Donnerstag, 11. Oktober 2018

Nick Mason – Fictious Sports




Nick Mason – Fictious Sports


Besetzung:

Nick Mason – drums, percussion
Carla Bley – keyboards
Robert Wyatt – vocals (except on "Can‘t Get My Motor To Start")
Karen Kraft – lead vocal on "Can't Get My Motor To Start", duet vocal on "Hot River", backing vocals
Chris Spedding – guitars
Steve Swallow – bass guitar
Michael Mantler – trumpets
Gary Windo – tenor, bass clarinet, flute, additional voices
Gary Valente – trombones, additional voices
Howard Johnson – tuba
Terry Adams – piano on "Boo To You Too", harmonica & clavinet on "Can‘t Get My Motor To Start"
Carlos Ward – additional voices
David Sharpe – additional voices
Vincent Chancey – additional voices
Earl McIntyre – additional voices


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Jazz Rock


Trackliste:

1. Can‘t Get My Motor To Start (3:41)
2. I Was Wrong (4:13)
3. Siam (4:48)
4. Hot River (5:16)
5. Boo To You Too (3:26)
6. Do Ya? (4:37)
7. Wervin‘ (3:59)
8. I‘m A Mineralist (6:20)

Gesamtspieldauer: 36:24



„Fictitious Sports“ heißt das erste Solo-Album von Nick Mason, dem ehemaligen Schlagzeuger von Pink Floyd. Im Jahr Oktober 1979 wurde die Platte aufgenommen, allerdings erst am 3. Mai 1981 in Europa und den USA veröffentlicht. In Europa geschah dies auf dem Plattenlabel Harvest, in den USA auf Columbia Records. Das Album ist die erste musikalische Betätigung von Nick Mason außerhalb von Pink Floyd. Im Grunde genommen ist es auch gar kein „Nick Mason Solo-Album“, denn die Jazz-Pianistin Carla Bley schrieb alle Lieder der Platte. Nick Mason gab später in Interviews zu, dass sie seinen Namen zur Veröffentlichung verwendeten, da es auf diese Weise sicherlich kommerziell erfolgreicher werden würde. Nichtsdestotrotz ist Nick Mason am Schlagzeug zu hören, Robert Wyatt singt die Lieder – bis auf den Opener – ein.

Um es gleich vorweg zu nehmen, nur sehr wenig auf dieser Platte klingt nach Pink Floyd – die Ausnahme ist die Nummer „Hot River“, die durchaus Passagen aufweist, die man mit der Musik von Pink Floyd in Verbindung bringen kann. Ansonsten hört man auf „Fictitious Sports“ Jazz Rock, der mit viel Saxophon angereichert wurde. Die Lieder sind dabei mal etwas eingängiger, mal deutlich verspielter bis hin zu relativ abgefahren. Wenige Stücke sind enthalten, die zum Teil schon sehr experimentell klingen. Spannend hört sich das mitunter durchaus an, von „ins Ohr gehen“ kann man bei den meisten Lidern allerdings kaum bis gar nicht sprechen.

Höhepunkte sind das bereits erwähnte und wohl auch „normalste“ Lied des Albums „Hot River“. Es geht einfach ins Ohr und bleibt hängen. Ebenfalls sehr gelungen, jedoch deutlich schräger klingt der Titel „I‘m A Mineralist“. Dieses Lied ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die gar nicht unbedingt zusammenpassen, jedoch allesamt eine gewisse hypnotische Wirkung ausstrahlen, da bestimmte Parts immer wieder wiederholt werden. Dazu gesellt sich, der irgendwie hilflos und monoton klingende Sprechgesang des Robert Wyatt und fertig ist das besondere Lied.

Fazit: „Fictitious Sports“ ist ein Album, auf dem Nick Mason draufsteht, dieser ist auf der Platte allerdings „nur“ am Schlagzeug zu hören. Mit dem Entstehungsprozess der einzelnen Titel hat er nichts zu tun gehabt. Die Lieder stammen allesamt aus der Feder der US-Amerikanerin Carla Bley. Auf „Fictitious Sports“ gibt es ein paar schöne Stellen zu hören, ein paar zumindest ungewöhnliche Titel und eine ganze Menge Jazz Rock. Es ist eher ein Album für Komplettisten, welche alles von den fünf Pink Floyd Musikern ihr Eigen nennen wollen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hot River, I‘m A Mineralist



Mittwoch, 10. Oktober 2018

Risha – Risha




Risha – Risha


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2018



Alexander Hacke saß im vergangenen Dezember in meiner Küche hier in Oakland und erzählte mir von seiner Zusammenarbeit mit David Eugene Edwards. Ich war von dieser Aussicht mehr als begeistert, denn Alexander Hacke ist nicht nur ein wichtiger Teil der Einstürzenden Neubauten, er hat darüberhinaus über die Jahrzehnte unglaubliche Klangkreationen als Solokünstler und gemeinsam mit seiner Frau Danielle de Picciotto entstehen lassen. Dazu hat er zahlreiche andere Bands und Musiker produziert und beeinflusst. Ich war gespannt wie der sprichwörtliche Flitzebogen auf diese deutsch-amerikanische Kollaboration.

Nun liegt das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Musikerpartnerschaft mit David Eugene Edwards vor, einem Musiker, dem ich ebenfalls schon sehr lange musikalisch folge. Seine Americana-Veröffentlichungen mit 16 Horsepower, danach Wovenhand und mehrere Nebenprojekte ließen mich jedesmal aufhorchen. In den zehn Jahren, in denen ich die Country/Folk/Americana Sendung auf der Lufthansa produzieren und moderieren durfte, war David zig mal mit seiner Musik in meiner Playlist vertreten. Seine mystisch, philosophisch-religiösen Texte bereiteten meinem Redakteur in Berlin immer wieder Kopfschmerzen, denn er musste alles vor Abnahme durchhören, ob sich da nicht irgendeine geheime Botschaft versteckte, die einen Fluggast über den Wolken zum Ausrasten bringen könnte. 16 Horsepowers „American Wheeze“ ist noch immer für mich einer meiner Lieblingssongs.

Und nun kommen Alexander und David für „Risha“ (Arabisch für Feder) zusammen und es ist alles andere als ein federleichtes Unterfangen. Hier treffen musikalische Welten und Biographien aufeinander, die sich dennoch auf wundersame Weise vereinen. Hier die geschwungene Klangwelt zwischen Industrial und Ambient von Hacke, die auf diesen tiefdüsteren, teils kratzigen Gothic-Americana Sound von Edwards trifft. Und dazu jene Texte, für die der Mann aus Colorado bekannt ist. Seine besondere Mikrofonarbeit ergänzt sich perfekt mit dem Droneteppich des Berliner Tonkünstlers.

