Dienstag, 31. Juli 2012

Haindling - Muh








Haindling – Muh


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Flügel, Tenor-, Alt- und Sopransaxophon, Flügelhorn, Trompete, Tenor-Horn, Tuba, Akkordeon, Xylophon, Schlagzeug, Perkussion


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Über Alle Meere (3:25)
2. Aja (2:47)
3. Alles Gute (3:35)
4. 145 Mark (0:38)
5. Auf Jeden Fall (3:18)
6. Uns Geht Es Gut (1:45)
7. Kleiner Mensch (2:25)
8. Blasmusik In Moll (2:14)
9. Muh (3:13)
10. Alabama (3:41)
11. Männer Hart Wie Stahl (3:13)
12. Aus Dem Poesiealbum (3:27)
13. Danke! (3:02)
14. Ich Bin Ganz Ruhig (4:46)

Gesamtspieldauer: 41:30




1989 veröffentlichte Haindling alias Hans-Jürgen Buchner unter der Überschrift „Muh“ sein bisher fünftes Studio-Album. Und wieder einmal hat es der Multiinstrumentalist geschafft, ganz viele verschiedene Eindrücke und Stimmungen auf eine Platte beziehungsweise CD zu pressen. Da gibt es das Nachdenkliche, das Skurrile, das Ergreifende, das Poppige und auch das einfach nur schön Melodiöse.

Doch trotz dieser unterschiedlichen Stimmungen, herrscht eine dabei deutlich vor, sticht besonders aus dem Rest heraus. Das ist auf „Muh“ diese Melancholie, die mitunter in deutliche Traurigkeit übergeht. Stellvertretend hierfür stehen die drei Instrumentalstücke etwa in der Mitte des Albums, die vorher das letzte Lied der ersten Plattenseite und die beiden ersten Stücke der zweiten Seite zierten. „Blasmusik In Moll“, „Muh“ und „Alabama“ heißen diese drei traurigen Nummer. Ganz instrumental sind die Stücke auch nicht gehalten. Zumindest nicht der Titelsong „Muh“. Da hört man während dem Läuten von Kirchenglocken und zwischen einer irgendwie entrückten Trompete Hans-Jürgen Buchner sagen: „Vater ziag Dein Anzug o, es wird Zeit für Di“. Wenn ich mich recht erinnere, hat Hans-Jürgen Buchner Ende der 80er Jahre mal in einem Interview erwähnt, dass er mit diesem Lied die Beerdigung seines Vaters verarbeitete beziehungsweise nochmals durchlebte. Wenn dem wirklich so ist, dann ist die gedrückte Stimmung zumindest bei diesen drei Liedern durchaus nachvollziehbar und die Empfindungen wurden beeindruckend umgesetzt.

Das Kritische, welches auch immer wieder in den Liedern von Haindling enthalten ist, hat seinen Auftritt beim Opener „Über Alle Meere“ und bei den ebenfalls traurig gehaltenen „Alles Gute“ und „Kleiner Mensch“, sowie beim eher poppigen „Männer Hart Wie Stahl“. Skurril wird es in allerbester Manier bei „Aja“ und „145 Mark“, wohingegen „Aus Dem Poesiealbum“ ebenfalls sehr traurig gehalten ist, man aber irgendwie nicht genau weiß, ob das wirklich ernst gemeint ist, was da gesungen wird.

Poppig wird die Musik mit „Auf Jeden Fall“ und bei „Danke“. Blieben noch zwei Nummern, die erneut hauptsächlich instrumental gehalten sind. Da ist zum einen das kurze, aber durchaus ausnahmsweise mal fröhliche „Uns Geht Es Gut“ und das letzte Stück des Albums „Ich Bin Ganz Ruhig“, mit dem uns Hans-Jürgen Buchner einen fast schon sphärisch zu bezeichnenden Abschied von diesem Album ermöglicht.

Fazit: Die Melancholie siegt auf „Muh“. Sie ist der dominierende Faktor des Albums. Und diese Melancholie wurde von Haindling perfekt umgesetzt. Hier hört man keine Party-Musik, sondern nachdenkliche Lieder, die auch ohne Text sehr gut wirken. Etwas für dunkle Tage und zehn Punkte wert.

Anspieltipps: Über Alle Meere, Aja, Blasmusik In Moll, Muh, Alabama



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