Samstag, 12. April 2014

XTC – Skylarking




XTC – Skylarking


Besetzung:

Andy Partridge – vocals, guitar
Colin Moulding – vocals, bass and bonfire
Dave Gregory – vocals, guitar, piano, synthesizer, chamberlin, string arrangement on "1,000 Umbrellas" and the odd tiple


Gastmusiker:

Prairie Prince – drums
Beech Avenue Boys – backing vocals
Todd Rundgren – orchestral arrangements, computer programming, melodica on "Summer's Cauldron", keyboards on "Grass" and "That's Really Super Supergirl" and backing vocals
Mingo Lewis – percussion on "Mermaid Smiled" and "The Man Who Sailed Around His Soul"
John Tenney – violin
Emily Van Valkenburgh – violin
Rebecca Sebring – viola
Teressa Adams – cello
Charlie McCarthy – alto and tenor saxophone, flute
Bob Ferriera – tenor saxophone, piccolo, bass clarinet
Dave Bendigkeit – trumpet
Dean Hubbard – trombone
Jasmine Veillette – vocals on the first verse and final line of "Dear God"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Psychedelic Pop


Trackliste:

1. Summer's Cauldron (3:20)
2. Grass (3:06)
3. The Meeting Place (3:14)
4. That's Really Super, Supergirl (3:21)
5. Ballet For A Rainy Day (2:50)
6. 1000 Umbrellas (3:44)
7. Season Cycle (3:22)
8. Earn Enough For Us (2:54)
9. Big Day (3:32)
10. Another Satellite (4:16)
11. Mermaid Smiled (2:26)
12. The Man Who Sailed Around His Soul (3:24)
13. Dying (2:31)
14. Sacrificial Bonfire (3:50) 
15. Dear God (3:40)

Gesamtspieldauer: 49:30




„Skylarking“ heißt die neunte Platte der englischen Band XTC und wurde im Jahr 1986 veröffentlicht. Das Besondere an dieser Scheibe ist, dass sie sich erst erfolgreich verkaufte, nachdem ein Titel hinzugefügt wurde, der zu Beginn darauf noch nicht vertreten war. Dabei handelt es sich um die letzte Nummer des Albums „Dear God“, die vorher die B-Seite der Single-Auskopplung „Grass“ zierte. Als der Plattenfirma allerdings klar wurde, dass die Leute die Single nicht wegen der A-Seite, sondern wegen besagtem „Dear God“ kauften, wurde dieser Track der Neuauflage der Platte hinzugefügt, was „Skylarking“ dann nochmals einen Verkaufsschub verlieh. Die Nummer bescherte den drei Musikern von XTC allerdings auch eine ganze Menge Ärger, denn zunächst singt hier ein kleines Mädchen (auch wenn im Video ein Junge zu sehen ist), welches an den lieben Gott einen Brief schreibt, was sie sich alles von Gott wünschen würde und kommt schließlich zum Schluss, dass sie einfach nicht an ihn glauben könne. Das Thema wird dann aufgenommen und Sänger Andy Partridge zählt ebenfalls auf, was alles nicht so richtig läuft hier unten auf der Erde und jede Strophe wird mit der Zeile „I can’t believe in you“ beendet. Das wiederum fanden religiöse Gemeinschaften, vor allem in den USA gar nicht so witzig.

Die Musik auf „Skylarking“ ist allgemein etwas verschroben und verschoben – bis auf die Nummer „Dear God“, die sofort ins Ohr geht. Oftmals wird ein durchaus ungewöhnlicher Ton gespielt, der beim ersten Hören auch irgendwie falsch zu klingen scheint. Das wiederum macht die Scheibe dann allerdings noch sehr viel interessanter, abwechslungsreicher und irgendwie besonders. Sehr gelungen ist die bereits erwähnte Single-Auskopplung „Grass“. Ein klein wenig orientalisch angehaucht durch die Streicher, entwickelt sich hier ein Stück, welches wegen seiner dann doch auch vorhandenen Eingängigkeit, ebenfalls Hit-Potential besitzt. Weiter sehr gelungen ist das vorletzte Lied des Albums, „Sacrificial Bonfire“. Durchaus erneut ein wenig schräg klingend, wird dies allerdings immer wieder sehr harmonisch aufgelöst, wozu nicht zuletzt die Streichereinsätze beitragen.

Nun und so finden sich auch unter den restlichen zwölf Titeln immer wieder die ein oder andere Nummer, die einen einzunehmen versteht. Dies allerdings noch mehr zu Beginn des Albums, als in dessen weiteren Verlauf. Die letzten beiden Lieder sind davon natürlich ausgenommen.

Fazit: Ein nur an wenigen Stellen eingängiges Album ist „Skylarking“ geworden – zumindest beim ersten Hören. Mal wieder eine Platte, die mit jedem weiteren Durchlauf wächst. Und wenn man nach längerer Zeit diese Scheibe wieder einlegt, so ist der Wiedererkennungswert sehr hoch und man ist sofort wieder in diesem, ein wenig psychedelischen Pop gefangen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Grass, Sacrificial Bonfire, Dear God


(Das Original kann mal wieder nicht in Deutschland angezeigt werden, die GEMA verbietet das. Deshalb ausnahmsweise mal ein Cover. Die Musik passt, die Instrumentierung ist deutlich anders...)

Freitag, 11. April 2014

Rose Tattoo – Rose Tattoo




Rose Tattoo – Rose Tattoo


Besetzung:

Angry Anderson – lead vocals
Peter Wells – slide guitar, vocals
Mick Cocks – lead guitar, rhythm guitar
Geordie Leach – bass guitar (tracks 1–5, 7–9, 11–13, 15)
Ian Rilen – bass guitar (tracks 6, 10, 14)
Dallas "Digger" Royall – drums


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1978 (Wiederauflage 2008)


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Rock 'N' Roll Outlaw (3:23)
2. Nice Boys (2:54)
3. Butcher And Fast Eddie (6:32)
4. One Of The Boys (3:12)
5. Remedy (3:01)
6. Bad Boy For Love (3:06)
7. T.V. (2:01)
8. Stuck On You (3:57)
9. Tramp (2:38)
10. Astra Wally (5:58)


Bonus Tracks:

11. Snow Queen (4:21)
12. Rock 'N' Roll Outlaw [Live] (3:33)
13. Bad Boy For Love [Live] (5:40)
14. Rock 'N' Roll Is King [Live] (4:26)
15. Suicide City [Live] (5:18)

Gesamtspieldauer: 59:58




Die australische Band Rose Tattoo wird immer wieder als „kleiner Bruder“ von AC/DC bezeichnet und wenn man ihrem, 1978 unter dem Bandnamen veröffentlichten Debüt-Album lauscht, dann kann man diesen Vergleich auch nicht ganz von der Hand weisen. Knallharten und gitarrenlastigen Hard Rock gibt es hier zu hören, der meist sehr kraftvoll und kompromisslos aus den Boxen dringt und dabei durchaus auch melodiös sein kann. Wiedererkennungswert besitzt hierbei vor allem die Stimme des Sängers Angry Anderson, dessen Stimme ein wenig entfernt ebenfalls an Bon Scott erinnert.

