Samstag, 9. Februar 2019

Cream – Wheels Of Fire




Cream – Wheels Of Fire


Besetzung:

Jack Bruce – lead vocals, bass guitar, cello, harmonica, calliope, acoustic guitar, recorder
Ginger Baker – drums, percussion, bells, glockenspiel, timpani, vocals, spoken word on “Pressed Rat And Warthog”
Eric Clapton – guitar, vocals


Gastmusiker:

Felix Pappalardi – viola, bells, organ, trumpet, tonette


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

CD1 (In The Studio):

1. White Room (5:03)
2. Sitting On Top Of The World (5:01)
3. Passing The Time (4:37)
4. As You Said (4:23)
5. Pressed Rat And Warthog (3:18)
6. Politician (4:16)
7. Those Were The Days (2:57)
8. Born Under A Bad Sign (3:13)
9. Deserted Cities Of The Heart (3:38)

CD2 (Live At The Fillmore):

1. Crossroads (4:18)
2. Spoonful (16:46)
3. Traintime (7:01)
4. Toad (16:15)

Gesamtspieldauer: CD1 (36:28) und CD2 (44:22): 1:20:50




„Wheels Of Fire“ heißt das dritte Album der britischen Rockband Cream. Es wurde im August 1968 als Zweiplatten-Vinyl-LP auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht, wobei eine Schallplatte im Studio und die andere live aufgenommen wurde. „Wheels Of Fire“ erreichte Platz drei der Charts in Großbritannien und Platz eins in den entsprechenden Charts in den Vereinigten Staaten und wurde damit dort zum weltweit ersten platinverkauften Doppelalbum. Im Mai 2012 wurde es vom Rolling Stone Magazin auf Platz 205 der 500 größten Alben aller Zeiten gewählt. Die Platte wurde allerdings auch einzeln verkauft, als „Wheels Of Fire“ (Studioversion) und „Wheels Of Fire“ (Live At The Fillmore).

Interessant ist einmal mehr, dass Gitarrist Eric Clapton kaum was kompositorisch zur Musik von Cream beitrug. Der Schlagzeuger der Band, Ginger Baker, schrieb zusammen mit dem Pianisten Mike Taylor drei Songs für das Studioalbum. Bassist Jack Bruce hat zusammen mit dem Dichter Pete Brown vier Songs geschrieben. Eric Clapton hingegen bearbeitete lediglich zwei ältere, bereits veröffentlichte Blues Titel und ist auf „Wheels Of Fire“ lediglich für die zwei Cover-Songs zuständig.

Diese beiden Blues-Titel, „Sitting On Top Of The World” und „Born Under A Bad Sign“ sind auch gleichzeitig die schlechtesten und am wenigsten überzeugenden Stücke der Platte, die ansonsten wahrlich gelungen ist. Wie schon auf dem Vorgängeralbum „Disraeli Gears“ hört man auch auf der Studioplatte „Wheels Of Fire“ Psychedelic Rock, der etwas Neues darstellt, irgendwie besonders klingt und dabei auch ins Ohr geht. Ausgesprochen gelungen sind dabei die Nummern „White Room“, „Passing The Time“ sowie „Pressed Rat And Warthog“. Erstgenanntes Stück stammt von Jack Bruce und ist wohl der Cream Klassiker schlechthin, ein Lied, welches man sofort mit den Briten in Verbindung bringt. „Passing The Time“ und „Pressed Rat And Warthog“ schrieb Ginger Baker. Beide Lieder stellen sehr eingängige Stücke dar, die ein etwas schräges Flair verströmen und ebenfalls im Bereich des Psychedelic Rocks angesiedelt sind.

Für die zweite Platte wählte Produzent Felix Pappalardi Lieder aus, die am 7., 8. und 10. März 1968 in San Francisco eingespielt wurden, um die einzelnen Musiker zu präsentieren. Auf „Traintime“ ist Jack Bruce mit einem langen Mundharmonikasolo zu hören. „Spoonful“ und „Crossroads“ sollen Eric Claptons Fertigkeiten an der Gitarre demonstrieren und „Toad“ ist schließlich eine wahre Schlagzeug-Orgie, in der Ginger Baker kaum gebändigt werden kann. Genial. „Spoonful“ und „Toad“ gehören dabei für mich mit zu den mitreißendsten Live-Einspielungen überhaupt. Überraschend an der zweiten Scheibe ist allerdings, dass diese „Live At The Fillmore“ heißt. Denn lediglich „Toad“ wurde am 7. März im Fillmore aufgenommen. „Traintime“ dagegen am 8. März im „Winterland“, genau wie „Crossroads“ und „Spoonful“ am 10. März 1968.

Fazit: Eine Mischung aus Psychedelic Rock und Blues gibt es auf „Wheels Of Fire“ zu hören. Die erste Platte ist dabei ein Studioalbum, die zweite Scheibe ein Live-Konzertmitschnitt. Cream klingen immer dann gut, wenn sie die Musik selbst geschrieben haben und sich eher im Bereich des Psychedelic Rocks bewegen. Überraschenderweise hat Eric Clapton kaum etwas dazu beigetragen. Dafür klingen die Beiträge von Jack Bruce und Ginger Baker umso besser. Zehn Punkte.

Anspieltipps: White Room, Passing The Time, Pressed Rat And Warthog



Freitag, 8. Februar 2019

U2 – Zooropa




U2 – Zooropa


Besetzung:

Bono – vocals, guitar
The Edge – guitar, piano, synthesisers, vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen, Jr. – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Brian Eno – synthesisers, piano, arcade sounds, backing vocals, loops, strings, harmonium
Des Broadbery – loops (tracks 2, 6, 7)
Flood – loops (6, 10)
Johnny Cash – lead vocals (10)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1 1. Zooropa (6:31)
2. Babyface (4:01)
3. Numb (4:20)
4. Lemon (6:58)
5. Stay (Faraway, So Close!) (4:58)
6. Daddy's Gonna Pay for Your Crashed Car (5:20)
7. Some Days Are Better Than Others (4:17)
8. The First Time (3:45)
9. Dirty Day (5:24)
10. The Wanderer (5:41)

