Montag, 25. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Stereotomy





The Alan Parsons Project – Stereotomy


Besetzung:

Eric Woolfson – pianos, vocals
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass
Stuart Elliott – drums, percussion
Richard Cottle – synthesizers, saxophones
John Miles – vocals
Chris Rainbow – vocals
Gary Brooker – vocals
Graham Dye – vocals
Steve Dye – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, New Wave, Rock


Trackliste:

1. Stereotomy (7:15)
2. Beaujolais (4:27)
3. Urbania (Instrumental) (4:34)
4. Limelight (4:39)
5. In The Real World (4:17)
6. Where's The Walrus? (Instrumental) (7:34)
7. Light Of The World (6:22)
8. Chinese Whispers (Instrumental) (1:02)
9. Stereotomy Two (1:18)


Bonus Tracks:

10. Light Of The World (Backing Track) (6:14)
11. Rumour Goin' Round (Demo) (5:02)
12. Stereotomy (Eric Woolfson Guide Vocal) (6:38)
13. Stereotomy (Backing Rough Mix) (1:24)




Kaum zu glauben, aber nach dem absoluten Tiefpunkt mit “Vulture Culture” hat es das Alan Parsons Project doch noch mal geschafft, eine zumindest etwa bessere Platte auf den Markt zu bringen. „Stereotomy“ heißt diese und veröffentlicht wurde sie 1986. Was beim Hören des Albums sofort auffällt ist der geänderte Stil. Waren es zu Beginn der Band noch Pop mit Prog-Einflüssen, so entwickelte sich das Alan Parsons Project mit jeder Veröffentlichung weiter zu einer reinen Pop-Band, die später auch noch nicht mal mehr gute Pop-Platten auf den Markt brachte. Hier, mit „Stereotomy“, gingen Eric Woolfsson und Alan Parsons noch mal einen Schritt in eine neue Richtung, denn „Steretomy“ klingt schon sehr nach New Wave. Der Zeitgeist hatte also zugeschlagen.

Offensichtlich wird dies bei den beiden „Stereotomy“-Stücken, die das ganze Album einrahmen. Die beiden Nummern haben einen treibenden Beat und zeichnen sich auch durch das Vorhandensein der etwas „schwereren“ Gitarren aus, sodass die Musik immer wieder auch in die Richtung Rock abdriftet. Gänzlich nach New Wave klingt es dann beim zweiten Titel „Beaujolais“. Ganz interessant, allerdings konnten dies andere Bands, die mit dieser Musik starteten, dann doch noch einen Tick besser.

„Urbania“ ist eine mitunter etwas härtere Instrumentalnummer, die zeitweise richtig gut groovt. Und dann folgt mit „Limelight“ eines der Höhepunkte des Albums. Ein richtig schöner Song mit eingängiger und harmonischer Melodie. Hier beweisen Eric Woolfson und Alan Parsons dann noch einmal, dass sie nach „Ammonia Avenue“ und „Vulture Culture“ doch noch Pop-Songs komponieren können, die ein etwas längeres Verfallsdatum haben. „In The Real World“ startet wie ein Rock-Lied. Und das bleibt dann auch so im weiteren Verlauf des Stücks. Richtig überzeugen kann dieses Lied allerdings nicht. Es klingt so wie eine 08/15-Mainstream-Rocknummer. Nicht schlecht, eben aber auch nichts Besonderes.

Etwas Besonderes wartet dann allerdings doch noch auf den geneigten Zuhörer. „Where’s The Walrus“ ist eine packende Instrumentalnummer, die vibriert und pulst. Das Lied erinnert irgendwie an das Stück „The Race“ von Yello. Da Letzteres allerdings zwei Jahre später, also 1988 auf der Platte „Flag“ veröffentlicht wurde, kann ein gewissen „Abkupfern“ aus England in Richtung zur Schweiz nicht stattgefunden haben. Aber vielleicht ist die Ähnlichkeit ja auch nur zufällig oder eingebildet. Das Lied ist auf jeden Fall klasse und beinhaltet einen Break, bei dem absolute Ruhe herrscht, um dann wieder los zu vibrieren.

„Light Of The World“ geht dann leider wieder ein wenig in die Richtung Schnulze. Alles wirkt so getragen und „schlimm“, dass man da irgendwie gar nicht richtig hinhören möchte. Es folgt mit „Chinese Whispers“ noch mal eine kurze Instrumentalnummer. Die ist mit einer Minute wahrlich nicht lang und eher sphärisch angelegt. Etwas „chinesisches“ hört man hier auch nur mit ganz viel Phantasie heraus. Dann wurde die Platte, wie oben bereits erwähnt, mit „Stereotomy Two“ richtig rockig beendet.

Auf der remasterten Version von 2008 gibt es noch vier Bonus-Tracks zu hören. Der erste ist die Instrumentalfassung des Liedes „Light Of The World“. Allerdings gewinnt der Song auch ohne Gesang nicht an Klasse. Anschließend folgt mit „Rumour Goin' Round“ ein Stück, welches es nicht auf das Album geschafft hat. Es liegt in der Demo-Version vor, vom Gesang hört man nur ein „Lalala“. Ansonsten ist es auch ein Rockstück, in dem die Abwechslung zwischen härteren und sanfteren Abschnitten im Vordergrund steht. Es folgen noch zwei Demo-Versionen des Titeltracks, bei der die erste dieses Mal von Eric Woolfson gesungen wird.

Fazit: “Stereotomy”, das vorletzte Album des Alan Parsons Projects war zumindest wieder ein Schritt in die richtige, die bessere Richtung. Hier sind die weniger guten Stücke nicht ganz schlecht und die „besseren Lieder“ gibt es auch auf dem Album. Auf der Platte findet sich ein Stilmix von Pop über New Wave zu Rock – für Abwechslung ist also gesorgt. Und, das sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben, die klangliche Qualität ist natürlich, wie bei allen Veröffentlichungen des Alan Parsons Projects, wieder erstklassig. Das ergibt wohl verdiente sieben Punkte.

Anspieltipps: Stereotomy, Limelight, Where's The Walrus?



Sonntag, 24. Juni 2012

Pink Floyd – Masters Of Rock





Pink Floyd
– Masters Of Rock


Besetzung:

David Gilmour – lead guitar, vocals
Nick Mason – drums
Roger Waters – bass guitar, vocals
Richard Wright – keyboard, vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Psychedelic Rock, Pop Rock


Trackliste:

1. Chapter 24 (3:36)
2. Mathilda Mother (3:03)
3. Arnold Layne (2:51)
4. Candy And A Current Bun (2:38)
5. The Scarecrow (2:07)
6. Apples And Oranges (3:01)
7. It Would Be So Nice (3:39)
8. Paint Box (3:27)
9. Julia Dream (2:28)
10. See Emily Play (2:50)




Der Sampler “Masters Of Rock” enthält neben Titeln, die bereits auf “The Piper At The Gates Of Dawn” (“Chapter 24”, “Mathilda Mother” und “The Scarecrow”) veröffentlicht wurden auch Stücke, die es auf die Zusammenstellung “Relics” geschafft haben („Arnold Layne“, „Paint Box”, “Julia Dream” und “See Emily Play“).

