Donnerstag, 9. November 2017

Lowtus – Soul For Sale




Lowtus – Soul For Sale


Besetzung:

Sebastian – steinway, organ, keys, apple
Samuel – voice, guitar
Jony – drums, percussion, “sing it”
Michael – bass
Mary – voice


Gastmusiker:

Manuel – cello


Label: Lowtus


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Phoenix (3:34)
2. To You Robots (3:51)
3. Doves And Dover (3:42)
4. Hijacked (3:53)
5. Lucky, Luke? (2:49)
6. Wonder (3:30)
7. Dreamland Pioneers (4:29)
8. A Look At A Headline (4:31)
9. Sin Club (3:19)
10. Black Tiger Song (3:49)
11. If That's Your Light, Where's Your Shadow (4:51)

Gesamtspieldauer: 42:21




Lowtus war eine Band aus dem fränkischen Raum, die wohl lediglich eine Platte veröffentlichte. Mehr lässt sich diesbezüglich leider nicht mehr recherchieren. Dieses eine Album heißt „Soul For Sale“ und erschien im Jahr 2005 im Eigenvertrieb. Auf der Scheibe hört man eine Mischung aus Rock und Pop, die zuallermeist sehr eingängig und melodiös klingt und durchaus überzeugen kann.

Piano und Gitarre scheinen auf „Soul For Sale“ abwechselnd im Vordergrund zu stehen. Die Lieder wurden dabei zumeist vom Gitarristen und Sänger Samuel Rauch komponiert. Jedoch für die Melodiebögen der Tasteninstrumente zeichnet sich Sebastian Schütz aus. Eine lohnende Zusammenarbeit, denn die Musik auf der Scheibe geht gut ins Ohr und kann gefallen. Lowtus zeigen dabei einmal mehr, dass es häufig nicht die Musik selbst ist, die eine Band erfolgreich werden lässt. Die Platte macht nämlich eine ganze Menge Spaß, hören wollten sie allerdings anscheinend wohl trotzdem niemand, da sich weder die Musik noch die Band durchsetzten konnten.

Gerade der Anfang ist auf „Soul For Sale“ mit den Titeln „Phoenix“, „To You Robots“ und „Doves And Dover“ sehr gelungen. Alles drei Lieder, die sehr schnell ins Ohr gehen und auch diesen gewissen Wiedererkennungswert aufweisen. Wahrlich überzeugend. Ebenfalls noch sehr gelungen ist schließlich das sanfte „Wonder“, welches vom Zusammenspiel aus Piano und Cello lebt und dabei sehr intensiv wirkt. Hier klingen Lowtus nun nicht mehr fröhlich und poppig, sondern nur noch melancholisch, nachdenklich, sentimental. Würde solch ein Lied von einer bekannten englischen oder US-amerikanischen Band gespielt werden, würde es im Radio rauf und runter laufen. Die folgenden Lieder verlieren dann zwar ein wenig an Ausstrahlung ohne dabei jedoch langweilig zu klingen. Die Höhepunkte auf „Soul For Sale“ liegen eben allerdings eher am Beginn des Albums.

Fazit: Lowtus hatten wohl das Pech eine deutsche Band zu sein und da ist es doppelt schwer sich mit internationaler Musik durchzusetzen. „Soul For Sale“ lohnt sich auf jeden Fall für alle Freundinnen und Freunde eingängiger Pop- bis Rock-Musik. Schade, dass man von Lowtus nicht noch mehr gehört hat. Neun Punkte.

Anspieltipps: Phoenix, To You Robots, Doves And Dover, Wonder



Mittwoch, 8. November 2017

Alex Harvey – Considering The Situation




Alex Harvey – Considering The Situation


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. Alex Harvey & His Soul Band – Shout (4:45)
2. Alex Harvey & His Soul Band – Framed (3:22)
3. Alex Harvey & His Soul Band – I Just Wanna Make Love To You (2:27)
4. Alex Harvey & His Soul Band – Elevator Rock (2:09)
5. Alex Harvey – St James Infirmary (3:02)
6. Alex Harvey & His Soul Band – Penicillin Blues (3:53)
7. Alex Harvey & His Soul Band – Reelin' And Rockin' (3:29)
8. Alex Harvey & His Soul Band – Ain't That Just Too Bad (2:25)
9. Alex Harvey – Agent OO Soul (2:41)
10. Alex Harvey – Work Song (2:36)
11. Hair Rave-Up – Hair (2:46)
12. Hair Rave-Up – Birthday (2:28)
13. Alex Harvey – Roman Wall Blues (2:45)
14. Alex Harvey – Midnight Moses (3:30)
15. Alex Harvey – Hammer Song (3:10)
16. Rock Workshop – Hole In Her Stocking (4:10)
17. Rock Workshop – Wade In The Water (3:45)
18. Alex Harvey – Isobel Goudie (13:01)
19. Alex Harvey – The Harp (5:23)
20. The Sensational Alex Harvey Band – The Harp (5:09)


CD2:

1. The Sensational Alex Harvey Band – Midnight Moses (4:25)
2. The Sensational Alex Harvey Band – Framed (4:55)
3. The Sensational Alex Harvey Band – There's No Lights On The Christmas Tree - They're Burning Big Louie Tonite! (3:44)
4. The Sensational Alex Harvey Band – Buff's Bar Blues (3:05)
5. The Sensational Alex Harvey Band – Swampsnake (4:55)
6. The Sensational Alex Harvey Band – Next (4:02)
7. The Sensational Alex Harvey Band – The Last Of The Teenage Idols (7:11)
8. The Sensational Alex Harvey Band – The Hot City Symphony Part 1: Vambo (5:00)
9. The Sensational Alex Harvey Band – Sergeant Fury (3:28)
10. The Sensational Alex Harvey Band – Tomahawk Kid (4:33)
11. The Sensational Alex Harvey Band – Action Strasse (3:15)
12. The Sensational Alex Harvey Band – Give My Compliments To The Chef (5:33)
13. The Sensational Alex Harvey Band – Faith Healer (Live) (7:00)
14. The Sensational Alex Harvey Band – Delilah (5:01)
15. The Sensational Alex Harvey Band – Boston Tea Party (4:37)
16. The Sensational Alex Harvey Band – Water Beastie (4:51)
17. Alex Harvey – I Love Monsters Too (0:40)

Gesamtspieldauer CD1 (1:17:04) und CD2 (1:16:24): 2:33:28




Mit dem Doppelalbum „Considering The Situation“ bekommt man einen Überblick über das Wirken und Schaffen des Alex Harvey von seinen musikalischen Anfängen bis zum Ende der Sensational Alex Harvey Band. Die wenigen produktiven Jahre, die er danach bis zu seinem frühen Tod noch aktiv war, finden sich dagegen auf dem Album nicht mehr wieder. Veröffentlicht wurde dieses Kompilationsalbum im Jahr 2003 auf dem Plattenlabel Mercury Records.

