Donnerstag, 27. Dezember 2018

Bullet For My Valentine – Venom




Bullet For My Valentine – Venom


Besetzung:

Matt Tuck – vocals, guitar & bass
Michael "Moose" Thomas – drums, additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Michael "Padge" Paget – guitar, additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Jamie Mathias – bass, vocals


Gastmusiker:

Carl Bown – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Dan Brown – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Austin Dickinson – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Ryan Richards – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Stefan Whiting – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Jack Vallier – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Henry Boeree – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Rebekah Power – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Emma Gorman – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Lauren Metccalf – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Alice Williams – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Andrew Humphries – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"
Ginnie Breakwell – additional vocals on "You Want A Battle? (Here‘s A War)"


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Metalcore, Thrash Metal


Trackliste:

1. V (1:26)
2. No Way Out (3:53)
3. Army Of Noise (4:18)
4. Worthless (3:18)
5. You Want A Battle? (Here‘s A War) (4:14)
6. Broken (3:40)
7. Venom (3:54)
8. The Harder The Heart (The Harder It Breaks) (4:00)
9. Skin (3:59)
10. Hell Or High Water (4:36)
11. Pariah (3:47)

Bonus Tracks der Deluxe Edition:

12. Playing God (3:52)
13. Run For Your Life (3:34)
14. In Loving Memory (Demo Version) (4:02)
15. Raising Hell (4:35)

Gesamtspieldauer: 57:15




„Venom“ nannte die walisische Heavy-Metal-Band Bullet For My Valentine ihr fünftes Studioalbum, welches am 14. August 2015 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht wurde. Es war ihre zweite und zugleich letzte Veröffentlichung bei RCA. „Venom“ ist das erste Album der Band seit dem Weggang des Bassisten Jason James und gleichzeitig die letzte Platte, an der Schlagzeuger Michael Thomas beteiligt ist. Mit den Titeln „No Way Out“, „You Want A Battle? (Here‘s A War)“, „Army Of Noise“, „Venom“, „Worthless“ und „Skin“ wurden ganze sechs Lieder zusätzlich als Single veröffentlicht.

Heavy Metal mag ich durchaus, doch Bullet For My Valentine gehen noch einen Schritt weiter. Auf „Venom“ hört man keinen Heavy Metal und schon gar keinen Hard Rock mehr. Auf „Venom“ gibt es Thrash Metal auf die Ohren – und dies absolut unverfälscht und kompromisslos. Von Melodien kann man bei dieser Musik kaum mehr sprechen, genauso wenig geht von daher auch ins Ohr. Es ist die Härte, die die Musik der Waliser dominiert. Stakkato-artiger Gitarrensound und dazu manchmal Gesang, oftmals Geschrei. Irgendwie steige ich da leider aus, da ich keinerlei Unterschied zwischen den Liedern mehr erkenne. Es scheint wirklich nur mehr um Lautstärke und Schnelligkeit zu gehen, jedwede andere musikalische Feinheit geht dabei über Bord. Zum Headbanging definitiv zu schnell, wenn man keine Gehirnerschütterung riskieren möchte.

Höhepunkte auf „Venom“ zu benennen erscheint einigermaßen schwierig. Es klingt wahrlich alles, wirklich alles auf „Venom“ sehr ähnlich. Und nennt man die Deluxe Edition sein Eigen, auf der sich noch vier Zugaben befinden, so bekommt man zusätzlich vier weitere Titel geliefert, die ebenfalls wie der Rest der Platte klingen. Thrash Metal, absolut hart, laut klingend auch mit heruntergedrehtem Lautstärkeregler und schnell, sehr schnell. Um doch an dieser Stelle Lieder zu erwähnen, die zumindest einen guten Eindruck über den Rest der Platte vermitteln, seien an dieser Stelle die Lieder „You Want A Battle? (Here‘s A War)“, „Venom“ und „Hell Or High Water“ erwähnt. Aber Höhepunkte? Nein, diese Lieder klingen genauso schnell wie der Rest auf „Venom“.

Fazit: Thrash Metal klingt hart, sehr hart. Und genau das hört man auf „Venom“, dem fünften Studioalbum der walisischen Band Bullet For My Valentine. Melodien gibt es auf der Platte kaum zu hören, jedoch Härte und Schnelligkeit. Freundinnen und Freunde dieses musikalischen Genres wird das gefallen, alle anderen werden sich mit dieser Art der Musik sehr schwer tun. Sorry, ich auch, trotzdem hat „Venom“ etwas, was irgendwie aggressiv macht. Zum Abreagieren toll geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: You Want A Battle? (Here‘s A War), Venom, Hell Or High Water



Mittwoch, 26. Dezember 2018

Moorea Masa & The Mood – Shine A Light




Moorea Masa & The Mood – Shine A Light


Besetzung:

Moorea Masa – guitar, vocals
André J. Zapata – bass (exept 1, 3, 8)
Christopher Johnedis – drums
Margaret Wehr – harmony vocals
Mel Guérison – harmony vocals
Steve Watkins – rhodes, moog, hammond organ, piano


Gastmusiker:

Jeremy Most – all other instruments
Catherine Feeny – harmony vocals (2, 3, 8)
Sam Howard – bass (1, 3, 8)
Ural Thomas – vocals (6)
Jon Neufeld – guitar (6, 9)
Lauren Steele – spoken word & vocals (9)
Tonya Abernathy – vocals (9)


Label: Moorea Masa & The Mood


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Soul, R&B


Trackliste:

1. The Garden (4:32)
2. Be Somebody (3:10)
3. Ever Moving (3:15)
4. I Can’t Tell (3:44)
5. Natures Song (4:09)
6. Don’t Let Me Run (3:47)
7. Wanna Be Close (3:55)
8. Conversation (4:11)
9. Wake Up // Lover Be Found (4:55)
10. Shine A Light (3:51)

Gesamtspieldauer: 39:33



Moorea Masa ist eine US-amerikanische Sängerin aus Portland, Oregon, Tochter eines italienischen Einwanderers und einer Afroamerikanerin, die zunächst die USA verließ, um am Liverpool Institute for Performing Arts in England zu studieren. Anschließend kehrte sie nach mehreren Umwegen wieder nach Portland zurück und startete dort ihre musikalische Karriere. Am 19. Oktober 2018 veröffentlichte sie mit ihrer Band The Mood ihr Debut-Album unter dem Titel „Shine A Light“.