Bleiben noch drei Titel übrig: „Candy And A Currant Bun“, „Apples And Oranges“ sowie „It Would Be So Nice“. Die ersten beiden Nummern stammen aus der Feder Syd Barretts, „It Would Be So Nice“ wurde von Richard Wright geschrieben. Alle drei Stücke sind B-Seiten von Singles aus den 60er Jahren, von denen „Apples And Oranges“ später noch auf dem Syd Barrett Sampler „An Introduction To Syd Barrett“ veröffentlicht wurde.

Musikalisch hört man den Titeln ihren Ursprung bezüglich der Entstehungszeit sehr gut an. Da gibt es bei „Candy And A Currant Bun“ jede Menge „Aaaahs“ und „Uuuuhs“, allerdings auch einen sehr psychedelischen Mittelteil, der an „Interstellar Overdrive“ und „Astronomy Domine“ erinnert. Von dem Stück gibt es übrigens auch eine ziemlich gute Coverversion von „The Mars Volta“.

„Apples And Oranges“ ist ein Pop-Lied, absolut typisch für die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine ziemlich einfache und eingängige Melodie wurde mit Sätzen wie „I love she, she loves me“ verziert und zusätzlich noch mit einem Refrain versehen, der so oft wiederholt wird, dass er bereits am Ende des Stücks Teil des ganzen bisherigen Lebens des Hörers zu sein scheint. Psychedelisch ist hier allerdings gar nichts.

Bliebe noch „It Would Be So Nice“ aus dem Jahr 1968. Als B-Seite der Single „Julia Dream“ schaffte es das Lied ebenfalls nie auf ein offizielles Studioalbum von Pink Floyd. Der Titel ist bezeichnend für die Stücke von Rick Wright am Anfang der Karriere der Band. Ebenfalls nicht gerade psychedelisch, jedoch melodiös, abwechslungsreich und durchaus hörenswert.

Fazit: Die Serie “Masters Of Rock” gab es auch von anderen Bands wie Deep Purple oder den Ramones. Auf dem Cover steht zusätzlich noch „Vol. 1“, ein „Vol. 2“ ist meines Wissens nach jedoch nie erschienen. Es gibt allerdings noch zwei weitere Cover-Versionen. Eine ohne diesen Zusatz „Vol. 1“ und eine graue Ausführung, bei der die Musiker in einer Art Kunstdruck wiedergegeben sind und zum Teil keinen Hals haben. Die meisten Stücke der Platte gibt es bereits auf „The Piper At The Gates Of Dawn“ und auf „Relics“. Somit lohnt sich der Erwerb auch nur für eingefleischte Pink Floyd Fans, die wirklich alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Die drei „rareren“ Songs stellen keine Meilensteine im Schaffen von Pink Floyd dar, sind jedoch ganz nett und interessant anzuhören, wenn man weiß, wie die Band sich weiter entwickelte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Candy And A Current Bun, Apples And Oranges, It Would Be So Nice




Samstag, 23. Juni 2012

Uriah Heep – …very ‘eavy …very ‘umble





Uriah Heep – …very ‘eavy …very ‘umble


Besetzung:

David Byron – lead vocals
Ken Hensley – organ, slide guitar, mellotron, piano and vocals
Mick Box – lead guitar, acoustic guitar, vocals
Paul Newton – bass guitar, vocals
Ollie Olsson – drums, percussion


Gastmusiker:

Alex Napier – drums all tracks except “Dreammare” and “Lucy Blues”
Colin Wood – keyboard on “Melinda” and “Wake Up”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1970 / 2004


Stil: Hard Rock, Blues


Trackliste:

1. Gypsy (6:38)
2. Walking In Your Shadow (4:30)
3. Come Away Melinda (3:49)
4. Lucy Blues (5:10)
5. Dreammare (4:40)
6. Real Turned On (3:39)
7. I'll Keep On Trying (5:27)
8. Wake Up (Set Your Sights) (6:28)


Bonustracks:

9. Bird Of Prey (4:08)
10. Born In A Trunk ( 4:32)
11. Come Away Melinda (Previously Unreleased Version) (4:17)
12. Gypsy (Extended Version) (7:08)
13. Wake Up (Set Your Sights) (Previously Unreleased Version) (6:32)
14. Born In A Trunk (Instrumental) (4:36)
15. Dreammare (BBC Session 5/5/70) (3:08)
16. Gypsy (BBC Session 5/5/70) (5:14)




„…very ‘eavy …very ‘umble“ ist das Debut-Album von Uriah Heep aus dem Jahr 1970. Und zum Teil ist das wirklich beeindruckend, was die britische Band, die sich nach einer Figur aus Charles Dickens‘ Roman „David Copperfield“ benannte, auf ihrem ersten Album dem Hörer darbietet. Das beginnt gleich mit dem Cover-Foto der Platte beziehungsweise CD, welches als durchaus eindrucksvoll und einprägsam bezeichnet werden kann. Dort sieht man das Gesicht David Byrons‘, dem Sänger der Band, überzogen von Spinnweben und mit weit aufgerissenem Mund. Richtig ekelhaft. Weiterhin ist festzustellen, dass Ken Hensley, der sich auf späteren Veröffentlichungen der Band häufig für die Kompositionen verantwortlich zeigte, hier auf „„…very ‘eavy …very ‘umble“ noch an keiner Entstehung eines Lied beteiligt war. Dafür zeichneten sich beim Debut David Byron und vor allem Mick Box hauptsächlich für Text und Musik aus.

Das Album beginnt gleich mit einem der Klassiker im Songkatalog der Band. „Gypsy“ ist wahrlich eine mitreißende Nummer. Hier wird gerockt, was das Zeug hält und trotzdem ist das Lied überaus melodiös und eingängig. Und wer auf den fetten Hammond-Orgel Sound steht, der Anfang der 70er Jahre in der Rockmusik so in war, der wird mit „Gypsy“ bestens bedient. Dabei ist das Lied überaus abwechslungsreich in seinen verschiedenen Teilen und streift dabei auch das Genre „Progressive Rockmusik“.

„Walking In Your Shadow“, Track Nummer 2 der CD beziehungsweise Platte, kann damit nicht mithalten. Ein Rocker, der weder besonders nach oben, noch nach unten ausschlägt. Nichts Besonderes eben. Das gibt es aber gleich wieder mit „Come Away Melinda“. Eine absolut klasse, naja, wohl Ballade, die nicht von Uriah Heep geschrieben wurde, also ein Cover. Das Stück wird toll mit einer Flöte eingeleitet, ist akustisch instrumentiert, sanft und leise und verfügt über eine wunderschöne Melodie. Dazu gesellt sich noch ein schön arrangierter Hintergrundgesang und fertig ist das überaus stimmungsvolle Lied. Ein weiterer Höhepunkt des Debut-Albums der britischen Band.

„Lucy Blues“ ist, wie der Name schon sagt, ein Blues. Das Lied langweilt unglaublich, bin mir aber nicht ganz sicher, ob nur ich nichts damit anfangen kann. Deutlich rockiger wird es dann wieder bei „Dreammare“. Das Lied beginnt richtig gut, kann dieses Niveau allerdings nicht halten, was nicht zuletzt an diesem „La-la-la-la-la“ Gesinge liegt. Das geht einem fürchterlich schnell auf den Senkel. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich auch die Melodie bereits beim zweiten Hören als überaus einfach und platt herausstellt.