Vielleicht ist die Musik von Rose Tattoo nicht ganz so ideenreich, wie die von AC/DC in den 70er Jahren und die Band wurde auch nie so erfolgreich wie ihre ebenfalls australischen Kollegen, trotzdem haben auch Rose Tattoo einiges für den Hörer zu bieten. Auf der Debut-Scheibe sind das vor allen Dingen die ersten Titel, die auch durch andere Künstler gecovert wurden und dadurch sogar noch mehr Erfolg einfuhren. „Rock 'N' Roll Outlaw” wurde ein Hit für Helen Schneider unter dem Titel „Rock 'N' Roll Gypsy“, die damit sogar bis auf Platz 6. in den deutschen Charts im Jahr 1981 kletterte. Guns N‘ Roses hingegen coverten den Song „Nice Boys”.

Das interessanteste Lied der Scheibe, wenn auch nicht das bekannteste, ist jedoch „Butcher And Fast Eddie“, bei dem inhaltlich ein tatsächlich stattgefundener Bandenkrieg in Melbourne aufbereitet wird. Das Lied ist ein wenig langsamer angelegt, als viele der anderen Songs der Platte. Untermalt von schweren Gitarren erzählt Angry Anderson hier diese Geschichte sehr eindrucksvoll. Klasse gelungen dabei auch, wie im Song Spannung aufgebaut wird und auch das Gitarren-Solo hat es in sich. Dabei geht einem dieses, der Strophe unterlegte Gitarrenriff, welches redundant immer und immer wieder wiederholt wird, sofort ins Ohr und verlässt dieses auch nicht mehr.

Der Rest der Platte ist gut gemachter Hard Rock. Dabei ragt kein Titel mehr besonders nach oben heraus, umgekehrt gilt das allerdings ebenfalls. Alles hat seine Qualität, den Hard Rock Fan wird es freuen. Vier Live-Zugaben wurden dieser remasterten Version hinzugefügt. Klanglich durchaus in Ordnung und mit zwei Nummern, die noch nicht auf dem offiziellen Album enthalten waren, beinhalten diese Stücke durchaus einen Mehrwert.

Fazit: Wer auf Hard Rock steht, der wird viel Spaß mit dieser Scheibe haben. Hier gibt es keine „verweichlichten“ Stellen, keine Balladen, alles rockt und rollt. Heute ist lediglich noch Angry Anderson in der Band aktiv. Das liegt auch daran, dass das Schicksal bei Rose Tattoo mehrmals zugeschlagen hat, denn vier der obigen sechs Musiker sind inzwischen an verschiedenen Krebserkrankungen verstorben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rock 'N' Roll Outlaw, Nice Boys, Butcher And Fast Eddie




Donnerstag, 10. April 2014

Michelle Shocked – Short Sharp Shocked




Michelle Shocked – Short Sharp Shocked


Besetzung:

Michelle Shocked – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Pete Anderson – electric guitar, six-string bass guitar on "Hello Hopeville"
Jeff Donavan – drums
Domenic Genova – acoustic bass, electric bass
Skip Edwards – piano, hammond organ
Mike Tempo – percussion
Al Perkins – dobro
Byron Berline – mandolin
Don Reed – fiddle
Rod Piazza – harmonica
Kristina Olson – hammered dulcimer
Banjo Jim Croce – banjo
Sophia Ramos – vocals
M.D.C. – vocals on "Fogtown"




Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Folk Rock, Rock


Trackliste:

1. When I Grow Up (3:34)
2. Hello Hopeville (2:56)
3. Memories Of East Texas (3:35)
4. (Making The Run To) Gladewater (3:06)
5. Graffiti Limbo (3:40)
6. If Love Was A Train (4:07)
7. Anchorage (3:24)
8. The L&N Don't Stop Here Anymore (4:10)
9. Vx Fx Dx (2:50)
10. Black Widow (2:44)
11. Fog Town (2:25)

Gesamtspieldauer: 36:31



Michelle Shocked, eigentlich Karen Michelle Johnston, ist eine amerikanische Songwriterin, der mit ihrem zweiten Album „Short Sharp Shocked” im Jahr 1988 der Durchbruch gelang. Und dies lag nicht zuletzt am Titel „Anchorage”, einer wunderschönen Folk-Nummer, eingängig und mit einem tollen Text versehen, den man auch versteht, wenn man des Englischen nicht ganz so mächtig ist. Erzählt wird hier der Briefwechsel von Michelle Shocked mit einer guten Freunden, die es durch ihren Mann von Texas nach Alaska verschlagen hat und dort offensichtlich nicht so ganz glücklich ist und sehr schwermütig und sentimental wird.

Ein weiterer toller Titel des Albums ist „The L&N Don't Stop Here Anymore”, eine Cover-Version des gleichnamigen Titels von Jean Ritchie, die auch „The Mother Of Folk“ genannt wird. In dieser Version setzt Michelle Shocked diesen Titel grandios um und macht ihn zu ihrem eigenen. Das ist etwas anderes, als nur ein reines „Nachspielen“. Richtig gut gelungen. Genau wie „Black Widow”. Ebenfalls wieder eine Folk-Nummer, verträumt und sentimental, mit einer Melodie ausgestattet, die sofort ins Ohr geht.

Nun, das passiert beim Rest des Albums nicht mehr so ohne weiteres. Auch steht hier nicht immer unbedingt der Folk im Vordergrund, oftmals stellt Michelle Shocked jetzt Country Musik in den Vordergrund. Diese kann natürlich auch gut gemacht sein, will in diesem Fall allerdings nicht so recht zünden, da das alles ein wenig konservativ klingt und sicherlich auch Platzierungen in den Nashville Country Charts hätte nach sich ziehen können, wenn denn entsprechende Singles veröffentlicht worden wären. „When I Grow Up“ und „Memories Of East Texas” sind dabei noch ganz gelungen – allerdings auch wieder eher folkig – der Rest eher gewöhnungsbedürftig, außer wahrscheinlich, man hat sich genau dieser Musik verschrieben. Ein Titel muss hier allerdings noch Erwähnung finden, der noch nicht einmal auf dem CD-Cover angegeben wurde: „Fog Town“. Ein „Hidden Track“, der allerdings ohne Stille im Vorfeld auskommt, soll heißen, direkt nach Black Widow startet. Das Besondere daran ist zum einen, dass hier Michelle Shocked den Gesang an einen gewissen M.D.C. abgibt und sich selbst im Hintergrund hält und zum anderen, dass die Nummer ein Hard Rock Stück ist. Passt also gar nicht zum Rest der Platte, deswegen wohl auch als „Hidden Track“ hinzugefügt.

