Montag, 6. November 2017

Jake Bellows – New Ocean




Jake Bellows – New Ocean


Besetzung:

Jake Bellows – vocals, acoustic guitar, electric guitar 


Gastmusiker: 

Ben Brodin – drums, organ, acoustic guitar, electric guitar, vocals, piano, electric piano, mellotron 
Todd Fink – vocals, percussion, electric guitar, synthesizer
Ryan Fox – electric guitar, percussion, soundscape, voice, bass, keyboards
Heath Koontz – bass
Morgan Nagler – vocals
Heather Porcaro – vocals
Kacynna Tompsett – vocals
Pearl Lovejoy Boyd – vocals
Kendall Panas – vocals
Tabitha Panas – vocals
Alessi Laurent-Marke – vocals


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Independent Rock, Pop, Folk, Country


Trackliste:

1. New Ocean (4:12)
2. All Right Now (2:54)
3. You And Me (3:01)
4. Drinking With Dad (3:25)
5. Two Weeks (3:25)
6. I Know You (3:01)
7. I Can't Wait (2:28)
8. Running From Your Love (3:10)
9. Help (3:39)
10. Should You Ever Change Your Mind (2:46)
11. Frequency (4:55)

Gesamtspieldauer: 37:02



Jake Bellows ist der Sänger und Gitarrist der Band Neva Dinova, die aus Omaha, Nebraska stammt und für Independent Rock steht. Den US-Amerikaner hat man auch schon als Gastmusiker bei Conor Obersts „Bright Eyes“ gehört. Am 6. August 2013 veröffentlichte Jake Bellows nun auf dem Plattenlabel Saddle Creek sein erstes Solo-Album unter dem Titel „New Ocean“.

Auf dieser Platte ist ein sehr getragener Independent Rock zu hören, vermischt mit etwas Pop, Folk und einer winzigen Prise Country. Sehr melancholisch und nachdenklich wirken die Lieder auf diesem Album, welches es kaum schafft Gute Laune zu verbreiten, sondern sehr viel eher für die ruhigen und nachdenklichen Stunden des Lebens gemacht zu sein scheint. Die einzelnen Stücke gehen dabei durchaus ins Ohr, ohne dadurch jetzt richtige Ohrwürmer darzustellen. Das Album ist mit etwas über 37 Minuten Laufzeit nicht zu lang geraten, aber dennoch kommt selbst hier beim Hören schon nach wenigen Liedern die Hoffnung auf, dass die Musik des Jake Belows doch irgendwie mal an Fahrt gewinnt. Sehr häufig klingt die Stimme des US-Amerikaners ein wenig weinerlich und irgendwann glaubt man gar, die ganze Platte im Selbstmitleid versinken zu sehen beziehungsweise zu hören. Das wirkt alles selbst bei einer Laufzeit von lediglich 37 Minuten irgendwann anstrengend.

Somit ist es auch nicht ganz einfach an dieser Stelle die Titel zu erwähnen, die wahrlich hörenswert sind und das musikalische Leben der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu bereichern verstehen. Nun, am ehesten hörenswert scheint da doch gleich das erste Lied und gleichzeitig der Titelsong „New Ocean“ zu sein. Man ist noch nicht ganz in der Atmosphäre des Albums versunken, kann noch hoffen und die Nummer geht sogar ins Ohr. Schließlich sei an dieser Stelle ebenfalls noch der letzte Titel „Frequency“ erwähnt. Dies aus dem Grund, weil Jake Bellows hier wirklich rockt und sich fast schon ekstatisch steigert. Ein paar mehr solcher „Auflockerungen“ hätte man sich auch in der Mitte des Albums gewünscht.

Fazit: Melancholie wird groß geschrieben auf „New Ocean“, dem ersten Solo-Projekt von Jake Bellows, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der Band Neva Dinova. Die Musik passt perfekt zum Herbst, klingt selten etwas fröhlicher, zumeist dagegen sehr gedrückt. Die einzelnen Titel gehen gut ins Ohr, überaus spannend klingen sie dabei allerdings nicht durchgängig. Wer jedoch Musik zum „Runterkommen“ sucht, die oder der könnte es mit „New Ocean“ von Jake Bellows durchaus mal probieren. Acht Punkte.

Anspieltipps: New Ocean



Sonntag, 5. November 2017

The Yardbirds – Classic Cuts




The Yardbirds – Classic Cuts


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: ARC Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Pop, 60ies Pop


Trackliste:

CD1:

1. Smokestack Lightning (5:36)
2. You Can’t Judge A Book (2:58)
3. Let It Rock (2:19)
4. Boom Boom (2:26)
5. Who Do You Love (4:12)
6. Too Much Monkey Business (3:49)
7. Got Love If You Want It (2:46)
8. Here ‘tis (5:07)
9. What Do You Want (3:03)
10. I Ain’t Done Wromg (3:41)
11. Respectable (5:28)
12. My Girl Sloopy (5:37)
13. You’re A Better Man Than I (3:20)
14. New York City Blues (4:09)
15. Someone To Love Pt. 1 (2:23)
16. Someone To Love Pt. 2 (4:17)

Gesamtspieldauer: 1:01:02




Die Yardbirds sind eine englische Rock Band, die im Jahr 1963 in London gegründet wurde. Die Band hatte mehrere Lead-Gitarristen, die unter anderem Eric Clapton, Jimmy Page und Jeff Beck hießen. Alle drei befinden sich in den Top 5 der besten Gitarristen aller Zeiten, die das Rolling Stone Magazine veröffentlichte. Die Yardbirds starteten als Blues Band und ihnen wird Einfluss auf sehr viele musikalische Genres nachgesagt. So sollen von ihnen die ersten progressiven Rocktöne zu hören sein, die Grundlagen des Punks und des Hard Rock gelegt worden sein. Dazu schafften es die drei bekannten Gitarristen der Band Innovationen bezüglich des Gitarrenspiels wie Verzerrung und Feedback in der Rock Musik zu etablieren. Nach dem Auseinanderbrechen der Band im Jahr 1967 gründeten Sänger Keith Relf und Schlagzeuger McCarty die Band Renaissance, Jimmy Page die noch deutlich bekanntere Band Led Zeppelin. In den 90er Jahren reformierten sich die Yardbirds erneut. Von der ursprünglichen Besetzung waren Schlagzeuger Jim McCarty und Gitarrist Chris Dreja wieder mit von der Partie. Chris Dreja verließ die Yardbirds schließlich erneut im Jahr 2012, sodass heute nur noch Jim McCarty von der ursprünglichen Formation Bestandteil der Band ist.