Kompromissloser präsentiert sich da „Real Turned On“. Hier wird durchgerockt, ein paar nette Breaks werden gesetzt und das Lied zieht vorbei, ohne einen in irgendeiner Art und Weise groß zu belasten oder zu beeindrucken. Das gelingt im positiven Sinn dann deutlich besser bei „I'll Keep On Trying“. Das Stück startet mit einem schönen Orgellauf und diesen, für Uriah Heep so typischen Chorgesang gibt es auch gleich zu Beginn zu hören. Das Stück ist aus mehreren Parts aufgebaut, vom sehr ruhigen bis hin zum treibenden Teil. Es kommt zwar nicht an die Klasse von „Gypsy“ heran, hörenswert ist es allerdings doch. Selbiges lässt sich auch für das ehemals letzte Lied des Albums, „Wake Up (Set Your Sights)“ sagen beziehungsweise schreiben. Die Nummer ist erneut abwechslungsreich, steigert sich und groovt auch immer wieder. Allerdings geht ihm, genau wie dem Vorgänger, diese Melodie ab, die sich beim Hörer festsetzt. Und damit kommt es auch über den Status „durchaus hörenswert, allerdings nichts Besonderes“ auch nicht hinweg. Das Lied geht etwa ab der Mitte des Stücks in einen sehr ruhigen, schwebenden Part über. Und hier wird es jetzt sogar ein wenig progressiv und auch deutlich besser.

Die Zugaben sind üppig auf der remasterten Version vertreten. Da bekommt man als Bonus gleich „Bird Of Prey“ kredenzt, in der Veröffentlichung, die sich auf dem Album „Salisbury“ in der Version für den amerikanischen Markt befand. Und das Lied stellt auch in dieser Ausführung einen Höhepunkt dar. „Born In A Trunk“ kann dagegen nicht wirklich packen und begeistern. Die restlichen sechs Titel sind Variationen des bisher Gehörten. Alles bisher unveröffentlichte Versionen oder aber Versionen, die im Rahmen einer BBC Session entstanden sind. Besonders gelungen ist dabei die „extended version“ von „Gypsy“. Selbiges gilt auch für die alternative Version von „Come Away Melinda“, die auch länger ist, als die offizielle Veröffentlichung auf dem Album.

Fazit: An die Klasse der beiden Nachfolgeralben kommt „…very ‘eavy …very ‘umble“ nicht ganz ran. „Gypsy“ und „Come Away Melinda“ sind klasse Stücke - kein Zweifel. Der Rest ist allerdings allerhöchstens noch Durchschnitt und erreicht diesen noch nicht mal immer. Somit ist die Platte natürlich ein Muss für jeden Uriah Heep und David Byron Fan, genauso wie für die Rocker, die den Hard Rock der ersten Stunden zu schätzen wissen. Daraus ergeben sich für dieses Debut-Album von Uriah Heep neun Punkte.

Anspieltipps: Gypsy, Come Away Melinda, Bird Of Prey, Gypsy und Come Away Melinda in den “extended versions”



Freitag, 22. Juni 2012

Barclay James Harvest – …And Other Short Stories





Barclay James Harvest – …And Other Short Stories


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Barclay James Harvest Symphony Orchestra


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop


Trackliste:

1. Medicine Man (3:58)
2. Someone There You Know (3:48)
3. Harry's Song (3:54)
4. Ursula (The Swansea Song) (2:54)
5. Little Lapwing (4:59)
6. Song With No Meaning (4:22)
7. Blue John's Blues (6:50)
8. The Poet (4:55)
9. After The Day (4:48)


Bonus Tracks:

10. Brave New World (Demo) (3:59)
11. She Said (BBC Session) (8:42)
12. Galadriel (BBC Session) (3:06)
13. Ursula (The Swansea Song) (BBC Session) (2:54)
14. Someone There You Know (BBC Session) (3:47)
15. Medicine Man (BBC Session) (7:48)




Lediglich neun Monate nach dem zweiten Studioalbum „Once Again“, veröffentlichte die britische Band Barclay James Harvest noch im November desselben Jahres bereits ihr drittes Album mit dem Titel „Barclay James Harvest And Other Short Stories“. So etwas nennt man wohl Kreativitätsphase, denn auch dieses neue Album ist überaus gelungen und hält einige Höhepunkte im Schaffen von Barclay James Harvest parat.

Das beginnt gleich mit dem Opener „Medicine Man“, ein Klassiker auf jedem Konzert der Band. Und hier bekommt man es gleich wieder zu hören, das, für was Barclay James Harvest im Allgemeinen steht: Wunderschöne und eingängige Melodien. Das Ganze wurde wieder unterstützend instrumentiert mit dem Barclay James Harvest Symphony Orchestra, welches sich aus Musikstudenten zusammensetzte. Und so ergibt sich dieser symphonische Klang, der so überaus eingängig den Weg zum Ohr des Hörers findet. Damit sei an dieser Stelle auch auf den letzten Bonus-Track der remasterten Version von 2002 verwiesen. Hier ist „Medicine Man“ ohne Orchester während einer BBC-Session eingespielt worden. Und das macht das Stück sehr viel druckvoller. Die Streicher und Bläserparts wurden durch das Mellotron Woolly Wolstenholmes ersetzt und Mel Prichard verleiht dem Stück, durch sein sehr viel intensiveres und druckvolleres Schlagzeugspiel, deutlich mehr Schwung. Eine überaus gelungene Alternative zum Original, welches zeitlich gesehen ein Jahr früher entstand.

“Someone There You Know”, das zweite Stück des Albums, ist ein eingängiger Popsong, der allerdings nicht ganz an die Klasse des Vorgängers heranreicht. „Harry's Song” ist dann sehr viel rhythmischer und besitzt erneut so eine Melodie, die man sich merkt, die sich einprägt. Ein richtig guter Song. “Ursula (The Swansea Song)” klingt anschließend nach den 60er Jahren. Erneut sehr eingängig, allerdings auch sehr zuckersüß mit Flöten und Streichern, schafft es das Lied doch, nicht kitschig zu wirken und wirkt auf seine Art sehr verträumt und ein wenig melancholisch.

Das fünfte Stück des Albums heißt „Little Lapwing“ und wurde genau wie das darauf folgende Stück „Song With No Meaning“, von Les Holroyd in alleiniger Regie geschrieben. Das wiederum hat er auf anderen Alben allerdings deutlich besser hinbekommen. Denn beide Stücke langweilen irgendwie. Ist “Little Lapwing” noch sehr orchestral instrumentiert und wirkt sehr getragen, so wird der Gesang Les Holroyds bei „Song With No Meaning“ von der Akustik-Gitarre begleitet. Allerdings wirkt gerade letzter Song so was von schwülstig, auch durch einen unglaublich schmalzigen Hintergrundgesang, sodass man am liebsten sofort die Fernbedienung der Stereoanlage zur Hand nehmen möchte, um das Lied zu überspringen.

Sehr viel interessanter wird es dann wieder mit „Blue John's Blues”. Das Lied beginnt sehr langsam und zeichnet sich sofort wieder durch eine schöne Melodie aus. Und schließlich rockt der Titel sogar mit dem Refrain richtig los. Eine schöne Abwechslung auf dem sonst doch so ruhigen Album. Und dieser Unterschied zu den anderen Stücken wird mit dem Verlauf des Liedes immer offensichtlicher beziehungsweise hörbarer, da hier nicht nur gerockt wird, sondern auch schrägere Töne Einzug halten und alles noch zusätzlich ein wenig aufpeppen.

