Samstag, 20. Oktober 2012

Madonna - True Blue


  

Madonna – True Blue


Besetzung:

Madonna – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Dave Boroff – saxophone
Stephen Bray – drum programming, drums, keyboards, programming
Paulinho Da Costa – percussion
Bruce Gaitsch – electric guitar, rhythm guitar
Dann Huff – guitar
Paul Jackson, Jr. – guitar
Pat Leonard – drum programming, keyboards
Patrick Leonard – drum programming, drums, keyboards, programming
Bill Meyers -– strings
Billy Meyers – string arrangements
Jonathan Moffett – drums, percussion, background vocals
John Putnam – guitar, acoustic and electric guitar
David Williams – rhythm guitar, background vocals
Fred Zarr – Keyboards
Keithen Carter – background vocals
Siedah Garrett – background vocals
Jackie Jackson – background vocals
Edie Lehmann – background vocals
Richard Marx – background vocals


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Papa Don't Preach (5:45)
2. Open Your Heart (4:13)
3. White Heat (4:36)
4. Live To Tell (5:53)
5. Where's The Party (4:20)
6. True Blue (4:18)
7. La Isla Bonita (4:02)
8. Jimmy Jimmy (3:56)
9. Love Makes The World Go Round (4:31)


Bonus Tracks:

10. True Blue (The Color Mix) (6:40)
11. La Isla Bonita (Extended Remix) (5:26)

Gesamtspieldauer: 52:34




Madonnas drittes Album erschien 1986 und trägt den Titel „True Blue“. Nun, was hat sich zu den beiden vorherigen Alben verändert? Nicht allzu viel. Die Musik geht immer noch in die Richtung Synthie Pop bis Disco Pop. Allerdings ist es doch nicht mehr ganz dasselbe, wie auf „Madonna“ und „Like A Virgin“, denn Madonna hat inzwischen das Singen gelernt. Die zwei Jahre Pause scheinen der Künstlerin gut getan zu haben. Ihre Stimme klingt nun deutlich voller und variantenreicher und nicht mehr so fiepsig und flach.

Die Musik geht ganz klar wieder in die Richtung der vergangenen Alben und passt von daher perfekt in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts und nur noch sehr wenig in dieses Jahrtausend. Allerdings, muss man Madonna zugestehen, dass die Melodien besser geworden sind. Nicht alle, doch gibt es auf dem Album immerhin vier Titel, die dann doch hängenbleiben und die man auch nach vielen Jahren immer wieder mit Madonna in Beziehung setzen wird. Klar ist das keine hochanspruchsvolle beziehungsweise hochgeistige Musik, aber ein gewisser Wiedererkennungswert kann hier auch nicht so einfach wegdiskutiert werden.

Okay, das war es aber auch schon. Der Rest (außer die vier Anspieltipps) ist grottenschlecht und absolut belanglos. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die Anspieltipps toll sind – aber sie sind zumindest erträglicher und manchmal sogar ganz nett. Als Zugabe gibt es auf der remasterten Version dann wieder zwei Dance-Mixe. Wer es braucht...

Fazit: Madonna kann ein wenig besser singen und manche Songs sind einen Tick besser geworden. Ein gutes Album ist das immer noch nicht, aber immerhin eine etwas bessere Platte, als die beiden Vorgänger. Vier Punkte, mehr gibt es dafür trotzdem nicht.

Anspieltipps: Papa Don't Preach, Live To Tell, True Blue, La Isla Bonita




Freitag, 19. Oktober 2012

The Byrds – Untitled / Unissued




The Byrds – Untitled / Unissued


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
Skip Battin – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Pop, Rock, Folk, Country


Trackliste:

CD 1:

1. Lover Of The Bayou (Live) (3:39)
2. Positively 4th Street (Live) (3:04)
3. Nashville West (Live) (2:07)
4. So You Want To Be A Rock 'n' Roll Star (Live) (2:39)
5. Mr. Tambourine Man (Live) (2:14)
6. Mr. Spaceman (Live) (3:08)
7. Eight Miles High (Live) (16:08)
8. Chesnut Mare (5:12)
9. Truck Stop Girl (3:24)
10. All The Things (3:08)
11. Yesterday's Train (3:36)
12. Hungry Planet (4:57)
13. Just A Season (3:57)
14. Take A Whiff On Me (3:29)
15. You All Look Alike (3:07)
16. Welcome Back Home (7:40)


CD 2:

1. All The Things (Alternate Version) (4:58)
2. Yesterday's Train (Alternate Version) (4:11)
3. Lover Of The Byou (Studio Recording) (5:15)
4. Kathleen's Song (Alternate Version) (2:37)
5. White's Lightning Pt.2 (Studio Recording) (2:22)
6. Willin' (Studio Recording) (3:33)
7. You Ain't Going' Nowhere (Live Recording) (2:56)
8. Old Blue (Live Recording) (3:30)
9. It's Alright Ma (I'm Only Bleeding) (Live Recording) (2:49)
10. Ballad Of Easy Rider (Live Recording) (2:22)
11. My Back Pages (Live Recording) (2:41)
12. Take A Whiff On Me (Live Recording) (2:46)
13. Jesus Is Just Alright (Live Recording) (3:09)
14. This Wheel's On Fire (Live Recording) (6:16)

Gesamtspieldauer: 2:00:50




1970 erschien das neunte Studioalbum der Byrds, welches ursprünglich ein Doppelalbum war. Auf Schallplatte 1 befanden sich sieben Live-Versionen, auf Platte 2 dann noch mal neun neue Studioaufnahmen. Betitelt wurde das Album nicht, sodass es unter dem Namen „Untitled“ veröffentlicht wurde. Auf der remasterten Fassung wurde nun zu diesen sechszehn Stücken noch mal vierzehn auf einer zweiten CD dazugepackt, die ebenfalls aus Studio- wie aus Live-Versionen bestehen. Und somit hat das Album nun auch gleich einen neuen Namen bekommen: „Untitled / Unissued“.