Klingt alles sehr gut, nur kann man das beim Hören dieser Zusammenstellung kaum nachvollziehen. Auf dem absolut lieblos zusammengestellten Kompilationsalbum mit dem Titel „Classic Cuts“, welches im Jahr 1987 auf dem Plattenlabel ARC Records veröffentlicht wurde, hört man die Band zu Beginn ihrer Karriere, also Anfang bis Mitte der 60er Jahre. Auf der Scheibe befinden sich zumeist atemberaubend schlechte Live-Aufnahmen von hauptsächlich Pop- oder Rock’n’Roll-Nummern, die nur mit einer sehr hohen Toleranzschwelle angehört werden können. Oftmals hört man auf dieser kruden Zusammenstellung lediglich ein Geschepper der Schlagzeugbecken sowie einen dumpfen Sound, der umso fieser klingt, je lauter man sich das Ganze gibt. Einen Überblick über die Musik der Yardbirds, die solch ein Album sicherlich auch geben soll, kann man hier unmöglich gewinnen.

Allerdings ist nicht nur die Aufnahmequalität der Lieder schlecht, auch die Titel selbst klingen nach den 60ern. Von Innovation oder neuen Wegen, die die Band samt ihrer Gitarristen ging, ist auf „Classic Cuts“ reichlich wenig zu hören. Eine kleine Ausnahme ist vielleicht die Nummer „You’re A Better Man Than I“, die sowohl klangtechnisch besser gelungen ist und wirklich erste Ansätze des Progressive Rock enthält. Das ist allerdings leider wirklich die Ausnahme auf der Scheibe, auf der ansonsten die Musik dröhnt wie beim grauenvollen „Respectable“ oder beim durchaus noch interessanten „Someone To Love Pt. 2“. Viel mehr Worte sollte man über diese Scheibe nicht verlieren.

Fazit: Eine unfassbar schlechte Zusammenstellung der musikalischen Anfänge der Yardbirds stellt das Kompilationsalbum „Classic Cuts“ dar. Die Musik langweilt, der Sound ist oftmals absolut miserabel. Das, was die Yardbirds ausmacht, bekommt man auf dieser Zusammenstellung nicht oder nur in sehr kleinen Ansätzen zu hören. Ist es nicht die Musik selbst, die einen verzweifeln lässt, dann ist es die Aufnahmequalität der Stücke, die einen kopfschüttelnd zurücklässt. Hier wollte eine Plattenfirma ganz schnell Geld mit einem bekannten Namen machen. Nicht mehr und nicht weniger. Zwei Punkte.

Anspieltipps: You’re A Better Man Than I



Samstag, 4. November 2017

Various Artists – Faust – Ravvivando Remix (Maxi)




Various Artists – Faust – Ravvivando Remix (Maxi)


Besetzung:

GEL: Dave Ball (Soft Cell) & Ingo Vauk


Label: Klangbad


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Synthie-Pop, Electronic, Techno


Trackliste:

1. Wir Brauchen Dich #6 (Remix vom Album Freispiel) (7:33)
2. Wir Brauchen Dich #6 (Processors Of Elimination Mix) (4:03)
3. Wir Brauchen Dich #6 (Ellapropella Mix) (5:23)
4. Wir Brauchen Dich #6 (Alternate Take) (10:47)

Gesamtspieldauer: 27:47



Auf der Maxi-CD „Ravvivando Remix“ hört man vier verschiedene Remixe des Faust Stücks „Wir brauchen Dich“ vom Album „Ravvivando“ aus dem Jahr 1999. Die Remixe stammen aus dem Jahr 2001 und wurden auf dem Plattenlabel Klangbad veröffentlicht. Für diese Versionen des ursprünglichen Liedes zeichnen sich die beiden Musiker David Ball und Ingo Vauk aus.

David Ball war einer der beiden Musiker von Soft Cell, eine Band, die er zusammen mit Marc Almond gründete. Soft Cell wird hinter dem Namen von David Ball auch extra nochmals erwähnt, um das Projekt der Remixe eines Faust-Albums noch etwas interessanter werden zu lassen. Wird es dadurch allerdings leider auch nicht. Man hört auf dieser Maxi-Single vier Mal sehr elektronische Musik, die im vierten und alternativen Mix in Industrial mündet. Heftige Beats und gegen Ende des kurzen Albums keinerlei Eingängigkeit oder Melodiösität mehr. Für Heavy Techno Partys durchaus geeignet, für etwas anderes kaum.

Fazit: Vielleicht mögen diese Remixe für Faust Fans interessant sein, was allerdings auch bezweifelt werden kann. Von daher kann man eines der ersten Mixe sicherlich auf einer Techno-Party auflegen, den vierten Remix dann, wenn man gerade mit dem Kran und der schweren Eisenkugel auf das Haus zufährt. Man versetzt die schwere Eisenkugel in Schwingung. Immer schneller und immer mehr. Schließlich saust sie so stark hin und her, dass sie an ihren Wendepunkten fast die Horizontale erreicht hat. Jetzt noch ein Stück näher zum Haus, ein winziges Stück und Rummms, die erste Wand fällt und die Kugel schwingt immer noch. Dies alles wird bestens musikalisch durch den vierten Remix unterlegt. Musik ist spannend. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Alles



Freitag, 3. November 2017

The Waterboys – Room To Roam




The Waterboys – Room To Roam


Besetzung:

Mike Scott – guitar, piano, vocals
Barry Beckett – piano
Seamus Begley – background vocals
Eileen Begley - background vocals
Colin Blakey – flute, piano, Hammond organ, whistling, whistle
Noel Bridgeman – percussion, drums, vocals
John "Turps" Burke – background vocals
Trevor Hutchinson – bass guitar, bouzouki
Roddy Lorimer – trumpet
Diarmuid O'Suilleabhan – background vocals
Ken Samson – didjeridu
Sharon Shannon – fiddle, accordion
J. Neil Sidwell – trombone
Anthony Thistlethwaite – mandolin, saxophone
Steve Wickham – fiddle, hammond organ, vocals
Kieran Wilde – clarinet


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Folk Rock, Rock, Country


Trackliste:

1. In Search Of A Rose (1:20)
2. Song From The End Of The World (1:59)
3. A Man Is In Love (incl. Calliope House) (3:18)
4. Bigger Picture (2:26)
5. Natural Bridge Blues (2:06)
6. Something That Is Gone (3:16)
7. The Star And The Sea (0:26)
8. A Life Of Sundays (6:13)
9. Islandman (2:06)
10. The Raggle Taggle Gypsy (2:58)
11. How Long Will I Love You? (3:38)
12. Upon The Wind And Waves (0:44)
13. Spring Comes To Spiddal (1:24)
14. The Trip To Broadford (1:14)
15. Further Up, Further In (5:32)
16. Room To Roam (2:55)
17. The Kings Of Kerry (0:58)


Collector's Edition Bonus Disc (2008):

