Montag, 23. Juli 2012

Kate Bush – Hounds Of Love





Kate Bush – Hounds Of Love


Besetzung:

Kate Bush – vocals, fairlight, piano


Gastmusiker:

John Williams – guitar, cello
Alan Murphy – guitar
Brian Bath – guitar
Eberhard Weber – bass
Youth – bass
Danny Thompson – double bass
Stuart Elliott – drums
Charlie Morgan – drums
Morris Pert – percussion
Paddy Bush – didgeridoo, violin, fujara, vocals
Del Palmer – fairlight bass, vocals
Kevin McAlea – synthesizer
Donal Lunny – bouzouki
John Sheahan – flute
Liam O’Flynn – flute
The Medicci Sextet – string arrangements
The Richard Hickox Singers – choir
Michael Kamen – orchestral arrangements


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop bis Progressive Rock


Trackliste:

1. Running Up That Hill (A Deal With God) (5:04)
2. Hounds Of Love (3:03)
3. The Big Sky (4:41)
4. Near Wild Heaven (3:09)
5. Mother Stands For Comfort (5:10)
6. Cloudbusting (2:46)
7. And Dream Of Sheep (2:22)
8. Under Ice (4:19)
9. Waking The Witch (4:07)
10. Jig Of Life (4:04)
11. Hello Earth (6:13)
12. The Morning Fog (2:35)

Gesamtspieldauer: 47:33




Mit “Hounds Of Love” hat Kate Bush eines ihrer bestes Alben vorgelegt. Dieses ist thematisch in zwei Teile geteilt. Der erste, die ehemalige A-Seite der Platte, ist wie das Ganze Album mit „Hounds Of Love“ betitelt und enthält dabei die vier Singleauskopplungen der Platte. Die ehemalige B-Seite der LP, mit „The Ninth Wave“ überschrieben, geht dagegen eher in Richtung progressiver Rockmusik. Inhaltlich werden dabei die Träume und Visionen einer Frau „aufgearbeitet“, die gerade einem Schiffsunglück entgangen ist und einen Tag im Wasser treibt.

„Running Up That Hill“ ist der erste Titel des Albums und ein richtig guter Popsong. Besonders interessant dabei die Rhythmusfraktion, die man so auch noch nicht allzu oft gehört hat. Ebenfalls toll: Der Hintergrundgesang Kate Bushs, der hier eine unglaublich dichte und fesselnde Atmosphäre erzeugt und dem Lied somit eine ganz spezielle Stimmung verpasst.

Der nächste Track, „Hounds Of Love“, lebt dann von seinen Streicherarrangements und wird durch die Drums schön vorangetrieben. Klasse hier auch wieder Kate Bushs wandlungsfähige Stimme, bei der man sich auch überhaupt keinen anderen Hintergrundsänger als sie selbst, vorstellen kann. „The Big Sky“, der dritte Track auf der Platte und gleichzeitig auch die dritte Singleauskopplung, ist dann allerdings auch das schwächste Stück. Allzu poppig kommt die Nummer aus den Boxen und belegte von den vier Singleauskopplungen auch die schlechtesten Plätze.

Es folgt „Mother Stands For Comfort“, ausnahmsweise mal keine Single. Schön feenhaft klingt hier Kate Bushs Gesang erneut, wohingegen die Instrumentierung reichlich abgefahren ist. Man hört so etwas wie Fensterscheibenbersten, einen Perkussionspart, der fast wie Schüsse klingt und einen sehr sphärischen Synthesizersound. „Cloudbusting heißt schließlich das fünfte Lied auf der „Hounds Of Love“ Seite, gleichzeitig die vierte Singleauskopplung ganz sicher eines der besten Stücke auf der Platte. Wunderschön gelungen hier das Zusammenspiel der Streicher mit der Stimme Kate Bushs. Dazu noch eine Melodie zum Dahinschmelzen. Ein perfektes Pop-Lied.

Auf der „The Ninth Wave“ Seite wird es dann nicht mehr so eingängig. Noch mehr Wert wird jetzt auf den ausdrucksstarken Gesang Kate Bushs gelegt, der nun zudem auch noch ein Stückchen mehr im Mittelpunkt steht. Das zeigt sich gleich bei „And Dream Of Sheep“ und noch deutlicher wird es bei „Under Ice“, eine Nummer, die zusätzlich von ihrem beeindruckenden Cellopart lebt. Ein sehr gutes Stück Musik, welches man so oder so ähnlich, kaum vorher oder aber danach gehört hat.

„Waking The Witch“ klingt dann fast schon verstörend. Zunächst nur aus Klavier und Wortfetzen bestehend, entwickelt es sich schließlich zu einem Song mit Kirchenglocken, einer männlichen “Growling-Stimme“, dem zum Teil stakkatohaften Gesang Kate Bushs und reichlich Samples. „Watching You Without Me“ kommt anschließend erneut sehr schön „schwebend“ daher, ohne groß eine Melodie zu haben. Und bei „Jig Of Life“ wird es ganz Irisch. Ein toller Song, klasse Rhythmus, klasse Instrumentierung und man wird fast dazu verleitet, es dem „Lord of the Dance“ gleichzutun.

„Hello Earth“, im Anschluss daran, ist erneut ein schöner und ruhiger Song, bei dem vor allem wieder Kate Bushs Stimme und ein männlicher Hintergrundchor überzeugen können. Man hört schließlich ein Echolot und dann die Aussage auf Deutsch: „Tiefer, tiefer, irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht“ Die Dame scheint nun kurz vor dem Ertrinken zu sein. Warum Kate Bush sich dazu der deutschen Sprache bemächtigte, darüber fehlt mir allerdings die Information. „The morning Fog“ ist dann wieder ein fröhliches Lied, in dem Kate Bush aufzählt, wem sie alles noch sagen will, dass sie ihn liebt.

Fazit: „Hounds Of Love“ ist ein richtig gutes Album geworden, bei dem der Titel „Poplieder“ nur auf die ersten fünf Stücke zutrifft. Ab Lied Nummer 6 wird es schließlich deutlich experimenteller, aber auch interessanter. Dabei steht Kate Bushs Stimme über allem. Und wer mal ein anspruchsvolleres Album aus den 80ern hören möchte, der sollte hier zugreifen. Mir ist das Album zehn Punkte wert.

Anspieltipps: Running Up That Hill, Cloudbusting, Under Ice, Jig Of Life, Hello Earth



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