Darauf zu hören ist eine Mischung aus R&B sowie Soul und auch poppige Einflüsse lässt die Künstlerin auf „Shine A Light“ nicht zu kurz kommen, die sich auf den meisten Stücken des Albums auch kompositorisch einbrachte. Gerade diese etwas poppigeren Stücke können dabei auch ein breiteres Publikum überzeugen, wobei die souligen Nummern die Herzen entsprechender Freundinnen und Freunde höherschlagen lassen werden. Gelungen klingt das in der jeweiligen Ausführung allemal und in der Kombination dieser beiden musikalischen Genres bietet das Album eine ganze Menge Abwechslung. Abwechslung, auf welche Anhänger dieses oder jenes Stils jedoch bei dem ein oder anderen Lied vielleicht gerne verzichten würden, wenn dafür „ihre“ Musik mehr zu hören wäre.

Die Musik auf „Shine A Light“ geht ins Ohr, klingt jederzeit eingängig und melodiös. Auch die Stimme der Moorea Masa weiß dabei zu überzeugen, umschmeichelt das Ohr sehr abwechslungs- und variantenreich. In Kombination mit der Musik entsteht so eine sanfte Atmosphäre, die Hörerin und Hörer weich umfließt und sanft zu betten scheint. Sehr relaxt klingt das in seiner Gesamtheit und mit einem Groove versehen, der sehr viel Lässigkeit verströmt.

Fazit: Das erste Album, welches Moorea Masa mit ihrer Band The Mood einspielt, hält etwas für Freunde des Soul wie für jene des Pop bereit. Zumeist sanfte Musik umspielt das Ohr, eingängig und melodiös. Die Stimme der Sängerin überzeugt, der Groove der Musik ebenso. Nicht ganz einheitlich präsentiert sich die Musik der US-Amerikanerin, was jedoch dazu führt, dass viele Hörerinnen und Hörer auf „Shine A Light“ etwas für sich finden werden. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Conversation, Wake Up // Lover Be Found



Dienstag, 25. Dezember 2018

Roxy Music – Avalon




Roxy Music – Avalon


Besetzung:

Bryan Ferry – lead vocals, keyboards, guitar synthesizer
Andy Mackay – saxophones
Phil Manzanera – lead guitar


Gastmusiker:

Neil Hubbard – guitars
Andy Newmark – drums (all tracks but 8 and 10)
Rick Marotta – drums (on track 8)
Suzanne Ciani – synthesizers (on tracks 1, 2, 3, 4, 6, 7 and 8)
Alan Spenner – bass guitar (on tracks 1, 3, 4, 5, 6, 8 and 10)
Neil Jason – bass guitar (on tracks 2, 6, 7 and 9)
Paul Carrack – piano (on track 8)
Jimmy Maelen – percussion (on tracks 1, 2, 3, 5, 7 and 9)
Kermit Moore – cello (on track 8)
Fonzi Thornton – backing vocals (on tracks 1, 2, 3, 5, 6, 7 and 9)
Yanick Etienne – backing vocals (on track 3)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop Rock, Art Pop


Trackliste:

1. More Than This (4:30)
2. The Space Between (4:30)
3. Avalon (4:16)
4. India (1:44)
5. While My Heart Is Still Beating (3:26)
6. The Main Thing (3:54)
7. Take A Chance With Me (4:42)
8. To Turn You On (4:16)
9. True To Life (4:25)
10. Tara (1:43)

Gesamtspieldauer: 37:31




„Avalon“ nannte die englische Rockband Roxy Music ihr achtes und gleichzeitig letztes Studioalbum, welches im Mai 1982 auf den Plattenlabels E.G. Records und Polydor erschien. Die remasterte Wiederveröffentlichung erschien auf dem Label Virgin Records. „Avalon“ war das erfolgreichste Studioalbum der Band, erreichte für drei Wochen Platz 1 in Großbritannien und blieb dort über ein Jahr lang in den Albumcharts vertreten. Obwohl „Avalon“ in den Vereinigten Staaten nur bis auf Platz 53 der Charts kletterte, verkaufte es sich über einen langen Zeitraum hinweg und wurde zum einzigen Millionenverkauf der Band in den USA und dort schließlich mit Platin ausgezeichnet. Die Single „More Than This“ ging dem Album voraus und wurde zu einem Top-10-Hit in Großbritannien, Australien und mehreren europäischen Ländern. Der Titeltrack wurde als zweite Single des Albums veröffentlicht und erreichte die UK Top 20. Schließlich folgte als dritte Auskopplung noch „Take A Chance With Me“, platzierte sich unter den Top 30 und stellt damit den bisher letzten UK-Single-Hit von Roxy Music dar.

Ihre Art des eingängigen Pops hatte Roxy Music und Bryan Ferry auf „Avalon“ zur Perfektion gebracht. Jedes Lied klingt auf der Scheibe und ist ein Pop-Stück, welches keinem „weh tut“, allerdings auch nicht mehr so richtig zu überzeugen weiß. Ein klein wenig läuft die Scheibe durch, ganz nett an der einen oder anderen Stelle, doch richtig begeistern kann die Platte nicht mehr. Vieles auf „Avalon“ hört sich einfach zu glattgebügelt, zum Teil auch zu oberflächlich an. Die beiden kurzen Nummern „India“ und „Tara“ stellen dabei lediglich kurze Auflockerungen dar und sind eher im sphärischen Bereich angesiedelt. Nach Indien klingt „India“ zum Beispiel nicht.

Höhepunkte auf Avalon sind die Lieder „More Than This“, das Titelstück selbst, sowie die beiden kurzen Einschübe, da sie etwas aus der Reihe tanzen und zumindest ein klein wenig aufhorchen lassen – besonders „Tara“. „Take A Chance With Me“ klingt ebenfalls ganz nett, „True To Life“ wenigstens noch ansatzweise interessant. Ansonsten ist alles auf dieser Scheibe irgendwie maximal noch Durchschnitt, da es zum Teil fast ein wenig anbiedernd klingt und auf den schnellen Erfolg hinproduziert zu sein scheint. Der Erfolg sollte Bryan Ferry und seinen Mitmusikern Recht geben.

Fazit: Das letzte Studioalbum von Roxy Music war ihr erfolgreichstes. Leider ist es auch die uninteressanteste Platte der Band geworden. Vieles wurde auf „Avalon“ auf die schnelle Eingängigkeit hin getrimmt, ohne dabei allerdings besonders originell zu klingen oder noch einen besonderen Titel hervorzubringen. Sicherlich ist „Avalon“ kein schlechtes Album geworden, jedoch ein langweiliges. Sieben Punkte.