1. In Search Of A Rose (2:29)
2. My Morag (The Exile's Dream) (2:11)
3. A Man Is In Love (incl. Calliope House) (alternate) (3:20)
4. The Wyndy Wyndy Road (1:53)
5. Three Ships (3:22)
6. Sunny Sailor Boy (3:06)
7. Sponsored Pedal Pusher's Blues (2:50)
8. The Wayward Wind (3:47)
9. Danny Murphy / Florence (2:22)
10. The Raggle Taggle Gypsy (live) (4:30)
11. Custer's Blues (live) (4:37)
12. Twa Recruitin' Sergeants (live) (4:10)
13. A Reel And A Stomp In The Kitchen (0:51)
14. Down By The Sally Gardens (3:48)
15. A Strathspey In The Rain At Dawn (1:23)
16. A Song For The Life (3:49)
17. The Kings Of Kerry (0:27)

Gesamtspieldauer CD1 (42:42) und CD2 (49:01): 1:31:43




Sie war noch nicht abgeschlossen, die Phase der Waterboys, die mit der Platte „Fisherman’s Blues“ eingeläutet worden war. Folk und Country waren seitdem die bestimmenden musikalischen Richtungen der Waterboys um Mike Scott geworden. Diese Art der Musik hört man nun ebenfalls auf dem am 2. Oktober 1990 veröffentlichten fünften Studioalbum mit dem Namen „Room To Roam“. Auch diese Platte wurde wie der Vorgänger auf dem Label Chrysalis veröffentlicht.

Nimmt man den Titel des Albums wörtlich, so kann man diesen vorgegebenen musikalischen Raum zwar durchstreifen, man kann darin herumwandern, sich vielleicht darin auch verirren, jedoch wird man kaum mehr interessante oder spannende Musk entdecken. Sehr viel eher hört man auf „Room To Roam“ zumeist langweiligen, schon oft gehörten und damit wenig spektakulären Folk, der an mancher Stelle auch vom Country angehaucht wurde. Allerdings passierte letzteres glücklicherweise deutlich weniger als noch auf dem Album „Fisherman’s Blues“ – aber es geschieht leider immer noch. Die Musik bleibt zudem auch bei den Folk Stücken trotzdem eher bieder und zumeist vergisst man die Lieder sofort wieder, nachdem sie ausgeklungen sind.

Rock Musik enthält diese Scheibe so gut wie gar nicht mehr. The Waterboys zelebrieren die traditionelle irische und schottische Musik auf „Room To Roam“ sehr kompromisslos und konsequent. Dies gilt ebenso für die Zusatz-CD der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2008, auf der sich allerdings sowieso hauptsächlich alternative oder Live-Versionen, der schon auf dem ursprünglichen Album vorhandenen Lieder finden. Höhepunkte dieser Platte zu entdecken und zu benennen, ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach, wenn man dieser Musik nur noch wenig abgewinnen kann. Nach mehrmaligem Anhören bleibt bei mir hauptsächlich das Titelstück „Room To Roam“ in Erinnerung – zumindest dieses Lied geht ins Ohr.

Fazit: Ich mag Folk Musik, doch dieser Folk der Waterboys spricht mich irgendwie nicht an. Die Lieder bleiben nicht mehr hängen, gehen nicht ins Ohr, verblassen sofort wieder, nachdem sie gehört wurden. Der Country-Anteil in der Musik der Band wurde etwas zurückgefahren, der Rock-Anteil in der Musik der Waterboys ist nicht mehr existent. Somit ist „Room To Roam“ eine Platte geworden, welche eingefleischten Folk Fans vielleicht ein Lächeln auf die Lippen zaubert, andere aber wohl eher enttäuscht zurücklässt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Room To Roam, Danny Murphy / Florence



Donnerstag, 2. November 2017

Various Artists – Superpops




Various Artists – Superpops


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Delta Music


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop, Oldies


Trackliste:

1. Downtown (Petula Clark) (3:15)
2. Summertime (Billy Stewart) (2:43)
3. Don’t Be Cruel (Elvis Presley) (2:03)
4. Pictures Of Matchstick Man (Status Quo) (3:06)
5. Silence Is Golden (The Tremolos) (3:08)
6. Soul Man (Sam & Dave) (2:37)
7. Wooly Bully (Sam The Sham & The Pharachs) (2:22)
8. Rinky Dink (Dave Baby Cortez) (2:56)
9. Da Doo Ron Ron (The Crystals) (2:19)
10. Jesamine (The Casuals) (3:07)
11. Those Were The Days (Mary Hopkin) (5:01)
12. Runaway (Del Shannon) (2:26)
13. It’s My Party (Lesley Gore) (2:15)
14. Speedy Gonzales (Pat Boone) (2:35)
15. Louie Louie (Kingsmen) (2:47)
16. Rebel Rouser (Duane Eddy) (2:16)

Gesamtspieldauer: 45:03




„Superpops“ ist ein Kompilationsalbum von Pop-Liedern verschiedener Bands, Sängerinnen und Sänger. Erschienen ist die Scheibe im Jahr 1988 auf dem Plattenlabel Delta Music. Zu hören gibt es auf „Superpops“ Pop-Musik, die zum allergrößten Teil bereits der Kategorie „Oldie“ zugerechnet werden kann. Die sechszehn Titel sind dabei musikalisch breit gefächert und decken ein weites Spektrum ab. Von sanft und nachdenklich über das Mid-Tempo bis hin zum tanzbaren Gassenhauer ist hier alles vertreten.

Der Spruch „Oldie but Goldie“ kann hier allerdings nicht einfach so stehengelassen werden. Nicht alles auf „Superpops“ erfüllt auch den Anspruch, der durch den Untertitel des Albums „Pop Music Greatest Hits“ heraufbeschworen wird. Manch eine Nummer scheint da durchaus Füllmaterial zu sein, so richtig schlecht klingt jedoch glücklicherweise nichts auf dieser Zusammenstellung. Gleich mit dem ersten Ton bewegt man sich musikalisch allerdings in längst vergangenen Zeiten, die zum Teil noch vor den Beatles angesiedelt sind.

Meine persönlichen Favoriten dieser Scheibe sind zwei fast schon schlagereske Stücke, nämlich Petula Clarks „Downtown“ sowie Mary Hopkin mit ihrem „Those Were The Days“. Jedoch gibt es noch jede Menge mehr zu entdecken. Status Quo mit „Pictures Of Matchstick Man“ lohnt sich genauso wie Del Shannons „Runaway“ oder auch Lesley Gore mit „It’s My Party“ und Pat Boone mit „Speedy Gonzales”. Alles sehr bekannte Stücke, über die man automatisch irgendwann in seinem Leben stolpert.