Eine erneute Umbesetzung hatte es in der Band gegeben. John York hatte auf Druck von Roger McGuinn nach den Aufnahmen zu „Ballad Of Easy Rider“ die Band verlassen und war durch Skip Battin ersetzt worden. Inwieweit welcher der beiden Bassisten allerdings auf den Live-Versionen vertreten ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber da wären wir schon bei den Live-Titeln. Hierbei scheint es sich um zwei Konzerte zu handeln, denn die ersten sechs Stücke sind mit Applaus verbunden. Hier bekommt man eine schöne Zusammenstellung einiger Byrds-Klassiker. Und schließlich, als Höhepunkt, eine sechszehnminütige Version von „Eight Miles High“. Diese kann sich zwar nicht mit der von „Golden Earring“ messen, ist allerdings trotzdem überaus gelungen. Hier werden die Instrumente mitunter richtiggehend malträtiert und manches Mal erinnert es fast schon an eine Improvisation. Diese wäre dann allerdings absolut klasse gemacht und ist natürlich auch keine.

Kommen wir zum Studioanteil des Albums. Hier hat sich der neue Bassist Skip Battin des Öfteren mit eingebracht. Das ist im Fall von „Yesterday’s Train“, einem Stück, welches er zusammen mit Gene Parsons geschrieben hat - grausam, da es wieder so ein unsägliches Country Lied ist. Im Falle von „You All Look Alike“ und „Welcome Back Home“ ist das okay, denn hierbei handelt es sich um Folk, der aber klingt und bei letzterem Titel sogar richtig abgefahren ist. „Hungry Planet“ schließlich schrieb er zusammen mit Roger McGuinn. Eine Nummer die sogar ein wenig rockt – endlich mal wieder möchte man da fast schon sagen.

Der Rest klingt durch die Bank weg sehr folkig. Manches Mal wird zwar auch die Grenze zur Country Musik angetestet, allerdings ohne allzu große Spuren in diesem Genre zu hinterlassen. Und mit „Just A Season“ befindet sich sogar eine Nummer darunter, die sofort ins Ohr geht und richtig gut gelungen ist.

Bliebe noch CD 2 der remasterten Ausgabe. Hier gibt es einige alternative Versionen zu hören, neben Studio- und weiteren Live-Versionen. Bei den Studio-Versionen ist vor allem die von „Lover Of The Bajou“ hervorzuheben, die hier viel länger als die Live-Version ist und richtig gut rockt. Letzteres macht auch „White's Lightning Pt.2“ - allerdings instrumental.

Die noch vorhandenen Live-Versionen gehen meist wieder sehr in die Country-Richtung, mit nur wenigen Ausnahmen. Aber da muss man sich wahrlich nicht beschweren, ist ja eine Zugabe. Und außerdem kommen die beiden Dylan-Nummern „It's Alright Ma (I'm Only Bleeding)“ und „This Wheel's On Fire“ richtig gut und eben nicht im Country-Gewand. „Amazing Grace“ als „Hidden Track“ überrascht dann aber doch ein wenig in der Version der Byrds.

Fazit: Nein, da darf man sich nicht beschweren. Das ist wirklich eine Steigerung, wenn man an die vorherigen Alben denkt. Die Live-Platte ist gut, wenn auch nicht berauschend und die Studiosongs haben endlich wieder eine Qualität, die nicht immer nur etwas mit Country zu tun hat. Schließlich gibt es noch eine ganze CD mit Zugaben, die auch noch ein paar Perlen bereithält. Keine überragende Platte, aber wahrlich auch keine schlechte. Da steigt das Punktekonto wieder an. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lover Of The Bayou (live), Eight Miles High, Hungry Planet, Just A Season, Welcome Back Home, Lover Of The Bajou (Studio), It's Alright Ma (I'm Only Bleeding), This Wheel's On Fire



Dienstag, 16. Oktober 2012

Foreigner – Head Games





Foreigner – Head Games


Besetzung:

Lou Gramm – vocals, percussion
Rick Wills – bass, vocals
Ian McDonald – guitar, keyboards, vocals
Mick Jones – guitar, keyboards, piano, vocals
Dennis Elliot – drums, vocals
Al Greenwood – keyboards, synthesizer


Label: Warner Brother Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: AOR


Trackliste:

1. Dirty White Boy (3:39)
2. Love On The Telephone (3:18)
3. Women (3:24)
4. I'll Get Even With You (3:40)
5. Seventeen (4:36)
6. Head Games (3:38)
7. The Modern Day (3:26)
8. Blinded By Science (4:56)
9. Do What You Like (3:59)
10. Rev On The Red Line (3:35)

Gesamtspieldauer: 38:09




Man weiß einfach was man bekommt, wenn man sich die ersten Platten von Foreigner aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts anhört. Das ist meist sehr eingängiger Rock, „American Orientated Rock“, der durchaus seine Höhepunkte besitzt und bei dem die Band nicht allzu viel Wert auf die Texte gelegt zu haben scheint. Zumindest inhaltlich gibt es da kaum Abwechslung, das Thema „Liebe“ steht auch auf der dritten Platte „Head Games“ aus dem Jahr 1979 im Mittelpunkt.

