Donnerstag, 28. Februar 2013

Renaissance – Prologue




Renaissance – Prologue


Besetzung:

John Tout – keyboards, vocals
Annie Haslam – vocals, assorted percussion
Rob Hendry – guitars, mandolin, chimes, vocals
John Camp – bass, tampoura, vocals
Terry Sullivan – percussion


Gastmusiker:

Francis Monkman – vcs3 solo in “Rajah Khan”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prologue (5:39)
2. Kiev (7:39)
3. Sounds Of The Sea (7:08)
4. Spare Some Love (5:11)
5. Bound For Infinity (4:24)
6. Rajah Khan (11:31)

Gesamtspieldauer: 41:32




„Prologue“ war der Aufgalopp, der Prolog zur klassischen und erfolgreichsten Phase der britischen Band Renaissance. Alle Mitglieder der Formation hatten nach dem letzten Album „Illusion“ die Band verlassen. Die Verbindung zur vorherigen Besetzung der Band hält Michael Dunford, der hier in den Credits „Mick“ genannt wird. Er schrieb bereits einen Song auf der letzten Platte und trat dort auch bei der Einspielung dieses Liedes als Gastmusiker in Erscheinung. Jetzt fungierte er bei Prologue“ als der Songschreiber der Band, der bis auf „Kiev“ und “Bound For Infinity“ alle Lieder komponierte. Diese beiden Stücke stammen noch aus der Feder Jim McCartys, dem Drummer der ersten beiden Platten. Er spielt die Lieder hier jedoch genauso wenig ein, wie Michael Dunford, der auf „Prologue“ tatsächlich nur als Songlieferant in Erscheinung trat. Zu vier der sechs Lieder steuerte Betty Thatcher die Texte hinzu, die ebenfalls das erste Mal in den Credits auf dem vorherigen Album in Erscheinung trat.

Auf „Prologue“ hat nun erstmalig auch Annie Haslam ihren Auftritt, deren Gesang die Musik der Band in den nächsten Jahren prägen sollte und sie unverwechselbar werden ließ. Allerdings ist der Auftritt Annie Haslams hier noch nicht so dominant, wie er es auf den folgenden Alben sein wird. Ansonsten gibt es sie auf „Prologue“ aber schon alle, diese Zutaten zur Schaffung einer Renaissance-Scheibe angefüllt mit melodiösem Progressive Rock: Wunderschöne Harmonien, ausgedehnte Soli, vor allem geprägt durch das Piano, wenig Einsatz der E-Gitarre und alles in allem überaus eingängige Lieder.

Am eindrucksvollsten wirkt dieses Album am Ende, auf dem längsten Titel: „Rajah Khan“. Hier klingt die Band orientalisch verknüpft mit Klassik-Adaptionen. Dazu singt Annie Haslam ohne Text bis in die höchsten Höhen. Wahrlich kein alltägliches Lied, ein Musikstück, welches Seinesgleichen sucht.

Das Album beginnt mit einem schönen Piano-Part, zu dem sich weitere Instrumente gesellen und Annie Haslam schließlich, erneut textlos, jede Menge „Doo-doo-doos“ singt. Das Ganze hat durchaus einen Groove und so etwas nannte man Anfang der 70er Jahre dann „Beat-Musik“ – einzig das Piano, welches immer wieder seinen Auftritt hat, entspricht diesem „Genre“ nicht so ganz. Wie eine klassische Piano Suite beginnt „Kiev“, entwickelt sich im weiteren Verlauf immer poppiger, bis schließlich auch in diesem Lied ein klassischer Anstrich herausgearbeitet wurde – erneut klasse inszeniert vom Piano des John Tout. Mit Möwengekreische und Meeresrauschen wird im Anschluss daran passenderweise „Sounds Of The Sea“ eingeleitet. Eine sentimentale Nummer, erneut geprägt durch viel Klavier, die vielleicht ein wenig zu lieblich klingt.

„Spare Some Love“ startet überraschenderweise mit akustischer Gitarre und es entwickelt sich ein Pop-Song, der einen wenig erbaulichen, dem Titel entsprechenden Text aufweist. Zwar gibt es in diesem Stück auch Abwechslung in Form eines Perkussion-dominierten Parts und einer schönen Choreinlage der Band-Mitglieder, aber so richtig zünden will das Lied dennoch nicht. Bliebe als vorletzter Titel noch „Bound For Infinity“. Erneut unterlegt mit einer schönen Pianomelodie lebt das Lied auch vom hellen und reinen Gesang Annie Haslams. Eine ruhige und schöne Nummer, die ein wenig zum Träumen einlädt.

Fazit: „Prologue“ erreicht noch nicht ganz die Qualität der späteren Alben. Viele der Lieder sind hier noch nicht so durchdacht, so einprägsam, so melodiös und eingängig wie auf den späteren Veröffentlichungen von Renaissance. Aber hören lässt sich das alles schon sehr gut, zumal auf diese Schmachtfetzen des letzten Albums fast vollständig verzichtet wurde. Noch nicht richtig gut, aber der Weg war jetzt bereits ganz klar vorgegeben, da alle Zutaten zu den weiteren Kompositionen bereits vorhanden waren. Sie mussten nun nur noch verfeinert werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Prologue, Kiev, Rajah Khan





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