Mittwoch, 16. September 2015

Marilyn Manson – Portrait Of An American Family




Marilyn Manson – Portrait Of An American Family


Besetzung:

Daisy Berkowitz – guitars, acoustic guitars
Twiggy Ramirez – base tendencies
Madonna Wayne Gacy – calliope, hammond organ, saxophone, theremin, brass, overdubs, loops
Sara Lee Lucas – drums, sound effects
Mr. Manson – vocals
Gidget Gein – bass


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Industrial Metal


Trackliste:

1. Prelude (The Family Trip) (1:22)
2. Cake And Sodomy (3:53)
3. Lunchbox (4:34)
4. Organ Grinder ((4:22)
5. Cyclops (3:32)
6. Dope Hat (4:20)
7. Get Your Gunn (3:17)
8. Wrapped In Plastic (5:35)
9. Dogma (3:26)
10. Sweet Tooth (5:03)
11. Snake Eyes & Sissies (4:07)
12. My Monkey ((4:31)
13. Misery Machine (Lied endet bei 5:51) (13:09)

Gesamtspieldauer: 1:01:04




Das ist es also, das erste Album der amerikanischen Rocker von Marilyn Manson mit dem, Namen „Portrait Of An American Family“ aus dem Jahr 1994. Marilyn Manson, das ist eine fünfköpfige Band aus Fort Lauderdale, Florida in den USA, bei der sich die einzelnen Mitglieder nach bekannten Serienmördern benannten. Die Scheibe sorgte allerdings nicht nur deshalb beim Erscheinen für allerhand Aufsehen, sondern auch, da Sänger Brian Hugh Warner, alias Marilyn Manson, hier kein Blatt vor den Mund nimmt. „Expicit Lyrics” wurde groß auf die Plattenhülle gedruckt, was sicherlich bei vielen jungen Musikhörern erst recht ein Kaufargument darstellt. In einem Interview sagte Marilyn Manson mal, dass sie hier aussprechen wollten, was Eltern vor ihren Kindern verbergen wollen. Nun, so sind die Texte durchaus kritisch der amerikanischen Gesellschaft gegenüber und prangern einige Themen an, die es durchaus lohnt aufzugreifen. Warum das allerdings immer in einer Fäkalsprache ablaufen muss, das erschließt sich mir nicht ganz.

Die Musik ist äußerst aggressiv, geht aber durchaus nach mehrmaligem Hören ins Ohr. Marilyn Manson spricht dabei seine Worte manchmal, ein anders mal flüstert er sie. Dann wird die Botschaft wieder gesungen und schließlich an anderer Stelle brutal herausgeschrien. Ganz sicherlich keine leichte Kost und eher „männliche“ Musik denn „weibliche“ – so viel ist sicher. Die Nummern rocken durchaus, die Band arbeitet mit Hintergrundgeräuschen, was das Ganze auch durchaus spannender werden lässt. Was diese Scheibe jedoch ganz sicherlich in sich beherbergt, das ist so ein kleines Phänomen, was man öfters in der Musik antrifft. Auch hier wachsen die Lieder mit jedem Durchgang weiter. Was am Anfang noch unmöglich erschließbar klang, wird immer eingängiger – zumindest nach einer gewissen Zeit.

Manche Melodien, manche Riffs zünden auch durchaus, jedoch nicht jede und jeder. Ein Teil dieser Platte schwelgt in der eigenen Härte, die wohl durchaus absichtlich abstoßend klingen soll, um das Extreme darzustellen, das Schlechte, Unschöne, Häßliche. Hier wird es dann schwierig, weil man nicht unbedingt mehr immer einen Zugang dazu finden kann.

Fazit: Ich kann wahrlich nicht behaupten, dass mir diese Scheibe überhaupt nicht gefällt. Ich liebe darauf so manchen Melodiebogen, sei er noch so hart. Ich liebe darauf so manches Riff wegen seiner Eingängigkeit. Und ich liebe auch viele der Soli, die Daisy Berkowitz hier fast schon unwiderstehlich zelebriert. Wären da nur nicht auch die verstörenden Abschnitte, mit denen ich dann weniger anfangen kann, da sie oftmals nur laut klingen. Auch sozialkritische Texte sind wichtig, warum man hierzu jedoch oftmals nur Fäkalwörter benutzen muss? Ich weiß es nicht. Oh weh, bin ich prüde geworden. Hätte ich der Scheibe nach dem ersten Hören Punkte geben sollen, wären es wohl derer fünf geworden. Nach vielen Durchgängen sind es mehr. Wo das nur hinführen mag? Neun Punkte.

Anspieltipps: Lunchbox, Sweet Tooth



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