Sonntag, 12. Mai 2019

Antimatter – Planetary Confinement




Antimatter – Planetary Confinement


Besetzung:

Lieder: “Planetary Confinement”, “Line Of Fire”, “Mr. White”, “Relapse” & “Eternity Part 24”

Duncan Patterson – piano, acoustic guitars, bass guitar, keyboards
Amélie Festa – vocals
Mehdi Messouci – additional keyboards on “Relapse”
Barry Whyte – lead guitar
Alex Mazarguil – djembe
Michael Cronin – drums


Lieder: “The Weight Of The World”, “Epitaph”, “A Portrait Of The Young Man As An Artist” & “Legions”

Mick Moss – acoustic guitars, vocals
Rachel Brewster – violins
Stephen Hughes – bass guitar
Chris Phillips – drums
Sue Marshall – additional vocals on “Legions”


Label: Prophecy Productions


Erscheinungsjahr: 2005


Stil: Dark Rock


Trackliste: 

1. Planetary Confinement (1:33)
2. The Weight Of The World (4:45)
3. Line Of Fire (6:28)
4. Epitaph (4:11)
5. Mr. White (4:07)
6. A Portrait Of The Young Man As An Artist (4:54)
7. Relapse (5:03)
8. Legions (7:24)
9. Eternity Part 24 (8:45)

Gesamtspieldauer: 47:15



Antimatter ist eine britische Dark Rock Band, die im Jahr 1997 gegründet wurde und ursprünglich das Projekt von Duncan Patterson, ehemaliger Bassist und Komponist von Anathema, sowie dem Gitarristen Mick Moss war. Die beiden Musiker veröffentlichten zusammen insgesamt drei Alben mit den Titeln „Saviour“, „Lights Out“ und „Planetary Confinement“. Kurz nach der Fertigstellung von „Planetary Confinement“ verließ Duncan Patterson Antimatter, um eine weitere Band namens Íon zu gründen. Mick Moss hat seitdem unter der Überschrift „Antimatter“ vier weitere Alben veröffentlicht. „Planetary Confinement“ erschien am 28. Juli 2005 auf dem Plattenlabel Prophecy Productions.

Das musikalische Genre, in welchem sich die Musik von Antimatter bewegt heißt Dark Rock und beschreibt die Musik der Band sehr passend. Die Lieder klingen allesamt tieftraurig und sind hauptsächlich in Moll gehalten. Zumeist werden die Stücke lediglich sehr sanft und zurückhaltend instrumentiert, die akustischen Instrumente stehen im Vordergrund. Eine elektrische Gitarre hört man überhaupt nicht, der Einsatz des Keyboards erfolgt überaus dosiert. Weiche und warme und eben eher traurige Melodien umspielen das Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Musik, die immer sehr eingängig und melodiös wirkt und klingt. Musik zum Träumen und Entspannen und zugleich auch Musik, die einen trüben Tag noch etwas trüber erscheinen lässt.

Alle neun Lieder auf „Planetary Confinement“ gehen ins Ohr. Da ist es dann auch völlig egal, ob sie von Duncan Patterson oder Mick Moss geschrieben wurden. Am ehesten sind diese noch durch den Gesang zu unterscheiden. Die Stücke von Duncan Patterson werden von Amélie Festa eingesungen, Mick Moss übernimmt dies bei seinen Nummern selbst. Alles klingt melodiös und gleichzeitig traurig. Die schönsten Lieder auf dem Album heißen „Epitaph“, „A Portrait Of The Young Man As An Artist“, „Relapse“ und „Legions“. Oder sind es doch die anderen fünf Stücke der Platte? Schwer zu sagen, da sich die Nummern weder stilistisch noch in ihrer Eingängigkeit unterscheiden.

Fazit: Wenn man es liebt in schöner Melancholie zu schwelgen, sich seiner Traurigkeit ganz hingeben möchte oder sich gern in Sentimentalität verliert, sich entspannen möchte oder sehr sanfte Musik zu schätzen weiß, immer dann ist „Planetary Confinement“ eine wunderbare Platte, um seine Sehnsüchte zu befriedigen. Wunderschöne sanfte und melodiöse Musik präsentieren die beiden Musiker Duncan Patterson und Mick Moss ihren Zuhörerinnen und Zuhörern. Wer auf Weichheit und viel Gefühl in der Musik steht, die oder der wird diese Scheibe lieben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Epitaph, A Portrait Of The Young Man As An Artist, Relapse, Legions



Freitag, 10. Mai 2019

Pete Seeger – The Smithsonian Folkways Collection




Pete Seeger – The Smithsonian Folkways Collection


Label: Smithsonian Folkways Recordings


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Folk




Samstagmorgen in Oakland. Pete Seeger wäre nun 100 Jahre alt. „We shall overcome“ ist der erste Song auf der neuen und umfangreichen Box von Smithsonian Folkways, dem langjährigen Label von Pete Seeger. Dort hatte er im Laufe der Jahrzehnte über 70 Schallplatten veröffentlicht. Folk Songs und Arbeiterlieder, Spoken Word genauso wie Platten für Kinder. Pete Seeger war ein Reisender, der mit seiner Musik um die Welt tingelte, Amerikas Folk Musik präsentierte und Lieder von überallher mit in die USA zurückbrachte. Ein musikalischer Kulturbotschafter und Brückenbauer zugleich.

„We shall overcome“ ist wohl eines der wichtigsten amerikanischen Folk Songs. Es steht für die Bürgerrechtsbewegung in den USA, in einer Zeit, als Afro-Amerikaner nicht in dieselbe Toilette pinkeln durften wie Weiße. Als Schwarze nach einer falschen Ausfahrt in den Südstaaten gelyncht wurden. Als weiße Jurys schwarze Angeklagte unschuldig hinter Gitter brachten. Und dennoch war da der Ruf „We shall overcome“. Trotz all der Gewalt, der Ungerechtigkeit, der Benachteiligung, der tief gespaltenen amerikanischen Gesellschaft.

Und wo stehen wir heute? Der Graben in Amerika ist tief und wird tagtäglich noch weiter vertieft und verbreitet. Ich frage mich beim Durchhören dieser umfassenden Werkschau von Pete Seeger, wie die USA es damals geschafft haben, diese gesellschaftlichen Wunden zu heilen, „to overcome“ die Differenzen, irgendwie einen Neustart zu beginnen. Natürlich hat das nicht so geklappt, wie es eigentlich hätte sein sollen. Der tief verwurzelte Rassismus in einigen Teilen der USA existiert nach wie vor. Afro-Amerikaner und Farbige sind weiterhin benachteiligt. Da gibt es die langfristigen Folgen des „Red Lining, die nie ausgeglichen wurden, da gibt es Polizei Übergriffe, da gibt es noch immer Ungleichheit vor dem Gesetz. Man sollte sich nichts vormachen, das steht fest.

