Donnerstag, 6. September 2018

The Flower Kings – Paradox Hotel




The Flower Kings – Paradox Hotel


Besetzung:

Tomas Bodin – keyboards, vocals
Hasse Bruniusson – marimba, percussion
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Marcus Liliequist – drums, percussion, vocals
Jonas Reingold – bass guitar, vocals
Roine Stolt – vocals, guitars


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1 - Room 111

1. Check In (1:38)
2. Monsters & Men (21:19)
     I. Seasons Of War
     II. Prophets And Preachers
     III. Silent River
3. Jealousy (3:20)
4. Hit Me With A Hit (5:31)
5. Pioneers Of Aviation (7:42)
6. Lucy Had A Dream (5:28)
7. Bavarian Skies (6:38)
8. Selfconsuming Fire (5:54)
9. Mommy Leave The Light On (4:39)
10. End On A High Note (10:43)

CD2 - Room 222

1. Minor Giant Steps (12:13)
2. Touch My Heaven (6:08)
3. The Unorthodox Dancinglesson (5:22)
4. Man Of The World (5:59)
5. Life Will Kill You (7:02)
6. The Way The Waters Are Moving (3:11)
7. What If God Is Alone (6:59)
8. Paradox Hotel (6:29)
9. Blue Planet (9:43)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:12:57) und CD2 (1:03:10): 2:16:07




„Paradox Hotel” nannte die schwedische Progressive Rockband The Flower Kings ihr neuntes Studioalbum. Zudem ist es auch ihre bereits vierte Doppel-Album Veröffentlichung. „Paradox Hotel” erschien am 4. April 2006 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Es ist das einzige Studioalbum der Band mit dem Schlagzeuger Marcus Liliequist.

Deutlich über zwei Stunden Spieldauer haben Roine Stolt und seine Mitstreiter also dieses Mal für ihre Hörerinnen und Hörer zusammengestellt. Es passiert bei den Schweden phasenweise in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit, mit der sie Alben veröffentlichen, sodass man sich bereits beim Kauf einer Platte der Flower Kings manchmal die Frage stellt, ob hier Quantität nicht vor Qualität geht. Dann legt man die Scheibe ein, hört sich durch Stunden und fühlt sein zögerndes Gefühl leider bestätigt. Ins Ohr mag auf „Paradox Hotel“ schon mal gar nichts mehr gehen und beim ersten Mal des Durchhörens bleibt auch kein Titel besonders hängen. Mit jedem weiteren Durchlauf fallen einem dann doch ein paar schöne Stellen beziehungsweise Lieder auf, allerdings auch Titel, die nur als Füllmaterial bezeichnet werden können. Schade.

Auf „Paradox Hotel” hört man jede Menge Mainstream Rock, mit Progressive Rock hat dies oftmals nur noch am Rande zu tun. Nebenbei hören kann man eine Flower Kings Scheibe sowieso nicht, man muss sich immer darauf konzentrieren. Aber über zwei Stunden der eigenen Zeit konzentriert investieren, um diese Scheibe zu hören, das verlangt viel von einem ab. Trotzdem ist „Paradox Hotel” kein ganz schlechtes Album. Wenn man sich ein Album der Flower Kings zulegt weiß man, was man zu erwarten hat, welche Musik aus den Boxen beziehungsweise den Lautsprechern quellen wird. Es ist dieser ganz eigene musikalische Kosmos, indem die Flower Kings inzwischen schweben. Versetzte Stücke, mitunter etwas konstruiert klingend und nur ganz selten wirklich melodiös. Trotzdem werden die Platte eingefleischte Flower Kings Fans lieben und genau in deren Foren wird das Album auch durchaus positiv goutiert. Allerdings ist dies keine Musik für „jeden“ Progressive Rock Fan. Ganz viele Hörerinnen und Hörer wird diese geballte Ladung nicht mehr erreichen – Mainstream-Pop- und Rock-Freunde sowieso nicht.

Fazit: „Paradox Hotel” ist ein typisches Flower Kings Album geworden. Auf dem Doppelalbum gibt es diesen inzwischen so vertrauten Flower Kings Sound zu hören. Lieder, etwas konstruiert klingend, mit sehr melodiösen Parts, andererseits auch frickeligen Abschnitten, die kompliziert klingen und auch genauso klingen sollen. Ein Fest für Flower Kings Fans und ein Album, auf das man sich intensiv konzentrieren muss, um es zu begreifen. Nicht für jeden Progressive Rock Fan geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucy Had A Dream, Selfconsuming Fire



Mittwoch, 5. September 2018

Wingenfelder – Selbstauslöser




Wingenfelder – Selbstauslöser


Besetzung:

Kai Wingenfelder – Gesang, Gitarre, Keyboards, Programming, Chorgesang
Thorsten Wingenfelder – Gesang, Gitarren, Mandoline, Banjo, Chorgesang
Lutz Sauerbier – Schlagzeug und Stallmaxe, Perkussion auf 7, 13, 9
Volker Rechin – Bass, Akustikgitarre, Chorgesang
Norman Keil – Gitarren, Chorgesang
Sebastian Demmin – Farfisa, Hohner-String Ensemble, Piano, Synthesizer, Wurlitzer, Drum-Programming


Gastmusiker:

Benny Glass – Schlagzeug und Perkussion auf 1, 4
Sönke Reich – Schlagzeug und Perkussion auf 2, 3, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12, 14
Florian Esch – Trompete auf 8
Anne de Wolff – Geige, Akkordeon, Chorgesang auf 3, 6, 8
Suzie Kerstgens – Gesang auf 9


Label: Una Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Petra Pan (2:17)
2. Du bist die Nacht (3:40)
3. Zu wahr um schön zu sein (3:57)
4. Klassenfahrt (4:18)
5. Astro James (3:51)
6. Mensch Paul (4:23)
7. Selbstauslöser (4:34)
8. Fenster nach Süden (4:08)
9. Die Wand (4:14)
10. Neuer Tag (4:03)
11. Wenn du gehst (4:05)
12. Oben am Wendehammer (5:31)
13. O.K. (4:03)
14. Der letzte Ricard von St. Malo (3:32)

Gesamtspieldauer: 56:43




Wingenfelder, das sind die beiden Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder, die bereits in der, im Jahr 2008 aufgelösten Band Fury In The Slaughterhouse zusammenspielten und dort einen Großteil der Musik schrieben. Wie bei Fury In The Slaughterhouse sind sie ebenfalls bei Wingenfelder als Sänger und Gitarristen aktiv. Die Band Wingenfelder selbst besteht in dieser Konstellation seit dem Jahr 2010 und hat seitdem vier Studioalben veröffentlicht. Das Album „Selbstauslöser“ ist das dritte dieser bisher noch überschaubaren Reihe und erschien im Jahr 2013 auf dem Plattenlabel Una Music. Das Album kletterte bis auf Platz 23 der deutschen Charts.