Gesamtspieldauer: 51:19




„Zooropa“ heißt das achte Studioalbum der irischen Rockband U2. Es wurde am 5. Juli 1993 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Die Platte war eine Fortsetzung der Experimente der Gruppe mit alternativem Rock, elektronischer Tanzmusik und elektronischen Soundeffekten, die 1991 mit ihrem vorherigen Album Achtung Baby begannen. Das Album war ursprünglich als EP angedacht, um eine Tournee zu promoten, die im Mai 1993 beginnen sollte. Doch während der Aufnahmen entschied sich die Gruppe, die Platte auf ein Album in voller Länge auszudehnen. Unter Zeitdruck schrieben die Musiker neue Lieder und nahmen auch Songs auf, die Restmaterial des Albums „Achtung Baby“ darstellten. Das Album wurde auch nicht rechtzeitig vor Wiederaufnahme der Tour fertig gestellt, sodass die Band im Mai zwischen Dublin und den Veranstaltungsorten hin- und herreisen musste, um den Mix und die Aufnahmen abzuschließen. Als Singles wurden die Lieder „Numb”, „Lemon“ und „Stay (Faraway, So Close!)“ ausgekoppelt. In allen wichtigen Ländern erreichte das Album Platz 1 der Charts, darunter auch in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Die Band ist im Nachhinein nicht zufrieden mit dem Ergebnis. „Zooropa“ verkaufte sich zwar gut, erreichte jedoch nicht mehr die Verkaufszahlen des Vorgängers „Achtung Baby“. Wundern muss einen das allerdings nicht, denn auf diesem achten Studioalbum von U2 hört man nur noch wenig für U2 typische Musik. Die Lieder auf dieser Platte klingen sehr elektronisch und oftmals einfach orientierungslos. Des Weiteren fehlen herausragende Höhepunkte, wie es auf dem Vorgänger noch zum Beispiel die Nummer „One“ war. Insgesamt wirkt und klingt „Zooropa“ auf eine gewisse Art unausgegoren, mitunter sich der Zeit anbiedernd und dann auch einfach nur langweilig. Natürlich sind auf „Zooropa“ auch ganz interessante Soundexperimente vorhanden, die die Scheibe auch mit zur außergewöhnlichsten Platte von U2 werden lassen, doch überzeugend klingt es deswegen trotzdem nicht unbedingt.

Höhepunkte auf „Zooropa“ sind mit Abstrichen das experimentelle und für U2 sehr untypische Lied „Numb“ und das sehr sanfte, eingängige und melodiöse „The First Time“, welches den eigentlichen Höhepunkt der Lieder auf diesem Album darstellt. Dazu sollte auch die letzte Nummer gezählt werden. „The Wanderer“, bei dem Johnny Cash mit seinem Gesang in seiner unverwechselbaren Art zu hören ist. Gerade die beiden letztgenannten Lieder lassen auch „Zooropa“ noch zu einer lohnenden Scheibe werden.

Fazit: Etwas viel Experiment und etwas weniger U2 hört man auf dem achten Album der irischen Band U2 mit dem Namen „Zooropa“. Nicht immer kann die Musik auf dem Album überzeugen, vieles der Lieder würde man kaum mit U2 in Verbindung bringen, wenn man denn nicht wüsste, dass es wirklich U2 sind, die da gerade spielen. Von daher stellt „Zooropa“ ein Album dar, welches etwas gemischte Gefühle beim Hören hinterlässt. Sicher nicht ganz schlecht, jedoch auch nur selten begeisternd. Acht Punkte.

Anspieltipps: Numb, The First Time, The Wanderer



Donnerstag, 7. Februar 2019

The Dreaming Tree – Progress Has No Patience




The Dreaming Tree – Progress Has No Patience


Besetzung:

Chris Buckler – vocals
Dan Jones – guitars and backing vocals
Jim Peterson – bass
Neil Ablard – drums and percussion
Steve Barratt – keyboards


Label: Bombsite Productions


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Mainstream, Pop


Trackliste:

1. Four Seconds Of Silence (0:04)
2. Silence Won't Steal (5:38)
3. Arcadia (3:01)
4. Grown Too Small (5:14)
5. Love And The Heart (4:21)
6. Moult (8:52)
7. Ophidia (8:15)
8. Slender Versions Of The Truth (6:45)
9. You The One (6:24)
10. Tide And The Mast (1:47)
11. Whisper Song (5:58)
12. The Only Truth (5:01)

Gesamtspieldauer: 1:01:26



The Dreaming Tree war eine Band, die insgesamt zwei Studioalben veröffentlichte. „Progress Has No Patience“ heißt die erste ihrer Veröffentlichungen und erschien wurde im Jahr 2010 auf dem Label Bombsite Productions. Auf „Progress Has No Patience“ hört man größtenteils Mainstream Rock, der zunächst nervt, im weiteren Verlauf der Platte dann jedoch deutlich interessanter klingt und wirkt.

Zu Beginn des Albums hört sich die Musik von The Dreaming Tree noch sehr belanglos und langweilig an. Die Musiker präsentieren ihre Musik in den ersten Titeln relativ uneinheitlich. Zu dem langweiligen Mainstream Rock gesellen sich jazzige Anleihen und man mag es kaum glauben, auch Disco-Ansätze sind hier zu vernehmen. Das klingt alles furchtbar schlimm, konstruiert und in höchstem Maße belanglos. Doch man soll Platten immer ganz durchhören, oftmals versteckt sich die Perle ganz am Ende einer Scheibe.

Im Falle von The Dreaming Tree und ihrem Album „Progress Has No Patience“ sind es jedoch keine „Perlen“, die man findet. Es ist die Musik, die mit und ab dem Titel „Moult“ besser und interessanter klingt. Das Lied ist ein abwechslungsreicher Titel, der auch über seine Laufzeit von fast neun Minuten hinweg nicht langweilig wird. Keine komplizierte Musik, dennoch eingängiger Rock, der mit den Rhythmen und Atmosphären spielt. Gegen Ende des Stücks folgt sogar noch ein mitreißendes Gitarren-Solo, bei dem man sich freuen würde, wenn Sänger Chris Buckler nicht ganz so lange sein „Yeahy, Yeahy“ dazwischen grölen würde. Auch die folgende Nummer „Ophidia“ klingt besser als der Beginn der Scheibe. Dieses Mal ist es ein Keyboardlauf in Verbindung mit der rockigen E-Gitarre, die das Lied zu einem gelungenen werden lässt.

Dies gilt auch für die weiteren Stücke. Ab jetzt hat die Musik von The Dreaming Tree etwas, was man gerne hört, wenn man auf Melodiösität in Verbindung mit Rock steht. Da wird keine Musik neu erfunden, doch zumindest kann man nun der Musik der Engländer unaufgeregt lauschen und sich unterhalten lassen. Dies gilt für alle restlichen Titel bis auf das kurze „Tide And The Mast“. Dieses kurze Pop-Liedchen klingt nach Wham und beweist einmal mehr, dass The Dreaming Tree auch in Verbindung zu verdammt grauenvoller Musik steht. Warum die Musiker sich zudem darauf einigten an mancher Stelle eine sehr tiefe Stimme mit in die Lieder zu integrieren, die zum Teil fast schon lächerlich klingt, das wird wohl für immer das gut gehütete Geheimnis der Engländer bleiben.

