ziehen. Leider. Dabei ist die Musik sehr intensiv, zumindest für den Moment des Hörens. Nachwirken kann sie jedoch nicht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Serves You Right To Suffer



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