Auf „Selbstauslöser“ hört man eine musikalische Mischung aus Pop- und Rock-Liedern, wobei die Betonung meistens jedoch auf dem Genre des Pops liegt. Die einzelnen Stücke klingen alle überaus unaufgeregt, sind kurze und radiotaugliche Nummern, die durchaus melodiös und eingängig klingen. „Selbstauslöser“ kann man gut anhören, egal ob intensiv oder auch nebenbei. Viel zum Aufregen oder Beschweren gibt es da nicht. Alles klingt, die Lieder erzählen kurze Geschichten aus dem Leben und sind in etwa alle im selben Stil gehalten, was allerdings eine gewisse genormte Stromlinienförmigkeit in sich trägt. Nicht nur durch die Stimme wird man dabei automatisch etwas an Fury In The Slaughterhouse erinnert.

So eingängig „Selbstauslöser“ auch klingt, so wenig nachhaltig hört sich die Platte leider auch an. Es befinden sich darauf keine Lieder, die länger nachhallen, die einem sofort einfallen, wenn man ein paar Tage wieder an „Selbstauslöser“ von Wingenfelder denkt. Das soll keinesfalls bedeuten, dass die Musik schlecht wäre, denn das ist sie nicht. Allerdings fehlt ihr jedoch ganz klar das Besondere, was sehr gute Musik von durchschnittlicher Musik unterscheidet. Trotzdem, hören kann man das alles gut und man wird auch im Moment des Abspielens bestens unterhalten mit „Selbstauslöser“. Schöne Nummern sind die Lieder „Klassenfahrt“, „Astro James“ und das Titellied „Selbstauslöser“, wobei es keinen einzigen Ausfall auf dem Album zu beklagen gibt und an dieser Stelle wohl auch drei andere Titel stellvertretend hätten genannt werden können.

Fazit: Eine melodiöse und unterhaltsame Zusammenstellung von vierzehn verschiedenen Titeln aus dem Bereich der Pop- und Rock-Musik gibt es auf „Selbstauslöser“ von Wingenfelder zu hören. Die einzelnen Lieder klingen noch ein wenig nach Fury In The Slaughterhouse – wie sollte das auch anders sein. Absolut überzeugend ist „Selbstauslöser“ allerdings nicht, dazu klingt das Album einfach zu gewöhnlich, hat keine Ecken und Kanten und auch keine besonderen Höhepunkte. Trotzdem wird man mit dem Album gut unterhalten. Für alle die auf unaufgeregte Pop- und Rock-Musik stehen bestens geeignet. Acht Punkte.

Anspieltipps: Klassenfahrt, Astro James, Selbstauslöser



Dienstag, 4. September 2018

Regina Spektor – Far




Regina Spektor – Far


Besetzung:

Regina Spektor – vocals, piano, keyboards, string arrangement, drums, percussion


Gastmusiker:

Mike Elizondo – bass, upright bass
Matt Chamberlain – drums and percussion
Brad Warnaar – french horn
Jeff Lynne – bass, guitar, 12 string guitar, background vocals
Marc Mann – orchestral programming, keyboards
Yoed Nir – cello
Dave Price – drums, percussion
Sonia Slany – violin, viola
Jeremy Isaac – violin
Nicholas Holland – cello
Katherine Jenkinson – cello
Jack Dishel – additional vocals
McKenzie Smith – drums
Jacknife Lee – guitars, programming, keyboards, bass, drums, percussion
Oren Marshall – tuba
Reggie Watts – beatboxing


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. The Calculation (3:11)
2. Eet (3:52)
3. Blue Lips (3:34)
4. Folding Chair (3:35)
5. Machine (3:55)
6. Laughing With (3:17)
7. Human Of The Year (4:07)
8. Two Birds (3:18)
9. Dance Anthem Of The 80's (3:43)
10. Genius Next Door (5:06)
11. Wallet (2:28)
12. One More Time With Feeling (3:59)
13. Man Of A Thousand Faces (3:11)

Gesamtspieldauer: 47:21



„Far“ nannte die US-Amerikanerin Regina Spektor ihr fünftes Studioalbum. Am 22. Juni 2009 wurde „Far“ auf dem Plattenlabel Sire Records veröffentlicht und die Vorgehensweise der Regina Spektor war dieses Mal eine andere. Die Musikerin arbeitet auf „Far“ mit mehreren Produzenten zusammen und auch die Liste der beteiligten Musiker ist dieses Mal deutlich länger, als noch auf den vorherigen Veröffentlichungen. Einer der Produzenten ist Jeff Lynne, Gründer und Mitglied des Electric Light Orchestras und der Traveling Wilburys. Angeblich war dieser Jeff Lynne Regina Spektor völlig unbekannt, als sie sich zum ersten Mal kennenlernten. Insgesamt produzierte Jeff Lynne vier Lieder auf „Far“.

Das fünfte Album der Regina Spektor ist angefüllt mit Melodiösität und eingängigen Melodien. Praktisch jeder der insgesamt dreizehn Titel geht ins Ohr und dies bereits mit dem ersten Mal des Hörens. Trotzdem überhört man sich nicht schnell an der Musik der gebürtigen Russin. Die Lieder wirken und hallen allesamt langfristig nach. Im Zentrum der Musik steht einmal mehr der Gesang und das Pianospiel der Regina Spektor. Jedoch weisen auf „Far“ nun weitere Instrumente deutlich mehr Einsatzzeit auf, als man dies von den früheren Veröffentlichungen der Musikerin her kennt. Der Musik schadet dies keineswegs, denn diese sanften und ruhigen Passagen sind durchaus noch vorhanden, werden dieses Mal eben noch zusätzlich ergänzt.

Höhepunkte gibt es einige auf „Far”. „The Calculation”, „Blue Lips”, „Human Of The Year”, „Genius Next Door” sowie „Man Of A Thousand Faces” kann man hier anführen. Allesamt Titel, die sich in ihrer Machart und Wirkung zum Teil deutlich unterscheiden. Mal fröhlicher, mal nachdenklicher gehalten, allerdings immer sehr überzeugend und unterhaltend. Statt dieser fünf Nummern hätte ich allerdings auch die anderen acht Stücke auf „Far“ an dieser Stelle aufführen können, denn das Album überzeugt durchgängig.