Fazit: Das erste Album der englischen Band The Dreaming Tree mit dem Titel „Progress Has No Patience“ ist zweigeteilt. Die ersten Titel klingen fürchterlich, sind uneinheitlich und absolut oberflächlich. Auch später bleibt die Musik von The Dreaming Tree im Mainstream Rock verhaftet, klingt allerdings zumindest eingängiger und unterhält somit an mancher Stelle deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Moult, Ophidia, Whisper Song



Mittwoch, 6. Februar 2019

Steve Hackett – Guitar Noir




Steve Hackett – Guitar Noir


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals (2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 12), stepp (3, 10, 11), noises off (3), harmonica (6, 7, 12), string arrangements (8), rainstick (11)


Gastmusiker:

Julian Colbeck – keyboards (1, 4, 6, 7, 12), backing vocals (7)
Dave 'Taif' Ball – bass (1, 4, 6, 7, 12)
Hugo Degenhardt – drums (1, 4, 6, 7, 12)
Aron Friedman – keyboards (2, 5, 8, 13), programming (2, 5, 8, 13), string arrangements (8)
Nick Magnus – keyboards (9), programming (9)
Bimbo Acock – clarinet (9)
Billy Budis – backing vocals (11)


Label: Camino Records / Inside Out Music


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Sierra Quemada (5:17)
2. Take These Pearls (4:14)
3. There Are Many Sides To The Night (7:22)
4. In The Heart Of The City (4:34)
5. Dark As The Grave (4:38)
6. Lost In Your Eyes (4:56)
7. Little America (4:54)
8. Like An Arrow (2:51)
9. Theatre Of Sleep (3:04)
10. Walking Away From Rainbows (3:10)
11. Paint Your Picture (2:57)
12. Vampyre With A Healthy Appetite (5:29)
13. Tristesse (4:01)

Gesamtspieldauer: 57:34



„Guitar Noir“ heißt das zehnte Solo-Studioalbum des Engländers Steve Hackett, welches 1993, fünf Jahre nach dem Vorgänger „Momentum“ veröffentlicht wurde. Bis heute, 2019, ließ Steve Hackett niemals mehr Zeit bis zu seiner nächsten Veröffentlichung verstreichen. „Guitar Noir“ erschien zunächst auf dem Plattenlabel Camino Records und wurde später auf InsideOut Music wiederveröffentlicht. Mit dieser Platte begann Steve Hackett einen sehr viel dunkleren Sound in seiner Musk zu etablieren, der Titel des Albums ist demnach sogar wegweisend.

„Guitar Noir“ ist ein schönes Album geworden, wenn auch ein eher unauffälliges. Die Platte kommt ohne große Höhepunkte aus, dafür gibt es auch keine Ausfälle zu beklagen. Die Stimmung der Platte ist wie bereits erwähnt eine eher dunkle geworden. Zwar gibt es auch mal einen rockigeren und fetzigeren Titel wie zum Beispiel „Lost In Your Eyes“, allerdings stellt solch eine Nummer eher die Ausnahme, denn die Regel auf „Guitar Noir“ dar. Sphärisch klingt es immer wieder mal, dazu der Sound der Gitarre des Steve Hackett und man spürt wie Sehnsucht und Melancholie den Raum erfüllen.

Die Höhepunkte der Platte sind somit auch zwei eher sehr getragene Nummern, „There Are Many Sides To The Night“ und „Dark As The Grave“. Ersteres Stück beginnt mit einem weiten Synthesizer-Teppich, in den Steve Hacketts E-Gitarre sehnsüchtige Botschaften aussendet. Schließlich ist es dann seine akustische Gitarre, die kurzzeitig das Lied bestimmt. Es erklingt eine spanische Gitarre und der Gesang setzt ein, zunächst eher sprechend denn singend. Eine schöne sanfte und weiche Melodie entwickelt sich, verträumt und melodiös. „Dark As The Grave“ klingt ein wenig verwunschen. Sanfte Musik zu einer zu Beginn fast schon hektischen Perkussion. Was gar nicht zusammenpassen will, ergänzt sich perfekt. Dazu erneut sehnsüchtige Gitarrenklänge und fertig ist das packende und eingängige Lied.

Fazit: „Guitar Noir“ ist sicherlich nicht die beste Scheibe des Steve Hackett geworden, trotzdem ein Album, welches man immer wieder gern hört, wenn man die Musik des Ex-Genesis-Gitarristen mag. Die Lieder klingen deutlich besser als zum Beispiel jene auf „Till We Have Faces“, sind abwechslungsreich, da Atmosphären, Rhythmen und Melodien mannigfaltig variiert werden. Lohnt sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: There Are Many Sides To The Night, Dark As The Grave



Dienstag, 5. Februar 2019

Manfred Mann’s Earth Band – Nightingales & Bombers




Manfred Mann’s Earth Band – Nightingales & Bombers


Besetzung:

Manfred Mann – organ, synthesisers
Mick Rogers – guitars, vocals
Chris Slade – drums, percussion
Colin Pattenden – bass


Gastmusiker:

Ruby James – backing vocals
Doreen Chanter – backing vocals
Martha Smith – backing vocals
David Millman – viola
Chris Warren-Green – violin
Nigel Warren-Green – cello
Graham Elliott – cello
David Boswell-Brown – cello


Label: Bronze Records


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Spirits In The Night (6:28)
2. Countdown (3:07)
3. Time Is Right (6:34)
4. Crossfade (3:41)
5. Visionary Mountains (5:43)
6. Nightingales And Bombers (4:56)
7. Fat Nelly (3:22)
8. As Above So Below (4:13)

Gesamtspieldauer: 38:06



„Nightingales & Bombers“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Rockband Manfred Mann‘s Earth Band. Das Album wurde am 22. August 1975 in Europa auf dem Plattenlabel Bronze Records veröffentlicht, in Nordamerika erschien es auf dem Label Warner Bros. Records. Der Titel des Albums wurde laut Manfred Mann durch die Aufnahme eines Ornithologen inspiriert, der während des Zweiten Weltkriegs in Surrey, England, den Gesang von Nachtigallen aufnehmen wollte. Royal Air Force-Bomber flogen am 19. Mai 1942 zur gleichen Zeit über ihn hinweg, die auf dem Weg zum Angriff auf Mannheim waren. 197 Flugzeuge flogen den Angriff, 185 kehrten davon zurück und wurden auf ihrem Hinweg versehentlich aufgezeichnet. Die damalige Aufnahme wurde in dem Lied „As Above, So Below“ integriert.

Entgegen sonstigen Gewohnheiten der Manfred Mann‘s Earth Band sind auf „Nightingales & Bombers“ nur zwei Cover-Versionen enthalten. Lediglich der rockige Opener „Spirits In The Night“ ist ein Bruce Springsteen Cover. Das Lied „Visionary Mountains“ stammt von Pam Nestor und Joan Armatrading und ist auch gleichzeitig der Höhepunkt auf „Nightingales & Bombers“. In diesem Lied kommt die irgendwie verwunschene bis leicht mystische Stimmung des Albums am besten zum Tragen. Diese hört mal allerdings auch auf den anderen Titeln der Platte. „Nightingales & Bombers“ ist insgesamt ein typisches Manfred Mann‘s Earth Band Album geworden, zumindest der damaligen Zeit Mitte der 70er Jahre.