„We shall overcome“ war und ist ein kraftvolles Lied, dass Menschen vereinen, zusammenbringen konnte. Auf dieser Box sind viele der „Hits“ von Pete Seeger zu finden, die ihn zu dem machten, was er in seinem 94jährigen Leben geworden ist. Ein Mann mit Hoffnung, mit Mut, mit dem Glauben an das Gute in den Menschen. Ein Mann mit seinem Banjo, der viel mehr war als nur ein Musiker. Auf „Pete Seeger – The Smithsonian Folkways Collection“ wird eine der bedeutenden Stimmen Amerikas präsentiert, der neben seinen Freunden Woody Guthrie und Lead Belly zu den wichtigen Drei der Folk Musik zählt.

Pete Seeger beeinflusste Musiker von Joan Baez, über Bob Dylan bis hin zu Bruce Springsteen und Rage Against The Machine. Er war ein umtriebiger Rebell, der nicht ruhen und rasten wollte. Obwohl er in der McCarthy Ära „blacklisted“ wurde, quasi mit einem Auftritts- und Aufführverbot belegt wurde, schaffte es Pete Seeger zur Stimme einer Nation zu werden. Er ging in jenen Jahren ganz direkt an Schulen und Universitäten, ohne große Ankündigung, und spielte seine Lieder. Niemand konnte ihn stoppen. Joan Baez erlebte Pete Seeger damals an ihrer High School und meinte später, dass dieses Konzert eines der wichtigsten Momente in ihrer Karriere war. Seeger wurde der Vater des großen Folk-Revivals in den USA. „We shall overcome“, das hat er mit seiner Musik vorgelebt.

Auf dieser Werkschau zum 100jährigen Geburtstag von Pete Seeger ist auch eines der für mich bedeutendsten Songs des 20. Jahrhunderts zu finden. „Moorsoldaten“, geschrieben 1933 im Konzentrationslager Börgermoor und über den Spanischen Bürgerkrieg in alle Welt verbreitet. Dieses Lied drückt die Kraft des Widerstands und die Hoffnung der Unterdrückten aus. Ein Lied, das Pete Seeger immer wieder in seinen Konzerten spielte.

6 CDs mit Songs voller Hoffnung, Wärme, Kraft und Mut. Amerika heute bräuchte einen Pete Seeger, eine Stimme der Vernunft, der den Amerikanern vor Augen führt „This land is your land“, ein Land, das nicht perfekt ist, das nicht „God’s Country“ ist, das seine Fehler erkennt, aber daran arbeitet. Die USA, „a work in process“. Ein Land, in dem der Fremde, der Andere, der Unterdrückte, der Benachteiligte, der Farbige, der an einen anderen Gott Glaubende, der sexuell anders Orientierte willkommen ist und seine Chance bekommt. Daran glaubte Pete Seeger. Das klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen, und doch, gerade klingt es hier in Oakland ganz laut: „We shall overcome….some day….deep in my heart, I do believe. We shall overcome some day“…



Samstag, 4. Mai 2019

Quella Vecchia Locanda – Quella Vecchia Locanda




Quella Vecchia Locanda – Quella Vecchia Locanda


Besetzung:

Giorgio Giorgi – Gesang, Flöte, Piccolo
Raimondo Cocco – Akustische, Elektrische und 12-String-Gitarre, Klarinette, Gesang
Massimo Roselli – Piano, Orgel, Mellotron, Moog, Elektronische Zither, Spinett, Gesang
Romualdo Coletta – Bass, Frequenz-Generator
Patrick Traina – Schlagzeug, Perkussion
Donald Lax – Klassische Violine, Elektrische Violine


Label: Sony BMG Music


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. Prologo (4:59)
2. Un Villaggio, Un’Illusione (3:54)
3. Realtà (4:14)
4. Immagini Sfuocate (2:58)
5. Il Cieco (4:11)
6. Dialogo (3:42)
7. Verso La Locanda (5:15)
8. Sogno, Risveglio E... (5:14)

Gesamtspieldauer: 34:30



Quella Vecchia Locanda war eine italienische Progressive Rock Band, die in den Jahren von 1970 bis 1974 aktiv war. In dieser Zeit veröffentlichte die Band zwei Alben. 1972 das selbstbetitelte Debut Album und zwei Jahre später noch das Album „Il Tempo Della Gioia“. Die erste Platte „Quella Vecchia Locanda“ erschien im Juni 1972 auf dem italienischen Plattenlabel Help! und wurde später von Sony Music wiederveröffentlicht.

Auf „Quella Vecchia Locanda“ von Quella Vecchia Locanda hört man die melodiöse Ausprägung des italienischen Progressive Rocks, die allerdings auf die rockigen Akzente in ihrer Musik nicht verzichtet. Violine und Flöte wird ein großer Spielraum eingeräumt und gerade die Passagen mit Querflöte lassen durchaus Vergleiche an Jethro Tull aufkommen. Ansonsten steht die Musik jedoch selbstständig für sich.

Die Stimmungen wechseln zwischen sanfteren Passagen, in denen das Piano, die Violine oder die Querflöte im Zentrum stehen und rockigeren, von der E-Gitarre dominierten Abschnitten hin und her. Doch finden die Blas-, Streich- und Tasteninstrumente auch Zugang zum Rock der Platte, was für zusätzliche Abwechslung in der Musik von Quella Vecchia Locanda sorgt. Melodiös und eingängig klingt das an jeder Stelle des Albums, dessen Musik sich bereits beim ersten Mal des Hörens fest ins musikalische Gehör einbettet.

Es gibt sehr viele Höhepunkte auf „Quella Vecchia Locanda“ zu hören und keinerlei Ausfälle zu beklagen. Das ganze Album wirkt in sich geschlossen und begeistert all jene Hörerinnen und Hörer, die sich genau nach diesen melodiösen und harmonischen Akkordfolgen in der Musik sehnen. Diese Sehnsucht wird mit „Quella Vecchia Locanda“ definitiv erfüllt. Höhepunkt der Platte ist – bei all den anderen Höhepunkten – das Lied „Realtà“, ein Meisterwerk an Eingängigkeit. Doch das ist eben nicht alles, was auf diesem Album überzeugt. Es ist die Mischung aus rockigen und fast schon besinnlichen Abschnitten, die diese Musik zu etwas Besonderem werden lässt. Wenn die E-Gitarre auf sanfte Violinen- und Flötenklänge trifft und dieses Zusammenspiel sich zu einem gemeinsamen, sich ergänzenden Gesamteindruck generiert, weiß die Musik Fans des Progressive Rock zu begeistern.