Fazit: Für Leute, die sich gerne mal musikalisch in die „gute alte Zeit“ zurückversetzt fühlen möchten. Für jüngere Generationen wohl eher weniger geeignet. Doch bekannt dürften die Stücke zum größten Teil jeder und jedem sein. Da die Lieder auch gut ins Ohr gehen, hat man mit „Superpops“ eine Zusammenstellung von Titeln, die klingen und heutzutage nicht mehr ganz so häufig zu hören sind. Von daher eine nette Auflockerung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Downtown, Those Were The Days



Mittwoch, 1. November 2017

Stan Ridgway – Live - Poolside With Gilly




Stan Ridgway – Live - Poolside With Gilly


Besetzung:

Stan Ridgway – vocals, guitar, harmonica
Pietra Wexstun – keyboards
David Sutton – bass
Bernhard Hall – keyboards
“Big Joe” Berardi – drums
Pete McCrea – guitar


Label: Dis-Information Records


Erscheinungsdatum: 2001 (Aufnahme von 1991)


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. Space Talk (1:07)
2. The Overlords (4:32)
3. Jack Talked (2:53)
4. Talk Hard (3:27)
5. Chat - Intro The Band (1:21)
6. The Roadblock (4:46)
7. Blab - Who Is That? (1:31)
8. The Big Heat (4:34)
9. Blab - Clarence Thomas (0:53)
10. Lonely Town (4:33)
11. Blab - Celebs (1:01)
12. Harry Truman (4:06)
13. Blab - Ribeye (0:59)
14. Don't Box Me In (3:54)
15. Drive She Said (4:40)


CD2:

1. Blab - Bossa Nova (1:25)
2. Wanna Be A Boss (4:41)
3. Blab - More Celebs (0:58)
4. Uba's House (4:06)
5. Camouflage (6:35)
6. Blab - Thanks (1:36)
7. Last Honest Man (4:01)
8. Blab - TVS? (0:52)
9. A Mission Of Life (7:01)
10. Blab - Applause (1:07)
11. C. Stop The Show (3:54)
12. Mexican Radio (4:16)
13. 16 Tons (4:08)

Gesamtspieldauer CD1 (44:24) und CD2 (44:45): 1:29:09




„Poolside With Gilly“ heißt das erste Live Album des US-Amerikaners Stan Ridgway. Aufgenommen wurde ein Konzert am Abend des 2. November 1991 in „The Strand“ in Hermosa Beach, Kalifornien. Die Aufnahme erschien dann schließlich in Form eines Doppelalbums im Jahr 2001 auf dem Plattenlabel Dis-Information Records.

Die Scheibe eignet sich wohl am ehesten für eingefleischte Stan Ridgway Fans und ganz bestimmt für Menschen, die damals beim Konzert zugegen waren. Das wiederum liegt in dem Umstand begründet, dass es sich bei dem Mitschnitt um ein Konzert handelt, in dem häufig gesprochen wird. Zwischen den einzelnen Stücken gibt Stan Ridgway sehr viel zum Besten, sodass man sich kaum in die Musik einhören kann, weil sie danach gleich wieder von Ansagen, Anekdoten oder Meinungen unterbrochen wird. Die einzelnen Stücke hört man in leichten Variationen zu den Originalversionen.

Trotzdem kann man sich natürlich mit „Poolside With Gilly“ einen ganz guten Überblick über die Musik von Stan Ridgway verschaffen. Nicht alles geht einem dabei schnell ins Ohr, aber selbstverständlich gibt es hier auch solch einen Ohrwurm wie „Camouflage“ zu hören. Insgesamt ist die Musik des Stan Ridgway eine Mischung aus Pop, Rock, New Wave, Western Music und Electronic. Was bunt vermischt klingt, passt in der Variante, wie es von Stan Ridgway seinen Hörerinnen und Hörern präsentiert wird, sehr gut und stimmig zusammen.

Fazit: Es ist nicht ganz einfach sich in die Musik auf „Poolside With Gilly“ hineinzuhören, da die einzelnen Lieder immer wieder von langen Ansagen unterbrochen werden. Man hört eine sehr elektronische Variante von Pop und Rock, wie sie für die Musik von Stan Ridgway typisch ist. Einen schönen Einblick in sein Schaffen bis zum Jahr 1991, bei dem auch Lieder seiner vorherigen Band Wall Of Voodoo Berücksichtigung fanden, erhält man mit diesem Live-Album auf jeden Fall. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Uba's House, Camouflage



Dienstag, 31. Oktober 2017

Rainbow – Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976




Rainbow – Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976


Besetzung:

Ritchie Blackmore – guitar
Ronnie James Dio – lead vocals
Cozy Powell – drums, percussion
Jimmy Bain – bass
Tony Carey – keyboards


Label: AFM Records


Erscheinungsdatum: 2006 (aufgenommen 1976)


Stil: Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Introduction (1:13)
2. Kill The King (4:46)
3. Mistreated (12:51)
4. Sixteenth Century Greensleeves (8:09)
5. Catch The Rainbow (13:20)
6. Man On The Silver Mountain (13:40)


CD2:

1. Stargazer (14:50)
2. Still I'm Sad (17:03)
3. Do You Close Your Eyes (6:42)

Gesamtspieldauer CD1 (54:01) und CD2 (38:37): 1:32:39



„Deutschland Tournee 1976” ist zugegebenermaßen ein etwas seltsam anmutender Titel für ein Live-Album der englischen Band Rainbow. Ergänzt wird diese Überschrift noch durch Ort und das Datum des damaligen Konzertes „Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976”. Insgesamt gibt es diese Veröffentlichung auch noch mit den Konzerten in Köln (25. September 1976) und Düsseldorf (27. September 1976) in identischer, sowie mit ebenfalls fast gleicher Titelauswahl vom 20. Oktober 1977 in München. In Japan wurden die ersten drei genannten Konzerte als sechs CD umfassende Box herausgegeben, in der restlichen Welt erschienen die Alben in Form von Doppelalben. „Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976“ wurde im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Humming Bird veröffentlicht.

Rainbow sind bei diesen Konzerten auf dem Höhepunkt ihrer Schaffensphase und das hört man auch. Die Studioalben „Ritchie Blackmore's Rainbow“ sowie „Rising“ waren bereits veröffentlicht, zur Platte „Long Live Rock 'n' Roll“ lagen die ersten Ideen vor, wie man an der hier enthaltenen Version von „Kill The King“ gut nachhören kann. Die vier Musiker haben auf diesem Konzert eindeutig Spaß an dem, was sie da gerade zelebrieren und halten sich auch kaum an die Vorgaben des ursprünglichen Liedes. Alle Lieder werden stark variiert, sodass sie zwar noch denselben Titel wie die Album-Versionen der entsprechenden Lieder tragen, doch zum Teil fast schon zu eigenständigen Nummern werden. Man hört mitreißende Instrumentalsoli und auch einen Ronnie James Dio in Höchstform.

