Samstag, 6. September 2014

Kraftwerk – Electric Café




Kraftwerk – Electric Café


Besetzung:

Ralf Hütter – voice, vocoder, keyboards, electronics, mix
Florian Schneider – vocoder, speech synthesis
Karl Bartos – electronic drums, electronic percussion, voice


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Elektronische Musik, SynthiePop


Trackliste:

1. Boing Boom Tschak (2:57)
2. Techno Pop (7:42)
3. Musique Non Stop (5:45)
4. The Telephone Call (8:03)
5. Sex Object (6:51)
6. Electric Café (4:20)

Gesamtspieldauer: 35:38




Mehrere Jahre haben Kraftwerk an diesem Album gearbeitet. Schließlich wurde diese neunte Platte der Band im Jahr 1986 unter dem Namen „Electric Café“ veröffentlicht. Inzwischen haben Kraftwerk die Scheibe unter dem Titel „Techno Pop“ erneut auf den Markt geworfen und durch einen Titel erweitert. Das Album erschien 1986 in drei verschiedenen Ausführungen bezüglich der Sprache. So gab es eine englische, eine deutsche und eine limitierte spanische Version zu erwerben.

Natürlich hört man auch auf „Electric Café“ elektronische Musik in Reinkultur. Dabei hat sich allerdings der Schwerpunkt ein wenig verschoben. Der Fokus der Band liegt sehr viel mehr auf dem Rhythmus, deutlich weniger auf der Melodie – nimmt man vielleicht den Titel „Sex Object“ einmal aus, da dieser zwar ebenfalls sehr rhythmisch gestaltet ist, jedoch durch die Synthesizer-Interpretation von Streichern auch überaus melodiös und eingängig wirkt. Ansonsten steht vor allen Dingen der zugrunde liegende Takt bei den Titeln deutlich im Vordergrund. Mitunter scheint es fast so, als ob die Lieder hauptsächlich für die Club-Szene geschrieben wurden – obwohl so richtig darauf tanzen lässt sich bei den meisten Nummern auch nicht durchgängig, eher abschnittsweise.

Cool ist so eine Lied wie „Boing Boom Tschak“ natürlich schon. So etwas gibt es sonst nirgendwo zu hören. Weder musikalisch noch textlich. Das ist schon auf seine Weise beeindruckend, da eben so anders. Allerdings mangelt es der Musik meistens an der Fähigkeit, den Hörer längerfristig in den Bann zu ziehen. Eine Gänsehaut beim Hören eines Titels auf „Electric Café“ bekommt man höchstens, wenn man sich das Ganze im Januar, nackig im Wald reinzieht.

Fazit: Synthetische Musik kann wahrlich begeistern – dazu muss allerdings auch eine irgendwie eingängige Melodie vorhanden sein. Das ist auf dem Album „Electric Café“ von Kraftwerk leider jedoch nicht der Fall. Die Lieder wirken zwar interessant und sind mitunter auch als durchaus experimentell zu umschreiben, allerdings zu häufig hören will man das Ganze dann auch nicht – eher ab und an. Was bleibt ist also ein interessantes, da so anderes Album, welches nach einer gewissen Zeit der Abstinenz wieder ganz interessant klingt. Immerhin. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Boing Boom Tschak, Sex Object



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