Was folgt, ist „The Poet” und dieses Lied geht in eine ganz andere Richtung. Jetzt wird es fast schon zur Kammermusik, was man hier zu hören bekommt. Woolly Wolstenholme zeichnet sich für dieses Stück aus und das ist ihm überaus gelungen. Nur mittels des Orchesters instrumentiert wirkt hier alles so zerbrechlich und fast schon verletzlich. Richtig toll gemacht. Das Ende des Stücks stellt dann den Übergang zu “After The Day” dar, welches wie “Medicine Man” und “Blue John’s Blues” aus der Feder von John Lees stammt. Und auch „After The Day“ ist ein Höhepunkt des Albums. Von der orchestralen Instrumentierung geht es lückenlos in die Rockinstrumentierung über. Das Lied verfügt wieder über eine klasse Melodie, die einen packt. Ein Mellotron erfüllt den Raum und alles klingt – bis das Lied jäh endet.

Nun, die remasterte Fassung ist auch dieses Mal mit Bonus-Titeln versehen worden. Sechs an der Zahl sind es dieses Mal, wobei die alternative Version von „Medicine Man“ bereits erwähnt wurde. „Brave New World (Demo)“ ist eine Nummer mit Gesang und Akustik-Gitarre. Ruhig und ein wenig sentimental klingt das Lied. Dann folgen vier Versionen einer BBC Session, wobei „She Said“ und „Galadriel“ vom Vorgängeralbum „Once Again“ stammen und dort bereits zu den Höhepunkten gezählt werden konnten. Somit bleibt festzuhalten, dass auch diese vier Titel durchaus hörenswert sind.

Fazit: Barclay James Harvest haben noch mal eine Schippe draufgelegt und das gute Album „Once Again“ sogar noch getoppt. Auf „Barclay James Harvest And Other Short Stories“ kann man in Melodien schwelgen und sich treiben lassen. Das Gegenteil von Hard Rock, also Soft Rock ist dieses Album nicht. Auch Melodic Rock würde die Platte nicht richtig beschreiben. Orchestral Rock kommt dem Inhalt des dritten Barclay James Harvest Albums wohl am nächsten. Eine richtig gute Platte, die elf Punkte absolut verdient hat.

Anspieltipps: Medicine Man, Harry's Song, Ursula (The Swansea Song), Blue John's Blues, The Poet, After The Day, Medicine Man (BBC Session) und auch die anderen Zugaben.



Donnerstag, 21. Juni 2012

Tori Amos – Midwinter Graces


 


Tori Amos – Midwinter Graces


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, harpsichord, wurlitzer


Gastmusiker:

Matt Chamberlain – drums, percussion, bells
Jon Evans – bass
John Philip Shenale – synthesizers, samples, string and brass arrangement, string and brass conduction
Kelsey Dobyns – guest vocals
Bruce Burchmore – lute
Tony Kadleck – flugelhorn, trumpet
Bob Millikan – flugelhorn, trumpet
Brian Pareshi – flugelhorn, trumpet
Tom Malone – trombone
Keith O’Quinn – trombone
Dan Levine – trombone
Dave Taylor – bass trombone
Natashya Hawley – answer vocal
Mac Aladdin – guitars
Lon Price – orchestration
James De La Garza – trumpet
Ronnie Cuber – baritone saxophone
Lawrence Feldman – alto saxophone, clarinet
Sam Bortka – tenor saxophone, bass clarinet
Bob Malach – tenor saxophone, clarinet
Sowie jede Menge Violinen-, Viola- und Cello-Spieler


Label: Universal Republic Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop


Trackliste:

1. What Child, Nowell (3:46)
2. Star Of Wonder (3:51)
3. A Silent Night With You (3:24)
4. Candle: Coventry Carol (3:19)
5. Holly, Ivy And Rose (4:45)
6. Harps Of Gold (3:11)
7. Snow Angel (3:44)
8. Jeanette, Isabella (4:28)
9. Pink And Glitter (4:58)
10. Emmanuel (3:01)
11. Winter's Carol (From The Light Princess) (5:23)
12. Our New Year (4:14)

Gesamtspieldauer: 48:04



Lediglich sechs Monate nach „Abnormally Attracted To Sin“ veröffentlichte Tori Amos, pünktlich zur Weihnachtszeit, ein Album – mit Weihnachtsliedern oder besser gesagt Weihnachts- und Winter-Liedern. Bei sieben der zwölf Stücke handelt es sich dabei um traditionelle Lieder, die von Tori Amos neu arrangiert, mit neuem Text und zusätzlichen Musikparts ausgestattet wurden. Die restlichen fünf Stücke sind vollständige Eigenkompositionen.

Hat das hier noch was mit progressiver Rockmusik zu tun, die Tori Amos in ihren Anfängen auch immer wieder streifte? Nein, denn auf „Midwinter Graces“ gibt es zwar verschiedene Stile zu hören, aber wahrlich nichts mehr Progressives. Da wird dem Hörer „Es ist ein Ros entsprungen“ in einer bearbeiteten Fassung kredenzt (Holly, Ivy And Rose), genau wie ein Swing (Pink And Glitter), der vielleicht dann seinen Reiz entfaltet, wenn man auf Big Band und Frankie Boy steht. Und schließlich gibt es auch solch Songs wie „Star Of Wonder“, bei dem Tori Amos ihre Musik mit orientalischen Klängen verbindet. Auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig.

Der Rest ist überaus getragen und passt von der musikalischen Stimmung perfekt in den Winter. Angenehm dabei ist, dass hier oftmals das Piano und der Gesang Tori Amos‘ im Vordergrund stehen. Packen kann einen die Musik allerdings trotzdem nicht richtig oder besser gesagt nur an wenigen Stellen. Oftmals ist alles einfach irgendwie zu süß, zu überzuckert. Stellvertretend sei hier „Silent Night With You“ genannt. Die Streicher schmachten, der Gesang ist zu getragen, vom Text ganz zu schweigen. Hier ist also nichts mehr feierlich, nur noch alles zuckersüß.

Noch am gelungensten, wenn auch ebenfalls sehr getragen, sind die Stücke „Winter’s Carol (From The Light Princess)“ und „Snow Angel“. Schöne Melodien, die sehr viel eher hängenbleiben, wobei hier die Texte fast schon in Richtung Kinderbuch abdriften. Nicht weiter verwunderlich, wenn man sich dazu noch die Bilder des Covers und des Booklets zu Gemüte führt. Hier bewegt sich Tori Amos nicht in der Nähe des Kitsches, hier ist sie mittendrin.

