Mittwoch, 18. April 2012

Randy Newman – Randy Newman





Randy Newman – Randy Newman


Besetzung:

Randy Newman und andere…


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Blues bis orchestrale Filmmusik


Trackliste:

1. Love Story (You And Me) (3:23)
2. Bet No One Ever Hurt This Bad (2:07)
3. Living Without You (2:24)
4. So Long Dad (2:14)
5. I Think He's Hiding (3:08)
6. Linda (2:29)
7. Laughing Boy (2:00)
8. Cowboy (2:41)
9. The Beehive State (1:52)
10. I Think It's Going To Rain Today (3:01)
11. Davy The Fat Boy (2:47)




Kurz „Randy Newman“ oder aber etwas ausführlicher „Randy Newman Creates Something New Under The Sun“ heißt das Debut des amerikanischen Sängers und Songwriters. Den Durchbruch stellte diese Platte für Randy Newman allerdings noch nicht dar. Nachdem er zuvor als Songschreiber unter anderem für Gene Pitney und Manfred Mann tätig war, floppte seine erste Veröffentlichung unter seinem eigenen Namen. Die Platte war zunächst sogar so unerfolgreich, dass die ursprüngliche Plattenfirma, „Reprise Records“, diese tatsächlich verschenkte. Angeblich lag das an der „näselnden“ Stimme des Sängers.

Wie der Untertitel schon erzählt „….Creates Something New Under The Sun“, so ist auf der Platte wirklich Musik zu hören, die nicht unbedingt laufend in den amerikanischen Charts der damaligen Zeit zu hören war. Wenn man zum Beispiel „Love Story (You And Me)“ hört, dann könnte dieses Lied auch aus einem Film beziehungsweise von einem Soundtrack stammen. Und das liegt nicht nur an der Instrumentierung mittels eines Orchesters. Es kling wie aus einem Film mit Doris Day oder einem Musical. Szenen erklärend, untermalend, begleitend - irgendwie wie, ja Filmmusik. Gar nicht mal so überraschend, da mehrere Onkels von Randy Newman Filmmusik schrieben und auch sein Vater, ein Arzt, im Komponieren seinen Ausgleich fand.

Nun, aber begeistern kann die Musik in ihrer Machart allerdings wirklich nicht richtig. Das liegt aber nicht am Gesang. Das Lied „Love Story (You And Me)“ lebt von der Strophe, ist sehr getragen und mit seinen Streichereinsätzen irgendwie auch ein wenig schmalzig. Und dann wirkt es ein bisschen zusammengestückelt. Nun, begeisternde Musik klingt anders. Der zweite Titel „Bet No One Ever Hurt This Bad” stellt dabei auch keine Steigerung dar. Eher im Gegenteil, hier wird es jetzt richtig langweilig. Nach Filmmusik klingt es hier aber auch nicht mehr, sehr viel eher nach einem Folk-Blues-Rock-Stück.

Doch es gibt auch ganz tolle Lieder auf dem Album. Gleich der dritte Track des Albums verkörpert hier einen Höhepunkt: „Living Without You“ ist eingängig, packend und geht einem nach mehrmaligem Hören nicht mehr aus dem Kopf. Eine richtig schöne, sanfte Melodie liegt diesem Track zu Grunde und hier akzentuiert Randy Newman seinen Gesang klasse. Weiter geht es mit „So Long Dad“, fast schon einem Kammermusikstück mit Anleihen zur amerikanischen Filmmusik der 40er und 50er Jahre. Überraschend dabei nur, wie überraschend das Stück ausgeblendet wird.

“I Think He's Hiding”, das mit 3:08 Minuten Dauer zweitlängste Stück der Platte beziehungsweise CD, klingt dagegen ein wenig zäh. Da sucht man zuerst vergeblich die eingängige Melodie und wenn sie dann zu erscheinen scheint, ist sie auch gleich wieder Geschichte. Auch hier wirken die Breaks wieder wie gesetzte Spannungspunkte eines Films. Irgendwie konstruiert und nicht überzeugend, dazu tragen ebenfalls die hierin enthaltenen Ragtime-Elemente bei. Im Genre „Filmmusik“ bewegt man sich auch wieder bei „Linda“. Bei diesem Lied hört man erneut Abschnitte mit orchestraler Filmmusik, aber auch diese Nummer wirkt ein wenig zusammengestückelt.

Deutlich schlechter wird es dann noch bei „Laughing Boy“. Ein Track, der wieder sehr an ein Filmmusikstück (ich weiß, ich wiederhole mich) erinnert, welcher im Refrain grooven soll, aber mit diesem „Da-da-da-da-da-da-daaaaa“ und dem Big Band Sound nur irgendwie nervig klingt. „Cowboy” ist erneut Filmmusik und sehr getragen. Dies wird transportiert durch die orchestrale Instrumentierung. Die Streicher können sich hier ausleben, Flöten erklingen, alles ist melancholisch und sentimental. Wahrlich kein Lied, welches im Radio gespielt werden würde, was natürlich nichts über dessen Qualität aussagt. Interessant und nicht schlecht, aber auch nicht begeisternd.

Mit „The Beehive State“ folgt dann mal wieder ein Song, der nicht zwangsläufig dem Filmgenre zuzuordnen ist. Das Lied ist eine groovende Nummer, die leider, mit weniger als zwei Minuten Dauer, ein bisschen zu kurz geraten ist. Anschließend wird es wieder sehr getragen. „I Think It's Going To Rain Today” drückt genau das aus, was auch schon der Titel sagt: „Mein Gott, es ist absolut schlechtes Wetter draußen und ich habe keine Lust auf gar nichts.“ Wenn dann auch noch die Streicher einsetzen, dann ist jede gute Laune zerstört und man befindet sich gedanklich in einem sehr traurigen Film mit viel Regen, viel Leid und vielen, meist wohl „sehr“ toten, zumindest aber sehr depressiven Menschen. Traurige Stimmung par excellence.

Und schließlich folgt mit „Davy The Fat Boy“ der Trauermarsch. Zumindest zu Beginn. Dann versucht Randy Newman, die Musik an die gesungenen Wörter anzugleichen und die Stimmung in Musik umzusetzen. Das wirkt zumindest interessant, wenn auch wieder durch die orchestrale Instrumentierung ein wenig nach Filmmusik. Und auch hier wird das Lied wieder völlig überraschend ausgeblendet. Warum nur?

Fazit: Das Debut von Randy Newman hat nichts mit Pop-Musik zu tun, die zeitlich gesehen ebenfalls Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entstanden ist. Filmmusikfreaks werden hier ihren Spaß haben, auch wenn sich auf diesem Album kein Soundtrack befindet, jedenfalls nicht aus einem speziellen Film. Aber genau das schafft die Musik, Assoziationen zu Filmen der 50er und 60er Jahre aufkommen zu lassen. Von daher mag das Ganze interessant sein, da es anders ist als die weitere Musik dieser Zeit. Aber einen zu packen, dass schafft sie leider auch nicht, diese Musik Randy Newmans. Die paar, wenigen Höhepunkte können da den Gesamteindruck auch nicht retten. Von daher - sechs Punkte.

Anspieltipps: Love Story (You And Me), Living Without You, The Beehive State, Davy The Fat Boy



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