Fazit: Das Titelbild zeigt Michelle Shocked, wie sie 1984 bei einer Protestaktion während der Democratic National Convention von zwei Polizisten weggetragen wird. So zerrissen wie das Album-Cover wirkt, genau so zerrissen wirkt auch die Platte selbst. Zum einen klasse Titel, die man nicht mehr missen möchte, zum anderen auch ein wenig Country-Sülze, für die man schon sehr offen sein muss, um damit etwas anfangen zu können. Trotzdem kein schlechtes Album, denn die drei Höhepunkte haben es wirklich in sich. Acht Punkte.

Anspieltipps: Anchorage, The L&N Don't Stop Here Anymore, Black Widow


Leider gibt es zu dem Album nichts auf der deutschsprachigen YouTube Seite. Hier wurde alles gesperrt.

Mittwoch, 9. April 2014

ZZ Top – Rio Grande Mud




ZZ Top – Rio Grande Mud


Besetzung:

Frank Beard – drums, percussion
Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Francine (3:34)
2. Just Got Paid (4:28)
3. Mushmouth Shoutin' (3:49)
4. Ko Ko Blue (4:33)
5. Chevrolet (3:21)
6. Apologies To Pearly (2:40)
7. Bar-B-Q (3:26)
8. Sure Got Cold After The Rain Fell (7:21)
9. Whiskey'n Mama (3:21)
10. Down Brownie (2:30)

Gesamtspieldauer: 39:01




Das zweite Album der Texaner von ZZ Top erschien 1972 unter dem Titel „Rio Grande Mud”. Passend dazu sieht man die drei Musiker auf dem Cover – noch relativ bartlos – im Schlamm baden. Dieses zweite Album von ZZ Top fällt dabei in die Kategorie jener Alben, die mehrmals gehört werden wollen, bis man sich in diese Musik hineingehört hat. Und dann, nach mehreren Durchläufen stellt man fest, dass alles doch sehr viel besser klingt, als man beim ersten Antesten gedacht hatte.

Blues-Rock wird dem Hörer auf „Rio Grande Mud” geboten. Dabei liegt hier die Betonung ein wenig mehr auf Rock, denn diese Stilrichtung beeinflusst die Musik auf dem Album zu einem größeren Anteil als der Blues. Dies wiederum bewirkt, dass die Platte auch Rock-Freunden ein Lächeln abgewinnen kann, für die Blues-Musik ansonsten weniger gut zugänglich ist.

Was den drei Musiker auf „Rio Grande Mud” auch sehr gelungen ist, das sind häufig die Ausklänge der Stücke. Bestes Beispiel hierfür ist „Sure Got Cold After The Rain Fell”, mit über sieben Minuten Spieldauer auch der längste Titel der Platte. Bluesig beginnt die Nummer, sehr sehnsüchtig und melancholisch und ruhig gehalten. Nur langsam steigert sich schließlich der Song, langsam aber stetig. Und er endet in einem langen und ausschweifenden Solo, welches zwar immer noch auf dem Blues gründet, jedoch sehr eingängig und fesselnd wirkt. Hier merkt man den Musikern den Spaß an, den sie beim Spielen ihrer Instrumente verspüren. Auch auf „Ko Ko Blue” trifft dieser Ansatz zu, nur das diese Nummer sehr viel rockiger gehalten ist, allerdings ebenfalls wieder in einem tollen Solo mündet. Eine andere richtig gute Rock-Nummer stellt „Just Got Paid” dar. Hier groovt es, der Rhythmus ist mitreißend und dieses Stück geht sogar ziemlich schnell ins Ohr, was ansonsten, wie bereits erwähnt, gar nicht so selbstverständlich für dieses Album ist.

Fazit: Klar hat man es leichter, wenn man auf bluesigen Rock steht. Ist das nicht der Fall, so sollte man der Scheibe einige Durchgänge gestatten und es eröffnen sich viele neue Facetten an dieser Musik, die vorher noch nicht so gehört werden konnten. Mit den wenigen „Voll-Blues-Stücken“ der Platte kann ich persönlich weniger anfangen, allerdings wird ZZ Top auch gerade deshalb von seinen Fans geliebt, für die dieses Album einen Höhepunkt im Schaffen von ZZ Top darstellt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Just Got Paid, Ko Ko Blue, Sure Got Cold After The Rain Fell



Dienstag, 8. April 2014

Klaus Nomi – The Nomi Song (DVD)




Klaus NomiThe Nomi Song (DVD)


Mitwirkende:

Klaus Nomi, Ann Magnuson, Gabriele LaFari, David MacDermot, Page Wood, Angela Christlieb, Alexandra Baltarzuk, Ruth Peyser, Mark Daniels, Thomas Mertens, Annegret Even, Annette Pisacane, Guido Krajewski, Eric Schefter, Andrew Horn, Ilona Ziok, David Bowie, etc.


Regie: Andrew Horn


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Dokumentation


Inhalt:

1. The Nomi Song (1:35:51)

Bonusmaterial:

1. Deleted Scenes
2. Additional Footage
3. Full Length Performances
4. Audio Remixes
5. The New York Premiere Party
6. US Theatrical Trailer
7. Palm Previews
8. Weblinks
9. Play Movie With Commentary By Director Andrew Horn

Spieldauer des Bonusmaterials: ~1:20:00




Bei wohl keinem Musiker scheiden sich so die Geister wie bei Klaus Sperber, alias Klaus Nomi. Dieser ist in den USA und Frankreich sehr viel bekannter als hier in Deutschland, dabei ist Klaus Nomi ein gebürtiger Immenstädter, der mit 29 Jahren nach New York ging, um dort sein Glück als Kontertenor zu finden. Sein Markenzeichen war der Falsett-Gesang, gepaart mit sehr schrillem Outfit und New Wave Musik. Ende der 70er Jahre nahm dann seine Karriere auch langsam Fahrt auf, dauerte allerdings nur wenige Jahre, da er leider auch als erstes bekannteres AIDS-Opfer in die Geschichte dieser Erkrankung einging.

In dieser Dokumentation über Klaus Nomi kommen Bekannte und Freunde des Musikers zu Wort, die ihn einen Teil seines Weges begleiteten. Nicht alle wichtigen Protagonisten im Leben des Klaus Nomi sind hier allerdings vertreten. Joey Arias zum Beispiel, der Klaus Nomi einen großen Teil seiner Karriere begleitete und auch Nachlassverwalter von dessen Hinterlassenschaft wurde, kommt hier nicht zu Wort. Warum dieser an der Produktion nicht mitwirkte, wird nicht genauer erläutert. Trotzdem erfährt man sehr viel über den Menschen Klaus Nomi und auch über die Anfänge des New Wave. Und dann kommt es auch, wie immer bei Filmen oder Dokus aus dieser Zeit, zu heute wahnsinnig komischen Szenen. Zum Beispiel, als Klaus Nomi 1979 einen Auftritt zusammen mit David Bowie hatte, der wiederum diesen Deutschen ganz interessant zu finden schien. Dieser Auftritt fand bei Saturday Late Night statt und David Bowie steckte in einem Kostüm, mit dem er selbst nicht mehr laufen konnte… Unfassbar wie Klaus Nomi und Joey Arias ihn dann über die Bühne schleppen mussten.