Es gibt auf diesem Album jede Menge Instrumentalpassagen oder gleich vollständige Instrumentallieder, auf denen der Synthesizer Sound des Manfred Mann wunderbar zur Geltung kommt und diese besondere Atmosphäre verströmt. Dies wird zusätzlich getragen durch das Zusammenspiel von Gitarre und Synthesizer, welches von den Musikern perfekt umgesetzt wird. Es gibt dabei die schwebenden Abschnitte, die rockigeren Parts aber auch ziemlich frickelige Passagen, in der die Band sehr tief in den Bereich des Progressive Rock einsteigt. Das klingt jederzeit spannend und diese besondere Stimmung der Musik der Manfred Mann‘s Earth Band macht das Hörerlebnis zu jeder Zeit und an jeder Stelle lohnenswert.

Fazit: Mitte der 70er Jahre war die Manfred Mann’s Earth Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angelangt. Das Album „Nightingales & Bombers“ ist ein weiterer Beweis hierfür. Mit den Scheiben „Solar Fire“ sowie „The Good Earth“ haben die Musiker hier drei Alben in Reihenfolge hintereinander vorgelegt, die sämtlich zu überzeugen wissen. Wer Art Rock mag, der auch immer wieder in das Genre Progressive Rock eintaucht, wird „Nightingales & Bombers“ sicherlich mögen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Time Is Right, Visionary Mountains



Montag, 4. Februar 2019

Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer




Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, synthesizers, flute
Jan Akkerman – guitar, guitar synthesizers
Tato Gómez – bass
Mario Argandoña – drums


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock


Trackliste:

1. Russian Roulette (5:53)
2. King Kong (3:45)
3. Le Tango (4:57)
4. Indian Summer (5:51)
5. Beethoven’s Revenge (18:53)
6. Olé Judy (3:50)
7. Who’s Calling? (16:22)

Gesamtspieldauer: 59:34




Jan Akkerman und Thijs Van Leer hatten nach Jahren der Trennung und einer mehrjährigen Pause der niederländischen Band Focus doch noch einmal zusammengefunden und veröffentlichten gemeinsam das siebte Studioalbum der Band. Dieses war unbetitelt und kursiert nunmehr unter dem Namen der zwei Haupt-Protagonisten, die sich auch das Songwriting teilten. „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ erschien im Jahr 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Vertigo.

Das siebte Focus-Album ist ein reines Instrumentalalbum geworden und erklingt ganz im Stile der achtziger Jahre. Das bedeutet, auf der Scheibe hört man jede Menge Synthesizer-Klänge, die zwar noch durch die Querflöte des Thijs van Leer etwas aufgelockert werden, synthetisch klingt die Musik auf dieser Platte trotzdem durchgängig. Bei den Nummern „Indian Summer“ und „Beethoven’s Revenge“ nimmt das Ganze sogar hast schon verheerende Ausmaße an. Ein dumpfer Beat aus der Drum-Machine, darüber eine unfassbar seichte Melodie gelegt und fertig sind die Titel zum Davonlaufen. Ganz schlimm und „Beethovens Rache“ ist wahrlich grausam und unerbittlich. Man fragt sich, was wir ihm angetan haben. Das Lied „Beethoven’s Revenge“ gehört definitiv zu den schlechtesten und vor allen Dingen nervigsten Liedern, die ich überhaupt kenne.

Noch ein wenig erträglicher sind die Nummern „King Kong“, „Le Tango“ sowie „Who’s Calling?“. Dies deutet allerdings keinesfalls auf Qualität hin, jedoch kann man sich diese Titel noch anhören, ohne schreiend den Raum verlassen zu müssen. Die etwas „besseren“ Stücke auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ klingen nach seichter Unterhaltung, leider nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Musik kann begeistern aber auch so unfassbar grausam sein. Grausam ist die Musik auf dem siebten Album der Niederländer von Focus nicht durchgängig, dafür leider doch ein wenig zu oft. Auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ gibt es hauptsächlich Pop zu hören, der weder ins Ohr, viel zu synthetisch klingt und insgesamt keine Spuren hinterlässt außer: „Muss man nicht haben!“ Drei Punkte.

Anspieltipps: Le Tango



Sonntag, 3. Februar 2019

Arena – Songs From The Lions Cage




Arena – Songs From The Lions Cage


Besetzung:

Clive Nolan – keyboards
Mick Pointer – drums
John Carson – vocals
Keith More – guitars
Cliff Orsi – bass


Gastmusiker:

Steve Rothery – guest guitar solo on "Crying For Help IV"


Label: Griffin Records


Erscheinungsjahr: 1995


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Out Of the Wilderness (8:02)
2. Crying For Help I (1:22)
3. Valley Of The Kings (10:11)
4. Crying For Help II (3:09)
5. Jericho (6:51)
6. Crying For Help III (4:24)
7. Midas Vision (4:36)
8. Crying For Help IV (5:06)
9. Solomon (14:38)

Gesamtspieldauer: 58:24



„Songs From The Lions Cage“ heißt das Debütalbum der britischen Progressive Rock Band Arena, welches am 25. Juli 1995 auf dem Plattenlabel Griffin Records veröffentlicht wurde. Es ist das einzige Arena-Album mit Sänger John Carson und Bassist Cliff Orsi. Clive Nolan und Mick Pointer sind bis heute die einzigen beiden beständigen Mitglieder der Band, die im Jahr 2018 ihr bisher neuntes und letztes Album veröffentlichte.

Die Musik von Arena klingt auf ihrem ersten Album durchaus ein wenig nach Marillion aus der Fish-Zeit, ohne jedoch diese Klasse zu erreichen. Und wie zur Bestätigung dieser Aussage hat sogar der Marillion-Gitarrist Steve Rothery einen kurzen Gastauftritt. Er spielt das Gitarren-Solo in der Nummer „Crying For Help IV“. Inhaltlich befasst sich das Album in fünf kurzen Geschichten mit den Themen „Wildnis“, „Tal der Könige“, „Jericho“, „die Visionen des König Midas“ und schließlich zum Abschluss „König Salomon“. Dazwischen gibt es Einschübe in Form der Lieder „Crying For Help I-IV“, welche in den ersten drei Teilen sanfte Instrumentalnummern darstellen, wohingegen während des vierten Teils ebenfalls gesungen wird. Diese sanfteren, zum Teil akustischen Einschübe, setzen Kontrapunkte zum überaus vollen und rockigen Sound, den die restlichen Stücke aussenden. Dieser ist dann dicht, kompakt, voll und grenzt zum Teil an Bombast. Alle neun Lieder klingen dabei sehr melodiös und eingängig.

