Dienstag, 9. Juli 2013

Arcade Fire – The Suburbs




Arcade Fire – The Suburbs

Besetzung:

Régine Chassagne – ohne Instrumentenangabe
Richard Reed Parry – ohne Instrumentenangabe
Win Butler – ohne Instrumentenangabe
Tim Kingsbury – ohne Instrumentenangabe
Will Butler – ohne Instrumentenangabe
Jeremy Gara – ohne Instrumentenangabe
Sarah Neufeld – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker:


Sarah Neufeld – strings
Owen Pallett – strings
Richard Reed Parry – strings
Marika Anthony Shaw – strings
Clarice Jensen – additional strings
Nadia Sirota – additional strings
Yuki Numata – additional strings
Caleb Burhans – additional strings
Ben Russell – additional strings
Rob Moose – additional strings
Colin Stetson – saxophones (tracks 9, 13 & 15)
Pietro Amato – French horn (tracks 13 & 15)


Label: Mercury


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Indie Rock, Pop


Trackliste:

1. The Suburbs (5:15)
2. Ready To Start (4:16)
3. Modern Man (4:40)
4. Rococo (3:57)
5. Empty Room (2:52)
6. City With No Children (3:12)
7. Half Light I (4:14)
8. Half Light II (No Celebration) (4:27)
9. Suburban War (4:45)
10. Month Of May (3:51)
11. Wasted Hours (3:21)
12. Deep Blue (4:28)
13. We Used To Wait (5:01)
14. Sprawl I (Flatland) (2:54)
15. Sprawl II (Mountains Beyond Mountains) (5:26)
16. The Suburbs (Continued) (1:28)

Gesamtspieldauer: 1:04:05




Ich liebe Musik. Manche Menschen können das nicht nachempfinden. Die stellen während der Autofahrt das Radio an und lassen sich genau von dem berieseln, was irgendein Redakteur gerade in die Endlos-Schleife mit aufgenommen hat, weil er dafür von der Plattenfirma bezahlt wurde. Ich höre nicht nur im Auto Musik, ich höre fast immer Musik. Beim Joggen, in meinem Arbeitszimmer, beim Essen (manches Mal auch zum Verdruss meiner Familie, wobei ich dabei allerdings den Lautstärkeregler entsprechend „unterhaltungsfreundlich“ nach unten reguliere) und auch sonst in allen möglichen Situationen. Wenn ich im Auto mal das Radio anstelle, dann um mich zu informieren, was gerade in der Welt vor sich geht. Ansonsten schiebe ich meine Musik in den Player und genieße die Fahrt.

Ich wähle Musik aus und lasse mich auch sehr gerne inspirieren. Auch durch das Internet. Und wenn da mal eine Scheibe an die hundert positive Bewertungen hat und in mein „Beuteschema“ wie zum Beispiel „Indie Rock“ passt, dann wird das Teil auch bestellt. In diesen dreißig Sekunden, die man da pro Lied umsonst mal reinhören kann, in dieser halben Minute kann ich mir kein Bild von einem einzelnen Stück machen, beziehungsweise mir nicht entsprechendes Gehör verschaffen, um das Ganze abschließend beurteilen zu können. Genau so lief das bei Arcade Fire und ihrer Platte „The Suburbs“. Gelesen, gekauft, gewartet und als sie dann da war, wurde die Scheibe sofort in den CD-Spieler geschoben. Stutzig hat mich zu Beginn nur der Aufkleber „53rd Grammy Award Winner“ gemacht. Die meisten Oscar-prämierten Filme des Jahres finde ich Kacke. Man denke da nur an „Titanic“, einem Film, bei dem ich schon vorher wusste, dass das Schiff sinken würde. Und ich bin mir sicher Rihanna hat auch schon Grammy Awards gewonnen und mit Sicherheit auch irgendwelche HipHop-Größen. Aber das ist meist nicht meine Musik, da fehlt mir völlig der Zugang. Aber Arcade Fire sollen ja Indie Rock machen, das muss also klappen…

Okay, jetzt bin ich endlich bei der Musik der Kanadier angelangt, die sie auf „The Suburbs“ gepresst haben. Und ich nehme es gleich vorweg, die Musik ist nicht schlecht. Es ist diese Art der Musik, die ich nicht sofort im Radio wegschalten würde, sondern auch mal zuhöre. Ich möchte mich ja inspirieren lassen. Allerdings, wenn ich im Internet lese: „Das Beste der letzten zwanzig Jahre…“, „DIE Musik des 21. Jahrhunderts…“, „Es gibt nichts Besseres…“, „Die Offenbarung des Indie Rock…“ und so weiter, da komme ich dann sogar ganz gehörig ins Zweifeln.

Meine Fresse, das ist noch nicht mal Indie Rock, was da auf „The Suburbs“ zu hören ist. New Model Army machen Indie Rock. Arcade Fire spielen und singen auf „The Suburbs“ Pop-Musik. Keine schlechte, habe ich ja bereits erwähnt. Aber eine Offenbarung? Das Beste überhaupt? Ne sorry, kann ich nicht nachvollziehen und ich habe die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen. „The Suburbs“ von Arcade Fire ist ein nettes Pop-Album, was keine Ausfälle in sich trägt. Eingängige Melodien, schöne Ideen. Die Lieder haben alle eine gewisse Qualität und können einem sogar recht zügig gefallen, benötigen also nicht zu viele Durchläufe im CD-Player, um im Ohr des Hörers anzukommen. Und bei einigen Titeln passiert das sehr schnell, bei anderen dauert es etwas länger – aber alle haben ihre Qualität und richtige Ausschläge nach unten fehlen wahrlich. Den ganz großen Ausreißer in die andere Richtung, findet man auf der Platte allerdings leider auch nicht. So ist „The Suburbs“ kein schlechtes, aber doch noch „normales“ Pop-Album geworden und wahrlich keine Offenbarung, die in den letzten zwanzig Jahren keinen Vergleich zu scheuen hätte.

Fazit: Ein nettes, für mich allerdings durchschnittliches Pop-Album ist „The Suburbs“ von Arcade Fire geworden. Die Musik macht Laune und sich so etwas anzuhören macht sicherlich auch Spaß, wenn man Cabrio fährt. Ich habe aber kein Cabrio – mein Fehler. Trotzdem, ganz bestimmt kein schlechtes Album, allerdings den Hype darüber, den kann ich nicht nachvollziehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Suburban War, We Used To Wait










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