Mag diese Zusammenstellung für Alex Harvey Fans noch einen gewissen Reiz darstellen, so hält sich dieser bei allen anderen Hörerinnen beziehungsweise Hörern doch sehr in Grenzen. Auf der ersten CD sind die Anfänge des Alex Harvey zu hören. Hier bekommt man Rock, Rock’n’Roll, Blues und etwas Musical Musik geboten. Interessant ist dabei für den Fan sicherlich, wie sich solch Titel wie „Hammer Song“ oder „Isobel Goudie“ angehört haben, bevor sie von der Sensational Harvey Band überarbeitet und eingespielt wurden. Diese „Evolution“ der Lieder ist durchaus beeindruckend. Ebenfalls noch sehr hörenswert ist der Titel „The Harp“ in beiden vorhandenen Ausführungen. Diese Nummer war die B-Seite der ersten The Sensational Harvey Band-Single „Big Louie“ und hätte durchaus einen gebührenden Platz auf einem offiziellen Album verdient gehabt.

Auf der zweiten CD hört man dann vor allen Dingen die Sensational Harvey Band. Ein Best Of, bei dem das Lied „The Faith Healer“ seltsamerweise in der Live-Version zu hören ist. Wie immer bei solchen Zusammenstellungen lässt sich trefflich über den angebotenen Inhalt streiten, ob hier denn wirklich die hörenswertesten Stücke der Band zu finden sind. Meiner Meinung nach nicht, jedoch ist das eindeutig Geschmackssache. Immerhin gibt es mit über zweieinhalb Stunden Spieldauer so einiges auf „Considering The Situation“ zu hören und mit drei bisher noch nicht veröffentlichten Versionen von Liedern („Elevator Rock“, bisher noch nicht veröffentlicht und „Isobel Goudie“ sowie „The Harp“ in der Version von Alex Harvey ohne die Senastional Alex Harvey Band) sogar etwas Neues vom Schotten Alex Harvey.

Fazit: Es gibt einige Kompilationsalben von der Sensational Alex Harvey Band. Vor allen Dingen „All Sensations“ ist da deutlich besser gelungen. „Considering The Situation“ ist eher etwas für Fans des schottischen Musikers und Komplettisten, die alles von „ihrem“ Musiker besitzen möchten. Und obwohl „The Harp“ ein tolles Lied ist, lohnt sich dafür nicht der Kauf des ganzen Doppelalbums. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Harp



Dienstag, 7. November 2017

Various Artists – Verschwende Deine Jugend




Various Artists – Verschwende Deine Jugend


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Neue Deutsche Welle, Punk


Trackliste:

CD1:

1. Testbild – Mittagspause (2:42)
2. Innenstadtfront – Mittagspause (1:11)
3. Risikofaktor 1:X – Male (1:31)
4. Zensur & Zensur – Male (2:37)
5. Zurück Zum Beton – S.Y.P.H. (1:58)
6. Industrie-Mädchen – S.Y.P.H. (1:24)
7. Lachleute & Nettmenschen – S.Y.P.H. (2:16)
8. Eisenleer (Depressiv) – Neonbabies (0:49)
9. Blaue Augen – Neonbabies (3:19)
10. Man Of Stone – Hans-A-Plast (2:23)
11. Stumpf ist Trumpf – KFC (1:39)
12. Herrenreiter – Mittagspause (3:27)
13. Abenteuer und Freiheit – Fehlfarben (2:49)
14. Sei lieb – Östro 430 (2:57)
15. So froh – Ede & Die Zimmermänner (1:51)
16. Wir werden immer mehr – Der Plan (2:55)
17. Ich und die Wirklichkeit – DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) (4:11)
18. Kebabträume – DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) (3:30)
19. Metall – The Wirtschaftswunder (2:56)
20. It Always Rains In Wuppertal – Pyrolator (3:17)
21. Waschsalon Berlin – Frieder Butzmann (3:54)
22. Herzschlag – Mania D. (2:51)
23. Zuckendes Fleisch – Einstürzende Neubauten (3:24)
24. Computerstaat – Abwärts (3:12)
25. Wir kriegen sie alle – Horst Herold (3:08)

CD2:

1. Da vorne Steht 'ne Ampel – Der Plan (2:30)
2. Sehnsucht nach dem Osten – Andreas Dorau (0:39)
3. Der Kommissar – The Wirtschaftswunder (2:58)
4. Angriff auf's Schlaraffenland – Die Radierer (3:40)
5. Apokalypse – Fehlfarben (3:11)
6. Gott sei Dank nicht in England – Fehlfarben (2:44)
7. Wie lange noch – KFC (3:37)
8. Dosenbier – ZK (2:38)
9. In der Ecke stehn – ZK (1:37)
10. Was kostet die Welt – FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) (3:18)
11. Telephon – Palais Schaumburg (2:22)
12. Tulpen Und Narzissen – Andreas Dorau & Die Marinas (2:10)
13. Fred Vom Jupiter – Andreas Dorau & Die Marinas (2:39)
14. Wahre Arbeit, wahrer Lohn – Die Krupps (5:34)
15. Wir bauen eine neue Stadt – Palais Schaumburg (3:28)
16. Kalte Sterne – Einstürzende Neubauten (4:14)
17. 7 tödliche Unfälle im Haushalt – Die Tödliche Doris (3:48)
18. Your Turn To Run – Malaria! (4:09)
19. Ich will gewinnen – Tommi Stumpff (3:00)
20. 180° – Pyrolator (2:55)
21. Etre assis ou danser – Liaisons Dangereuses (3:25)
22. Verschwende deine Jugend – DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) (3:49)
23. Happy New Wave – Xao Seffcheque (2:13)
24. Jürgen Engler Gibt Ne Party – Die Toten Hosen (1:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:06:25) und CD2 (1:12:13): 2:18:38



„Verschwende Deine Jugend“ ist ein Doppel-Kompilationsalbum, welches zum gleichnamigen Buch des Autos Jürgen Teipel im Jahr 2002 erschien und die deutsche Musik vom Punk bis zur Neuen Deutschen Welle in der Zeit von 1977 bis 1983 dokumentiert. Erschienen ist diese Zusammenstellung auf dem Plattenlabel Universal Music und diese stellt wahrlich kein Best Of-Album, sondern sehr viel eher eine Art Dokumentation über die Anfänge und Übergänge neuer deutscher Musik Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre dar.