Aber auch auf dem dritten Streich der New Yorker gibt es richtig gute Titel zu entdecken. „Love On The Telephone“ ist so eine Nummer, die richtig schön rockt, eine schöne Melodie aufweist und vom Text her – das lassen wir mal lieber. Trotzdem, ein richtig gutes Lied. Oder auch der Titeltrack „Head Games“. Wirklich ein toller Rocksong, der es schafft einen mitzureißen und schnell, ganz schnell ins Ohr geht und sich dort auch langfristig festsetzt.

Auf den ersten beiden Alben waren meist die Titel am besten, die rockten. Bei den langsameren Stücken war die Nähe zum Schmalz meist nur einen winzigen kleinen Schritt entfernt. Allerdings ist dies nicht bei „Blinded By Science“ der Fall. Eine gelungene Ballade wird dem Hörer hier präsentiert und dieses Mal hat das Thema „Liebe“ auch keinen Auftritt. Man könnte sogar sagen, dass dieses Lied sogar ein kritisches ist. Wahrlich nicht alltäglich für Foreigner.

Auch die restlichen sieben Stücke sind alle hörbar, aber man muss diesem absolut glatten und eingängigen Stadion-Rock eben auch was abgewinnen können.

Fazit: Das dritte Album von Foreigner ist etwas rockiger als die beiden Vorgänger und besitzt auch weniger Ausreißer nach unten. Alles ist gut hörbar, auch heute noch, über dreißig Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung. Für manche ist das vielleicht fast schon ein wenig flach, aber für solche Songs wie „Head Games“ wäre es wirklich sehr schade, sie nie gehört zu haben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Love On The Telephone, Head Games, Blinded By Science





Sonntag, 14. Oktober 2012

Tenacious D – The Pick Of Destiny




Tenacious D – The Pick Of Destiny


Besetzung:

Jack Black – vocals, acoustic guitars
Kyle Gass – vocals, acoustic guitars


Gastmusiker:

David Grohl – drums, demon vocals on “Beelzeboss (The Final Showdown)”
Ronnie James Dio and Meat Loaf – additional vocals on “Kickapoo”
John Spiker – bass, background vocals, clavinet
John Konesky – electric guitar
Liam Lynch – additional guitar, additional bass
John King – drum programming
Andrew Gross – orchestral arrangements
Casey Stone – baritone sax, piano


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Soundtrack


Trackliste:

1. Kickapoo (4:14)
2. Classico (0:59)
3. Baby (1:36)
4. Destiny (0:37)
5. History (1:42)
6. The Government Totally Sucks (1:35)
7. Master Exploder (2:25)
8. The Divide (0:22)
9. Papagenu (He's My Sassafrass) (2:24)
10. Dude (I Totally Miss You) (2:54)
11. Break In-City (Storm the Gate!) (1:22)
12. Car Chase City (2:42)
13. Beelzeboss (The Final Showdown) (5:36)
14. POD (2:32)
15. The Metal (2:46)

Gesamtspieldauer: 33:46




Auch das zweite Album der Band Tenacious D hält einige Highlights parat, auch wenn es sich bei „The Pick Of Destiny“ um einen Soundtrack handelt, der 2006 erschienen ist. Auch auf diesem Album bekommt man eine volle Dröhnung Rock verabreicht, die immer wieder zu gefallen weiß.

Jack Black und Kyle Gass konnten auch auf dieser Veröffentlichung wieder David Grohl von den Foo Fighters am Bass für ihr Projekt gewinnen. Und zwei prominente Gäste gibt es auch beim Gesang. Ronnie James Dio und Meat Loaf steuern die Vocals bei einem Song mit dazu.

Die Melodien sind immer wieder packend, der Rhythmus lädt zum Mitwippen ein. Manchmal bewegt sich das Album in den Gefilden des Hard Rock, manchmal klingt es auch nach klassischer Musik. David Grohl „growlt“ sogar fast beim Song „Beelzeboss (The Final Showdown)“, bei dem er im Film den Teufe spielt. Ein sehr breit gefächertes Spektrum bekommt man hier also zu hören. Auf die Gags, die beim ersten Album auch immer wieder mit eingespielt wurden, muss man hier allerdings natürlich aufgrund des zugrunde liegenden Soundtracks verzichten.

Fazit: Auf “The Pick Of Destiny” hört man klasse Rock Musik, die immer wieder mitreißen kann. Allerdings hört man hier auch wieder – und zwar ununterbrochen – Fäkalsprache, die einfach nur noch nervt. Das mag ja mal ganz lustig sein, aber durchgehend und immer dieses Wort mit „f“ einzubauen, erscheint mir dann doch ein wenig übertrieben. Die Songs sind gut, jedoch nicht ganz so begeisternd wie auf dem Debut-Album. Gefallen kann das Album allerdings trotzdem immer wieder und wieder. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Kickapoo, Baby, Destiny, History, Master Exploder, Papagenu (He's My Sassafrass), Dude (I Totally Miss You), Beelzeboss (The Final Showdown), POD





Samstag, 13. Oktober 2012

Renaissance - Novella




Renaissance – Novella


Besetzung:

John Tout – keyboards, vocals
Annie Haslam – lead vocals
Jon Camp – bass, bass pedals, acoustic guitar, vocals
Terence Sullivan – drums, percussion, vocals
Michael Dunford – acoustic guitars, vocals


Gastmusiker:

Richard Hewson – orchestral arrangements


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: September 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Can You Hear Me? (13:40)
2. The Sisters (7:13)
3. Midas Man (5:46)
4. The Captive Heart (4:16)
5. Touching Once (Is So Hard To Keep) (9:27)

Gesamtspieldauer: 40:21




Die Hochphase des Progressive Rock war eigentlich Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts bereits vorbei, doch noch zwei Jahre später legte die britische Band Renaissance mit „Novella“ ein Album vor, welches mit melodiösem Progressive Rock nur so vollgepackt ist.

