Sonntag, 20. Mai 2012

Pink Floyd – Live At Pompeii (The Director’s Cut) [DVD]





Pink Floyd – Live At Pompeii (The Director’s Cut) [DVD]


Besetzung:

Roger Waters – bass, percussion, vocals
David Gilmour – guitars, harmonica, vocals
Richard Wright – keyboards, vocals
Nick Mason – drums


Label: Universal


Erscheinungsdatum: 2003, Originalfilm von 1971


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Echoes Part 1
2. Careful With That Axe, Eugene
3. A Saucerful Of Secrets)
4. (Us And Them)
5. One Of These Days I'm Gonna Cut You Into Little Pieces
6. Set The Controls For The Heart Of The Sun
7. (Brain Damage)
8. Mademoiselle Nobs
9. Echoes Part 2




Der Film “Pink Floyd Live At Pompeii” ist ein Meisterwerk! Und eigentlich könnte ich hier die Rezension schließen, denn damit ist alles Wichtige gesagt. Mache ich aber nicht, denn ich möchte das dann doch auch ein wenig erklären.

Wer einmal in die Welt Anfang der 70er Jahre eintauchen möchte, der sollte sich „Pink Floyd Live At Pompeii“ in den DVD-Player legen, sich etwas Leckeres zum Trinken bereitstellen, es sich auf dem Sofa bequem machen, idealerweise den DVD-Player mit der Stereoanlage verbinden, den Startknopf betätigen, sich zurücklehnen und dann genießen. Und beim „Genießen“ beziehe ich mich hier auf den Originalfilm aus dem Jahr 1971, da dieser den Vorteil hat, nicht durch anderweitige Einspielungen in seiner Stimmung unterbrochen zu werden und so einfach mehr wirkt.

Eines fällt gleich auf, ein richtiges Live-Video bekommt man hier nicht zu sehen. Klar, die Band spielt „live“, jedoch gibt es kein Publikum, nur ein paar Tontechniker, Kameraleute und Roadies, die mitlauschen. Es geht bei diesem Konzert um die Atmosphäre, die zum einen diese historische Stätte ausstrahlt, in der Wright, Waters, Mason und Gilmour ihre Songs präsentieren. Um diese Atmosphäre in Verbindung mit dieser überaus psychedelischen bis experimentellen Musik von Pink Floyd geht es bei diesem „Konzertfilm“. Und dabei schafft es der Film, eine ganz eindringliche Stimmung zu transportieren, die einen fesselt und in seinen Bann zieht. Und selbst, wenn man mit den früheren Werken der Band weniger anfangen kann, da sie einem vielleicht zu experimentell, zu psychedelisch oder zu abgefahren daherkommen, hier wirkt jedes Lied, jeder Ton in Verbindung mit den Bildern noch einmal ganz anders und kann von daher vielleicht doch auch für Freunde anderer Musik zumindest interessanter werden. Und na klar, ist das reine Selbstdarstellung, welche die vier Musiker hier betreiben. Diese ist jedoch so gut gelungen, dass sie sich durchaus gerne noch länger so hätten darstellen können. Etwas über sechzig Minuten ist der Originalfilm lang. Und dieser versteckt sich in den Extras, genau wie ein zwanzig minütiges Interview mit dem Regisseur Adrian Maben, der auch die Idee zu diesem „Konzert“ hatte.

Der Director’s Cut selbst, der eigentliche Hauptfilm der DVD, ist 90 Minuten lang. Er besteht aus dem Originalfilm, der zwischen den einzelnen Titeln um Sequenzen ergänzt wurde, die mal ein Interview mit der Band beinhalten, die Musiker mal in der Abbey Road Kantine oder aber beim Austernessen in Frankreich zeigen. Dokumentarisch noch interessanter sind die Szenen, die die Band in den Abbey Road Studios zeigen - bei ihrer Arbeit am Nachfolgeralbum „The Dark Side Of The Moon“. Daher finden sich auch oben, in der Liederliste, die Titel „Us And Them“ sowie „Brain Damage“, die nicht in Pompeji eingespielt wurden, sondern Aufnahmen aus den Abbey Road Studios darstellen und eben in diesen „Director’s Cut“ mit hineingeschnitten wurden. Allerdings stören diese hineingesetzten Teile, welche immer es auch sind, den Filmablauf. Die Stimmung und Atmosphäre, die beim Originalfilm zu spüren, sehen und hören ist, die geht beim „Director’s Cut“ leider ein wenig verloren.

In den Extras gibt es, neben dem bereits erwähnten Interview mit Adrian Maben und dem Original-Konzertfilm, noch einige Fotos anzusehen, eine kurze Geschichte über Pompeji selbst, verschiedene Cover, Zeichnungen, Pressekritiken sowie die Texte zu den einzelnen Titeln. Interessant dabei sind vor allen Dingen die Ausführungen Adrian Mabens über die Entstehung des Films, die Umsetzung der Ideen und die Schwierigkeiten bei den Aufnahmen.

Fazit: Der Film spiegelt die Zeit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wieder - als Konzertfilm ohne Publikum. Und dabei ist es ratsam, zuerst den Originalfilm in den Extras anzusehen, da dieser mit einer ganz anderen und ungestörten Atmosphäre aufwarten kann, wie der Director’s Cut. Solch ein Film einer zeitgenössischen Band, egal ob Original oder überarbeitete Version, würde heutzutage wohl belächelt werden. Vor über 40 Jahren allerdings hat es funktioniert, man musste sich nur darauf einlassen können. Jedoch wirkt der Film deutlich besser, wenn man auch etwas mit der Musik Pink Floyds anfangen kann. Wer diese nicht mag, dem wird dieser Film sicherlich auch sehr viel weniger geben. Für alle anderen ist er jedoch dieses bereits erwähnte Meisterwerk, welches 15 Punkte verdient.

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