Fazit: Ein wunderschönes, sanftes und auch mitreißendes Album ist Regina Spektor mit ihrer fünften Platte „Far“ gelungen. Natürlich wird hier die Musik nicht neu erfunden doch das, was man auf diesem Album hört, unterhält und geht ins Ohr. Einige Ohrwürmer verstecken sich außerdem in den dreizehn Liedern der Platte. Intelligenter und abwechslungsreicher Pop. Lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Calculation, Blue Lips, Human Of The Year, Genius Next Door, Man Of A Thousand Faces



Montag, 3. September 2018

Aqua – Aquarium




Aqua – Aquarium


Besetzung:

Lene Nystrøm – lead and backing vocals
René Dif – lead vocals
Søren Rasted – synthesizer, backing vocals
Claus Norreen – synthesizer


Gastmusiker:

Bee – backing vocals
Marian Binderup – backing vocals
Mogens Binderup – backing vocals
Vivian Cardinal – backing vocals
Kati – backing vocals
Douglas Carr – guitar
Claus Hvass – guitar
Jan Langhoff – guitar


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Synthie Pop, Eurodance


Trackliste:

1. Happy Boys & Girls (3:37)
2. My Oh My (3:24)
3. Barbie Girl (3:17)
4. Good Morning Sunshine (4:04)
5. Doctor Jones (3:23)
6. Heat Of The Night (3:35)
7. Be A Man (4:23)
8. Lollipop (Candyman) (3:36)
9. Roses Are Red (3:45)
10. Turn Back Time (4:09)
11. Calling You (3:32)

Gesamtspieldauer: 40:50




Aqua ist eine dänische Musikgruppe, die um die Norwegerin Lene Nystrøm bereichert wird und deren Musik in den Genres Synthie Pop und Eurodance beheimatet ist. Ihre erste Platte von bisher insgesamt drei Studioalben heißt Aquarium“ und wurde am 26. März 1997 veröffentlicht.

Manchmal bleibt man mit offenem Mund stehen und hört Musik, von der man kaum glauben kann, dass etwas so schlecht sein kann und dass es so etwas überhaupt gibt. So ergeht es einem, wenn man zumindest etwas Anspruch an Musik stellt und dann die skandinavische Band Aqua hört. Es ist unfassbar schlecht. Und man denkt dauernd, jetzt geht es nicht mehr schlimmer, doch das Debut-Album der Band enthält insgesamt elf Titel und nach jedem folgt sogleich das nächste Lied und man wird wieder einmal eines Besseren belehrt. Billige Beats und belanglose Melodien im Überfluss. Unglaublich schlimm.

Bekannt wurden Aqua wegen der Nummer „Barbie Girl“, dieses Lied kurbelte auch den Erfolg des Albums an. Dieses platzierte sich in Deutschland auf Platz 6 der Charts, genau wie in England. In den USA erreichte die Scheibe Platz 7, in Australien, Neuseeland, Kanada, Italien und den skandinavischen Ländern kletterte „Aquarium“ sogar bis auf Platz 1 der jeweiligen Charts. Wie ein Virus scheint diese Musik von manchen Hörerinnen und Hörern Besitz ergriffen zu haben. Dasselbe passiert bei der Grippe mit einem richtigen Virus, also warum soll man sich darüber Gedanken machen? Alles klingt hier synthetisch, kommerziell, anbiedernd und flach. Diese Platte ist für den kurzen Augenblick gemacht, denn lange kann man das nicht hören. Schnell Geld verdienen und dann weg.

Fazit: Die Musik von Aqua auf „Aquarium“ ist so schlecht, dass es sich wieder einmal lohnen würde ein negatives Punktesystem einzuführen. Passiert aber nicht, doch dieser Synthie Pop und Eurodance ist so unfassbar schlecht, dass hierfür im Grunde genommen jedes einzelne Wort zu viel ist. Doch es gibt schlechte Musik, definitiv. Aqua beweisen das hier einmal mehr. 0 Punkte.

Anspieltipps: Barbie Girl



Sonntag, 2. September 2018

Northern Lite – Ten




Northern Lite – Ten


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Andreas Kubat
Sebastian Bohn
Frithjof Rödel
Valerian Herdam


Gastmusiker:

Ksenia Dyachkina – vocals („Feels So Good“)
Jens Gathemann – drums („Stuck In Nowhere“)


Label: Una Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Elektro-Pop


Trackliste:

1. Brand New Day (5:17)
2. Feels So Good (3:29)
3. Johnny (4:34)
4. Feel Like Dancing (5:44)
5. Peace Of Mind (4:24)
6. Take My Time (4:31)
7. Paper Aeroplane (5:29)
8. You Know Me (5:11)
9. Ey Pretty (3:43)
10. Into The Fire (4:16)

Gesamtspieldauer: 46:41




„Ten“ heißt irgendwie logischerweise das zehnte Studio-Album der Erfurter Elektro-Pop Band Northern Lite. Das Album erschien am 6. März im Jahr 2015 auf dem Plattenlabel Una Music und ist angefüllt mit synthetischen und elektrischen Beats, die oftmals am ehesten für die Club-Szene gedacht zu sein scheinen.

Steht man auf Rhythmik in der Musik, wird man mit dieser Scheibe bestens bedient. Ist es allerdings der Text oder gar die Melodie, die einen an der gerade gehörten Musik interessiert, dann ist man bei Northern Lite auf jeden Fall auf der falschen Fährte. Dumpfe und monotone Beats hört man bei den Erfurtern, bei denen der Text wohl eher Mittel zum Zweck ist, damit man ohne gesungene Worten nicht unter der Überschrift „Instrumental-Musik“ eingruppiert wird. Ins Ohr geht keines der Lieder so vollends, dafür umso mehr in die Beine, denn die Lieder regen zum Tanzen, zumindest allerdings zum Mitwippen an.

Die Höhepunkte des Albums gibt es in der Mitte der Platte. „Peace Of Mind“ besitzt tatsächlich einen etwas rockigeren Ansatz. „Take My Time“ beginnt redundant mit wenigen Gitarren-Akkorden, entwickelt sich in seinem weiteren Verlauf allerdings zu einem Lied mit eingängiger Melodie und ist jenes auf „Ten“, welches wohl am ehesten hängebleibt. „Paper Aeroplane“ schließlich klingt nach Techno, wiederholt fortlaufend ein kurzes Thema und geht dabei ebenfalls ins Ohr.

