Sonntag, 24. August 2014

David Bowie – Black Tie White Noise




David Bowie – Black Tie White Noise


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, saxophone


Gastmusiker:

Nile Rodgers – guitar
Pugi Bell – drums
Sterling Campbell – drums
Barry Campbell – bass
John Regan – bass
Richard Hilton – keyboards
Dave Richards – keyboards
Philippe Saisse – keyboards
Richard Tee – keyboards
Michael Reisman – harp, tubular bells, string arrangement
Gerardo Velez – percussion
Fonzi Thornton – background vocals
Tawatha Agee – background vocals
Curtis King, Jr. – background vocals
Dennis Collins – background vocals
Brenda White-King – background vocals
Maryl Epps – background vocals
Al B. Sure! – vocal duet on "Black Tie White Noise"
Reeves Gabrels – lead guitar on "You've Been Around"
Mick Ronson – lead guitar on "I Feel Free"
Wild T. Springer – lead guitar on "I Know It's Gonna Happen Someday"
Mike Garson – piano on "Looking For Lester"
Lester Bowie – trumpet on "You've Been Around", "Jump They Say", "Pallas Athena", "Don't Let Me Down & Down", "Looking For Lester"
Fonzi Thornton, Tawatha Agee, Curtis King, Jr., Dennis Collins, Brenda White-King, Maryl Epps, Frank Simms, George Simms, David Spinner, Lamya Al-Mughiery, Connie Petruk, David Bowie, Nile Rodgers – choir on "I Know It's Gonna Happen Someday"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop, Synthie Pop, Funk, Soul


Trackliste:

1. The Wedding (5:04)
2. You've Been Around (4:44)
3. I Feel Free (4:50)
4. Black Tie White Noise (4:54)
5. Jump They Say (4:23)
6. Nite Flights (4:37)
7. Pallas Athena (4:40)
8. Miracle Goodnight (4:13)
9. Don't Let Me Down And Down (4:55)
10. Looking For Lester (5:37)
11. I Know It's Gonna Happen Someday (4:05)
12. The Wedding Song (4:31)

Gesamtspieldauer: 56:33




Sechs Jahre waren seit dem letzten Solo-Album David Bowies vergangen. In dieser Zeit war er allerdings nicht untätig gewesen, sondern hatte mal das Banddasein ausprobiert und in der Formation Tin Machine für einiges Erstaunen gesorgt. Doch das ist eine andere Geschichte. Jetzt also das Solo-Comeback mit dem achtzehnten Studioalbum, welches nach den letzten beiden, wenig gelungenen Platten „Labyrinth“ und „Never Let Me Down“ mit sehr viel Spannung erwartet worden war. Hat der Künstler, der in seiner Karriere schon auf so viele Höhepunkte zurückblicken konnte, es endlich wieder geschafft, mit „Black Tie White Noise” ein überzeugendes Album vorzulegen? Nein, leider nicht!

David Bowie hatte inzwischen das Model Iman Abdulmajid geheiratet. Deshalb auch die „Umrandung“ der Titel mit „The Wedding“ und „The Wedding Song“. Musikalisch gibt es auf „Black Tie White Noise” eine krude Mischung aus belanglosen Pop-Liedchen, funkige und soulige Anleihen und sehr viel elektronische Beats zu hören. Das mag für Club-Besucher noch ganz nett sein, für zu Hause, ist diese Scheibe allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Keine Melodie will ins Ohr gehen, nichts verströmt auch nur die geringste Nachhaltigkeit, oftmals ist man geradezu erleichtert, wenn ein Titel endlich langsam ausgeblendet wird. Allerdings ist dies dann sogar doch noch ein klein wenig gelungener, als auf den beiden Vorgängeralben. Jedoch nur ein klein wenig. „Pallas Athena” stellt so eine Ausnahme dar, bei der man dann doch mal genauer hinhört. Die Nummer klingt zwar so gar nicht nach David Bowie und driftet fast schon ein klein wenig in die Richtung Techno. Mit einem kraftvollen und eindringlichen Cello startet der Titel, um dem Hörer dann elektronische Beats um die Ohren zu hauen. Rhythmisch toll gemacht und auch Bowies Saxophon-Spiel hat hier, integriert in diese Klänge, durchaus seinen Reiz. Selbiges gilt für die Trompeten-Einlage des Lester Bowie. Dass dies allerdings David Bowie Musik sein soll, erkennt man an keiner Stelle des Liedes.

Nun der Rest, ich habe es bereits erwähnt, alles sehr gewöhnungsbedürftig. Klar Lester Bowie hat immer wieder seinen Auftritt mit der Trompete, aber das ist trotzdem nicht das, was man erwartet, wenn man sich eine Platte von David Bowie zulegt. Easy Listening und schließlich wieder Abschnitte, in denen Bowie flehentlich singt und auf irgendetwas zu hoffen scheint. Was das allerdings ist, bleibt wohl für immer sein Geheimnis. Erwähnenswert vielleicht auch noch der Auftritt des Mick Ronson beim Titel „I Feel Free“. Jener Mick Ronson, der einer der „Spiders „From Mars“ war und viele der Platten der frühen 70er Jahre entscheidend an der Gitarre mitgeprägt hatte. Hier hat er bei diesem Titel noch mal einen Auftritt, einen letzten, denn leider verstarb er kurze Zeit später an Krebs. Die Beteiligung Mick Ronsons ist dabei allerdings das einzig erwähnenswerte an der Nummer, die sich ansonsten nahtlos in die anderen Belanglosigkeiten mit einreiht.

Fazit: Nein, das war immer noch nicht der David Bowie, der früher so innovativ war und für Melodien und Kompositionen zum Steinerweichen stand. Das klingt alles, mit nur ganz wenig Ausnahmen, sehr langweilig, will nicht ins Ohr gehen und ist zum Teil sogar richtiggehend nervig. Für Komplettisten und absolute Bowie-Jünger mag sich diese Platte lohnen, für fast alle anderen Hörer jedoch kaum. Schade – aber es sollte ja noch aufwärts gehen – bald. Vier Punkte.

Anspieltipps: Pallas Athena, I Know It's Gonna Happen Someday



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