Freitag, 7. Februar 2014

Supertramp – Indelibly Stamped




Supertramp – Indelibly Stamped


Besetzung:

Roger Hodgson – acoustic and lead guitar, bass guitar, lead vocals
Rick Davies – harmonica, keyboards, lead vocals
Kevin Currie – percussion, drums
Frank Farrell – bass guitar, piano, electric piano, accordion, backing vocals
Dave Winthrop – flute, saxophone, lead vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Rock’n’Roll


Trackliste:

1. Your Poppa Don't Mind (3:04)
2. Travelled (4:24)
3. Rosie Had Everything Planned (3:01)
4. Remember (4:12)
5. Forever (5:01)
6. Potter (2:24)
7. Coming Home To See You (4:44)
8. Times Have Changed (3:49)
9. Friend In Need (2:08)
10. Aries (7:37)

Gesamtspieldauer: 40:33 




Was liest man da nicht so alles im Netz über dieses zweite Album „Indelibly Stamped“ von Supertramp. „Die Platte klingt deutlich ausgereifter, als noch das Debut“: Nö! „Wem das erste Album von Supertramp gefallen hat, dem wird dieses mit Sicherheit auch sehr gut gefallen.“ Nö! „Wem die späteren Alben von Supertramp gefallen, dem wird dieses Album sicherlich gefallen.“ Nö! „Der spätere Supertramp-Sound ist hier bereits ganz deutlich herauszuhören.“ Echt? Wo ist das deutlich herauszuhören? „Das Album klingt rockiger als der Vorgänger und alle weiteren Alben.“ Okay, da bin ich dabei! „Das ist die beste Platte von Supertramp.“ Nein, ganz bestimmt nicht und sogar ganz im Gegenteil! Es ist die schlechteste Platte von Supertramp – zumindest von denen, an denen Roger Hodgson beteiligt war. Nach seinem Ausscheiden hat die Band unter der Riege Rick Davies‘ zwar noch einige Platten veröffentlicht, die ich ebenfalls gehört habe, die mich allerdings ebenfalls weder interessierten noch begeisterten. Aber wer weiß das schon, bei noch genauerem Hören wäre da vielleicht noch eine Scheibe dabei gewesen, die der Band Supertramp noch weniger gelungen ist als diese hier.

Das liegt alles nicht zuletzt am Umstand, dass hier auf dieser Veröffentlichung Rick Davies fest die Zügel in Händen zu halten schien. Die Musik von Supertramp lebt jedoch von den Ideen und dem Gespür für Melodiösität des Roger Hodgson. Klar hat Rick Davies auch ein paar tolle Songs zum Bandkatalog beigetragen, jedoch deutlich in geringerem Maße als jener zweite Komponist der Band. Es ist mit Sicherheit die raueste und rockigste Platte der Band, bei der auch der Rock’n’Roll immer wieder seinen Auftritt bekommt. Allerdings kann das hier alles nicht begeistern, sondern langweilt eher. Keine Melodie, die einen packt, keine Idee, die einen begeistert, nichts, was einen fesselt. Zwei Ausnahmen gibt es diesbezüglich vielleicht. Da ist zum einen der zweite Titel „Travelled“, bei dem man zum ersten Mal auch das für die Musik von Supertramp so typische Saxophon zu hören bekommt. Hier ist es jetzt allerdings nicht John Helliwell, der die Backen bläht, sondern Dave Winthrop. Dieser war genauso neu zur Band gestoßen wie Kevin Currie und Frank Farrell. Aus dem Quartett der Debut-Platte war ein Quintett geworden, nur Davis und Hodgson waren von der Ur-Besetzung übrig geblieben. Und auch diese Zusammenstellung hielt nur für dieses eine Album, danach scharrten die beiden Songschreiber erneut neue Musiker um sich, um dann mit dem nächsten Album „Crime Of The Century“ den weltweiten Durchbruch zu schaffen.

Nun noch zur zweiten Ausnahme auf dem Album. Das wäre die letzte Nummer „Aries“. Diese klingt mitunter fast schon wie eine Improvisation und nähert sich sogar dem Genre des Progressive Rock ein wenig an. Zwar ist dieser Titel auch nicht zu den besten Liedern der Band zu zählen, er sorgt jedoch für Abwechslung in dieser Reihe von deutlich weniger gelungenen Liedern der Platte. Hervorzuheben ist bei dieser Nummer zusätzlich das tolle Querflötenspiel des Dave Winthrop.

Fazit: „Indelibly Stamped“ hat etwas Besonderes. Und das ist das Album-Cover auf dem man die tätowierten und entblößten Brüste des Modells Marion Hollier bestaunen darf. Mein Gott war das aufregend, dieses Album an seiner Mutter vorbei ins Kinderzimmer zu schmuggeln. Dann ständig mit der Angst lebend, doch mal die Plattenhülle versehentlich nicht wieder gut zwischen die anderen Scheiben zu schieben. Irgendwann musste man sich darum aber nicht mehr sorgen, denn allzu oft fand das Album nicht den Weg auf den Plattenteller, da es einfach die nichtssagendste und langweiligste Musik von Supertramp enthielt – okay, zumindest in der Ära mit Roger Hodgson. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Travelled, Aries



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