Progressive Rock ist ein weites Feld. Da gibt es die „frickelige“ Fraktion, die immer wieder mal von Emerson, Lake and Palmer eingenommen wurde. Und da gibt es den Gegenpart: Renaissance. Alles an der Musik der britischen Band ist Mitte der 70er Jahre harmonisch und melodiös, eingängig und irgendwie warm. Das mag zum einen an der Stimme Annie Haslams liegen – aber nicht nur. Es ist die Musik selbst, die nur so vor harmonischen Akkorden überquillt, die einen einhüllt, die den Hörer becirct und umgarnt.

Allein der Opener „Can You Hear Me?“. Orchestral startet das Lied, um dann in einen unglaublich prägnanten Teil überzugehen, in dem Annie Haslam immer wieder dieses „Can You Hear Me?“ hinaussingt, hinausruft, hinausfleht, hinaushaucht. Wenn es die Wahl zum eingängisten Progressive Rockstück geben würde, „Can You Hear Me?“ würde einen Platz ganz, ganz weit vorne einnehmen. Wirklich sehr gut gemacht. Hier gibt es auch immer wieder die Parts, die ein wenig an die frühen Genesis erinnern. Diese gibt es auch beim letzten Titel „Touching Once (Is So Hard To Keep)“. Klar unterscheidet sich die Musik der beiden Bands deutlich, aber einige Parallelen sind hier nicht zu überhören – und zwar immer dann, wenn Tempo- und Stilwechsel Einzug in den jeweiligen Song halten.

Auch „The Captive Heart“ ist sowas von angenehm, von harmonisch und von eingängig, dass jeder „Rocker“ wohl seine Schwierigkeiten damit haben dürfte. Die Musik ist sanft und weich und auf ihre Art wohl am besten mit weiblich zu bezeichnen.

Fazit: „Novella“ ist ein tolles Album, welches sicherlich jedem gefallen dürfte, der auf Harmonie und Melodiösität in der Musik steht. Hier gibt es zwar keine Ecken und Kanten, alles klingt auf seine Weise, und diese Eingängigkeit gibt es nicht häufig auf einem Album, egal von welcher Band, zu hören. Übrigens merkt man dies auch schon am Album-Cover. Ja das Label „weibliche progressive Musik“ finde ich hier ganz passend. Und jeder „Kerl“ der sich darauf einlassen kann, der wird hier auch seine Freude haben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Can You Hear Me?, The Captive Heart, Touching Once (Is So Hard To Keep)




Freitag, 12. Oktober 2012

Madonna – Like A Virgin




Madonna – Like A Virgin


Besetzung:

Madonna – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Bernard Edwards – bass
Brenda King – background vocals
Lenny Pickett – saxophone
Nile Rodgers – guitar, synclavier
Robert Sabino – synthesizer
Frank Simms – background vocals
George Simms – background vocals
Tony Thompson – drums


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Material Girl (4:02)
2. Angel (3:56)
3. Like A Virgin (3:39)
4. Over And Over (4:12)
5. Love Don't Live Here Anymore (4:50)
6. Dress You Up (4:02)
7. Shoo-Bee-Doo (5:17)
8. Pretender (4:31)
9. Stay (4:09)


Bonus Tracks:

10. Like A Virgin (Extended Dance Remix) (6:11)
11. Material Girl (Extended Dance Mix) (6:07)

Gesamtspieldauer: 50:54




Auch auf dem zweiten Album von Madonna, welches ein Jahr nach dem Debut im Jahr 1984 entstand, bekommt man Disco-Pop in Vollendung zu hören. Leider hat sich bis hierher auch die Stimme der Sängerin noch nicht entscheidend verbessert. Das wirkt alles schon sehr dünn, wenn man sich diese Platte knapp dreißig Jahre nach ihrem ursprünglichen Entstehungsdatum anhört.

„Like A Virgin“ heißt die Scheibe, die nach dem größten Hit des Albums benannt wurde. Allerdings präsentiert sich Madonna auf dem Cover nicht wie eine Jungfrau, sondern eher wie ein „Material Girl“, dem zweiten Hit der Platte. Beiden Stücken kann man zumindest einen gewissen Wiedererkennungswert wahrlich nicht absprechen. Trotzdem scheint die Zeit für diese Art Musik heute einfach vorbei zu sein. Und wenn man Madonna dieser Tage mit aktuelleren Liedern hört, klingt das dann doch schon ganz anders.

Nun, was gibt es noch an erwähnenswerten Stücken auf „Like A Virgin“? Leider nicht viel, aber vielleicht findet jemand seine Freude daran, wenn sie oder er auf Synthie-Pop und plastikähnliche Discolaute steht. Die Melodien geben allerdings gar nichts mehr her. Langeweile pur. „Love Don't Live Here Anymore“ fällt dabei noch ein kleines bisschen aus dem Rahmen, was an den Violin-Parts und dem echten Schlagzeug liegt. Umhauen kann einen dieses Stück allerdings auch nicht. Immerhin aber mal eine Abwechslung vom drögen Disco-Einerlei.