Die Zusammenarbeit erfolgte, so erzählte es mir Alexander Hacke, nicht einfach so an einem Ort, in einem Studio, zu einem Zeitpunkt. Seit langem sind die beiden befreundet und tauschten sich immer wieder aus. So auch diesmal, Files wurden hin und her geschickt. Alexander, der mit seiner privaten und künstlerischen Lebenspartnerin Danielle de Picciotto die Welt bereist – beide verstehen sich als „Gypsies“ – arbeitete von unterwegs. Bei David Eugene Edwards, der in Colorado lebt, aber in Europa mehr erfolgreich ist, war es nicht viel anders. „Risha“ ist ein Album unterwegs, „on the road“ geworden, irgendwie hört man das auch. Offen für Eindrücke, Erfahrungen, Einflüsse. Es ist diese Bewegung, dieser Fluss, dieses niemals Ankommen, der Weg ist das Ziel, was hier durchschlägt. In den zehn Songs überschreiten die beiden Musiker problemlos unzählige Genres, lassen sich nicht einengen, bieten den Hörern vielmehr eine grenzenlos-klangvolle Weltsicht.

„Risha“ ist genau das, was ich im Dezember in meiner Küche erhofft hatte. Eine wunderbare Zusammenarbeit und Ergänzung von zwei von mir sehr geschätzten Musikern, die mich immer wieder überraschen und tief berühren. „Risha“ ist auf Glitterhouse Records als Vinyl, CD und Download erschienen.



Dienstag, 9. Oktober 2018

Paul Page – Pacific Paradies




Paul Page – Pacific Paradies


Label: Subliminal Sounds


Erscheinungsdatum: 2018



Stil: Weltmusik



Musik aus Hawaii und Polynesien erlebt derzeit in den USA ein (zumindest kleines) Revival. Auf Festivals und in Bars treten Bands auf, alte Songs werden wiederentdeckt und neu aufgenommen, man kann sagen, ein bißchen Aloha tut der amerikanischen Gesellschaft in diesen stürmischen Zeiten ganz gut. Und nun kommt auch ein Album heraus, das einen der ganz großen Musiker und Bandleader dieses Genres präsentiert. Einen Musiker, der kaum bekannt ist und ganz in Vergessenheit geraten ist, doch bei dem es sich lohnt genauer hinzuhören. Paul Page steht für jene Zeiten, in denen die Tiki Bars in Südkalifornien mehr als angesagt waren. „Pacific Paradise“ heißt die Platte, die nun bei Subliminal Sounds erscheint. 

Montag, 8. Oktober 2018

Billy Joel – Fantasies & Delusions




Billy Joel – Fantasies & Delusions


Besetzung:

Richard Hyung-ki Joo – piano solo


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Klassische Musik


Trackliste:

1. Opus 3. Reverie ("Villa d'Este") (9:31)
2. Opus 2. Waltz # 1 ("Nunley's Carousel") (6:58)
3. Opus 7. Aria ("Grand Canal") (11:08)
4. Opus 6. Invention in C Minor (1:04)
5. Opus 1. Soliloquy ("On a Separation") (11:26)
6. Opus 8. Suite for Piano ("Star-Crossed"): I. Innamorato (7:46)
7. Opus 8. Suite for Piano ("Star-Crossed"): II. Sorbetto (1:30)
8. Opus 8. Suite for Piano ("Star-Crossed"): III. Delusion (3:37)
9. Opus 5. Waltz # 2 ("Steinway Hall") (7:00)
10. Opus 9. Waltz # 3 ("For Lola") (3:28)
11. Opus 4. Fantasy ("Film Noir") (8:56)
12. Opus 10. Air ("Dublinesque") (3:46)

Gesamtspieldauer: 1:16:18



„Fantasies & Delusions“ heißt das dreizehnte und wohl auch letzte Studioalbum des US-Amerikaners Billy Joel. Es ist ein Album, auf dem Bills Joel die Musik komponiert hat, selber jedoch gar nicht zu hören ist, da die Musik vom britisch-koreanischen Pianisten Richard Hyung-ki Joo eingespielt wird. Trotzdem wird diese Scheibe auch zu Recht den Studio-Alben des Billy Joel zugerechnet. „Fantasies & Delusions“ ist die einzige Veröffentlichung von Billy Joel mit klassischer Musik, ansonsten steht dieser eher für Pop. Sein letztes Pop-Album hieß „River Of Dreams“ und erschien im Jahr 1993. „Fantasies & Delusions“ selbst erschien auf dem Plattenlabel Sony Music, wurde im Jahr 2001 veröffentlicht und erreichte im Oktober 2001 immerhin noch Platz 83 der Billboard 200 Charts.

Nein, „Fantasies & Delusions“ ist kein „typisches“ Billy Joel Album, wie einem auf diversen Kaufportalen wohl eingefleischte Billy Joel Fans glauben machen wollen. Auf „Fantasies & Delusions“ hört man klassische Klavier-Musik im Stile von Chopin, die dabei weder besonders eingängig noch interessant klingt. Billy Joel wollte sich wohl, wie so viele seiner Kollegen, auch mal in diesem Genre versuchen. Das Ergebnis klingt „nett“, ist jedoch absolut uninteressant. Diese Musik hört kein Klassik-Freund, denn es ist eben allerhöchstens moderne Klassik und Pop-Fans können mit diesem Album schon mal gar nichts anfangen. Bleiben noch die Komplettisten, die von „ihrem“ Lieblingskünstler alles besitzen möchten. Diese werden hier auch zuschlagen, es einmal hören und dann zusehen, wie sich im Regal mit der Zeit auf der Hülle eine immer dickere Staubschicht auftürmt.

Fazit: „Fantasies & Delusions“ ist wirklich nur etwas für absolute Billy Joel Fans. Man hört auf dem Album ziemlich langweilige Klaviermusik und das sage ich, der auch ab und an gerne Klassik hört. Billy Joel wollte sich mal in diesem Genre ausprobieren, hat er gemacht und damit ist es auch gut. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Alles



Sonntag, 7. Oktober 2018

Pain Of Salvation – Entropia




Pain Of Salvation – Entropia


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar
Kristoffer Gildenlöw – bass, vocals
Fredrik Hermansson – keyboards
Johan Langell – drums, vocals
Daniel Magdic – guitar, vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. ! (Foreword) (6:11)
2. Welcome To Entropia (1:22)
3. Winning A War (6:32)
4. People Passing By (9:07)
5. Oblivion Ocean (4:42)
6. Stress (5:00)
7. Revival (7:38)
8. Void Of Her (1:46)
9. To The End (4:56)
10. Circles (0:55)
11. Nightmist (6:48)
12. Plains Of Dawn (7:23)
13. Leaving Entropia (Epilogue) (2:31)

Gesamtspieldauer: 1:04:58




„Entropia“ heißt das Debut-Album der schwedischen Progressive Metal Band Pain Of Salvation. Es erschien am 21. August 1997 zunächst auf dem Plattenlabel Avalon und wurde anschließend auf InsideOut Music wiederveröffentlicht. Der Albumtitel „Entropia“ ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Worten Entropie (Thermodynamischer Begriff für das Maß der Unordnung in einem System) und Utopie (Entwurf einer fiktiven Gesellschaftsordnung) zusammen. Inhaltlich wird die Geschichte einer Familie in einer fiktiven Gesellschaft erzählt, die durch einen Krieg zerrissen wird. „Entropia“ ist das einzige Album auf dem Daniel Magdic bei Pain Of Salvation an der Gitarre zu hören ist.

