Donnerstag, 10. Juli 2014

Tori Amos – Unrepentant Geraldines




Tori Amos – Unrepentant Geraldines


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, hammond organ


Gastmusiker:

Mac Aladdin – all guitars
Mark Hawley – additional instrumentation
Natashya Hawley – vocals on "Promise"


Label: Mercury Classics


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Baroque Pop, Art Pop


Trackliste:

1. America (4:12)
2. Trouble's Lament (3:44)
3. Wild Way (2:55)
4. Wedding Day (3:45)
5. Weatherman (4:41)
6. 16 Shades Of Blue (3:52)
7. Maids Of Elfen-Mere (2:53)
8. Promise (4:05)
9. Giant's Rolling Pin (4:11)
10. Selkie (4:05)
11. Unrepentant Geraldines (6:57)
12. Oysters (5:14)
13. Rose Dover (3:56)
14. Invisible Boy (4:58)

Gesamtspieldauer: 59:29




„Unrepentant Geraldines” ist das bereits vierzehnte Studio-Album der amerikanischen Pianistin und Songwriterin Tori Amos. Der Titel bedeutet dabei „uneinsichtige“ oder „reuelose“ Geraldines. Wobei der Frauenname Geraldine hier für die Frauen allgemein steht, die sich nicht für irgendeine Tat oder ein Ereignis entschuldigen möchten. Nun, dass Männer bei Tori Amos nicht immer unbedingt gut wegkommen, ist seit dem Album „Boys For Pele“ sowieso kein Geheimnis mehr.

Die letzten beiden Alben der Tori Amos waren so ganz anders. Auf „Night Of Hunters“ aus dem Jahr 2011, ließ sich Tori Amos von klassischen Komponisten inspirieren, die Musik wurde entsprechend auch mit einem klassischen Orchester eingespielt. „Gold Dust“ veröffentlicht die Sängerin 2012. Diese Platte enthält Stücke aus der Feder der Tori Amos, die nun jedoch neu arrangiert wurden – eingespielt wieder mit einem klassischen Orchester. Aber „Unrepentant Geraldines” ist nun anders, ganz anders sogar. Obwohl dies nicht auf die gesamte Diskographie der Tori Amos zutrifft, denn man könnte sogar behaupten, es ist ein Schritt zurück in die Anfangsjahre ihrer Karriere. Die Musik auf diesem neuen Album klingt stilistisch wie jene, die Tori Amos bereits in den 90ern des letzten Jahrhunderts veröffentlicht hat.

Das Piano und die Stimme der Sängerin stehen wieder ganz klar im Zentrum aller Titel. Und wer die Musik der Amerikanerin in den 90ern liebte, die oder der wird vom neuen Album der Tori Amos begeistert sein. Hier gibt es sie wieder, diese wunderbar leichten, feinen, perlenden oder schwebenden Pianoklänge, verbunden mit der Stimme der Sängerin. Vieles wirkt manchmal ein wenig zerbrechlich, schwelgt immer in Harmonie und ist angefüllt mit Melodiösität. Ein verträumtes Album zum Augenschließen und Träumen. Atmosphärisch bewegen sich die einzelnen Titel zumeist zwischen Melancholie, einer gewissen Traurigkeit und einer nicht zu überhörenden Sentimentalität. Dabei wirkt diese Art des Pop überaus weiblich. Und wenn einmal das Genre „Female Pop“ definiert werden würde, dann würde die Musik der Tori Amos auf „Unrepentant Geraldines” dafür beispielhaft stehen.

Vom Songmaterial her befinden sich die überzeugenderen Stücke gerade am Anfang der Platte. „America“, „Trouble's Lament”, „Wedding Day” oder aber „Weatherman” stellen alles Nummern zum Eintauchen dar, die man am besten an seinem Lieblingsplatz ganz entspannt genießt. Und auch wenn die Lieder in der zweiten Hälfte des Albums durchaus ebenfalls diese bereits erwähnten Gefühle transportieren, so packen einen die Melodien mitunter nicht mehr ganz so stark. Tori Amos singt hier zwar noch genauso schön, das Piano ist bestens gestimmt, jedoch klingen die einzelnen Titel ein wenig selbstverliebt. Vielleicht liegt dies an dem Umstand, dass man Tori Amos hier jetzt häufig in vielen Stimmen hört, die immer und immer wieder übereinandergelegt wurden.

Fazit: Ein sehr schönes, melodiöses Album ist „Unrepentant Geraldines” geworden. Meist sehr sanfte Musik zum Träumen und Augenschließen. Ein Wiederaufleben der Tori Amos der 90er Jahre ohne, dass dies in irgendeiner Art und Weise störend wäre. Einfach irgendwie gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: America, Wedding Day, Rose Dover



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