Mittwoch, 16. November 2016

Falco – 3




Falco – 3


Besetzung:

Falco – Gesang


Weitere Musiker ohne Instrumentenangabe:

Lex Bolderdijk
Ferdi Bolland
Rob Bolland
Lisa Boray
Benny Gebauer
Hans Hollestelle
Jan Hollestelle
Okkie Hyusdens
Olaf Kübler All Star Revival Band
Fred Leeflang
Victoria Miles
Munich
Ton Op't Hof
Pat Shockly
Gerbrand Westveen


Label: Teldec


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Rock Me Amadeus (3:22)
2. America (3:53)
3. Tango The Night (2:27)
4. Munich Girls (4:17)
5. Jeanny (5:50)
6. Vienna Calling (3:59)
7. Männer Des Westens - Any Kind Of Land (3:51)
8. Nothing Sweeter Than Arabia (4:43)
9. Macho Macho (4:55)
10. It's All Over Now, Baby Blue (4:41)

Gesamtspieldauer: 41:58




Wie man unschwer erahnen kann, so ist „3“ das dritte Studioalbum des Johann Hölzl alias Falco. Veröffentlicht wurde die Platte im September 1985. In Europa erschien das Album bei Teldec, in den USA bei A&M Records. „3“ ist das mit Abstand erfolgreichste Album des Österreichers gewesen, denn es kletterte sogar bis auf Platz 3 der US-amerikanischen Billboard Charts. Nicht zuletzt die drei daraus veröffentlichten Singles haben auch zum überwältigen Erfolg des Albums beigetragen. „Rock Me Amadeus“, „Jeanny“ sowie „Vienna Calling“ heißen diese und ganz besonders das erstgenannte „Rock Me Amadeus“, trat seinen Siegeszug um die ganze Welt an und erklomm sogar Platz 1 der US-amerikanischen Billboard Hot 100, was sonst noch keinem deutschsprachigen Sänger gelungen war. Selbstverständlich stand dieses Lied auch in den Hitparaden der meisten anderen Länder auf Platz Nummer 1. Das Album selbst schaffte dies auch in mehreren Staaten.

Genau diese drei Lieder sind auch die Höhepunkte auf „3“. Fast ist es schon so, dass die anderen sieben Titel nur noch wie nebensächliches Beiwerk klingen, die Qualität der drei Singleauskopplungen erreichen die anderen Stücke nämlich bei Weitem nicht. Das gilt auch für das Cars Cover „Looking For Love“, genau wie für „It's All Over Now, Baby Blue“, welches im Original von Bob Dylan stammt. Beide Lieder sind in den ursprünglichen, originalen Versionen deutlich besser gelungen. Lediglich „Männer Des Westens - Any Kind Of Land“ kann hier noch einigermaßen mithalten und geht ebenfalls gut ins Ohr.

Somit bleibt festzuhalten, dass die drei Hits auf „3“ durchaus zu zünden verstehen und ins Ohr gehen. Hier setzen sich die Melodien fest. Vielen der anderen Lieder gelingt dies überhaupt nicht, manche davon klingen einfach nur nach langweiligem Synthie Pop. „Jeanny“ sorgte damals, in den 80er Jahren, sogar für einen großen Eklat, da Falco mit diesem Lied angeblich den Gedanken eines Vergewaltigers und Frauenmörders Raum geben würde. Das Lied wurde von den Radiostationen boykottiert und dort nicht mehr gespielt. Dem Erfolg der Single gab dies allerdings eher Auftrieb. Wie sich die Zeiten doch ändern, heutzutage würde das Lied niemanden mehr aus der Reserve locken.

Fazit: Drei bis vier gute bis sehr gute Pop-Lieder gibt es auf „3“ zu hören. Der ganze Rest ist eher mit „gewöhnungsbedürftig“ zu umschreiben. Falco hatte seine Hits, die wirklich überzeugen, der Rest hört sich zumindest zum Teil nach Füllmaterial an. Die Musik von Falco ist daher der perfekte Kandidat für ein Best Of…-Album. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rock Me Amadeus, Jeanny, Vienna Calling



Dienstag, 15. November 2016

The Sisters Of Mercy – A Slight Case Of Overbombing: Greatest Hits Volume One




The Sisters Of Mercy – A Slight Case Of Overbombing: Greatest Hits Volume One


Besetzung:

Track 1:
Andrew Eldritch – vocals, keyboards
Adam Pearson – guitar
Doktor Avalanche – drums

Track 2:
Andrew Eldritch – vocals, keyboards
Tim Bricheno – guitar
Andreas Bruhn – guitar
Doktor Avalanche – drums

Tracks 3–6:
Andrew Eldritch – vocals, keyboards
Tim Bricheno – guitar
Andreas Bruhn – guitar
Tony James – bass guitar
Doktor Avalanche – drums

Tracks 7–9:
Andrew Eldritch – vocals, guitars, keyboards
Patricia Morrison – bass guitar
Doktor Avalanche – drums, synth bass

Tracks 10–12:
Andrew Eldritch – vocals, keyboards
Craig Adams – bass guitar
Wayne Hussey – guitars
Gary Marx – guitars
Doktor Avalanche – drums


Gastmusiker:

Terri Nunn – vocals (track 1)
Ofra Haza – vocals (track 2)
Tony James – bass guitar (track 2)
Maggie Reilly – backing vocals (tracks 3-5)
John Perry – guitar (track 4)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Gothic Rock, Dark Wave


Trackliste:

1. Under The Gun (5:43)
2. Temple Of Love (1992 Version) (8:07)
3. Vision Thing (Canadian Club Mix) (7:34)
4. Detonation Boulevard (Radio Edit) (3:50)
5. Doctor Jeep (7" Radio Edit) (3:02)
6. More (8:24)
7. Lucretia My Reflection (12" Extended Mix) (8:44)
8. Dominion/Mother Russia (7:03)
9. This Corrosion (Single Edit) (10:17)
10. No Time To Cry (British Mix) (3:57)
11. Walk Away (3:24)
12. Body And Soul (3:30)

Gesamtspieldauer: 1:13:41




„A Slight Case Of Overbombing: Greatest Hits Volume One“ ist eine Zusammenstellung der Singles der The Sisters Of Mercy, die in Großbritannien veröffentlicht worden waren, seitdem die Band bei Time Warner unter Vertrag stand. Mit „Vision Thing (Canadian Club Mix)“ und „Detonation Boulevard (Radio Edit)“enthält das Album auch zwei nordamerikanische Promo Singles. Die beiden Nummern „Under The Gun“ und „Temple Of Love“ waren bisher noch auf keinem Studioalbum veröffentlicht worden. Angeordnet sind die einzelnen Lieder so, dass man beim Hören der Scheibe von den neueren Liedern immer weiter in die Vergangenheit der Band reist, bis man mit „Body And Soul“ bei deren Ursprüngen angekommen ist.