„Entropia“ ist ein Progressive Metal Album geworden. Ein ziemlich schnörkelloses zudem, denn die Scheibe klingt deutlich weniger verspielt, als jene manch anderer Kollegen, die im selben musikalischen Genre beheimatet sind. Selbstverständlich verstehen sich auch die Schweden vom Pain Of Salvation auf das spannende Spiel zwischen sanften akustischen und harten rockigen Klängen, der Rock beziehungsweise Metal steht jedoch mehr im Vordergrund, als jene sanften, zurückhaltenden Passagen. Die Musik will dabei zudem nicht gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen, benötigt ein paar Durchläufe mehr, erschließt sich einem damit jedoch auch immer besser und anhaltender.

Höhepunkt sind das sehr abwechslungsreiche „People Passing By“. Ein Lied, welches einen Trip durch das ganze musikalische Universum der Schweden darstellt und nur so in Abwechslung schwelgt. Schließlich auch die Nummer „Nightmist“. Ein rockiges Lied, das nicht mit Schnelligkeit geizt, sondern im Gegenteil die Füße beim Mitwippen zur Höchstform antreibt. Bis auf „Stress“, was wirklich stressig klingt und seinem Namen damit alle Ehre macht, wissen alle Titel auf „Entropia“ zu gefallen – etwas Metal sollte man dabei allerdings schon vertagen können.

Fazit: „Entropia“ ist das unterhaltsame Debut der schwedischen Progressive Metal Band Pain Of Salvation. Rockig gehalten, zum Teil auch sehr eingängig und abwechslungsreich generiert sich die Musik auf dem Album. Ganz sicher gelungen, allerdings ist diese Platte nur eine von vielen in genau diesem Genre, in dem sich so viele skandinavische Bands tummeln. Etwas Besonderes weist „Entropia“ leider nicht auf, dafür jedoch handwerklich gut gemachte Musik. Ist auch was. Acht Punkte.

Anspieltipps: People Passing By, Nightmist



Samstag, 6. Oktober 2018

Haken – The Mountain




Haken – The Mountain


Besetzung:

Ross Jennings – vocals
Richard Henshall – guitar, keyboards, backing vocals
Charlie Griffiths – guitar, backing vocals
Thomas MacLean – bass guitar, backing vocals
Diego Tejeida – keyboards, sound design, second voice (track 8)
Raymond Hearne – drums, percussion, backing vocals, cimbasso, tuba


Gastmusiker:

Joey 'Dah Lipz' Ryan – french horn
Matthew Lewis – trombone
Barry Clements – bass trombone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: New Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Path (2:46)
2. Atlas Stone (7:33)
3. Cockroach King (8:14)
4. In Memoriam (4:17)
5. Because It‘s There (4:23)
6. Falling Back To Earth (11:51)
7. As Death Embraces (3:13)
8. Pareidolia (10:50)
9. Somebody (9:00)

Bonus Tracks:

10. The Path Unbeaten (2:12)
11. Nobody (4:53)

Gesamtspieldauer: 1:09:18




„The Mountain“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Progressive Metal Band Haken. Es wurde am 2. September 2013 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Die erste Singleauskopplung des Albums war das Lied „Atlas Stone“ und erschien am 17. Juli 2013. „The Mountain“ ist das letzte Album, an dem Bassist Thomas MacLean beteiligt ist.

„The Mountain“ ist ein musikalisches Feuerwerk. „Progressive Metal meets Progressive Rock“. So viele Ideen, so viele interessante Passagen, so viele mitreißende Parts. Das Album ist vollgepackt mit toller Musik, die mal ordentlich rockt, dann wieder sehr sanft aus den Boxen quillt. Die Lieder sind aus verschiedenen Teilen aufgebaut, welche häufig ineinander übergehen, in sich aufzugehen scheinen. Nichts daran wirkt aufgesetzt oder gar konstruiert. Auf „The Mountain“ kann man in wunderschöne Melodien eintauchen oder sich völlig dem Rock hingeben. Beides ist auf dieser Scheibe möglich. Dazu gesellt sich ein sehr überzeugender Gesang, der das ein ums andere Mal sehr an den mehrstimmigen Gesang von Gentle Giant erinnert. In seiner Gesamtheit klingt das wahrlich eindrucksvoll.

Bis auf das Lied „Because It‘s There“, bei dem der Gesang als einzige Ausnahme irgendwie nicht wirkt, obwohl er stark im Zentrum des Geschehens steht, machen alle Lieder auf „The Mountain“ Spaß. Ganz besonders gilt dies für die Single-Auskopplung „Atlas Stone“, welche beweist, wie mitreißend auch in der heutigen Zeit Progressive Rock noch klingen kann. Auch dieses Lied ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt und enthält neben sanften Passagen, bombastischen Abschnitten auch rockige Parts, die allesamt wirken. Die Nummer „Somebody“ ist dagegen hauptsächlich ruhig und sanft gehalten, geht mit allen ihren Teilen ins Ohr und fällt damit auch bereits beim ersten Mal des Hörens auf. Auch die anderen Titel sind sehr gelungen, benötigen allerdings zwei, drei Durchläufe mehr, um richtig im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu landen. Ein sehr gutes Beispiel für ein solches Lied ist die Nummer „Cockroach King“. Ein melodischer und dann wieder schräger Titel, mit jeder Menge krummer Takte und vielen Wendungen. Die beiden Bonus Tracks stehen den auf dem offiziellen Album enthaltenen Titeln im Übrigen in nichts nach.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Album ist „The Mountain“ der englischen Band Haken geworden. Eine Mischung aus Progressive Rock und Progressive Metal gibt es hier zu hören und wer mag, kann ebenfalls noch das Genre New Art Rock mit dazunehmen. Die Lieder rocken und gehen ins Ohr. Die Titel bleiben hängen, müssen mitunter ein weiteres Mal gehört werden, doch entfalten sie sich letztendlich alle und hallen nach. Sehr überzeugend und gelungen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Atlas Stone, Somebody, Nobody und vieles mehr



Freitag, 5. Oktober 2018

Opeth – Ghost Reveries




Opeth – Ghost Reveries


Besetzung:

Mikael Åkerfeldt – vocals, rhythm guitar, lead guitar, acoustic guitar, mellotron
Peter Lindgren – lead guitar
Martín Méndez – bass
Per Wiberg – hammond organ, mellotron, grand piano, moog
Martin Lopez – drums, percussion
Martin Axenrot − drums (“Soldier Of Fortune“)


