Mittwoch, 1. Februar 2012

Hawkwind – In Search Of Space





Hawkwind – In Search Of Space


Besetzung:

Nik Turner – alto sax, flute, audio generator, vocals
Dave Brock – vocals, electric guitar, acoustic 6 and 12 string, audio generator
Dave Anderson – bass, electric and acoustic 6 string guitars
Del Dettmar – synthesizer
Terry Ollis – drums, percussion
Dik Mik – audio generator


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. You Shouldn't Do That (15:42)
2. You Know You're Only Dreaming (6:38)
3. Master Of The Universe (6:17)
4. We Took The Wrong Step Years Ago (4:50)
5. Adjust Me ( 5:46)
6. Children Of The Sun (3:21)


Bonus Tracks:

7. Seven By Seven (original single version) (5:24)
8. Silver Machine (original single version) ( 4:40)
9. Born To Go (live single version edit) (5:04)




Auch wenn man den Begriff “Space Rock” noch nie gehört hat: Legt man Hawkwinds „In Search Of Space“ ein, so kommt man automatisch in die Situation, das gehörte irgendwie einzuordnen oder aber betiteln zu wollen. Und nichts passt dabei besser, kein Ausdruck ist in diesem Fall besser gewählt als „Space Rock“. Die Musik klingt in keinster Weise wie „Tangerine Dream“, Klaus Schulze oder sonstige Synthesizer Akrobaten, denn bei „Hawkwind“ stehen die Gitarren, zusammen mit Bass und Schlagzeug, im Vordergrund. Und dann gibt es zusätzlich noch den Synthesizer, der bei „Hawkwind“ im Booklet hier „Audio Generator“ genannt wird. Gleich drei Personen versuchen sich an diesem und erzeugen diese spacigen Sounds, dieses Fiepsen, Summen und Gurren, was durchaus an das Weltall denken lässt, obwohl es dort oben stumm ist, absolut stumm.

Nun und dann ist die Musik auch noch abgefahren. Fast schon monoton kann man das erste Stück „You Shouldn't Do That“ nennen. Da wird immer wieder auf demselben Riff rumgeritten und dann gibt es dazu jede Menge Saxophon Einlagen und eben diese „sphärischen“ Töne aus dem „Audio Generator“. Wenn man solche Musik macht, dann muss man was eingeworfen haben. Das braucht man allerdings nicht, um sich das Ganze anzuhören. „High“ wird man davon auch ohne Drogen – oder verrückt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele Leute mit diesem “Space Rock” nur wenig anfangen können. Allerdings hat das Lied was. Es ist nicht laut, es ist nicht atonal, es ist nicht besonders melodiös, aber es ist hypnotisierend und wenn man sich darauf einlassen kann auch richtiggehend packend. Und so trifft noch ein weiteres Adjektiv das Wesen dieses Stückes: Meditativ. Allerdings werden hierbei nur Meditationen unterstützt, die nicht der ganz leisen, ganz ruhigen Töne bedürfen.

„You Know You're Only Dreaming”, die zweite Nummer, wie auch „Adjust Me“, Track Nummer vier, erinnern stark an Stücke, wie sie auch auf „A Saucerful Of Secrets”, „More” oder „Ummagumma” von Pink Floyd hätten veröffentlicht worden sein können. In großen Teilen experimentell und ein wenig abgefahren. Da ist die Ähnlichkeit zu manchen Pink Floyd Stücken dieser Ära unüberhörbar. Titel Nummer 3, „Master Of The Universe” ist dann ein Hawkwind Klassiker. Ein harte und treibende Nummer, die zum „Head Banging“ einlädt. Rhythmisch ein richtiger Kracher und was auf den ersten Track zutraf, das stimmt auch hier: Das Stück ist monoton, aber genau darin liegt auch das „gewisse Etwas“.

Akustische Nummern gibt es ebenfalls auf dem Album. Da ist zum einen „We Took The Wrong Step Years Ago“, ein Stück, welches mit “synthetischem Mövengekreische eingeleitet wird. Und zum anderen der Titel „Children Of The Sun“. Und auch diese beiden Stücke haben was. Ersterer von den beiden gefällt durch seine schöne Melodie, letzterer kann mit einer schönen Flöteneinlage aufwarten und überzeugen.

Die remasterte Veröffentlichung aus dem Jahr 1996 wartet nun noch mit drei Bonustracks auf. Und darunter befindet sich sogar die „Original Single Version“ von „Silver Machine“, mit Sicherheit einem der bekanntesten Stücke von Hawkwind. Dazu noch die Single Version von „Seven By Seven“, sowie eine Live Single Version von „Born To Go“. Bei allen drei Titeln hört man zwar deutlich, dass es sich dabei um nicht remasterte Fassungen handelt, allerdings schmälert die schlechtere Qualität nur bei der letzten Aufnahme ein wenig den Hörgenuss.

Nicht unerwähnt sollte hier auch das Booklet bleiben. Das ist aufwendig und schön gestaltet und es enthält unter anderem die Geschichte der Reise des „Spacecraft Hawkwind“ in Form eines Logbuchs. Da hat man sich wirklich Mühe gegeben, doch ist das Ganze leider in so kleiner Schrift abgedruckt, dass eine Lupe zum Entziffern des Textes sehr hilfreich ist.

Fazit: Wer sich für Musik der siebziger Jahre interessiert und den Fokus dort auf die erste Hälfte des Jahrzehnts legt, der sollte auch „Space Rock“ kennen. Und zum Einstieg ist die 1971er Scheibe von Hawkwind „In Search Of Space“ bestens dazu geeignet. Derartige Musik gibt es heute nicht mehr. Allerdings, wenn man sich ab und an mit Techno die Dröhnung gibt und dazu abtanzt und gleiches dann mal mit dieser Platte bei voller Lautstärke ausprobiert… Ich bin mir nicht sicher, ob die dabei gemachten Erfahrungen so unterschiedlich sein werden. Aber man kann sich auch nur „hörend“ auf diese Scheibe einlassen, die sogar noch mit weiteren Durchgängen wächst - und damit zehn Punkte erreicht.

Anspieltipps: You Shouldn't Do That, You Know You're Only Dreaming, Master Of The Universe





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