Es geht bei „Verschwende Deine Jugend“ also mehr darum eine musikalische Entwicklung aufzuzeigen. Wie sich Sounds und Bands veränderten. Dementsprechend hört man auf dem Doppelalbum auch die Vorgängerbands inzwischen sehr viel bekannterer und erfolgreicherer Gruppen. So wurden aus Male Die Krupps, aus Mittagspause Fehlfarben, aus dem KFC Nichts und aus dem ZK die Toten Hosen. Aber auch die Entwicklung so manches Liedes kann auf „Verschwende Deine Jugend“ nachverfolgt werden. Man hört auf dieser Scheibe das Lied „Blaue Augen“ in der ursprünglichen Version der Neonbabies mit Inga Humpe. Ein Hit wurde das Lied ein paar Jahre später, als es ihre Schwester Annette in leicht abgewandelter Form mit der Band Ideal einsang.

Die Musik selbst, ist bis auf den Andreas Dorau Klassiker „Fred vom Jupiter“ unfassbar anstrengend und ganz bestimmt nicht für jeden geeignet. Die Musiker gaben damals auch zu, dass sie ihre Instrumente zumindest teilweise eher weniger beherrschten und so ging es eben mehr um das Musikmachen, denn um schöne Musik machen oder gar erfolgreich sein zu wollen. Es wurden dabei definitiv neue Wege begangen und auch Wege für zukünftige Bands, im Inland wie auch international, bereitet.

Fazit: Ein klein wenig habe ich so den Verdacht, dass diese Zusammenstellung eher etwas für Musikwissenschaftler ist, denn für normale Musikkonsumenten. Vieles auf „Verschwende Deine Jugend“ klingt allzu schräg, manches ist kaum auszuhalten, meist jedoch bereits nach zwei Minuten, aufgrund der kurzen Spieldauer, wieder Geschichte. Als Ergänzung zum gleichnamigen Buch sicherlich geeignet, zum Reinhören okay, zum Durchhören fast nicht mehr auszuhalten. Aber obwohl, auch hier wird es Liebhaber geben. Ich bin jedoch definitiv keiner davon. Vier Punkte.

Anspieltipps: Fred vom Jupiter



Montag, 6. November 2017

Jake Bellows – New Ocean




Jake Bellows – New Ocean


Besetzung:

Jake Bellows – vocals, acoustic guitar, electric guitar 


Gastmusiker: 

Ben Brodin – drums, organ, acoustic guitar, electric guitar, vocals, piano, electric piano, mellotron 
Todd Fink – vocals, percussion, electric guitar, synthesizer
Ryan Fox – electric guitar, percussion, soundscape, voice, bass, keyboards
Heath Koontz – bass
Morgan Nagler – vocals
Heather Porcaro – vocals
Kacynna Tompsett – vocals
Pearl Lovejoy Boyd – vocals
Kendall Panas – vocals
Tabitha Panas – vocals
Alessi Laurent-Marke – vocals


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Independent Rock, Pop, Folk, Country


Trackliste:

1. New Ocean (4:12)
2. All Right Now (2:54)
3. You And Me (3:01)
4. Drinking With Dad (3:25)
5. Two Weeks (3:25)
6. I Know You (3:01)
7. I Can't Wait (2:28)
8. Running From Your Love (3:10)
9. Help (3:39)
10. Should You Ever Change Your Mind (2:46)
11. Frequency (4:55)

Gesamtspieldauer: 37:02



Jake Bellows ist der Sänger und Gitarrist der Band Neva Dinova, die aus Omaha, Nebraska stammt und für Independent Rock steht. Den US-Amerikaner hat man auch schon als Gastmusiker bei Conor Obersts „Bright Eyes“ gehört. Am 6. August 2013 veröffentlichte Jake Bellows nun auf dem Plattenlabel Saddle Creek sein erstes Solo-Album unter dem Titel „New Ocean“.

Auf dieser Platte ist ein sehr getragener Independent Rock zu hören, vermischt mit etwas Pop, Folk und einer winzigen Prise Country. Sehr melancholisch und nachdenklich wirken die Lieder auf diesem Album, welches es kaum schafft Gute Laune zu verbreiten, sondern sehr viel eher für die ruhigen und nachdenklichen Stunden des Lebens gemacht zu sein scheint. Die einzelnen Stücke gehen dabei durchaus ins Ohr, ohne dadurch jetzt richtige Ohrwürmer darzustellen. Das Album ist mit etwas über 37 Minuten Laufzeit nicht zu lang geraten, aber dennoch kommt selbst hier beim Hören schon nach wenigen Liedern die Hoffnung auf, dass die Musik des Jake Belows doch irgendwie mal an Fahrt gewinnt. Sehr häufig klingt die Stimme des US-Amerikaners ein wenig weinerlich und irgendwann glaubt man gar, die ganze Platte im Selbstmitleid versinken zu sehen beziehungsweise zu hören. Das wirkt alles selbst bei einer Laufzeit von lediglich 37 Minuten irgendwann anstrengend.

Somit ist es auch nicht ganz einfach an dieser Stelle die Titel zu erwähnen, die wahrlich hörenswert sind und das musikalische Leben der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu bereichern verstehen. Nun, am ehesten hörenswert scheint da doch gleich das erste Lied und gleichzeitig der Titelsong „New Ocean“ zu sein. Man ist noch nicht ganz in der Atmosphäre des Albums versunken, kann noch hoffen und die Nummer geht sogar ins Ohr. Schließlich sei an dieser Stelle ebenfalls noch der letzte Titel „Frequency“ erwähnt. Dies aus dem Grund, weil Jake Bellows hier wirklich rockt und sich fast schon ekstatisch steigert. Ein paar mehr solcher „Auflockerungen“ hätte man sich auch in der Mitte des Albums gewünscht.

Fazit: Melancholie wird groß geschrieben auf „New Ocean“, dem ersten Solo-Projekt von Jake Bellows, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Band Neva Dinova. Die Musik passt perfekt zum Herbst, klingt selten etwas fröhlicher, zumeist dagegen sehr gedrückt. Die einzelnen Titel gehen gut ins Ohr, überaus spannend klingen sie dabei allerdings nicht durchgängig. Wer jedoch Musik zum „Runterkommen“ sucht, die oder der könnte es mit „New Ocean“ von Jake Bellows durchaus mal probieren. Acht Punkte.