Anspieltipps: More Than This, Take A Chance With Me, True To Life, Tara



Montag, 24. Dezember 2018

Focus – Moving Waves




Focus – Moving Waves


Besetzung:

Thijs van Leer – Hammond organ, piano, mellotron, harmonium, flutes, non-lexical vocables, vocals (track 4)
Jan Akkerman – guitars, bass guitar
Cyril Havermans – bass guitar, non-lexical vocables (track 6)
Pierre van der Linden – drums, percussion


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Le Clochard (2:01)
3. Janis (3:08)
4. Moving Waves (2:42)
5. Focus II (4:03)
6. Eruption (23:02)
1) Orfeus
2) Answer
3) Orfeus
4) Answer
5) Pupilla
6) Tommy
7) Pupilla
8) Answer
9) The Bridge
10) Euridice
11) Dayglow
12) Endless Road
13) Answer
14) Orfeus
15) Euridice

Gesamtspieldauer: 41:40




„Moving Waves“ nannte die niederländische Rockband Focus ihr zweites Studioalbum, welches im Oktober 1971 ursprünglich auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Nach dem Weggang von Martin Dresden und Hans Cleuver im Anschluss an die erste Scheibe der Band, stießen Cyril Havermans am Bass und Pierre van der Linden am Schlagzeug zu Focus hinzu. „Moving Waves“ enthält mit dem Lied „Hocus Pocus“ die erfolgreichste Single der Niederländer und mit „Eruption“ einen 23-minütigen Track nach der Oper „Euridice“ des Italieners Jacopo Peri. Die Platte stellt das kommerziell erfolgreichste Album der Band dar und erreichte Platz 2 in den UK Albums Chart und Platz 8 in den US Billboard 200.

Seltsam klingt das Ganze durchaus, zumindest beim Opener „Hocus Pocus“. Welche Band oder welcher Sänger jodelt sonst noch, wenn er nicht der alpenländischen Folklore oder dem tiefsten Western & Country frönt? Natürlich wird noch viel mehr auf der Welt gejodelt, nur wenn dies in der Rock Musik, der aus den Niederlanden speziell zu hören ist, dann klingt dies zumindest zunächst einmal überraschend. Schließlich gibt es noch weitere recht komische und menschliche Laute auf diesem Stück zu hören, das Ganze verpackt in ein Hard Rock Lied. Na, wenn das mal nicht Eindruck hinterlässt und eingängig ist es zudem auch noch. Zwar ist diese Nummer alles andere als typisch für Focus, doch wird das Bild der Band sehr stark auch durch dieses Lied geprägt.

Die nächsten beiden Nummern, „Le Clochard“ und „Janis“, stellen dann sanfte und verträumte Instrumentalstücke dar, die mich an die ersten Solo-Veröffentlichungen von Steve Hackett erinnern. Freilich waren Focus mit „Moving Waves“ allerdings bereits einige Jahre vor Steve Hackett in seiner Solo-Karriere aktiv. Das Titellied enthält nun auch Gesang, die sehr sanfte, nachdenkliche, fast schon zerbrechliche Stimmung bleibt allerdings erhalten. „Focus II“ ist im Anschluss daran schließlich erneut ein Instrumentalstück, welches jetzt durchaus progressive Abschnitt aufweist und aus mehreren verschiedenen Teilen zusammengesetzt ist.

Die ganze ehemalige zweite Seite der Platte nahm das Lied „Eruption“ ein. Inspiriert durch die Oper „Euridice“ des Italieners Jacopo Peri. Opernmusik hört man hier natürlich nicht, sondern eine sehr abwechslungsreiche und instrumentale Reise durch Landschaften progressiver Musik. Da wird mal mehr gerockt, mal mehr durch diverse Sphären geschwebt. Melodiösität und Eingängigkeit stehen dabei zumeist im Vordergrund, auch wenn diese nicht an jene in den Longtracks zum Beispiel der englischen Kollegen von Yes oder Genesis heranreichen. Trotzdem lässt sich das gut anhören, ist kurzweilig und unterhält.

Fazit: Ein hauptsächlich instrumental gehaltenes Album ist „Moving Waves“ von Focus geworden. Klassischen progressiven Rock gibt es darauf zu hören, der ins Ohr geht, abwechslungsreich ist und so manche Überraschung für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat hält. Wer den Progressive Rock der frühen 70er Jahre mag, die oder der sollte diese Platte mal gehört haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Eruption und der Rest



Sonntag, 23. Dezember 2018

The Cure – Pornography




The Cure – Pornography


Besetzung:

Robert Smith – vocals, guitar, keyboards ("One Hundred Years", "The Hanging Garden", "Cold", "Pornography"), cello ("Cold")
Simon Gallup – bass guitar, keyboards ("A Strange Day", "Cold", "Pornography")
Lol Tolhurst – drums, keyboards ("One Hundred Years")


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Gothic Rock, New Wave


Trackliste:

1. One Hundred Years (6:41)
2. A Short Term Effect (4:22)
3. The Hanging Garden (4:34)
4. Siamese Twins (5:28)
5. The Figurehead (6:15)
6. A Strange Day (5:03)
7. Cold (4:26)
8. Pornography (6:27)

Gesamtspieldauer: 43:19




„Pornography“ heißt das vierte Studioalbum der britischen Gothic Rock- und New Wave Band The Cure. Am 4. Mai im Jahr 1982 erschien das Album auf dem Plattenlabel Fiction Records. Kurz zuvor war die Nicht-Album-Single „Charlotte Sometimes“ veröffentlicht worden. Die Aufnahmen zu Platte gestalteten sich einigermaßen schwierig, was nicht am neuen Produzenten Phil Thornalley lag. Starker Drogenkonsum, Kämpfe untereinander und die Depression des Robert Smith bestimmen den musikalischen wie textlichen Inhalt auf „Pornographie“. Gleichzeitig bildet das Album den Abschluss der frühen dunklen, düsteren musikalischen Phase von The Cure, die 1980 mit „Seventeen Seconds“ begonnen hatte.

Düster und fast schon hoffnungslos klingt Vieles auf „Pornographie“. Bestes Beispiel hierfür ist der Titel „The Figurehead“, auf dem zu sehr dunkler Musik Robert Smith zig Mal wiederholt „I will never be clean again!“. Das klingt nach Endzeit, nach purer Verzweiflung und eben Hoffnungslosigkeit. Sehr viel dieser tristen Atmosphäre wird mit jedem der acht Lieder transportiert, Hoffnungsschimmer lassen sich keine ausmachen, alles versinkt im Grau. Für Leute, die auf den Untergang stehen ist „Pornography“ natürlich ein Feiertag, für alle anderen wird es dagegen schwieriger – deutlich schwieriger.

