Mittwoch, 11. Dezember 2013

Van Der Graaf Generator – H To He Who Am The Only One




Van Der Graaf Generator – H To He Who Am The Only One


Besetzung:

Guy Evans – drums, tympani, percussion
Hugh Banton – hammond and farfisa organs, piano, oscillator, vocals, bass
Peter Hammill – lead vocals, acoustic guitar, piano
David Jackson – alto, tenor and baritone saxophone and devices, flute and vocals


Gastmusiker:

Robert Fripp – guitar on 3
Nic Potter – bass on 1, 3, 4


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Killer (8:22)
2. House With No Door (6:30)
3. Emperor In His War-Room (8:19)
   The Emperor
   The Room
4. Lost (11:13)
   The Dance In Sand And Sea
   The Dance In Frost
5. Pioneers Over C (12:52)


Bonus Tracks:

6. Squid 1/ Squid 2 / Octopus (15:24)
7. Emperor In His War-Room (First Version) (8:50)

Gesamtspieldauer: 1:11:30




„H To He Who Am The Only One”, ist das dritte Album der Briten von Van Der Graaf Generator und gleichzeitig bereits die zweite Studio-Platte, die im Jahr 1970 veröffentlicht wurde. Und diese Scheibe ist zweifelsfrei nur etwas für Freunde der manchmal auch vertrackten progressiven Rockmusik. Denn nichts anders gibt es hier zu hören. Progressiven Rock in Vollendung. Nichts ist hier mehr einfach, alles ist kompliziert. Nur wenig klingt gleich beim ersten Hören, nur wenig wirkt bereits beim ersten Durchgang melodiös. Die Musik hört sich mitunter hektisch und atonal an, ist fordernd und ist alles andere als einfach – nein, sie ist sogar sehr kompliziert.

Es gibt auf „H To He Who Am The Only One” kaum eine E-Gitarre zu hören. Nur wenn Robert Fripp als Gastmusiker in die Saiten greift – das passiert lediglich beim dritten Stück „Emperor In His War-Room“ – gibt es diese mal zu hören. Ansonsten steht ganz klar der überaus ausdrucksstarke und kraftvolle Gesang Peter Hammills (wann hat er jemals eindringlicher geklungen?), die Orgel, der treibende Bass sowie das Saxophon und mitunter auch die Querflöte im Vordergrund.

Die Musik wirkt dabei überaus verspielt, häufig auch hektisch und wird nur zeitweise etwas entspannter und dann jedoch immer auch gleich sehr viel, eingängiger. Allerdings kann sich ein Stück phasenweise auch fast schon zur Kakophonie entwickeln, wie beim Bonus Track „Squid 1/ Squid 2 / Octopus“, bei dem Jazz-Anleihen auch nicht zu überhören sind. Da wirkt es dann geradezu wie eine Erlösung, wenn doch mal wieder eine Melodie-Struktur zu erkennen ist.

Es kommt zur Kernfusion, nichts anderes sagt bereits der Titel (H zu He, Wasserstoff zu Helium) aus. Der Wahnsinn wird groß geschrieben auf diesem Album, welches trotz oder gerade wegen allem bisher geschriebenen ein großes Album ist, wenn man es denn schafft sich darauf einlassen zu können. Man glaubt zerrissen, um dann wieder weich mit den schon erwähnten melodiösen Abschnitten aufgefangen zu werden. Beispielhaft dafür steht die Nummer „House With No Door“, die mit ihrer, hier jetzt konstant vorhandenen Lieblichkeit, den Hörer einfängt, bevor er wieder in andere „Sphären“ entlassen wird, die jedoch auch immer wieder solch entspannende Momente aufweisen. „H To He“ ist eine Reise. Ein Trip in Abgründe und wärmende Gefühle. Eine Platte, die verstört und einen dann wieder umschmeichelt. Allerdings ziehen einen diese „verstörenden“ Momente eben auch, mit jedem weiteren Durchgang, immer weiter in den Bann.

Fazit: Mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Musik für Hörer, die es lieben Musik zu erarbeiten. Musik für Hörer, die wissen, dass Musik, gute Musik, Zeit braucht im Ohr zu reifen. Dann kann auch „H To He Who Am The Only One” ein wertvoller Begleiter werden, denn dieses Album ist ein wahres Füllhorn an Abwechslungsreichtum und verschiedenen betörenden Stimmungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Emperor In His War-Room



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