Montag, 16. Juli 2012

Haindling – Stilles Potpourri





Haindling – Stilles Potpourri


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Fender-Rhodes, Tenor-, Alt- und Sopran- Saxophon, Tenor Horn, Tuba, Bass Synthesizer, Orgel, Synthesizer, Piano, Akkordeon, Kinderklavier, Rhythmusmaschine, Flipperkasten, String-Synthesizer, Posaune


Gastmusiker:

Heinz Josef Braun – Bass
Peter Enderlein – Schlagzeug
Ulrike Böglmüller – Gesang, Flüsterstimme
Michael Braun – Trompete
Roald Raschner – Synthesizer, Bass-Synthesizer


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Mo Mah Du (3:53)
2. Lang scho nimmer g'sehn (3:55)
3. Flipper-Samba (4:48)
4. Du Depp (2:05)
5. Hoidzscheidl-Rap (3:13)
6. Schürzenjager (2:15)
7. Hello Baby (4:00)
8. Stilles Potpourri (3:11)
9. Tschu-Tschu (3:02)
10. 3 Hellseher (5:26)
11. Draissg Kilomedta (3:30)
12. 3 x 3 = 9 (1:22)




Auch wenn der ganz große Überraschungs-Coup bereits mit dem ersten Album von Haindling, alias Hans-Jürgen Buchner, gesetzt worden war, so kann auch das zweite Album des Niederbayern, „Stilles Potpourri“ aus dem Jahr 1984 überzeugen.

Auch auf dieser zweiten Platte gibt es wieder jenen wunderschönen und etwas skurrilen Wortwitz zu bewundern, der dazu noch in richtig gute Melodien eingebettet ist. Beispielhaft stehen dafür die beiden Stücke „Mo Mah Du“ und „Du Depp“. Auf die Ideen für diese Texte muss man erst einmal kommen. Wirklich klasse gemacht und ein Grinsen entfaltet sich auf dem Gesicht des Hörers. Etwas allzu schlageresk wird es mit „Lang scho nimmer g'sehn“. Dieses Lied schaffte es sogar in die deutschen Hitparaden. Die Deutschen lieben ganz offensichtlich Schlagermusik.

Zwei Fehlgriffe finden sich auch auf der Platte. Der „Hoidzscheidl-Rap“ ist unsäglich und grauenvoll. Da ist jeder Schlager ein Geniestreich dagegen. Und auch „Tschu-Tschu“ strapaziert einem ganz schön die Nerven, wenn er auch nicht ganz an das schlechte Niveau dieses „Raps“ heranreicht. Aber es gibt auch noch weitere kleine Perlen, wie das erneut etwas skurrile „3 Hellseher“. Zu hoffen ist dabei nur, dass Hans-Jürgen Buchner den Text nicht ernst meint…. „Schürzenjäger“ ist ein kurzes und lustiges Instrumentalstück, welches von den Bläsereinlagen lebt und der Titelsong „Stilles Potpourri“ ist so wunderschön melancholisch, sentimental und ein bisschen traurig und wehmütig.

Und dann warten am Ende des Albums noch zwei Höhepunkte, nein die Höhepunkte der Platte. „Draissg Kilomedta“ hat eine wunderschöne Melodie, die vom Piano getragen wird. Hier hört man auch nur Hans-Jürgen Buchners Gesang sowie sein Piano. Dazu ist das Lied so „wunderschön verzweifelt“. Richtiggehend ergreifend. Und dann auch noch dieser Text dazu – einfach klasse gemacht. Schließlich gibt es dann noch das letzte Stück „3 x 3 = 9“ Vom Text her das absolute Trinkerlied nach der Devise „Eine geht noch, eine geht noch rein…“. Von der Musik her allerdings wieder ein Piano Solo und dazu der Gesang. Alles wirkt irgendwie verschwommen und passt von der Musik her, die wiederum sehr melodiös ist, so überhaupt nicht zum Text. Und gerade darin liegt der Reiz dieses Liedes, welches einen tollen Abschluss für dieses Album darstellt.

Fazit: Nicht alles ist klasse auf „Stilles Potpourri“, allerdings gibt es viele gute Lieder und einige, die sogar richtig klasse geworden sind. Hans-Jürgen Buchner macht keine 08/15-Musik mit Haindling. Vieles ist hier hintersinnig, vieles ist überraschend, klingt überaus bayrisch und ist so wunderschön melodiös. Dazu gesellen sich noch überaus witzige Texte, die auch das zweite Album des Niederbayern zu einem Erlebnis werden lassen. Somit hat sich „Stilles Potpourri“ zehn Punkte verdient.

Anspieltipps: Mo Mah Du, Du Depp, Stilles Potpourri, Draissg Kilomedta, 3 x 3 = 9



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