Jedoch trotz aller Dunkelheit wollen die Titel auf „Pornography“ doch etwas besser ins Ohr gehen, als noch auf dem Vorgänger-Album „Faith“. Die Melodien sind ein wenig eingängiger geraten, auch wenn man kaum in die Situation kommt, diese mitsummen zu wollen. Doch das Gehörte verfestigt sich mehr. Gut gelingt das beim bereits erwähnten „The Figurehead“ und der Nummer „Cold“, die mittels eines wabernden Synthesizer-Teppichs und dem Klang eines Cellos noch mehr hoffnungslose Gänsehaut produziert. Der Titeltrack „Pornography“ ist dagegen ein Parforce-Ritt durch den Untergang. Verwirrend und verstörend und letztendlich dann erlösend, wenn er abrupt endet.

Fazit: Das dritte sehr dunkle Album in einer Reihe ist „Pornography“ geworden. Nach der Veröffentlichung verließ Simon Gallup die Band, die folgenden Platten waren anschließend sehr viel mehr vom New Wave geprägt und klangen deutlich fröhlicher. Ob diesbezüglich ein Zusammenhang besteht, weiß ich nicht. „Pornography“ ist auf alle Fälle für jene Hörerinnen und Hörer gedacht, die Synthesizer-lastigen Gothic Rock mögen, der durchgängige Tristesse verströmt. Wie mag sich das wohl anfühlen, wenn man dieses Album an einem sonnigen Tag am Strand unter grünen Palmen und blauem Himmel hört? Vielleicht setzt dann eine herabfallende Kokosnuss diesem ganzen Widerspruch ein Ende? Wer weiß. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Figurehead, Cold



Samstag, 22. Dezember 2018

Pure Phase Ensemble 6 – Live At SpaceFest!




Pure Phase Ensemble 6 – Live At SpaceFest!


Besetzung:

Anton Newcombe – vocals, guitar, mellotron
Emil Nikolaisen – guitar
Karol Schwarz – guitar, vocals
Olga Masłowska – keyboard, vocals
Maciej Karmiński – drums
Marcin Lewandowski – bass
Jakub Zwirełło – guitar
Kacper Graczyk – electronic beats, synthesizers, backing vocals


Label: Nasiono Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Elektronische Musik, Psychedelic Rock, Independent Rock


Trackliste:

1. Intro (3:12)
2. Sorry Not Sorry (4:52)
3. Popol Vuh (9:46)
4. Balwan (6:47)
5. Tetno Pulsu (8:01)
6. God Drugs (6:16)
7. Warmin Up (1:05)
8. Getting Bored (4:17)

Gesamtspieldauer: 44:17




Das Pure Phase Ensemble hatte im Dezember 2016 den US-amerikanischen Sänger, Songwriter, Multi-Instrumentalisten, Produzenten und Gründer der Musikgruppe The Brian Jonestown Massacre Anton Alfred Newcombe zu Gast. Von der Besetzung des diesjährigen Pure Phase Ensemble war vom letzten Jahr lediglich Gitarrist und Sänger Karol Schwarz übrig geblieben. Ansonsten wurde die Vorgehensweise der letzten Jahre erneut aufgegriffen. Wieder fand in der ersten Dezemberwoche das SpaceFest Musikfestival in Danzig statt. Erneut trafen im Vorfeld dieser Veranstaltung Musiker aufeinander, die vorher noch nicht zusammengespielt hatten. Diese komponierten in einer Art Workshop Musik, welche sie anschließend live auf dem Festival einem Publikum präsentierten. Das Ergebnis können Interessierte ab Ende September 2017 in Form des Albums „Pure Phase Ensemble 6, Feat. Anton Newcombe Live At SpaceFest!“ nachhören.

Erneut ist die Musik der zusammengestellten Formation eine sehr atmosphärische und dichte geworden. Auch auf der sechsten Veröffentlichung dieses Projekts steht oft der sphärische Klang im Vordergrund. Ein breiter und warmer Synthesizer-Teppich wird durch diverse Zutaten mit Klang und Leben erfüllt, welche sehr intensiv aus den Boxen strömen. Dabei wirkt das Ergebnis – trotz der kurzen Entstehungszeit – keineswegs unausgegoren oder oberflächlich. Solch ein Lied wie „Popol Vuh“ erklingt voller einnehmender Atmosphäre und hüllt Hörerin wie Hörer stimmungsvoll ein.

Doch die Band kann in dieser Zusammensetzung auch rocken, wie solch Lieder wie „Balwan“ oder „Getting Bored“ eindrücklich zeigen. Hier bewegen sich die Musiker dann schon deutlich mehr auf dem Terrain des Alternative Rock. Es gibt eine Melodie und der Rhythmus prescht nach vorne, welcher die Füße animiert mitzuwippen. Wieder ganz anders klingt das Pure Phase Ensemble schließlich bei dem Stück „Tetno Pulsu“. Jetzt stehen elektronische Klänge im Vordergrund, die von einem wummernden Bass begleitet werden. Die Musiker experimentieren, testen aus. Passend zu diesen, zum Teil harten und kalten Klängen, erklingt hier die polnische Sprache, die sich ebenfalls alles andere als weich anhört und den Eindruck des Liedes noch bestens verstärkt. Der Titel „God Drugs“ ist dagegen ein zunächst lange instrumental gehaltenes Lied. Dieses beginnt schräg und quer, um schließlich in einer Art melodiösem Bombast zu münden, welcher mit sehnsüchtigem Gesang, dieses Mal wieder in Englisch, angefüllt wird. Somit wird dieses Album zu einer kleinen Achterbahnfahrt, die nach jeder Kurve einiges an Überraschungen parat hält.

Fazit: Eine absolut abwechslungsreiche Scheibe ist die sechste Veröffentlichung des Pure Phase Ensembles geworden. Mehrere musikalische Stile gibt es auf diesem Album zu hören, die mitunter weit über den Status eines Experiments hinausreichen. Gerade die Instrumentalpassagen, atmosphärisch dicht gepackt, machen sehr viel Spaß auf „Pure Phase Ensemble 6, Feat. Anton Newcombe Live At SpaceFest!“ Zehn Punkte.