Fazit: Der italienische Progresse Rock der frühen 70er Jahre hatte einige Facetten. Quella Vecchia Locanda präsentieren auf ihrem Debut-Album ihre Interpretation dieses musikalischen Genres, welche von der Hochzeit, der wahrlich gelungen Verwebung des Rocks und der Melodie geprägt ist. Eine Platte, die man immer wieder hören kann ohne ihr überdrüssig zu werden, und trotzdem besondere Musik für besondere Anlässe. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Realtà



Freitag, 3. Mai 2019

The Pretenders – Last Of The Independents




The Pretenders – Last Of The Independents


Besetzung:




Gastmusiker:

Chrissie Hynde – guitar (1–3, 5–12), vocals
Adam Seymour – guitar (1–13)
Andy Hobson – bass guitar (1, 6, 13)
Martin Chambers – drums (3, 4, 6, 12)


Label:

Robbie McIntosh – guitar (8)
Andy Rourke – bass guitar (2, 3, 5, 9–12)
Ian Stanley – organ (5), special effects (2), keyboards (8)
J.F.T. Hood – drums (1, 7, 13), special effects (8)
Jim Copley – drums (2, 5, 8–11)
David Paton – bass guitar (7)
Tom Kelly – bass guitar (4), piano (4, 7), guitar (7)
London Gospel Choir – choir (7)
David Lord – string arrangement (7)


Label: Warner Music


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Rock


Trackliste: 

1. Hollywood Perfume (3:55)
2. Night In My Veins (3:16)
3. Money Talk (3:39)
4. 977 (3:53)
5. Revolution (4:32)
6. All My Dreams (3:14)
7. I’ll Stand By You (3:58)
8. I’m A Mother (5:17)
9. Tequila (1:04)
10. Every Mother’s Son (3:36)
11. Rebel Rock Me (3:08)
12. Love Colours (4:32)
13. Forever Young (5:04)

Gesamtspieldauer: 49:15



„Last Of The Independents“ heißt das sechste Studioalbum der Band The Pretenders und wurde am 9. Mai 1994 auf dem Plattenlabel Warner Music veröffentlicht. Das Line-Up der Band bestand nun offiziell aus Chrissie Hynde, Adam Seymour, Andy Hobson und Schlagzeuger Martin Chambers, der nach acht Jahren zu den Pretenders zurückgekehrt war. Als einziges Lied wurde jedoch die Nummer „All My Dreams“ in dieser Kombination an Musikern eingespielt, ansonsten waren zahlreiche und immer wieder wechselnde Gastmusiker an den Aufnahmen beteiligt.

Die Pretenders klingen auf „Last Of The Independents“ eingängiger und auch interessanter als auf vielen vorherigen Veröffentlichungen. Chrissie Hynde hat es auf „Last Of The Independents“ geschafft Lieder einzuspielen, die zwar immer noch dem Mainstream angehören, doch nachhaltiger klingen und deutlich besser ins Ohr gehen als auf einigen anderen Alben zuvor. Auch stimmt die Mischung zwischen Titeln, die eher im Mid-Tempo angesiedelt sind und den Nummern, die eher sanfter gehalten sind. Insgesamt bleibt ein leicht rockiger Ansatz vor einer poppigen Attitude der Musik erhalten.

Die überzeugendsten Lieder auf „Last Of The Independents“ heißen „Hollywood Perfume“, „Money Talk“ und „I’m A Mother“. Alles drei eher rockige Nummern mit einem gewissen Groove und einer Melodie, die sich schnell und direkt einprägt. Daneben gibt es noch eine ganze weitere Reihe an Stücken, die sich lohnen gehört zu werden, wenn man denn auf eher geradlinigen und schnörkellosen Rock steht. Experimentiert wird bei den Pretenders nicht, was im Falle von „Last Of The Independents“ durchaus Sinn macht, denn das Album bildet in sich eine geschlossene Einheit.

Fazit: Rock mit leicht poppigen Ansätzen gibt es auf „Last Of The Independents“ von den Pretenders zu hören. Die Musik ist durchaus eher im Mainstream angesiedelt und schafft es dieses Mal auch die schnelle Eingängigkeit zu bedienen, ohne dabei langweilig der aufgesetzt zu klingen. Musik über dem Durchschnitt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hollywood Perfume, Money Talk, I’m A Mother



Donnerstag, 2. Mai 2019

Fjarill – Midsommar




Fjarill – Midsommar


Besetzung:

Aino Löwenmark – lead vocals, choir, piano
Hanmari Spiegel – violin, viola, piano, vocals, electric guitar


Gastmusiker:

Friedrich Paravicini – ondes martenot & cello
Jürgen Spiegel – drums & percussion
Sandro Giampietro – acoustic guitar
Hans-Georg Spiegel – accordion


Label: Butter & Fly Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Folk


Trackliste: 

1. Den Blomstertid Nu Kommer (4:45)
2. Lite Efter Du Är Död Då Ska Liljor Blomma (5:04)
3. Kristallen Den Fina (4:52)
4. Fjarills Midsommar (3:58)
5. Den Signade Dag (2:44)
6. Jag Vet En Deijlig Rosa (6:10)
7. Kärlekens Hem (3:50)
8. My Pad (3:34)
9. Uti Vår Hage (4:06)
10. Slut Dina Ögon (2:06)
11. Trolldans (3:29)
12. Värmlandsvisan (4:49)
13. Limu Limu Lima (4:43)

Gesamtspieldauer: 54:15



Fjarill, das sind die schwedische Pianistin und Sängerin Aino Löwenmark und die südafrikanische Violinistin Hanmari Spiegel, die mit dem Album „Midsommar“ bereits ihr achtes Studioalbum veröffentlichen. „Midsommar“ erscheint morgen, am 3. Mai auf dem Plattenlabel Butter & Fly Records und ist angefüllt mit einer sanften Melange aus Folk, Pop und klassischen Anleihen.

Genauso feenhaft, wie die beiden Sängerinnen auf dem Cover abgebildet sind, sanft lächelnd mit Blumenkränzen im Haar, so klingt auch die Musik auf „Midsommar“. Wunderschöne sanfte Melodien entfalten sich vor einem beim Hören dieser durchweg zart klingenden Musik. Die Lieder „Den Blomstertid Nu Kommer“, „Kristallen Den Fina“, „Den Signade Dag“, „Jag Vet En Deijlig Rosa“, „Uti Vår Hage“, „Värmlandsvisan“ und „Limu Limu Lima“ basieren dabei auf traditionellen schwedischen Volksliedern, die von den beiden Musikerinnen neu bearbeitet und arrangiert wurden. Die Stücke „Lite Efter Du Är Död Då Ska Liljor Blomma“, „Kärlekens Hem“ und „Slut Dina Ögon“ basieren auf Gedichten des schwedischen Literatur-Nobelpreisträgers Pär Fabian Lagerkvist, die von Aino Löwenmark vertont wurden. Die restlichen Lieder sind schließlich vollständige Eigenkompositionen von Fjarill. Stilistisch unterscheiden sich die einzelnen Stücke dabei nicht. Allen Liedern wohnt ein gewisser Zauber inne, der einen in eine völlige andere Welt entführt, die sich mystisch, verwunschen und unglaublich entspannt gebiert. Traumbilder bauen sich auf und lassen die hektische Welt um einen herum vergessen.

Die zwei zarten und hellen Stimmen der beiden Musikerinnen, mal verträumt und nachdenklich, mal erzählend und leitend klingend sind es, die die Musik auf „Midsommar“ prägen. Dazu gesellen sich sanfte Piano- und Streicherklänge, die das warme musikalische Bild abrunden. Die Texte erzählen Geschichten, die durch die Musik wunderschön ergänzt werden und im beiliegenden Booklet und auf der Homepage von Fjarill zum Teil auch in Deutsch nachgelesen werden können.