Fazit: Das Album ist was für Tori Amos Fans, die eben alles von ihr haben wollen, um ihre Sammlung zu vervollständigen. Abwechslung gibt es sogar auf dem Album, wenn auch die getragenen Teile überwiegen. Begeistern kann hier allerdings nur wenig, aber immerhin gibt es die paar gelungenen Stellen. Vielleicht reichen ja sechs Monate nach einer Veröffentlichung auch nicht aus, um schon wieder ein Album auf den Markt zu bringen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: What Child Nowell, Snow Angel, Winter's Carol (From The Light Princess), Our New Year



Mittwoch, 20. Juni 2012

The Nits – In The Dutch Mountains





The Nits – In The Dutch Mountains


Besetzung:

Henk Hofstede – vocals, guitar
Robert Jan Stips – keyboards
Rob Kloet – drums
Joke Geraets – double bass


Gastmusiker:

Lieve Geuens – vocals
Jolanda De Wit – vocals
Saskia Van Essen – vocals
Jaap Van Beusekom – steel guitar


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. In The Dutch Mountains (3:27)
2. J.O.S. Days (3:13)
3. Two Skaters (6:52)
4. Pelican And Penguin (3:58)
5. In A Play (das Mädchen im Pelz) (3:37)
6. Oom-Pah-Pah (1:22)
7. The Panorama Man (3:29)
8. Mountain Jan (4:43)
9. One Eye Open (3:16)
10. An Eating House (5:54)
11. The Swimmer (3:51)
12. Good Night (2:44)
13. Strangers Of The Night (4:28)
14. The Magic Of Lassie (1:39)
15. Moon And Stars (4:31)

Gesamtspieldauer: 57:03




Mit New Wave Musik startete die niederländische Band The Nits Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ihre Karriere. Aber ist das 1987, zum Zeitpunkt des Entstehens von „In The Dutch Mountains“, noch New Wave? Nur noch in Ansätzen. Sehr viel häufiger hört man auf dem Album Pop Musik. Pop Musik, die allerdings häufig richtig spannend und gut gemacht ist. Noch kurz ein Wort zur CD Veröffentlichung. Die unterscheidet sich von der ursprünglichen Plattenversion durch eine andere Anordnung der Songs und zudem befindet sich an 15. Stelle das Lied „The Magic Of Lassie“, welches auf der Plattenversion nicht vorhanden ist.

Die CD startet mit dem Titeltrack „In The Dutch Mountains“. Mit dem Lied, welches den bisher größten Erfolg der Band darstellt. Und das Stück ist wahrlich ein Ohrenschmaus. Tolle, melodiöse und eingängige Melodie, ein unverwechselbarer Groove und ein reichlich seltsamer Text machen das Lied zu einem Meisterwerk. Und dann gibt es in diesem, noch nicht einmal dreieinhalb Minuten langen Stück, sogar noch einen ganz ruhigen Mittelteil, in dem eine Frau ihr „Ah-Aaaah“ so wunderschön hinaussingt, bevor das Lied wieder an Fahrt aufnimmt und nun orchestral instrumentiert wird. Richtig klasse gemacht.

Das war er, der Höhepunkt. Das nächste Stück „J.O.S. Days“ war ebenfalls ein Single-Hit, erreicht allerdings nicht mehr die Klasse seines Vorgängers. Einfacher Pop wäre für diesen Song die richtige Überschrift. „Two Skaters“ ist anschließend sehr sphärisch und nur ganz zurückhaltend instrumentiert und erinnert in seiner Ruhe ein wenig an die späteren Alben von Talk Talk. „Pelican And Penguin“ klingt mit all seinen Tönen und seiner Melodieführung ein wenig wie ein Spaßlied und ist ein Titel, welcher einfach nicht so richtig zünden will. Ganz anders wiederum, fast schon ein klein wenig ambient-mäßig, hört sich „In A Play (das Mädchen im Pelz)“ an. Unterstrichen wird dieser Eindruck noch durch den Einsatz der Steel Guitar. Es folgt „Oom-Pah-Pah“. Wieder eine sehr ruhige, allerdings auch sehr kurze und melodiöse Nummer. Ein netter kleiner Einschub.

„The Panorama Man“ ist im Anschluss daran wieder Pop pur, bei dem Zirkusmusik mit verarbeitet wurde. Sehr viel ruhiger und ein wenig sphärisch startet schließlich „Mountain Jan“. Das Lied ist zu Beginn eine fast schon schwebende Nummer, die dann durch russische Anleihen aufgepeppt wird und an Fahrt gewinnt. Wirklich interessant gemacht und wahrlich kein Stück für das Radio. „One Eye Open“ kann man getrost wieder als eingängigen Pop-Song bezeichnen, sanft und fast schon ein wenig getragen, kann das Lied allerdings auch mit seiner Stimmung überzeugen.

Deutlich rasanter wird die „Fahrt“ wieder mit „An Eating House“, obwohl sich hierin auch ein kurzer und sehr ruhiger Part versteckt. Der Text ist ein wenig abstrus, denn ein Restaurant erzählt hier seine Geschichte (I am an eating house…“). Mit „The Swimmer“ folgt anschließend ein weiterer Höhepunkt des Albums. Ein ruhiges, klasse akzentuiertes Lied. Sehr moll-lastig beschwört das Stück eine wunderschöne und melancholische Stimmung hervor, die vom Piano getragen wird. „Good Night“ langweilt dagegen ein wenig. Dieses ewige Wiederholen der Worte „Good Night“ nervt bereits nach kurzer Zeit. Und auch „Strangers Of The Night“ ist kein Highlight des Albums. Das Stück soll wohl ein wenig swingen, so zumindest klingt das Piano. Lustig gemacht ist es aber trotzdem irgendwie, was nicht zuletzt an der bearbeiteten Stimme liegt.

„The Magic Of Lassie“ ist ein Boogie Woogie. Nein, auch das hätte nicht unbedingt mehr sein müssen. Bliebe zum Abschluss noch „Moon And Stars“. Dieses Stück hat wieder was. Dieses gewisse Etwas, was ein Stück von anderen heraus- beziehungsweise abhebt. Fast meditativ wird hier immer wieder eine Grundmelodie wiederholt und mit Gesang unterlegt, bis man etwa Mitte des Stücks sogar ein kurzes Drum-Solo zu Ohren bekommt. Anschließend geht es in bewährter Manier weiter. Zumindest sehr interessant gemacht.

Fazit: Abwechslungsreich sind sie wirklich, die Nits, denn der Hörer bekommt jede Menge sehr unterschiedliche Musik auf dem Album geboten. Auf der Rückseite der CD kann man auch nachlesen, dass das Album live in einer alten Turnhalle eingespielt wurde und man ganz bewusst auf „Dubbing Or Mixing“ verzichtete, um diese spezielle Atmosphäre eines Nits-Konzerts zu reproduzieren. Ob das gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich noch nie auf einem „The Nits“-Konzert war. Feststellen lässt sich für mich allerdings, dass sich auf „In The Dutch Mountains“ ein paar richtig tolle Lieder befinden – leider allerdings auch ein paar eher langweilige, beziehungsweise gewöhnungsbedürftige Stücke. Fasst man alles zusammen, bleibt trotzdem ein überdurchschnittliches Album übrig. Und das Lied „In The Dutch Mountains“ sollte man als Musikfreund auch unbedingt kennen. Das lohnt sich wirklich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: In The Dutch Mountains, Oom-Pah-Pah, Mountain Jan, One Eye Open, The Swimmer, Moon And Stars



Dienstag, 19. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Vulture Culture





The Alan Parsons Project – Vulture Culture


Besetzung:

