Samstag, 9. Juni 2012

The Killers – Sawdust





The Killers – Sawdust


Besetzung:

Brandon Flowers – vocals, keyboards, bass
Dave Keuning – lead-guitar, backing vocals
Mark Stoermer – bass, rhythm-guitar, backing vocals
Ronnie Vannucci – drums, percussion


Gastmusiker:

Lou Reed – guitar, vocals
Mpho Manye – background vocals
Tamara Robinson – background vocals
Journi Gallwey – background vocals
Carlos Ricketts – vocal contractor
Andy Savours – additional guitars


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop, Rock, Alternative


Trackliste:

1. Tranquilize (3:45)
2. Shadowplay (4:07)
3. All The Pretty Faces (4:46)
4. Leave The Bourbon On The Shelf (3:39)
5. Sweet Talk (4:19)
6. Under The Gun (2:34)
7. Where The White Boys Dance (3:26)
8. Show You How (2:46)
9. Move Away (3:50)
10. Glamorous Indie Rock And Roll (4:17)
11. Who Let You Go? (3:43)
12. The Ballad Of Michael Valentine (3:50)
13. Ruby, Don't Take Your Love To Town (3:05)
14. Daddy's Eyes (4:15)
15. Sam's Town (3:45)
16. Romeo And Juliet (5:28)
17. Mr. Brightside / Questions With The Captain (10:40)




Das dritte Album der Killers, “Sawdust” erschien im November 2007 und ist im Grunde genommen gar kein „richtiges“ drittes Album, denn es ist gefüllt mit B-Seiten, Raritäten und Cover-Versionen. Somit passt der Titel eigentlich perfekt, „Sawdust“, oder auf Deutsch „Sägespäne“. Diese sind angefallen hauptsächlich beim Produzieren der ersten beiden Alben „Hot Fuss“ und „Sam’s Town“. Und wenn man Sägespäne ordentlich presst und verkleistert, dann kann man noch jede Menge daraus bauen.

Aber „Abfall“, wie man vielleicht bei dem Titel des Albums vermuten könnte, ist hier wahrlich nicht zu hören. Das belegt gleich die erste Nummer. Denn das Album startet mit „Tranquilize“, einem Song, bei dem Lou Reed einige Gesangsparts übernommen hat und der gleichzeitig eines der besten, wenn nicht das beste Lied im Songkatalog der Killers darstellt. Allein schon wegen diesem Stück lohnt der Kauf der CD. Ein toller und mitreißender Ohrwurm, klasse arrangiert mit Kinderchor und mehrstimmigen Gesang. Ein richtig gutes Rocklied und zweifelsohne der absolute Höhepunkt dieser Zusammenstellung.

Auch die drei auf „Sawdust“ enthaltenen Cover-Versionen können sich sehen beziehungsweise hören lassen. Das gilt für „Shadow Play“ von Joy Division, genauso wie für den Country Klassiker „Ruby, Don't Take Your Love To Town”, von Mel Tillis geschrieben und durch Kenny Rogers bekannt geworden. Und auch die Version von “Romeo And Juliet” von den Dire Straits ist gelungen. Alle drei Stücke sind toll umgesetzt und auf die Killers und ihren Sound adaptiert worden.

Aber wegen diesen drei Nummern würden wohl nur wenige Musikfreunde oder nur eingefleischte Killers-Fans dieses Album kaufen. Doch als Grund zur Investition gibt es auf „Sawdust“ noch jede Menge anderer Stücke. Zum Teil sind dies Variationen von Liedern, die bereits auf „Hot Fuss“ und „Sam’s Town“ („Glamorous Indie Rock And Roll“, „Sam's Town“, „Mr. Brightside“) enthalten sind. Oder aber es sind Stücke, die es nicht auf die beiden bereits erwähnten Platten geschafft haben. Nun, wenn diese Nummern die „Ausschussware" der Killers darstellen, so bleibt festzustellen, dass sicherlich sehr viele Bands über solches Songmaterial auf regulären Alben dankbar wären.

Man merkt den Titeln zwar an, dass sie nicht stringent, das heißt, während einer Schaffensperiode entstanden sind, jedoch ist das, was hier letztendlich zu hören ist, beileibe keine schlechte Pop- oder Rockmusik. Vielmehr hört man hier unterschiedliche Musikstile vereint unter der Überschrift „The Killers“, die durch den Gesang Brandon Flowers‘ auch unverwechselbar Stücke dieser Band werden. Ein zweites „Tranquilize“ findet sich zwar nicht, jedoch jede Menge Killers-Lieder, die durchaus gefallen können und nicht wirklich gegenüber den regulären Stücken auf „Hot Fuss“ und „Sam’s Town“ abfallen.

Fazit: Wer auf gut gemachte Pop- bis Rockmusik steht, der kann hier getrost zugreifen. Wer die Killers mag, der kann an dieser Zusammenstellung sowieso nicht vorbeigehen. „Abfallmaterial“ hört sich meist anders an, längst nicht so wie hier auf „Sawdust“. Ein sogenannter „Übersong“ befindet sich mit „Tranquilize“ auch auf der Platte. Das restliche Material ist gut gemachter Durchschnitt, ohne großartige Ausfälle. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tranquilize



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