Samstag, 14. September 2013

Sigur Rós – Kveikur




Sigur Rós – Kveikur


Besetzung:

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar, keyboards
Georg „Goggi“ Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums


Gastmusiker:

Margrét Arnadóttir – strings
Pálína Árnadóttir – strings
Daníel Bjarnason – string arrangements
Sigrún Jónsdóttir – brass
Borgar Magnason – strings
Pórunn Ósk Marinósdóttir – strings
Eiríkur Orri Ólafsson – brass, brass arrangement
Bergrún Snæbjörnsdóttir – brass
Una Sveinbjarnardóttir – strings


Label: XL Recordings


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Post-Rock, Independent


Trackliste:

1. Brennisteinn (7:45)
2. Hrafntinna (6:23)
3. Ísjaki (5:03)
4. Yfirborð (4:19)
5. Stormur (4:55)
6. Kveikur (5:55)
7. Rafstraumur (4:58)
8. Bláþráður (5:12)
9. Var (3:44)

Gesamtspieldauer: 48:13




Befand sich die Band Sigur Rós mit ihrem 2012 erschienenen Album „Valtari“ mitunter sehr nahe am Genre der Ambient Musik, so stellt der interssierte Hörer 2013 fest, dass nun, auf dem inzwischen bereits siebten Studio-Album der Isländer, ein richtiggehender Stilwechsel mit der Veröffentlichung von „Kveikur“ erfolgte. Diese außergewöhnliche Band ist dabei natürlich immer noch zu erkennen und das liegt nicht nur an den für deutsche Ohren ungewöhnlichen isländischen Texten oder der einprägsamen – und ebenfalls ungewöhnlichen – Stimme des Jón Þór Birgisson. Die Atmosphäre, die diese Musik zu verbreiten versteht, hat sich nicht verändert. Den Liedern haftet immer noch etwas Mystisches, Verträumtes und Märchenhaftes an. Allerdings gibt es in der Machart der Musik einen deutliches Stilwechsel zu hören. Die einzelnen Titel sind wedentlich rockiger geworden und weisen, bis auf den letzten Titel „Var“, der eher ein etwas sphärisches Ausblenden der Platte darstellt, eine Struktur mit Strophe und Refrain auf.

Genau wie alle anderen Platten von Sigur Rós, sind die Titel nicht gleich beim ersten Hören eingängig und müssen vom Hörer erarbeitet werden. Die Wiederholung macht es hier eindeutig, die die Melodiösität herausstellt und diesen wohligen Wiedererkennungswert bewirkt, der häufig gute Musik von schlechterer zu unterscheiden weiß. Die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band füllt ihre Musik auch auf „Kveikur“ mit fetten Keyboard-Klangteppichen, sowie durch eine Streicher- und Brass-Sektion an, die die einzelnen Lieder voll und dicht erklingen lassen. Dabei kommt es immer wieder zu dem Umstand, dass der Fuß des Hörers mitzuwippen versucht ist, denn Rhythmus spielt auf „Kveikur“ eine bedeutendere Rolle, als auf so mancher anderen Veröffentlichung der Isländer. Aber natürlich gibt es auch noch diese etwas sphärioscheren, fast schon schwebenden Abschnitte in der Musik, die sich dieses Mal allerdings nicht über einen ganzen Titel erstrecken, sondern neben treibenderen Passagen in die Lieder integriert wurden.

Höhepunkte der Platte sind der Opener „Brennisteinn“, das wunderschön melodische „Ísjaki“, welches fast schon in die Richtung Pop-Musik driftet, die treibende und „härteste“ Nummer des Albums, der Titelsong „Kveikur“ selbst, sowie das wieder ein wenig poppigere und erneut sehr eingängige „Bláþráður”. Und auch diese Auswahl generiert vier Lieder, die eindeutig von derselben Band zu stammen scheinen, trotzdem jedoch auf ihre Weise ganz unterschiedlich sind.

Fazit: Die Musik von Sigur Rós ist treibender und dabei auch abwechslungsreicher geworden. Die Stimmungen, die die Musik dieser Band zu transportieren weiß, sind immer noch vorhanden – nun allerdings in einem etwas rockigeren Gewand. Einhören musste man sich in die Musik von Sigur Rós schon immer, daran hat sich auch auf „Kveikur“ nichts geändert. Beschreitet man diesen Weg allerdings und lässt den Liedern ein wenig Zeit, kann man als Hörer hier jede Menge für sich entdecken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Brennisteinn, Ísjaki, Kveikur, Bláþráður





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