Tante Trude kommt auch öfters zu Wort. Dies ist die Schwester seiner Mutter, die in Essen lebt und von den Jugendtagen des Klaus Nomi in herrlichem Ruhrpott-Deutsch erzählt. Und jetzt wird es wahrlich skurril. Tante Trude hatte es sich nämlich noch mal überlegt, denn sie war einfach zu schüchtern, um leibhaftig in dem Film mitzuspielen. Die Szenen waren allerdings schon gedreht und so baute man ihr Wohnzimmer kurzerhand in Form eines Puppenhauses nach, selbst die an der Wand hängenden Bilder wurden imitiert. Eine Puppe wurde gebastelt und der Kopf von Tante Trude ausgeschnitten und oben draufgeklebt. So erzählt sie dann von ihren Erlebnissen mit Klaus in einer Art Stillleben.

Musikalisch bekommt man auf der DVD einen Einblick in das Schaffen von Klaus Nomi. Für richtige Fans allerdings nicht befriedigend, denn meistens gibt es nur kurze Ausschnitte der Lieder zwischen den einzelnen Interview-Passagen zu hören. Auf der mir vorliegenden Import DVD gibt es im Bonusmaterial auch noch einige Titel in voller Länge, bei denen allerdings kein sehr gutes Bildmaterial zugrunde gelegt wurde. Das Bildmaterial im Film ist allerdings sehr interessant und es erscheint einem heutzutage unglaublich, dass sich Menschen jemals getraut haben, so aufzutreten – auch wenn es perfekt zur Show des Künstlers passte.

Fazit: Also, wer Klaus Nomi mag und etwas mehr über ihn erfahren möchte, der ist hier richtig. Es gibt zwei verschiedene Versionen der DVD. Eine Import-Variante, mit sehr viel mehr Bonus-Material, allerdings ohne deutsche Untertitelung und eine deutsche Ausgabe, bei der die Interviews dann eben deutsch untertitelt sind. Bei Tante Trude und auch bei einigen Szenen mit Klaus Nomi braucht man das nicht, denn da wird Deutsch gesprochen. Trotzdem sollte man bei der Import-DVD schon ein wenig des Englischen mächtig sein, sonst verschenkt man sich was. Musikalisch dient diese DVD eher zur Orientierung, wenn man mal die Musik Klaus Nomis antesten möchte. Des Weiteren erfährt man eine ganze Menge über die Anfänge des New Wave und über die Karriere des Deutschen in Amerika. Dazu ist es auch immer wieder ganz lustig, wenn das Ende auch traurig ist. Schade, dass sich nicht alle seine Begleiter hier verewigten. Interessant ist die CD auf jeden Fall trotzdem, genau wie die Musik des Klaus Nomi, die hier demnächst auch besprochen werden wird. Zehn Punkte.



Montag, 7. April 2014

Tumblewild – When The World Had Four Corners




Tumblewild – When The World Had Four Corners


Besetzung:

Audrey Evans – singing
Alonza Bevan – other bits


Gastmusiker:

Marc Descamps – drums on tracks 3-11
Paul Winterhart – drums on track 2
Christian Gerard – cello
Julien Brasseur – horns on tracks 2 & 4
Fred Goffin – horn on track 5
Flore Laurent – horn on track 5
Olivier Leclercoz – sitar on track 3


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Modern Folk


Trackliste:

1. Revenge (3:57)
2. Walk On Fire (3:25)
3. Sweet Bones (4:15)
4. One In A Million (3:28)
5. Lucinda (3:43)
6. Elevator Girl (2:51)
7. Poison Arrow (3:25)
8. Run (3:21)
9. Way Home (3:16)
10. Dog On A Chain (3:57)


Bonus Track:

Sinnerman (3:29)

Gesamtspieldauer: 39:06




Es gibt Musik, die umschreibt man am besten mit dem Adjektiv „schön“. Genau diese Bezeichnung passt auf das Debut-Album von Tumblewild. Tumblewild, das ist das Ehepaar Audrey Evans, ehemaliges Mitglied der Mediæval Bæbes, eine Formation aus weiblichen Interpreten, die sich der mittelalterlichen Musik verschrieben haben und Alonza Bevan, Bassist und Songschreiber von Kula Shaker, welche auf diesen Seiten ebenfalls schon besprochen wurden.

Die Musik klingt oftmals folkig, ab und an auch ein wenig Country-angehaucht – aber auch rockigere Töne gibt es auf „When The World Had Four Corners” zu hören. Und wenn man Kula Shaker kennt, dann kennt man natürlich auch deren Anleihen aus der indischen Musik. Auch auf diese muss man hier nicht verzichten, denn „Dog On A Chain“ wartet ebenfalls mit solchen Klängen auf. Dabei zeigen die beiden Musiker bei jedem Titel ihr Gespür für eindringliche Melodien, die es schaffen den Hörer zu treffen und auch nachzuhallen. Soll heißen, einige Lieder des Albums sind durchaus dazu in der Lage längerfristige Begleiter im Musikuniversum des Hörers zu werden.

Allgemein klingt das Album sehr melancholisch, manchmal ein wenig verträumt, treibende Töne wie beim rockigen „Lucinda“sind vorhanden, stehen aber nicht zu sehr im Vordergrund. Die ruhigeren Momente überwiegen in der Musik von Tumblewild, was nicht zuletzt auch durch die weiche und warme Stimme Audrey Evans‘ unterstrichen wird. Trotzdem wird es hier nie langweilig, dazu verfügen alle Titel über eine gewisse Eigenständigkeit, kein Titel gleicht dem anderen, verbunden sind sie durch den Gesang der Audrey Evans und dieser immer vorhandenen Harmonie. Die einzelnen Nummern erzählen Geschichten oder beschreiben Charaktere, „die mir in Büchern, Märchen, Fotos oder Gemälden begegnet sind“ so die Sängerin. So erinnert „Revenge“ zum Beispiel an Bonnie und Clyde, als Inspiration dazu diente Alfred Hitchcocks „Bei Anruf Mord“.