So richtig mitreißen kann mich diese Scheibe jedoch trotzdem nicht, auch wenn alles auf ihr „ganz nett“ klingt. Klar auch der progressive Ansatz in der Musik ist vorhanden. Melodien, Atmosphären und Rhythmen werden variiert, wechseln sich ab, gehen ineinander über. Langweilig klingt das an keiner Stelle, trotzdem schafft es diese Musik nicht, einen vollends in den Bann zu ziehen, da die Melodien beziehungsweise Ideen doch nicht absolut überzeugen können. Irgendetwas fehlt in der Musik von Arena auf „Songs From The Lions Cage“. Es ist dieses schwer zu quantifizierende „Besondere“ in der Musik, welches gute Musik zu genialer werden lässt. Zudem schrammen die Musiker manchmal auch haarscharf am Kitsch vorbei wie beim letzten Teil der „Crying For Help“-Reihe. Haarscarf. Meine Favoriten der Scheibe sind das zunächst leicht nach Mittelalter klingende „Crying For Help II“, welches eine schöne und ein wenig schwebende Melodie aufweist. „Solomon“ schließlich, das letzte und längste Lied des Albums macht wegen seinem Aufbau Spaß. Durch viele verschiedene Passagen hört man sich bei dem Stück, die zum allergrößten Teil auch noch vortrefflich ins Ohr gehen. Das macht durchaus Laune auf mehr.

Fazit: „Songs From The Lions Cage“ ist ein gutes, wenn auch kein überragendes Album geworden. An vielen Stellen erinnert die Musik auf der Scheibe ein wenig an die frühen Marillion. Die Lieder klingen abwechslungsreich, eingängig und man ist beim ersten Mal des Hörens immer gespannt, wie es wohl weitergehen wird. Mit den weiteren Durchläufen weiß man das jedoch und die Melodien und Ideen haben sich nicht so eingebrannt, dass man sie unbedingt öfters hören möchte. Trotzdem unterhalten die Lieder auf „Songs From The Lions Cage“ gut. Progressive Rock Fans wird es sicherlich gefallen. Es muss auch nicht jedes erste Album gleich ein Meilenstein werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Crying For Help II, Solomon



Samstag, 2. Februar 2019

IQ – Subterranea




IQ – Subterranea


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Mike Holmes – guitar and guitar synth
John Jowitt – bass guitar and backing vocals
Martin Orford – keyboards and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1997


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Overture (4:38)
2. Provider (1:36)
3. Subterranea (5:53)
4. Sleepless Incidental (6:23)
5. Failsafe (8:57)
6. Speak My Name (3:35)
7. Tunnel Vision (7:24)
8. Infernal Chorus (5:10)
9. King Of Fools (2:02)
10. The Sense In Sanity (4:48)
11. State Of Mine (2:00)

CD2:

1. Laid Low (1:29)
2. Breathtaker (6:04)
3. Capricorn (5:16)
4. The Other Side (2:22)
5. Unsolid Ground (5:04)
6. Somewhere In Time (7:11)
7. High Waters (2:43)
8. The Narrow Margin (20:01)

Gesamtspieldauer CD1 (52:30) und CD2 (50:13): 1:42:43



„Subterranea“ heißt das sechste Studioalbum der britischen Progressive-Rock-Band IQ, welches in Form eines Doppelalbums im Jahr 1997 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht wurde. „Subterranea“ ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte eines Mannes erzählt, der im Rahmen eines Experiments sein ganzes Leben lang gefangen gehalten wurde, keinen Kontakt zur Außenwelt hatte. Das Album beginnt mit seiner „Entlassung“ in die Welt, in der auf viele für ihn völlig neue Reize trifft, denen er zuvor noch nicht begegnet oder ausgesetzt war.

„Subterranea“ ist ein Album geworden, welches das Herz des Progressive Rock Fans höherschlagen lässt. Es bietet alles, was man sich von solch einer Platte wünscht. Tolle Melodien, die sich in das Ohr eingraben, eine ganz nette und gut durchdachte Story hinter der erzählten Geschichte und ganz, ganz viel Abwechslung. Da wird gerockt, es wird sphärisch, dann wieder etwas poppiger und schließlich auch noch hymnisch bis orchestral. Langeweile kommt auf „Subterranea“ an keiner Stelle auf und die Gesamtspieldauer von fast eindreiviertel Stunden lohnt sich in jeder Minute, denn es gibt auf diesem Album keine schlechten Titel oder gar Füllmaterial. Die Platte ist wie eine musikalische Reise, die zum Genießen einlädt. Eingängig ist die Musik dabei, niemals vertrackt oder zu kompliziert. Alles klingt irgendwie schön und angenehm. Vielleicht führt dies eine Hörerin oder ein Hörer als Nachteil der Scheibe auf, denn so viel Harmonie und Melodiösität und keine entsprechenden, fordernden Gegenparts lösen bei so manchem Progressive Rock Fan automatisch einen kleinen Widerstand aus. Steht man allerdings auf das Sanfte, das Schöne, das Eingängige in der Musik, wird man dieses Album lieben.

Höhepunkt gibt es einige, vor allen Dingen die erste Platte beziehungsweise CD hat es mir da angetan. Die Lieder „Tunnel Vision“, „Infernal Chorus“, „King Of Fools“ sowie „The Sense In Sanity“, allesamt direkt hintereinander angeordnet, bilden das intensive Highlight auf dem ersten Teil des Albums. Auf der zweiten Scheibe ist an dieser Stele natürlich der Longtrack „The Narrow Margin“ zu erwähnen, der das gesamte Album nochmals bestens zusammenfasst und abrundet. Allerdings hätte ich an dieser Stelle auch viele der anderen Lieder aufzählen können, die allesamt zu überzeugen wissen. Nur eines darf man nicht mit diesem Album machen. Es einmal hören und anschließend zurück in den Plattenschrank stellen. „Subterranea“ lohnt häufiger gehört zu werden, zumal sich viele der Melodien mit jedem weiteren Durchgang durchaus noch besser erschließen lassen.

Fazit: Wer Progressive Rock mag, die oder der wird auch dieses Album mögen. Ein wenig Zeit sollte man sich dafür schon nehmen, denn zum einen beträgt die Laufzeit dieses Doppelalbums fast eindreiviertel Stunden, zum anderen wachsen die einzelnen Titel auch mit jedem weiteren Durchlauf. Die Musik ist auch keine, die man nebenher hören kann, sondern erfordert durchaus die eigene Aufmerksamkeit. Und diese zu schenken lohnt sich, man bekommt sehr abwechslungsreichen Progressive Rock zu hören, der mit vielen wunderschönen Melodien und sehr viel Abwechslung aufwartet. Sehr überzeugend. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Tunnel Vision, Infernal Chorus, King Of Fools, The Sense In Sanity, The Narrow Margin



Freitag, 1. Februar 2019

A Perfect Circle – Thirteenth Step




A Perfect Circle – Thirteenth Step


Besetzung:

Maynard James Keenan − lead vocals, executive producer, artwork direction
Billy Howerdel − guitar, backing vocals, production, engineering
Josh Freese − drums
Jeordie White − bass


Gastmusiker:

Troy Van Leeuwen − guitar (on "The Package", "Vanishing" and "Gravity")
Paz Lenchantin - strings (on "Gravity")
Danny Lohner – guitar (on "The Noose"), additional production
The Section Quartet – strings (on "The Nurse Who Loved Me" and "A Stranger")
Jarboe – vocals (on "The Noose" and "Lullaby")
Devo H. Keenan – backing vocals (on "Pet")
K. Patrick Warren – instrumentation on "The Nurse Who Loved Me"
Jon Brion – instrumentation on "The Nurse Who Loved Me"