Fazit: Wer Elektro-Pop mag, die oder der wird mit „Ten“ von Northern Lite bestens unterhalten. Für andere Geschmäcker mag das alles viel zu synthetisch und auch langweilig, da monoton klingen. Doch das ist genau der Ansatz in der Musik von Northern Lite, die durch ihre Musik zum Tanzen animieren. Auf einer Tanzfläche dürfte auch genau der Ort sein, an dem diese Lieder am besten ihre Wirkung entfalten können. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Peace Of Mind, Take My Time, Paper Aeroplane



Samstag, 1. September 2018

Udo Lindenberg – Der Detektiv - Rock Revue 2




Udo Lindenberg – Der Detektiv - Rock Revue 2


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug, Perkussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Deutsch Rock, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. Der Amerikanische Traum (4:21)
2. Dialog zu ”As Time Goes By” (0:36)
3. As Time Goes By (1:39)
4. New York (3:12)
5. Es reicht gerade noch zum Überleben (Living For The City) (4:08)
6. Born To Be Wild (4:28)
7. Lost Paradise (0:47)
8. Desperado (3:24)
9. Ich Steh Ja So Auf Disco (4:55)
10. Baltimore (4:50)
11. Die kleine Stadt (My Little Town) (4:09)
12. Kentucky Mädchen (3:58)
13. Candle In The Wind (Good-bye, Norma Jean) (3:47)

Gesamtspieldauer: 44:21



Nach „Lindenbergs Rock Revue“ im Jahr 1978 veröffentlichte Udo Lindenberg ein Jahr später, am 15. Oktober 1979, gleich noch ein zweites Album mit Cover-Versionen hinterher. Sein elftes Studio-Album heißt „Der Detektiv - Rock Revue 2“ und erschien ursprünglich bei Teldec / Telefunken und wurde von Warner Music neu aufgelegt.

Auf „Der Detektiv - Rock Revue 2“ hört man Cover-Versionen von Steppenwolf, den Eagles, Randy Newman, Elton John und vielen mehr. Die Texte sind dabei häufig sehr nah am Original und einfach nur ins Deutsche übersetzt. Man braucht diese Platte vielleicht, wenn man eingefleischter Udo Lindenberg Fan ist, ansonsten ganz sicher nicht. Über die Musikauswahl kann man sowieso geteilter Meinung sein, das ist immer Geschmackssache. Warum man diese Lieder allerdings auch noch in der Version von Udo Lindenberg hören soll, das weiß wohl nur er selbst. Die Originale sind definitiv gelungener.

Fazit: Es gibt Platten, die sind absolut überflüssig. „Der Detektiv - Rock Revue 2“ von Udo Lindenberg gehört definitiv dazu. Wenn einem gerade nichts mehr einfällt, veröffentlicht man eben mal ein Album mit Cover-Versionen. Udo Lindenberg machte das sogar zwei Mal in direkt aufeinanderfolgenden Jahren. Das muss wirklich nicht sein und somit ist dieses Album ein weiteres, welches sich allerhöchstens für Komplettisten lohnt. Absolut belanglos und überflüssig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Baltimore



Freitag, 31. August 2018

No-Man – Together We’re Stranger




No-Man – Together We’re Stranger


Besetzung:

Tim Bowness – vocals, words
Steven Wilson – instruments, harmony vocals


Gastmusiker:

Ben Castle – clarinet, bass clarinet, flute
David Picking – trumpet (1,2), electronics (1,2,3,4), percussion (2,5,9)
Michael Bearpark – guitar solo (1)
Stephen Bennett – noise (1), organ and cymbal (6)
Peter Chilvers – space-bass (1,2), bass (6)
Roger Eno – harmonium (5,8)


Label: KScope (ursprünglich Snapper Music)


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Post Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Together We’re Stranger (8:32)
2. All The Blue Changes (7:49)
3. The City In A Hundred Ways (2:23)
4. Things I Want To Tell You (9:06)
5. Photographs In Black And White (10:03)
6. Back When You Were Beautiful (5:07)
7. The Break-Up For Real (4:39)

Bonus Tracks (Ursprünglich nur auf der Vinyl-Ausgabe des Albums)

8. Bluecoda (2:33)
9. The Break-Up For Real – Drum Mix (4:03)

Gesamtspieldauer: 54:19




„Together We‘re Stranger“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Band No-Man, bestehend aus Tim Bowness und Steven Wilson. Das Album wurde am 2. September 2003 ursprünglich auf dem Plattenlabel Snapper Music veröffentlicht, die Wiederveröffentlichung erschien im Jahr 2014 auf dem Label KScope.

Die ersten vier Lieder auf „Together We‘re Stranger“ gehen ineinander über und bilden eine sehr atmosphärische Einheit, die an mancher Stelle nahe am Ambient angelehnt ist, ohne dieses musikalische Genre wirklich widerzuspiegeln. Man hört viel Mellotron und Synthesizer, jedoch auch Gitarre sowie Gesang. Das klingt alles so wunderschön intensiv und dabei absolut relaxt. In den drei folgenden Stücken stehen dann mehr die Akustikgitarre und auch die Klarinette des Ben Castle im Vordergrund. Auch jetzt weiß die Musik zu überzeugen, geht schnell ins Ohr und führt einen durch traumhafte Landschaften. Die Lieder werden dabei rhythmischer und die Melodien deutlich variabler.

Insgesamt klingt „Together We‘re Stranger“ sehr nach den eher ruhigen Titeln, die Steven Wilson für seine Band Porcupine Tree schrieb. Auch dieser leichte Ambient Charakter mancher Stücke, die man auf früheren Porcupine Tree Alben zu hören bekommt, führt zwangsläufig zu Vergleichen. Würde „Together We‘re Stranger“ unter der „Überschrift“ Porcupine Tree laufen, wäre es zwar eine sehr ruhige und atmosphärisch dichte Platte geworden, die im damaligen Kontext etwas außergewöhnlich geklungen hätte, jedoch so richtig überrascht hätte diese Platte keine Hörerin und keinen Hörer.

Schlecht hört sich nichts auf „Together We‘re Stranger“ an, vieles dafür wunderschön eingängig. Alles klingt sanft, sehr melodiös, das Ohr umgarnend. Eine dichte atmosphärische Stimmung geht dabei von jedem der Titel aus. Das macht durchaus Spaß, wenn es denn geschmacklich nicht immer krachen und rocken muss, denn nichts auf „Together We‘re Stranger“ rockt oder kracht. Höhepunkte sind das sehr intensive „All The Blue Changes“, welches sich in seinem Verlauf immer weiter steigert und dabei beweist, dass auch Monotonie packend klingen kann. Dann wäre da noch der längste Titel des Albums „Photographs In Black And White“ zu erwähnen. Hier klingen No-Man nun am intensivsten und am packendsten – obwohl die Musik auch bei diesem Titel alles andere als „laut“ wird.

Der ursprünglichen Vinyl-Ausgabe der Platte waren noch zwei Zugaben hinzugefügt worden. Dabei handelt es sich um das sehr eingängige und sanfte „Bluecoda“ sowie eine Version von „The Break-Up For Real“, die dieses Mal mit einem Schlagzeug unterlegt wurde. Diese beiden Zugaben finden sich auch auf den Wiederveröffentlichungen des Albums.