Der ganze Rest ist plumpes und einfallsloses Gedudel. Bei „Shoo-Bee-Doo“ hört man allerdings zunächst noch ein Piano und das Stück beginnt balladenartig, um dann jedoch auch wieder in diesen Discorhythmus zu verfallen – wenn auch etwas langsamer. Und der Text: wahnsinnig schlecht. Okay, geschenkt bei dem Liedtitel. Als Zugaben gibt es zwei verlängerte „Dance-Remixe“ der beiden Hits. Wer gerne auf solche Musik abtanzt, kann hier seinen Vorlieben freien Lauf lassen.

Fazit: Nein, das ist keine Musikgeschichte. Vielleicht ist das Madonna als Künstlerin, dieses Album aber auf jeden Fall nicht. Die Musik ist oberflächlich und zum größten Teil unglaublich langweilig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Material Girl, Like A Virgin, Love Don't Live Here Anymore





Donnerstag, 11. Oktober 2012

The Byrds – Ballad Of Easy Rider




The Byrds – Ballad Of Easy Rider


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
John York – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Country, Pop


Trackliste:

1. Ballad Of Easy Rider (2:00)
2. Fido (2:40)
3. Oil In My Lamp (3:13)
4. Tulsa County (2:49)
5. Jack Tarr The Sailor (3:31)
6 Jesus Is Just Alright (2:10)
7. It’s All Over Now, Baby Blue (4:53)
8. There Must Be Someone (I Can Turn To) (3:29)
9. Gunga Din (3:03)
10. Deportee (Plane Wreck At Los Gatos) (3:50)
11. Armstrong, Aldrin And Collins (1:41)


Bonus Tracks:

12. Way Beyond The Sun (2:56)
13. Mae Jean Goes To Hollywood (2:44)
14. Oil In My Lamp (Alternate Version) (2:02)
15. Tulsa County (Alternate Version) (3:39)
16. Fiddler A Dram (Moog Experiment) (3:10)
17. Ballad Of Easy Rider (Long Version) (2:26)
18. Build It Up (Instrumental) (5:34)

Gesamtspieldauer: 56:52




Noch im selben Jahr wie das siebte Album, veröffentlichten die Byrds auch gleich noch ihr achtes „reguläres“ Studioalbum. Viel Zeit für den Prozess des Komponierens scheinen sich die vier Musiker dabei nicht genommen zu haben, denn es befinden sich hauptsächlich Cover-Versionen auf „Ballad Of Easy Rider“. Und erneut ganz viel Country…

Mit „Ballad Of Easy Rider“, dem Namensgeber des Albums startet die Platte. Dieses Lied wurde von Roger McGuinn zum Soundtrack des Films „Easy Rider“ hinzugesteuert und hier fand es dann gleich noch mal Verwendung. Eine ganz nette Folk-Rock-Nummer.

Mit „Jack Tarr The Sailor” gibt es noch eine gute Nummer auf dem Album. Dabei handelt es sich bei dem Stück um ein traditionelles Seemannslied, welches von Roger McGuinn neu überarbeitet und arrangiert wurde. „Fido“ ist eine Pop-Rock-Nummer und bei „Jesus Is Just Alright“ betätigen sich die Byrds überraschenderweise sogar als Gospel-Singer. Leider nicht sehr überzeugend.

„It’s All Over Now, Baby Blue” von Bob Dylan wird auf der Platte so etwas von uninspiriert und langweilig gecovert, dass es nur schwer zu wertragen ist. Genau wie der Rest, bei dem es sich wiederum um schlecht gemachte Country-Musik handelt.

Und Country-Musik findet sich auch größtenteils auf den Bonus-Tracks. Ausnahmen sind da nur die letzten beiden Stücke. Eins davon ist „Ballad Of Easy Rider“ in einer etwas längeren Version. Die allerletzte Nummer des Albums heißt „Build It Up“, ist eine Art Rock‘n‘Roll und instrumental, also ohne Gesang eingespielt. Dann gibt es ab 2:30 eine Pause und wenig später folgt ein „Hidden Track“, bei dem es sich wohl um Werbung für das Album handelt. Besonders erwähnenswert dabei erscheint mir folgender Satz: “… and this is not a country music, this is not a city music, but maybe it’s an american kind of music …” Gut möglich, dass das stimmt.

Fazit: Bezogen auf das Zitat aus dem Radiotrailer muss ich wohl feststellen, dass ich Europäer bin und deshalb nur so wenig mit dieser Phase der Byrds anfangen kann. Hilft nichts, sind so oder so nur drei Punkte, die dieses Album verdient hat.

Anspieltipps: Ballad Of Easy Rider, Fido, Jack Tarr The Sailor




Mittwoch, 10. Oktober 2012

Kraftwerk – Kraftwerk 2




Kraftwerk – Kraftwerk 2


Besetzung:

Ralf Hütter – Orgel, elektrisches Klavier, Bass, Rhythmusmaschine, Glocken, Harmonika
Florian Schneider-Esleben – Flöte, Geige, Gitarre, Mischpult, Glocken


Label: Philips


Erscheinungsdatum: September 1972


Stil: Experimentalmusik


Trackliste:

1. KlingKlang (17:27)
2. Atem (2:55)
3. Strom (3:49)
4. Spule 4 (5:27)
5. Wellenlänge (9:37)
6. Harmonika (3:17)

Gesamtspieldauer: 42:31




Das, was für das Debut von Kraftwerk aus dem Jahr 1971 galt, das gilt auch für den Nachfolger, passenderweise mit Kraftwerk 2 betitelt, der ein Jahr später erschien: Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben, inzwischen zum Duo geschrumpft, versuchen sich am „Entlocken von Tönen“. Und dies ist beim ersten Stück „KlingKlang“ auch recht vielfältig. Hier werden Glocken eingesetzt, Gitarre, Querflöte, Orgel, Klavier, Bass und Geige. Das volle Programm eben. Auch ein Cello ist gegen Ende des Stücks zu hören, obwohl dieses in den Credits keine Erwähnung findet. Dazu kommt es hier auch zum ersten Einsatz einer Rhythmusmaschine, da den beiden Musikern in der Zwischenzeit der Drummer abhandengekommen war. Und diese Art der Perkussion klingt dann schon sehr ähnlich zu der Musik, mit der Kraftwerk berühmt werden sollten. Nun, „KlingKlang“ klingt wirklich. Mal etwas hektischer, mal etwas sphärischer und beruhigter, je nachdem wie diese Rhythmusmaschine gerade eben programmiert war. Das Stück hat was und erzeugt eine ganz eigene Stimmung und Atmosphäre, die sich so nicht allzu häufig in der Musik antreffen lässt. Das ist schon etwas Besonderes und Spezielles über die ganzen siebzehneinhalb Minuten lang.

Fünf weitere Titel sind auf der Platte enthalten. Und jetzt wird es wahrlich schwierig. „KlingKlang“ klingt und hatte eine Melodie, der man folgen konnte. Beim zweiten Stück „Atem“ ist das schon sehr viel schwieriger. Man hört Atemgeräusche, die immer mehr elektronisch verfremdet werden. Das ganze drei Minuten lang. „Strom“ klingt zunächst nach dem Stimmen einer Gitarre. Dem Stimmen einer E-Gitarre. Anschließend wird ein minimalistisches Motiv auf einer Akustik-Gitarre wiedergegeben. Sphärisch hinterlegt mit Klängen aus dem Keyboard und schließlich auch mit Querflöte, wächst das Stück und gewinnt an Intensität.

„Spule 4“ erscheint dann eher wie ein Experiment pur. „Was passiert eigentlich, wenn ich diesen Ton mal so, mal so verzerre, verfremde, bearbeite?“ Solche Gedankengänge scheinen den beiden Düsseldorfern hier mit Sicherheit nicht ganz fremd gewesen zu sein. „Spule 4“ hat keinerlei Struktur, keine Melodie, keinen Rhythmus. Nicht viel anders startet es beim fünften Stück des Albums „Wellenlänge“. Die Nummer ist allerdings etwas ruhiger und schwebender gehalten als sein Vorgänger. Und ab etwa Minute sechs passiert dann auch noch richtig was, was man wieder deutlicher als Musik identifizieren kann. Das wiederum hört sich dann auch gar nicht schlecht an.

Bliebe noch „Harmonika“. Erneut ein Improvisationsstück ohne jegliche Struktur, bei dem der Harmonika-Klang erneut elektronisch bearbeitet wurde. Ein reines Experiment, nicht anders klingt diese letzte Nummer.

Fazit: Kein alltägliches Album ist Kraftwerk 2. Hier wird wieder experimentiert was das Zeug hält. Allerdings gibt es auch immer wieder und mal mehr und mal weniger Melodien und Rhythmen zu hören. Die können dann durchaus gefallen. Ich glaube allerdings nicht, dass der Fan von Kraftwerk ab Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts etwas mit dieser Art von Musik anfangen kann. Daher scheint es aus Sicht von Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben sogar durchaus gerechtfertigt, auf eine Wiederveröffentlichung des Albums zu verzichten. Wegen den paar guten Stellen gibt es acht Punkte.

Anspieltipps: KlingKlang, Strom, Wellenlänge



Dienstag, 9. Oktober 2012

Noah And The Whale - Peaceful, The World Lays Me Down




Noah And The Whale – Peaceful, The World Lays Me Down


Besetzung:

Charlie Fink – vocals, guitar
Doug Fink – drums
Urby Whale – bass, xylophone
Tom Hobden – violin


Gastmusiker:

Laura Marling – background vocals
Sam Kinrade – trumpet
Jon Carvell – trombone
Jacqui Alul – flute


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Indie Folk


Trackliste:

1. 2 Atoms In A Molecule (2:05)
2. Jocasta (2:49)
3. Shape Of My Heart (2:54)
4. Do What You Do (4:17)
5. Give A Little Love (4:15)
6. Second Lover (4:04)
7. 5 Years Time (3:35)
8. Rocks And Daggers (4:33)
9. Peaceful, The World Lays Me Down (6:15)
10. Mary (3:28)
11. Hold My Hand As I'm Lowered (3:46)

Gesamtspieldauer: 42:01




„Peaceful, The World Lays Me Down” heißt das Debut-Album der englischen Indie-Folk Band Noah And The Whale aus dem Jahr 2008. Indie-Folk spielten sie zumindest zum Beginn ihrer Karriere und auf diesem ersten Album. Später sollte das alles ein wenig rockiger werden.

Wer auf äußerst unaufgeregte Musik steht, die ein klein wenig nach Mumford And Sons klingt, dem wird dieses Album hier sehr gefallen. Besser sollte man allerdings sagen, Mumford And Sons klingen ein wenig nach Noah And The Whale, denn die Band um Songschreiber und Texter Charlie Fink war ein klein bisschen früher da und dran.

Allerdings erreicht die Scheibe nicht ganz die Klasse ihrer „Nachahmer“ und deren Debut. Die Musik ist schön, aber diese ganz tollen und packenden Melodien, die einem bei solcher Art Musik einfach umschmeicheln müssen, die einen packen sollten und nicht mehr loslassen wollen – diese Melodien in den Liedern, die gibt es, jedoch leider nicht allzu breit gesät. Am ehesten können da so richtig das Eröffnungslied „2 Atoms In A Molecule“, „Jocasta“, der kleine Hit „5 Years Time“ sowie „Rocks And Daggers“ noch begeistern.