Fazit: „When The World Had Four Corners” ist wahrlich ein schönes Album geworden. Völlig unaufgeregt entwickeln die beiden Musiker ihre Melodien und Geschichten, denen zu lauschen lohnt. Wer auf sehr eingängige und auch hintergründige Musik steht, der wird hier eine ganze Menge für sich entdecken können. Sehr empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Revenge, Walk On Fire, Sweet Bones



Sonntag, 6. April 2014

Deep Purple – In Concert With The London Symphony Orchestra (DVD)




Deep Purple – In Concert With The London Symphony Orchestra (DVD)


Besetzung:

Ian Gillan – vocals
Steve Morse – guitar
Roger Glover – bass
Jon Lord – keyboards
Ian Paice – drums


Gastmusiker:

Paul Mann – conductor
Aitch McRobbie – vocals
Margo Buchanan – vocals
Pete Brown – vocals
Mario Argandona – vocals, percussion
Sam Brown – vocals on "Wait A While"
Miller Anderson – vocals on "Pictured Within"
Ronnie James Dio – vocals on "Sitting In A Dream", "Love Is All"
Graham Preskett – violin on "Love Is All"
Eddie Hardin – piano on "Love Is All"
Annie Whitehead – trombone
Paul Spong – trumpet, flugelhorn
Roddy Lorimer – trumpet, flugelhorn
Simon C. Clarke – baritone/alto sax/flute
Tim Sanders – tenor/soprano sax
Dave LaRue – bass
Van Romaine – drums


Label: Eagle Rock Entertainment


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: verklassischster Rock


Trackliste:

1. Pictured Within
2. Wait A While
3. Sitting In A Dream
4. Love Is All
5. Wring That Neck
6. Concerto For Group And Orchestra - Movement I
7. Concerto For Group And Orchestra - Movement II
8. Concerto For Group And Orchestra - Movement III
9. Ted The Mechanic
10. Watching The Sky
11. Sometimes I Feel Like Screaming
12. Pictures Of Home
13. Smoke On The Water

Gesamtspieldauer: 1:59:31




Im Jahr 2000 veröffentlichte Deep Purple ihr Konzert, welches sie in der Royal Albert Hall zusammen mit dem London Symphony Orchestra am 25. und 26. September 1999 aufgenommen hatten. Hierzu gibt es eine CD-Version wie vorliegende DVD, auf der allerdings nicht alle gespielten Titel enthalten sind.

Dreißig Jahre nach seinem „Concerto For Group And Orchestra“ des Jon Lord, von dem allerdings die Originalpartitur verloren gegangen war, gab es eine Neuauflage in der Royal Albert Hall. Es wurde recherchiert und zusammengetragen, um möglichst dem Original dreißig Jahre zuvor nahe zu kommen. Dieses Mal wurde das Ganze allerdings mit dem London Symphony Orchestra eingespielt und nicht wie Ende der 60er Jahre mit dem Royal Philharmonic Orchestra. Dazu wurden noch einige andere Stücke der Band auf die klassische Schiene gesetzt, soll heißen mit Streichern und Bläsern unterlegt.

Logischerweise kann man bezüglich eines solchen Ansatzes skeptisch sein. Manche Rock-Musiker versuchen ihre Kunst anscheinend dadurch aufzuwerten, indem sie sich auch der ernsteren Musik nähern. Das hat bei Roger Waters „Ca Ira“, einer Oper in drei Akten nicht geklappt und genau so wenig bei vielen anderen Rockbands, die unbedingt ihre Titel mal von einem Orchester gespielt bekommen wollten. Allerdings haben Deep Purple schon einmal diese Verbindung von Rock und Klassik mit „April“ in Vollendung hinbekommen. Bei dieser Eigenkomposition aus dem Jahr 1969 passt einfach alles. Nun, aber hier? Es ist schön Ronnie James Dio zu sehen und zu hören, wenn er dann allerdings auf der Bühne „hoppeln“ muss, da die Musik an einen ungarischen Tanz erinnert, dann sieht man ihm direkt an, dass ihm das unangenehm ist. So ist das „Concerto For Group And Orchestra” noch ganz interessant, die restlichen Titel, in die klassische Musik übertragene Rock-Nummern, werfen allerdings immer wieder die Frage auf: „Was soll das?“

Fazit: Deep Purple machten und machen echt tolle Musik. Dieser DVD hier hätte es allerdings nicht bedurft. Wenn ich Rock hören will, dann höre ich Rock. Wenn ich Klassik hören möchte, dann höre ich Klassik. Warum aber soll man Rock-Musik im klassischen Gewand lauschen? Keine Ahnung, überflüssig. Punkte gibt es eigentlich nur für „Concerto For Group And Orchestra“, doch dieses Lied ist um Klassen schlechter, als besagtes „April“. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Concerto For Group And Orchestra



Samstag, 5. April 2014

The Silencers – Dance To The Holy Man




The Silencers – Dance To The Holy Man


Besetzung:

Jimme O’Neill – vocals, guitar, harp, keyboards, penguin land
Cha Burns – guitar, vocals, e bow, sirens and avenger
Davy Crichton – electric violin, mandolin, accordion, keyboards, juggling
Tony Soave – drums, percussion, tablas, fire extinguisher, convector heater, wine glass, t-tray
Lewis Rankine – bass, skateboard, sega grandmaster
James “Jinky” Gilmour – vocals, acoustic guitar, dancing


Gastmusiker:

Bob Tinker and his Celctic Horns – horn section
Tina Tinker – flute
Bob – mellophonium
Seamus Behan – hammond
Louis Jardin – extra percussion


Label: BMG Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop, Folk Rock


Trackliste:

1. Bulletproof Heart (4:59)
2. The Art Of Self Deception (5:17)
3. Singing Ginger (1:40)
4. Robinson Crusoe In New York (5:52)
5. I Want You (4:06)
6. Just Can't Be Bothered (4:32)
7. Cameras And Colleseums (1:03)
8. One Inch Of Heaven (7:32)
9. Hey Mr.Bank Manager (3:39)
10. This Is Serious / John The Revelator (5:46)
11. Afraid To Love (3:27)
12. Rosanne (3:54)
13. Electric Storm (5:52)
14. When The Night Comes Down (3:28)
15. Robinson Rap (1:01)

Gesamtspieldauer: 1:02:07




Zehn Alben haben die Silencers bisher veröffentlicht. „Dance To The Holy Man“ heißt ihre dritte Scheibe aus dem Jahr 1991. Wenn man etwas über diese Band aus Schottland liest, dann werden immer wieder Vergleiche zu den Simple Minds oder U2 gezogen. Kann man natürlich machen, muss man allerdings nicht. „Dance To The Holy Man“ jedenfalls hört sich deutlich anders an, als besagte Bands. Klar hört man den schottischen Ursprung der Band heraus und da scheint dann der Sprung hinüber nach Irland auch nicht mehr allzu weit zu sein, allerdings sind diese Anleihen relativ spärlich gesät. Vielmehr ist die Musik auf dem Album eher poppiger Natur, meist relativ eingängig – aber irgendwie nichts Besonderes.

Etwas lässt sich hier allerdings feststellen: In Liedern, in denen gepfiffen wird, scheint ein relativ hohes Hit-Potential zu liegen. „Bulletproof Heart”, der Opener der Platte, ist hierfür ein gutes Beispiel. Eine rockige Nummer, sehr eingängig, die dann auch noch diese „pfiffigen“ Parts für den Hörer bereithält, die ebenfalls sofort ins Ohr gehen. Sicherlich ein, wenn nicht der Höhepunkt der Platte. Ebenfalls sehr gelungen ist der Titel „I Want You”. Schön eingeleitet mit der Akustik-Gitarre, entwickelt sich hier ein Lied, welches zum Mitwippen animiert und ebenfalls einen, zumindest kleinen Ohrwurmcharakter besitzt.