Anspieltipps: New Ocean



Sonntag, 5. November 2017

The Yardbirds – Classic Cuts




The Yardbirds – Classic Cuts


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: ARC Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop, 60ies Pop


Trackliste:

CD1:

1. Smokestack Lightning (5:36)
2. You Can’t Judge A Book (2:58)
3. Let It Rock (2:19)
4. Boom Boom (2:26)
5. Who Do You Love (4:12)
6. Too Much Monkey Business (3:49)
7. Got Love If You Want It (2:46)
8. Here ‘tis (5:07)
9. What Do You Want (3:03)
10. I Ain’t Done Wromg (3:41)
11. Respectable (5:28)
12. My Girl Sloopy (5:37)
13. You’re A Better Man Than I (3:20)
14. New York City Blues (4:09)
15. Someone To Love Pt. 1 (2:23)
16. Someone To Love Pt. 2 (4:17)

Gesamtspieldauer: 1:01:02




Die Yardbirds sind eine englische Rock Band, die im Jahr 1963 in London gegründet wurde. Die Band hatte mehrere Lead-Gitarristen, die unter anderem Eric Clapton, Jimmy Page und Jeff Beck hießen. Alle drei befinden sich in den Top 5 der besten Gitarristen aller Zeiten, die das Rolling Stone Magazine veröffentlichte. Die Yardbirds starteten als Blues Band und ihnen wird Einfluss auf sehr viele musikalische Genres nachgesagt. So sollen von ihnen die ersten progressiven Rocktöne zu hören sein, die Grundlagen des Punks und des Hard Rock gelegt worden sein. Dazu schafften es die drei bekannten Gitarristen der Band Innovationen bezüglich des Gitarrenspiels wie Verzerrung und Feedback in der Rock Musik zu etablieren. Nach dem Auseinanderbrechen der Band im Jahr 1967 gründeten Sänger Keith Relf und Schlagzeuger McCarty die Band Renaissance, Jimmy Page die noch deutlich bekanntere Band Led Zeppelin. In den 90er Jahren reformierten sich die Yardbirds erneut. Von der ursprünglichen Besetzung waren Schlagzeuger Jim McCarty und Gitarrist Chris Dreja wieder mit von der Partie. Chris Dreja verließ die Yardbirds schließlich erneut im Jahr 2012, sodass heute nur noch Jim McCarty von der ursprünglichen Formation Bestandteil der Band ist.

Klingt alles sehr gut, nur kann man das beim Hören dieser Zusammenstellung kaum nachvollziehen. Auf dem absolut lieblos zusammengestellten Kompilationsalbum mit dem Titel „Classic Cuts“, welches im Jahr 1987 auf dem Plattenlabel ARC Records veröffentlicht wurde, hört man die Band zu Beginn ihrer Karriere, also Anfang bis Mitte der 60er Jahre. Auf der Scheibe befinden sich zumeist atemberaubend schlechte Live-Aufnahmen von hauptsächlich Pop- oder Rock’n’Roll-Nummern, die nur mit einer sehr hohen Toleranzschwelle angehört werden können. Oftmals hört man auf dieser kruden Zusammenstellung lediglich ein Geschepper der Schlagzeugbecken sowie einen dumpfen Sound, der umso fieser klingt, je lauter man sich das Ganze gibt. Einen Überblick über die Musik der Yardbirds, die solch ein Album sicherlich auch geben soll, kann man hier unmöglich gewinnen.

Allerdings ist nicht nur die Aufnahmequalität der Lieder schlecht, auch die Titel selbst klingen nach den 60ern. Von Innovation oder neuen Wegen, die die Band samt ihrer Gitarristen ging, ist auf „Classic Cuts“ reichlich wenig zu hören. Eine kleine Ausnahme ist vielleicht die Nummer „You’re A Better Man Than I“, die sowohl klangtechnisch besser gelungen ist und wirklich erste Ansätze des Progressive Rock enthält. Das ist allerdings leider wirklich die Ausnahme auf der Scheibe, auf der ansonsten die Musik dröhnt wie beim grauenvollen „Respectable“ oder beim durchaus noch interessanten „Someone To Love Pt. 2“. Viel mehr Worte sollte man über diese Scheibe nicht verlieren.

Fazit: Eine unfassbar schlechte Zusammenstellung der musikalischen Anfänge der Yardbirds stellt das Kompilationsalbum „Classic Cuts“ dar. Die Musik langweilt, der Sound ist oftmals absolut miserabel. Das, was die Yardbirds ausmacht, bekommt man auf dieser Zusammenstellung nicht oder nur in sehr kleinen Ansätzen zu hören. Ist es nicht die Musik selbst, die einen verzweifeln lässt, dann ist es die Aufnahmequalität der Stücke, die einen kopfschüttelnd zurücklässt. Hier wollte eine Plattenfirma ganz schnell Geld mit einem bekannten Namen machen. Nicht mehr und nicht weniger. Zwei Punkte.

Anspieltipps: You’re A Better Man Than I



Samstag, 4. November 2017

Various Artists – Faust – Ravvivando Remix (Maxi)




Various Artists – Faust – Ravvivando Remix (Maxi)


Besetzung:

GEL: Dave Ball (Soft Cell) & Ingo Vauk


Label: Klangbad


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Synthie-Pop, Electronic, Techno


Trackliste:

1. Wir Brauchen Dich #6 (Remix vom Album Freispiel) (7:33)
2. Wir Brauchen Dich #6 (Processors Of Elimination Mix) (4:03)
3. Wir Brauchen Dich #6 (Ellapropella Mix) (5:23)
4. Wir Brauchen Dich #6 (Alternate Take) (10:47)

Gesamtspieldauer: 27:47



Auf der Maxi-CD „Ravvivando Remix“ hört man vier verschiedene Remixe des Faust Stücks „Wir brauchen Dich“ vom Album „Ravvivando“ aus dem Jahr 1999. Die Remixe stammen aus dem Jahr 2001 und wurden auf dem Plattenlabel Klangbad veröffentlicht. Für diese Versionen des ursprünglichen Liedes zeichnen sich die beiden Musiker David Ball und Ingo Vauk aus.

David Ball war einer der beiden Musiker von Soft Cell, eine Band, die er zusammen mit Marc Almond gründete. Soft Cell wird hinter dem Namen von David Ball auch extra nochmals erwähnt, um das Projekt der Remixe eines Faust-Albums noch etwas interessanter werden zu lassen. Wird es dadurch allerdings leider auch nicht. Man hört auf dieser Maxi-Single vier Mal sehr elektronische Musik, die im vierten und alternativen Mix in Industrial mündet. Heftige Beats und gegen Ende des kurzen Albums keinerlei Eingängigkeit oder Melodiösität mehr. Für Heavy Techno Partys durchaus geeignet, für etwas anderes kaum.