Nun, wer auf Gothic Rock und Dark Wave steht, hat hier natürlich ein Album vorliegen, welches sie oder ihn auch begeistern wird. Die Musik packt einen und geht ins Ohr. Die musikalischen Klassiker der Sisters Of Mercy sind selbstverständlich allesamt vertreten. Neben dem bereits erwähnten „Body And Soul“ von der gleichnamigen EP „Body And Soul“ und den beiden bisher nicht auf ein Studioalbum veröffentlichten Stücken am Anfang des Albums, ist die erste Platte der Sisters Of Mery, „First And Last And Always“, mit den zwei Liedern 10 und 11vertreten. Von „Floodland“, dem zweiten Studioalbum stammen die Titel 7 bis 9. Und von „Vision Thing“ schließlich, dem letzten Studioalbum, wurden die Lieder 3 bis 6 dem Kompilationsalbum „A Slight Case Of Overbombing: Greatest Hits Volume One“ hinzugefügt. Die Nummern liegen zum Teil in anderen Mixen wie im Original vor, unterscheiden sich allerdings nur marginal von diesen ursprünglichen Versionen.

Wer die drei Original-Studioalben besitzt, für die oder den lohnt die Anschaffung allerdings wirklich nur, wenn man ein ganz großer Fan ist und eben alles von „seiner“ Band besitzen möchte. Die beiden neuen Titel sind durchaus gelungen, ob sich deswegen allerdings gleich das ganze Album lohnt, sei mal so dahingesellt. Da es dieses Album im Moment allerdings für sehr wenig Geld zu kaufen gibt, vielleicht für so manchen doch ein Kaufanreiz.

Fazit: Die Musik der Sister Of Mercy macht durchaus Spaß. Sehr eingängigen und melodischen Gothic Rock gibt es hier zu hören. Zwei bisher nicht auf einem Studioalbum veröffentlichte Titel befinden sich zudem auf der Platte, dazu auch noch bereits bekannte Lieder, in jedoch zum Teil leicht anderen Abmischungen. Dies ist manchmal eine sehr negative Angelegenheit, fällt hier allerdings nicht sonderlich ins Gewicht, da die Unterschiede wirklich klein sind. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Temple Of Love, More, This Corrosion



Montag, 14. November 2016

Geist – Feuerengel




Geist – Feuerengel


Besetzung:

Tim Born – Gitarre
Oliver Ratty – Bass
Anton Röser – Schlagzeug
Fares Rahmun – Gesang


Label: Rough Trade


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Feuerengel (4:10)
2. Strom (3:40)
3. Panzer (3:57)
4. Den Teufel tun (3:31)
5. Ameisen (5:11)
6. Beschwörer (4:05)
7. Mein Herz (4:39)
8. Schwerelos (3:35)
9. Wunder Stern (4:09)
10. Schweig mich tot (4:04)
11. 28 (6:29)

Gesamtspieldauer: 47:34




„Feuerengel“ heißt das dritte vollständige Studioalbum der Kölner Alternative Rockband „Geist“. Veröffentlicht wurde die Platte im Jahr 2011 auf dem Musiklabel Rough Trade. Darauf zu hören gibt es gut gemachten Alternative Rock, der vielleicht für die Ohren der Freunde der Band noch ein wenig mehr im Mainstream angekommen ist. Das Image der deutschen Progressive Rock Band dürfte mit dieser Scheibe endgültig passé sein. Aber das macht nichts, denn „Feuerengel“ unterhält.

Die Lieder der Scheibe sind eingängig, gehen schnell ins Ohr, mitunter hört man die „schwere“ Gitarre, doch im Allgemeinen ist die Stimmung auf dieser Platte eine durchaus gemäßigte, keineswegs ausgefallene, weder in die ein, noch in die andere Richtung. Zu hören gibt es gut gemachten Alternative Rock, der – und das ist das Besondere – in Deutsch eingesungen wird. Diese Verbindung von solcher Musik mit deutschen Texten gibt es sonst nicht so. Ist wahrlich selten. Aber im Fall von Geist klappt das gut. Nicht zuletzt trägt dazu auch der sehr überzeugende Gesang des Fares Rahmun bei.

Einzelne Lieder hier herauszuheben fällt einigermaßen schwer, weil es diesen „Übersong“ der Platte gar nicht gibt. Alles hat seine Qualität und klingt und wirkt. Das Schöne an dieser Aussage ist auch, dass es keinen Titel auf „Feuerengel“ gibt, den man besser ausblendet oder überspringt. Alles lohnt sich hier gehört zu werden. Aber natürlich wird hier der Alternative Rock auch nicht neu erfunden. Doch diese Verbindung zwischen diesem musikalischen Genre und der hier schon auch ungewöhnlichen Sprache, das hat schon was.

Trotzdem ist „Feuerengel“ eine Mainstream-Scheibe geworden, ohne das irgendwie werten zu wollen. Am Überzeugendsten klingen auf dem Album eher die ruhigen Passagen. Und wenn dabei nicht der Versuch gemacht werden sollte wie Xavier Naidoo zu klingen, ist damit auch alles in Ordnung. An einer Stelle der Platte kommt Fares Rahmun mal ein kleinwenig in die „jammernde“ Nähe des Mannheimer Sängers, glücklicherweise bleibt dies ein einmaliger Ausflug. Aber bitte, niemals wieder soll jemand sagen, dass Geist wie Tool klingen würden. Das wäre wirklich lächerlich.

Fazit: Alternative Rock in deutscher Sprache gibt es auf „Feuerengel“ zu hören. Das macht alleine schon deswegen Spaß, weil es ungewöhnlich ist. Die Lieder auf der dritten und bisher letzten Scheibe der Kölner Band gehen ins Ohr. Damit erfinden sie den Alternative Rock zwar nicht neu, gut anzuhören ist das trotzdem. Acht Punkte.