Zugegebenermaßen befindet sich kein richtig schlechter Track auf „Dance To The Holy Man“. Alles hat seine Qualität, so richtig mitreißen kann einen die Scheibe allerdings letztendlich trotzdem nicht. Bei aller Melodiösität fehlt irgendwie das Außergewöhnliche, was sich beim Hörer festzusetzen versteht. So läuft die Platte durch, gerne auch nebenbei während einer Unterhaltung und irgendwann merkt man, dass Stille herrscht - das muss allerdings nicht unmittelbar nach dem letzten Lied auffallen. War da was?

Fazit: Ein nettes und eingängiges Album ist „Dance To The Holy Man“ geworden. Vielleicht keine Allerweltsplatte, so richtig überzeugend ist es dann allerdings auch nicht geworden. Manchmal ein wenig langweilig, aber auch nicht wirklich schlecht, irgendwo so mittendrin. Durchaus ab und an unterhaltsam, wenn man sich darauf konzentriert, wenn man diese Scheibe allerdings nicht kennt, dann hat man auch nicht zu viel verpasst. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bulletproof Heart, I Want You



Freitag, 4. April 2014

The Beatles – Magical Mystery Tour




The Beatles – Magical Mystery Tour


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitar, keyboards (acoustic and electric pianos, mellotron, organ, clavioline), harmonica on "The Fool On The Hill"
Paul McCartney – vocals, bass, piano, mellotron, recorder on "The Fool On The Hill "
George Harrison – vocals, guitar, organ, harmonica on "The Fool On The Hill "
Ringo Starr – drums and percussion


Gastmusiker:

Mal Evens – percussion ("Magical Mystery Tour", "Strawberry Fields Forever")
Neil Aspinall – percussion ("Magical Mystery Tour")
David Mason – trumpet ("Magical Mystery Tour")
Elgar Howarth – trumpet ("Magical Mystery Tour")
Roy Copestake – trumpet ("Magical Mystery Tour")
John Wilbraham – trumpet ("Magical Mystery Tour")
Christoper Taylor – flute ("The Fool On The Hill")
Richard Taylor – flute ("The Fool On The Hill")
Jack Ellory – flute ("The Fool On The Hill")
Sidney Sax – violin ("I Am The Walrus")
Jack Rothstein – violin ("I Am The Walrus")
Ralph Elman – violin ("I Am The Walrus")
Andrew McGee – violin ("I Am The Walrus")
Jack Greene – violin ("I Am The Walrus")
Louis Stevens – violin ("I Am The Walrus")
John Jezzard – violin ("I Am The Walrus")
Jack Richards – violin ("I Am The Walrus")
Lionel Ross – cello ("I Am The Walrus")
Eldon Fox – cello ("I Am The Walrus")
Brian Martin – cello ("I Am The Walrus", "All You Need Is Love")
Terry Weil – cello ("I Am The Walrus")
Neill Sanders – horn ("I Am The Walrus")
Tony Tunstall – horn ("I Am The Walrus")
Morris Miller – horn ("I Am The Walrus")
Peggie Allen, Wendy Horan, Pat Whitmore, Jill Utting, June Day, Sylvia King, Irene King, G. Mallen, Fred Lucas, Mike Redway, John O'Neill, F. Dachtler, Allan Grant, D. Griffiths, J. Smith and J. Fraser - backing vocals ("I Am The Walrus")
Ken Essex – viola ("Hello, Goodbye")
Leo Birnbaum – viola ("Hello, Goodbye")
Tony Fisher – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
Greg Bowen – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
Derek Watkins – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
Stanley Roderick – trumpet ("Strawberry Fields Forever")
John Hall – cello ("Strawberry Fields Forever")
Derek Simpson – cello ("Strawberry Fields Forever")
Norman Jones – cello ("Strawberry Fields Forever")
Ray Swinfield – flute ("Penny Lane")
P. Goody – flute ("Penny Lane")
Manny Winters – flute ("Penny Lane")
Dennis Walton – flute ("Penny Lane")
Leon Calvert – trumpet ("Penny Lane")
Freddy Clayton – trumpet ("Penny Lane")
Bert Courtley – trumpet ("Penny Lane")
Duncan Campbell – trumpet ("Penny Lane"), trumpet ("All You Need Is Love")
Dick Morgan – english horn ("Penny Lane")
Mike Winfield – english horn ("Penny Lane")
Frank Clarke – double bass ("Penny Lane")
David Mason – piccolo trumpet ("Penny Lane")
Eddie Kramer – vibraphone ("Baby, You're A Rich Man") 
George Martin – piano ("All You Need Is Love")
Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Keith Moon, Eric Clapton, Pattie Boyd Harrison, Jane Asher, Mike McCartney, Maureen Starkey, Graham Nash and wife Rose Eccles Nash, Gary Leeds and Hunter Davies – backing vocals ("All You Need Is Love")
Sidney Sax – violin ("All You Need Is Love")
Patrick Halling – violin ("All You Need Is Love")
Eric Bowie – violin ("All You Need Is Love")
Jack Holmes – violin ("All You Need Is Love")
Rex Morris – saxophone ("All You Need Is Love")
Don Honeywill – saxophone ("All You Need Is Love")
Stanley Woods – trumpet ("All You Need Is Love")
Evan Watkins – horn ("All You Need Is Love")
Henry Spain – horn ("All You Need Is Love")
Jack Emblow – accordion ("All You Need Is Love")


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock, Pop


Trackliste:

1. Magical Mystery Tour (2:52)
2. The Fool On The Hill (3:00)
3. Flying (2:17)
4. Blue Jay Way (3:57)
5. Your Mother Should Know (2:30)
6. I Am The Walrus (4:37)
7. Hello, Goodbye (3:32)
8. Strawberry Fields Forever (4:11)
9. Penny Lane (3:03)
10. Baby, You're A Rich Man (3:04)
11. All You Need Is Love (3:48)

Gesamtspieldauer: 36:50




„Magical Mystery Tour” ist bereits das neunte Studioalbum der Beatles und erschien 1967, also im selben Jahr wie „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band”. Wenn man irgendwelche Menschen danach fragt, sie sollen ein Beatles-Album nennen, dann werden das bereits erwähnte „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band”, „Abbey Road“, „Let It Be“, “White Album” und auch noch „Help“ und „Rubber Soul“ genannt. Ziemlich überraschend, denn es gibt wohl keine Platte der Beatles, die eingängiger ist als „Magical Mystery Tour“. Hierauf befinden sich solche „Klassiker“ wie „The Fool On The Hill”, „I Am The Walrus”, „Strawberry Fields Forever”, „Penny Lane”, „All You Need Is Love” und noch jede Menge mehr, denn im Grunde genommen hätte man hier fast jedes Lied nennen können.

