Montag, 13. Juli 2015

Portishead – Third




Portishead – Third


Besetzung:

Beth Gibbons – lead vocals, guitar on "Threads"
Geoff Barrow – drums, bass, keyboards
Adrian Utley – electric and acoustic guitars, ukulele, keyboards


Gastmusiker:

Charlotte Nicholls – cello on "Silence" and "Threads"
Claudio Campos – spoken intro on "Silence"
Wendy Bertram – bassoon on "The Rip"
Team Brick – clarinet on "Plastic," vocals on "Deep Water"
David Poore & Ben Salisbury ("The Somerfield Workers Choir") – vocals on "Deep Water"
Will Gregory – saxophone on "Magic Doors" and "Threads"
John Baggott – rhodes piano on "Magic Doors"
Stu Barker – hurdy-gurdy on "Magic Doors"
Clive Deamer – drums on "Threads"
Jim Barr – bass on "Threads"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Experimental Rock, TripHop


Trackliste:

1. Silence (5:00)
2. Hunter (3:58)
3. Nylon Smile (3:19)
4. The Rip (4:30)
5. Plastic (3:30)
6. We Carry On (6:27)
7. Deep Water (1:33)
8. Machine Gun (4:46)
9. Small (6:47)
10. Magic Doors (3:31)
11. Threads (5:47)

Gesamtspieldauer: 49:15



Auch das dritte und bisher letzte Album der englischen Band Portishead hat es in sich und ist durchaus gelungen, auch wenn die Musik eine etwas andere geworden ist, als noch auf den beiden Vorgängern. Es ist nun gar nicht mehr so sehr der TripHop, der hier im Vordergrund steht, sondern die Musik ist deutlich experimenteller geworden. Kann man bei diesem dritten Portishead Album mit dem passenden Titel „Third“ aus dem Jahre 2008 überhaupt noch von TripHop sprechen? Wohl kaum.

Mitunter klingt die Musik der Engländer nun etwas schräg, Lieder werden abrupt abgebrochen, immer wieder verirrt sich ein Ton in das Gesamtgefüge, der dort einfach nicht hingehören will, ja sogar ein wenig falsch klingt. Nun und auch der Gesang der Beth Gibbons hört sich manches Mal unsauber, versetzt oder sogar ebenfalls ein wenig falsch an. Das wiederum bewirkt, dass man als Hörerin beziehungsweise Hörer ein wenig mehr Zeit in diese Scheibe investieren muss, um damit auch wirklich klar zu kommen und schließlich auch mit ihr „warm“ zu werden. Investiert man jedoch diese Zeit in Form von vielen Durchläufen der Platte, dann eröffnen sich völlig neue Horizonte, die einem immer vertrauter werden, immer familiärer und auch immer schöner.

Emotionaler Höhepunkt der Scheibe ist für mich ganz klar „The Rip“. Was langsam mit wunderschöner Melodie beginnt, wird im weiteren Verlauf immer elektronischer und ist mit einer wunderschönen Gesangslinie der Beth Gibbons unterlegt. Auch „Magic Doors“ gehört zu den herausragenden Stücken des Albums, welches allerdings allgemein keine nennenswerten Ausfälle aufweist. Auch hier ist es wieder der Gesang der Sängerin von Portishead, der den Titel zu einem intensiven Erlebnis werden lässt.

Fazit: „Third“ ist schräger als die Platten zuvor. Für „Third“ benötigt man etwas mehr Zeit, als für die beiden Vorgängeralben der Band. Gibt man der Scheibe jedoch die Zeit zum Reifen im Ohr des Hörers, dann wird diese auch eine Bereicherung im musikalischen Leben des Konsumenten. Dazu gehört auch, dass diese Art der Musik von Portishead schon etwas Besonderes ist, was es sonst so nicht unbedingt woanders gibt. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Rip, Magic Doors



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