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative Rock, Rock


Trackliste:

1. The Package (7:40)
2. Weak and Powerless (3:15)
3. The Noose (4:53)
4. Blue (4:13)
5. Vanishing (4:51)
6. A Stranger (3:12)
7. The Outsider (4:06)
8. Crimes (2:35)
9. The Nurse Who Loved Me (4:06)
10. Pet (4:34)
11. Lullaby (2:01)
12. Gravity (5:06)

Gesamtspieldauer: 50:34



„Thirteenth Step“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rockband A Perfect Circle, welches am 16. September 2003 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht wurde. Auch dieses Album der Band war sehr erfolgreich, erreichte in der Premierenwoche Platz 2 der US Billboard 200 Charts und blieb 78 Wochen lang in diesen vertreten. Mit den Liedern „Weak And Powerless“, „The Outsider“ sowie „Blue“ wurden insgesamt drei Titel als Singles ausgekoppelt.

„Thirteenth Step“ ist ein Konzeptalbum über die verschiedenen Aspekte von Süchten und die Überwindung dieser. Der Titel des Albums selbst ist ein Verweis auf das 12-stufige Programm der Anonymen Alkoholiker. Die Musik auf dem Album ist nicht mehr ganz so „hart“ wie noch auf dem Debut Album „Mer De Noms“. Selbstverständlich hört man hier immer noch Rock, Alternative Rock genau genommen. Doch dieser ist weicher und sanfter geworden. Die Melodien sind stärker ausgearbeitet und treffen das Ohr noch ein wenig besser und auch eingängiger. Die Musik auf der Platte klingt dabei nun deutlich weniger als jene von Tool. Nun erinnert nur noch die Stimme von Sänger Maynard James Keenan an die Gemeinsamkeit der beiden Bands.

Viele der Lieder gehen ins Ohr, ganz egal ob sie eher rockig oder sanfter eingespielt wurden. Die Höhepunkte auf „Thirteenth Step“ heißen „The Package“, „The Noose“, „A Stranger“ sowie „The Nurse Who Loved Me“ und decken damit auch die gesamte Bandbreite der Musik von A Perfect Circle auf diesem Album ab. Da hört man harten Rock und sanfte Töne, die durch den Einsatz von Streichern noch lieblicher klingen. Die Abwechslung auf diesem Album wird großgeschrieben und weiß in allen ihren Ausprägungen zu überzeugen.

Fazit: Das zweite Album der US-amerikanischen Band A Perfect Circle mit dem Titel „Thirteenth Step“ ist ein etwas Sanfteres geworden, als noch das Debut der Band. Die Lieder gehen ein wenig schneller ins Ohr, klingen allesamt eingängig und melodiös. Dabei spielt auch die Abwechslung auf dieser Scheibe eine große Rolle, die das Album trotzdem homogen klingen und keineswegs konstruiert klingen lässt. Macht Spaß und bietet für viele etwas. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Package, The Noose, A Stranger, The Nurse Who Loved Me



Donnerstag, 31. Januar 2019

Muse – Simulation Theory




Muse – Simulation Theory


Besetzung:

Matt Bellamy – guitars, lead vocals, keyboards
Dominic Howard – drums
Chris Wolstenholme – bass guitar, backing vocals


Gastmusiker:

David Campbell – brass (track 3)
Mike Elizondo – keyboard (track 10)
Tove Lo – additional vocals (track 8)


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Electronic Rock, Synthie Pop


Trackliste:

1. Algorithm (4:05)
2. The Dark Side (3:47)
3. Pressure (3:55)
4. Propaganda (3:00)
5. Break It To Me (3:37)
6. Something Human (3:46)
7. Thought Contagion (3:26)
8. Get Up And Fight (4:04)
9. Blockades (3:50)
10. Dig Down (3:48)
11. The Void (4:44)

Gesamtspieldauer: 42:08



„Simulation Theory“ ist das achte Studioalbum der englischen Rockband Muse. Es wurde am 9. November 2018 auf dem Plattenlabel Warner Bros. veröffentlicht. „Simulation Theory“ enthält Musik, die nach Electronic Rock bis Synthie Pop klingt. Die Texte der Lieder wurden durch das derzeitige traurige politische Klima der Vereinigten Staaten unter Trump inspiriert. Inhaltlich werden die Rolle von Simulationen in Gesellschaften und die Simulationshypothese des schwedischen Philosophen Nick Bostrom behandelt, nach der auch Realität nur eine Simulation sein könnte.

Die Platte klingt überaus synthetisch, Science Fiction und die Pop-Kultur der 80er Jahre standen hier angeblich Pate – das „angeblich“ kann man dabei getrost vergessen. „Simulation Theory“ klingt stark nach dem Synthie Pop dieses Jahrzehnts, auch wenn die Musik sich dann doch noch etwas voller und moderner anhört. Dennoch zerrt das an den Nerven und man denkt zwangsläufig an die Popper-Generation vergangener Tage, für die solch Lieder wie „Pressure“, „Propaganda“ oder „Break It To Me“ die Erfüllung dargestellt hätten. Für Freunde des Rock oder Fans der früheren Musik der Band klingt das ganz einfach schmerzend und kaum mehr tolerabel.

Nach den drei genannten Liedern wird die Musik etwas besser auf diesem Album. Es wird ein wenig rockiger, wenn auch der synthetische Einschlag weiter allgegenwärtig ist. Spaß macht das nur selten, am ehesten noch beim Titel „Something Human“, bei wohl schon aufgrund des Namens eine akustische Gitarre gezupft wird, die von einem Menschen, Matt Bellamy, eingespielt wurde. Der Höhepunkt der Platte. Und ansonsten? Natürlich hört man, dass es sich hierbei noch um Muse-Musik handelt, nicht zuletzt der Gesang gebesagten Matt Bellamys lässt da überhaupt keine Zweifel aufkommen. Doch auch wenn die Lieder jetzt wirklich etwas rockiger und zum Teil auch „handgemachter“ klingen, überzeugen kann diese Musik nur noch ansatzweise. Da fehlen die Ideen, die eingängigen Melodien oder sonst irgendetwas, was einen dazu verleiten würde, diese Platte öfters aufzulegen. Außer dem Gesang und hier und da dem Sound, erinnert nichts mehr an die Musik von Muse vergangener Tage. Entwicklung in der Musik einer Band muss sein, aber wenn dies das Ergebnis ist, dann ist das einfach nur sehr schade.