Unter den anderen Titeln befindet sich zwar auch keine schlechte Nummer, aber es will trotzdem nicht so recht zünden. Nett ist das zwar, aber eben nicht begeisternd. Eher Musik, die man hört, die zugegebenermaßen auch einen gewissen Wiedererkennungswert besitzt, die man aber nicht herbeisehnt und immer und immer wieder hören möchte. Dazu ist sie manchmal einfach zu ruhig, zu wenig aufregend und an manchen Stellen sogar ein wenig langweilig. Schmeichlerisch süß zwar, aber eben doch nicht das Besondere.

Trotzdem befindet sich auf „Peaceful, The World Lays Me Down” schöne Musik. Toll immer wieder der Violinen-Einsatz von Tom Hobden und auch der Background-Gesang von Laura Marling, die bis vor der Veröffentlichung auch festes Mitglied der Band war. Dazu hat Charlie Fink eine sehr angenehme Stimme, die hier perfekt passt und auch beim Liederschreiben immer wieder die richtige Idee.

Fazit: Schöne Musik gibt es auf “ Peaceful, The World Lays Me Down” von Noah An The Whale zu hören. Indie Folk, völlig unaufgeregt und immer sehr melodisch und harmonisch. Die Musik kann man nebenbei hören, es lohnt sich allerdings auch immer wieder, diesen Songs ein wenig mehr Spielraum einzuräumen und sich darauf zu konzentrieren. Dann wächst das Ganze noch. Wieder mal Musik, die in Richtung Kamin und nasskalte Novembertage tendiert. Neun Punkte.

Anspieltipps: 2 Atoms In A Molecule, Jocasta, 5 Years Time, Rocks And Daggers, Peaceful, The World Lays Me Down




Montag, 8. Oktober 2012

Tenacious D – Tenacious D




Tenacious D – Tenacious D


Besetzung:

Jack Black – lead vocals, guitar
Kyle Gass – lead acoustic guitar, vocals


Gastmusiker:

David Grohl – drums, guitar on track #’s 4, 7, 8, 11, 18, 20, 21
Steve McDonald – bass
Warren Fitzgerald – lead electric guitar
Page McConnell – keyboards
Alfredo Ortiz – percussion on track #’s 3, 15, 18, 20
Woody Jackson – sitar on track # 1
Andrew Gross – strings on track #’s 4, 6
Ken Andrews – guitar on track #’s 3, 10, 11, 15
John King – echoplex on track #7


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock


Trackliste:

1. Kielbasa (3:00)
2. One Note Song (1:24)
3. Tribute (4:08)
4. Wonderboy (4:07)
5. Hard Fucking (0:36)
6. Fuck Her Gently (2:04)
7. Explosivo (1:55)
8. Dio (1:41)
9. Inward Singing (2:14)
10. Kyle Quit The Band (1:30)
11. The Road (2:19)
12. Cock Pushups (0:48)
13. Lee (1:02)
14. Friendship Test (1:31)
15. Friendship (2:00)
16. Karate Schnitzel (0:37)
17. Karate (1:05)
18. Rock Your Socks (3:33)
19. Drive-Thru (3:01)
20. Double Team (3:11)
21. City Hall/I Believe/Malibu Nights Medley (9:02)

Gesamtspieldauer: 50:45




Jack Black und Kyle Gass sind eigentlich Schauspieler, die sich auf einer Theatertournee kennenlernten und ihre gemeinsame Liebe zur Musik entdeckten. Kurzerhand wurde die Band „Tenacious D“ von den beiden gegründet, bei der allerdings Songs und Sketche zum Repertoire gehören. Und genau so ist dieses erste Album der Band aus dem Jahr 2001 auch aufgebaut. Musik und kurze Gags. Drums und die Gitarre wurden dabei von David Grohl von den „Foo Fighters“ oder noch früher von „Nirvana“ hinzugesteuert.

Nun, die Musik auf dem Erstling, welches genau wie die Band „Tenacious D“ getauft wurde, ist absolut klasse und über jeden Zweifel erhaben. Absolut klasse zumindest, wenn man auf gut gemachten und mitreißenden Rock steht, der sofort ins Ohr geht und dort auch jahrelang verbleibt. So ist auch das Meisterwerk der Band, das Lied „Tribute“ mit auf der Platte. In diesem Lied wird die Geschichte vom besten Song aller Zeiten erzählt, den die beiden allerdings leider wieder vergessen haben. Grandios gemacht, witzig umgesetzt. Und wer mal die Möglichkeit hat, sich das Video zu diesem Lied anzusehen, die oder der wird zusätzlich begeistert sein. Unglaublich witzig und sehr unterhaltend.

Aber es sind noch weitere tolle Lieder auf der Platte, wie zum Beispiel das relativ bekannte „Wonderboy“. Und auch die anderen Titel wie „Kielbasa“, „Explosivo“, „Dio“, „Friendship“ und so weiter können absolut überzeugen. Wer Spaß an melodischem Rock hat, der immer mal wieder ein wenig härter ist, ohne dabei mit „Hard Rock“ tituliert werden zu können, der sollte sich diese CD auf jeden Fall zulegen – Enttäuschung nahezu ausgeschlossen. Und auch die kurzen Sketche sind oft sehr witzig. Allein schon der Anfang vom Lied „Kielbasa“ zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. „Inward Singing“ und „Drive Thru“ sind da ebenfalls sehr zu empfehlen.