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Ghost Of Perdition (10:29)
2. The Baying Of The Hounds (10:41)
3. Beneath The Mire (7:57)
4. Atonement (6:28)
5. Reverie / Harlequin Forest (11:39)
6. Hours Of Wealth (5:20)
7. The Grand Conjuration (10:21)
8. Isolation Years (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:06:49



„Ghost Reveries“ heißt das achte Studio-Album der schwedischen Progressive-Metal-Band Opeth. Es wurde am 29. August 2005 veröffentlicht und war die erste Platte der Schweden, die auf dem Plattenlabel Roadrunner Records erschien. „Ghost Reveries“ ist auch das erste Album von Opeth, auf dem der Keyboarder Per Wiberg als „festes“ Mitglied zur Band gerechnet wird, obwohl er bereits bei Live-Auftritten im Line-Up der Band vertreten war. Gleichzeitig ist „Ghost Reveries“ auch das letzte Opeth-Album an dem Drummer Martin Lopez und Gitarrist Peter Lindgren beteiligt sind, welche danach die Band verließen. Als einzige Single wurde das Lied „The Grand Conjuration“ aus dem Album ausgekoppelt.

„Ghost Reveries“ ist abwechslungsreich und mannigfaltig. Die Platte enthält wunderschöne melodische Passagen, an anderer Stelle wird wiederum gerockt, dass die Fensterscheiben vibrieren. Die einzelnen Titel stellen kleine Reisen dar, die sich durch verschiedene Stimmungen winden, oftmals überraschende Richtungswechsel vollführen und niemals gleich zu Beginn einsehbar sind. Nicht zuletzt diese Breite der Musik, wobei Opeth in all diesen Situationen zu überzeugen vermag, lässt diese Platte sehr viele positive Kritiken ernten. Durchaus ist dies intelligenter Progressive Rock, mehr noch Progressive Metal, der immer wieder zu begeistern versteht.

Trotzdem ist die Platte für mich fast unhörbar und mir fällt auch keine Situation ein, an der ich Lust hätte sie aufzulegen. Trotzdem passiert es manches Mal, um zu testen, ob sich mir „das“ jetzt doch vielleicht erschließt und ich damit meinen Frieden gefunden habe. Nein, habe ich nicht. Es ist dieses „Grwoling“, welches auf „Ghost Reveries“ allgegenwärtig ist und die Stimmung fast jedes Titels vollkommen zerstört. Mit der Tatsache, dass meine Frau mich beim Hören solcher Musik nachdenklich beobachtet könnte ich leben, doch diese „teuflische Gebrülle“ reißt mich jedes Mal erneut wieder aus allen Gedanken, allen „Wohlfühlsituationen“, die diese Scheibe ganz zweifelsohne auch zu erzeugen in der Lage ist. Dieses Geschrei zerstört in meinen Ohren so ziemlich alles und damit jeden schönen und spannenden Moment und lässt diese Musik in meiner Gunst sehr stark absacken – bis in Tiefen, die das Ganze unhörbar werden lassen.

Fazit: Man braucht nicht darüber zu diskutieren, ob es Opeth auf „Ghost Reveries“ gelungen ist spannende, abwechslungsreiche und progressive Musik zu zelebrieren. Dies machen die schwedischen Musiker gewiss. Trotzdem ist diese Platte kaum anhörbar, wenn man mit diesem „Growling“ nichts anzufangen weiß. Und dieses Growling ist allgegenwärtig, scheint im Zentrum der Musik auf „Ghost Reveries“ zu stehen. Ehrlich gesagt ist dem gar nicht so, doch die Stellen mit diesem „Stilmittel“ sind so massiv, dass man diesen Eindruck erhält. Und genau dieser Eindruck hält sich, zerstört den Rest der Musik, bleibt langfristig hängen. So schade. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Hours Of Wealth, Isolation Years (die beiden Lieder ohne Growling)



Donnerstag, 4. Oktober 2018

Janis Joplin – Janis - Little Girl Blue




Janis Joplin – Janis - Little Girl Blue


Mitwirkende:

Chan Marshall als Erzähler
Janis Joplin (Archiv Material)
Peter Albin
Sam Andrew
Dick Cavett
David Dalton
Clive Davis
Cass Elliot (Archiv Material)
Melissa Etheridge
Dave Getz
Jimi Hendrix (Archiv Material)
Kris Kristofferson
John Lennon (Archiv Material)
Juliette Lewis
Country Joe McDonald
Alecia Moore
Dave Niehaus
Yoko Ono (Archiv Material)
D. A. Pennebaker
Otis Redding (Archiv Material)
Powell St. John
Bob Weir


Regie: Amy Berg


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Dokumentation


Sprache: Englisch (Deutsche Untertitel)


Inhalt:

1. Janis - Little Girl Blue (1:39:22)

Bonusmaterial:

1. Trailer (Janis - Little Girl Blue)
2. Neun zusätzliche Interviews und Szenen
3. Trailershow



Heute vor inzwischen bereits 48 Jahren verstarb die US-amerikanische Sängerin Janis Joplin. Auf knapp einhundert Minuten komprimiert, wird in „Janis - Little Girl Blue“ das Leben der Künstlerin erzählt, welches mit 27 Jahren durch eine Überdosis Heroin ein viel zu frühes Ende nahm. Das Interessante dabei ist, dass die Geschichte des Lebens der Janis Joplin anhand ihrer Briefe erzählt wird, die sie ihrer Familie und ihren Freunden schrieb. Man erhält Einblick in ein Leben, welches häufig in Verzweiflung und Unsicherheit getaucht war. Viele ihrer damaligen Weggefährten kommen zudem in dieser Dokumentation aktuell zu Wort. Einige, zum Teil bereits Verstorbene, wurden mittels Archiv-Material hinzugeschnitten.