Fazit: Ein atmosphärisch sehr dichtes Album ist „Together We‘re Stranger“ von No-Man, der Band von Tim Bowness und Steven Wilson geworden. Die Musik ist zu jeder Stelle sanft, melodiös und eingängig. Mitunter nähert sie sich sogar dem Genre des Ambient an, Gesang und Melodiebögen verhindern allerdings die Eingruppierung des Albums in dieses musikalische Genre. Wer die ruhigeren Lieder von Porcupine Tree mag und allgemein auch den sanften musikalischen Tönen etwas abzugewinnen weiß, die oder der wird an „Together We‘re Stranger“ von No-Man jede Menge Gefallen finden. Elf Punkte.

Anspieltipps: All The Blue Changes, Photographs In Black And White



Donnerstag, 30. August 2018

Klaus Schulze – X




Klaus Schulze – X


Besetzung:

Klaus Schulze – organ, synthesizer, vocals, percussion


Gastmusiker:

Harald Großkopf – drum kit
Wolfgang Tiepold – cello on „Heinrich von Kleist“, conductor
B. Dragic – solo violin on „Friedemann Bach”
Orchester des Hessischen Rundfunks – 8 violins, 3 violas, 3 cellos, 1 contrabass on „Ludwig II”
Large String Orchestra Of Young Belgium Musicians – on „Objet D’Louis”


Label: Mig Music (ursprünglich Brain)


Erscheinungsdatum: 1978 (Wiederveröffentlichung in dieser Form 2006: 2005 bei Revisited Records, 2016 Mig Music)


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

CD1:

1. Friedrich Nietzsche (24:45)
2. Georg Trakl (26:05)
3. Frank Herbert (10:48)
4. Friedemann Bach (17:57)

CD2:

1. Ludwig II. von Bayern (28:42)
2. Heinrich von Kleist (29:26)

Bonus Track:

3. Objet D'Louis (21:33)

Gesamtspieldauer CD1 (1:19:35) und CD2 (1:19:42): 2:39:17




„X“ nannte der Berliner Elektronik-Musiker Klaus Schulze passenderweise sein zehntes Album, welches ursprünglich auf dem Plattenlabel Brain im Jahr 1978 veröffentlicht worden war. 2005 erschien das Doppel-Album erneut bei Revisited Records auf CD und mit einem zusätzlichen Bonus-Titel versehen. Eine weitere Wiederveröffentlichung fand schließlich im Jahr 2016 statt, als das Album erneut mit dem bereits bekannten Bonus-Track auf Mig Music erschien.

Im Begleitheft spricht Klaus Schulze von sechs musikalischen Biographien, die er hier auf Tonträger gepresst hat. In dieser, erweiterten und remasterten Ausgabe des Albums ist die Musik auf deutlich über zweieinhalb Stunden Spieldauer angewachsen, doch auch die ursprünglichen zweieinviertel Stunden Musik waren bereits mit das Abwechslungsreichste, was Klaus Schulze jemals seinen Hörerinnen und Hörern präsentiert hat. Auf „X“ sind es nicht nur sphärische Atmosphären, die zum Besten gegeben werden, Rhythmik und auch Melodie spielen dieses Mal durchaus auch eine gehörige Rolle in den elektronischen Klängen. Freilich haben diese nichts mit klassischer Musik zu tun, wie man vielleicht bei den hier aufgeführten Namen annehmen könnte. Die Elektronik steht weiterhin im Vordergrund. Trotzdem kommen auf „X“ auch Orchester-Instrumente zum Einsatz und Klaus Schulze gelingt hier die wahrlich gelungene Symbiose aus elektronischer und klassisch angehauchter Musik. Sehr überzeugend.

Das erste Stück trägt den Titel „Friedrich Nietzsche“ und besteht aus zum Teil hektischen Synthesizer-Klängen, die durch das Schlagzeug in einen gewissen Rahmen gepresst werden. Das ganze Klanggebilde pulsiert im Laufe des Stücks immer mehr, bis es schließlich relativ sanft ausklingt. „Georg Trakl“ klingt dabei weit weniger melodisch, eher dunkel und versetzt. In der ursprünglichen Ausgabe des Albums war die Nummer auch lediglich etwas über fünf Minuten lang und wurde erst bei den Wiederveröffentlichungen auf die nun 26-minütige Spieldauer ausgeweitet. Auch hier kommt dem Rhythmus und damit dem Schlagzeug ein wichtiger Part zum Gesamtbild des Stückes zu.

Mit dem Lied „Frank Herbert“ wird es nun sehr treibend. Frank Herbert ist ein Science Fiction Romanautor und dieser Umstand kommt in dem Stück auch sehr gut zum Tragen. Alles pulsiert hier und man kommt fast gar nicht umhin, beim Hören nicht mit dem Fuß mit zu wippen. Bei „Friedemann Bach“ erhält nun auch das Orchester seinen Einsatz. Dem ältesten Sohn des Johannes Sebastian Bach ist ein Lied gewidmet, welches sich sehr intensiv und mit knisternder Spannung entwickelt. Synthesizer-Klänge, verträumt bis sehnsüchtig klingende Violinen und dazu mächtige Paukenschläge. Sehr beeindruckend und emotional.

„Ludwig II. von Bayern“ ist mit das melodienreichste Stück auf dem Album. Hier sind es einmal mehr die Streicher, die für die passende Atmosphäre sorgen und die Celli erzeugen ein Gewitter nach dem anderen, welche die Violinen immer wieder aufzufangen versuchen. Wahrlich intensiv. Das letzte und längste Stück des ursprünglichen Albums heißt „Heinrich von Kleist“ und ist nun wieder deutlich mehr von den Synthesizern dominiert und sehr viel sphärischer als die vorherigen Stücke gehalten. Die Stimmung ist eine dunkle bis traurige, die auch nur wenig über den gesamten Verlauf hin variiert wird. Als Bonus Track gibt es den Titel „Objet D'Louis“ zu hören. Bei dieser Nummer handelt es sich um das leicht verkürzte und live mit Orchester eingespielte Stück „Ludwig II.“, welches im Rahmen einer Radiosendung in Belgien auf diese Weise aufgenommen wurde und das ursprüngliche Lied nochmals in anderem Licht erscheinen lässt. Ebenfalls sehr gelungen.