Fazit: Vielleicht mögen diese Remixe für Faust Fans interessant sein, was allerdings auch bezweifelt werden kann. Von daher kann man eines der ersten Mixe sicherlich auf einer Techno-Party auflegen, den vierten Remix dann, wenn man gerade mit dem Kran und der schweren Eisenkugel auf das Haus zufährt. Man versetzt die schwere Eisenkugel in Schwingung. Immer schneller und immer mehr. Schließlich saust sie so stark hin und her, dass sie an ihren Wendepunkten fast die Horizontale erreicht hat. Jetzt noch ein Stück näher zum Haus, ein winziges Stück und Rummms, die erste Wand fällt und die Kugel schwingt immer noch. Dies alles wird bestens musikalisch durch den vierten Remix unterlegt. Musik ist spannend. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Alles



Freitag, 3. November 2017

The Waterboys – Room To Roam




The Waterboys – Room To Roam


Besetzung:

Mike Scott – guitar, piano, vocals
Barry Beckett – piano
Seamus Begley – background vocals
Eileen Begley - background vocals
Colin Blakey – flute, piano, Hammond organ, whistling, whistle
Noel Bridgeman – percussion, drums, vocals
John "Turps" Burke – background vocals
Trevor Hutchinson – bass guitar, bouzouki
Roddy Lorimer – trumpet
Diarmuid O'Suilleabhan – background vocals
Ken Samson – didjeridu
Sharon Shannon – fiddle, accordion
J. Neil Sidwell – trombone
Anthony Thistlethwaite – mandolin, saxophone
Steve Wickham – fiddle, hammond organ, vocals
Kieran Wilde – clarinet


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Folk Rock, Rock, Country


Trackliste:

1. In Search Of A Rose (1:20)
2. Song From The End Of The World (1:59)
3. A Man Is In Love (incl. Calliope House) (3:18)
4. Bigger Picture (2:26)
5. Natural Bridge Blues (2:06)
6. Something That Is Gone (3:16)
7. The Star And The Sea (0:26)
8. A Life Of Sundays (6:13)
9. Islandman (2:06)
10. The Raggle Taggle Gypsy (2:58)
11. How Long Will I Love You? (3:38)
12. Upon The Wind And Waves (0:44)
13. Spring Comes To Spiddal (1:24)
14. The Trip To Broadford (1:14)
15. Further Up, Further In (5:32)
16. Room To Roam (2:55)
17. The Kings Of Kerry (0:58)


Collector's Edition Bonus Disc (2008):

1. In Search Of A Rose (2:29)
2. My Morag (The Exile's Dream) (2:11)
3. A Man Is In Love (incl. Calliope House) (alternate) (3:20)
4. The Wyndy Wyndy Road (1:53)
5. Three Ships (3:22)
6. Sunny Sailor Boy (3:06)
7. Sponsored Pedal Pusher's Blues (2:50)
8. The Wayward Wind (3:47)
9. Danny Murphy / Florence (2:22)
10. The Raggle Taggle Gypsy (live) (4:30)
11. Custer's Blues (live) (4:37)
12. Twa Recruitin' Sergeants (live) (4:10)
13. A Reel And A Stomp In The Kitchen (0:51)
14. Down By The Sally Gardens (3:48)
15. A Strathspey In The Rain At Dawn (1:23)
16. A Song For The Life (3:49)
17. The Kings Of Kerry (0:27)

Gesamtspieldauer CD1 (42:42) und CD2 (49:01): 1:31:43




Sie war noch nicht abgeschlossen, die Phase der Waterboys, die mit der Platte „Fisherman’s Blues“ eingeläutet worden war. Folk und Country waren seitdem die bestimmenden musikalischen Richtungen der Waterboys um Mike Scott geworden. Diese Art der Musik hört man nun ebenfalls auf dem am 2. Oktober 1990 veröffentlichten fünften Studioalbum mit dem Namen „Room To Roam“. Auch diese Platte wurde wie der Vorgänger auf dem Label Chrysalis veröffentlicht.

Nimmt man den Titel des Albums wörtlich, so kann man diesen vorgegebenen musikalischen Raum zwar durchstreifen, man kann darin herumwandern, sich vielleicht darin auch verirren, jedoch wird man kaum mehr interessante oder spannende Musk entdecken. Sehr viel eher hört man auf „Room To Roam“ zumeist langweiligen, schon oft gehörten und damit wenig spektakulären Folk, der an mancher Stelle auch vom Country angehaucht wurde. Allerdings passierte letzteres glücklicherweise deutlich weniger als noch auf dem Album „Fisherman’s Blues“ – aber es geschieht leider immer noch. Die Musik bleibt zudem auch bei den Folk Stücken trotzdem eher bieder und zumeist vergisst man die Lieder sofort wieder, nachdem sie ausgeklungen sind.

Rock Musik enthält diese Scheibe so gut wie gar nicht mehr. The Waterboys zelebrieren die traditionelle irische und schottische Musik auf „Room To Roam“ sehr kompromisslos und konsequent. Dies gilt ebenso für die Zusatz-CD der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2008, auf der sich allerdings sowieso hauptsächlich alternative oder Live-Versionen, der schon auf dem ursprünglichen Album vorhandenen Lieder finden. Höhepunkte dieser Platte zu entdecken und zu benennen, ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach, wenn man dieser Musik nur noch wenig abgewinnen kann. Nach mehrmaligem Anhören bleibt bei mir hauptsächlich das Titelstück „Room To Roam“ in Erinnerung – zumindest dieses Lied geht ins Ohr.