Anspieltipps: 28



Sonntag, 13. November 2016

Roxy Music – Street Life – 20 Great Hits




Roxy Music – Street Life – 20 Great Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: E.G. Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Art Rock, Pop-Rock


Trackliste:

1. Virginia Plain (2:58)
2. A Hard Rain's A-Gonna Fall (4:15)
3. Pyjamarama (2:52)
4. Do The Strand (3:46)
5. These Foolish Things (Remind Me Of You) (4:51)
6. Street Life (3:27)
7. Let's Stick Together (2:59)
8. Smoke Gets In Your Eyes (2:53)
9. Love Is The Drug (4:04)
10. Sign Of The Times (2:28)
11. Dance Away (3:44)
12. Angel Eyes (2:51)
13. Oh Yeah (4:36)
14. Over You (3:26)
15. Same Old Scene (3:58)
16. In The Midnight Hour (3:08)
17. More Than This (4:10)
18. Avalon (4:16)
19. Slave To Love (4:17)
20. Jealous Guy (4:55)

Gesamtspieldauer: 1:14:04




Auf dem, 1986 beim Musiklabel E.G. Records erschienenen Kompilationsalbum „Street Life – 20 Great Hits“, hört man zwanzig mehr oder minder große Hits aus der Karriere der Band Roxy Music und ebensolche aus dem Solo-Schaffen des Frontmanns von Roxy Music, Bryan Ferry. Um eine Übersicht über die Musik von Roxy Music und eben Bryan Ferry zu erhalten, eignet sich dieses Album dabei vortrefflich.

Auf knapp 1¼ Stunden Spieldauer bekommt man hier Musik geboten, welche in den 70er und 80er Jahren sowohl im Radio, wie in diversen Diskotheken zum festen Bestandteil des Programms wurde. Dabei klingen die einzelnen Stücke noch nicht einmal danach, dass sie bereits über mehrere Jahrzehnte vor der heutigen Zeit entstanden sind. Trotzdem stellt „Street Life – 20 Great Hits“ gleichzeitig auch eine kleine Zeitreise dar, da beim Hören des Albums ganz zwangsläufig Erinnerungen an diese längst vergangenen Jahrzehnte aufkommen, sollte man zu dieser Zeit denn schon gelebt haben.

Nicht alles in der Pop-Welt von Roxy Music und Bryan Ferry klingt begeisternd und absolut überzeugend. Einmalig ist der Sound allerdings schon, absolut unverwechselbar und dies nicht nur durch den ausdrucksstarken Gesang des Bryan Ferry. Trotzdem, diesen manchmal vorherrschenden „Party-Sound“ muss man mögen, sonst wird es mitunter schwierig mit den Liedern dieser Band. Bryan Ferry hatte dagegen ein glückliches Händchen in der Auswahl der Stücke, die er coverte. So sind „These Foolish Things (Remind Me Of You)“, „Smoke Gets In Your Eyes“ und „Jealous Guy“ allesamt gecoverte Lieder, denen Bryan Ferry jedoch sehr überzeugend seinen eigenen Stempel verpasste. Nun und die Roxy Music Stücke „Oh Yeah“ sowie „Love Is The Drug“ sind natürlich wahre Perlen der Pop Musik der 70er Jahre und klingen heute noch genauso überzeugend, wie vor vierzig Jahren.

Fazit: Roxy Music waren eine große Nummer in den 70er Jahren und Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Nicht ganz unbegründet, denn eingängig ist die Musik der britischen Band allemal und mit Bryan Fery hatten sie zudem einen sehr charismatischen Sänger. Viele der Lieder auf dieser Zusammenstellung gehen gut ins Ohr und klingen keineswegs so alt, wie sie bereits sind. Neun Punkte.

Anspieltipps: These Foolish Things (Remind Me Of You), Smoke Gets In Your Eyes, Love Is The Drug, Oh Yeah, Jealous Guy



Samstag, 12. November 2016

Starsailor – On The Outside




Starsailor – On The Outside


Besetzung:

Ben Byrne – drums
James Stelfox – bass
James Walsh – guitar and lead vocals
Barry Westhead – keyboards


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. In the Crossfire (3:17)
2. Counterfeit Life (3:31)
3. In My Blood (3:56)
4. Faith Hope Love (2:48)
5. I Don’t Know (3:22)
6. Way Back Home (3:11)
7. Keep Us Together (3:47)
8. Get Out While You Can (3:08)
9. This Time (3:33)
10. White Light (4:35)
11. Jeremiah (3:40)

Gesamtspieldauer: 38:52




Starsailor ist eine englische Alternative bis Post-Britpop Band, die sich im Jahr 2000 gründete. Insgesamt vier Alben haben die vier Musiker bisher veröffentlicht, nach der Veröffentlichung der letzten Platte im Jahr 2009, wurde dann eine Bandpause eingelegt. „On The Outside“ war das dritte Album von Starsailor und es erschien im Oktober 2005 auf dem Musiklabel EMI.

Auf „On The Outside“ hört man sehr eingängigen Alternative Rock, bei dem die Genrebezeichnung Post-Britpop gar nicht so weit hergeholt scheint. Aber es ist absolut Rock Musik, die man hier zu hören bekommt und zwar durchaus Rock Musik, die zu unterhalten weiß. Die Lieder von Starsailor sind allesamt sehr melodiös und gehen ins Ohr. Meist sind die Titel im Mid-Tempo gehalten, in die ganz harten Gefilde des Rocks driftet die Musik der Band niemals ab. Allerdings auch nicht in die sehr weichen. So ein Lied wie „Jeremiah“, das letzte auf der Platte, welches fast schon ein Folk Song ist, bildet da die Ausnahme.

Die Höhepunkte auf „On The Outside“ sind genau dieses „Jeremiah“. Ein Lied, mit dem man sich beim Hören in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückversetzt fühlt. Sehr, sehr eingängig und ein sanfter Ohrwurm. Etwas flotter sind dagegen die beiden Nummern in der Mitte des Albums, „Faith Hope Love“ und „I Don’t Know“. Die Aussage mit der Eingängigkeit und dem Ohrwurmcharakter stimmt auch in diesen beiden Fällen zu 100%. Schöne, melodiöse Nummern, die sich fest im Ohr fest verankern. Nun, allerdings befindet auch unter den restlichen acht Liedern kein Titel, den man besser mal wegdrücken oder überspringen müsste. Alles auf „On The Outside“ hat seine Qualität und lässt sich gut anhören. Keine Ahnung, ob es an dem immer mehr ausbleibenden Erfolg lag, dass die vier Engländer eine solch lange Pause einlegten. Wurde die erste Scheibe von Starsailor in Großbritannien noch mit Platin ausgezeichnet, so erreichte die zweite Platte Goldstatus. „On The Outside“ wurde schließlich noch mit Silber ausgezeichnet, wohingegen das letzte Album überhaupt keine guten Verkaufszahlen mehr erreichte. Hört man Starsailor auf „On The Outside“, ist das irgendwie sehr überraschend, denn radiotauglich ist diese Musik durchaus auch.