Fazit: „X“ ist mit Sicherheit eines der spannendsten und abwechslungsreichsten Alben des Klaus Schulze. Die Synthese bis Symbiose aus elektronischen Sounds und klassischen Instrumenten ist Klaus Schulze auf diesem Album bestens gelungen, welches auch vierzig Jahre nach seinem Entstehen immer noch neu und modern klingt. Wer elektronische Sounds und Synthesizer mag, macht mit „X“ definitiv nichts falsch. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Friedemann Bach, Ludwig II. von Bayern



Mittwoch, 29. August 2018

Tom Jones – The Very Best Of Tom Jones




Tom Jones – The Very Best Of Tom Jones


Besetzung:

Tom Jones – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Disky Communications


Erscheinungsdatum: 2000 (Musik aus den 70ern)


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

CD1:

1. Daughter Of Darkness (3:17)
2. She’s A Lady (2:53)
3. Love Is In The Air (4:10)
4. Till (2:19)
5. Pledging My Love (2:51)
6. My Way (4:11)
7. Puppet Man (3:24)
8. Something ‘bout You Baby I Like (3:30)
9. I (Who Have Nothing) (2:58)
10. You've Got A Friend (2:43)
11. You've Lost That Lovin’ Feelin’ (4:16)
12. Memories Don't Leave Like People Do (4:18)
13. The Young New Mexican Puppeteer (4:35)
14. Say You’ll Stay Until Tomorrow (3:35)
15. Delilah (Live) (3:08)

CD2:

1. Nothing Rhymed (3:05)
2. Ain’t No Sunshine When She’s Gone (2:40)
3. Take Me Tonight (3:03)
4. Rescue Me (3:02)
5. Tired Of Being Alone (3:05)
6. Till I Can’t Take It Anymore (3:18)
7. All I Ever Need Is You (3:13)
8. To Love Somebody (3:25)
9. You’ll Never Walk Alone (3:35)
10. Sugar Sugar (2:38)
11. Proud Mary (2:48)
12. Resurrection Shuffle (2:55)
13. Come To Me (2:54)
14. Letter To Lucille (3:04)
15. Hit Medley (Live) (6:29)

Gesamtspieldauer CD1 (52:18) und CD2 (49:24): 1:41:42




Im Jahr 2000 erschienen alleine unglaubliche vierzig (!) verschiedene Kompilationsalben des Walisers Tom Jones. Wenn das mal kein Zeichen des Kommerzes dieser Art der Musik des Tom Jones ist. Das vorliegende Album heißt „The Very Best Of Tom Jones“ und erschien auf dem Plattenlabel Disky Communications. Darauf befinden sich insgesamt dreißig verschiedene Lieder, die allesamt in den 70er Jahren aufgenommen wurden. Entstanden sind die einzelnen Titel freilich zum Teil sogar deutlich früher, da Tom Jones mit seiner Musik reproduziert und bestenfalls interpretiert, jedoch nicht neu produziert.

Auf diesem Album befindet sich Pop bis hin zu Kaufhaus- oder Fahrstuhl-Hintergrundmusik. Man sollte definitiv entweder ein überzeugter Tom Jones Fan sein oder aber in Oldies seine Erfüllung finden. Leider hilft auch Spaß am Musical beim Hören dieser Musik, wodurch dieses Kompilationsalbum für mich noch schwerer erträglich wird. Tom Jones steht für Eingängigkeit und Entertainment, für die Darbietung von Werken anderer. Das gilt für die Musik wie für die Texte. Unaufgeregtes und unanstrengendes Zuhören garantiert. Möchte man sich Berieseln lassen, so funktioniert wahrscheinlich auch „The Very Best Of Tom Jones“.

Höhepunkte der Platte sind die wohl bekannteren Interpretationen des Tom Jones. „She’s A Lady“, „My Way“, „I (Who Have Nothing)“, „The Young New Mexican Puppeteer“, „Delilah“, „To Love Somebody“, „You’ll Never Walk Alone“, „Proud Mary“, „Sugar Sugar“, „Proud Mary“ und so weiter. Jede Menge „Evergreens“, die man schon tausende Male, von tausenden Interpreten gehört hat. Der Tiger springt hier nicht allzu hoch.

Fazit: Musik auf Pop-, Schlager- und Musical-Niveau bekommt man auf „The Very Best Of Tom Jones“ geboten. Da hilft es sehr, ein Oldie-Fan zu sein. Viele der Lieder sind bekannt, Tom Jones singt auch gut, trotzdem langweilt das in heutiger Zeit sehr. Wenn man jedoch eine Zusammenstellung alter Gassenhauer sucht, dann bekommt man mit „The Very Best Of Tom Jones“ eine schöne Übersicht in überzeugender Interpretation. Langweilig bleibt es leider trotzdem. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Daughter Of Darkness, She’s A Lady



Dienstag, 28. August 2018

Die Aeronauten – Too Big To Fail




Die Aeronauten – Too Big To Fail


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Roman Bergamin
Hipp Mathis
Samuel Hartmann
Roger Greipl
Olifr M. Guz
Daniel D’Aujourd‘Hui


Gastmusiker:

Lukas Briggen – Posaune
Baro Tinosa – Lead Gitarre
Bernadette La Hengst – Geräusche
Frank Heer – Cello
Rita Hey – Gitarrensample


Label: Rookie Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Pop


Trackliste:

CD1:

1. Jackenmann (3:11)
2. Zementgarten (4:06)
3. Enten (3:33)
4. Das Ende Ist Nah (4:13)
5. IQ 39 (3:38)
6. Too Big To Fail (3:43)
7. Uswanderer (2:57)
8. Der Steinerne Rächer (3:28)
9. Messerwerferin (3:33)
10. Wegen Dir (2:37)
11. Hemmungslos (3:41)
12. Dröhnung (3:25)

CD2:

1. Ärger In Shit City (4:21)
2. Gaile Selassie (3:14)
3. Asino Morto (3:09)
4. Habakuk Willisau (1:54)
5. Buumeshuse (3:01)
6. Schaarenwald (1:13)
7. Sarabande (3:40)
8. Sabotage (3:50)
9. Angry Samoans (1:46)
10. Chinaboom Revisited (2:40)
11. Flitzpiepen (2:07)
12. Zickenalarm (2:54)
13. Magrathea (3:40)
14. Alle Probleme (4:28)

Gesamtspieldauer: CD1 (42:10) und CD2 (42:04): 1:24:14




Die Aeronauten sind eine Schweizer Band aus Schaffhausen, die im Jahr 1991 gegründet wurde. Bis heute haben die Aeronauten neun Studio-Alben veröffentlicht. „Too Big To Fail“ ist die achte Veröffentlichung dieser Reihe und erschien im Jahr 2012 in Form eines Doppel-Albums auf dem Plattenlabel Rookie Records.