Der Film „Janis - Little Girl Blue“ ist ein reiner Dokumentationsfilm. Die Musik der Janis Joplin spielt selbstverständlich eine Rolle, allerdings eine untergeordnete. Ihre Lieder werden immer nur wenige Sekunden angespielt, was nicht an den fehlenden Rechten lag. Passend zum Film gibt es den Soundtrack nochmals parallel zu kaufen. Beides auf einem Datenträger wäre definitiv gelungener gewesen. Wer also einen Musikfilm erwartet, wird an dieser Stelle enttäuscht werden und muss nachkaufen. Wer allerdings etwas über das Leben, Schaffen und Wirken der Musikerin erfahren möchte, die oder der bekommt mit dieser DVD viele Informationen geliefert. Zehn Punkte.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Roxy Music – Siren




Roxy Music – Siren


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, keyboards, harmonica
John Gustafson – bass
Eddie Jobson – violin, synthesizers, keyboards
Andy Mackay – oboe, saxophone
Phil Manzanera – guitar
Paul Thompson – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Art Pop, Glam Rock


Trackliste:

1. Love Is The Drug (4:11)
2. End Of The Line (5:14)
3. Sentimental Fool (6:14)
4. Whirlwind (3:38)
5. She Sells (3:39)
6. Could It Happen To Me? (3:37)
7. Both Ends Burning (5:16)
8. Nightingale (4:11)
9. Just Another High (6:31)

Gesamtspieldauer: 42:33




Am 24. Oktober 1975 erschien mit dem Album „Siren“ die fünfte Studio-Veröffentlichung der englischen Rockband Roxy Music. Ursprünglich hieß das Plattenlabel in Europa Island Records, ATCO in den USA. Die remasterte Wiederveröffentlichung auf CD erfolgte auf dem Label Virgin Records. „Siren“ kletterte im Vereinigten Königreich bis auf Platz 4 der Charts, in den USA bis auf Platz 50. In Deutschland konnte sich das Album überraschenderweise überhaupt nicht in den Charts platzieren. Das Album belegt zudem Platz 371 in der 2003er Liste des Rolling Stone Magazins der „500 Greatest Albums Of All Time“. Das Cover zeigt Bryan Ferry‘s damalige Freundin, das Model Jerry Hall, auf Felsen in der Nähe von South Stack, Anglesey. Nach den Konzerten zur Unterstützung von „Siren“ lösten sich Roxy Music im Jahr 1976 auf.

„Siren“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden und noch nicht ganz so glatt und einheitlich graten, wie jene drei Platten, die nach der Re-Union 1978 eingespielt werden sollten. Auf „Siren“ wird durchaus noch etwas experimentiert, nicht alles klingt gleich radiotauglich und geht sofort ins Ohr, wie das sich langsam entwickelnde und zunächst sehr sphärisch, schräg und entrückt klingende „Sentimental Fool“. Klasse Nummer, aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die ihren Reiz allerdings erst nach mehreren Durchgängen freisetzt. Ganz anders gibt sich da das wohl bekannteste Lied von Roxy Music überhaupt: „Love Is The Drug“. Diese Nummer wurde selbst in den USA zum Hit, dem einzigen, den die Briten dort landen konnten. Ein Titel mit Ohrwurmcharakter, den man bereits nach dem ersten Mal des Hörens nicht mehr aus den Ohren bekommt.

Weitere schöne Nummern sind das groovende und ebenfalls ins Ohr gehende „She Sells“. Auch dieses Lied klingt im Instrumentalteil, der vom Saxophon des Andy Mackay dominiert wird, etwas schräger. Dazu gesellen sich Rhythmus- und Tempowechsel, die das Lied zu einem spannenden Erlebnis werden lassen. Schließlich sollte hier noch die letzte Nummer des Albums, „Just Another High“, Erwähnung finden. Ein etwas rockigerer Titel, der einmal mehr zeigt, welch Gespür Bryan Ferry für die eingängige Melodie besitzt.

Fazit: „Siren” ist ein schönes und abwechslungsreiches Roxy Music-Album geworden, auf dem es viel zu entdecken gibt. Noch ist nicht alles auf der Platte so uneingeschränkt radiotauglich, die Band experimentiert durchaus noch ein wenig, ohne dabei jedoch zu sehr in unerreichbare Gefilde abzudriften. Fast alles auf „Siren“ klingt und geht ins Ohr, zudem enthält die Scheibe mit „Love Is The Drug“ den wohl größten Ohrwurm der Band. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Love Is The Drug, Sentimental Fool, She Sells, Just Another High



Dienstag, 2. Oktober 2018

Lorain – Through Frames




Lorain – Through Frames


Besetzung: (Keine Instrumentenangaben)

Erik Emanuelson
Bob Reynolds
Joseph Anderson
Mitch Gonzales
Robin Bacior


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Americana, Folk


Trackliste:

1. Easy Light (3:51)
2. Tobacco Valley (4:37)
3. Rose Window (4:32)
4. Through Frames (2:25)
5. Open Line (3:45)
6. All That Much (4:34)
7. Midwest Red (5:07)
8. The Way Down (4:36)

Gesamtspieldauer: 33:30



Lorain sind eine US-amerikanische Band aus Portland, Oregon, die ihre Musik selbst mit Groove-basierten Folk umschreibt. Das Debut-Album mit dem Titel „Through Frames“ erschien am 25. September 2018 und noch im Oktober startet die Tour der US-Amerikaner im deutschsprachigen Raum.

Auf „Through Frames“ hört man sanfte, ruhige und völlig relaxte Musik, die irgendwo im Bereich zwischen Folk und Americana angesiedelt ist. Die Lieder klingen melodiös und eingängig und über allem schwebt eine gewisse Melancholie bis Sentimentalität, die nicht nur durch die Musik selbst, sondern auch durch den etwas zerbrechlich klingenden Gesang erzeugt wird. Die Instrumentierung hält sich zumeist im Hintergrund, Rhythmus und Tempo bewegen sich ebenfalls eher im zurückhaltenden Bereich. Langeweile kommt deswegen trotzdem keine auf, denn die einzelnen Titel wirken gerade genau auf diese Weise.

Fazit: Lieder zum Entspannen, völlig unaufgeregt und mit Tiefgang gibt es auf dem Debut der US-amerikanischen Band Lorain zu hören. Wer auf die sanften Töne in der Musik steht, die oder der sollte hier mal ein Ohr riskieren. Möglich ist dies auch auf der anstehenden Tour quer durch Deutschland, in Österreich und der Schweiz. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Easy Light



16.10. Minna Thiel | München (DE)
18.10. Zauberberg | Passau (DE)
20.10. Anziehbar | Dornbirn w/ GO BY OCEAN (AT)
21.10. Gleis Süd | Horb Am Neckar (DE)
22.10. Live Club | Bamberg (DE)
23.10. Cube | Düsseldorf (DE)
25.10. Shakespear Pub | Herdecke (DE)
26.10. Lichtung | Köln (DE)
27.10. Mobile Blues Club | Hamburg (DE)
29.10. Tonfink | Lübeck (DE)
30.10. Green Island Pub | Zeitz (DE)
31.10. Ä | Berlin (DE)
01.11. Prinz Willy | Kiel (DE)
02.11. KaffeeSatz | Chemnitz (DE)
03.11. Q | Marburg (DE)
04.11. Hafen 2 | Offenbach (DE)
06.11. Sound und Sandwich | Bern (CH)
07.11. Dorett | Mainz (DE)
08.11. Alte Mälzerei | Regensburg (DE)
09.11. Lendhafen Cafe | Klagenfurt (AT)
10.11. Neruda | Wien (AT)
11.11. Böllerbauer | Haag (AT)



Montag, 1. Oktober 2018

Anna von Hausswolff – Dead Magic




Anna von Hausswolff – Dead Magic


Besetzung:

Anna von Hausswolff – mellotron, pipe organ, vocals


Gastmusiker:

Randall Dunn – mellotron, synthesizer
Joel Fabiansson – guitar
Ulfur Hansson – string arrangements
Shahzad Ismaily – percussion
Filip Leyman – synthesizer
Ulrik Ording – drums
David Sabel – guitar (bass)
Gyða Valtýsdóttir – strings
Karl Vento – guitar


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Gothic, Art Rock


Trackliste:

1. The Truth, The Glow, The Fall (12:07)
2. The Mysterious Vanishing Of Electra (6:08)
3. Ugly And Vengeful (16:17)
4. The Marble Eye (5:18)
5. Källans Återuppståndelse (7:26)

Gesamtspieldauer: 47:18




Da schluckt man schon ein wenig beim Betrachten des Covers vom Album „Dead Magic“. So nannte die Schwedin Anna von Hausswolff ihr viertes Studio-Album, welches am 2. März 2018 auf dem Label City Slang erschien. Der Anblick dieses Covers lässt unweigerlich Gedanken an den Film „Der Exorzist“ von William Friedkin aufkommen. Dieses Mädchen dort im Bett… doch das ist eine andere Geschichte. Und auf „Dead Magic“ hört man auch kein zweites „Tubular Bells“, aber diese Fortsetzungen hatte sowieso schon Mike Oldfield veröffentlicht. Trotzdem kommt allein beim Anblick des Covers diese Reminiszenz an den Film auf. Hört man schließlich die entsprechende Musik auf „Dead Magic“, scheint dies nur allzu logisch zu sein, denn auf dem Album kann es inhaltlich nur um das Grauen gehen – auch wenn das niemals so endgültig und definitiv ausgesprochen wird.

Die Atmosphäre, die dieses Album verströmt ist dunkel, fast schon tiefschwarz. Die Platte startet mit dem Lied „The Truth, The Glow, The Fall“. Man hört ein unheimliches Knistern, sanft, ganz leise und doch bedrohlich. Eine Kirchenorgel erklingt, Töne werden lange gehalten und schließlich setzt der an dieser Stelle noch etwas sehnsüchtig klingende Gesang der Anna von Hausswolff ein. Die Musik ändert sich, wird rhythmischer, dynamischer und obwohl Anna von Hausswolffs Gesang nun etwas klagender klingt, wirkt dieser Part, „The Glow“, durchaus etwas optimistischer. Doch es kommt, wie es kommen muss, der Titel des Liedes nimmt es vorweg. Am Ende steht „The Fall“. Der Klang der Orgel wird wieder markanter, drängt sich in den Vordergrund und es riecht nach Verfall, nach Verdammnis, nach Untergang. Anna von Hausswolff scheint in dem Moment exakt so auszusehen wie die Dame auf dem Cover – ihre Stimme klingt zumindest so. Und sie singt und fleht und krächzt und ihre Stimme wird nicht müde immer wieder zu wiederholen: „Feel The Fall“. Eines kann man der Schwedin hier wahrlich nicht absprechen: Sie macht sehr intensive Musik, egal ob man darin einzutauchen versteht oder damit so gar nichts anzufangen weiß.

„The Mysterious Vanishing Of Electra“ klingt durchgängig rhythmisch und der Gesang nun sehr exaltiert und zum Teil überdreht. Ob sie dabei auf der Suche nach sich selbst ist, bleibt beim vage gehaltenen Text im Dunklen. Möglich wäre es zumindest, wenn man ihren vollen Namen Anna Michaela Ebba Electra von Hausswolff in die Interpretation des Textes mit einschließt. Es folgt mit „Ugly And Vengeful“ das längste Stück des Albums. Das Lied ist aus mehreren Anschnitten aufgebaut, die allesamt erneut sehr atmosphärisch und intensiv klingen. Mal ist die Musik dabei sphärisch, dann wieder minimalistisch, schließlich absolut kraftvoll, aufregend, am Rande des Bombastes. Und immer schwebt über allem diese Aura des Unheimlichen, Seltsamen, Mystischen. Beschlossen wird „Dead Magic“ durch die beiden zumindest etwas kürzeren Stücke „The Marble Eye“ sowie „Källans Återuppståndelse“. Beim Titel „The Marble Eye“ handelt es sich um ein Orgel-Solo, bei dem der Klang der Orgel der Marmorkirche in Kopenhagen wunderschön zur Geltung kommt. Jetzt hat die Musik der Anna von Hausswolff so gar nichts mehr mit dem konventionellen Pop- und Rock-Geschehen zu tun. Jetzt klingt die Musik der Schwedin erhaben und sakral. Das Lied „Källans Återuppståndelse“ startet mit Synthesizer-Klängen, die im Bereich des Genres Ambient anzusiedeln sind. Die Orgel setzt ein und schließlich auch wieder Anna von Hausswolffs Gesang. Dieses Mal jedoch glockenklar und sehr sehnsüchtig. Streicher sind zu hören, verstärken Sehnsucht, Sentimentalität und Melancholie, die hier alle zu kumulieren scheinen. Hörerin und Hörer werden schließlich mit genau diesem Eindruck aus dem Album entlassen.

Fazit: Dunkel klingt „Dead Magic“ von Anna von Hausswolff definitiv. Man hört auf dem Album auch ganz bestimmt keine leichte musikalische Kost. Eine Mischung aus sakralen, sphärischen und rhythmischen Klängen werden einem auf dieser Platte geboten, die dabei gar nicht mal besonders eingängig klingt. Allerdings ist „Dead Magic“ ein sehr intensives und spannendes Album geworden, welches man schwerlich nebenbei hören kann. Außergewöhnlich klingt das allemal. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Truth The Glow The Fall, The Marble Eye



Sonntag, 30. September 2018

Lunatic Soul – Fractured




Lunatic Soul – Fractured


Besetzung:

Mariusz Duda – keyboards, bass and acoustic guitars, piccolo bass guitar, percussion, programming, lead and backing vocals


Gastmusiker:

Wawrzyniec Dramowicz – drums
Marcin Odyniec – saxophone (4,6 & 9)
Sinfonietta Consonus Orchestra – orchestration (3 & 6)
Michal Mierzejewski – conductor


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: New Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Blood On The Tightrope (7:20)
2. Anymore (4:37)
3. Crumbling Teeth And The Owl Eyes (6:41)
4. Red Light Escape (5:44)
5. Fractured (4:36)
6. A Thousand Shards Of Heaven (12:17)
7. Battlefield (9:06)
8. Moving On (5:14)

Gesamtspieldauer: 55:39




Lunatic Soul ist das Soloprojekt des polnischen Musikers und Komponisten Mariusz Duda, der ansonsten bei der Progressive Rock Band Riverside den Bass spielt und singt. Seit Oktober 2008 hat Mariusz Duda mit Lunatic Soul sechs Alben veröffentlicht. „Fractured“ ist die fünfte Platte dieser Reihe und erschien am 6. Oktober Jahr 2017 auf dem Plattenlabel KScope.