Jedes der dreizehn Lieder auf „Midsommar“ klingt und hinterlässt etwas. Was und wie viel dies ist, liegt wie immer ganz im und am Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Für mich heißen und sind die Höhepunkte des Albums die Lieder „Kristallen Den Fina“, das Titelstück „Fjarills Midsommar“ sowie das Instrumentallied „Trolldans“. Alle drei sind wunderschöne sanfte „Swedish Folk“ Nummern, die das Ohr auf eine wundersame Art und Weise zu umspielen verstehen. Da die restlichen Titel diesen drei genannten Liedern jedoch kaum nachstehen, gebiert sich „Midsommar“ als gesamter Höhepunkt.

Fazit: Musik zum Entspannen, Musik zum Ausruhen, Musik zum Genießen gibt es von Fjarill auf „Midsommar“ zu hören, dem bereits achten Studioalbum des schwedisch-südafrikanischen Duos. Wer auf die sanften und weichen Töne in der Musik steht, die oder der wird mit diesem Album seine Erfüllung finden. Dazu besteht dieses Jahr auch die Möglichkeit die beiden Musikerinnen live im Konzert zu erleben. Sehr lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Kristallen Den Fina, Fjarills Midsommar, Trolldans



04.05.2019, 20:00 Uhr - Ravensburg - Zehntscheuer, Grüner-Turm-Str. 30
16.05.2019, 20:00 Uhr - Bernau - Siebenklang Festival
19.05.2019, 20:00 Uhr - Glonn - Gut Sonnenhausen, Sonnenhausen 2
25.05.2019, 20:00 Uhr - Dresden - Dreikönigskirche, Hauptstraße 23
01.06.2019, 10:00 Uhr - Singer/Songwriter Workshop mit Fjarill - Hamburg - Walden Studio, Ringstraße 189
02.06.2019, 20:00 Uhr - Weimar - Köstritzer Spiegelzelt, Beethovenplatz
09.06.2019, 18:00 Uhr - Hitzacker - Alte Sargtischlerei, An der Kirche 4
20.06.2019, 20:00 Uhr - Grosses MIDSOMMAR-Fest-Konzert! - Hamburg Fabrik, Barnerstraße 36
23.06.2019, 15:00 Uhr - Midsommarfest! - Reinstorf - ONE WORLD Ostheide e.V. Kulturzentrum, Alte Schulstraße 1
26.06.2019, 20:00 Uhr - Leipzig - Moritzbastei, Kurt-Masur-Platz 1
27.06.2019, 20:00 Uhr - Coburg - Leise am Markt, Herrngasse 2
28.06.2019, 20:00 Uhr - Weißenstadt am See - Kurzentrum, Im Quellenpark 1
30.06.2019, 20:00 Uhr - Leipheim - Zehntstadel
06.07.2019, 20:00 Uhr - Naumburg - Neun Naumburger Nächte, Innenhof des Marientors
27.07.2019, 20:00 Uhr - Nürnberg - Bardentreffen
24.08.2019, 20:00 Uhr - Walluf - Wallufer Sommer, Ruine Alte Johanniskirche
08.11.2019 - 10.11.2019, 18:00 Uhr - Singer/Songwriter Workshop - Eiterfeld - Burg Fürsteneck, Am Schlossgarten 3
09.11.2019, 20:00 Uhr - Eiterfeld - Burg Fürsteneck, Am Schlossgarten 3
30.11.2019, 20:00 Uhr - Wormsdorf - Anbau, Eilslebener Straße 1
13.12.2019, 20:00 Uhr - Dresden - Dreikönigskirche, Hauptstraße 23
21.12.2019, 20:00 Uhr - Klanxbüll - Charlottenhof, Osterklanxbüll 4
22.12.2019, 20:00 Uhr - Kulturforum, Andreas-Gayk-Straße 31



Mittwoch, 1. Mai 2019

Rebecca Lou – Sceletons




Rebecca Lou – Skeletons


Besetzung:

Rebecca L. Armstrong – vocals
Paw Skovbye – bass, vocals
Joachim Holmgaard – guitar
August Vinther Ottsen – drums


Label: We Are Suburban


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Rock, Punk


Trackliste:

1. Bitch U Look Good (3:13)
2. Sugar Sugar Sugar (3:46)
3. Queen Of The Night (3:06)
4. I Wanna Be Your Everything (2:30)
5. Skeletons (3:47)
6. Under The Moon (4:37)


Gesamtspieldauer: 21:02




Die EP der dänischen Musikerin Rebecca Lou mit dem Titel „Sceletons“ erschien am 19. Oktober 2018 auf dem Plattenlabel We Are Suburban. Auf „Sceletons“ hört man kraftvollen Rock, der immer wieder auch in das Genre des Punks eintaucht. Die musikalischen Grenzen verschwimmen in der Musik der Rebecca Lou zwischen Mainstream Rock und Punk. Unabhängig vom Genre entfalten die sechs Lieder allerdings eine mitreißende Stimmung, die einem in die Beine fährt und zum Mittanzen anregt.

Bei allem rockigen Ansatz der Musik der Dänin, vergisst die Musikerin niemals die Wirkung der Melodie. So sind alle sechs Lieder auf „Sceletons“ sowohl rockige als auch eingängige Nummern, die ins Ohr gehen. Dazu bedarf es keiner großen Umwege oder vieler Durchläufe der Scheibe. Die Lieder zünden sehr schnell, bereits beim ersten Hören und lassen Hörerin beziehungsweise Hörer sofort aufhorchen.

Für mich die schönsten Nummern auf „Sceletons“ sind das Titellied sowie das letzte Stück des Albums, „Under The Moon“. Dann sei an dieser Stelle auch noch das mitreißende „Sugar Sugar Sugar“ erwähnt. Klasse, geradliniger Rock, in den man wundervoll eintauchen kann und der zu begeistern versteht. Dazu gesellen sich auch die Texte der Rebecca Lou, in denen sie kein Blatt vor den Mund nimmt und somit ihre Botschaften unmissverständlich und stimmlich abwechslungsreich in die Welt hinaussingt.

Fazit: „Sceletons“ von Rebecca Lou lohnt für alle Freundinnen und Freunde des kraftvollen Rocks bis hin zum Punk. Die Lieder rocken und sind dazu eingängig. Da trifft es sich gut, dass sich Rebecca Lou im Mai auf einer kurzen Tournee durch Österreich, der Schweiz und Deutschland befindet. Für alle, die gern in rockiger Musik aufgehen, eine sehr gute Gelegenheit. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sugar Sugar Sugar, Under The Moon



07/05/2019 Rebecca Lou - Klagenfurt – Wohnzimmer
08/05/2019 Rebecca Lou - Wien – Fluc
09/05/2019 Rebecca Lou - Dornbirn - Spielboden
10/05/2019 Rebecca Lou - Bern - Wohnzimmerkonzert
11/05/2019 Rebecca Lou - St. Gallen - Grabenhalle
13/05/2019 Rebecca Lou - Bamberg - Live Club
14/05/2019 Rebecca Lou - Göttingen - Nörgelbuff
15/05/2019 Rebecca Lou - Darmstadt - Frischzelle
16/05/2019 Rebecca Lou - Berlin - Sage Club
17/05/2019 Rebecca Lou - Hamburg - Molotow



