Donnerstag, 15. Mai 2014

Lou Reed & John Cale – Songs For Drella




Lou Reed & John Cale – Songs For Drella


Besetzung:

John Cale – vocals, keyboards, viola
Lou Reed – vocals, guitar


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Smalltown (2:04)
2. Open House (4:18)
3. Style It Takes (2:54)
4. Work (2:38)
5. Trouble With Classicists (3:41)
6. Starlight (3:28)
7. Faces And Names (4:12)
8. Images (3:31)
9. Slip Away (A Warning) (3:05)
10. It Wasn't Me (3:30)
11. I Believe (3:18)
12. Nobody But You (3:46)
13. A Dream (6:33)
14. Forever Changed (4:52)
15. Hello It's Me (3:03)

Gesamtspieldauer: 54:53




Im Jahr 1987 war Andy Warhol während einer Gallenblasenoperation plötzlich verstorben. Aus Anlass des Gedenkgottesdientes zu seinem Tod trafen sich Lou Reed und John Cale, die beiden kreativen Köpfe von Velvet Underground der ersten Jahre, zum ersten Mal nach langer Zeit wieder und kamen nach vielen Jahren des Streits erneut ins Gespräch. Die beiden beschlossen ihrem ehemaligen Förderer ein Album zu widmen, welches das Leben des Andy Warhol beleuchtet. Zwar schreibt Lou Reed zur Einführung im Booklet der CD: „SONGS FOR DREALLA – A Fiction is a brief musical look at the life of Andy Warhol and is entirely fictitious”, doch behandeln die Lieder Stationen im Leben des Andy Warhol, die sich mit seinem Werdegang, der „Factory“ und auch mit dem Attentat durch Valerie Solanas im Jahr 1968 beschäftigen. Beendet wird das Album mit einem sehr bewegenden, in Form eines Briefes vorgetragenen Liedes, in dem Lou Reed zum Ausdruck bringt, wie sehr es ihm heute leid täte, dass er Andy Warhol in den späteren Jahren quasi links liegen ließ, sich nicht kümmerte und sich wegdrehte, wenn er Warhol noch mal sah.

Musikalisch ist das Album eine breite Mischung verschiedenster Stile. Mal klingt es nach Folk, dann wieder rockiger, ein anderes Mal wiederum ist alles sehr minimalistisch und auch das gesprochene Wort gibt es in Form des Liedes „A Dream“. In diesem erzählt John Cale zu sphärischen Klängen einen fiktiven Traum des Andy Warhol, worin dieser unter anderem seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringt, nicht zur Hochzeit Lou Reeds eingeladen worden zu sein, weil Lou Reed wohl annahm, dass er zu viele Freunde mit zur Hochzeit bringen würde….

Neben sphärischen und experimentellen Ausflügen gibt auch jede Menge tolle Melodien und Harmonien auf der Platte zu entdecken. Stellvertretend hierfür stehen Titel wie „Style It Takes“, „Forever Changed” oder das bereits erwähnte „Hello It's Me“. „Images“ klingt dagegen sehr experimentell und hätte so durchaus auch auf einem der ersten Velvet Underground Platten Platz gefunden. Und ebenfalls soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass alle fünfzehn Titel ohne jegliches Schlagzeug oder andere Perkussion eingespielt wurden, was sicherlich auch nicht alltäglich ist.

Fazit: Ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Album ist „Songs For Drella“ geworden, bei dem sich auch ein Blick auf die Texte durchaus lohnt. Hier gibt es zudem das Experiment, neben dem eingängigen Stück, den minimalistischen Ansatz, neben dem vollen Sound. Dies alles passt trotzdem wunderbar zusammen. Wer das etwas Außergewöhnliche in der Musik sucht, der wird hier fündig werden. Fans des ersten Werks von Velvet Underground sowieso. Elf Punkte.

Anspieltipps: I Believe, Hello It's Me



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