Samstag, 14. April 2012

Hawkwind – Hawkwind





Hawkwind – Hawkwind


Besetzung:

Dave Brock – vocals, six and twelve strings guitars, harmonica and percussion
John A. Harrison – bass guitar
Huw Lloyd – lead guitar
Terry Ollis – drums
Nik Turner – alto sax, vocals and percussion
Dikmik – electronics


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1970 / 2001


Stil: Progressive Rock, Space Rock


Trackliste:

1. Hurry On Sundown (5:01)
2. The Reason Is? (3:30)
3. Be Yourself (8:07)
4. Paranoia (Part 1) (1:09)
5. Paranoia (Part 2) (4:09)
6. Seeing It As You Really Are (10:49)
7. Mirror Of Illusion (7:08)


Bonus Tracks:

8. Bring It On Home (3:18)
9. Hurry On Sundown (5:06)
10. Kiss Of The Velvet Whip (5:28)
11. Cymbaline (4:04)




Noch deutlich anders, als auf den folgenden Alben der Band, ist diese erste Hawkwind Platte aus dem Jahr 1970. Bei den folgenden Veröffentlichungen sollte sich der Stil der Band erst noch genau herauskristallisieren und das Genre „Space Rock“ geboren werden, welches hier nur in Ansätzen zu vernehmen ist.

“Hurry On Sundown”, die erste Nummer auf dem Album, klingt eher nach Folk Rock als nach Space Rock. Es ist ein Titel, der so original auf eine der früheren Lindisfarne Platten gepasst hätte. Nicht zuletzt das Mundharmonikaspiel Dave Brocks trägt zu diesem Eindruck bei. „The Reason Is?“, im Anschluss daran, ist ein Titel, der sich sehr sphärisch anhört und wie die experimentelleren Sachen der frühen Pink Floyd klingt. „Be Yourself“ gestaltet sich dann zunächst ein wenig rockiger, um schließlich ebenfalls wieder in einen Part zu münden, der sich so auch auf der zweiten Pink Floyd Platte „A Saucerful Of Secrets“ hätte befinden können. Allerdings nur kurz, denn dann setzt ein Saxophon ein und der Track entwickelt nun doch ein wenig ein Eigenleben. Das Stück hat nun einen treibenden Rhythmus und variiert im weiteren Verlauf das Soloinstrument hin zur E-Gitarre. Schließlich wird die Musik zu einer groovenden Hochgeschwindigkeitsreise, bei der man nicht umhin kommt mit zu wippen.

„Paranoia (Part 1)“ ist kurz, ein wenig sphärisch und etwas mehr experimentell. „Paranoia (Part 2)“ präsentiert sich dann wieder in bester Pink Floyd Manier. Und auch hierbei bewegen wir uns wieder sehr im Bereich der experimentellen Stücke. Dann wird es meditativ betörend. Immer und immer wieder werden sechs Töne hypnotisierend wiederholt, bis das Ganze gegen Ende des Stückes immer langsamer abläuft und schließlich ganz zum Erliegen kommt.

„Seeing It As You Really Are“ ist anschließend mit knapp elf Minuten der längste Track auf dem Album. Und jetzt wird das Ganze noch einen Tick psychedelischer. Man hört zunächst sphärische Keyboardläufe, Geflüster, Sprachfetzen und einen im Mittelpunkt stehenden Bass. Das Gestöhne und Geflüster geht weiter und die E-Gitarre entwickelt auf diesem Untergrund ein Solo. Im Grunde genommen bleiben diese „Zutaten“ den ganzen Song über so erhalten, nur Nik Turners Saxophon bekommt noch mal eine Extrarolle zugedacht. Alles irgendwie abgefahren und schwer zu glauben, dass diese Art Musik so ohne kleine psychologische „Hilfsmittel“ komponiert werden konnte.

Beschlossen wurde das Album ursprünglich durch den Titel „Mirror Of Illusion“. Dieser hat nun wieder eine ganz normale Strophe sowie einen Refrain und stellt ein etwas treibenderes Rock-Lied dar. Und bei diesem Stück sind sie dann auch zu hören, diese kurzen, dem Synthesizer entlockten sphärischen Weltraumtöne, die hier in den Credits mit „Electronics“ umschrieben werden.

Vier Bonus Tracks gibt es auf der remasterten Version der CD zu hören. „Bring It On Home“ ist eine bluesige Country-Nummer, die ebenfalls wieder stark an Lindisfarne erinnert, allerdings von Willie Dixon stammt. „Hurry On Sundown” ist eine alternative Version zum ersten Lied des Albums und „Kiss Of The Velvet Whip“ ist ein leicht psychedelisch angehauchter Song mit einem abgefahrenen Saxophon-Solo. Schließlich gibt es ganz zum Schluss noch eine zweite Coverversion zu hören. Dieses Mal handelt es sich um Pink Floyds „Cymbaline“. Und diese Version ist wirklich überaus gelungen.

Fazit: Ganz war Hawkwind hier noch nicht beim Space Rock angekommen. Aber das Debut der Band um Dave Brock kann sich durchaus hören lassen. Hier frönen die sechs Musiker noch mehr dem Genre Psychedelic Rock, was ihnen auch gut gelingt. Wer sich für die Musik der Band interessiert, sollte allerdings lieber mit einem der nachfolgenden Alben beginnen, denn darauf erhält man einen besseren Eindruck von der Musik Hawkwinds – zumindest einen exemplarischeren. Acht Punkte.

Anspieltipps: Be Yourself, Seeing It As You Really Are



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