„Electric guitars and female vocals are not present on this album.“ heißt es am Ende der Credits im beiliegenden Booklet. Das sagt bereits einiges über die Musik auf „Fractured“ aus. Diese ist zwar rockig gehalten, funktioniert jedoch hier mit eher elektronischen Klängen. Weniger gelungen klingt dieser Ansatz lediglich beim Titellied „Fractured“ selbst, welches in seiner Gesamtheit lediglich ein gehöriges Maß an Hektik verbreitet. Ansonsten hört man auf der Scheibe zumeist sehr melancholische Töne, die jedoch fast ausnahmslos gut ins Ohr gehen. Über allem scheint dabei eine gewisse Traurigkeit zu liegen, der Mariusz Duda in den einzelnen Stücken Ausdruck verleiht.

Die Musik klingt an einigen Stellen sphärisch, reicht manchmal fast bis in den Trance-Bereich hinein. Dann zieht das Tempo an und erfüllt alles mit neuem Leben. Die Beats lassen den Fuß mitwippen und obwohl auf der Platte kaum akustische Instrumente zu hören sind, wirkt die Musik auf „Fractured“ alles andere als steril und kalt. Ganz im Gegenteil sogar, diese stets gegenwärtige Melancholie erzeugt eine gewisse Wärme, die einen einhüllt und sanft bettet. Besonders gelungen sind auf dem Album die Lieder „Crumbling Teeth And The Owl Eyes“, welches sanft und sehr melodiös mit akustischer Gitarre eingeleitet wird, sich langsam etwas steigert und im Ohr verhaftet bleibt. Fast Identisches kann man über die längste Nummer auf „Fractured“ sagen. „A Thousand Shards Of Heaven“ klingt nun auch deshalb fast schon lieblich, weil hier das Orchester für jede Menge sanfte Wohlfühlatmosphäre sorgt. Das etwas sphärische „Battlefield“ sei an dieser Stelle ebenfalls angeführt, welches durch seine fast schon entrückte Stimmung punktet.

Fazit: Ein sehr interessantes und eingängiges Rock Album ist Mariusz Duda mit seinem Soloprojekt Lunatic Soul im Falle von „Fractured“ gelungen. Auch ohne elektrische Gitarren ist die Scheibe eine Rock-Platte geworden, die abwechslungsreich und melodiös aus den Boxen ertönt. Musik mal anders und trotzdem etwas für das Ohr. Macht Spaß zu hören und ist besonders. Elf Punkte.

Anspieltipps: Crumbling Teeth And The Owl Eyes, A Thousand Shards Of Heaven, Battlefield



Samstag, 29. September 2018

Lana Del Rey – Lust For Life




Lana Del Rey – Lust For Life


Besetzung:

Lana Del Rey – vocals


Gastmusiker:

The Weeknd – vocals (track 2)
ASAP Rocky – vocals (tracks 6, 7)
Playboi Carti – vocals (track 6)
Stevie Nicks – vocals, backing vocals (track 12)
Sean Ono Lennon – vocals (track 13), shaker (track 13), timpani (track 13), electric upright bass (track 13), acoustic guitar (track 13), electric guitar (track 13), celesta (track 13), harpsichord (track 13), glass harmonica (track 13), mongolian bells (track 13), mellotron (track 13)
Rick Nowels – bass (tracks 1, 13, 15, 16), mellotron (tracks 1, 2, 5, 8–10, 12–15), vibraphone (tracks 1, 7), keyboards (tracks 1, 8, 16), synth pads (tracks 2, 3, 5, 6, 9, 10, 16), piano (tracks 3, 5, 8, 10, 12, 15), strings (tracks 3, 8), celesta (tracks 9, 15), organ (tracks 9, 12–14, 16), acoustic guitar (tracks 10, 11, 13), flute (tracks 10, 12), 808 bass (track 10), solina (track 12), synth bass (track 12), electric piano (track 14), choir (track 14)
Kieron Menzies – drums (tracks 2, 3, 5, 7, 9–11, 15), tape loops (tracks 2, 9, 10, 16), percussion (tracks 2, 3, 5, 7–12, 15, 16), keyboards (tracks 2, 3, 7–11, 15), synth pads (track 2), strings (tracks 2, 4, 5), bass (track 3), synthesizer (tracks 3, 5, 7, 8, 11, 16), modem (track 3), piano (track 8)
Dean Reid – electric guitar (tracks 1, 14, 16), drums (tracks 2, 4, 5, 7–9, 11, 12), percussion (tracks 2, 8, 10–12, 16), bass guitar (tracks 2, 10), vocoder (tracks 2, 7), effects (tracks 2, 4, 5, 7–9, 14), guitar synthesizer (track 2), synth bass (tracks 3, 11, 14, 16), bass (tracks 4, 5, 7–9), strings (tracks 4, 10, 11), synthesizer (tracks 5, 8–11), flute (track 9), mellotron (track 9), brass (track 10)
Zac Rae – synthesizer (tracks 2, 3, 7, 10, 16), strings (track 4), harpsichord (track 6), drums (tracks 7, 11), percussion (track 7), bass guitar (tracks 7, 11), electric guitar (track 7), piano (track 10), organ (tracks 11, 16), mellotron (track 16), guitar (track 16)
Patrick Warren – harmonium (track 3), synthesizer (tracks 3, 12, 14), waterphone (track 3), tack piano (track 10), strings (tracks 10, 12), piano (tracks 13), organ (track 13), bassoon (track 14), flute (track 14)
Mighty Mike – bongos (track 2), drums (tracks 3, 14, 16), percussion (tracks 3, 14, 16), keyboards (track 3), percussion (track 7)
David Levita – electric guitar (tracks 2, 7, 10, 12, 13, 16)
Trevor Yasuda – keyboards (tracks 5, 7, 9, 12, 13, 16)
Aaron Sterling – live drums (tracks 7, 11, 16), tambourine (track 11), percussion (track 16)
Tim Larcombe – electric guitar (track 4), drums (track 4), mellotron (track 4)
Metro Boomin – drums (track 10), percussion (10), synth bass (track 10)
Benny Blanco – drums (track 1), keyboards (track 1)
Max Martin – juno bass (track 2)
Ali Payami – drum programming (track 2)
Dan Heath – orchestra overture (track 3)
David Palmer – synthesizer (track 10)
Sean Hurley – bass (track 12)
T-Minus – cello (track 6), synth (track 6)
Boi-1da – drums (track 6), bass (track 6)
Jahaan Sweet – piano (track 6)
Andrew Joseph Gradwohl Jr. – synthesizer (track 6)
Berkay Birecikli – percussion (track 7)
Hector Delgado – effects (track 7)
Emile Haynie – drums (track 1), synthesizer (track 1)
Gary Ferguson – live drums (tracks 12, 14)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Pop