Alan Parsons – keyboards, dx7 synthesizer, fairlight
Eric Woolfson – piano, vocals, keyboards
David Paton – vocals, bass
Chris Rainbow – vocals, backing vocals, harmony vocals
Mr Laser Beam – oral rendition
Richard [Trix] Cottle – synthesizers, sequencers, keyboards, saxophone
Ian Bairnson – guitars
Stuart Elliott – drums and percussion
Lenny Zakatek – vocals
Monica, Abby Road Canteen – oral rendition
Colin Blunstone – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Let's Talk About Me (4:29)
2. Separate Lives (4:38)
3. Days Are Numbers (The Traveller) (4:53)
4. Sooner Or Later (4:25)
5. Vulture Culture (5:23)
6. Hawkeye (3:49)
7. Somebody Out There (4:56)
8. The Same Old Sun (5:27)


Bonus Tracks:

9. No Answers Only Questions (Final Version) (2:12)
10. Separate Lives (Alternative Mix) (4:19)
11. Hawkeye (Demo) (3:18)
12. The Naked Vulture (10:44)
13. No Answers Only Questions (First Attempt) (2:57)




1985 veröffentlichte das Alan Parsons Projects sein achtes Album unter dem Titel „Vulture Culture“. Diese Platte befasst sich inhaltlich mit unserer Konsumgesellschaft und versucht dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Und wer sich nach dem siebten Album „Ammonia Avenue“ fragte, ob es denn musikalisch gesehen für diese Band noch schlechter werden könnte, der erhält hier die Antwort: Ja, sogar ganz eindeutig. „Vulture Culture“ ist eine Ansammlung „billigster“ Popsongs, die sich den Weg in das Ohr bahnen, um das Hirn auf der anderen Seite des Kopfes sofort wieder zu verlassen. Das Alan Parsons Project bewegt sich hier in der Nähe des Deutschen Schlagers. Auf „Vulture Culture“ werden mitunter einfachste Harmonien von der Drum-Maschine unterstützt, um es wirklich absolut glattgebügelt klingen zu lassen. Als Beispiel sei hier Lied Nummer zwei, „Seperate Lives“, genannt. Unfassbar.

Eine andere Variante ist, dass die Songs vor Schmalz nur so triefen, wie zum Beispiel bei „Days Are Numbers (The Traveller)“, bei dem Assoziationen zu „Heal The World“ von Michael Jackson aufkommen. Und auch das ursprünglich letzte Stück des Albums, „The Same Old Sun“ geht ganz stark in diese Richtung - in die Richtung des schmachtenden Schlagers.

Beachtenswert sind nur wenige Stücke. Da wäre zum Beispiel „Hawkeye“, ein Instrumentalstück. Nicht überragend, allerdings noch annehmbar. Und „Somebody Out There“. Das Lied fängt zwar ebenfalls wieder gewöhnungsbedürftig an, wird dann allerdings ein wirklich ganz netter Popsong, der spannend klingt und eine schöne Melodie hat.

Erwähnenswert an dieser Stelle vielleicht auch noch, dass auf „Vulture Culture“, als bis dahin einziges Album des Alan Parsons Projects, auf eine orchestrale Instrumentierung verzichtet wurde. Auf dieses Stilmittel wurde bei den anderen Alben immer wieder und manchmal auch öfters zurückgegriffen. Eine Aussage über die Qualität der Musik lässt sich aus dieser Information allerdings natürlich nicht ableiten.

Das war es schon, nein halt, es gibt ja wieder die üppigen Zugaben in Form von Bonus-Tracks auf der remasterten Version von 2007. Und da fällt gleich der erste Track „No Answers Only Questions“ positiv auf. Eine Nummer, instrumentiert nur mit Akustikgitarre und Gesang. Nett gemacht. Und dann gibt es auch wieder das Medley aus allen Titeln in Form von „The Naked Vulture“. Eine immerhin durchdachte Zugabe, wenn auch die Musik gewaltig zu wünschen übrig lässt.

Fazit: Ich frage mich, warum ich diese CD besitze. In meinem musikalischen Weltbild ist die Musik auf „Vulture Culture“ unterste Kategorie. Das ist einfallsloser, billiger und langweiliger Pop, der in keinster Weise überzeugen, geschweige denn begeistern kann. Mit „Somebody Out There“ und „No Answers Only Questions“, gibt es nur zwei etwas bessere Titel, die dann dem Album jeweils noch einen Punkt einbringen. Bezeichnender Weise ist ein Track davon sogar eine Zugabe. Mehr als zwei Punkte gehen für mich allerdings wahrlich nicht. Warum nur besitze ich diese CD?

Anspieltipps: Hawkeye, Somebody Out There, No Answers Only Questions



Montag, 18. Juni 2012

Barclay James Harvest – Once Again





Barclay James Harvest – Once Again


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Alan Parsons – jew’s harp „Lady Loves“


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop


Trackliste:

1. She Said (8:21)
2. Happy Old World (4:41)
3. Song For Dying (5:02)
4. Galadriel (3:15)
5. Mocking Bird (6:39)
6. Vanessa Simmons (3:46)
7. Ball And Chain (4:49)
8. Lady Loves (4:07)


Bonus Tracks:

9. Introduction - White Sails (A Seascape) (1:43)
10. Too Much On Your Plate (5:29)
11. Happy Old World (4:40)
12. Vanessa Simmons (3:47)
13. Ball And Chain (4:48)




Das zweite Album ist Barclay James Harvest im Jahr 1971 noch ein wenig besser gelungen, als ihre Debut-Scheibe ein Jahr zuvor. Zwar finden sich auch auf dieser Veröffentlichung erneut sehr schwülstige Nummern („Happy Old World“, „Song For Dying“), Titel, die einfach so vorbeirauschen, sehr „zuckersüß“ sind und irgendwie nicht so richtig zünden. Aber es gibt in den weiteren Stücken nicht nur Abwechslung, sondern auch tolle Melodien zu hören, in die es sich trefflich eintauchen lässt.

„Ball And Chain“ steht dabei für die oben erwähnte Abwechslung. Das Lied ist deutlich rockiger als die restlichen Stücke des Albums und soll wohl auch ein wenig psychedelisch klingen. Funktioniert sogar ein wenig. „Galadriel“ ist eine wunderschön verträumte Nummer, sehr weich und sanft und überaus eingängig. Die Instrumentierung mit Streichern und Bläsern gestaltet das Lied noch „verletzlicher“ und feierlicher. Sicherlich nichts für den Hard-Rocker. Doch wenn man auch den eher ruhigeren Tönen etwas abgewinnen kann, dann wird man damit bei diesem Lied bestens versorgt. Eine schöne Melodie findet sich auch bei dem Stück „Mocking Bird“, eines der bekanntesten Lieder der Band. Und hier gibt es ebenfalls wieder Bläser zu hören, erneut inklusive Streichorchester. Das Stück wird im weiteren Verlauf pathetisch und symphonisch, all das passt perfekt zusammen und die „Spottdrossel“ kann sich so richtig ausleben.

Überaus gelungen ist auch der Opener des Albums „She Said“. Hierbei handelt es sich mit einer Länge von über acht Minuten auch um das längste Stück des Albums. Wieder sehr eingängig und auch abwechslungsreich, wird hier keine Minute Langeweile erzeugt. Nun, den Text muss man dabei allerdings außer Acht lassen, der schmerzt ein wenig…

“Vanessa Simmons” und “Lady Loves“ passen wieder in die Schublade „schöne Popnummer“ mit eingängiger Melodie, wobei letzteres Stück noch deutlich besser ist und sehr viel eher hängenbleibt. Bemerkenswert dabei auch, dass hier Alan Parsons an der Maultrommel zu hören ist.

