Donnerstag, 29. Mai 2014

David Bowie – Heroes




David Bowie – Heroes


Besetzung:

David Bowie – vocals, keyboards, guitars, saxophone, koto, backing vocals


Gastmusiker:

Carlos Alomar – rhythm guitar
Dennis Davis – drums, percussion
George Murray – bass guitar
Brian Eno – synthesisers, keyboards, guitar treatments
Robert Fripp – lead guitar
Tony Visconti – backing vocals
Antonia Maass – backing vocals


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Art Rock, Experimental Rock, Elektronische Musik


Trackliste:

1. Beauty And The Beast (3:35)
2. Joe The Lion (3:09)
3. Heroes (6:09)
4. Sons Of The Silent Age (3:19)
5. Black Out (3:52)
6. V-2 Schneider (3:11)
7. Sense Of Doubt (4:00)
8. Moss Garden (5:03)
9. Neukölln (4:30)
10. The Secret Life Of Arabia (3:48)

Gesamtspieldauer: 40:35




Noch im selben Jahr wie das Vorgängeralbum „Low“, veröffentlichte David Bowie 1977 sein zwölftes Studio-Album „Heroes“, welches umrahmt von „Low“ und „Lodger“ den Mittelteil seiner sogenannten Berlin-Trilogie bildet. Ende der 70er Jahre hatte David Bowie seinen Lebensmittelpunkt in Berlin gefunden und zusammen mit Brian Eno diese drei Platten produziert.

Stilistisch schließt „Heroes“ unmittelbar an „Low“ an, denn auch hier gibt es, neben einigen etwas experimentelleren Art Pop Songs, viel elektronische Musik zu hören. Bekanntestes Lied auf „Heroes“ ist sicherlich der Titeltrack, der in unterschiedlichen Versionen veröffentlicht wurde. Dies bezieht sich auf den Text, denn diesen singt David Bowie neben der englischen Ausgabe zum Teil in deutscher Sprache ein. Eine französische Version gibt es davon ebenfalls, bei der entsprechend der deutschen Variante, die dritte Strophe in Französisch eingesungen wurde.

Allgemein ist „Heroes“ ein sehr „dunkles“ Album geworden, bei dem vor allem die Instrumentalstücke der ehemaligen zweiten Seite der LP zu dieser Stimmung beitragen. Die Grundatmosphäre der einzelnen Titel reicht hier von traurig bis hin zu verzweifelt. Viele der Lieder fanden auch Verwendung für den Soundtrack zum Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ über Christiane F., wobei das gleichnamige Buch heute sogar einen festen Bestandteil der Lektüre im Deutschunterricht darstellt – und diese Stimmung auf dem Album natürlich auch bestens zum Buch beziehungsweise Film passt.

Diese Atmosphäre auf „Heroes“ spiegelt ebenfalls die damalige Verfassung von David Bowie wider, der angeblich zu dieser Zeit selbst Heroin-abhängig war. Vor allem die drei Titel „Sense Of Doubt“, „Moss Garden“ und „Neukölln“ transportieren diese Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Aufgelöst wird dies alles ein wenig durch den letzten Titel des Albums „The Secret Life Of Arabia“, der gegen die vorherigen Songs fast schon fröhlich wirkt und die Passage: „The secret life of Arabia, You must see the movie the sand in my eyes, I walk through a desert song when the heroine dies“ enthält.

Fazit: Ein sehr eindrucksvolles Album ist „Heroes“ geworden, welches sich auch wieder viel erfolgreicher verkaufte, als noch der Vorgänger „Low“. Im Laufe der Platte wird die Musik immer intensiver und einnehmender und ist dann auch überhaupt nicht mehr radiokompatibel. Dafür ist sie umso besser dafür geeignet, auf dem Sofa oder sonst einem schönen Plätzchen in Ruhe genossen zu werden. Sicherlich keine Allerweltsmusik und auch nur am Rande, mit Ausnahme von „Low“, mit dem Rest in der Diskographie des David Bowie zu vergleichen. Hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sons Of The Silent Age, Sense Of Doubt



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