Dienstag, 30. April 2019

The Pretenders – Pretenders II




The Pretenders – Pretenders II


Besetzung:

Chrissie Hynde – rhythm guitar, lead vocals
Pete Farndon – bass guitar, backing vocals
Martin Chambers – drums, backing vocals
James Honeyman-Scott – lead guitar, keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Chris Mercer – tenor saxophone
Henry Lowther – trumpet
Jim Wilson – trumpet
Jeff Bryant – French horn
Chris Thomas – sound effects


Label: Warner Music


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Adultress (3:58)
2. Bad Boys Get Spanked (4:07)
3. Message Of Love (3:28)
4. I Go To Sleep (2:57)
5. Birds Of Paradise (4:16)
6. Talk Of The Town (2:45)
7. Pack It Up (3:52)
8. Waste Not Want Not (3:46)
9. Day After Day (3:47)
10. Jealous Dogs (5:38)
11. The English Roses (4:31)
12. Louie Louie (3:29)

Gesamtspieldauer: 46:40




Schlicht mit „Pretenders II“ betitelte die britisch-amerikanische Band um Chrissie Hynde ihr zweites Studioalbum. Veröffentlicht wurde die Platte ursprünglich auf dem Label Sire Records am 15. August 1981, etwa eineinhalb Jahre nach dem Debut „Pretenders“. Zwischen den beiden Alben erschienen die Singles „Talk Of The Town“ und „Message Of Love“, die sich ebenfalls erfolgreich in den Charts platzieren konnten. Die Musik auf „Pretenders II“ ähnelt sehr der des ersten Albums und kann wohl am besten mit poppigem Rock umschrieben werden.

Auch „Pretenders II“ klingt für heutige Verhältnisse relativ unspektakulär und enthält praktisch keine Lieder, die einem nach dem Hören längerfristig im Ohr hängenbleiben. Alles ist im selben Stil gehalten, bewegt sich im Mid-Tempo und jedes Lied verfügt über eine eingängige, jedoch sehr unspektakuläre Melodie und bewegt sich von daher eher im Bereich „nichtsagend“ bis leider fast schon „belanglos“. Dabei hört man auf „Pretenders II“ noch nicht einmal schlechte Musik, jedoch eben solche, die ohne Spuren zu hinterlassen an einem vorbeizieht und schnell wieder vergessen ist.

Vor diesem Hintergrund gar nicht überraschend ist somit die Tatsache, dass der Höhepunkt der Scheibe eine Cover-Version ist. Das Lied „I Go To Sleep“ stammt von Ray Davies und ist nach „Stop Your Sobbing“ auf dem Debut bereits das zweite Lied, welches die Pretenders von den Kinks covern. Der ganze Rest tut keinem weh, richtiggehende Ausfälle hört man auf der Platte ebenfalls nicht und „Pretenders II“ wurde noch Jahrzehnte später in den USA mit Gold und in Großbritannien mit Silber ausgezeichnet.

Fazit: Auch auf „Pretenders II“ hört man für die Pretenders typische Musik. Rockig, im Mid-Tempo angesiedelt und durchaus eingängig – leider jedoch auch nicht sehr nachhaltig. Poppig-rockige Musik, die sehr unkompliziert und massenkompatibel aus den Boxen quillt, dafür allerdings auch keine Ecken und Kanten aufweist. „Pretenders II“ ist auch das letzte Album, im ursprünglichen Line-Up der Band. Am 14 Juni 1982 wurde Pete Farndon aufgrund seines Drogenkonsums aus der Band gefeuert. Zwei Tage später, am 16 Juni, starb Gitarrist James Honeyman-Scott an durch die Einnahme von Kokain verursachtem Herzversagen. Im folgenden Jahr, am 14. April 1983, ertrank der gefeuerte Pete Farndon in der Badewanne, nachdem er Heroin konsumiert hatte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Go To Sleep



Montag, 29. April 2019

Il Rovescio Della Medaglia – Contaminazione




Il Rovescio Della Medaglia – Contaminazione


Besetzung:

Enzo Vita – guitars
Pino Ballarini – vocals, flute
Stefano Urso – bass
Gino Campoli – drums
Franco Di Sabbatino – keyboards
Luis Enriquez Bacalov – keyboards


Label: Sony BMG


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. Absent For This Consumed World (1:17)
2. Ora Non Ricordo Piu (3:41)
3. Il Suono Del Silenzio (3:32)
4. Mi Sono Svegliato E..Ho Chiuso Gli Occhi (3:56)
5. Lei Sei Tu: Lei (2:04)
6. La Mia Musica (4:10)
7. Johann (1:23)
8. Scotland Machine (3:06)
9. Cella 503 (3:17)
10. Contaminazione 1760 (1:04)
11. Alzo Un Muro Elettrico (2:42)
12. Sweet Suite (3:12)
13. La Grande Fuga (2:59)

Gesamtspieldauer: 36:28



„Contaminazione” heißt das dritte Studioalbum der italienischen Progressive Rock Band Il Rovescio Della Medaglia. Das Album erschien im Jahr 1973 ursprünglich auf dem Label RCA Italia. Die Platte stellt eine Mischung aus Klassik und Rock dar. Das „Wohltemperierte Klavier“ des Johann Sebastian Bach liegt dem Werk als Ausgangspunkt zugrunde.

Man mag diese Verquickung von Klassik und Rock mögen oder nicht, im Falle von Il Rovescio Della Medaglia und ihrem Werk „Contaminazione” klingt diese Synthese ganz nett, mehr allerdings auch nicht. Man hört zum Teil harte Rock-Gitarren, neben Synthesizern, die die rockigen Passagen abdecken. Dann schließlich wieder Streicher oder auch Bläser, die für die klassischen Momente der Scheibe zuständig sind. Die Musik geht dabei durchaus ins Ohr, klingt jederzeit melodiös und eingängig, doch sie schafft es irgendwie nicht zu begeistern, zu unspektakulär klingt das Ganze insgesamt. Dabei kupfern die Italiener nicht von Johann Sebastian Bach ab, nehmen dessen Musik eher als Ausgangspunkt. Vollends überzeugend klingt dies allerdings trotzdem nicht.

Definitiv schwierig gestaltet es sich einen Höhepunkt des Albums herauszuheben. Alles klingt nett und gelungen, nichts wirkt deplatziert, misslungen oder langweilig. Dabei scheint das ganze Album eine kaum zu fassende Ansammlung an Musik darzustellen, die man gerne anhört, danach allerdings wieder vergisst. Musik kann wirklich seltsam sein. Im Falle von Il Rovescio Della Medaglia und ihrem „Contaminazione” muss von daher jedes und kein Lied herausgehoben werden. Es ist die Gesamtheit dieses Werkes welches wirkt, kein einzelnes Lied steht für sich alleine.

