Samstag, 26. Januar 2013

Opeth – Heritage




Opeth – Heritage


Besetzung:

Mikael Åkerfeldt – vocals, electric and acoustic guitars, mellotron, grand piano, fx
Fredrik Åkesson – electric rhythm and lead guitars
Martin Mendez – electric and upright bass guitars
Martin Axenrot – drums and percussion
Per Wiberg – hammond b3, mellotron, fender rhodes, wurlitzer and grand piano


Gastmusiker:

Alex Acuña – percussion (on "Famine")
Björn J:son Lindh – flute (on "Famine")
Joakim Svalberg – grand piano (on "Heritage")


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. Heritage (2:05)
2. The Devil's Orchard (6:40)
3. I Feel The Dark (6:40)
4. Slither (4:03)
5. Nepenthe (5:40)
6. Häxprocess (6:58)
7. Famine (8:32)
8. The Lines In My Hand (3:49)
9. Folklore (8:19)
10. Marrow Of The Earth (4:19)

Gesamtspieldauer: 57:05




Immer wenn auf einem Opeth-Album mal nicht gegrowlt und durchgängig äußerst kräftig gerockt wird, dann haben viele der Heavy-Fans der schwedischen Progressive-Metal-Band ein relativ großes Problem mit dem Output. Das war bereits 2003 bei der Veröffentlichung von „Damnation“ so und ist auch 2011, beim bereits zehnten Studioalbum der Schweden mit dem Titel „Heritage“ der Fall.

Nun das soll auch nicht bedeuten, dass auf der Platte überhaupt nicht gerockt wird. Hört man nur den Beginn wie das Ende des Albums, könnte man dies allerdings meinen. Der Titelsong „Heritage“ führt ganz sanft in das Album mit Piano-Klängen ein, während „Marrow Of The Earth“ den Hörer mit ebenso sanften, hauptsächlich akustischen Gitarrenklängen wieder aus dem Album entlässt. Beide Nummern sind tolle verträumte Stücke, die man von einer Metal-Band so nicht unbedingt erwarten würde.

Aber bereits mit dem zweiten Stück wird ordentlich gerockt. Passend zum Titel „The Devil's Orchard“ schreit der Teufel da, dass Gott tot sei. Dazu gibt es schwere Gitarren, einen dichten Sound und auch eine, dem Klang angepasste Geschwindigkeit. Allerdings ist hier bereits zu erhören, dass auf dieser Platte nichts einfach nur so durchgezogen wird, denn auch auf „The Devil's Orchard“ gibt es zwischendurch sehr viel sanftere Klänge auf die Ohren.

Genau dies ist auch eine Stärke des Albums. Opeth klingen auf „Heritage“ spannend, nie vorhersehbar, immer wieder für eine Überraschung gut. Das Spiel mit den treibenden, lauten Parts und den schwebenden und leiseren Abschnitten ist vollkommen gelungen. Gleich beim nächsten Titel ist dies erneut festzustellen. Mit spanischen Gitarrenklängen wird auf „I Feel The Dark“ begonnen, dann jedoch steigert sich auch dieses Lied in einen kräftigen, sehr viel atonaleren Part, um schließlich wieder ganz leicht und sehr melodiös auszuklingen. Toll gelungen hier auch das Querflötenspiel.

So lebt die Platte von der Abwechslung. Durchgängig sind diese verschiedenen Abschnitte zu hören, die einmal das Ohr umschmeicheln, mit fast schon süßen Klängen, ein anderes Mal rocken, wie es sich für eine „anständige“ Metal-Band gehört. In diesem Wechselspiel der Emotionen scheint man irgendwie auch Steven Wilson herauszuhören, der das Album allerdings lediglich zusammen mit Mikael Åkerfeldt, der alle Lieder schrieb, abgemischt hat. Denn auch gerade die Solo-Alben des Steven Wilson leben sehr vom Zusammenspiel der fordernderen und der sanfteren Passagen, deutlich mehr als die Titel seines Hauptprojekts Porcupine Tree.

Fazit: Das Album macht Spaß und das „Growling“ vermisst man an keiner Stelle der Platte – zumindest ich nicht. Wunderschöne Melodien gibt es hier zu hören und tolle treibende Parts. Das Mellotron wärmt einem das eine und andere Mal das Herz und für solch einen Song wie „Folklore“ muss man Mikael Åkerfeldt einfach dankbar sein. Elf Punkte.

Anspieltipps: Heritage, I Feel The Dark, Häxprocess, Famine, Folklore, Marrow Of The Earth





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