Fazit: „On The Outside“ von Starsailor ist ein gutes Alternative Rock Album geworden. Die einzelnen Lieder sind eingängig und melodiös, einige davon haben durchaus auch das Potential zu Lieblingsliedern zu werden. Pop findet sich auf „On The Outside“ nur marginal, der Mid-Tempo Rock steht im Vordergrund. Irgendwie überraschend, dass die Band in Deutschland nicht bekannter ist, denn wer Oasis mag, der beziehungsweise dem wird auch Starsailor gefallen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Faith Hope Love, I Don’t Know, Jeremiah



Freitag, 11. November 2016

Meat Loaf – Bat Out Of Hell II: Back Into Hell




Meat Loaf – Bat Out Of Hell II: Back Into Hell


Besetzung:

Meat Loaf – lead vocals, backing vocals


Gastmusiker:

Kenny Aronoff – drums
Roy Bittan – piano, keyboards
Jeff Bova – organ (8), synthesizer, programming
Jimmy Bralower – drums (9)
Steve Buslowe – bass guitar
Robert Coron – additional backing vocals (2)
Lorraine Crosby – female lead vocals (1, as "Mrs. Loud"), backing vocals (2, 6), additional backing vocals (8)
Brett Cullen – additional backing vocals (2)
Rory Dodd – additional vocals (6), backing vocals (1-5, 9, 11)
Stuart Emerson – backing vocals (2, 6)
Ellen Foley – additional vocals (6)
Cynthia Geary – additional backing vocals (2)
Amy Goff – backing vocals (2), additional backing vocals (9)
Elaine Goff – backing vocals (2), additional backing vocals (9)
Max Haskett – backing vocals (6, 8)
Curtis King – backing vocals (9)
Michelle Little – additional backing vocals (2)
Rick Marotta – drums (6, 8)
Eddie Martinez – guitar (1, 2, 6, 8, 9)
Brian Meagher – bagpipes (8), drums (8)
Brian Meagher, Jr. – bagpipes (8), drums (8)
Justin Meagher – bagpipes (8), drums (8)
Gunnar Nelson – backing vocals (2)
Matthew Nelson – backing vocals (2)
Bill Payne – piano (6, 8, 11)
Lenny Pickett – saxophone (3, 9)
Tim Pierce – guitar (1–5)
Todd Rundgren – backing vocals (1–6, 8, 9)
Jim Steinman – spoken word (7), additional backing vocals (2)
Kasim Sulton – backing vocals
Pat Thrall – guitar (4, 5)
Eric Troyer – backing vocals (11)


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Wagnerian Rock, Musical Rock, Pop


Trackliste:

1. I'd Do Anything For Love (But I Won't Do That) (12:01)
2. Life Is A Lemon And I Want My Money Back (7:59)
3. Rock And Roll Dreams Come Through (5:50)
4. It Just Won't Quit (7:21)
5. Out Of The Frying Pan (And Into The Fire) (7:24)
6. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (10:15)
7. Wasted Youth (2:41)
8. Everything Louder Than Everything Else (7:59)
9. Good Girls Go To Heaven (Bad Girls Go Everywhere) (6:53)
10. Back Into Hell (2:46)
11. Lost Boys And Golden Girls (4:28)

Gesamtspieldauer: 1:15:42




„Bat Out Of Hell II: Back Into Hell“ heißt das siebte Studio-Album des Meat Loaf. Es wurde 1993 auf MCA Records veröffentlicht. Die Musik und die Texte stammen dabei einmal mehr von Jim Steinman. Der Titel wurde sicherlich gut bedacht gewählt, um an dem wahnsinnigen Erfolg von „Bat Out Of Hell“ aus dem Jahr 1977 anknüpfen zu können. Und dies gelang auch, auch „Bat Out Of Hell II: Back Into Hell“ verkaufte sich sensationell. Bis heute sind an die 20 Millionen Kopien der Scheibe über den Ladentisch gegangen.

Nun, die Machart ist immer dieselbe, wenn Jim Steinman seine Finger im Spiel hat und Meat Loaf Musik und Lieder auf den Leib schreibt. Fetter und bombastischer Pop-Rock ist da zu hören, mit Hard Rock oder Progressive Rock hat das nur wenig bis absolut überhaupt nichts zu tun. Sehr viel eher muss man das Operetten- beziehungsweise Musical-Rock nennen. Oder noch besser so, wie Jim Steinman selbst gerne über seine Musik redet und sie tituliert: Wagnerian Rock. Das bedeutet nichts anderes, als völliger Bombast. Und genau den bekommt man auf „Bat Out Of Hell II: Back Into Hell“ zu hören. Lieder, die ziemlich eingängig sind und mit Orchestern, Chören und den üblichen Rock-Instrumenten überfrachtet sind. Das mag sich ab und an ganz nett anhören, wirkt allerdings alles in allem eben nach Musical. Nach Musik, die beim ersten Mal des Hörens zünden muss, da der Zuschauer oder in diesem Fall der Zuhörer, bereits beim Erstkontakt überzeugt sein muss, da es keinen zweiten geben wird. Stimmt natürlich bei einem Musik-Album nicht, aber genau so klingt die ganze Scheibe.

Bekanntestes Stück der Platte dürfte „I'd Do Anything For Love (But I Won't Do That)“ sein, ein Lied, welches alles in sich trägt, was die Musik des Jim Steinman ausmacht. Eine nicht zu überhörende Eingängigkeit, Bombast, diverse Chöre, orchestrale Arrangements, eine E-Gitarre, die auch mal ein Solo spielen darf und ein unfassbar primitiver Text, der genau wie der Gesang des Meat Loaf im Schmalz versinkt, Vorsicht Rutschgefahr.

Fazit: Jim Steinman macht das durchaus gut mit seiner Musik. Die große Masse wird damit sicher angesprochen. Mir ist das alles jedoch leider einfach viel zu platt. Diese überbordende Eingängigkeit langweilt ganz schnell, die Texte bewirken eine Art Schamgefühl, wenn man nur daran denkt, dass jemand diesen Inhalt auf Deutsch singen würde. Nun, es muss einem eben auch nicht alles gefallen. Viele haben ganz viel Spaß an „Bat Out Of Hell II: Back Into Hell“. Dieser Spaß sei auch allen gegönnt. Für mich allerdings definitiv nichts, da für meine Ohren zu anbiedernd. Fünf Punkte.