Fazit: Ich mag Folk Musik, doch dieser Folk der Waterboys spricht mich irgendwie nicht an. Die Lieder bleiben nicht mehr hängen, gehen nicht ins Ohr, verblassen sofort wieder, nachdem sie gehört wurden. Der Country-Anteil in der Musik der Band wurde etwas zurückgefahren, der Rock-Anteil in der Musik der Waterboys ist nicht mehr existent. Somit ist „Room To Roam“ eine Platte geworden, welche eingefleischten Folk Fans vielleicht ein Lächeln auf die Lippen zaubert, andere aber wohl eher enttäuscht zurücklässt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Room To Roam, Danny Murphy / Florence



Donnerstag, 2. November 2017

Various Artists – Superpops




Various Artists – Superpops


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Delta Music


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop, Oldies


Trackliste:

1. Downtown (Petula Clark) (3:15)
2. Summertime (Billy Stewart) (2:43)
3. Don’t Be Cruel (Elvis Presley) (2:03)
4. Pictures Of Matchstick Man (Status Quo) (3:06)
5. Silence Is Golden (The Tremolos) (3:08)
6. Soul Man (Sam & Dave) (2:37)
7. Wooly Bully (Sam The Sham & The Pharachs) (2:22)
8. Rinky Dink (Dave Baby Cortez) (2:56)
9. Da Doo Ron Ron (The Crystals) (2:19)
10. Jesamine (The Casuals) (3:07)
11. Those Were The Days (Mary Hopkin) (5:01)
12. Runaway (Del Shannon) (2:26)
13. It’s My Party (Lesley Gore) (2:15)
14. Speedy Gonzales (Pat Boone) (2:35)
15. Louie Louie (Kingsmen) (2:47)
16. Rebel Rouser (Duane Eddy) (2:16)

Gesamtspieldauer: 45:03




„Superpops“ ist ein Kompilationsalbum von Pop-Liedern verschiedener Bands, Sängerinnen und Sänger. Erschienen ist die Scheibe im Jahr 1988 auf dem Plattenlabel Delta Music. Zu hören gibt es auf „Superpops“ Pop-Musik, die zum allergrößten Teil bereits der Kategorie „Oldie“ zugerechnet werden kann. Die sechszehn Titel sind dabei musikalisch breit gefächert und decken ein weites Spektrum ab. Von sanft und nachdenklich über das Mid-Tempo bis hin zum tanzbaren Gassenhauer ist hier alles vertreten.

Der Spruch „Oldie but Goldie“ kann hier allerdings nicht einfach so stehengelassen werden. Nicht alles auf „Superpops“ erfüllt auch den Anspruch, der durch den Untertitel des Albums „Pop Music Greatest Hits“ heraufbeschworen wird. Manch eine Nummer scheint da durchaus Füllmaterial zu sein, so richtig schlecht klingt jedoch glücklicherweise nichts auf dieser Zusammenstellung. Gleich mit dem ersten Ton bewegt man sich musikalisch allerdings in längst vergangenen Zeiten, die zum Teil noch vor den Beatles angesiedelt sind.

Meine persönlichen Favoriten dieser Scheibe sind zwei fast schon schlagereske Stücke, nämlich Petula Clarks „Downtown“ sowie Mary Hopkin mit ihrem „Those Were The Days“. Jedoch gibt es noch jede Menge mehr zu entdecken. Status Quo mit „Pictures Of Matchstick Man“ lohnt sich genauso wie Del Shannons „Runaway“ oder auch Lesley Gore mit „It’s My Party“ und Pat Boone mit „Speedy Gonzales”. Alles sehr bekannte Stücke, über die man automatisch irgendwann in seinem Leben stolpert.

Fazit: Für Leute, die sich gerne mal musikalisch in die „gute alte Zeit“ zurückversetzt fühlen möchten. Für jüngere Generationen wohl eher weniger geeignet. Doch bekannt dürften die Stücke zum größten Teil jeder und jedem sein. Da die Lieder auch gut ins Ohr gehen, hat man mit „Superpops“ eine Zusammenstellung von Titeln, die klingen und heutzutage nicht mehr ganz so häufig zu hören sind. Von daher eine nette Auflockerung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Downtown, Those Were The Days



Mittwoch, 1. November 2017

Stan Ridgway – Live - Poolside With Gilly




Stan Ridgway – Live - Poolside With Gilly


Besetzung:

Stan Ridgway – vocals, guitar, harmonica
Pietra Wexstun – keyboards
David Sutton – bass
Bernhard Hall – keyboards
“Big Joe” Berardi – drums
Pete McCrea – guitar


Label: Dis-Information Records


Erscheinungsdatum: 2001 (Aufnahme von 1991)


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. Space Talk (1:07)
2. The Overlords (4:32)
3. Jack Talked (2:53)
4. Talk Hard (3:27)
5. Chat - Intro The Band (1:21)
6. The Roadblock (4:46)
7. Blab - Who Is That? (1:31)
8. The Big Heat (4:34)
9. Blab - Clarence Thomas (0:53)
10. Lonely Town (4:33)
11. Blab - Celebs (1:01)
12. Harry Truman (4:06)
13. Blab - Ribeye (0:59)
14. Don't Box Me In (3:54)
15. Drive She Said (4:40)


CD2:

1. Blab - Bossa Nova (1:25)
2. Wanna Be A Boss (4:41)
3. Blab - More Celebs (0:58)
4. Uba's House (4:06)
5. Camouflage (6:35)
6. Blab - Thanks (1:36)
7. Last Honest Man (4:01)
8. Blab - TVS? (0:52)
9. A Mission Of Life (7:01)
10. Blab - Applause (1:07)
11. C. Stop The Show (3:54)
12. Mexican Radio (4:16)
13. 16 Tons (4:08)

Gesamtspieldauer CD1 (44:24) und CD2 (44:45): 1:29:09




„Poolside With Gilly“ heißt das erste Live Album des US-Amerikaners Stan Ridgway. Aufgenommen wurde ein Konzert am Abend des 2. November 1991 in „The Strand“ in Hermosa Beach, Kalifornien. Die Aufnahme erschien dann schließlich in Form eines Doppelalbums im Jahr 2001 auf dem Plattenlabel Dis-Information Records.

Die Scheibe eignet sich wohl am ehesten für eingefleischte Stan Ridgway Fans und ganz bestimmt für Menschen, die damals beim Konzert zugegen waren. Das wiederum liegt in dem Umstand begründet, dass es sich bei dem Mitschnitt um ein Konzert handelt, in dem häufig gesprochen wird. Zwischen den einzelnen Stücken gibt Stan Ridgway sehr viel zum Besten, sodass man sich kaum in die Musik einhören kann, weil sie danach gleich wieder von Ansagen, Anekdoten oder Meinungen unterbrochen wird. Die einzelnen Stücke hört man in leichten Variationen zu den Originalversionen.

Trotzdem kann man sich natürlich mit „Poolside With Gilly“ einen ganz guten Überblick über die Musik von Stan Ridgway verschaffen. Nicht alles geht einem dabei schnell ins Ohr, aber selbstverständlich gibt es hier auch solch einen Ohrwurm wie „Camouflage“ zu hören. Insgesamt ist die Musik des Stan Ridgway eine Mischung aus Pop, Rock, New Wave, Western Music und Electronic. Was bunt vermischt klingt, passt in der Variante, wie es von Stan Ridgway seinen Hörerinnen und Hörern präsentiert wird, sehr gut und stimmig zusammen.