Die Musik der Platte ist ein Soundtrack zum gleichnamigen Film und wurde in Großbritannien auf zwei EP’s veröffentlicht, in den USA erschien er sofort als Album. Der Film selbst handelt von einer sehr skurrilen Busreise und bekam allgemein sehr schlechte Kritiken, die Musik selbst wurde von den Kritikern in den höchsten Tönen gelobt. Überschattet wurden die Entstehung des Films und des Albums allerdings durch den Tod des Beatles Managers Brian Epstein am 27. August 1967. Die vier Musiker trafen sich am 1. September und beratschlagten das weitere Vorgehen und auch die Zukunft der Beatles. Das Ergebnis dieser Unterredung war, sowohl den Film voranzutreiben und auch als Band weiterzumachen. In Fachkreisen gilt jedoch der Tod Brian Epsteins als Einstieg in das Ende der Band.

Nun, wenn jemand noch kein Beatles-Album besitzt und sich mit der Band mal beschäftigen möchte, ist „Magical Mystery Tour“ ein sehr guter Einstieg. Hier gibt es alles zu hören, was diese Band zu dem werden ließ, für was sie bis heute steht: eingängige Melodien, wunderschöne Harmonien, tolle Ideen und auch eine gewisse Experimentierfreude. Zwar ist der indische Einfluss in der Musik weitestgehend verschwunden, experimentiert wird allerdings auf dem Album immer wieder, sodass das Genre „Psychedelic Rock“ nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Der überwiegende Teil der Platte ist allerdings sehr gut gemachter Pop, der ins Ohr geht. Und wo gibt es schon mal eine Scheibe, bei der sich der Hintergrundchor aus Musikern wie Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Keith Moon und Eric Clapton zusammensetzt? Den Unterschied zu anderen Pop-Bands der 60er Jahre sieht man auch an der sehr aufwendigen Instrumentierung mit sehr vielen unterschiedlichen Instrumenten und noch zahlreicheren Musikern. Der Aufwand und auch der Anspruch hatten endgültig Einzug in die Pop-Musik gehalten.

Paul McCartney äußerte mal in einem Interview, dass das Lied, welches ihn am meisten an John Lennon erinnern würde und welches auch am deutlichsten nach ihm klingen würde „Strawberry Fields Forever“ wäre. „Strawberry Field“ war der Name eines Waisenhauses, in dessen Nähe John Lennon aufwuchs. Der Text ist wieder mal sehr metaphorisch, die Musik bei aller Eingängigkeit sehr vertrackt und hier trifft das Genre „Psychedelic Rock“ dann schon sehr gut zu. Dies allerdings auch noch im Nachhinein aus einem anderen Grund. 1969 verbreitete eine US-amerikanische Campus-Zeitung der University of Michigan aus Spaß das Gerücht, Paul McCartney sei 1966 bei einem Autounfall getötet worden und die Beatles würden nun mit einem Doppelgänger weitermachen. Ein Radiomoderator griff dies auf und plötzlich kursierte diese Meldung. Ein angeblicher Beweis für diesen Umstand – neben vielen anderen – sei, dass John Lennon am Ende von „Strawberry Fields Forever“ in das Mikrofon flüstern würde „I buried Paul“. Wenn man aber die Lautsprecher aufdreht, kommt da eher „Cranberry Sauce” heraus.

Fazit: Ein tolles Album der Beatles. Melodiös, eingängig, experimentell psychedelisch und sehr innovativ. Wenn man bedenkt, dass dieses Album nur sehr kurze Zeit nach „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band” entstand, überschattet war vom Tod des Managers Brian Epstein und im Grunde genommen ein Soundtrack ist, dann ist das schon sehr, sehr beeindruckend. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Blue Jay Way, Strawberry Fields Forever



Donnerstag, 3. April 2014

Marilyn Manson – Holy Wood




Marilyn Manson – Holy Wood


Besetzung:

Marilyn Manson – arranger, vocals, producer, art direction, concept, syncussion, optigan, mellotron, distorted flute, synth bass, keyboards, piano, electric harpsichord, rhythm guitar
Twiggy Ramirez – bass, guitar (rhythm, lead, leslie, warped), keyboards
John 5 – guitar (lead, rhythm, acoustic, synth, electric, slide, phase)
Madonna Wayne Gacy – synths, ambiance, keyboards, samples, bass synth, synth strings, mellotron, sound effects
Ginger Fish – drums, drum machine, sound effects, keyboards


Gastmusiker:

Bon Harris – synthesizers, programming, organic drum programming, bass, keyboard, synth bass, sleigh bells, electronics, piano
Dave Sardy – synthesizers, drum programming, rhythm guitar
Danny Saber – additional loops
Alex Suttle – backing vocals


Label: Nothing Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Godeatgod (2:34)
2. The Love Song (3:17)
3. The Fight Song (2:56)
4. Disposable Teens (3:02)
5. Target Audience (Narcissus Narcosis) (4:18)
6. "President Dead" (3:13)
7. In The Shadow Of The Valley Of Death (4:10)
8. Cruci-Fiction In Space (4:56)
9. A Place In The Dirt (3:37)
10. The Nobodies (3:35)
11. The Death Song (3:30)
12. Lamb Of God (4:40)
13. Born Again (3:21)
14. Burning Flag (3:22)
15. Coma Black (5:59)
16. Valentine's Day (3:32)
17. The Fall Of Adam (2:34)
18. King Kill 33 (2:18)
19. Count To Six And Die (The Vacuum Of Infinite Space Encompassing) (3:25)

Gesamtspieldauer: 1:08:19




Marilyn Manson wird immer dann sehr schwierig, wenn es geschmacklos wird. Das betrifft die Zeichnungen und Photos auf den Covern genau wie die Texte, die mitunter offensichtlich nur noch provozieren wollen und das natürlich auch schaffen. Musikalisch ist es meist schon sehr viel einfacher, die Band gut oder schlecht zu finden. Metal gibt es da meist kompromisslos zu hören, Metal in verschiedensten Ausprägungen. Zumindest hier unterscheidet sich jedoch „Holy Wood“ von vielen anderen Scheiben Marilyn Mansons. Dieses Mal experimentiert die Band deutlich mehr und rutscht dabei sogar ab und an in die „Alternative-Schiene“, was das Album deutlich abwechslungsreicher und spannender werden lässt. Auch die Texte sind hier ein klein wenig gezügelter, obwohl das Schwerpunktthema „Gewalt“ ist. Dies lag wohl daran, das zwei Schüler der Columbine High School im Jahr zuvor zwölf Schüler und einen Lehrer erschossen und dabei wohl Marilyn Manson T-Shirts trugen und deren Musik häufig gehört hatten. Ein ziemlich rauer Wind wehte Marilyn Manson daraufhin ins Gesicht und somit beschäftigt sich das Album zwar mit Gewalt, allerdings unter der Fragestellung, wie es dazu überhaupt kommen kann.