Was ist das eigentlich für Musik, die die Schweizer auf diesem Album zelebrieren? Pop oder Rock oder doch Ska oder etwa Country? Irgendwie ist die Musik auf „Too Big To Fail“ eine Mischung aus sehr vielen musikalischen Stilen, die allesamt mit intensiven Bläsereinlagen garniert werden. Es gibt Rock, es gibt Pop, es gibt Swing, es gibt Ska und sogar Country fehlt nicht. Auf der ersten CD bewegt sich die Musik eher im Bereich des Pop und einigen gerade aufgezählten Seitenarmen. CD2 ist sehr häufig instrumental gehalten oder gibt direkt Dialoge aus Filmszenen wieder. Das Ganze klingt dann insgesamt auch sehr nach Filmmusik, berühmte Filme und Bücher werden hierbei zitiert, wie man dem beiliegenden kleinen Booklet entnehmen kann.

Die Aeronauten unterhalten durchaus mit ihrem Album „Too Big To Fail“. Es klingt anders, als andere Pop-Alben. Auf eine gewisse Art und Weise unbekümmerter, fröhlicher und dadurch ungewöhnlicher. Viel liegt das an dem Einsatz diverser Bläser und einem immerwährenden Stil-Mix. Nicht alles gehrt dabei ins Ohr, nicht jede Melodie zündet, trotzdem unterhält die Platte seine Zuhörerinnen und Zuhörer. Höhepunkte sind die Lieder „Das Ende Ist Nah“, „Sarabande“ und „Alle Probleme“, da sie am ehesten das Potenzial besitzen, auch längerfristig hängen zu bleiben.

Fazit: Ein abwechslungsreiches und niemals langweiliges Album ist „Too Big To Fail“ der Schweizer Band Die Aeronauten geworden. Der Stil-Mix auf der Scheibe bewirkt den Unterschied zu anderen Pop-Bands. Dazu gesellen sich häufig Bläser-Arrangements und eine zweite CD, die dann im Bereich der Filmmusik angesiedelt ist. Außergewöhnlich ist das durchaus, allerdings leider auch nicht immer restlos überzeugend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Das Ende Ist Nah, Sarabande, Alle Probleme



Montag, 27. August 2018

Selig – Und Endlich Unendlich




Selig – Und Endlich Unendlich


Besetzung:

Keine weiteren Angaben beziehungsweise nicht zu entziffern


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben beziehungsweise nicht zu entziffern


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Auf Dem Weg Zur Ruhe (4:59)
2. Wir Werden Uns Wiedersehen (4:03)
3. Schau Schau (4:23)
4. Ich Fall in Deine Arme (3:54)
5. Die Alte Zeit Zurück (3:09)
6. Ich Bin So Gefährdet (5:09)
7. Immer Wieder (3:22)
8. Lang Lebe Die Nacht (4:51)
9. Der Schönste Aller Wege (3:52)
10. Ich Dachte Schon (6:30)
11. Du Siehst Gut Aus (3:02) 
12. Traumfenster (6:54) (angegeben mit 11:50 da lange Pause bis zum Ausklang)

Gesamtspieldauer: 54:11



„Und Endlich Unendlich“ heißt das vierte Studio-Album der deutschen Rock Band Selig. Das Album erschien im Jahr 2009 auf dem Plattenlabel Universal Music und ist gleichzeitig die erste Veröffentlichung von Selig, nachdem sich die Band im Januar 1999 aufgelöst hatte. „Und Endlich Unendlich“ ist auch die erfolgreichste Veröffentlichung von Selig bisher. Das Album kletterte bis auf Platz 5 der deutschen Charts und konnte sich in diesen ganze 24 Wochen halten.

Auf „Und Endlich Unendlich“ hört man eine poppige bis rockige Mischung von Liedern, die zum allergrößten Teil auch eingängig sind. Dabei zahlt es sich einmal mehr aus, der Musik etwas Zeit zum „Reifen“ einzuräumen, denn die einzelnen Titel wachsen noch mit jedem weiteren Durchlauf. Die Platte unterhält und klingt dabei durchaus abwechslungsreich, sanftere Stellen und rockigere Abschnitte wechseln sich ab und ergänzen sich optimal. Die Texte sind glücklicherweise keine platten Liebesbeschwörungen, auch wenn man den Sinn dahinter nicht immer zweifelsfrei erkennen kann. Interpretation ist hier angesagt.

Höhepunkte gibt es derer zwei auf „Und Endlich Unendlich“. Zum einen das wohl bekannteste Lied der Hamburger, „Schau, Schau“. Ein rockiger Ohrwurm, an den man sich auch nach vielen Wiederholungen noch nicht überhört hat. Schöne Melodie, die sich festsetzt. Ebenfalls sehr gelungen ist die letzte Nummer „Traumfenster“. Auch dieser Titel setzt sich fest. Etwas ärgerlich ist dabei jedoch die fünfminütige Stille in dem Lied, nach deren Beendigung das Lied langsam ausklingt. Muss man wirklich nicht haben.

Fazit: Ein gelungenes Album ist „Und Endlich Unendlich“ von Selig geworden. Wer Spaß an Deutsch Rock hat, wird auf dieser Scheibe ganz bestimmt etwas für sich entdecken können. Viele der Lieder gehen ins Ohr und mit „Schau Schau“ befindet sich auf dem Album sogar ein Lied, was besonders heraussticht. Ansonsten ist „Und Endlich Unendlich“ guter Durchschnitt, ohne großartige Aussetzer. Macht Spaß. Acht Punkte.

Anspieltipps: Schau Schau, Traumfenster



Sonntag, 26. August 2018

Gnidrolog – Lady Lake




Gnidrolog – Lady Lake


Besetzung:

Stewart Goldring – lead guitar
Colin Goldring – rhythm guitar, vocals, recorder, tenor horn
Nigel Pegrum – percussion, flute, oboe
John Earle – soprano, tenor, baritone saxes, flute, lead vocal on “Social Embarrassment“
Peter Cowling – bass guitar, cellos


Gastmusiker.

Charlotte Fendrich – piano on “Same Dreams“


Label: Bet Goes On Records (ursprünglich RCA Records)


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. I Could Never Be A Soldier (11:37)
2. Ship (6:43)
3. A Dog With No Collar (2:08)
4. Lady Lake (8:54)
5. Same Dreams (2:47)
6. Social Embarassment (6:32)

Gesamtspieldauer: 38:44




Im Dezember des Jahres 1972 veröffentlichte die englische Band Gnidrolog auch noch ihr zweites und für lange Zeit letztes Album mit dem Titel „Lady Lake“, nachdem im selben Jahr bereits das Debut-Album „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ veröffentlicht worden war. Kurz danach lösten sich Gnidrolog wieder auf, da beiden Platten keinerlei kommerzieller Erfolg beschieden war. Die Plattenfirma RCA Records war auch nicht mehr an einem weiteren Engagement interessiert, nachdem man mit David Bowie und Lou Reed zwei große Namen unter Vertrag hatte, die deutlich andere Musik veröffentlichten und eine anderer Hörerschaft ansprachen.

