Montag, 28. Juli 2014

David Bowie – Tonight




David Bowie – Tonight


Besetzung:

David Bowie – vocals


Gastmusiker:

Carlos Alomar – guitars
Derek Bramble – bass guitar, guitar, synthesizer, background vocals
Carmine Rojas – bass guitar
Sammy Figueroa – percussion
Omar Hakim – drums
Guy St. Onge – marimba
Robin Clark – vocals
George Simms – vocals
Curtis King – vocals
Tina Turner – vocals on "Tonight"
Iggy Pop – vocals on "Dancing With The Big Boys"
Mark Pender – trumpet, flugelhorn
Stanley Harrison – alto sax, tenor sax
Steve Elson – baritone sax
Lenny Pickett – tenor sax, clarinet


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Loving The Alien (7:10)
2. Don't Look Down (4:10)
3. God Only Knows (3:07)
4. Tonight (3:45)
5. Neighborhood Threat (3:14)
6. Blue Jean (3:12)
7. Tumble And Twirl (5:00)
8. I Keep Forgettin' (2:36)
9. Dancing With The Big Boys (3:35)

Gesamtspieldauer: 35:49




„Tonight“ ist das sechzehnte Studio-Album David Bowies und wurde im Jahr 1984 veröffentlicht. Trotz des durchaus vorhandenen kommerziellen Erfolgs der Scheibe, gilt diese unter vielen Bowie-Fans als die schlechteste Platte, die jemals von ihm veröffentlicht wurde. Der „Let’s Dance“-Zug war noch am Rasen, da wollte David Bowie den Schwung gleich mitnehmen, denn mit dem Vorgänger-Album hatte er sich schließlich eine ganz neue Zielgruppe erarbeitet, die weiterhin bedient werden wollte. Nur leider hatte er dafür nicht das nötige Songmaterial und so wurden jede Menge Coverversionen auf die Scheibe gepackt, damit er mit neun Liedern auch wirklich ein neues Album veröffentlichen konnte.

Die 80er Jahre sind wirklich nicht ganz einfach zu ertragen für Menschen, die David Bowie für dessen Musik Anfang der 70er lieben und auch seinen Platten im neuen Jahrtausend etwas abgewinnen können. In den 80ern ist das, was David Bowie nach „Scary Monsters“ veröffentlichte, jedoch oftmals nur noch relativ oberflächlicher Pop, der hier auf „Tonight“ oftmals mit Bläsereinlagen aufgepeppt wurde. Funkig soll es da mal klingen, dann wieder ist eher der Disco-Sound angesagt. Alles sehr gewöhnungsbedürftig. „Loving The Alien“, „Blue Jean“, „Tumble And Twirl“ und „Dancing With The Big Boys“ sind dabei jene Titel, die bisher noch nicht veröffentlicht worden waren. Die beiden ersten davon schrieb David Bowie auch als einzige auf dem Album im Alleingang. „Don't Look Down“, „Tonight“ und „Neighborhood Threat“ waren bereits auf Iggy Pop Alben veröffentlicht worden, die beiden letztgenannten Titel schrieb David Bowie auch zusammen mit Iggy Pop. „God Only Knows“ ist eine Beach Boys Nummer aus dem Jahr 1965 und „I Keep Forgettin'“ schrieben das Songwriter-Duo Jerry Leiber und Mike Stoller für Chuck Jackson. Das Lied war bereits 1962 zum ersten Mal veröffentlicht worden. Alles also reichlich zusammengestöpselt und ein wenig verwirrend.

Nun, das schlechteste David Bowie Album ist „Tonight“ jedoch trotzdem nicht geworden. Das liegt an den drei Titeln, die sich in der Mitte des Albums befinden. Den Titeltrack „Tonight“ sang David Bowie zusammen mit Tina Turner ein, die gerade ihr Comeback startete. Einen Reggae-mäßigen Sound erwartet man nicht unbedingt, wenn man an David Bowie denkt, aber genau dies hört man hier. Und das klingt sogar ganz nett, die Nummer hat durchaus etwas und geht schnell ins Ohr. „Neighborhood Threat“ ist das rockigste Lied auf dem Album. Auch hier ist es die Melodie, die schnell ins Ohr geht und das Lied klingt zudem ganz typisch nach David Bowie. Klasse hier auch das Gitarrenspiel des Carlos Alomar. Bliebe schließlich noch der größte Hit der Platte „Blue Jean”. Eine Pop-Nummer, sehr eingängig und mit einem gewissen Groove ausgestattet, der durchaus dazu einlädt das Tanzbein zu schwingen.

Das war es jetzt allerdings auch schon. Der zweite von David Bowie in Eigenregie geschriebene Titel „Loving The Alien“ ist mit über sieben Minuten unglaublich langatmig und zäh. Dazu gesellt sich eine unterirdische Rhythmusfraktion, die so etwas von synthetisch klingt, dass man den Rest auch überhaupt nicht mehr anhören mag. Dann kommen eben noch irgendwie soulige, funkige und poppige Stücke, die allesamt so etwas von belanglos klingen, dass man absolut nichts verpasst hätte, wenn einem diese Titel niemals im Leben über den Weg gelaufen wären.

Fazit: Drei ganz nette Lieder hält „Tonight“ für den Hörer parat. Über den Rest legt man am besten den Mantel des Schweigens. David Bowie wollte eben schnell ein neues Album nachschieben. Und genau so klingt das Ganze auch: Zusammengeschustert und auf das schnelle Geld abzielend. Entbehrlich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Tonight, Neighborhood Threat, Blue Jean



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