Trackliste:

1. Love (4:33)
2. Lust For Life (4:24)
3. 13 Beaches (4:55)
4. Cherry (3:00)
5. White Mustang (2:44)
6. Summer Bummer (4:20)
7. Groupie Love (4:24)
8. In My Feelings (3:58)
9. Coachella – Woodstock In My Mind (4:18)
10. God Bless America – And All The Beautiful Women In It (4:36)
11. When The World Was At War We Kept Dancing (4:35)
12. Beautiful People Beautiful Problems (4:13)
13. Tomorrow Never Came (5:07)
14. Heroin (5:55)
15. Change (5:21)
16. Get Free (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:12:07



„Lust For Life“ heißt das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Sängerin Lana Del Rey. Das Album wurde am 21. Juli 2017 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Die erste Singleauskopplung war der Titel „Love“ und erschien am 18. Februar 2017. Der Titeltrack mit dem kanadischen Sänger The Weeknd wurde am 19. April als zweite Single veröffentlicht. Das Album enthält zudem Gastauftritte von ASAP Rocky, Stevie Nicks, Sean Lennon und Playboi Carti. „Lust For Life“ wurde bei den sechzigsten Annual Grammy Awards für einen Grammy Award in der Kategorie Bestes Pop Vocal Album nominiert. Es ist Del Rey‘s zweite Nominierung in dieser Kategorie.

Auf „Lust For Life“ hört man wunderschönen und melodischen Pop, der sehr einfühlsam von der US-amerikanischen Sängerin vorgetragen wird. Die Stimme der Lana Del Rey klingt sanft, manchmal flüsternd, ein anderes Mal fast schon lasziv und sendet dabei immer eine gewisse Wärme aus. Die einzelnen Lieder wirken und gehen ins Ohr, hallen dort auch nach. Manche der Titel sind sehr zurückhaltend instrumentiert, das Tempo wird allgemein eher selten angezogen. Der kurze Rap auf „Summer Bummer“ sei hier verziehen und stellt eine Ausnahme dar. Ansonsten bekommt man auf dieser Platte sehr melancholischen bis sentimentalen Pop geboten.

Die Höhepunkte der Platte stellen die erste Singleauskopplung „Love“ dar. Das Lied klingt sehr melodiös und die schöne Stimme der Lana Del Rey kommt hier besonders gut zum Tragen. Dies gilt ebenfalls für die Nummer „13 Beaches“, die sanft mit Streichern eingeleitet wird und ein tieftrauriges Liebeslied zum Inhalt hat. Und schließlich ist da noch das Duett mit Stevie Nicks, „Beautiful People Beautiful Problems“. Auch diese ist ein sehr melodiöser Titel, der ebenfalls eine gehörige Menge an Moll-Akkorden für die Hörerinnen und Hörer bereithält.

Fazit: Mit „Lust For Life“ hat Lana Del Rey einmal mehr ein sehr schönes Pop-Album vorgelegt. Wer die sanfteren Töne in der Musik mag, die oder der wird auf diesem Album viel für sich entdecken. In über siebzig Minuten kann man sich in die sanfte und melancholische Welt der Lana Del Rey entführen lassen, in welcher schöne und jederzeit unaufgeregte Melodien das Ohr umspielen. Für Freundinnen und Freunde der sanften Töne bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Love, 13 Beaches, Beautiful People Beautiful Problems



Freitag, 28. September 2018

Wobbler – Rites At Dawn




Wobbler – Rites At Dawn


Besetzung:

Morten Andreas Eriksen – electric & acoustic guitars
Lars Fredrik Frøislie – keyboards, marxophone, backing vocals
Kristian Karl Hultgren – bass, saxophone, glockenspiel
Martin Nordrum Kneppen – drums
Andreas Strømman Prestmo – vocals


Gastmusiker:

Ketil Vestrum Einarsen – flute
Hanne Rekdal – bassoon


Label: Termo Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Lucid (1:41)
2. La Bealtaine (7:53)
3. In Orbit (12:30)
4. This Past Presence (6:09)
5. A Faerie's Play (5:16)
6. The River (10:04)
7. Lucid Dreams (2:21)

Gesamtspieldauer: 45:58




„Rites At Dawn“ heißt das dritte Studioalbum der norwegischen Progressive Rock Band Wobbler. Es erschien im Mai 2011 auf dem Plattenlabel Termo Records und enthält einige musikalische Anleihen berühmter englischer Bands des Progressive Rock aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wie Gentle Giant oder Yes. Nach dieser Scheibe legten Wobbler leider erst einmal eine längere Schaffenspause ein, die erst sechs Jahre später beendet wurde.

Die Musik auf „Rites At Dawn“ klingt durchgängig wunderschön locker und melodiös und geht ins Ohr. Immer wieder wird man an die progressive Musik der 70er Jahre erinnert. An Yes, Gentle Giant, manchmal sogar auch ein wenig an Genesis. Trotzdem kopieren die Norweger diese Bands nicht, die Musik klingt an jeder Stelle auf „Rites At Dawn“ eigenständig und eher wie eine Erweiterung der damaligen Lieder, denn wie eine Kopie. Dazu kommt auch der Umstand, dass Andreas Strømman Prestmo zum Teil relativ hoch singt und seine Stimme in solchen Momenten der von Jon Anderson gleicht. Die einzelnen Titel sind vielschichtig aufgebaut, selten „frickelig“, die Melodie steht bei den Norwegern immer sehr im Vordergrund. Dabei wachsen die einzelnen Nummern mit jedem Durchlauf der Platte und wirken anschließend noch überzeugender.

Höhepunkte der Platte sind die Titel „La Bealtaine“, „This Past Presence“, „The River“ und „Lucid Dreams“. Somit fast alle Lieder des Albums. Und im Grunde genommen hätten an dieser Stelle auch die restlichen drei Lieder angeführt werden können, denn auch diese stehen den anderen qualitativ in Nichts nach, was „Rites At Dawn“ zu einer rundum gelungenen Scheibe werden lässt. Gerade in den sanfteren Abschnitten können Wobbler dabei sehr überzeugen, da hier ihr Gespür für die schöne Melodie noch ein wenig mehr zum Tragen kommt.

Fazit: Eine sehr schöne und überzeugende RetroProg Platte ist „Rites At Dawn“ von Wobbler geworden. Musik, ganz im Stile und Sinne des englischen Progressive Rock der früheren 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es gibt viele Reminiszenzen zu anderen Bands zu erhören, die jedoch nie wie ein Plagiat sondern sehr viel eher nach einer Erweiterung der damaligen Musik klingen. Alle Hörerinnen und Hörer, die ihre musikalische Heimat im frühen Progressive Rock fühlen, werden mit „Rites At Dawn“ viel Freude haben. Sehr gelungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: La Bealtaine, This Past Presence, The River, Lucid Dreams