Anspieltipps: Popol Vuh, God Drugs, Getting Bored



Freitag, 21. Dezember 2018

Datashoc – Kräuter der Provinz




Datashoc – Kräuter der Provinz


Besetzung (ohne Instrumentenangaben):

Ulf Schütte
Christian Berghoff
Pascal Hector
Jan Werner
Sebastian Haas
Jan Stütz
Ruth-Maria Adam
Ronnie Oliveras


Label: Bureau B


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Ambient, Elektronische Musik


Trackliste:

1. Hullu Gullu, wir liefern Shizz (6:10)
2. Wenn alle wollen, will uch auch! (11:05)
3. Im Zuchtstall der Existenzhengste (16:12)
4. Spirituelle Enthaltsamkeit im Sandwichverfahren (12:43)
5. Schönster Gurkenschwan (11:44)
6. Marodierende Sachbearbeiter aus Teilzeit (7:50)
7. Halb-Halb, wie ein guter Kloß (12:56)

Gesamtspieldauer: 1:18:43




Im Jahr 2003 wurde Datashoc gegründet. Dies ist eine Ansammlung von Musikern, die im Fluss ist, wie der häufige Wechsel der beteiligten Personen aufzeigt. Die Musiker treffen sich und musizieren zusammen, so entstehen Improvisationen, die sich häufig im Bereich des Ambient bewegen, fast keine Melodien aufweisen und jede Menge Atmosphäre transportieren. Und genauso klingt auch das im Dezember des Jahres 2014 aufgenommene Album „Kräuter der Provinz“, welches dieses Jahr im Mai auf dem Plattenlabel Bureau B veröffentlicht wurde.

Irgendwo zwischen Psychedelic und Ambient angesiedelt, betiteln die Musiker ihre Improvisationen selbst mit „Neo-Hippie-Spook-Folk“. Das klingt ganz nett und interessant, die Worte einzeln betrachtet höre ich jedoch nicht alle auf „Kräuter der Provinz“ – einzig etwas „spooky“ klingt es schon ab und an auf dem Album, und zwar immer dann, wenn es sehr sphärisch wird. Oftmals entsteht allerdings auch durch die Mischung diverser Komponenten etwas ganz Neues. Doch auch dieser Ansatz will sich mir leider auf „Kräuter der Provinz“ nicht erschließen. Hinter den wahrlich witzigen Lied-Titeln verstecken sich mal rhythmischere, mal sphärischere Nummern, die neben der Atmosphäre leider manchmal auch deutlich zu viel dieser Sphäre transportieren und dann Gefahr laufen in ein wenig Langeweile abzudriften.

Trotzdem schmecken die „Kräuter der Provinz“ an mancher Stelle auch würzig und gehaltvoll. Am überzeugendsten für mich im „Zuchtstall der Existenzhengste“. Hypnotisierende Redundanzen treffen auf indische Klänge und beim Hören scheint das eigene Karma zu leuchten, wenn man die Musik nur tief genug eindringen lässt. Auch „Hullu Gullu, wir liefern Shizz“ kann da überzeugen. Deutlich rhythmischer geartet als die meisten anderen Titel des Albums, kommt diese Nummer dem Genre „Krautrock“, wie man es von langen Instrumentalpassagen bei Grobschnitt oder Jane kennt, am nächsten. Ab dem Titel „Spirituelle Enthaltsamkeit im Sandwichverfahren“ steht dann doch eher das Genre Ambient im Zentrum der Musik. Es „tut sich nicht mehr viel“, dafür klingt es umso atmosphärischer.

Fazit: „Kräuter der Provinz“ klingt zweigeteilt. Die ersten drei Titel sind rhythmischer geraten, auch ein wenig abwechslungsreicher. Ab der vierten Nummer dominiert die stimmungsvolle Sphäre. Interessant klingt das schon, nicht durchgängig, jedoch immer wieder. Acht Punkte.

Anspieltipps: Im Zuchtstall der Existenzhengste, Hullu Gullu wir liefern Shizz



Donnerstag, 20. Dezember 2018

Man – Rhinos, Winos And Lunatics




Man – Rhinos, Winos And Lunatics


Besetzung:

Micky Jones – guitar, vocals
Deke Leonard – guitar, vocals
Malcolm Morley – guitar, keyboards, vocals
Ken Whaley – bass
Terry Williams – drums, vocals


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Taking The Easy Way Out Again (4:22)
2. The Thunder And Lightning Kid (5:17)
3. California Silks And Satins (4:40)
4. Four Day Louise (6:04)
5. Intro (0:44)
6. Kerosene (6:29)
7. Scotch Corner (9:04)
8. Exit (1:13)

Gesamtspieldauer: 37:57



„Rhinos, Winos And Lunatics“ heißt das siebte Studioalbum der walisischen Rockband Man und wurde im Mai 1974 ursprünglich auf dem Plattenlabel United Artists Records veröffentlicht. Das Album konnte sich vier Wochen in den britischen Albumcharts platzieren und kletterte dort bis auf Platz 24. Wieder mal hatte es eine Veränderung in der Besetzung der Band gegeben. Deke Leonard war zu Man zurückgekehrt und hatte mit Malcolm Morley und Ken Whaley gleich zwei Musiker der Band Help Yourself mitgebracht, bei der er sich während seiner Abwesenheit von Man engagierte.

Auch auf „Rhinos, Winos And Lunatics“ gibt es zunächst lediglich am Rande Töne in Richtung Psychdelic Rock oder Progressive Rock zu hören. Sehr viel häufiger ist das eher konventionelle Rock-Musik, die man auf dieser Platte geboten bekommt. Allerdings klingen die Lieder gerade gegen Ende der Scheibe dann doch eingängiger, spannender und hörenswerter, als noch zu Beginn dieses Albums. Beginnt „Rhinos, Winos And Lunatics“ relativ bieder, so steigert sich die Musik im weiteren Verlauf deutlich.

Die beiden Stücke „Kerosene“ und „Scotch Corner“ stellen dabei die Höhepunkte des Albums dar. Die Musik geht ins Ohr und lange Instrumentalpassagen animieren zum Mitwippen der Füße. Dazu weisen die Titel sehr schön arrangierte Gesangspassagen auf, vollführen einige Wendungen und heben sich auch dadurch deutlich von eher unscheinbaren Rock-Nummern ab. Diese beiden Titel münden in Jam-artigen und langen Abschnitten, die weit über den Durchschnitt herausreichen. Hier streift die Musik, der Waliser nun erneut und wieder deutlicher als auf manch Vorgängeralbum das Genre des Progressive Rock und lässt die Platte schließlich mit „Exit“ auch überzeugend ausklingen.