Fazit: Es ist nicht ganz einfach sich in die Musik auf „Poolside With Gilly“ hineinzuhören, da die einzelnen Lieder immer wieder von langen Ansagen unterbrochen werden. Man hört eine sehr elektronische Variante von Pop und Rock, wie sie für die Musik von Stan Ridgway typisch ist. Einen schönen Einblick in sein Schaffen bis zum Jahr 1991, bei dem auch Lieder seiner vorherigen Band Wall Of Voodoo Berücksichtigung fanden, erhält man mit diesem Live-Album auf jeden Fall. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Uba's House, Camouflage



Dienstag, 31. Oktober 2017

Rainbow – Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976




Rainbow – Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ronnie James Dio – lead vocals
Cozy Powell – drums, percussion
Jimmy Bain – bass
Tony Carey – keyboards


Label: AFM Records


Erscheinungsdatum: 2006 (aufgenommen 1976)


Stil: Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Introduction (1:13)
2. Kill The King (4:46)
3. Mistreated (12:51)
4. Sixteenth Century Greensleeves (8:09)
5. Catch The Rainbow (13:20)
6. Man On The Silver Mountain (13:40)


CD2:

1. Stargazer (14:50)
2. Still I'm Sad (17:03)
3. Do You Close Your Eyes (6:42)

Gesamtspieldauer CD1 (54:01) und CD2 (38:37): 1:32:39



„Deutschland Tournee 1976” ist zugegebenermaßen ein etwas seltsam anmutender Titel für ein Live-Album der englischen Band Rainbow. Ergänzt wird diese Überschrift noch durch Ort und das Datum des damaligen Konzertes „Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976”. Insgesamt gibt es diese Veröffentlichung auch noch mit den Konzerten in Köln (25. September 1976) und Düsseldorf (27. September 1976) in identischer, sowie mit ebenfalls fast gleicher Titelauswahl vom 20. Oktober 1977 in München. In Japan wurden die ersten drei genannten Konzerte als sechs CD umfassende Box herausgegeben, in der restlichen Welt erschienen die Alben in Form von Doppelalben. „Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976“ wurde im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Humming Bird veröffentlicht.

Rainbow sind bei diesen Konzerten auf dem Höhepunkt ihrer Schaffensphase und das hört man auch. Die Studioalben „Ritchie Blackmore's Rainbow“ sowie „Rising“ waren bereits veröffentlicht, zur Platte „Long Live Rock 'n' Roll“ lagen die ersten Ideen vor, wie man an der hier enthaltenen Version von „Kill The King“ gut nachhören kann. Die vier Musiker haben auf diesem Konzert eindeutig Spaß an dem, was sie da gerade zelebrieren und halten sich auch kaum an die Vorgaben des ursprünglichen Liedes. Alle Lieder werden stark variiert, sodass sie zwar noch denselben Titel wie die Album-Versionen der entsprechenden Lieder tragen, doch zum Teil fast schon zu eigenständigen Nummern werden. Man hört mitreißende Instrumentalsoli und auch einen Ronnie James Dio in Höchstform.

Dieses Live-Album stellt definitiv eine Bereicherung für jeden Rainbow Fan dar, aber auch Freunde der Rockmusik, die die ursprünglichen Titel noch nicht kennen, dürften an diesen Aufnahmen ihren Spaß haben. Vor allen Dingen das Yardbirds-Cover „Still I'm Sad“, im Original mit einer Laufzeit von 2:57 und in ebenfalls sehr kurzer Version auch auf dem ersten Rainbow Studioalbum vorhanden, wird auf diesem Konzert in einer siebzehnminütigen Version wiedergegeben, die das Herz der Rockfreundin beziehungsweise des Rockfreundes einfach höherschlagen lassen muss. Wahrlich beeindruckend, abwechslungsreich und mitreißend.

Fazit: Für alle Hörerinnen und Hörer, die die Musik von Rainbow, aber auch die von Deep Purple lieben, eine lohnende Anschaffung. Die auf der Doppel-CD enthaltenen Lieder sind in völlig anderen Versionen vorhanden, als die Originalaufnahmen auf den Studioalben. Das Lied „Kill The King“ in einer Version, aus der sich der Titel noch endgültig herausbilden muss, denn das dazugehörige Studioalbum wurde erst im drauffolgenden Jahr veröffentlicht. Auf „Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976“ rockt es, Hard Rock der allerfeinsten Sorte gibt es hier zu hören. Macht einfach Spaß. Für Rock Fans bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Still I'm Sad



Montag, 30. Oktober 2017

Gary Numan – Living Ornaments ‘81




Gary Numan – Living Ornaments ‘81


Besetzung:

Gary Numan – vocals, guitar, synthesizers


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass guitar
Chris Payne – keyboards, viola
Cedric Sharpley – drum kit
Russell Bell – guitar
Dennis Haines – keyboards
Nash The Slash – violin on “Cry The Clock Said”


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1998 (Aufnahme von 1981)


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

CD1:

1. Intro / This Wreckage (7:40)
2. Remind Me To Smile (3:22)
3. Metal (3:14)
4. Me! I Disconnect From You (3:03)
5. Complex (3:10)
6. The Aircrash Bureau (5:24)
7. Airlane (3:24)
8. M.E. (4:32)
9. Everyday I Die (4:38)
10. Films (5:47)
11. Remember I Was Vapour (4:34)
12. Trois Gymnopedies (First Movement) (3:04)
13. Conversation (7:39)


CD2:

1. She's Got Claws (4:51)
2. Cars (3:39)
3. I Dream Of Wires (4:37)
4. I'm An Agent (3:57)
5. The Joy Circuit (5:56)
6. I Die: You Die (3:43)
7. Cry The Clock Said (5:26)
8. Tracks (2:19)
9. Down In The Park (5:59)
10. My Shadow In Vain (2:38)
11. Please Push No More (5:29)
12. Are Friends Electric? (5:40)
13. We Are Glass / Outro (7:44)

Gesamtspieldauer CD1 (59:37) und CD2 (1:02:05): 2:01:42



„Living Ornaments ‘81” ist eine der zahlreichen Live-Album-Veröffentlichungen des Gary Numan. Das Doppelalbum erschien im Jahr 1998 auf dem Plattenlabel Beggars Banquet, enthält allerdings Aufnahmen vom 28. April des Jahres 1981. An diesem Datum fand das dritte und letzte seiner „Farewell Concerts” in der Wembley Arena statt. Zu dieser Veröffentlichung gab es auch das passende VHS Live Video. Inzwischen gibt es das Konzert selbstverständlich auch auf DVD.

