Mittwoch, 28. November 2012

Renaissance – Tuscany




Renaissance – Tuscany


Besetzung:

Annie Haslam – lead and backing vocals
Michael Dunford – acoustic guitars, backing vocals
Terence Sullivan – drums, percussion
Mickey Simmonds – keyboards, backing vocals, orchestral arrangements


Gastmusiker:

John Tout – piano & piano arrangements (tracks 2, 4), harpsichord (track 4), keyboards (track 8)
Roy Wood – bass guitar (tracks 4, 5), keyboards & orchestral arrangements (track 5), backing vocals (track 8), percussion (track 9)
Alex Caird – bass guitar (tracks 1, 2, 6, 7, 9, 10)


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Lady From Tuscana (6:40)
2. Pearls Of Wisdom (4:25)
3. Eva's Pond (3:40)
4. Dear Landseer (5:19)
5. In The Sunshine (4:25)
6. In My Life (5:26)
7. The Race (4:58)
8. Dolphins Prayer (3:19)
9. Life In Brazil (3:40)
10. One Thousand Roses (7:12)

Gesamtspieldauer: 49:25




18 Jahre nach der letzten Zusammenarbeit zwischen Annie Haslam und Michael Dunford kam es nun, im Jahr 2001, zu einer erneuten Kooperation dieser beiden wichtigen Protagonisten im Schaffen der Band Renaissance. Ebenso war Drummer Terence Sullivan wieder mit an Bord und auch John Tout unterstützte das Projekt - zumindest beim Einspielen der Lieder auf Platte. 18 Jahre sind in der Musikgeschichte natürlich ein Brett. Das ist auch der Abstand, der zwischen dem ersten Beatles Album „Please, Please Me“ und zum Beispiel Soft Cells Nummer 1 Hit „Teinted Love“ liegen. Musikalische Welten, ganz andere Musik, was nichts über die Qualität der Musik an sich aussagen soll, nur etwas über deren Art.

Nun, wenn man sich dann allerdings „Tuscany“ von Renaissance anhört, dann liegen da zwar auch Welten zwischen dieser Veröffentlichung und dem Album Time-Line von 1983, allerdings deutlich weniger Unterschiede zu den Veröffentlichungen der 70er Jahre. Gut, die Lieder sind kürzer geworden, wirken mitunter sehr süßlich und auch ein wenig poppiger als früher, aber Renaissance ist an jeder Stelle des Albums, bei jedem gespielten Ton herauszuhören. Diese Verbindung zwischen klassischen und typischen Rock-Instrumenten funktioniert bei Renaissance auch noch im 21. Jahrhundert.

Allerdings – und das ist das große Manko dieses Albums – die Melodien haben nicht mehr diese Intensität der Veröffentlichungen der 70er Jahre. Klar, klingt das alles noch ganz nett, aber eben nicht mehr wirklich überzeugend, nicht mehr so eindringlich, da die Überraschungen fehlen, die Ecken und Kanten, die trotz aller Harmonie in den Stücken von Renaissance auch immer vorhanden waren.

Annie Haslams Stimme ist allerdings immer noch klasse und ich kann da auch keine Verschlechterung in Bezug auf frühere Alben feststellen. Toll zu hören ist das bei „Dear Landseer“. Und überhaupt dieses Lied. Kann mir nur ein Mensch dieser Welt einen Song nennen, der lieblicher klingt? Ich glaube das wird sehr, sehr schwer.

Sehr poppige Ausflüge, die zudem nicht gelungen sind, befinden sich allerdings auch „Tuscany“. Beispielhaft dafür stehen hier „The Race“, phasenweise „Lady From Tuscany“ und mit Abstrichen auch das etwas seltsame „Life In Brazil“.

Fazit: An die Veröffentlichungen der frühen und Mitt-70er Jahre kommt „Tuscany“ nicht heran. Jene der 80er Jahre schlägt das Album um Längen. Wer die Stimme Annie Haslams liebt, der wird dieses Album lieben. Wer verträumte und vor allem weiche Musik mag, dem wird es ebenso ergehen. Es befinden sich ein paar beindruckende Lieder auf „Tuscany“ und ein paar, die man nicht unbedingt haben muss. Acht Punkte.

Anspieltipps: Pearls Of Wisdom, Dear Landseer, In My Life



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