Bleiben noch die Bonus-Tracks der remasterten Version des Albums. Davon gibt es fünf auf dem Album. „Introduction - White Sails (A Seascape)“ ist eine kurze, rein orchestrale und wieder mal sehr getragene Nummer. Nicht mehr oder weniger als, wie der Name schon sagt, eine Einleitung. „Too Much On Your Plate“ ist dagegen ein rockiges Stück und bildet somit zumindest eine Auflockerung des Albums. Die restlichen drei Titel der Bonus-Tracks „Happy Old World“, „Vanessa Simmons“ und „Ball And Chain“ hat man bereits als „offizielle“ Titel auf „Once Again“ gehört und unterscheiden sich von diesen nur durch die quadrophonische Abmischung.

Fazit: Das zweite Album von Barclay James Harvest enthält mehr Höhepunkte als sein Vorgänger. Hier gibt es jede Menge unaufgeregte und dafür umso eingängigere Musik zu hören, die gerade mit ihren Melodien punkten kann, die nicht selten Ohrwurmcharakter aufweisen. „Once Again“ ist ein schönes Album geworden und enthält so manchen Klassiker der britischen Formation. Und für diese vielen eingängigen Nummern, die immer wieder auch Spaß machen gibt es zehn Punkte.



Sonntag, 17. Juni 2012

Green Day "American Idiot" (The Musical)

Ich war also in diesem Musical in San Francisco. Hochgelobt und ausgezeichnet und quasi im Vorhof der Green Day Jungs, die in Oakland auf der anderen Seite der Bay leben. “American Idiot” ist die Broadway Umsetzung des siebten Green Day Studio Albums. Die professionellen Musiktheaterkritiker der New York Times schreiben, es sei “mitreißend, emotional aufgeladen und bewegend”. Die müssen es ja wissen, sind ja Profis und kennen sich aus. Schon beim ersten Song dachte ich mir, das wird nix!


Eine zweitklassige Band spielt da auf der Bühne des Orpheum Theatre’s in San Francisco. Die Schauspieler und Sänger sind nicht viel besser. Klingt einfach nicht gut, man wird ständig an einen Covermusikabend in der High School um die Ecke erinnert. Aber ok, darüber blicken wir mal geflissentlich hinweg. Das schlimme an dem ganzen Abend ist, ich sitze da und überlege mir, was man eigentlich hätte machen können, wenn man in einer Band wie Green Day spielt und kreativ mal eine neue Herausforderung braucht. Ich weiß, dass sich die Musiker des Trios durchaus als die beste Band der Welt bezeichnen. Sie spielten und spielen auf allen großen Festivals der Welt, ihre Tourneen sind ausverkauft, ihre Platten Bestseller. Das allein birgt unglaubliche Möglichkeiten. Finanzielle und personelle.

Und dann machen die so einen Mist. Larifaridudeldei. Eine Geschichte, die peinlicher nicht sein kann und die dann auch noch als “kritisch”, “provokant” und “sozialkritisch” hingestellt wird. Ja mei, wo leben wir denn? Wirklich, ich habe nichts dagegen, wenn Musiker neue Wege ausprobieren wollen, Konzeptalben produzieren, musikalische Visionen außerhalb des harten Geschäfts erkunden. Ich denke an die Rockoper “Tommy”, an “Quadrophenia”, an “The Wall”, aber das hier ist Pipifax. Unglaublich schlecht. “Don’t wanna be an American idiot. Don’t want a nation under the new media. And can you hear the sound of hysteria?” und genau dieses Hysteriegekreische sitzt hinter mir in form von ein paar weiblichen Fans, davon gleich mehrere im 70 Dollar “American Idiot” Hoodie (+ Tax). Bei jedem “Fuck” auf der Bühne kichern sie, als ob das nun wahrlich der Witz des Tages war, applaudieren begeistert jeden Hopser, schluchzen sehnlichst bei den ruhigeren Tönen mit. Wo bin ich nur gelandet? Die Musical Version des Green Day Albums kann man sich auch im eigenen “American Idiot” Shop für 15 Dollar runterladen. Warum man die Platte schlecht gecovert haben will muß ich nicht verstehen, oder?

Ich habe Green Day zum ersten mal 1994 auf dem Lollapalooza Festival gesehen. Damals standen sie noch am Anfang ihrer Karriere, waren die erste Band, der “Opening Act” auf der großen Bühne. Damals schrien einige der Hardcore Punk Fans im Publikum “Sellout”, warfen der Band vor, sich gegen ihre eigenen Punk Ideale zu stellen und Teil einer kommerziellen Mammuttour zu sein. Das war sicherlich übertrieben, denn jede Band ob Punk, Rock oder Hip Hop strebt nach Erfolg. Green Day gingen ihren Weg, verkauften immer besser, buchten immer größere Hallen und Auftrittsmöglichkeiten, wurden zu einem weltweiten Phänomen. Und irgendwann muß wohl der Punkt gekommen sein, an dem man meinte, jetzt ist man kreativ ganz oben angekommen und kann sich mit einem Musical selbst verwirklichen. Mit einem Musical! Ach Du Sch….!!!! Peinlicher kann es nicht mehr kommen.

Samstag, 16. Juni 2012

David Bowie – Scary Monsters


 


David Bowie – Scary Monsters


Besetzung:

David Bowie – vocals, keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Dennis Davis – percussion
George Murray – bass
Carlos Alomar – guitars
Chuck Hammer – guitar on “Asher To Ashes”, “Teenage Wildlife”
Robert Fripp – guitar on “Fashion”, “It’s No Game”, “Scary Monsters”, “Kingdom Come”, “Up The Hill Backwards”, “Teenage Wildlife”
Roy Bittan – piano on “Teenage Wildlife”, “Ashes To Ashes”, “Up The Hill Backwards”
Andy Clark – synthesizer on “Fashion”, “Sream Like A Baby”, “Ashes To Ashes”, “Because You’re Young”
Pete Townshend – guitar on “Because You’re Young”
Tony Visconti – acoustic guitar on “Scary Monsters”, “Up The Hill Backwards”, backing vocals
Lynn Maitland – backing vocals
Chris Porter – backing vocals
Michi Hirota – voice on “It’s No Game (Part 1)”


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. It’s No Game (Part 1) (4:20)
2. Up The Hills Backwards (3:15)
3. Scary Monsters (And Super Creeps) (5:13)
4. Ashes To Ashes (4:25)
5. Fashion (4:49)
6. Teenage Wildlife (6:56)
7. Scream Like A Baby (3:36)
8. Kingdom Come (3:46)
9. Because You’re Young (4:54)
10. It’s No Game (Part 2) (4:25)

Gesamtspieldauer: 45:39




Das Genre New Wave war noch nicht richtig erfunden, da schritt David Bowie wieder mal voran. Denn genau diese „New Wave Anleihen“ hört man auf „Scary Monsters“ - neben viel Pop-Musik - immer wieder heraus. Und so präsentiert sich dieses vierzehnte Album David Bowies auch als musikalisches Abbild der beginnenden achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Das Album enthält mit „Ashes To Ashes“ auch eines der beeindruckendsten Lieder des Briten. Sich auf der Grenze zwischen Pop und New Wave bewegend, stellt dieses Lied einen Höhepunkt des Schaffens Bowies in den achtziger Jahren dar und lässt textlich auch Major Tom aus „Space Oddity“ wieder aufleben. Das Stück ist überaus eingängig und mit einer Melodie versehen, die einen so schnell nicht wieder loslässt. Dazu verbreitet es eine, auf eine bestimmte Art fast schon mystisch zu nennende Atmosphäre, wie es in der Musik nur wenige Titel vermögen. Perfekt umgesetzt wurde das Stück auch in einem surrealen Video, welches die Atmosphäre der Nummer bestens transportiert.