Fazit: Die Rückkehr des Gitarristen Deke Leonard hat der Musik von Man sehr gut getan. Die Lieder klingen gegen Ende auf „Rhinos, Winos And Lunatics“ nicht nur melodiöser und eingängiger, sondern auch sehr viel spannender, als auf manch anderer Veröffentlichung der walisischen Band. Ist die ehemalige erste Seite der Platte noch eher eine langweilige Angelegenheit, so punkten Man mit ihren langen Instrumentalpassagen auf der zweiten Seite umso deutlicher. Lohnt wieder. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Kerosene, Scotch Corner



Mittwoch, 19. Dezember 2018

Leonard Cohen – Popular Problems




Leonard Cohen – Popular Problems


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Patrick Leonard – keyboards
Joe Ayoub – bass
Brian MacLeod – drums
Alexandru Bublitchi – violin
James Harrah – guitar
Charlean Carmon – backing vocals
Dana Glover – backing vocals
Donna De Lory – backing vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Folk Pop


Trackliste:

1. Slow (3:25)
2. Almost Like The Blues (3:28)
3. Samson In New Orleans (4:39)
4. A Street (3:32)
5. Did I Ever Love You (4:10)
6. My Oh My (3:36)
7. Nevermind (4:39)
8. Born In Chains (4:55)
9. You Got Me Singing (3:32)

Gesamtspieldauer: 36:00




„Popular Problems“ nannte der kanadische Sänger und Songschreiber Leonard Cohen sein dreizehntes Studioalbum. Es erschien am 19. September 2014 auf dem Plattenlabel Columbia Records und ist einmal mehr mit dieser warmen und sanften Musik angefüllt, die von einem sonoren Sprechgesang begleitet wird. In vielen Ländern kletterte das Album bis auf Platz 1 der Charts, in Deutschland erreichte es immerhin Platz 4.

Sehr häufig kommt auf „Popular Problems“ weiblicher Hintergrundgesang zum Einsatz. Mal hört man die Sängerinnen im Chor, mal auch einzeln. Dieses Stilmittel wird auf dem Album fast schon inflationär eingesetzt, wobei hier „etwas weniger“ sicherlich interessanter gewesen wäre. Trotzdem wirkt die Musik auf „Popular Problems“ sogar noch ein wenig intensiver, als noch auf dem Vorgängeralbum „Old Ideas“. Die Stimme des Leonard Cohen klingt rauer, sogar gebrochener und lässt die einzelnen Titel dabei noch etwas packender wirken. Diese gehen erneut ins Ohr, umschmeicheln dieses sanft und bilden den perfekten Abschluss für einen aufregenden Tag.

Mit „My Oh My“ enthält „Popular Problems“ auch wieder eines dieser ganz besonderen Lieder, die die Musik des Leonard Cohen ebenfalls auszeichnen. „My Oh My“ ist ein Lied, welches bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht, ein Lied, welches aufhorchen lässt. Genial dabei auch die Bläsereinsätze, die dem Titel diese wunderschöne Entspanntheit verleihen. Auch die restlichen Nummern auf „Popular Problems“ wirken, lediglich das „My Oh My“ nachfolgende „Nevermind“ klingt in meinen Ohren etwas zu synthetisch, etwas monoton, mit zu viel Hintergrundgesang ausgestattet und nicht mehr ganz so überzeugend. Dazu gesellen sich noch arabische Töne, aber das ist ganz gewiss Geschmackssache, bei mir mag es eben leider nicht zünden.

Fazit: Auch mit „Popular Problems“, seinem dreizehnten Studio-Album, ist Leonard Cohen eine sehr überzeugende Scheibe gelungen. Man hört darauf den für den Kanadier so typischen Sound, sanfte Musik, die von seiner ausdrucksstarken Stimme dominiert wird. Mit „My Oh My“ ist zudem ein wunderschöner Ohrwurm enthalten, der diese Platte nochmals hörenswerter werden lässt. Neun Punkte.

Anspieltipps: My Oh My



Dienstag, 18. Dezember 2018

Lou Reed – Coney Island Baby




Lou Reed – Coney Island Baby


Besetzung:

Lou Reed – vocals, rhythm guitar, piano


Gastmusiker:

Bob Kulick – lead and slide guitar
Bruce Yaw – acoustic bass, electric bass
Michael Suchorsky – drums, percussion
Joanne Vent – background vocals
Michael Wendroff – background vocals
Godfrey Diamond – background vocals


Zusätzliche Musiker der Bonus Tracks:

Doug Yule – bass on bonus tracks 2, 4-6, guitar on bonus tracks 4-6
Bob Meday – drums on bonus tracks 2, 4-6
Michael Fonfara – keyboards on bonus tracks 2, 4-6


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Glam Rock


Trackliste:

1. Crazy Feeling (2:54)
2. Charley’s Girl (2:39)
3. She’s My Best Friend (6:00)
4. Kicks (6:04)
5. A Gift (3:45)
6. Ooohhh Baby (3:46)
7. Nobody's Business (3:49)
8. Coney Island Baby (6:46)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung zum 30. Jubiläum:

9. Nowhere At All (aufgenommen am 18. & 21. 1975 November in den Mediasound Studios, NYC) (3:17)
10. Downtown Dirt (aufgenommen am 3. & 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (4:18)
11. Leave Me Alone (aufgenommen am 19, & 20. Oktober 1975 in den Mediasound Studios, NYC) (5:35)
12. Crazy Feeling (aufgenommenam 3. & 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (2:39)
13. She’s My Best Friend (aufgenommen am 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (4:08)
14. Coney Island Baby (aufgenommen am 6. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (5:41)

Gesamtspieldauer: 1:01:28




„Coney Island Baby“ nannte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein sechstes Solo-Album. Dieses erschien am 19. Januar 1976 auf dem Plattenlabel RCA Records. „Coney Island Baby“ ist noch ein wenig mehr ein bluesiges Rock-Album geworden, als die ersten Solo-Platten des Lou Reed, nehmen wir mal den direkten Vorgänger „Metal Machine Music“ aus, der in ganz anderen Bereichen fischte. Viele der Lieder auf „Coney Island Baby“ wurden inspiriert durch die damalige Freundin und Muse Lou Reeds, einer Transgender-Frau namens Rachel, und sind ihr auch gewidmet.

Entgegen anderslautenden Meinungen klingt die Platte für mich allerdings keinesfalls romantisch und auch kaum nach Liebesbekundungen. Jedoch muss man diese Aussage einschränken, denn die Texte gehen eindeutig in jene Richtung, wollen allerdings nicht so richtig zur Musik auf „Coney Island Baby“ passen. Die Musik klingt rockig und auch vom Blues angehaucht, doch mag irgendwie nichts so recht ins Ohr gehen von dieser Scheibe. Vielmehr läuft die Musik einfach nur durch und bleibt dabei kaum hängen. Kein Lied, an das man sich länger erinnert. Leider auch kein Lied, an das man sich wirklich auch länger erinnern möchte.