Absolut elektronische Musik gibt es auf „Living Ornaments ‘81” zu hören. Auch wenn in den Credits sogar Gitarren aufgeführt sind, man darf bei der Musik von Gary Numan definitiv keine Rock Musik erwarten, Gitarren spielen hier eine absolut untergeordnete Nebenrolle. Bei Gary Numan hört man Synthesizer-Musik gepaart mit seinem etwas weinerlichen klingenden, nie fest wirkenden Gesang. Dieser Gesang hört sich dabei leider öfters sehr falsch an. Es ist nicht zu vermuten, dass Gary Numan die Lieder absichtlich falsch eingesungen hat, somit ist „Living Ornaments ‘81” eine ziemlich gewagte Veröffentlichung geworden, die an mancher Stelle unfreiwillig schräg klingt.

Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass der Sound des Albums ab und an ebenfalls nicht der allerbeste ist. Manchmal klingt das Ganze ziemlich schlecht abgemischt, nicht durchgängig, aber immerhin. Der Bonus Track der ersten CD, „Conversation“, treibt es dabei dann auf die Spitze. Von der Musik hört man kaum mehr etwas, sehr viel mehr berieselt einen Gary Numan mit sehr schrägem Gesang. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig und wirkt wie ein Fremdkörper am Ende der ersten CD. Gary Numan war zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Schaffens und hatte auch den größten Erfolg seiner Karriere. Für Freunde des Rock wirkt die Musik allerdings häufig nur noch synthetisch und einfach kalt und unnahbar. Richtig eintauchen in den Klangkosmos des Gary Numan gelingt daher wohl nur sehr eingefleischten Fans des Elektronik-Synthie-Akrobaten.

Fazit: Electronic und Synthie Pop in Perfektion gibt es auf „Living Ornaments ‘81“ zu hören. Klar, solche Musik muss man lieben, sonst steht man beim Hören der Scheibe am Rand des Wahnsinns. Allerdings wird selbst dann das Hörerlebnis durch einen schlechten Sound und schlecht abgemischte Titel sehr stark beeinträchtigt. Somit bleibt „Living Ornaments ‘81“ wohl nur für völlig begeisterte Fans des Gary Numan eine lohnende Anschaffung. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Trois Gymnopedies (First Movement), Down In The Park, Please Push No More



Sonntag, 29. Oktober 2017

Big Big Train – The Second Brightest Star




Big Big Train – The Second Brightest Star


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion and backing vocals
Danny Manners – keyboards and double bass
Rikard Sjöblom – guitars, keyboards on “The Second Brightest Star” and backing vocals
Rachel Hall – violin, viola, cello and backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals and backing vocals
David Longdon – lead and backing vocals, flute, electric guitar, synthesizers, percussion
Dave Gregory – electric 6 and 12 string guitars
Andy Poole – acoustic guitar, keyboards and backing vocals


Gastmusiker:

Dave Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet and cornet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba
Lucy Curnow – violin
Keith Hobday – viola
Evie Anderson – cello
Philip Trzebiatowski – cello


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. The Second Brightest Star (7:17)
2. Haymaking (3:24)
3. Skylon (6:44)
4. London Stone (2:00)
5. The Passing Widow (5:33)
6. The Leaden Stour (7:19)
7. Terra Australis Incognita (4:19)
8. Brooklands Sequence (17:33)
     On The Racing Line
     Brooklands
9. London Plane Sequence (13:17)
     Turner On The Thames
     London Plane
10.The Gentlemen's Reprise (3:02)

Gesamtspieldauer: 1:10:32




Nachdem am 28. April 2017 das zehnte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train unter dem Namen „Grimspound“ veröffentlicht worden war, erschien am 23. Juni desselben Jahres, nicht einmal zwei Monate später, bereits das elfte Album der Band. „The Second Brightest Star“ heißt dieses und wurde wie schon der Vorgänger auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Genau wie auf dem Vorgängeralbum, so hört man auch auf „The Second Brightest Star“ eingängigen und melodiösen Progressive Rock, der bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht.

Ein wenig „geschummelt“ haben die Musiker dabei allerdings schon. Die Lieder „Brooklands“ sowie „London Plane“ gab es nämlich bereits auf dem Vor-Vorgängeralbum „Folklore“ zu hören und werden auf „The Second Brightest Star“ am Ende des Albums in alternativen und verlängerten Versionen wiedergegeben, die insgesamt eine Spieldauer von über dreißig Minuten ergeben. Dazu gibt es die alternativen Outros: „Terra Australis Incognitos“ sowie „The Gentlemen's Reprise“ für den „Grimspound“-Titel „Experimental Gentlemen“ und mit „London Stone“ ein alternatives Intro von „London Plane“. Auf diese Art und Weise kann man eine Platte natürlich auch auf eine Gesamtspieldauer von über einer Stunde ausdehnen.

Vielleicht ist dieses Einbinden bereits bekannter Titel auch mit ein Grund für die Eingängigkeit des Albums, welche man gleich beim ersten Hören zu verspüren glaubt. Doch trotz dieser ganzen Füllerei lohnt sich „The Second Brightest Star“ für Freundinnen und Freunde des melodiösen RetroProg. Die Musik klingt weich und warm, alles wirkt harmonisch. „Schräge“ Töne, die die Musik des Progressive Rock auch immer wieder bereichern, gibt es bei Big Big Train auf „The Second Brightest Star“ nicht zu hören. Alles ist eingängig, schnell eingängig. Besonders hervorzuheben ist dabei das Titellied selbst, welches das Gefühl der Band für die perfekte Harmonie bestens widerspiegelt. Ein Lied, dass sich entwickelt und wächst, abwechslungsreich ist, sich aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, die jeweils perfekt miteinander harmonieren. Hier klingen Big Big Train am überzeugendsten.

Fazit: Genau wie die Vorgängerscheiben „Folklore“ und „Grimspound“, so ist auch „The Second Brightest Star“ ein schönes und sanftes Album geworden, welches alle diejenigen Liebhaberinnen und Liebhaber progressiver Rockmusik für sich einnehmen wird, die auf die melodische Ausführung dieses musikalischen Genres stehen. Nicht alles auf „The Second Brightest Star“ ist neu, manches nur überarbeitet und in alternativen Versionen dargeboten. Das erfährt man beim Lesen des beigefügten Booklets und beim Hören der entsprechenden Stellen auf der Platte. Sei es drum, The Second Brightest Star“ lohnt sich trotzdem und ergänzt die beiden Vorgängeralben stilistisch und musikalisch perfekt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Second Brightest Star