Montag, 21. März 2016

Deep Purple – Made In Europe




Deep Purple – Made In Europe


Besetzung:

Ritchie Blackmore – lead guitar
David Coverdale – lead vocals
Glenn Hughes – bass and vocals
Jon Lord – hammond organ and keyboards
Ian Paice – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Burn (7:32)
2. Mistreated (11:32)
3. Lady Double Dealer (4:15)
4. You Fool No One (16:42)
5. Stormbringer (5:38)

Gesamtspieldauer: 45:47




„Made in Europe” war nach „Made in Japan” das zweite Deep Purple Live Album, welches die Band veröffentlichte. Aufgenommen wurde es in Graz, Paris und vor allen Dingen Saarbrücken auf der Tour des Jahres 1975, kurz bevor Ritchie Blackmoore Deep Purple verließ. Im Oktober 1976 wurde die Scheibe, bei der es sich dieses Mal nicht wie bei „Made In Japan“ um ein Doppelalbum handelte, im Oktober 1976. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Deep Purple allerdings inzwischen bereits vollständig aufgelöst. Auf „Made In Europe“ sind Lieder aus den Alben „Burn“ und „Stormbringer“ enthalten, jenen beiden Platten eben, die mit den Musikern Blackmore, Coverdale, Hughes, Lord und Paice eingespielt und im Jahr 1974 veröffentlicht wurden.

„Made In Europe“ klingt logischerweise anders als „Made In Japan“, da hier auf einen anderen musikalischen Abschnitt der Band zurückgegriffen wurde. Die Platten „Burn“ und „Stormbringer“ sind sehr viel blueslastiger, als die Scheiben von Deep Purple zuvor, was sich selbstverständlich auch in der Musik auf „Made In Europe“ äußert. Auch hier gibt es allerdings lange Instrumentalpassagen und Abschnitte, in denen sich David Coverdale sowie die Instrumentalisten so richtig „austoben“ können. Die Musik klingt dort dann auch mitreißend und man ist fast schon betrübt, dass man auf solch einem Konzert nicht im Zuschauerraum dabei war und dieses wirklich „live“ genießen konnte.

Am Gelungensten auf „Made in Europe“, da einfach am Interessantesten, sind die beiden deutlich ausgedehnten und verlängerten Stücke „Mistreated“ und „You Fool No One“. Hier kommt dann auch der „Live-Charakter“ der Scheibe am besten zum Tragen. Dass „Made In Europe“ allerdings trotzdem nie das Niveau von „Made in Japan“ erreicht, liegt einzig und allein am Liedmaterial, welches nicht die Klasse des Vorgänger-Live-Albums besitzt. Der Live-Charakter des Albums, wenn es auch angeblich sehr stark bearbeitet beziehungsweise überarbeitet wurde, kommt zwar klar rüber, die Musik selbst ist in Ordnung, kann jedoch nicht mehr ganz so begeistern.

Fazit: Die Musik von Deep Purple hatte zu jeder Zeit und in jeder der unterschiedlichen Zusammensetzungen was. Überzeugen konnte diese praktisch immer. Blues Fans dürften dabei mit den drei Alben am besten bedient sein, auf denen David Coverdale singt. Zwei davon, nämlich „Burn“ und „Stormbringer“ bilden die Unterlage zu „Made in Europe“. Da ich persönlich eher von der rockigeren Seite der Band angesprochen werde, erreicht für mich „Made In Europe“ bei Weitem nicht da Niveau, welches noch „Made In Japan“ aufwies. Aber alles wie immer reine Geschmackssache. Nichtsdestotrotz, „Made In Europe“ ist wahrlich kein schlechtes Live-Album, überragend ist es allerdings auch nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Burn, Mistreated



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