Dienstag, 3. Februar 2015

Savatage – The Wake Of Magellan




Savatage – The Wake Of Magellan


Besetzung:

Zachary Stevens – lead vocals
Jon Oliva – lead vocals, keyboards
Chris Caffery – guitars, backing vocals
Al Pitrelli – guitars, backing vocals
Johnny Lee Middleton – bass guitar, backing vocals
Jeff Plate – drums


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Metal Prog


Trackliste:

1. The Ocean (1:34)
2. Welcome (2:11)
3. Turns To Me (6:01)
4. Morning Sun (5:49)
5. Another Way (4:35)
6. Black Jack Guillotine (4:33)
7. Paragons Of Innocence (5:33)
8. Complaint In The System (Veronica Guerin) (2:37)
9. Underture (3:52)
10. The Wake Of Magellan (6:10)
11. Anymore (5:16)
12. The Storm (3:44)
13. The Hourglass (8:05)

Gesamtspieldauer: 1:00:07



„The Wake Of Magellan” ist das elfte Studio-Album der amerikanischen Metal Band Savatage und gleichzeitig das vorletzte, welches die Amerikaner im Jahr 1997 in Europa und 1998 in den USA bisher veröffentlicht haben. Die Platte erzählt eine Geschichte, die zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht und für deren inhaltliche Zusammenstellung und weitere Ideen sich der Produzent und Studiobesitzer Paul O’Neill verantwortlich zeigt. Der erste Teil dieser wahren Begebenheit bezieht sich auf das Containerschiff Mærsk Dubai. Im Jahre 1996 wurden auf diesem Schiff, während zweier Fahrten von Spanien nach Kanada, insgesamt vier rumänische blinde Passagiere entdeckt, von denen der taiwanesische Kapitän drei auf offener See über Bord werfen ließ. Den vierten Rumänen konnte die philippinische Besatzung verstecken. Die drei über Bord geworfenen Menschen wurden nie wieder gesehen und schließlich für tot erklärt. Auch der Mord an der irischen Reporterin Veronica Guerin wurde verarbeitet. Diese war von der irischen Drogenmafia in Dublin ebenfalls 1996 umgebracht worden.

So und nun folgt das Fiktive gemischt mit der teilweisen Realität. Protagonist der Story ist Hector Del-Fuego Magellan, ein angeblicher Nachfahre des Seefahrers Magellan. Dieser ist nun alt und lebensmüde und möchte mit einem Floß auf das Meer hinausfahren, um dort zu sterben. Am Strand findet er einen toten Jungen, der zu seinem 18. Geburtstag eine Heroinspritze geschenkt bekommen hatte, gleichzeitig wird der Trauerkranz von Veronica Guerin angespült, die ihr Leben aufgrund ihres Kampfes gegen die Drogenmafia verloren hatte. Auf hoher See trifft Hector Del-Fuego Magellan dann auf einen im Wasser treibenden Schiffbrüchigen, der von der Mærsk Dubai stammt. Um diesen zu retten, fasst er neuen Lebensmut und schafft es schließlich, gegen Wind und Wetter, zusammen mit diesem Mann, wieder glücklich den Strand zu erreichen.

So viel zur Story. Die Musik ist dabei relativ schnell umzeichnet. Savatage betreiben hier auf „The Wake Of Magelllan“ Bombast-Metal vom Feinsten. Wer also auf solche Art der Musik steht, die oder der wird mit diesem Album seine absolute Erfüllung finden. Die Musik schwelgt in Melodiösität, Harmonien und auch Volumen. Alles klingt dicht und voll, ist klasse abgemischt und klopft einem – ordentlich aufgedreht – Hammer, Amboss und Steigbügel aus den Ohren. Es ist jedoch nicht so, dass die Scheibe unbedingt gleich beim ersten Hören alles freigibt und sofort zu zünden weiß. Obwohl hier praktisch jeder Titel bereits mit dem Erstkontakt irgendwie „ganz gut“ oder auch „ganz nett“ klingt, so knallt die Scheibe doch erst richtig nach dem wiederholten Hören und sich darauf Einlassen. Dann allerdings so richtig kompromisslos und man ist dauernd versucht, dem Ganzen doch noch ein klitzekleines bisschen mehr Lautstärke zuzugestehen. Gerade so lange, bis genervte Mitbewohner drauf und dran sind den Stecker zu ziehen. Was bleibt sind dann nur noch die Kopfhörer.

„The Wake Of Magelllan“ verfügt über harte, genau wie sanfte Stellen. Alles verändert sich, geht ineinander über, bleibt jedoch auch in den Metal-Passagen immer überaus melodiös. Trotzdem gibt es dort auch genug Möglichkeiten, das Haupthaar mal ordentlich durchzuschütteln. Ebenfalls nicht unerwähnt sollen hier die toll arrangierten, mehrstimmigen Gesangspassagen bleiben, die bei mir manches Mal sogar Erinnerungen an Queen wecken.

Fazit: Metal ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Doch das hier ist Bombast Metal – was für ein Begriff. Trotz aller Härte so viel Harmonie zu verströmen ist sicherlich eine Kunst, die nicht unbedingt alle Musiker beherrschen. Die Musiker von Savatage können das allerdings. Dazu gesellt sich eine aufwendige Story und fertig ist ein spannendes Konzeptalbum, welches immer öfters gehört werden will. Sehr überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Underture, The Wake Of Magellan, The Storm



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