Fazit: Selbst die Muse Fans sind bei dieser Scheibe sehr in ihrer Bewertung geteilt. Manche der neueren Fans lieben diese Platte, viele der Fans der ersten Veröffentlichungen haben der Band zum Teil schon vorher den Rücken zugekehrt. Dieser Synthie Pop lässt auch Wellen der Gänsehaut über meinen Körper wallen. Das klingt nicht mehr gut, das klingt nicht mehr interessant, das klingt häufig sogar schlecht. Synthie Pop gab es in den 80ern des letzten Jahrhunderts genügend. Und genau da gehört er auch hin. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Something Human



Mittwoch, 30. Januar 2019

Steve Hackett – The Night Siren




Steve Hackett – The Night Siren


Besetzung:

Steve Hackett – electric and acoustic guitars, oud, charango, sitar guitar, harmonica, vocals


Gastmusiker:

Kobi Farhi – vocals on "West To East"
Mīrā ‘Awaḍ – vocals on "West To East"
Nick D'Virgilio – drums on "Martian Sea"
Malik Mansurov – tar on "Behind The Smoke"
Gunnlaugur Briem (credited as "Gulli Briem") – drums, cajon, percussion
Roger King – keyboards, programming (except on "The Gift")
Benedict Fenner – keyboards, programming on "The Gift"
Leslie-Miriam Bennett – keyboards on "The Gift"
Nad Sylvan – vocals on "Inca Terra"
Jo Hackett – vocals on "West To East"
Gary O'Toole – drums on "Fifty Miles from the North Pole", "El Niño", and "West To East"
Rob Townsend – baritone saxophone, soprano saxophone, flute, flageolet, quena, duduk, bass clarinet
Amanda Lehmann – vocals
Christine Townsend – violin, viola
Dick Driver – double bass
Troy Donockley – uilleann pipes on "In Another Life"
John Hackett – flute on "Martian Sea" and "West To East"
Ferenc Kovács – trumpet on "Fifty Miles From The North Pole"
Sara Kovács – didgeridoo on "Fifty Miles From The North Pole"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Art Rock, Art Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Behind The Smoke (6:57)
2. Martian Sea (4:40)
3. Fifty Miles From The North Pole (7:08)
4. El Niño (3:51)
5. Other Side Of The Wall (4:00)
6. Anything But Love (5:56)
7. Inca Terra (5:53)
8. In Another Life (6:07)
9. In The Skeleton Gallery (5:09)
10. West To East (5:14)
11. The Gift (2:45)

Gesamtspieldauer: 57:45

Die Special Edition CD enthält das Album sowie eine Blu-ray, mit einem 5.1 Surround-Sound-Mix und einer „Making Of…“-Dokumentation.



„The Night Siren“ heißt das vierundzwanzigste Studioalbum des englischen Gitarristen und inzwischen auch Sängers Steve Hackett, welches am 24. März 2017 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht wurde. Auf dem Album sind zahlreiche Künstler und Instrumente aus verschiedenen Ländern vertreten, darunter die Sänger Kobi Farhi und Mīrā 'Awaḍ aus Israel, eine Sitar aus Indien, eine Tar aus dem Nahen Osten, ein Charango aus Peru und die Uilleann-Pipes aus Irland. Steve Hackett hatte zunächst nicht die Absicht, solche Elemente der orientalischen und der Weltmusik für diese Platte aufzunehmen, doch im Entstehungsprozess von „The Night Siren“ flossen diese Aspekte der Musik schließlich mit ein, wie er berichtet. Besonders stolz zeigte sich Steve Hackett dabei in Interviews, dass er es schaffte auf dem Album Musiker aus ganz unterschiedlichen, zum Teil verfeindeten Regionen der Welt zusammenzuführen.

Obwohl „The Night Siren“ auch diese Einflüsse aus der Weltmusik enthält, so ist es doch ein typisches Steve Hackett Album geworden. Der musikalische Einfluss diverser Kulturen macht die Musik auf dem Album dabei spannend und sogar noch abwechslungsreicher. Die einzelnen Lieder klingen häufig ein wenig verträumt bis verwunschen. Die Stücke sind zudem aufwendig arrangiert und komponiert, Themen werden wie die Rhythmen variiert oder gewechselt. Mal klingt das Ganze rockiger, dann wieder etwas sphärischer, immer wieder erkennt man die Musik an der so typischen Atmosphäre, die den Liedern von Steve Hackett innewohnt. Dabei kommt einmal mehr sein tolles Gitarrenspiel zum Tragen. Auch der Gesang des Steve Hackett hat sich deutlich verbessert, wenn man diesen noch mit den ersten Alben vergleicht.

Alles klingt auf „The Night Siren“, auch wenn mir persönlich die absoluten Höhepunkte auf dem Album etwas fehlen. Trotzdem sind es drei Titel eher in der Mitte bis zum Ende des Albums, welche den größten und bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Lieder „Inca Terra“, „In Another Life“ sowie „In The Skeleton Gallery“ beinhalten den „typischen“ Steve Hackett Sound und gleichzeitig auch, die hier auf der Platte zu hörenden Anleihen aus der Weltmusik. Das klingt spannend und besonders.

Fazit: „The Night Siren“ ist ein gelungenes Album des Steve Hackett, dem Ex-Genesis-Gitarristen geworden. Alle Zutaten seiner Musik sind darauf vereinigt. Die rockigen Gitarrenparts wie auch die sphärisch schwebenden Passagen. Dazu gibt es dieses Mal noch einige Ausflüge in die arabische, südamerikanische, indische oder schottische Musik. Alles fein und bestens aufeinander abgestimmt. Einziger Nachtteil der Platte ist, das dieser eine, „dieser besondere“ Titel fehlt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Inca Terra, In Another Life, In The Skeleton Gallery



Dienstag, 29. Januar 2019

Focus – Focus Con Proby




Focus – Focus Con Proby


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, electric piano, mellotron, synthesiser, flute
Bert Ruiter – bass guitar
Steve Smith – drums
Philip Catherine – acoustic guitar, lead guitar, rhythm guitar
Eef Albers – lead guitar, rhythm guitar
P. J. Proby – vocals on "Wingless", "Eddy", "Brother", "Tokyo Rose" and "How Long"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Funk, Disco, Jazz Fusion


Trackliste:

1. Wingless (5:35)
2. Orion (4:07)
3. Night Flight (3:40)
4. Eddy (5:54)
5. Sneezing Bull (4:26)
6. Brother (5:19)
7. Tokyo Rose (5:06)
8. Maximum (8:40)
9. How Long (5:19)

Gesamtspieldauer: 48:11




„Focus Con Proby“ heißt das sechste offizielle Studioalbum der der niederländischen Rockband Focus, da es sich bei dem Vorgängeralbum „Ship Of Memories“ um eine Zusammenstellung bisher zwar unveröffentlichten, jedoch älteren Materials handelte. „Focus Con Proby“ wurde im Januar 1978 auf dem Plattenlabel EMI Records veröffentlicht. Die Platte enthält fünf Lieder mit Gesang des amerikanischen Sängers P. J. Proby. Von der Besetzung des fünften Albums „Mother Focus“ waren lediglich noch Thijs van Leer und Bert Ruiter übrig geblieben. Jan Akkerman, Gitarrist und Gründungsmitglied, der mit dem Sound und dem Spiel seiner Gitarre die Musik von Focus maßgeblich mit beeinflusst hatte, war nun ebenfalls ersetzt worden.