Dieses Live-Album stellt definitiv eine Bereicherung für jeden Rainbow Fan dar, aber auch Freunde der Rockmusik, die die ursprünglichen Titel noch nicht kennen, dürften an diesen Aufnahmen ihren Spaß haben. Vor allen Dingen das Yardbirds-Cover „Still I'm Sad“, im Original mit einer Laufzeit von 2:57 und in ebenfalls sehr kurzer Version auch auf dem ersten Rainbow Studioalbum vorhanden, wird auf diesem Konzert in einer siebzehnminütigen Version wiedergegeben, die das Herz der Rockfreundin beziehungsweise des Rockfreundes einfach höherschlagen lassen muss. Wahrlich beeindruckend, abwechslungsreich und mitreißend.

Fazit: Für alle Hörerinnen und Hörer, die die Musik von Rainbow, aber auch die von Deep Purple lieben, eine lohnende Anschaffung. Die auf der Doppel-CD enthaltenen Lieder sind in völlig anderen Versionen vorhanden, als die Originalaufnahmen auf den Studioalben. Das Lied „Kill The King“ in einer Version, aus der sich der Titel noch endgültig herausbilden muss, denn das dazugehörige Studioalbum wurde erst im drauffolgenden Jahr veröffentlicht. Auf „Deutschland Tournee 1976 - Nürnberg Messezentrum Halle 28. 9. 1976“ rockt es, Hard Rock der allerfeinsten Sorte gibt es hier zu hören. Macht einfach Spaß. Für Rock Fans bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Still I'm Sad



Montag, 30. Oktober 2017

Gary Numan – Living Ornaments ‘81




Gary Numan – Living Ornaments ‘81


Besetzung:

Gary Numan – vocals, guitar, synthesizers


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass guitar
Chris Payne – keyboards, viola
Cedric Sharpley – drum kit
Russell Bell – guitar
Dennis Haines – keyboards
Nash The Slash – violin on “Cry The Clock Said”


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1998 (Aufnahme von 1981)


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

CD1:

1. Intro / This Wreckage (7:40)
2. Remind Me To Smile (3:22)
3. Metal (3:14)
4. Me! I Disconnect From You (3:03)
5. Complex (3:10)
6. The Aircrash Bureau (5:24)
7. Airlane (3:24)
8. M.E. (4:32)
9. Everyday I Die (4:38)
10. Films (5:47)
11. Remember I Was Vapour (4:34)
12. Trois Gymnopedies (First Movement) (3:04)
13. Conversation (7:39)


CD2:

1. She's Got Claws (4:51)
2. Cars (3:39)
3. I Dream Of Wires (4:37)
4. I'm An Agent (3:57)
5. The Joy Circuit (5:56)
6. I Die: You Die (3:43)
7. Cry The Clock Said (5:26)
8. Tracks (2:19)
9. Down In The Park (5:59)
10. My Shadow In Vain (2:38)
11. Please Push No More (5:29)
12. Are Friends Electric? (5:40)
13. We Are Glass / Outro (7:44)

Gesamtspieldauer CD1 (59:37) und CD2 (1:02:05): 2:01:42



„Living Ornaments ‘81” ist eine der zahlreichen Live-Album-Veröffentlichungen des Gary Numan. Das Doppelalbum erschien im Jahr 1998 auf dem Plattenlabel Beggars Banquet, enthält allerdings Aufnahmen vom 28. April des Jahres 1981. An diesem Datum fand das dritte und letzte seiner „Farewell Concerts” in der Wembley Arena statt. Zu dieser Veröffentlichung gab es auch das passende VHS Live Video. Inzwischen gibt es das Konzert selbstverständlich auch auf DVD.

Absolut elektronische Musik gibt es auf „Living Ornaments ‘81” zu hören. Auch wenn in den Credits sogar Gitarren aufgeführt sind, man darf bei der Musik von Gary Numan definitiv keine Rock Musik erwarten, Gitarren spielen hier eine absolut untergeordnete Nebenrolle. Bei Gary Numan hört man Synthesizer-Musik gepaart mit seinem etwas weinerlichen klingenden, nie fest wirkenden Gesang. Dieser Gesang hört sich dabei leider öfters sehr falsch an. Es ist nicht zu vermuten, dass Gary Numan die Lieder absichtlich falsch eingesungen hat, somit ist „Living Ornaments ‘81” eine ziemlich gewagte Veröffentlichung geworden, die an mancher Stelle unfreiwillig schräg klingt.

Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass der Sound des Albums ab und an ebenfalls nicht der allerbeste ist. Manchmal klingt das Ganze ziemlich schlecht abgemischt, nicht durchgängig, aber immerhin. Der Bonus Track der ersten CD, „Conversation“, treibt es dabei dann auf die Spitze. Von der Musik hört man kaum mehr etwas, sehr viel mehr berieselt einen Gary Numan mit sehr schrägem Gesang. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig und wirkt wie ein Fremdkörper am Ende der ersten CD. Gary Numan war zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Schaffens und hatte auch den größten Erfolg seiner Karriere. Für Freunde des Rock wirkt die Musik allerdings häufig nur noch synthetisch und einfach kalt und unnahbar. Richtig eintauchen in den Klangkosmos des Gary Numan gelingt daher wohl nur sehr eingefleischten Fans des Elektronik-Synthie-Akrobaten.

Fazit: Electronic und Synthie Pop in Perfektion gibt es auf „Living Ornaments ‘81“ zu hören. Klar, solche Musik muss man lieben, sonst steht man beim Hören der Scheibe am Rand des Wahnsinns. Allerdings wird selbst dann das Hörerlebnis durch einen schlechten Sound und schlecht abgemischte Titel sehr stark beeinträchtigt. Somit bleibt „Living Ornaments ‘81“ wohl nur für völlig begeisterte Fans des Gary Numan eine lohnende Anschaffung. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Trois Gymnopedies (First Movement), Down In The Park, Please Push No More



Sonntag, 29. Oktober 2017

Big Big Train – The Second Brightest Star




Big Big Train – The Second Brightest Star


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion and backing vocals
Danny Manners – keyboards and double bass
Rikard Sjöblom – guitars, keyboards on “The Second Brightest Star” and backing vocals
Rachel Hall – violin, viola, cello and backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals and backing vocals
David Longdon – lead and backing vocals, flute, electric guitar, synthesizers, percussion
Dave Gregory – electric 6 and 12 string guitars
Andy Poole – acoustic guitar, keyboards and backing vocals


Gastmusiker:

Dave Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet and cornet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba
Lucy Curnow – violin
Keith Hobday – viola
Evie Anderson – cello
Philip Trzebiatowski – cello


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. The Second Brightest Star (7:17)
2. Haymaking (3:24)
3. Skylon (6:44)
4. London Stone (2:00)
5. The Passing Widow (5:33)
6. The Leaden Stour (7:19)
7. Terra Australis Incognita (4:19)
8. Brooklands Sequence (17:33)
     On The Racing Line
     Brooklands
9. London Plane Sequence (13:17)
     Turner On The Thames
     London Plane
10.The Gentlemen's Reprise (3:02)

Gesamtspieldauer: 1:10:32




Nachdem am 28. April 2017 das zehnte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train unter dem Namen „Grimspound“ veröffentlicht worden war, erschien am 23. Juni desselben Jahres, nicht einmal zwei Monate später, bereits das elfte Album der Band. „The Second Brightest Star“ heißt dieses und wurde wie schon der Vorgänger auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Genau wie auf dem Vorgängeralbum, so hört man auch auf „The Second Brightest Star“ eingängigen und melodiösen Progressive Rock, der bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht.