Weitere Höhepunkte des Albums sind der Titeltrack „Scary Monsters“, ein Lied im Stile der aufkommenden Welle, bei dem Robert Fripp an der Gitarre zu hören ist. Und auch das Rock-Lied „Because You’re Young“ kann gefallen. Hier glänzt nun Pete Townsend an der Gitarre. Die Nummer hat einen treibenden Groove, der zum Mitwippen animiert - und setzt einen der wenigen härteren Akzente der Platte. Ebenfalls überaus gelungen ist „Teenage Wildlife“, dieses Mal ein Pop-Lied, bei dem David Bowies eindrucksvolle Stimme bestens zur Geltung kommt.

Der Rest ist meist unspektakulärer Durchschnitt, Lieder die ganz nett anzuhören sind, jedoch nicht längerfristig hängenbleiben. Bis auf vielleicht dem Stück „Fashion“. Hier schlägt das Pendel allerdings nach unten aus, nach sehr weit unten. Funkig zu klingen hat David Bowie auch bereits auf der Platte „Young Americans“ versucht. Das klang nicht gut und auch hier passt es nicht.

Fazit: Ein Album im Geiste der beginnenden achtziger Jahre ist „Scary Monsters“ geworden. Sicherlich nicht das Meisterwerk des Briten, allerdings enthält es mit „Ashes To Ashes“ eines der besten Lieder Bowies. Mit der Musik vorheriger Alben hat „Scary Monsters“ nur wenig gemein - bis auf die Stimme. Aber das war ja schon immer ein Markenzeichen David Bowies gewesen, dieser Wandel in immer wieder neue Facetten. Was bleibt ist kein schlechtes, allerdings auch kein gutes Album mehr – trotz „Ashes To Ashes“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Scary Monsters, Ashes To Ashes, Teenage Wildlife, Because You’re Young







Freitag, 15. Juni 2012

The Alan Parsons Project – Ammonia Avenue





The Alan Parsons Project
– Ammonia Avenue



Besetzung:

Alan Parsons – wurlitzer piano, fairlight guitars, backing vocals, linn drum
Eric Woolfson – vocals, piano, synthesizer, wurlitzer piano, keyboards, backing vocals, fairlight
Chris Rainbow – backing vocals, vocals, keyboards
Ian Bairnson – electric and acoustic guitars, guitar synthesizer, spanish guitar
David Paton – bass, acoustic guitars
Stuart Elliott – drums and percussion
Lenny Zakatek – vocals
Andrew Powell – orchestral arrangements
Mel Collins – saxophone
Colin Blunstone – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Prime Time (5:03)
2. Let Me Go Home (3:21)
3. One Good Reason (3:37)
4. Since The Last Goodbye (4:35)
5. Don't Answer Me (4:12)
6. Dancing On A High Wire (4:24)
7. You Don't Believe (4:27)
8. Pipeline (3:57)
9. Ammonia Avenue (6:45)


Bonus Tracks:

10. Don't Answer Me (Early Rough Mix) (5:10)
11. You Don't Believe (Demo) (2:22)
12. Since The Last Goodbye (Chris Rainbow Vocal Overdubs) (0:30)
13. Since The Last Goodbye (Eric Guide Vocal - Rough Mix) (4:25)
14. You Don't Believe (Instrumental Tribute To The Shadows) (3:09)
15. Dancing On A Highwire / Spotlight (Work In Progress) (3:57)
16. Ammonia Avenue Part (Eric Demo Vocal - Rough Mix) (2:42)
17. Ammonia Ave (Orchestral Overdub) (1:22)




Ammonia Avenue aus dem Jahr 1984, ist die siebte Platte des Alan Parsons Projects. Und diese Platte enthält auch den größten Hit, den das Musikduo, bestehend aus Eric Woolfson und Alan Parsons, jemals landen konnte: „Don’t Answer Me“. Und jenes Lied kann durchaus stellvertretend für das ganze Album stehen. Wer auf eingängigen, unaufgeregten Pop steht, der wird hier seine Erfüllung finden. Das ganze Album ist voll davon!

Wieder andere werden sagen, das, was hier zu hören ist, das ist nicht eingängiger, sondern absolut seichter Pop. Auch ein Standpunkt, den man durchaus nachvollziehen kann. Nun zur Musik. Ein großer Unterschied zu den vorherigen Platten besteht darin, dass hier die orchestrale Instrumentierung immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird. Die gibt es zwar noch, zum Beispiel bei „Since The Last Goodbye“. Das Stück ist allerdings so ein Schmachtfetzen – fast unbeschreiblich. Kitschiger geht es keines Falls mehr. Unglaublich.

Auf „Pipeline“ und dem Titeltrack „Ammonia Avenue“ hört man ebenfalls noch ein Orchester im Hintergrund. „Pipeline“ ist dabei das einzige Instrumentalstück des Albums und auch das hat das Alan Parsons Project schon deutlich besser hinbekommen. Mitreißen kann dieses Stück wahrlich nicht mehr. Aber zumindest „Ammonia Avenue“ kann immerhin zeitweilig gefallen. Zwar startet auch dieses Stück überaus kitschig, wartet dann allerdings mit einem netten, instrumentalen Mittelteil auf. Dieser dauert allerdings nur kurz und man watet erneut durch tiefsten Schmalz.

Nun, was ist mit den restlichen sechs Titeln? Nun der Vergleich zu „Don’t Answer Me“ passt ganz gut. In diese Richtung gehen auch die Stücke „Prime Time“ und „Dancing On A High Wire“. Ebenso wie die Titel „One Good Reason“ und „You Don't Believe“, zwei Nummern, welche allerdings noch einen Tick mehr zum Synthie-Pop tendieren. „Let Me Go Home“ schließlich versucht zu rocken und fällt dadurch ein wenig aus dem Rahmen des Albums.

Acht Bonus-Titel gibt es noch auf der remasterten Version von 2008 zu hören. Das sind alternative Versionen zu den bereits auf die CD gepressten Nummern. Nicht essentiell aber für Fans vielleicht interessant, da man hier schön die Entwicklung eines Songs verfolgen kann.

Fazit: Wie bereits erwähnt: Wer auf eingängigen Pop steht und Musik gerne im Hintergrund hört, der könnte hier Spaß haben. Wer es gerne etwas anspruchsvoller haben möchte, der liegt mit dieser Platte falsch. Definitiv. Für mich ist diese CD nichtssagend und nervend. Damit ergeben sich noch drei freundliche gemeinte Punkte.

Anspieltipps: You Don't Believe, Pipeline, Ammonia Avenue