Fazit: Das Zusammenspiel von Klassik und Rock kann man auf „Contaminazione”, was mit vollständigem Titel „Contaminazione di alcune idee di certi preludi e fughe del "Clavicembalo ben temperato" di J.S. Bach“ heißt, hören. Selbstverständlich sind es nur Passagen aus Bachs Werk, welche in die Musik der Italiener mit einflossen. Von daher ist die Musik durchaus eigenständig und lediglich inspiriert durch Bachs Stück. Das klingt nach Progressive Rock und kann trotzdem nicht bis ins letzte Detail überzeugen. Irgendetwas fehlt dieser Musik, die jedoch keineswegs enttäuscht, allerdings nicht vollends überzeugt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Alles



Sonntag, 28. April 2019

U.K. – Danger Money




U.K. – Danger Money


Besetzung:

Eddie Jobson – keyboards, electric violin
John Wetton – bass, lead and backing vocals
Terry Bozzio – drums, percussion


Label: Universal Music


Erscheinungsjahr: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. Danger Money (8:15)
2. Rendezvous 6:02 (5:00)
3. The Only Thing She Needs (7:54)
4. Caesar’s Palace Blues (4:44)
5. Nothing To Lose (3:57)
6. Carrying No Cross (12:22)

Gesamtspieldauer: 42:15



„Danger Money“ heißt das zweite und bereits letzte Studioalbum der britischen Progressive Rock Band U.K. Von der Besetzung des ein Jahr zuvor erschienen Debut-Albums waren noch John Wetton und Eddie Jobson übrig geblieben. Terry Bozzio hatte inzwischen am Schlagzeug Bill Bruford ersetzt und der Part von Allan Holdsworth an der Gitarre wurde gleich völlig fallengelassen. Dafür stehen die Tasteninstrumente und die elektrische Violine jetzt sehr im Zentrum der Musik von U.K.. „Danger Money“ wurde im März 1979 bei E.G. Records veröffentlicht und erschien in der Wiederveröffentlichung auf Universal Music. Die ausgekoppelten Singles heißen „Nothing To Lose“ und „Rendezvous 6:02“.

Auf „Danger Money“ hört man durchaus massenkompatiblen Progressive Rock, der ins Ohr geht und dabei rockig aus den Boxen strömt. Allzu kompliziert klingt es auf dem Album nicht, auch wenn die zu hörende Musik ganz klar dem Genre des Progressive Rock zuzuordnen ist. Die Lieder gehen schnell ins Ohr und müssen nicht erst großartig erarbeitet werden. Im Falle der Singleauskopplung „Nothing To Lose“ hört sich die Musik von U.K. zudem bereits schwer nach dem Mainstream Rock der Band Asia an, mit der John Wetton kurze Zeit später Erfolge feiern sollte. Doch dieses Lied stellt glücklicherweise dann doch eine Ausnahme auf „Danger Money“ dar. Das zwölfminütige „Carrying No Cross“ ist zum Beispiel eine zwar eingängige, doch sehr vielschichtigere und abwechslungsreichere Nummer, während der mit Atmosphären, Tempi und Rhythmen gespielt wird, die sich perfekt arrangiert ergänzen und ineinander überfließen.

„Carrying No Cross“ stellt auch einen der Höhepunkte auf „Danger Money“ dar. Ende der 70er Jahre noch solch eine Progressive Rock Nummer zu hören, war und ist keine Selbstverständlichkeit. Der zweite Höhepunkt der Platte ist die zweite Single des Albums, das Lied „Rendezvous 6:02“. Von einer sehr schönen Melodie getragen, weniger rockig als der Rest des Albums und vom Keyboard wunderschön dominiert, erklingt hier ein Lied, welches sich bereits beim ersten Mal des Hörens fest einbrennt.

Fazit: Die rockige Variante des Progressive Rocks gibt es auf „Danger Money“ von U.K. zu hören. Rockig und eingängig ist diese Musik, die auch sehr abwechslungsreiche Stellen, neben bereits im Mainstream angesiedelten Abschnitten aufweist. Mit der Musik von Genesis oder Yes zu Beginn der 70er Jahre hat diese Scheibe zwar nichts mehr zu tun, doch wenn man sich die Musik von Asia sehr viel abwechslungsreicher vorstellt, dann begibt man sich in die Gefilde von U.K. auf „Danger Money“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rendezvous 6:02, Carrying No Cross



Samstag, 27. April 2019

The Pretenders – Pretenders




The Pretenders – Pretenders


Besetzung:

Chrissie Hynde – lead vocals, rhythm guitar
Martin Chambers – drums, backing vocals
Pete Farndon – bass guitar, backing vocals
James Honeyman-Scott – lead guitar, keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Geoff Bryant – french horn
Henry Lowther – trumpet
Gerry Mackelduff – drums on track 7
Chris Mercer – saxophone
Chris Thomas – keyboards, sound effects
Jim Wilson – trumpet


Label: Warner Music


Erscheinungsjahr: 1980


Stil: Pop Rock


Trackliste: 

1. Precious (3:37)
2. The Phone Call (2:29)
3. Up the Neck (4:28)
4. Tattooed Love Boys (2:59)
5. Space Invader (3:27)
6. The Wait (3:37)
7. Stop Your Sobbing (2:38)
8. Kid (3:07)
9. Private Life (6:26)
10. Brass In Pocket (3:05)
11. Lovers Of Today (5:51)
12. Mystery Achievement (5:24)

Gesamtspieldauer: 47:08




„Pretenders“ heißt das Debüt-Album der britisch-amerikanischen Band The Pretenders, welches am 7. Januar 1980 ursprünglich auf dem Plattenlabel Real Records veröffentlicht wurde. Das Album hielt sich vier Wochen lang auf Platz 1 der englischen Charts und erreichte auch die Top Ten in den USA. Im Jahr 2003 gruppierte das Rolling Stone Magazine das Album auf Platz 155 in der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten ein. Auf der Platte hört man eher poppigen Rock, der nie in den Bereich des Hard Rocks eintaucht, dafür das Genre des Punks ab und an streift.

Etwas, was zu Beginn der 80er Jahre noch hervorragend klang, muss in der heutigen Zeit nicht unbedingt mehr dieselbe Wirkung wie vor fast vierzig Jahren entfalten. Die Musik der Pretenders ist dafür ein ganz gutes Beispiel. Kurz vor dem Beginn des dritten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts klingen die Lieder auf dem Debut der Pretenders noch ganz nett, damit hat es sich allerdings auch schon. Sehr unspektakuläre Musik hört man auf dieser Scheibe, die zwar immer wieder auch ins Ohr geht, allerdings keine großartigen Spuren mehr hinterlässt. Das empfindet man gewiss dann anders, wenn man denn mit dieser Musik groß wurde oder zum Beispiel besondere Erinnerungen und bestimmte Erlebnisse aus seiner Jungend mit einzelnen Titeln verknüpft.

Keineswegs soll das jedoch bedeuten, dass „Pretenders“ von den Pretenders nur etwas für Nostalgiker sei oder gar ein schlechtes Album wäre, jedoch ist es eben auch eine sehr unspektakuläre Platte, die heutzutage sicherlich nicht mehr diese Wirkung verbreitet, wie noch vor vierzig Jahren. Die Lieder steigern sich allerdings im Verlauf der Platte, sodass die Höhepunkte des Albums die Lieder „Private Life“, „Brass In Pocket“, „Lovers Of Today“ und „Mystery Achievement“ heißen. Vor allen Dingen die Nummer „Brass In Pocket“ geht gut ins Ohr und stellt einen kleinen Ohrwurm dar. Das Schöne an der Platte „Pretenders“ ist auch, dass sich kein wirklich schlechter Titel darauf befindet, die Musik besitzt durchaus ihren Reiz und das durchgängig. 