Anspieltipps: I'd Do Anything For Love (But I Won't Do That)



Donnerstag, 10. November 2016

Jim White – No Such Place




Jim White – No Such Place


Besetzung:

Jim White – guitar, vocals, banjo, percussion, whistles, toy flute, keyboards, bass, trombone, slide banjo


Gastmusiker:

Ross Godfrey – guitar, vocals, wurlitzer
Andy Keep – bass
Paul Godfrey – drums, programming, vocals, scratching
Sohichiro Suzuki – slide guitar
Jem Sullivan – slide guitar, crossover mandolin
Steve Ferry – drums, percussion, vibes, vocals
Ben Peeler – dobro, lap steel, hand claps
Chris Heinrich – as the reluctant latino
Steve Maples – bass, vocals, stand up bass, udu drum, percussion
Dal Thomas – banjo, vocals, slide guitar, auto harp, mandolin
Q Burn Abstract Message – programming, bass, handclaps
Andrew Hale – melodium, piano, celeste, percussion, kalimba, rhodes, drums, scratching, vocals, programming, little piano, keyboards
Paul Denman – bass
Toshi Nakanishi – lap steel, space, guitar, harmonica, whistles, percussion, handclaps, electric sitar
Leigh Gordan – handclaps, back-up vocals
Pam Smith – handclaps, back-up vocals
Linda Delgado – back-up vocals
Stephanie Simon – back-up vocals


Label: Luaka Bop


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Americana, Alternative Country


Trackliste:

1. Handcuffed To A Fence In Mississippi (4:08)
2. The Wound That Never Heals (4:23)
3. Corvair (3:48)
4. The Wrong Kind Of Love (6:30)
5. 10 Miles To Go On A 9 Mile Road (4:45)
6. Christmas Day (7:16)
7. Bound To Forget (6:31)
8. God Was Drunk When He Made Me (2:49)
9. King Of The Road (3:28)
10. Ghost-Town Of My Brain (4:39)
11. Hey! You Going My Way??? (6:26)
12. The Love That Never Fails (5:28)
13. Corvair Reprise (3:31)

Gesamtspieldauer: 1:03:48




„No Such Place“ heißt das zweite Album des US-Amerikaners Jim White, der sich musikalisch angeblich im Grenzgebiet zwischen Americana und Alternative Country bewegt. Veröffentlicht wurde die Platte 2001 auf dem Label Luaka Bop. Das kleine Wörtchen „angeblich“ scheint bei der Betitelung des musikalischen Genres, in dem sich dieses Album bewegt, dabei durchaus angebracht. Denn auch wenn auf „No Such Place“ des Öfteren die Lap Steel zum Einsatz kommt oder man hier und da ein Banjo zu hören bekommt, so klingt das ganze Album doch kaum bis überhaupt nicht nach amerikanischer Folklore à la Country. Im Sound zwar durchaus amerikanisch geprägt, so hört man auf dieser Scheibe jedoch Musik, die sanft und ruhig ist, der an vielen Stellen eine irgendwie mystisch bis verwunschene Stimmung eingehaucht wurde und deren Gesamtatmosphäre eher mit düster bis dunkel zu umschreiben ist.

„Americana“ ist das also durchaus, was man auf „No Such Place“ zu hören bekommt, hier allerdings in einer etwas „verwunschen“ klingenden Ausprägung. Nur leider schafft es die Musik des Jim White auf dieser, seiner zweiten Platte, nicht mehr ganz so zu überzeugen, wie noch auf seinem Debut-Album vier Jahre zuvor mit dem ebenfalls etwas seltsamen Titel „The Mysterious Tale Of How I Shouted “Wrong-Eyed Jesus!”“. Die einzelnen Lieder gehen nicht mehr ganz so ins Ohr, zünden auch nach dem x-ten Durchlauf noch nicht in dem Maße, dass sie wirklich begeistern oder gar mitreißen würden. Anhören kann man das alles gut, zum Wegdrücken ist die Musik die Jim White wahrlich auch zu schade, jedoch wird diese Platte wohl kaum jene sein, die man mit auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde.

Infolgedessen ist es auch nicht ganz einfach, hier Höhepunkte auszuwählen. In meinen Ohren gibt es da auch nur drei Titel, von denen allerdings zwei sehr ähnlich sind. „Corvair“ und „Corvair Reprise“ sind diese beiden Nummern, deren Melodie dann doch das Ohr sehr angenehm umspielt, die allerdings, wie der Name schon vorgibt, sehr ähnlich klingen. Und schließlich befindet sich auf dem Album auch noch die Nummer „Christmas Day“, die ebenso gefallen kann. Sanft und zurückhaltend instrumentiert und gesungen, sind diese drei Stücke definitiv die falsche Kost für den Hard Rocker, für die Freundin beziehungsweise den Freund der eher ruhigen Klänge jedoch allerbestens geeignet.

Fazit: „Americana“ hört man auf der zweiten Platte des Jim White. Musik in einer sehr weichen und zarten Ausprägung dieses musikalischen Genres. Alles auf „No Such Place“ lässt sich gut anhören, richtig zu überzeugen gelingt nur wenigen Stücken. Die Stimmung auf der Scheibe wechselt von düster bis mystisch und verwunschen und wieder zurück. Schon irgendwie besondere Musik, wenn auch nicht restlos überzeugend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Corvair, Christmas Day, Corvair Reprise



Mittwoch, 9. November 2016

Yes – Highlights – The Very Best Of




Yes – Highlights – The Very Best Of


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Chris Squire – bass and vocals
Patrick Moraz – keyboards (8)
Tony Kaye – keyboards (1-4, 11-13)
Rick Wakeman – keyboards (5-7, 9-10)
Alan White – drums (8-13)
Bill Bruford – drums (1-7)
Peter Banks – guitars (1-2)
Trevor Rabin – guitars and vocals (10-13)
Steve Howe – guitars (3-9)


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock, Mainstream


Trackliste:

1. Survival (6:20)
2. Time And A Word (4:30)
3. Starship Trooper (9:25)
     1. Life Seeker
     2. Disillusion
     3. Würm
4. I've Seen All Good People (6:54)
     1. Your Move
     2. All Good People
5. Roundabout (8:32)
6. Long Distance Runaround (3:31)
7. Soon (Single Edit) (4:07)
8. Wonderous Stories (3:51)
9. Going For The One (5:33)
10. Owner Of A Lonely Heart (4:29)
11. Leave It (4:15)
12. Rhythm Of Love (4:45)

Gesamtspieldauer: 1:06:18




Dass solch eine Zusammenstellung wie „Highlights – The Very Best Of“ von Yes, auf der insgesamt zwölf zumeist kürzere Titel vertreten sind, nie das halten kann, was der Name verspricht, das dürfte jeder Freundin und jedem Freund der Musik dieser außergewöhnlichen Band klar sein. Kein einziger wirklich langer Titel aus dem musikalischen Katalog von Yes ist hier vertreten, von daher kann das unmöglich „The Very Best Of Yes“ sein, denn gerade in den ausufernden und langen Liedern der Band stecken eben auch oftmals die weiteren Höhepunkte von Yes.