Ein wenig „geschummelt“ haben die Musiker dabei allerdings schon. Die Lieder „Brooklands“ sowie „London Plane“ gab es nämlich bereits auf dem Vor-Vorgängeralbum „Folklore“ zu hören und werden auf „The Second Brightest Star“ am Ende des Albums in alternativen und verlängerten Versionen wiedergegeben, die insgesamt eine Spieldauer von über dreißig Minuten ergeben. Dazu gibt es die alternativen Outros: „Terra Australis Incognitos“ sowie „The Gentlemen's Reprise“ für den „Grimspound“-Titel „Experimental Gentlemen“ und mit „London Stone“ ein alternatives Intro von „London Plane“. Auf diese Art und Weise kann man eine Platte natürlich auch auf eine Gesamtspieldauer von über einer Stunde ausdehnen.

Vielleicht ist dieses Einbinden bereits bekannter Titel auch mit ein Grund für die Eingängigkeit des Albums, welche man gleich beim ersten Hören zu verspüren glaubt. Doch trotz dieser ganzen Füllerei lohnt sich „The Second Brightest Star“ für Freundinnen und Freunde des melodiösen RetroProg. Die Musik klingt weich und warm, alles wirkt harmonisch. „Schräge“ Töne, die die Musik des Progressive Rock auch immer wieder bereichern, gibt es bei Big Big Train auf „The Second Brightest Star“ nicht zu hören. Alles ist eingängig, schnell eingängig. Besonders hervorzuheben ist dabei das Titellied selbst, welches das Gefühl der Band für die perfekte Harmonie bestens widerspiegelt. Ein Lied, dass sich entwickelt und wächst, abwechslungsreich ist, sich aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, die jeweils perfekt miteinander harmonieren. Hier klingen Big Big Train am überzeugendsten.

Fazit: Genau wie die Vorgängerscheiben „Folklore“ und „Grimspound“, so ist auch „The Second Brightest Star“ ein schönes und sanftes Album geworden, welches alle diejenigen Liebhaberinnen und Liebhaber progressiver Rockmusik für sich einnehmen wird, die auf die melodische Ausführung dieses musikalischen Genres stehen. Nicht alles auf „The Second Brightest Star“ ist neu, manches nur überarbeitet und in alternativen Versionen dargeboten. Das erfährt man beim Lesen des beigefügten Booklets und beim Hören der entsprechenden Stellen auf der Platte. Sei es drum, The Second Brightest Star“ lohnt sich trotzdem und ergänzt die beiden Vorgängeralben stilistisch und musikalisch perfekt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Second Brightest Star



Samstag, 28. Oktober 2017

Various Artists – Rock Stars - The Rock Collection




Various Artists – Rock Stars - The Rock Collection


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Time Warner


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Queen – Bohemian Rhapsody (5:57)
2. Tears For Fears – Everybody Wants To Rule The World (4:13)
3. Elton John – I'm Still Standing (3:05)
4. The Eagles – Hotel California (6:32)
5. The Kinks – Come Dancing (3:57)
6. T. Rex – Get It On (4:27)
7. Status Quo – Down Down (3:43)
8. Rod Stewart – Maggie May (4:56)
9. Marillion – Kayleigh (3:37)
10. The Boomtown Rats – I Don't Like Mondays (3:49)
11. The Byrds – Turn! Turn! Turn! (3:44)
12. The Electric Light Orchestra – Roll Over Beethoven (4:32)


CD2:

1. Europe – The Final Countdown (5:12)
2. The Stranglers – Golden Brown (3:29)
3. 10 CC – Things We Do For Love (3:24)
4. The Jimi Hendrix Experience – All Along The Watchtower (3:58)
5. Journey – Don't Stop Believin' (4:11)
6. Daryl Hall And John Oates – Maneater (4:32)
7. Meat Loaf – Bat Out Of Hell (4:53)
8. Lou Reed – Walk On The Wild Side (4:12)
9. Eric Clapton – Promises (3:03)
10. Joe Cocker – With A Little Help From My Friends (5:06)
11. Santana – Well All Right (4:13)
12. Fleetwood Mac – Tusk (3:25)

Gesamtspieldauer CD1 (52:36) und CD2 (49:44): 1:42:20



„Rock Stars - The Rock Collection“ war der Auftakt und die erste Ausgabe einer Reihe von Kompilations-Alben, die Anfang der 90er Jahre vom Label Time Warner veröffentlicht wurden. Auf dieser ersten Ausgabe sind fast ausschließlich sehr bekannte Künstler und Bands mit mehr oder weniger bekannten Liedern aus den 70er und vor allen Dingen 80er Jahren zu hören. Zumeist steht der Rock auf „Rock Stars - The Rock Collection“ im Vordergrund, jedoch haben sich auch eher poppige Titel mit auf das Doppelalbum verirrt, welches im Jahr 1991 erschienen ist.

Einige schöne Nummern gibt es auf dieser Zusammenstellung zu hören, die allermeisten Lieder dürften Musikinteressierten dabei mehr oder weniger bekannt sein. Welche hiervon am meisten überzeugen, liegt natürlich ganz am Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Insgesamt sind es 24 Titel aus dem Rock- und Pop-Bereich, die sich zu ihrer Veröffentlichungszeit allesamt in den Charts befanden. Viele der Titel sind tanzbar, somit eignen sich die beiden Scheiben auch perfekt zum Einsatz bei einer 70ies oder 80ies Party, um die Tanzfläche zu füllen. Alle Doppel-CDs dieser Reihe gibt es im Moment im gebrauchten Zustand für sehr wenig Geld zu erwerben, wodurch man eine schöne Sammlung der Hits der damaligen Zeit erhält.

Fazit: Wer gerne eine kleine Sammlung von Chart-Stürmern der 70er und 80er Jahre sein Eigen nennen möchte, ist mit dieser Zusammenstellung sehr gut bedient. Ergänzt wird diese Veröffentlichung noch durch Nachfolgealben, die inzwischen alle sehr günstig gebracht zu haben sind. Und falls jemand mal eine Party im Stile der 70er oder 80er Jahre plant, wäre mit „Rock Stars - The Rock Collection“ für die musikalische Untermalung bestens gesorgt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Im Grunde genommen alles.



