Mittwoch, 6. Juni 2012

Blue October – Foiled





Blue October – Foiled


Besetzung:

Justin Furstenfeld – vocals
Jeremy Furstenfeld – drums
Ryan Delahoussaye – violin
CB Hudson – guitar
Matt Noveskey – bass


Gastmusiker:

Zayra Alvarez – backing vocals
Imogen Heap – backing vocals
Kirk Baxley – backing vocals
Sarah Donaldson – cello


Label: Universal Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Alternative


Trackliste:

1. You Make Me Smile (4:21)
2. She’s My Ride Home (4:42)
3. Into The Ocean (4:00)
4. What If We Could (4:03)
5. Hate Me (6:20)
6. Let It Go (4:03)
7. Congratulations [f. Imogen Heap] (4:01)
8. Overweight (4:24)
9. X Amounts Of Words (4:15)
10. Drilled A Wire Through My Cheek (4:32)
11. Sound Of Pulling Heaven Down (4:43)
12. Everlasting Friend (4:06)
13. 18th Floor Balcony (11:15)




Ein richtig gutes Album ist den Musikern der amerikanischen Band aus Texas, Blue October, da im Jahr 2006 gelungen. Überaus eingängigen Rock bekommt der geneigte Zuhörer auf „Foiled“, dem vierten Studioalbum, kredenzt. Rock-Musik, die nie langweilig wird und immer wieder mit schönen Harmonien und Melodien aufwartet.

Geschrieben wurden die Songs alle von Justin Furstenfeld, der sich beim Komponieren nur manchmal die Unterstützung seiner Bandkollegen oder externer Musiker sicherte. Bei neun der vierzehn Stücke ist er der alleinige Autor. In den Texten verarbeitet er dabei immer wieder seine Depressionen, an denen er seit Kindheitstagen leidet und die ihn bereits mehrmals in diverse Kliniken führten.

Die Musik auf „Foiled“ ist richtig gut und kann den Zuhörer packen. Manchmal melancholisch, manchmal treibend, immer jedoch abwechslungsreich und niemals langweilig oder oberflächlich. Und gerade die Abwechslung, die dem Hörer hier präsentiert wird, macht einen großen Pluspunkt des Albums aus. Auf „Foiled“ fließen die Stile Pop, Rock und Hard Rock immer wieder ineinander über. Und das nicht nur von Lied zu Lied, sondern auch in den einzelnen Stücken selbst. Das Ganze wirkt jedoch nicht konstruiert oder aufgesetzt, sondern vielmehr gewachsen und zwar so, als ob es gar nicht anders sein könnte. Richtig „hart“ wird es dabei allerdings nur selten, sodass knallharte Metal-Fans wohl nicht die richtige Zielgruppe des Albums sind.

Aber sonst ist wohl für jeden Rock-Fan etwas dabei. Das fängt gleich mit dem ersten Stück „You Make Me Smile“ an. Sofort ein Höhepunkt des Albums. Das Lied ist eine schöne treibende Rocknummer, die zum Mitwippen animiert und bereits beim ersten Hören so wirkt, als ob man das Stück schon jahrelang kennen würde. „She’s My Ride Home” und “Into The Ocean” sind eingängige Pop-Rock-Nummern, wohingegen “What If We Could” wieder deutlich mehr in der Rock-Sparte beheimatet ist. Hier findet man ihn dann auch wieder, diesen treibenden Beat, der Rock Fans ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

“Hate Me“, Lied Nummer fünf des Albums, wurde sogar als Single veröffentlicht und ist ein schöner, gitarrenlastiger Track, der über einen Refrain verfügt, der dieses Mal zum Mitgröhlen einlädt. Ganz anders gibt sich dann „Let It Go”. Fast schon ein wenig psychedelisch wirkt diese sanfte Nummer, die ebenfalls sofort ins Ohr geht. Besonders gut kommt hier auch Ryan Delahoussayes Violinenspiel zur Geltung. Ganz klar ebenfalls ein Höhepunkt des Albums.

Und die Abwechslung wird auch bei den weiteren Nummern des Albums groß geschrieben. Bei “Congratulations [f. Imogen Heap]“ holt sich Justin Furstenfeld beim Gesang weibliche Unterstützung. Ein insgesamt sehr ruhiger Song mit einem überaus eingängigen Refrain, der sofort hängenbleibt. „Overweight“ hingegen startet mit spanischen Gitarren und entwickelt sich zu einer überaus rhythmischen Nummer, die von einer, fast schon als Sprechgesang zu bezeichnenden Gesangsspur, angetrieben wird. Und bei „X Amounts Of Words“ bleibt es zwar rhythmisch, der Stil des Liedes bewegt sich allerdings zwischen Pop und fast schon Synthie Pop.

Sehr viel düsterer wird es dann mit „Drilled A Wire Through My Cheek“, bis das Lied schließlich richtig loskracht. Zu Beginn ist alles so zurückhaltend, vom Gesang wie von der Instrumentierung her, um dann sowohl von der Lautstärke und Geschwindigkeit zu wachsen. „Sound Of Pulling Heaven Down” startet mehrstimmig und entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einer überaus melodiösen Rocknummer. Auffällig hier erneut, wie die Band um Justin Furstenfeld es immer wieder schafft, Musik zu präsentieren, die eingängig ist, ohne oberflächlich zu sein, die einfach passt und hängenbleibt. Das wiederum hat bei „Everlasting Friend” nicht ganz so hingehauen. Die Nummer ist zwar ebenfalls ganz nett anzuhören, dieses gewisse Etwas, welches hängenbleibt, das geht dem Stück allerdings ab. Bliebe noch „18th Floor Balcony” inklusive Hidden Track, denn über elf Minuten ist das Lied nicht lang. Das Stück ist eine ganz ruhige Nummer, ein wenig schwebend und abgehoben, ein ganz zarter Ausklang dieses Albums, bei dem die Violine wieder ihren großen Auftritt hat. Bei 4:30 ist dann Schluss und ab 6:33 geht es dann zunächst mit einigen ganz leisen Hintergrundstimmen weiter. Und auch dieser Hidden Track ist ein leises und richtig gutes Stück, instrumentiert lediglich mit Piano und Gesang - ein wahrlich würdiger Abschluss für dieses Album.

Fazit: Eine schöne und abwechslungsreiche Platte haben die fünf Mannen aus Texas da 2006 vorgelegt. „Foiled“ ist ein Album geworden, auf der es jede Menge unaufgeregte, aber gute Musik zu hören gibt. Dazu befinden sich noch ein paar richtig klasse Stücke auf dieser Scheibe und nur ganz wenige Ausreißer nach unten. Klar ist es kein Überalbum, aber Zuhören macht hier jede Menge Spaß. Zehn Punkte mit Tendenz nach oben.

Anspieltipps: You Make Me Smile, What If We Could, Hate Me, Let It Go, 18th Floor Balcony



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