Auch auf „Lady Lake“ hört man überzeugenden Progressive Rock, der typisch für diese Art der Musik Anfang der 70er Jahre war. Sehr abwechslungsreiche Lieder, die oftmals nur so vor Ideen überquellen kann man auf diesem Album hören. Dazu gibt es eine Instrumentierung, die weit über Gitarre, Bass und Schlagzeug hinausgeht und zusätzlich für Abwechslung sorgt. Soweit gleichen sich die Zutaten von „Lady Lake“ und dem Vorgänger. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass diese dissonanten Töne, die es immer wieder auf „In Spite Of Harry’s Toe-Nail“ zu hören gab, auf dem zweiten Album deutlich in den Hintergrund treten. Diese gibt es zwar noch, allerdings sehr viel weniger. An Stelle dieser Klänge sind kurze Ausflüge in die Richtung des Jazz Rocks zu hören, die nun ihrerseits das Gesamtbild des Albums auflockern und die Platte sehr viel spannender gestalten.

Ganz klar, „Lady Lake“ klingt um einiges konventioneller als noch der Vorgänger. Dabei erscheint der Gesamteindruck der Platte allerdings auch einheitlicher und irgendwie abgestimmter. Mit dem leicht jazzig angehauchten Titellied „Lady Lake“ und der letzten Nummer „Social Embarassment“ sind auch auf diesem Album zwei Stücke enthalten, die zumindest ein wenig schräger klingen, in denen Blas- und Streichinstrumente vermehrt zum Einsatz kommen und die dann auch wieder deutlich mehr an Gentle Giant erinnern. Beide Titel sind sehr viel komplexer gehalten als der Rest der Platte, variieren Rhythmen, Atmosphären und Tempi. Ansonsten bewegen sich die Engländer auf „Lady Lake“ jedoch klar in den Gefilden des melodiösen, einprägsamen Progressive Rock.

Fazit: Auch das zweite Album der Band Gnidrolog mit dem Titel „Lady Lake“ ist eine überzeugende Platte geworden. Vieles auf diesem Album geht schnell ins Ohr, gleich beim ersten Mal des Hörens. Zwei Lieder klingen etwas fordernder, schräger, ohne jedoch zu sehr aus dem Rahmen zu fallen. „Lady Lake“ klingt insgesamt spannend und abwechslungsreich und stellt für Freundinnen und Freunden von Gentle Giant mit Sicherheit eine schöne Bereicherung dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Could Never Be A Soldier, A Dog With No Collar, Lady Lake, Same Dreams



Samstag, 25. August 2018

Jennifer Rostock – Ins Offene Messer




Jennifer Rostock – Ins Offene Messer


Besetzung:

Jennifer Weist – Gesang
Johannes „Joe“ Walter – Keyboard
Alex Voigt – Gitarre
Christoph Deckert – Bass
Christopher „Baku“ Kohl – Schlagzeug


Gastmusiker:

Captain Schmidt – Perkussion (Feuer“, „Ich Will Hier Raus“)
Yensin Jahn – Mundharmonika („Mein Parfum“)
Andreas Stickel – Bass („Kind Von Dir“)
Kristina-Marie Honermann – Chorgesang („Wer Hätte Das Gedacht“)
Werner „Dr. Roc“ Krumme – zusätzliche Akustik-, Slide- und E-Gitarren, Bass, Keyboards, Chorgesang


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Feuer (3:00)
2. Kopf Oder Zahl (2:22)
3. Blut Geleckt (2:46)
4. Nichts Tät Ich Lieber (2:33)
5. Drahtseilakt (3:26)
6. Gedanken, Die Man Besser Nicht Denkt (3:42)
7. Tier In Dir (3:40)
8. Wer Hätte Das Gedacht (1:35)
9. Mein Parfum (3:40)
10. Kind Von Dir (3:21)
11. Diadem (2:19)
12. Mona Lisa (2:31)
13. Himalaya (3:38)
14. Ich Will Hier Raus (2:41)

Gesamtspieldauer: 41:20




„Ins Offene Messer“ heißt das erste Studio-Album der ursprünglich aus Usedom stammenden und inzwischen in Berlin angesiedelten Pop-Rock-Band Jennifer Rostock. Das Album erschien am 15. Februar 2008 auf dem Plattenlabel Warner Music. Einem größeren Publikum bekannt wurde die Band durch ihre Teilnahme für Mecklenburg-Vorpommern am von Stefan Raab ins Leben gerufenen Bundesvision Song Contest. Hier waren sie mit dem Titel „Kopf Oder Zahl“ vertreten und erreichten den fünften Platz.

Auf „Ins Offene Messer“ hört man eine fröhliche Mischung aus Pop und Rock, die mitunter auch mal in den Gefilden des Punks fischt. Die Lieder klingen alle sehr positiv und hell, die Texte beinhalten auch ein gehöriges Maß an Humor. Die einzelnen Stücke des Albums gehen überwiegend ziemlich schnell und unkompliziert ins Ohr und sind manchmal bereits wieder vorbei, wenn man sich auf sie eingestellt hat. Diese kurzen Nummern verströmen dabei ein wenig das Gefühl der Hektik, was an dieser Stelle gar nicht mal negativ gemeint ist. Alles wird vorangetrieben, angespielt und das war es eben.

Höhepunkt der Scheibe ist ganz klar das Lied „Kopf Oder Zahl“, welches ebenfalls schnell ins Ohr geht und daraus auch nicht mehr so eben verschwindet. Ein Lied mit Ohrwurm-Charakter. Alle vierzehn Titel auf „Ins Offene Messer“ bieten ein einheitliches Bild, gleichen sich stilistisch. Leider ist darunter kein solch Titel mehr wie „Kopf Oder Zahl“, der sofort und auf diese Weise „zündet“, doch gibt es auf der Scheibe auch keine Ausfälle zu beklagen. Die Titel unterhalten, sind in ihrer Art keinesfalls kompliziert und versuchen bei dieser kurzen Laufzeit einfach nur schnell zu überzeugen.

Fazit: „Kopf Oder Zahl“ ist das erste Studio-Album der Berliner Band Jennifer Rostock. Es ist angefüllt mit einer positiven und schnellen Mischung aus Pop, Rock und Punk. Die Texte gefallen ebenfalls und die Musik geht immer wieder gut ins Ohr. Mit „Kopf Oder Zahl“ ist zudem ein Lied mit hohem Wiedererkennungswert vorhanden. Keine besonders schwierige oder anspruchsvolle Musik, allerdings ganz gewiss keine plumpe. Musik, die unterhält. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kopf Oder Zahl