Mittwoch, 22. Juni 2016

Tanzwut – Ihr Wolltet Spass




Tanzwut – Ihr Wolltet Spass


Besetzung:

Teufel − bagpipe, lead vocals
Wim − bass, bagpipe, backing vocals, tromba marina
Castus − bagpipe, shawm, tromba marina, backing vocals
Ardor − bagpipe, shawm, tromba marina, backing vocals
Hatz − percussion, key drum, electronic drums, riesentara, keyboards
Patrick − guitar, backing vocals, bagpipe, tromba marina
Norri − percussion, keyboards


Gastmusiker:

Jonathan Janssen – samples


Label: Pica Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Industrial Rock, Neue Deutsche Härte, Mittelalter Rock, Electronic Rock


Trackliste:

1. Wieder Da (3:48)
2. Nein Nein (3:14)
3. Der Traum (3:58)
4. Meer (4:52)
5. Zaubern (4:10)
6. Für Immer (4:26)
7. Fatue (3:44)
8. Erdbeerrot (3:54)
9. Ihr Wolltet Spass (3:41)
10. Der Fluch (4:36)
11. Gnade (4:01)
12. Caupona (4:42)

Gesamtspieldauer: 49:10



„Ihr Wolltet Spass“ heißt das dritte Studioalbum der ursprünglichen Mittelalter Band Tanzwut. Im Jahr 2003 erschein es auf Pica Records. Und die Musiker sind erneut einen Schritt weitergegangen. Noch ein wenig mehr haben sie sich der Neuen Deutschen Härte angenähert, eine Vorgehensweise, die Anfang des Jahrhunderts gerade en vogue zu sein schien. Allerdings stimmt diese Aussage über die Musik von Tanzwut auf „Ihr Wolltet Spass“ nicht ganz. Sehr viel eher kann man die Lieder der Band als eine Mischung aus Metal, Elektro, Dancefloor und Mittelalter-Musik beschreiben.

Dabei ist die Musik von Tanzwut zumeist sehr gut tanzbar, die Beats greifen und treiben nach vorne. Auch die Melodien sind durchaus eingängig und gehen ins Ohr. Ob sie dort jedoch länger verbleiben, das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ein klein wenig läuft die Scheibe nämlich einfach so durch, lässt hier und da mal aufhorchen, ohne dann jedoch irgendwelche Spuren zu hinterlassen.

Trotzdem ist die Musik durchaus eine Besondere. Das liegt in erster Linie am Dudelsack, dem praktisch in jedem Lied eine besondere Rolle zugedacht wird. Somit kommt man eher zu dem Schluss, die Musik der Band mit tanzbarem Mittelalter Metal zu umschreiben. Hier können sich die Mitglieder also noch ein wenig anders ausleben beziehungsweise austoben, als in ihrer „Partner-Band“ Corvus Corax – ohne die eigenen musikalischen Ursprünge ganz über Bord werfen zu müssen. Trotzdem wirkt die Musik auch manchmal nervig, wenn nämlich zu synthetisch klingende Töne auf Heavy Metal stoßen und dann auch noch mit klassischen Weisen unterlegt werden, wie beim grausigen „Fatue“. Beethovens Fünfte in Verbindung mit Synthie Pop und Metal? Nein, das muss definitiv nicht sein!

Fazit: Mit harten Gitarren sollte man definitiv etwas anzufangen wissen, möchte man mit der Musik von Tanzwut auf „Ihr Wolltet Spass“ etwas anfangen können. Der Mittelalter-Touch kommt dabei hauptsächlich durch Dudelsack-Klänge und ab und an einen Choral-Gesang – der Schwerpunkt der Musik liegt allerdings auf Metal mit Synthie-Tönen. Manchmal übertreiben es die Berliner Musiker auch mit ihrem Stilmix, dann klingt das Ganze zwar überaus abgefahren, dadurch allerdings keineswegs gut. Für Leute die gerne „Abtanzen“ wohl geeignet, für andere wohl weniger. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Der Traum, Erdbeerrot



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