Freitag, 27. Oktober 2017

Electric Light Orchestra – Alone In The Universe




Electric Light Orchestra – Alone In The Universe


Besetzung:

Jeff Lynne – lead & backing vocals, guitar, bass, piano, drums, keyboards, vibraphones


Gastmusiker:

Steve Jay – shaker, tambourine
Laura Lynne – backing vocals on „Love And Rain” und „One Step At A Time”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Pop


Trackliste:

1. When I Was A Boy (3:13)
2. Love And Rain (3:30)
3. Dirty To The Bone (3:06)
4. When The Night Comes (3:22)
5. The Sun Will Shine On You (3:30)
6. Ain't It A Drag (2:36)
7. All My Life (2:51)
8. I'm Leaving You (3:08)
9. One Step At A Time (3:21)
10. Alone In The Universe (3:55)


Bonus Tracks:

11. Fault Line (2:07)
12. Blue (2:35)

Gesamtspieldauer: 37:18




Jeff Lynne hat es also nochmals gemacht. Im Jahr 2015 veröffentlichte der gebürtige Engländer das vierzehnte Album seiner Band Electric Light Orchestra. Dieses Mal spielte er praktisch alle Lieder selbst ein die, wie auch bereits in der Vergangenheit, erneut von ihm alleine komponiert worden sind. Lediglich seine Tochter Laura Lynne ist bei zwei Titeln als Backgroundsängerin zu hören und Toningenieur Steve Jay klappert mit dem Shaker und dem Tamburin. Alles selbst komponiert und selbst eingespielt, da kann man dann auch den Namen der Band gleich entsprechend mit anpassen. Aus dem Electric Light Orchestra ist mit dem Album „Alone In The Dark“ Jeff Lynne’s ELO geworden. Was allerdings auch dem Umstand geschuldet ist, dass sich ehemalige Mitglieder des Electric Light Orchestras auf ihren Touren immer mit dem Namen ELO schmücken und hier Jeff Lynne mal ein Zeichen setzen wollte. Erschienen ist die Scheibe am 13. November 2015 auf dem Plattenlabel Sony Music.

„Alone In The Dark“ enthält noch die Musik, mit der Jeff Lynne und sein Electric Light Orchestra in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts so erfolgreich wurde. Progressive Rock ist das natürlich an keiner Stelle mehr, von Rock kann man hier auch nicht mehr reden, dafür findet sich auf der Platte jede Menge Pop-Musik, mit der Jeff Lynne versucht sich eingängig und melodiös anzuhören, vielleicht nochmals einen Ohrwurm zu generieren. Doch das schafft er leider nicht mehr. „Alone In The Dark“ ist ein eher biederes, manchmal etwas altbackenes Werk geworden, welches nur noch mit Sentimentalitäten in Erinnerung an vergangene Zeiten zu spielen scheint. Trotzdem scheint dies vor allen Dingen in England anzukommen, wo die Platte nach über 300.000 verkauften Kopien mit Platin ausgezeichnet wurde.

Nein, überzeugend klingt das alles nicht mehr, sehr viel eher langweilig und aufgewärmt. Die Lieder hören sich größtenteils genauso an, wie sie bereits auf den erfolgreichen Scheiben des Electric Light Orchestras geklungen haben. Das war damals schon sehr oberflächlicher Pop, daran hat sich nichts mehr geändert. Manche Bands schaffen es mit einer Neuauflage der alten Klänge nach vielen Jahren nochmals zu punkten, indem sie etwas Neues basierend auf Vergangenem entwickeln. Jeff Lynne gelingt das allerdings nicht mehr. Er macht einfach da weiter, wo er schon mal war. Anhören kann man die Lieder größtenteils natürlich gut, doch sie hinterlassen keinen Eindruck mehr, laufen mit und durch. Einzig das zweite Lied der Platte, „Love And Rain“, sticht da ein klein wenig heraus, schafft es deutlicher zu überzeugen. Der Rest ist Pop, einfacher, zwar noch melodiöser, jedoch langweiliger Pop.

Überraschend übrigens auch, warum man bei einer Neuveröffentlichung gleich zwei Bonus Tracks hinzufügt. Der Grund hierfür ist die sogenannte „Deluxe Edition“. Ohne diese zwei Titel, also in der Original-Ausgabe des Albums, hat die Scheibe allerdings auch nur etwas über 32 Minuten Spieldauer. Sehr gelungen ist dagegen das Cover des Albums, welches mit einer 3D-Oberfläche ausgeliefert wurde. Das gibt es sonst auch nicht so häufig und zumindest hier bleibt Jeff Lynne’s ELO in positiver Erinnerung.

Fazit: Nun, wer die Musik der erfolgreichen Zeit des Electric Light Orchestras mag, diesen durchdeklinierten Pop, die oder der wird wohl auch von „Alone In The Dark“ nicht enttäuscht werden. Steht man dagegen auf das Besondere in der Musik, wird man auf diesem Album nicht fündig. Das ist keine Musik, die man verteufeln muss, Begeisterung kommt damit bei Freunden von Rock Musik aber sicherlich nicht auf. Sieben Punkte.

Anspieltipps: When I Was A Boy, Love And Rain, Alone In The Universe



Donnerstag, 26. Oktober 2017

Patrick Watson – Close To Paradise




Patrick Watson – Close To Paradise


Besetzung:

Patrick Watson – piano, vocals, drum programming


Gastmusiker:

Simon Angell – electric and acoustic guitars, lap steel, banjo
Mischka Stein – electric and upright bass, glockenspiel
Ronnie Kuster – drums, percussion, marimba, backup vocals, saw, piano on “Daydreamer”
Elisabeth Powell – backing vocals on “Bright Shining Lights” and “Close To Paradise”
Jonathan Cayn – organ on “Bright Shining Lights”
Katie Moore – back up vocals on “Storm”
Melanie Auclair – cello on “One Of These Days”
Brigitte Henry – backing vocals on “Man Under The Sea”
Nicholas Trothier – trombone
Jasmin Frenetle – trombone
Geneviève Bouffard – trombone
Phillipe Legoult – tuba
Louis Pierre Bergeron – french horn
Jargolaine Lambert – violin
Anne-Marie Leblanc – cello
Marilov Robitaille – violin
John Corban – violin


Label: Secret City Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Close To Paradise (5:02)
2. Daydreamer (4:34)
3. Slip Into Your Skin (3:37)
4. Giver (3:27)
5. Weight Of The World (4:40)
6. The Storm (3:12)
7. Mr. Tom (2:48)
8. Luscious Life (3:09)
9. Drifters (4:27)
10. Man Under The Sea (3:29)
11. The Great Escape (3:07)
12. Sleeping Beauty (5:33)
13. Bright Shiny Lights (2:34)

Gesamtspieldauer: 49:43




„Close To Paradise” heißt das zweite Studioalbum des kanadischen Sängers und Songschreibers Patrick Watson. Veröffentlicht wurde das Album am 26. September des Jahres 2006 und es erschein auf dem Plattenlabel Secret City Records. Auf „Close To Paradise” hört man interessanten und abwechslungsreichen ArtPop, den es auf diese Art und Weise sonst nicht so häufig zu hören gibt.