Fazit: Eine poppig rockige Platte haben The Pretenders im Jahr 1980 mit ihrem selbstbetitelten Debut vorgelegt. Keine Musik, die einen sprachlos beeindruckt zurücklässt, allerdings ganz sicher auch keine schlechte Platte. Unaufgeregter Pop-Rock, der mal mehr, mal weniger ins Ihr geht. Radiotaugliche Musik, die unbeschwert an das Ohr dringt. Es gibt definitiv Schlimmeres. Acht Punkte.

Anspieltipps: Brass In Pocket, Lovers Of Today



Freitag, 26. April 2019

PÆNDA – Evolution II




PÆNDA – Evolution II


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Universal Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Electronic Pop


Trackliste: 

1. I Like The Way You Hate Me (3:34)
2. Like A Domino (3:23)
4. Love Myself (3:34)
5. Limits (3:24)
6. So Loud (3:31)
7. All The Right Things (3:36)
8. Everything I'm Not (3:09)
9. Wavebreaker (3:53)
10. Stay For The Night (6:10)

Gesamtspieldauer: 38:22



PÆNDA, das ist die österreichische Electronic-Pop Musikerin Gabriela Horn, die im Januar 1988 in Deutschlandsberg in der Steiermark geboren wurde. Ihr Debut „Evolution I“ wurde 2018 veröffentlicht, heute am 26. April erscheint ihr zweites Studioalbum „Evolution II“ auf dem Plattenlabel Universal Music. Darauf enthalten ist das Lied „Limits“, welches den diesjährigen Beitrag Österreichs beim Eurovision Song Contest im Mai in Tel Aviv darstellt.

Die Musik von PÆNDA steht für leichten und eingängigen Electronic Pop, der an keiner Stelle und mit keinem Akkord kompliziert klingt. Dazu gesellen sich noch ein paar Anleihen des Hip-Hops und des Technos. Melodiös und schnell ins Ohr gehen soll diese Musik, die bestens dazu geeignet ist im Radio zu laufen, um dort kompromisslos gute Laune zu verbreiten. Die Lieder benötigen dabei keine Anlaufzeit und genau dies ist auch der Ansatz der Musik von PÆNDA, über welche die Sängerin selbst sagt: „Mein Gradmesser ist meine Schwester. Wenn sie eine Minute nach Vorspielen eines Songs die Hookline nicht nachsingt oder summt, dann weiß ich, dass der Song nicht stark genug ist.“

Die Lieder klingen zumeist fröhlich bis optimistisch. Einzige Ausnahme stellt im Grunde genommen das bereits erwähnte Lied „Limits“ dar, welches auf der großen Bühne des Eurovision Song Contests zu hören sein wird. Das Lied ist eine nachdenklich klingende Ballade, melancholisch bis sentimental gehalten, bei der die sehr wandlungsfähige Stimme der Gabriela Horn sehr schön zur Geltung kommt. Das Lied ist eindrücklicher und man darf gespannt sein, wie dieser Titel beim Publikum ankommen wird.

Fazit: PÆNDA steht für unkomplizierten und eingängigen Electronic Pop. Ein Lied muss ganz schnell „zünden“, das merkt man der Musik der Österreicherin an. Electronic, Pop, Hip-Hop und ein wenig Techno werden hier in eine leicht zu konsumierende Form gegossen und unterhalten. Fröhliche Radiomusik, der das große Publikum beim diesjährigen Eurovision Song Contests schon mal sicher ist. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Limits



Donnerstag, 25. April 2019

Saba Alizadeh – Scattered Memories




Saba Alizadeh – Scattered Memories


Label: Karl Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Elektronische Musik, Experimentell, Ambient


Trackliste: 

1. Blood City (4:20)
2. Dream (3:09)
3. Colors Wove Me In Teheran (5:45)
4. Would You Remember Me (5:12)
5. Elegy For Water (5:52)
6. Scattered Memories (7:11)
7. Ladan Dead End (Kamancheh Version) (2:49)
8. Fever (3:20)
9. Greetings To Earthfire (3:18)
10. Fluid (3:10)

Gesamtspieldauer: 44:06



Darf ich als jemand mit amerikanischem Pass noch diese Platte hören, darüber schreiben, sie als eine der besten bezeichnen, die ich in diesem Jahr gehört habe? Immerhin ist Saba Alizadeh aus Teheran. Ein Iraner, der ein Soundtüftler ist, der klassische Instrumente aus Persien mit elektronischen Klangbildern vereint. Und das in einer wunderbar nahegehenden, mitreißenden, völlig einnehmenden Weise.

„Scattered Memories“ heißt die LP, die bei Karl Records in Berlin erschienen ist. Eine Platte zum Zuhören, zum Eintauchen in diese klangliche Wunderwelt. Alizadeh ist wie ein Geschichtenerzähler, der sein Buch öffnet und von dieser anderen, für mich fremden, doch faszinierenden Welt berichtet. Die Lieder sind mal ganz zart, ganz leise, behutsam. Mal werden die Töne der traditionellen Kamanche verändert, erweitert, bereichert. „Scattered Memories“ ist eine beeindruckende Ambient Reise, die einen in eine Welt zwischen Tradition und Moderne führt. Klassik, Ambient, Drone, Electronic und Experimentell. Saba Alizadeh verbindet all das meisterlich auf diesem Album. Vor wenigen Jahren gründete er auch noch „Noise Works“, eine Plattform und ein Label für ungewöhnliche Konzerte und experimentelle Musiker im Iran, darunter Auftritte in ausgetrockneten Reservoirs, um auf die Wasserknappheit in einigen Gebieten des Irans hinzuweisen.

Der Iran ist eines dieser Länder, die ich gerne besuchen, gerne selbst erleben möchte. Diese Platte von Saba Alizadeh ist wie eine Postkarte von dort, ein einladend-tönender Bilderreigen, ein modernes Klangbuch aus 1001 Nacht. Es ist der Soundtrack aus einem – für mich – unbekannten Land, das es zu entdecken gilt.



Mittwoch, 24. April 2019

Premiata Forneria Marconi – L’Isola Di Niente




Premiata Forneria Marconi – L’Isola Di Niente


Besetzung:

Franco Mussida – guitars, lead vocals
Flavio Premoli – keyboards, lead vocals
Mauro Pagani – violin, flute, vocals
Patrick Djivas – bass, vocals
Franz Di Cioccio – drums, percussion, vocals


Label: BMG (ursprünglich Numero Uno)


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. L‘Isola Di Niente (10:48)
2. Is My Face On Straight (6:41)
3. La Luna Nuova (6:27)
4. Dolcissima Maria (4:08)
5. Via Lumiére (7:25)

Gesamtspieldauer: 35:29



„L’Isola Di Niente“ heißt das dritte Studioalbum der italienischen Progressive Rock Band Premiata Forneria Marconi, wenn man „Photos Of Ghosts“ nicht mitrechnet, was lediglich die englische Version des zweiten Albums „Per Un Amico“ darstellt. „L’Isola Di Niente“ wurde ursprünglich auf dem Plattenlabel Numero Uno veröffentlicht und erschien schließlich erneut in Form einer Compact Disc auf dem Label BMG Records.