Die Scheibe erschien im September 1993 und enthält zwölf Nummern vom ersten Album „Yes“ bis hin zur 1987 erschienenen Platte „Big Generator“. Die Lieder entstammen dabei acht der bis dahin veröffentlichten zwölf Yes-Studioalben. Natürlich klingt die Musik gut, wenn man Yes mag. Die einzelnen Titel sind chronologisch angeordnet und man hört hier auch sehr gut, wie die Band in den 80ern weg vom Progressive Rock, hin zum radiotauglichen Pop driftete. Dieser war dann noch erfolgreicher, für die Fans der ersten Stunde aber natürlich nur schwer zu verdauen.

Eine Bewertung des Albums verbietet sich hier, da man natürlich lieber die Originalalben anhören sollte, die Lieder allerdings trotzdem gut bis sehr gut sind. Um eine Übersicht über die Entwicklung und das Schaffen dieser Band zu erlangen, dafür kann „Highlights – The Very Best Of“ durchaus herhalten. Für Leute, die die einzelnen Studioalben schon besitzen, jedoch absolut überflüssig.

Fazit: Die Musik ist toll, trotzdem benötigt man diese Scheibe als Yes-Kenner und Fan nicht. Allerdings hat diese Platte durchaus auch das erreicht, was die Plattenmanager und auch die Musiker sicherlich auch erreichen wollten, nämlich Geld zu verdienen. Die Scheibe verkaufte sich in den USA immerhin so gut, dass sie mir Platin ausgezeichnet wurde. Es sei ihnen gegönnt. Für jemanden, die oder der Yes nicht kennt vielleicht interessant, für alle anderen irgendwie seltsam, denn viele wichtige Lieder fehlen. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Die ersten Stücke bis zur Mitte.



Dienstag, 8. November 2016

Justin Sullivan & Dave Blomberg – Big Guitars In Little Europe




Justin Sullivan & Dave Blomberg – Big Guitars In Little Europe


Besetzung:

J8ustin Sullivan – guitar, vocals
Dave Bloomberg – guitar, backing vocals


Label: Wooltown Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Live Akustik


Trackliste:

1. Modern Times (3:29)
2. Ghost Of Your Father (3:22)
3. Turn Away (5:11)
4. Changing Of The Light (3:11)
5. No Pain (5:12)
6. Bad Old World (3:27)
7. Living In The Rose (3:29)
8. White Light (4:16)
9. All Of This (3:20)
10. Space (3:39)
11. Inheritance (4:32)
12. Vengeance (4:53)
13. Freeworld (3:51)
14. 225 (3:36)

Gesamtspieldauer: 55:32




Wer die Musik von New Model Army liebt, die oder der wird auch „Big Guitars In Little Europe“ lieben, eine Platte, die Justin Sullivan, Sänger, Gitarrist und Hauptsongschreiber bei New Model Army zusammen mit Dave Bloomberg einspielte. Die einzelnen Stücke wurden live auf einer Tour der beiden Freunde im Jahr 1994 in Holland und Schweden aufgenommen. Zu hören gibt es nur die Gitarren der beiden Musiker, dazu den ausdrucksstarken Gesang des Justin Sullivan und ein wenig Hintergrundgesang von Dave Bloomberg.

Und mehr braucht es auch nicht, um „Big Guitars In Little Europe“ zu etwas Besonderem werden zu lassen. Die hier zu hörenden New Model Army Lieder wirken in diesen „Unplugged“ Versionen sehr intensiv und absolut mitreißend. Ganz ohne Drums, Bass oder Keyboards werden auf „Big Guitars In Little Europe“ wunderschöne Melodien entwickelt, Rock in einer ruhigen, jedoch begeisternden Ausprägung. Die Stücke „Turn Away“, „Changing Of The Light“ und „No Pain“ sind dabei neu und entstammen keinem New Model Army Album. Schließlich gibt es mit Freeworld sogar noch ein sehr gelungenes Neil Young Cover.

„Unplugged“ stimmt übrigens nicht ganz, denn die E-Gitarre ist durchaus mal zu hören, selten zwar, aber sie wird auch eingesetzt. Das schmälert den Gesamteindruck der Scheibe allerdings überhaupt nicht. Es macht einfach Spaß den beiden Musikkern zuzuhören, die ganz offensichtlich auch sehr viel Spaß daran haben, nur mit ihren Gitarren vor Publikum zu spielen.

Fazit: Hier hört man die Musik von New Model Army mal auf eine ganz andere Art und Weise. Keineswegs weniger intensiv oder weniger mitreißend, denn die beiden Musiker zaubern eine tolle Stimmung auf die Bühne und auch auf die Platte. Klasse Musik, die ins Ohr geht, begeistert und nicht nur für Fans von New Model Army einiges zu bieten hat. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Modern Times, Ghost Of Your Father, Turn Away



Montag, 7. November 2016

Pearl Jam – Binaural




Pearl Jam – Binaural


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar, upright bass
Matt Cameron – drums
Stone Gossard – rhythm guitar
Mike McCready – lead guitar
Eddie Vedder – lead vocals, rhythm guitar, ukulele


Gastmusiker:

April Cameron – viola
Dakota – canine vocal
Justine Foy – cello
Mitchell Froom – keyboard, harmonium
Wendy Melvoin – percussion
Pete Thomas – percussion


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Breakerfall (2:19)
2. Gods' Dice (2:26)
3. Evacuation (2:56)
4. Light Years (5:06)
5. Nothing As It Seems (5:23)
6. Thin Air (3:32)
7. Insignificance (4:28)
8. Of The Girl (5:07)
9. Grievance (3:14)
10. Rival (3:38)
11. Sleight Of Hand (4:47)
12. Soon Forget (1:46)
13. Parting Ways (7:17)

Gesamtspieldauer: 52:05




„Binaural“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band Pearl Jam, welches am 16. Mai 2000 auf dem Label Epic Records veröffentlicht wurde. Während des Entstehens der Platte rutschte Eddie Vedder in eine Schreibblockade und Gitarrist Mike McCready musste sich einem Drogenentzug unterziehen. Keine allzu guten Voraussetzungen also, um erneut ein tolles Album auf den Markt zu bringen. Nun, von den Kritikern wurde „Binaural“ durchaus gelobt, von den Käufern allerdings nicht mehr ganz so enthusiastisch aufgenommen. So ist dieses sechste Album von Pearl Jam das erste, welches in den USA nicht mehr Platinstatus erreichte.