Aber es gibt auch ein großes Manko auf diesem Album. 21 Nummer enthält die Platte insgesamt und wenn man sich die Titelliste zum Beispiel bei amazon im Internet ansieht, dann steht da bei nicht weniger als 18 Stücken das Wörtchen „Explicit“ dahinter, was nichts anderes bedeutet, als das hier das Wort mit „f“ fällt. Dieses Wort fällt allerdings so inflationär oft, dass es nervt und man es einfach nicht anhören kann, wenn Kinder in der Nähe sind. Auch deutsche Kinder verstehen das. Ich glaube ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es mindestens hundert Mal gesungen, gesagt, geschrien und wahrscheinlich auch noch getanzt wird – allerdings kann ich Letzteres nur annehmen.

Fazit: Die Musik ist klasse, die Gags und der Humor meist auch richtig gut und mitreißend. Es nervt nur eben diese Fäkalsprache und so alt bin ich doch noch gar nicht. Aber hier übertreiben die beiden Jungs ganz eindeutig. Trotzdem bekommt diese Scheibe elf Punkte von mir, da sie einfach beeindruckt mit ihrer Rock Musik, ihren Ideen und eben auch ihrem Witz.

Anspieltipps: Kielbasa, Tribute, Wonderboy, Explosivo, Dio, Inward Singing, Friendship, Rock Your Socks, Drive-Thru, Double Team




Sonntag, 7. Oktober 2012

The Lovin’ Spoonful – Revelation: Revolution ‘69




The Lovin' Spoonful – Revelation: Revolution ‘69

Besetzung:

John Campbell Butler – drums, vocals

Sowie diverse Gastmusiker


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Pop, Oldies


Trackliste:

1. Amazing Air (2:56)
2. Never Going Back (2:55)
3. The Prophet (2:51)
4. Only Yesterday (2:48)
5. War Games (7:02)
6. (Til I) Run With You (1:58)
7. Jug Of Wine (2:49)
8. Revelation: Revolution ‘69 (2:26)
9. Me About You (3:52)
10. Words (2:24)


Bonus Tracks:

11. Revelation Revolution ‘69 (Single Version Alternate Mix) (2:31)
12. Revelation Revolution ‘69 (Single Version Alternate Mix Vocal) (2:20)
13. Me About You (Single Version Alternate Mix) (2:48)

Gesamtspieldauer: 39:49




Ist dieses letzte, 1968 aufgenommene und 1969 veröffentlichte Album von „The Lovin‘ Spoonful eigentlich noch ein „richtiges“ Album von The Lovin‘ Spoonful? John Sebastian, der „Hitproduzent“ der Band hatte diese inzwischen ebenfalls verlassen. Offiziell bestand die Band zwar noch aus Butler, Boone und Yester - allerdings bekommt man auf „Revelation Revolution ‘69“ nur noch den Drummer John Butler regelmäßig zu hören. Das gilt für sein Trommeln, wie für den Gesang. Yester hört man mit der Gitarre noch auf „Never Going Back“ und Boone spielt bei keinem der Lieder mehr den Bass. Die Stücke wurden mittels Studiomusikern eingespielt und auch das Schreiben der Lieder selbst, wurde professionellen Autoren überlassen. Ist das also noch die Band? Na, zumindest wurde die Platte als das letzte Album der „The Lovin‘ Spoonful“ veröffentlicht.

Und was ist mit der Musik? Diese ist nun zu typischem 60er Pop geworden. Meistens harmonisch und melodisch, wie man gleich beim ersten Track „Amazing Air“ feststellen kann. Richtig gut ist das allerdings auch nicht. Es plätschert alles so vor sich hin, ohne einen großartig weiter zu beschäftigen. Manchmal ganz netter Oldie, aber auch nicht mehr. Dies gilt auch für die drei Zugaben der remasterten CD-Ausgabe, bei denen es sich um alternative Versionen handelt.

Ein Stück bedarf allerdings noch der besonderen Erwähnung. Und dabei handelt es sich noch nicht einmal um ein Lied. „War Games“ ist eine Klangkollage. Jene ist dieses Mal wirklich von „The Lovin‘ Spoonful“ in Form von John Butler, der sonst nur noch als Co-Autor von „The Prophet“ auftrat. „War Games“ beginnt mit Frauen-Stöhnen. Bevor man jedoch denkt „Hoppla, dass das erlaubt war, so etwas 1969 auf Platte zu pressen“ merkt man, dass es sich bei der Dame um eine Frau handelt, die gerade ein Kind gebärt. Nun, dann schreit der kleine Junge, kommt in den Kindergarten, die Schule und so weiter. Er wird erwachsen und schließlich in die Army eingezogen, die ihn zum „richtigen Mann“ machen möchte. Man hört schließlich Herzschläge, dann wird es ernst. Es wird geschossen und es explodiert allerhand. Schließlich hört man auch keinen Herzschlag mehr. Aus dieser Kollage hätte man vielleicht sogar etwas machen können, in diesem Fall ist die aber langweilig. Da packt einen nichts – gar nichts. Die Idee war wahrlich gut, doch sie wurde verschenkt. Und noch einmal: Hier hört man keinerlei Musik, nur Geräusche und Stimmen.

Fazit: Das ist er also, der Abgesang einer Band, die mit „Summer In The City“ ihren musikalischen Höhepunkt hatte, ein Lied, welches sie qualitätsmäßig nie wieder erreichte. Hier hört man jetzt „Gastmusiker“ und „Gastautoren“. 60er Pop, den es woanders deutlich besser gibt. Das Album ist nichtssagend. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Amazing Air, The Prophet, War Games, Jug Of Wine, Revelation: Revolution ’69, Words