Mit den ersten Alben der Band hat „Focus Con Proby“ musikalisch gesehen überhaupt nichts mehr gemein. Die Musik wandelt in den Liedern mit Text zwischen Funk, Soul und einer kleinen Prise Disco. Der Gesang des P.J. Proby will auch einfach nicht zur Musik von Focus passen, die nun zudem auch völlig untypisch für die Niederländer klingt. Jene vier Titel ohne textliche Untermalung schwanken zwischen langweiligem Rock, Allerweltspop, einem Hauch Blues und etwas Jazz Fusion hin und her. Nichts auf dieser Platte erzeugt auch nur den kleinsten Anflug von Spannung. Nichts auf „Focus Con Proby“ geht ins Ohr. Vieles auf diesem Album ist schwer verdaulich, wenn man Musik der niederländischen Progressive Rock Band Focus erwartet, die sie zu Beginn ihrer Karriere einmal waren.

Höhepunkte entdecke ich auf diesem kruden Stilmix keine mehr. Erträglich erklingen noch die Instrumentalnummer „Orion“ und das eingesungene „Brother“. Gerade letztgenanntes, sanftes Lied verfügt sogar über eine Melodie, die ins Ohr geht. Nicht selbstverständlich auf diesem Album. Über den ganzen Rest legt man besser das Mäntelchen des Schweigens.

Fazit: Die Zeit der niederländischen Band Focus schien nach der Re-Union mit diesem neu veröffentlichten Album definitiv vorbei. Auf „Focus Con Proby“ hört man jede Menge musikalische Genres, die irgendwie gedankenlos hintereinander oder durchmischt angeordnet worden zu sein scheinen. Nur ganz wenig davon lohnt gehört zu werden und „Focus Con Proby“ klingt absolut untypisch für Focus. Drei Punkte.

Anspieltipps: Orion, Brother



Montag, 28. Januar 2019

U2 – Achtung Baby




U2 – Achtung Baby


Besetzung:

Bono – lead vocals, guitar
The Edge – guitar, keyboards, vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums, percussion


Gastmusiker:

Brian Eno – additional keyboards (tracks 3, 9, 12)
Daniel Lanois – additional guitar (1, 3, 9), additional percussion (4, 8)
Duchess Nell Catchpole – violin and viola (6)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Zoo Station (4:36)
2. Even Better Than The Real Thing (3:41)
3. One (4:36)
4. Until The End Of The World (4:38)
5. Who’s Gonna Ride Your Wild Horses (5:16)
6. So Cruel (5:49)
7. The Fly (4:29)
8. Mysterious Ways (4:03)
9. Tryin’ To Throw Your Arms Around The World (3:52)
10. Ultraviolet (Light My Way) (5:30)
11. Acrobat (4:30)
12. Love Is Blindness (4:23)

Gesamtspieldauer: 55:27




Ihr siebtes Studioalbum nannte die irische Rock-Band U2 „Achtung Baby“. Es wurde von Daniel Lanois und Brian Eno produziert und erschien am 18. November 1991 auf dem Plattenlabel Island Records. Die vier Musiker ließen in ihrer Musik nun andere musikalische Einflüsse wie Alternative Rock, Industrial Music und elektronischer Tanzmusik zu und veränderten damit den Sound ihrer Musik deutlich. Die Musik klingt auch sehr viel dunkler, als auf vorhergehenden Platten der Iren, die damit ihr öffentliches Erscheinungsbild von eher „unbeschwert“ in eher „nachdenklich“ änderte. Während des Entstehungsprozesses der Scheibe traten große Spannungen innerhalb der Band auf, da die Musiker sich nicht über die musikalische Neuausrichtung von U2 einigen konnten. Erst mit den Aufnahmen zu „One“ wurde die Band angeblich erneut zu einer Einheit. „Achtung Baby“ ist eine der erfolgreichsten Platten von U2 und erreichte in allen größeren westlichen Ländern Platz 1 der Charts. Mit den Liedern „The Fly”, „Mysterious Ways“, „One“, „Even Better Than The Real Thing“ sowie „Who‘s Gonna Ride Your Wild Horses“ wurden insgesamt fünf Singles ausgekoppelt, die sich ebenfalls sehr erfolgreich verkauften. Das gesamte Album ging bisher weltweit über 18 Millionen Mal über die Ladentheke und erhielt 1993 einen Grammy Award für die beste Rockperformance einer Gruppe mit Gesang.

Der Stil der Band hat sich mit „Achtung Baby“ verändert. Von den ursprüngliche Punk-Anleihen der ersten Platten ist auf „Achtung Baby“ nur noch ganz am Rande etwas zu hören. Dafür hat die Elektronik verstärkt Einzug gefunden in die Musik von U2, wodurch die Lieder automatisch etwas massenkompatibeler wurden, was sicherlich bei einigen Fans der ersten Stunden nicht unbedingt auf enthusiastische Zustimmung stieß. Jedoch klingt die Musik auf „Achtung Baby“ durchaus abwechslungsreich und hält allerlei Highlights für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat. Richtige Ausfälle gibt es dabei nicht zu beklagen und mit den Nummern „Who’s Gonna Ride Your Wild Horses“, „Mysterious Ways“ sowie „Love Is Blindness“ sind auf dem Album wunderschöne Titel enthalten, die auch die Dauer des Abspielens im Ohr überdauern.

Mit dem Titel „One“ schließlich enthält „Achtung Baby“ sicherlich eines der schönsten Lieder von U2 und vielleicht auch eines der schönsten Lieder der Pop-Musik überhaupt. Eindringlich und packend klingt dieser Titel, sehr melodiös und eingängig und mit einem sehr hohen Wiedererkennungswert ausgestattet. Dazu besitzt dieses Lied eine besondere, melancholische Atmosphäre, welche in Vollendung transportiert wird und fertig ist der perfekte Pop Song. Bono singt so beseelt, wie er es sonst bei keinem anderen Lied mehr zu vollführen weiß. Gerade kleinere Schwankungen in der Stimme des Sängers lassen diesen Eindruck entstehen und bewirken ebenfalls etwas Besonderes. Das Lied steigert sich in seinem Verlauf und ganz zum Schluss steht das Schwelgen in der Musik. Wohl denen, die vollständig in Musik eintauchen können und durch diese gerührt und berührt werden. Alle anderen verpassen Großes.

Fazit: Auf dem siebten Studioalbum „Achtung Baby“ von U2 ist nicht alles mitreißend, doch es enthält mit dem Titel „One“ eines der schönsten Lieder von U2 und der Pop-Musik überhaupt. Doch ist dieses Lied nicht der einzige Höhepunkt des Albums, wenn auch der eindrucksvollste. Ansonsten kann man auf der Scheibe auch weitere schöne Melodien entdecken und sich mit poppigen bis rockigen, sanften bis fordernden Liedern unterhalten lassen. Ein schönes Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: One