Mittwoch, 2. Dezember 2015

Gift – Gift




Gift – Gift


Besetzung:

Helmut Treichel – Gesang
Rainer Baur – Gitarre
Uwe Patzke – Bass
Hermann Lange – Schlagzeug


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Drugs (5:20)
2. You'll Never Be Accepted (6:42)
3. Groupie (3:17)
4. Time Machine (3:16)
5. Game Of Skill (5:34)
6. Don't Hurry (5:12)
7. Your Life (4:39)
8. Bad Vibrations (3:38)

Gesamtspieldauer: 37:42




Die Augsburger Band Gift entstand, wie so viele Bands zur damaligen und auch noch heutigen Zeit, aus einer Schülerband Ende der 60er Jahre. Krautrock heißt das Genre, in welches alle deutschen Bands zur damaligen Zeit „eingruppiert“ wurden, wenn sich deren Musik denn ein wenig rockig anhörte. Und falls dann auch noch ein anderes Instrument außer Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Verwendung fand, dann stand es auch endgültig fest: Das ist progressiver Krautrock, ganz bestimmt. Nun, auf „Gift“ von Gift hört man auch mal eine Querflöte, wer diese spielt, erschließt sich einem allerdings leider nicht. Trotzdem ist die Musik von Gift deutlich eher im Rock beheimatet und das „Label“ Krautrock weist hier wirklich hauptsächlich auf den deutschen Ursprung hin.

Gift rocken ordentlich los. Manchmal geht das durchaus in den Bereich des Hard Rock, richtig sanft wird es dabei nur selten. Die Musik ist gerade noch so mit „eingängig“ zu umschreiben, ohne jedoch, dass hier Gift einen Ohrwurm nach dem anderen vorzuweisen hätten. Man benötigt definitiv ein paar Durchläufe der Scheibe, um mit ihr „wärmer“ zu werden, denn vieles klingt auf dem Debut der Augsburger auch durchaus etwas herb. Dabei experimentieren die Jungs auch mit der Perkussion und den Sounds, wobei hier für die damalige Zeit nichts Neues zu hören ist, interessant wird es jedoch dann, wenn man selbst mal eine etwas andere Ausrichtung des Hard Rock genießen möchte.

Was heutzutage allerdings ein wenig seltsam kling, ist das häufig eingesetzte Stilmittel, anstatt irgendwelche Worte zu singen „Na’an da da dada“ oder ähnliches ins Mikrophon zu intonieren. Das klingt wahrlich heute etwas schräg und manches Mal leider auch ein wenig unfreiwillig komisch – oder ob es da keine Einfälle für den Text gegeben hat? Egal, Gift hätten es da lieber manchmal als Instrumentalstück laufen lassen sollen, als ein Lied mehrmals so aufzubereiten.

Fazit: Gift war sicherlich nicht die Speerspitze der Deutschen Krautrock Bewegung und gehört für mich auch eher in die Hard Rock Abteilung eines Plattenladens. Die Musik der Augsburger klingt niemals langweilig, restlos überzeugend jedoch auch nicht, da die meisten Lieder eben Hard Rock Stücke darstellen, die man so aus dieser Zeit schon öfters gehört hat. Richtige Höhepunkte weist das Debut-Album der Band, dem noch eine zweite Scheibe folgen sollte, auch nicht auf. Für Musikfreunde, die musikalisch in der damaligen Zeit schwelgen möchten sicherlich dann geeignet, wenn man keinen progressiven Krautrock erwartet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Groupie



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