Die Atmosphäre auf der Platte ist eher eine düstere bis dunkle, die Texte drehen sich um sozialkritische Themen. Ein absolut herausragender Titel lässt sich auf der Scheibe nicht finden. Die Musik auf dem Album klingt allerdings zu 100 Prozent nach Pearl Jam, dazu trägt nicht nur der Gesang des Eddie Vedder bei. Der Klang und auch diese etwas dunklere Stimmung weisen eindeutig auf die Musik von Pearl Jam hin. Allerdings klingt da alles eben nicht mehr allzu aufregend und schon gar nicht mehr besonders. Ein wenig scheint sich beim Hören von „Binaural“ zu bestätigen, dass während des Entstehungsprozesses des Albums einige Klippen zu umschiffen waren. Die Scheibe ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, jedoch eines, welches so ein klein wenig durchläuft, ohne eine Spur zu hinterlassen. Das Ganze klingt schon etwas langweilig, ein Eindruck, den auch die ab und an eingesetzten Streicher nicht mehr retten können.

Stücke besonders herauszuheben fällt da fast schon schwer. Es gibt keine Ausfälle auf „Binaural“, jedoch sind die Höhepunkte auch sehr rar gesät. Am Überzeugendsten klingt das Lied „Nothing As It Seems“. Eine langsame Nummer, die glücklicherweise auch ins Ohr geht. Hier klingen Pearl Jam richtig gut. Das Highlight der Platte schlechthin. Ebenfalls noch gelungen sind die beiden Stücke „Insignificance“ und „Rival“, bei denen ebenfalls so etwas wie ein Wiedererkennungswert auszumachen ist. Aber der ganze Rest? Nicht schlecht, schwimmt aber trotzdem einfach nur so mit und durch. Und dann ist da auch noch die letzte Nummer der Platte, die doch wahrlich auch wieder einen Hidden Track enthält. Dieser schlechte musikalische Scherz zahlreicher Bands in den 90er Jahren wurde von Pearl Jam sogar bis ins neue Jahrtausend hinübergerettet. Hätte auch nicht sein müssen.

Fazit: „Binaural“, das sechste Album von Pearl Jam, ist eher etwas für die eingefleischten Fans der Band geworden. Die Platte besitzt wenige Höhepunkte, dafür allerdings glücklicherweise auch keine Ausfälle. Jedoch klingt das viel auf „Binaural“ irgendwie ähnlich und manches Mal sogar ein klein wenig langweilig. Sicherlich nicht die beste Platte von Pearl Jam, allerdings immer noch angefüllt mit Musik, welche andere Bands nie erreichen werden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Nothing As It Seems, Insignificance, Rival



Sonntag, 6. November 2016

Snow Patrol – Eyes Open




Snow Patrol – Eyes Open


Besetzung:

Gary Lightbody – vocals, guitar, backing vocals
Nathan Connolly – guitar, backing vocals
Paul Wilson – bass guitar, backing vocals
Jonny Quinn – drums, percussion
Tom Simpson – keyboards, samples


Gastmusiker:

Iain Archer – background vocals, choir, chorus
Paul Archer – background vocals, choir, chorus
James Banbury – arranger, cello
Sam Bell – engineer
Leon Bosch – double bass
Adrian Bradbury – cello
Charlie Clark – choir, chorus
Caroline Dale – cello
Caroline Dearney – cello
Richard George – violin
Ursula Gough – violin
Janice Graham – violin, leader
Timothy Grant – viola
Ciaran Gribbin – choir, chorus
Hrafnhildur Halldorsdottir – choir, chorus
William Hawkes – viola
Rebecca Hirsch – violin
Eugene Kelly – choir, chorus
Alastair King – choir, background vocals
Jacknife Lee – keyboards, programming, background vocals
Karin Leishman – violin
Beatrix Lovejoy – violin
Pauline Lowbury – violin
Maya Magub – violin
Zoe Martlew – cello
David McGinty – choir, chorus
Richard Milone – violin
Maxine Moore – viola
Steve Morris – violin
Everton Nelson – violin
Richael Reader – choir, chorus
Jenny Reeve – choir, chorus
Ben Russell – double bass
Claire Scott – choir, chorus
Stacey Seivewright – choir, chorus
Charles Sewart – violin
Hilary Skewes – string contractor
Matthew Souter – viola
Cenzo Townshend – mixing
Martha Wainwright – vocals
Paul Willey – violin
Lucy Williams – violin
Sara Wilson – choir, chorus
Warren Zielinski – violin


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Soft Rock, Pop


Trackliste:

1. You're All I Have (4:33)
2. Hands Open (3:17)
3. Chasing Cars (4:27)
4. Shut Your Eyes (3:17)
5. It's Beginning To Get To Me (4:35)
6. You Could Be Happy (3:02)
7. Make This Go On Forever (5:47)
8. Set The Fire To The Third Bar (3:23)
9. Headlights On Dark Roads (3:30)
10. Open Your Eyes (5:41)
11. The Finish Line (3:28)

Gesamtspieldauer: 45:05




„Eyes Open“ heißt das vierte Studio-Album der Nordirischen / Schottischen Band Snow Patrol. Veröffentlicht wurde die Platte im Mai 2006 auf dem Musiklabel Fiction Records. Es hatte einige Umbesetzungen im Band Line-Up von Snow Patrol gegeben. So hatte der bisherige Bassist Mark McClelland Snow Patrol verlassen und war durch Paul Wilson ersetzt worden. Auch Keyboarder Tom Simpson hört man auf „Eyes Open“ zum ersten Mal. Insgesamt sechs Singles wurden aus dem Album veröffentlicht, wobei „You're All I Have“ und „Chasing Cars“ bis in die Top Ten der britischen Charts kletterten. Das letztgenannte Lied, „Chasing Cars“, trägt wohl auch zu dem großen Erfolg des Albums einen nicht unerheblichen Teil bei. Das Lied wurde während des Finales des zweiten Staffel der amerikanischen Krankenhaus-Serie „Grey's Anatomy“ gespielt und verkaufte sich anschließend über fünf Millionen Mal. Der Titel hielt sich insgesamt 166 Wochen in den britischen Singles Charts, länger als jedes andere Lied zuvor. Weltweit wurden von dem gesamten Album bisher sechs Millionen Kopien verkauft.

Auf „Eyes Open“ hört man eingängigen Rock, mit einem starken Einschlag hin zum Pop. Alles, wirklich alles auf „Eyes Open“ klingt harmonisch und melodiös. Kaum ein Lied ist dabei, welches nicht gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht. Dabei sind das erwähnte „Chasing Cars“, „Shut Your Eyes“, „You Could Be Happy“, „Set The Fire To The Third Bar“ und „Open Your Eyes“ richtiggehende Ohrwürmer. Alles klingt irgendwie ruhig und sehr eingängig auf „Eyes Open“. Dazu trägt nicht nur der sanfte und samtige Gesang des Gary Lightbody bei, sondern auch jede Menge Streicher, die an vielen verschiedenen Stellen des Albums ihren Auftritt haben und alles noch ein wenig lieblicher klingen lassen.