Das wiederum bedeutet nicht, dass sich auf „Coney Island Baby“ schlechte Musik befinden würde. Allerdings ist das Album mit Liedern angefüllt, die einfach nicht zünden und dabei zumeist auch noch langweilen. Um an dieser Stelle doch ein paar Lieder herauszuheben, sei die Nummer „She‘s My Best Friend“ erwähnt, ein langsamer Titel, der behäbig dahinplätschert und dabei durchaus unterhält. Das Lied „A Gift“ unterhält vor allen Dingen durch seinen etwas ironisch gehaltenen Text. Musikalisch plätschert der Titel ebenfalls ruhig dahin. Das eindrucksvollste Lied des Albums befand sich ursprünglich noch nicht mal auf der Platte und ist Bestandteil der Zugaben der Ausgabe zum 30. Jubiläum von „Coney Island Baby“. „Downtown Dirt“ ist ein sehr ruhiges und dunkles Lied, welches seine Atmosphäre intensiv transportiert.

Fazit: „Coney Island Baby“ ist ganz bestimmt nicht das beste Album des Lou Reed geworden. Bluesiger Rock oder rockiger Blues, ganz wie man mag. Das Problem der Scheibe ist das Liedmaterial, welches einfach weder ins Ohr gehen will noch sonst irgendwie spannend klingt. Alles läuft so durch, ohne etwas zu hinterlassen. Man könnte das ganze Album auch mit „langweilig“ betiteln – falsch wäre das nicht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: She‘s My Best Friend, A Gift, Downtown Dirt



Montag, 17. Dezember 2018

Mark Knopfler – Tracker




Mark Knopfler – Tracker


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar


Gastmusiker:

Guy Fletcher – keyboards, vocals
Bruce Molsky – fiddle, rhythm guitar, banjo
John McCusker – fiddle, cittern
Michael McGoldrick – whistle, wooden flute
Phil Cunningham – accordion
Glenn Worf – bass guitar
Ian Thomas – drums
Nigel Hitchcock – saxophone
Tom Walsh – trumpet
Ruth Moody – vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Rock, Folk


Trackliste:

1. Laughs And Jokes And Drinks And Smokes (6:40)
2. Basil (5:44)
3. River Towns (6:16)
4. Skydiver (4:38)
5. Mighty Man (5:55)
6. Broken Bones (5:30)
7. Long Cool Girl (5:05)
8. Lights Of Taormina (6:09)
9. Silver Eagle (5:01)
10. Beryl (3:10)
11. Wherever I Go (6:26)

Gesamtspieldauer: 1:00:41




„Tracker“ heißt das achte Solo-Album des britischen Sängers, Songwriters und Gitarristen Mark Knopfler. Das Album erschien am 16. März 2015 auf dem Plattenlabel Mercury Records und beinhaltet eine Mischung aus Rock und Folk. „Tracker“ kletterte in Deutschland bis auf Platz 1 der Charts, im Vereinigten Königreich erreichte das Album Platz 3, in den USA immerhin Platz 14 der Billboard 200. In den US Folk Album Charts erreichte es ebenfalls die Spitzenposition.

Mark Knopfler hat inzwischen seinen ganz eigenen musikalischen Kosmos entwickelt. Kaum einen Musiker erkennt man so schnell an seiner Stimme, dem Klang seiner Gitarre und auch an der Atmosphäre, die mit seinen Liedern transportiert wird. Letztere ist zumeist eine sehnsüchtige und klingt auf „Tracker“ zudem überaus folkig angehaucht. Teilweise glaubt man sich bei geschlossenen Augen in den Highlands Schottlands. Dabei ist die Musik an jeder Stelle des Albums äußerst melodiös und geht ins Ohr. Die Lieder besitzen vielleicht nicht mehr die Dynamik wie jene aus seiner Zeit mit den Dire Straits, klingen allgemein sanfter, ruhiger, entspannter, haben deswegen allerdings keinesfalls weniger Tiefgang. Auf „Tracker“ befindet sich Musik zu Durchatmen und Verschnaufen und dies mit jedem Takt.

Die einzelnen Titel sind allesamt im selben Stil gehalten – ohne Ausnahme. Schwierig ist es von daher eine bestimmte Nummer besonders hervorzuheben. Festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass die Musik mit jedem Durchlauf des Albums weiter wächst. Da ich hier trotzdem ein Lied nennen möchte, erwähne ich an dieser Stelle zum einen das Stück „Mighty Man“. Wunderschön klingt die Musik des Mark Knopfler hier, völlig unaufgeregt, sehr sehnsüchtig bis melancholisch und vielleicht noch ein klein wenig eingängiger als viele der anderen Titel auf „Tracker“. „Silver Eagle“ hört sehr verträumt und dabei fast schon zerbrechlich an. Pianoklänge, akustische Gitarre und dazu die sanfte Stimme des Mark Knopfler, das hat auf jeden Fall was.

Fazit: Ein sanftes und irgendwie auch nachdenkliches Album ist „Tracker“ von Mark Knopfler geworden. Alle Zutaten der Musik des gebürtigen Glasgowers sind auf dieser Platte enthalten. Warme Gitarrenklänge und dazu die unverwechselbare Stimme des Musikers machen auch „Tracker“ zu einem schönen musikalischen Erlebnis. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mighty Man, Silver Eagle



Sonntag, 16. Dezember 2018

Nick Mason & Rick Fenn – White Of The Eye




Nick Mason & Rick Fenn – White Of The Eye


Besetzung:

Nick Mason – keine weiteren Angaben
Rick Fenn – keine weiteren Angaben


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Soundtrack, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Goldwaters (2:52)
2. Remember Mike? (1:20)
3. Where Are You Joany? (2:12)
4. Dry Junk (3:20)
5. Present (2:28)
6. Thrift Store (3:26)
7. Prelude And Ritual (4:37)
8. Globe (2:38)
9. Discovery And Recoil (3:25)
10. Anne Mason (4:05)
11. Mendoza (2:40)
12. A World Of Appearances (3:21)
13. Sacrifice Dance (3:01)
14. White Of The Eye (3:37)

Gesamtspieldauer: 43:10




Bei Nick Masons drittem Solo-Album, was er allerdings erneut zusammen mit Rick Fenn schrieb, handelt es sich um den Soundtrack zum Film „White Of The Eye“, einem britischen Thriller aus dem Jahr 1987 unter der Regie von Donald Cammell und mit David Keith und Cathy Moriarty in den Hauptrollen. Der gleichnamige Soundtrack erschien im selben Jahr ursprünglich auf dem Plattenlabel Harvest und wurde im Jahr 2018 im Rahmen einer Box mit Nick Mason-Veröffentlichungen auf dem Label Warner Music wieder aufgelegt.