Musikalisch gesehen macht es die Mischung, die die Platte zu einer guten Scheibe werden lässt. Die Lieder werden hier nicht nur in Höchstgeschwindigkeit durchgejagt, nein, es gibt auch richtig langsame Nummern, die sehr melodiös uns Ohr gehen. Zudem findet sich auch die Mischung aus beidem in einzelnen Songs, wodurch diese Titel noch zusätzlich an Spannung gewinnen. Und so gibt es auf „Holy Wood“ für den Hörer die Möglichkeit, dem Head Banging zu frönen, schönen und ruhigen Melodien zu lauschen oder nur den Fuß mitwippen zu lassen, bei einem Titel, der dann doch eher im Mid-Tempo angesiedelt ist. Dabei ist es zugegebenermaßen nicht ganz einfach, sich auf eine bestimmte Stimmung einzulassen, denn diese ist spätestens mit dem nächsten Lied bereits wieder überholt.

Und dann ist da natürlich noch die Stimme des Brian Hugh Warner alias Marilyn Manson. Die muss man mögen oder hat seine Schwierigkeiten damit. Gewöhnungsbedürftig ist sie auf alle Fälle. Und wenn er denn schreit oder auch flüstert, dann kann man sich sehr gut vorstellen, dass so wirklich die Stimme des Teufels klingen könnte. Marilyn Manson wollen ganz offensichtlich ein Gesamtpaket abgeben und schaffen das auch.

Fazit: Metal, egal ob jetzt „Industrial“ oder „Heavy“ steht auf „Holy Wood“ zwar auch im Vordergrund, allerdings längst nicht so präsent wie auf vielen anderen Platten der Band. Es lassen sich hier tolle und auch ungewöhnliche Melodien entdecken, die länger hängenbleiben und nachhallen. Eine gute und abwechslungsreiche Rock-Scheibe, auf der man etwas entdecken kann. Elf Punkte.

Anspieltipps: Target Audience, In The Shadow Of The Valley Of Death, Lamb Of God



Mittwoch, 2. April 2014

Propaganda – A Secret Wish




Propaganda – A Secret Wish


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Michael Mertens
Suzanne Freytag
Claudia Brücken
Ralf Dorper


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Andrew Richards
Steve Howe
David Sylvian
Glenn Gregory
Trevor Horn
Ian Mosely
Jonathan Sorrell
Andreas Thein
Stuart Copeland
Allen L. Kirkendale
S.J. Lipson



Label: ZTT Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Dream Within A Dream (9:08)
2. The Murder Of Love (5:13)
3. Jewel (6:23)
4. Duel (4:43)
5. Frozen Faces (4:25)
6. P-Machinery (3:51)
7. Sorry For Laughing (3:27)
8. The Chase (4:05)
9. Dr. Mabuse (10:42)

Gesamtspieldauer: 51:57




Propaganda, eine deutsche Band aus Düsseldorf, machte Musik, bei deren Hören man sofort das passende Jahrzehnt parat hat. Synthie-Pop in Reinkultur, das müssen die 80er Jahre sein. Von der Musik her ist das auch nicht weiter verwunderlich, denn Trevor Horn hatte sich der Band angenommen und zum Teil das Album mitproduziert. Jener Trevor Horn, der zusammen mit Geoff Downes die Buggles bildete und kurzzeitig auch ein Mitglied von Yes war, wobei er dort viel zum Meisterwerk „Drama“ beitrug. Von daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch Steve Howe von Yes hier einen Gastauftritt bekam, bei welchem Titel der Gitarrenvirtuose allerdings in die Saiten griff, ist nicht so ohne weiteres festzustellen. Aber es gibt noch mehr berühmte Namen neben den Bandmitgliedern. Stuart Copeland von Police sitzt mal an den Drums, wobei in diesem Fall die Überraschung darin liegt, dass er in den Credits des Albums mit Stuart Coppland aufgeführt wird. Und auch Glenn Gregory von Heaven 17 und David Sylvian von Japan gehören zu den Studiomusikern.

Mit dem Titel „Dr. Mabuse“, der schon vor dem Album vorlag, gelang den Musikern von Propaganda ein charttechnischer Achtungserfolg. Wenn man eher von der rockigeren Seite der Musik herkommt, kann man das kaum verstehen. Zwar gibt es auch im Synthie-Pop ganz interessante und eingängige Lieder, „Dr. Mabuse“ gehört da jedoch irgendwie nicht dazu. Auf über zehn Minuten wird so ziemlich alles aus den Synthesizern herausgeholt was geht, es wird englisch und deutsch gesungen, meist vor dem Hintergrund eines fetten Beats im Zusammenspiel mit poppigen und sphärischen Synthie-Klängen. Als Dance-Nummer sicherlich ganz brauchbar, richtig musikalisch interessant ist allerdings nur der Mittelteil, bei dem um ein Drum-Solo einige Sounds und Instrumente herumdrapiert wurden. Das ist dann allerdings auch wieder der Teil, der nur relativ schlecht tanzbar ist.

Nun, der erste Single-Erfolg war da, jetzt wurde weiterkomponiert und schließlich im Juli 1985 „A Secret Wish“ veröffentlicht. Und da ist gleich der Opener besser gelungen als „Dr. Mabuse“. „Dream Within A Dream“, bei dem der Text einem Gedicht von Edgar Allen Poe entnommen wurde, wirkt mit seiner Musik mal melancholisch und sphärisch, dann wieder sehr sehnsüchtig. Hat was, wenn man auch mit künstlich erzeugten Klängen etwas anzufangen weiß. Doch die Hauptrolle spielt hier eigentlich eine Trompete, die das Flair des Titels zum Strahlen bringt. Der Höhepunkt der Platte ist jedoch „P-Machinery“. Synthie-Pop in Reinkultur, jedoch mitreißend und spannend arrangiert. Die Nummer beginnt sehr melodiös, die Gesänge und Stimmen von Suzanne Freytag und Claudia Brücken passen perfekt und das Lied steigert sich kraftvoll in vorher nicht für möglich gehaltene Höhen. Synthesizer-dominierter Pop der sehr viel besseren Sorte. Das war es dann aber auch schon, der Rest der Platte ist meist überaus gewöhnungsbedürftig für Menschen, die eine Gitarre klasse finden.

Fazit: Synthie-Pop ist nicht ganz so mein Ding, kann allerdings auch gut gemacht und spannend sein. Ist es hier auch auf „A Secret Wish” von Propaganda – zumindest ab und an. Manchmal noch ganz okay, so gibt es allerdings auch Stellen, die durch Langeweile nerven. Von daher sicher kein ganz schlechtes Album, aber richtig überzeugend ist das auch nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Dream Within A Dream, P-Machinery