„L’Isola Di Niente“ stellt durchaus eine kleine Weiterentwicklung der Musik von Premiata Forneria Marconi dar. Zwar ist auf dem Album immer noch sehr melodischer Progressive Rock zu hören, doch gibt es bereits vermehrt Passagen, die nicht sofort ins Ohr gehen, etwas „schräger“ klingen und deutlich frickeliger arrangiert sind. Dies sorgt zweifelsohne für noch mehr Abwechslung in der Musik von Premiata Forneria Marconi. Wenn dann auch noch diese treibenden und weniger melodiösen Abschnitte letztendlich doch noch in reiner Harmonie aufgehen, dann geht das Herz des Prog-Fans auf.

Höhepunkt der Scheibe ist gleich das Eröffnungsstück und der Titeltrack des Albums. Das Lied „L’Isola Di Niente“ beginnt mit Chorgesängen, die mich ein klein wenig an Carl Orff erinnern. Die Überraschung zum Auftakt ist gelungen, doch anschließend geht das Lied in ein eingängiges Progressive Rock Stück über, welches alle Ingredienzien eines Klassikers dieses musikalischen Genres beinhaltet. Nach vorne preschende Passagen neben wunderschönen schwebenden Melodien. Fast schon sphärische Abschnitte und anschließend wiederum viele Takte angefüllt mit ausschweifender Rhythmik. Insgesamt ein Lied, welches vom ersten bis zum letzten Takt zu überzeugen weiß. Auch die restlichen Nummern auf „L’Isola Di Niente“ lohnen, sodass dem Hörerlebnis nichts im Wege steht – wenn man sich denn darauf einlassen kann, denn auf dem Album hört man sicherlich keine Musik, die zum „Nebenbei-Hören“ taugt. Man bekommt Harmonien bis hin zu jazzigen Ausbrüchen präsentiert und auch in dieser Breite kann die Musik überzeugen und fesseln.

Fazit: Auch mit ihrem dritten Album, welches den Titel „L’Isola Di Niente“ trägt, ist der italienischen Band Premiata Forneria Marconi ein Höhepunkt im Bereich des Progressive Rocks gelungen. Die ganze Abwechslung der vorwiegend melodisch ausgeprägten Variante dieses musikalischen Genres gibt es auf dem Album zu hören. Dieses Mal ist es jedoch nicht nur Melodiösität, die man auf diesem Album zu hören bekommt, sondern durchaus auch mal fordernde Klänge. Der Abwechslung tut dies gewiss gut. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: L’Isola Di Niente



Dienstag, 23. April 2019

Banco Del Mutuo Soccorso – Io Sono Nato Libero




Banco Del Mutuo Soccorso – Io Sono Nato Libero


Besetzung:

Francesco Di Giacomo – vocals
Vittorio Nocenzi – organ, synthesizer, spinet
Gianni Nocenzi – piano, electric piano
Marcello Todaro – electric guitar, acoustic guitar
Renato D'Angelo – bass, acoustic guitar
Pierluigi Calderoni – drums, percussion


Gastmusiker:

Rodolfo Maltese – acoustic and electric guitar
Silvana Aliotta – percussion
Bruno Perosa – percussion


Label: Sony BMG (ursprünglich Dischi Ricordi)


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. Canto Nomade Per Un Prigioniero Politico (15:46)
2. Non Mi Rompete (5:07)
3. La Città Sottile (7:13)
4. Dopo...Niente È Più Lo Stesso (9:54)
5. Traccia II (2:39)

Gesamtspieldauer: 



„Io Sono Nato Libero“, was auf Deutsch „Ich wurde frei geboren“ bedeutet, ist der Titel des dritten Studioalbums der italienischen Progressive Rock Band Banco Del Mutuo Soccorso. Das Album erschien im Jahr 1973 ursprünglich auf dem Plattenlabel Dischi Ricordi und wurde von BMG auf Compact Disc wiederveröffentlicht. Die beiden Lieder „Non Mi Rompete“ sowie „La Città Sottile" wurden zudem als Singles ausgekoppelt.

Die Musik von Banco Del Mutuo Soccorso auf „Io Sono Nato Libero“ ist keineswegs nur harmonisch und melodiös, wie auf vielen anderen Platten des italienischen Progressive Rocks der damaligen Zeit. Auf „Io Sono Nato Libero“ gibt es zwar auch jene Passagen zum Niederknien, die das Herz erweichen, jedoch auch Abschnitte, die eher erarbeitet werden wollen und von ihrer Machart deutlicher an Emerson, Lake and Palmer, denn an zum Beispiel Genesis und Yes erinnern. Doch auch dieser Vergleich hinkt einigermaßen, denn Banco Del Mutuo Soccorso stehen auch auf diesem Album eher für sich selbst. Mögen bestimmte Einflüsse in die Musik der Italiener einfließen, eigenständig bleibt diese allemal und durchgängig.

Ein Erlebnis ist dabei einmal mehr auch der Gesang des Francesco Di Giacomo. Flehend, flüsternd, anklagend, entschuldigend, theatralisch, fröhlich, traurig und nach noch viel mehr klingt seine Stimme. Auch wenn man nicht weiß oder versteht, was gerade im Text der Musik passiert, der Gesang des Francesco Di Giacomo scheint es durch den Klang seiner Stimme zu vermitteln. Das klingt lederzeit sehr beeindruckend und an keiner Stelle übertrieben. Die Lieder sind insgesamt alle sehr mehrschichtig aufgebaut, bestehen aus verschiedenen Passagen, welche ineinander überfließen. So finde ich noch nicht einmal ein Lied, welches den Höhepunkt der Scheibe darstellt. Vielmehr ist es so, dass in diesem Lied jener Abschnitt, in einem anderen Titel ein anderer Part besonders begeistert. Sehr abwechslungsreiche Musik. Um an dieser Stelle doch zwei Nummern zu erwähnen, seien hier der Opener, das Lied „Canto Nomade Per Un Prigioniero Politico“ sowie das letzte Stück des Albums, „Traccia II“, genannt. Erster Titel aufgrund seines Ideenreichtums und der Abwechslung, letzte Nummer aufgrund ihrer Melodiösität und fröhlichen Eingängigkeit.

Fazit: Banco Del Mutuo Soccorso zelebrieren auf ihrem dritten Album mit dem Titel „Io Sono Nato Libero” nicht die uneingeschränkte symphonische Harmonie, liefern diese allerdings phasenweise mit. Genau das macht diese Platte auch aus, diese breite Abwechslung, die es auf dem Album zu hören gibt: Italienischen Progressive Rock der 70er Jahre, unabhängig und eigenständig. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Canto Nomade Per Un Prigioniero Politico, Traccia II