Der Film spielt in Arizona, USA und sehr oft kann man die Stimmung der Wüste mit flirrender Hitze in der Musik fast ergreifen. Ich kannte weder den Film noch dessen Inhalt, wurde allerdings beim Hören des Soundtracks von „White Of The Eye“ unweigerlich an US-amerikanische Wüstenlandschaften erinnert. Nur einmal klingt es auf dem Album dabei nach Country & Western wie bei dem Lied „Globe“. Ansonsten ist es oft eine sehnsüchtig klingende Gitarre, die vor einem leicht sphärischen Hintergrund ertönt, welche diese Atmosphäre hervorruft. Eine weitere Ausnahme bildet das Stück „Present“, welches genau so auch von Kitaros „Silk Road“ stammen könnte.

Alles auf „White Of The Eye“ bleibt Soundtrack-Musik, die mal gefälliger, mal langweiliger klingt. An 10CC oder gar Pink Floyd erinnert auf dem Album selbstverständlich nichts. Irgendwie kann man sich auch kaum vorstellen, dass jemand diese Scheibe auflegt, um in die Musik einzusteigen und diese zu genießen. Somit ist „White Of The Eye“ ein Album für Komplettisten, die jeden Schnipsel von den Pink Floyd- oder 10CC-Musikern besitzen möchten oder für Liebhaberinnen und Liebhaber dieses Films, um nochmals bei geschlossenen Augen in die Handlung einzusteigen.

Fazit: „White Of The Eye“ ist ein Soundtrack-Album, bei dem Pink Floyd Schlagzeuger Nick Mason und 10CC Gitarrist Rick Fenn ihre Zusammenarbeit vertiefen. Die Musik klingt sehnsüchtig, mitunter auch ganz nett, kann aber wohl mit den entsprechenden Bildern deutlich besser punkten als ohne diese. Trotzdem bleibt „White Of The Eye“ eine sehr entspannte Scheibe, die sich dann vielleicht doch auch zum Relaxen einsetzen lässt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Remember Mike?, Present, Discovery And Recoil, White Of The Eye



Samstag, 15. Dezember 2018

Cage The Elephant – Cage The Elephant




Cage The Elephant – Cage The Elephant


Besetzung:

Matt Shultz – lead vocals
Brad Shultz – rhythm guitar
Jared Champion – drums
Daniel Tichenor – bass, backing vocals
Lincoln Parish – lead guitar


Label: Relentless Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Garage Rock


Trackliste:

1. In One Ear (4:01)
2. James Brown (3:20)
3. Ain‘t No Rest For The Wicked (2:55)
4. Tiny Little Robots (4:10)
5. Lotus (3:16)
6. Back Against The Wall (3:48)
7. Drones In The Valley (2:27)
8. Judas (3:26)
9. Back Stabbin‘ Betty (3:39)
10. Soil To The Sun (3:17)
11. Free Love (3:28)

Gesamtspieldauer: 37:53



Cage The Elephant ist eine US-amerikanische Rockband aus Bowling Green, Kentucky, die 2006 gegründet wurde, 2008 nach London, England, übersiedelte und dort auch am 23. Juni desselben Jahres ihr erstes, selbstbetiteltes Album veröffentlichte. Dieses erschien auf dem Plattenlabel Relentless Records, in den USA dauerte es bis zum darauffolgenden März, bis das Debut von Eat The Elephant auch dort erschien. Mit den Titeln „Free Love“, „In One Ear“, „Ain‘t No Rest For The Wicked“ sowie „Back Against The Wall“ wurden insgesamt vier Singles ausgekoppelt. In England erreichte die Platte Platz 38 der Charts. Die höchste Platzierung in den USA hieß Platz 59. Diesen erreichte das Album allerdings erst nach Veröffentlichung der zweite Platte „Thank You, Happy Birthday“, in dessen Sog sich auch das Debut nochmal besser verkaufte.

Auf „Cage The Elephant“ von Cage The Elephant hört man eine Mischung aus Alternative Rock und Independent Rock, die mit einer kleinen Prise Punk zusätzlich verfeinert wurden. Die Lieder besitzen dabei durchaus Melodien, die ins Ohr gehen. Hilfreich ist es im Falle dieses Debuts sehr, den Titeln etwas Zeit zum Reifen einzuräumen, denn mit jedem Durchgang scheint das Album besser und eingängiger zu klingen. Gerockt wird dabei durchaus durchgängig, die Musik besitzt sogar einen kleinen aggressiven Touch ohne, dass dieser jedoch zu übertreiben klingen würde. Die Füße wollen mitwippen, wenn man Cage The Elephant hört, man sollte sie lassen.

Auf der Scheibe findet sich kein richtiger Ausfall, die einzelnen Lieder verfügen durchgängig über eine gewisse Qualität und nichts klingt nach Füllmaterial – das wäre bei einer so kurzen Laufzeit von knappen 38 Minuten allerdings auch mehr als traurig. Die Höhepunkte des Albums befinden sich zu Beginn auf „Cage The Elephant“. Die beiden Nummern „In One Ear“ und „James Brown“ überzeugen mich am meisten, besitzen diesen gewissen und eingängigen Wiedererkennungswert, der Lieder zu interessanten und auch „schönen“ Nummern werden lässt. Beide Titel gehen besonders gut ins Ohr und verbleiben dort auch. Da auch der Rest des Albums wirkt, steht dem Hörgenuss nichts mehr im Wege.

Fazit: Punkigen Alternative Rock präsentieren Cage The Elephant ihren Hörerinnen und Hörern auf ihrem ersten selbstbetitelten Album aus dem Jahr 2008. Schon nach wenigen Durchläufen werden die einzelnen Lieder der Platte zu guten Bekannten, auf die man sich freut, wenn sie zu hören sind. Die Titel sind rockig, treiben nach vorne und werden dabei zu keiner Zeit und an keiner Stelle in irgendeiner Art und Weise verwässert. „Cage The Elephant“ von Cage The Elephant lässt sich gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: In One Ear, James Brown