Ein Lied zu finden, welches nicht mit diesen Charakteristika ausgestattet ist, gestaltet sich schwierig, beziehungsweise ist das unmöglich, da wirklich kein Titel großartig gegenüber dem anderen abfällt. Diese Platte dann allerdings unter der Überschrift „Alternative Rock“ einzugruppieren, wie dies häufig geschieht, scheint einigermaßen verfehlt bis völlig unangebracht. Eher geht das Ganze in die Richtung Soft Rock bis eben Pop, was an sich garantiert auch nichts Schlechtes bedeuten muss. Allerdings sollte hier auch erwähnt werden, dass das Album insgesamt sehr glatt klingt. Alles ist eben auf diese durchaus immer vorhandene Eingängigkeit hin getrimmt worden. Ein paar Ecken und Kanten hätten der Platte allerdings auch gut zu Gesicht gestanden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit: Unter der Überschrift „Pop“ lässt sich „Eyes Open“ sehr gut eingruppieren und stellt wahrlich ein sehr überzeugendes Album dar. Mit Alternative Rock, was man in Verbindung von Musik und Snow Patrol auch immer wieder lesen kann, damit hat „Eyes Open“ allerdings gar nichts zu tun. Wenn Rock, dann schon Soft Rock. Aber egal, die Lieder auf dem Album gehen gut ins Ohr und wissen zu überzeugen und auch sehr zu unteralten. Wer auf sanfte und melancholische Musik steht, die oder der wird viel Spaß mit „Eyes Open“ haben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Chasing Cars, Shut Your Eyes, Set The Fire To The Third Bar



Samstag, 5. November 2016

World Party – Egyptology




World Party – Egyptology


Besetzung:

Karl Wallinger – all songs played, recorded, written, produced by Karl Wallinger
Chris Sharrock – drums, northern vibes


Gastmusiker:

Johnson Somerset – loops on tracks 11 and 15
Anthony Thistlethwaite – additional massed saxes on track 3
John Turnbull – guitar on track 12
The Swingle Singers – vocals on track 6


Label: The Enclave


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock, Pop


Trackliste:
1. It Is Time (3:22)
2. Beautiful Dream (4:43)
3. Call Me Up (2:58)
4. Vanity Fair (3:35)
5. She's The One (4:56)
6. Vocal Interlude (0:24)
7. Curse Of The Mummy's Tomb (5:59)
8. Hercules (3:16)
9. Love Is Best (3:05)
10. Rolling Off A Log (5:56)
11. Strange Groove" (4:09)
12. The Whole Of The Night (4:24)
13. Piece Of Mind (4:59)
14. This World (4:20)
15. Always (4:23)

Gesamtspieldauer: 1:00:37




„Egyptology“ heißt das vierte Album der Band World Party, die im Grunde genommen der Waliser Karl Wallinger ist. Veröffentlicht wurde die Platte im Juni 1997 auf dem amerikanischen Plattenlabel „The Enclave“, welches nur kurze Zeit später von EMI in Virgin Records integriert wurde. Auf „Egyptology“ hört man die Single „Beautiful Dream“, die bis auf Platz 31 der britischen Charts kletterte. Trotzdem war die Platte verkaufstechnisch gesehen nicht sonderlich erfolgreich. Allerdings enthält das Album das Lied, „She's The One“. Zunächst war Karl Wallinger angeblich ziemlich sauer, als er mitbekam, dass Robbie Williams das Lied zwei Jahre später coverte. Diese Version – die übrigens sich kaum vom Original von World Party unterscheidet – kletterte dann allerdings bis auf Platz 1 der britischen Charts und war auch in Deutschland erfolgreich. Zudem gewann Robbie Williams mit seiner Version von „She's The One“ zahlreiche Preise. Als Karl Wallinger dann, nachdem er ein Aneurysma erlittenen hatte, über Jahre hinweg kaum mehr selbst in der Lage war, sein Geld als Musiker zu verdienen, entpuppte sich der Hit als wahrer Glücksgriff für ihn, denn die Tantiemen sprudelten und Karl Wallinger empfand es nun als großen Glücksfall, dass Robbie Williams das Lied ebenfalls veröffentlichte.

„She's The One“ ist wahrlich ein schönes Lied. Ein Titel, der sofort ins Ohr geht, gleich beim ersten Mal des Hörens. Nun, von Rock muss man da nicht mehr sprechen, das ist schon eindeutig Pop-Musik, die bei diesem Titel zu hören ist. Sehr gelungener Pop mit Ohrwurmcharakter. Das Schöne an „Egyptology“ ist allerdings, dass Karl Wallinger auf dem Album noch mehr sehr überzeugende Titel für seine Hörerinnen und Hörer bereithält. Diese gehen mal in die Richtung Pop, sind ein anderes Mal eher rockig gehalten. Sehr gute Beispiele für das absolut gelungene Songwriting des Waliser Wallinger sind die Nummern „Call Me Up“, „Vanity Fair“, „Curse Of The Mummy's Tomb“ oder „Rolling Off A Log“. Alle diese Lieder gehen ziemlich schnell in Ohr und auch nach vielen Durchläufen hat man sich an diesen Nummern noch nicht überhört.

Da nun allerdings auch die anderen Stücke des Albums nicht abfallen, stellt „Egyptology“ ein Album dar, welches ideal geeignet ist für Menschen, die in der Musik Melodiösität und Eingängigkeit suchen, die allerdings an keiner Stelle platt und aufgesetzt klingen. Zudem lohnt es sich einmal mehr, den Texten des Karl Wallinger aufmerksam zu lauschen beziehungsweise diese mitzulesen. Auch hier gibt es keine Massenware à la Herzschmerz oder großer Liebe. Bei World Party werden auch ganz andere Themen angesprochen und intelligent verarbeitet.

Fazit: „Egyptology“ von World Party macht jede Menge Spaß. Man hört auf der Scheibe sehr eingängige Musik, die sich irgendwo in den Grenzgebieten zwischen Pop und Rock bewegt. Viele der Lieder sind kleine Ohrwürmer. Auch die Texte wissen auf „Egyptology“ zu überzeugen, sodass man sich fragt, warum diese Scheibe nicht erfolgreicher war. Eine gute Platte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Call Me Up, Vanity Fair, She’s The One, Curse Of The Mummy's Tomb, Rolling Off A Log