Die einzelnen Lieder auf der Platte sind nicht zu lang geraten, trotzdem überaus abwechslungsreich. Alles auf diesem Album geht gut ins Ohr, wirkt dabei zum Teil richtiggehend schräg, manchmal etwas verschroben. Die Stücke sind allesamt sehr melodiös und eingängig, jedoch möchte einem das beim ersten Mal des Hörens noch gar nicht so wirklich auffallen. Mit jedem weiteren Durchlauf eröffnet sich einem jedoch der musikalische Kosmos des Patrick Watson etwas mehr und schließlich hört man auf der Scheibe sogar einige Ohrwürmer, die einen einfach nicht mehr loslassen möchten.

Klingt solch ein Lied wie „Weight Of The World“ zunächst wie eine Mischung aus Zirkusmusik, Geisterbahn und Hafenkneipe und man bleibt beim Abspielen zuerst eher überrascht zurück, so wird das Lied mit jedem weiteren Hören immer begeisternder. Diese Musik klingt wahrlich ungewöhnlich. Sehr gelungen auch immer die von Patrick Watson am Piano eingespielten Passagen, die sein Gefühl für die schöne Melodie nochmals unterstreichen. Ein weiterer zentraler Punkt in der Musik des Kanadiers ist sein Gesang, der mitunter schwindelerregende Höhen annehmen kann und dabei ebenfalls immer noch überzeugend klingt. Doch, dieses Album macht Spaß.

Fazit: ArtPop der ganz anders klingt, nicht zu vergleichen ist mit dem Gedudel, welches man im Radio vorgesetzt bekommt, genau diesen bekommt man hier serviert. Patrick Watson erschafft auf seinem zweiten Album mit dem Titel „Close To Paradise“ Musik, die berührt, die einen packt. Diese ist sicherlich nicht ganz einfach, jedoch, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, um in diese musikalische Welt einzutauchen, dann wird man, wenn man auf das Besondere in der Musik steht, belohnt werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Weight Of The World, The Storm, Mr. Tom



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Angels & Airwaves – We Don’t Need To Whisper




Angels & Airwaves – We Don’t Need To Whisper


Besetzung:

Tom DeLonge – lead vocals, rhythm guitar, keyboards
David Kennedy – lead guitar, keyboards, synthesizers
Ryan Sinn – bass guitar, backing vocals
Atom Willard – drums, percussion


Gastmusiker:

Roger Joseph Manning, Jr. – keyboards




Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock


Trackliste:

1. Valkyrie Missile (6:39)
2. Distraction (5:36)
3. Do It For Me Now (4:33)
4. The Adventure (5:12)
5. A Little's Enough (4:45)
6. The War (5:08)
7. The Gift (5:02)
8. It Hurts (4:15)
9. Good Day (4:30)
10. Start The Machine (4:11)
11. Do It For Me Now (live, International Bonus Track) (4:39)

Gesamtspieldauer: 54:34



Angels & Airwaves ist eine US-amerikanische Rock-Band, in der sich verschiedene Musiker früherer Bands zusammenfanden. Bekanntestes Mitglied der Formation dürfte Tom DeLonge sein, ehemaliger Gitarrist und Sänger der Band blink-182. „We Don’t Need To Whisper“ heißt das Debütalbum der Alternative Rock Band, es erschien am 23. Mai im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Geffen Records und verkaufte sich durchaus erfolgreich. Das Album ging bis heute fast eine Million mal über die Theke. Vier Singles wurden ausgekoppelt, von denen „The Adventure“ in den Charts am höchsten stieg und sogar den „Song of the Year 2006-Award“ bei den San Diego Awards gewann.

Nun, wer tiefgründige, vertrackte, hoch anspruchsvolle Musik bei Angels & Airwaves sucht, die oder der wird sie nicht finden und dementsprechend enttäuscht werden. Dafür bekommt man hier ein breites Potpourri sehr eingängiger Rock-Titel geboten, die allesamt schnell ins Ohr gehen. Das klingt weder langweilig noch anbiedernd, sondern stellt sehr viel eher gute Unterhaltung für Freundinnen und Freunde der Rock Musik dieser Tage dar. Eingängig, melodiös und ohne große Ansprüche zu erfüllen oder zu stellen klingt es auf „We Don’t Need To Whisper“ unterhaltsam. Die Lieder ähneln sich vielleicht manchmal ein wenig zu sehr. Größtenteils finden sich dieselben Rhythmen, Tempi und Stimmungen in jedem der enthaltenen Titel.

Dementsprechend gibt es auf „We Don’t Need To Whisper“ auch nichts zu hören, was man schnell überspringen müsste, so man diese Art der Musik mag. Alles klingt, geht ins Ohr. Die Lieder sind allesamt melodiös, wenn auch ein richtiger Ohrwurm nicht vorhanden ist. Herauszuheben sind das eingängige und frische „Start The Machine“, welches mit einer nicht alltäglichen Perkussion überzeugen kann und sich dadurch etwas von den anderen Liedern abhebt und interessanter macht. Auch der „Hit“ der Scheibe, „The Adventure“, macht Spaß, entspricht vom Stil her allerdings sehr dem Rest der Scheibe. Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich dementsprechend an dieser Stelle auch jeden anderen der insgesamt zehn Titel aufzählen können. Großartige qualitative Unterschiede sind auf „We Don’t Need To Whisper“ nicht auszumachen.

Fazit: Auf „We Don’t Need To Whisper“ von Angels & Airwaves findet man Rock Musik, die sich frisch und modern anhört, auch wenn das Album inzwischen bereits schon wieder etwas über zehn Jahre alt ist. Sehr anspruchsvoll ist die Musik nicht, auf der Platte werden keine neuen Wege gegangen, keine neuen Ideen kreiert. Muss auch nicht sein, denn die Scheibe schafft es zu unterhalten. Egal ob im Hintergrund abgespielt oder lauter genossen, die Lieder gehen ins Ohr und haben auch einen gewissen Wiedererkennungswert. Zu viel Nachhall gibt es zwar nicht, muss aber auch nicht immer sein. Für Leute, die auf moderne, eingängige und nicht zu harte Rock Musik stehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Start The Machine, The Adventure